Thema 1: Germanistik & Teildisziplinen
1. Was ist Germanistik und aus welchen Teildisziplinen
besteht sie?
Die Germanistik ist allgemein die Wissenschaft von
deutscher Sprache und Literatur, diese lässt sich in die
folgenden Teildisziplinen aufgliedern:
⢠Neuere deutsche Literaturwissenschaft
(Deutschsprachige Literatur von Beginn des
Buchdrucks bis heute)
⢠Mediävistik (8-15 Jhr, Erforschung der Geschichte des
Mittelalters; ältere dt. Sprach und Literaturwissenschaft)
⢠Sprachwissenschaft (Linguistik)
⢠Deutschdidaktik (Theorie der Lehr- und Lernprozesse in
Lernkontexten)
¡ Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache
2. Mit welchem Zeitraum befasst sich die Ndl?
15. Jhr bis heute
3. Was unterscheidet die Fachwissenschaft von der
Fachdidaktik?
Die Didaktik befasst sich mit der Lehre des Lernens.
Die Fachwissenschaft liefert die Erkenntnisse, die
gelehrt werden.
Sprache Literatur
Fachwissenschaftler
(Gegenstandsorientiert)
Sprachwissenschaft (Linguistik) Literaturwissenschaft (NdL)
Fachdidaktik (Literatur als
Bildungsgegenstand)
Sprachdidaktik (in Lehr- und
Lernkontexten)
Literaturdidaktik (in Lehr- und
Lernkontexten)4. Welche Teildisziplinen der Germanistik lassen sich der
Fachwissenschaft, welche der Fachdidaktik zuordnen?
Didaktik: Deutschdidaktik
Wissenschaft: Ndl, Mediävistik, Linguistik.
Deutsch als Zweitsprache
5. Worin besteht der zentrale Unterschied zwischen
Literaturwissenschaft und Literaturkritik?
In der Literaturkritik werden Texte bewertet,
ästhetische Wertung im Vordergrund
Kritik ist eine Bewertung !
In der Literaturwissenschaft werden Texte
ausgewertet (fragen nach der historischen
Einordnung, poetologischen Regeln & die
Textstruktur)
-> Wissenschaft mit eigenen Fragestellungen und
Methoden, theoretisch reflektierter Umgang mit der
Literatur
6. Was unterscheidet einen literaturwissenschaftlich
geschulten Leser von einem naiven Leser?
Der Naive Leser liest die LektĂźre aufgrund des
ästhetischen Genusses & des intellektuellen
VergnĂźgens
Der geschulte Leser achtet theoretisch geleitet,
reflektiert und analysiert die LektĂźre, benĂśtigt eine
Distanz und zeitintensive Aufmerksamkeit7. Was leisten festgelegte Begriffe- sogenannte
Fachtermini- der Literaturwissenschaft?
Fachtermini sind feste Methoden und Schrittfolge, die
benĂśtigt werden, um die Eigenschaften des Textes zu
erfassen und erklären zu kÜnnen. Garantiert allen
Diskussionsteilnehmern die Gewissheit, Ăźber
dieselben Dinge zu reden
-> Intersubjektive Verständigung
Thema 2: Literatur
¡
Was ist Literatur? - besteht aus Sachtexten und
literarischen Texten
- Unterscheidung von Sachtexten und literarischen
de
Texten
- Literarizität & Poetizität
- Fiktionalität
- Jeder Text der Welt ist ein literarischer Text oder ein Sachtext
Hauptmerkmale
-Abweichung (Verfremdung) - bewusst produzierte von der
Alltagssprache, um den Fokus auf -> brechen die
Konventionen und Erwartungen der Alltagssprache
- Autofunktionalität
⢠Konnotation
⢠Polysemie - die Mehrdeutigkeit, die durch den Aufbau
von assoziierten zusätzlich Wortbedeutungen erzeugt
wird (Putzfrau - Reinigungskraft)
1. Erläutern Sie die Begriffe Ăsthetikkonvention und
Fiktionsvertrag.
Fiktionsvertrag:
Wissen das es Fiktion ist
,
aber so tun als wäre es real (als ob Situation)Vertrag zwischen Autor und Leser, Autor zeigt, dass
es sich um eine mĂśgliche Welt handelt, und der Leser
nimmt dies an (Als-Ob-Modus)
Ăsthetikkonvention:
Bewertung nicht nach wahr oder falsch
,
sondern nach subjektiver ästhetischeinung
steht fßr das Ziel des Textes, dem ästhetischen
Genuss, die Frage danach, ob ein Text ästhetisch
gelungen ist.
2. Worin besteht der Unterschied zwischen einer
pragmatischen und einer ästhetischen Lesehaltung?
In der pragmatischen Lesehaltung werden meist
Sachtexte gelesen, um aus ihnen zu lernen (Mittel
zum Zweck; Gebrauchtstexte)
In der ästhetischen Lesehaltung werden meist
literarische Texte gelesen zum Selbstzweck (dient
dem ästhetischen Genuss)
3. Welche beide Merkmalen unterschieden literarische von
nicht-literarischen Texten?
âłSachtexten !
Die beiden Hauptmerkmale: Fiktionalität (p.T.) und
Literarizität (l.T)
1. LektĂźre und Bewertungskonventionen
⢠Prag. Texte= Monovalenzkonvvention (Eindeutikeit) &
Tatsachenvalenz (reale Welt)
⢠Lit. Texte= Polyvalenzkonvention (Mehrdeutigkeit) &
Ăsthetikkonvention (MĂśglichkeit. Welt) Lesehaltung
2. Lesehaltung⢠Prag. Texte= Prag. Lesehaltung
⢠lit. Texte= ästhetische Lesehaltung
4. Was bedeutet Autofunktionalität und auf wen geht
dieser Begriff zurĂźck?
Die Autofunktionalität meint, dass die Sprache auf
sich selbst verweist (so weit, dass der Inhalt der
Mitteilung selbst in den Hintergrund gedrängt wird) -
Roman Jakobson-
5. Was bedeutet das Begriffspaar Denotation und
Konnotation?
Denotation:
Mehr oder weniger explizit definierte Wortbedeutung
Konnotation:
assoziierte Wortbedeutung, ohne die metaphorische
Aussagen nicht denkbar wären
6. Welche Fiktionalitätsindikatoren kennen Sie und auf
wen gehen diese zurĂźck?
Def.: Fiktionalität: (formen, gestalten, bilden) Inhalt der
Werke basiert auf erfundenen Welten/ Dingen ->
imaginär, kein Anspruch auf ĂberprĂźfbarkeit
Fiktionsindikatoren: -Kälte Hamburger-
- Verben innerer Vorgänge (Verben des Fßhlens/
Empfindens/ der internen Wahrnehmung)
- epische Präteritum (Präteritum verliert seine
grammatische Funktion Ăźber die Vergangenheit zu
informieren)
-> Indikatoren Bilden Merkmale, keine eindeutigenKriterien
7. Worin besteht der Unterschied zwischen fiktiv und
fiktional?
Fiktiv:
bezieht sich auf eine bestimmte Existenzweise von
Gegenständen, derart, das diese Gegenstände nicht
existieren
âDie Hauptfigur des Romans ist fiktivâ
Fiktional:
bezieht sich auf die Darstellungsweise, derart dass
das Dargstellte nicht existiert
âDer Roman Harry Potter ist fiktionalâ
8. Sind alle fiktionalen Texte literarisch?
Nein, nicht alle literarischen Texte sind fiktionale
Texte, sowie nicht alle fiktionalen Texte literarisch sind.
-> Literarizität und Funktionalität mßssen nicht
notwendig zsm auftreten, es gibt nicht-fiktionale
Literatur sowie nicht-literarische Funktionen
9. Warum ermÜglichen die Merkmale Literarizität und
Fiktionalität
keine Wesensbestimmung literarischer Texte?
Die beiden Merkmale ermĂśglich keine
Wesensbestimmung, da eine strenge Grenzziehung
mit diesen Merkmalen nicht mĂśglich ist.
-> Rezipient muss beachtet werden, da grundsätzlich
jeder Text im ästhetischen Modus gelesen werden
kannThema 5: Epochen und Gattungen
Aufgabe der Wissenschaft:
⢠in einem gewissen Bereich ein geordnetes, begrßndetes
und als gesichert angesehenes Wissen hervorzubringen
⢠Als Kennzeichen dieses Wissens gelten: Systematik,
Methodik, Objektivität & Intersubjektive Nachprßfbarkeit
1. Was versteht man in der Literaturwissenschaft unter
einem Stoff?Was ist ein Motiv?
Wie lassen sich Texte den Textgruppen zuordnen?
durch den Autor
Durch das Thema: Thema eines literarischen Textes=
Gegenstand/ Subjekt (Freundschaft, Liebe,
Tod) - Thema nicht immer direkt offensichtlich
Durch den Stoff:
Ist eine unerhebliche der Dichtung vorgeprägte
Handlung, die als Ergebnis, Bericht usw. an den
Dichter herangetragen und einen Anreiz zur
kĂźnstlerischen Gestaltung bietet bezeichnet
Durch das Motiv:
ist eine kleine stofflich-thematische Einheit
- bestimmte Epochen haben motivliche Vorlieben;
kehrt ein Motiv mehrfach auf -> Leitmotiv
Durch Gattungen und Epochen (Lyrik, Epik, Drama)
2. Welche Funktionen erfĂźllen Gattungen und Epochen?
Es geht um die gemeinsamen Merkmale Bestimmter
Texte, die diese entweder zu einer gemeinsamen
Gattung oder Epoche zusammenfassen
Gattungsbegriffe: fassen Texte ohne nähere
Betrachtung ihrer Entstehungszeit und ihrer Autoren
zusammen - textbezogene Kriterien; keine eindeutigeSystematisierung, aber bst. FormEpochenbegriffe: befasst sich mit der literarischen
Generation (Zeit)
-> gliedern die Abfolge von Autoren und Werken in
historischer Dimension
3. Welches sind die drei Hauptgattungen der Literatur?
4. Worin unterscheidet sich die Dramatik, Epik und Lyrik?
Unterscheiden sich durch den Erzähler. Der Erzähler
der Epik ist ein Erzähler der aus einer narrativen
Sichtweise berichtet. In der Dramatik fĂźhrt eine Figur
durch die Handlung. In der Lyrik berichtet das lyrische
Ich.
5. Was verstehen Sie unter den Begriffen
´Kindheitsautonomie´ und ´Schonraumliteratur´?
Kindheitsautonomie: bezeichnet die Trennung von
kindlichen und erwachsenen Figuren; Kindheit ist
autonom, erhält Eigenwert
Kindheit wird ein Zustand der Freiheit -> Idee desSchonraums
Schonraumliteratur:
meint, dass man den Kindern nicht die Gefahren der
Welt aufzeigt
⢠Probleme der Erwachsenen gelten fßr das Kind als
unverständlich, werden als nicht-kindgemäĂ
ausgegrenzt
⢠Kindheit wird als Gegenbild inszeniert
6. Wie heiĂen die drei groĂen Kinderbuchautoren der
50/60 er?
Otfried PreuĂler - Räuber Hotzenplotz, das kl.
Gespenst
LokomotivfĂźhrer
Michael Ende - Momo, Jim Knopf & Lukas der
James KrĂźss - mein UrgroĂvater und Ich
7. Welches ist die bevorzugte Gattung der
Schonraumliteratur?
Kindheitsautonomie & Schonraumliteratur lassen sich
besonders gut in der Phantastik umsetzen (Pippi
Langstrumpf)
8. Worin besteht die neue Kindheitsvorstellung der KJL in
den 70er Jahren?
⢠Wandel wird u.a. Durch die Studentenbewegung
getragen; von der Ideologie der heilen Kinderwelt zur
Forderung nach polit. Erziehung durch neueKinderbĂźcher
⢠Emanzipation des Kindes -> gleichberechtigte Teilhabe
an der Welt der Erwachsenen
⢠Kindheitsautonomie & Realistisches Schreiben wurde
gefordert
9. Benennen Sie die zentralen Merkmale der Gattung der
realistisch, problemorientierten KJL.
⢠Tendenz zum realistischen Schreiben, sowie zur
âProblemnäheâ und âZeitbezogenheitâ
⢠Direkter Bezug zu den aktuellen
Wirklichkeitserfahrungen, den Problemlagen und
Konflikte der jungen Leser
⢠junge Hauptdarsteller die mit dem Leser auf AugenhÜhe
sind
⢠meist ein offenes Ende (da Probleme fortbestandlich
sind)
⢠Neue Themen: Bruch mit thematischen Tabus- kann
seither jedes Thema sein
⢠Fordert Realismus programmatisch ein
10. Nennen Sie zwei wichtige Autoren der realistisch,
problemorientierten KJL.
Ursula WĂślfel - Die grauen und die grĂźnen Felder
Peter Härtling - Ben liebt Anna/ Das war der Hirbel
11. Nennen Sie drei Werke der realistischen,
problemorientierten KJL.
Oma, Ben liebt Anna, Das war der Hirbel12. Warum haben viele Texte der KJL ein offenes Ende?
Ein offenes Ende steht dafĂźr, dass das Problem
weiterhin existiert und nicht verschwunden ist. Enden
nicht mit Ende des Buches.
13. Worin besteht die Funktion der realistischen,
problemorientierten KJL?
Die KJL soll die Kinder erziehen, aufklären, ihre
Einstellung verändern und sie fßr politische und
soziale Forderungen sensibilisieren. Sollen
Bewusstsein fßr Missstände bekommen und an der
Beseitigung dieser mitwirken
-> zielt auf die PersĂśnlichkeitsbildung ab
Thema 6: Analyse epischer Texte
1. Worin besteht der Unterschied zwischen einer Analyse
und einer Interpretation?
Analyse: Genaue Beobachtungen am Text
⢠analytische Zugänge: ßber den Erzähler, die Geschichte,
das Thema, Motiv, Gattung & Autor
⢠Textbeobachtungen (rhet. Aufbau) Was ist auffällig? Was
bringt mich weiter, um mehr Ăźber den Text zu
verstehen?
⢠Kein Selbstzweck; Analysenmethoden= Werkzeuge, die
fßr den gebrauch gewählt werden mßssen
Interpretation:
Auf der Basis der Analyse gelangt man zurInterpretation
⢠Was bedeutet die Beobachtung eigentlich?
⢠âJede interpretative Aussage setzt Beobachtungen
voraus, die umso genauer ausfallen, je genauer der
Text analysiert wirdâ
2. Warum ist es wichtig, bei der Analyse epischer Texte
den Erzähler näher zu bestimmen?
Epische Texte (Romane, NoevelleâŚ) zeichnen sich
dadurch aus, dass das Geschehen durch den
Erzähler vermittelt wird
-> Erzähler= Vermittlungsinstanz, nicht unmittelbar am
Geschehen beteiligt
-> Von der Wahl des Erzählers ist der
Informationsgrad des Textes ab (welche Infos der
Leser erhält) - entscheidet darßber wie der Leser die
Infos behält (sachlich/ironischâŚ)
3. Nach welchen Kategorien analysiert JĂźrgen Petersen
den Erzähler? (1993)
Sichtweisen:
- Ich-Erzähler ist eingeschränkter als Er-Erzähler
⢠Ich-Erzähler kann glaubwĂźrdig die AuĂensicht, aber nicht
die Innensicht beschreiben (Inensicht beschränkt auf
das eigene Ich)
⢠Er-Erzähler hat unter Umständen nur eine AuĂensicht
Erzählverhalten:
⢠Auktorial (mischt sich ein, gibt Hinweise, Kommentare)
⢠Personal (Perspektive der Figur, aus der erzählt wird)
⢠Neutral (Erzähler= kaum greifbar; sachlich-berichtend,
Figuren stellen sich selbst an)
Erzählform
⢠Spricht von sich selbst - Ich-Form
⢠Erzählt von dritten - Er/Sie/Es- Form
⢠Spricht von Angesprochenen - Du- Form
Erzählhaltung:
⢠gemeint ist die weitere Stellungnahme des Erzählers
dem Erzählten gegenßber
⢠Neutral, ironisch, distanzier, plakativ, distanziert,
affirmativ (bestätigend)
Achtung! - bei Peterson ist der auktorialer Erzähler =/
allwissender Erzähler
4. Worin besteht in der Erzähltheorie der Unterschied
zwischen dem erzählenden und dem erlebenden Ich?
Das erzählende Ich berichtet als Ich-Erzähler mit
zeitlicher Distanz. Das erlebende Ich ist das Ich von
dem erzählt wird.
Erzählende Ich:
- ist das Ich, das aus zeitlicher Distanz etwas, was vor
längerer Zeit geschehen ist, erzählt -> Erzähler seiner
Geschichte âdamalsâ
Erlebendes Ich:
ist das Ich, das die Dinge so erzählt, Ei es sie einst in
der erzählten Welt wie es sie einst in der erzählten Welt
erlebt hat -> Erzähler seiner Geschichte âjetztâ
5. Welche Arten der Fokalisierung unterscheidet Gerard
Genette?
Fokalisierung: âInformationsschleusenâ, die nur die
Elemente passieren lassen, die der gewählte Fokus
zulässt - Sichtweise
Nullfokalisation:
⢠keine Einschränkung des Blickwinkels durch eine Figur
⢠Sichtweise eines allwissenden auktorialen Erzählers
Interne Fokalisation
⢠erzählt aus der Sicht einer oder mehrerer Figuren -
Innensicht
⢠Fokus fällt mit der Figur zusammen, die zum Subjekt der
Wahrnehmung wird
Externe Fokalisation:
⢠Fokus fällt mit keiner Figur zusammen, sodass keine
Einblicke in die GefĂźhlswelt oder die Gedanken der
Handlungsträger mÜglich sind
=> Peterson & Genette sind Idealtypische Konstruktion;
helfen Beobachtung an den Texten zu machen, es gibt
sehr häufig Mischformen (z.B. externe & interne
Fokalisierung)
Analysekategorien - nicht dogmatisch- starr (flexibel
umgehen)
6. Was ist eine Paralepse?
Paralepse= Wenn der Erzähler dem Leser mehr
Informationen gibt, als ihm seine Fokalisierung
eigentlich erlaubt
Paralipse= Wenn der Erzähler dem Leser
Informationen vorenthält, die er eigentlich aufgrund
seiner Fokalisierung geben mĂźsste
7. Was meint Erzählzeit und erzählte Zeit? In welchem
Verhältnis kÜnnen Erzählzeit und erzählte Zeit
zueinanderstehen?
⢠Erzählzeit= ist die Zeit die benÜtigt wird um ein
bestimmtes Geschehen zu erzählen. (Gemessen an
Seiten- und Zeilenzahlen)
⢠erzählte Zeit= ist die âZeit des Inhaltesâ, also die Zeit, die
das erzählte Geschehen in Wirklichkeit beanspruchen
wĂźrde
⢠Zeitraffendes Erzählen = erzähltest kßrzer als die
erzählte Zeit
⢠Zeitdeckendes Erzählen = Erzählzeit = erzählte Zeit
(z.B. Dialog)
⢠Zeitdehnendes Erzählen = Erzählzeit ist länger als die
erzählte Zeit
8. Wozu dient Ihnen eine nähere Betrachtung von
Erzählzeit und erzählter Zeit?
-> unterschiedliches Erzählverhalten gliedern die
erzählte Wirklichkeit, setzt Schwerpunkte ermÜglicht
Haupt und Nebensätze zu entscheiden und die
Bedeutung der inneren und äuĂeren Handlung
auszumachen
9. Was ist ein Innerer Monolog?
Ein innerer Monolog einer Figur ist oft ein
Selbstgespräch/ eindeutige Personenrede; nicht dem
Erzähler zuzurechnen; eine Technik der
Gedankenwiedergabe (Bewusstseinsstrom)
2 Kriterien:
1. situatives Kriterium der Einsamkeit des Sprechers
(Selbstgespräch, an keinen gerichtet)
2. Das strukturelle Kriterium des Umfangs& des in sich
geschlossenen Zusammenhangs einer Replik
ââââââââââââââââââââââââââ
âââââ
Figurenrede:
⢠direkte Rede: ist unmittelbar subjektiver Ausdruck der
Person; Atmosphäre des unmittelbaren beteiligt Seins
(mehr in Szene gesetzt als erzählt)
⢠Indirekte Rede: häufig im Konjunktiv; Indirektheit, die
eine Distanz schafft, verweist direkt auf den Erzähler
(Indirekte Rede gehĂśrt der Figur nicht allein)
Zeitliche Ordnung:
⢠Erzähler kann die chronologische Folge der Zeit
beibehalten oder ändern, z.B. mit dem Ende beginnen
o. Zum Anfang zurĂźckkehren
⢠> erhÜhen die Komplexität des Erzählgeflechts
⢠Anachronie = zeitl. Umstellung der Erzählreihenfolge
⢠Proleose = vorausschauender Erzähleinschub
⢠Analepse = Rßckblende, die bereits vergangenes Erzählt
⢠Ellipse = Auslassung eines Zeitabschnitts im Erzählen
Thema 7: Analyse dramatischer Texte
15. Welche neue dramatische Gattung begrĂźndete
Lessing?
BĂźrgerliches Trauerspiel welches den normalen
Bßrger tragÜdienfähig macht
16. Wie nannte Brecht seine Methoden, um das
aristotelisch geprägte Illusionstheater zu zerstÜren?
Mittel der leeren BĂźhne, Verfremdungseffekte
(Handlung bekannt geben), Schauspieler zeigen das
sie schauspielern
-> sollten die Illusion zerstĂśren, Distanz vom
Zuschauer zum BĂźhnengeschehen herstellen
(orientiert sich nicht mehr an Aristoteles)
Merkmale der Offenen Form:
- Vielheit statt Einheit
- Fragment statt Totalität
- statt einem abgerundeten Ganzen: BrĂźche und
ZusammenfĂźgungen disparater Teile
Thema 8: Analyse lyrischer Texte
1. Benennen Sie wichtige Merkmale lyrischer Texte.
⢠Deutliche Abweichung von der Alltagssprache
(Verfremdungseffekte; Metrum, Reim, Wiederholung)
⢠Kßrze (in qualitativer und quantitativer Hinsicht)
⢠Keine narrativer Instanz, sondern Vermittler (lyrisches
Ich)
⢠Gattung ohne Handlung
12 bis 13 silbriger Vers mit männl. Oder weibl.
Kadenzen, feste Zäsur nach 3. Hebung
⢠Blankvers: in England entstanden - reimloserjambischer
Fßnfheber mit männl./weibl. kadenz -> wichtigster
deutscher Dramenvers
⢠Knittervers: unregelmäĂiger gefĂźllter Vierheber,
paarreimigThema 9: Methoden der Literaturwissenschaft
1. Was leisten Methoden?
Analysen= theoriegeleitete Analysen am Text
(Bestimmung des Erzählers, Gattung, Versmaà usw.)
â genaue Analysen sind Voraussetzungen fĂźr die
Interpretation eines Textes
Interpretationen= bedeutet Auslegung, Erklärung,
Deutung (auf Basis der Analyse) lit. Texte gelten als
interpretationsbedĂźrftig
â â â â Intensive Betrachtung; sind stets methodisch
geleitet
â â â â In der Literaturwissenschaft herrscht ein
Methodenpluralismus; Methoden sind erforderlich
um zu einer Interpretation zu gelangen
2. Hermeneutik (am meisten verbreitet)
- Gilt als die âKunst der Auslegung und des
Verstehens lit. Texteâ, die den âSinnâ eines Textes
erschlieĂen sollen
- Geht auf den GĂśtterboten Hermes zurĂźck
- War zunächst eine Bibelauslegung, die mehrere
Bedeutungsebenen aufweist (Literalsinn,
Allegorischer Sinn, Moralischer Sinn, Analogischer
Sinn)
- Ab 1800: moderne Hermeneutik, die sich mit dem
Verstehen lit. Texte auseinandersetzt (Grund war
das Ende der Regelpoetik â Verstehen wurde zum
Problem; jedes Werk folgte eig. Regeln)
- Moderne Hermeneutik wird mit Friedrich
Schleiermacher verbunden (geht von tieferem Sinn/
Bedeutung innerhalb der Texte aus)
- Um Sinn herauszuarbeiten, wurden mehrere
Methoden verwendet
⢠Hermeneutische Zirkel: man geht von einem
einheitlichen, geschlossenen Ganzen aus;
Interpretation schlieĂt vom Teil und
umgekehrt
- Heutzutage: Hermeneutik geht nicht mehr von
Autorintentionen aus (den Sinn von dem Autor
gemeinten rauszuarbeiten, sondern muss immer
wieder neu ausgelegt werden)
- Der Text lässt bestimmte Deutungen zu, nicht der
Autor!
3. Rezeptionsästhetik (Unterkategorie der Hermeneutik)
- Grundlage ist die Hermeneutik, auch hier wird nach
dem Sinn gefragt
- Hauptvertreter: Hans Robert JauĂ, Wolfgang Iser
(sog. Konstanzer Schule)
- Erstmals wird innerhalb der Trias Autor-Werk-Leser
die Rolle des Lesers aufgewertet
- Annahme, dass sich der Text erst im Akt des Lesens
als lit. Werk konstruiert
- Im Mittelpunkt steht nicht mehr das Werk selbst,
sondern dessen Aufnahme beim Rezipienten
(Vervollständigung durch gedankliche Konstruktion)
- ! Wichtig: sog Leerstellen (Andeutungen) oder
Unbestimmtheiten werden vom Leser individuell
konkretisiert = jede LektĂźre ist individuell
(unterschiedliche Textinterpretationen)
4. Intertextualität
Meint den Bezug eines Textes auf den anderen, z.B.
durch Zitate, Parodie, Anspielungen, Themen, Motive,
Figurentypen
z.B. Star Wars: âVor langer langer Zeit in einer weit
entfernten Galaxyâ (Beginn eines Märchens)
- Der Bezug eines Textes auf den anderen etabliert
innerhalb des Werkes eine Metaebene: Es erhält
zusätzliche Bedeutungsebene
- Fokussiert diese Formen der Vernetzung zwischen
Texten
5. Strukturalismus
- Bricht mit der hermeneutischen Ăberzeugung,
wendet sich gegen das hermeneutische
Sinnsuchen
- Es geht nicht um die Bedeutung der Zeichen,
sondern um die Beziehung der Zeichen
untereinander (Signifikant, Ausdrucksseite des sp.
Zeichens)
- Es geht um die sprachliche Gemachtheit des Textes,
seine Strukturen, denn die Literarizität liegt in der
ästhetischen Funktion von Sprache
- Inhalte sind zweitrangig: strukturelle Analyse
konzentriert sich auf die materielle Seite des
Werkes
- Stark von der Sprachwissenschaft beeinflusst
- Ziel der strukturellen Analyse: genaue Analyse der
Abweichung von der Alltagssprache
6. Gender Studies
- Entstand in den späten 1980er Jahren, als
Weiterentwicklung der feministischen
Literaturwissenschaft
- Fragen nach Geschlechterverhältnis und Zuordnung
- Es wird unterschieden zw. Biologischem Geschlecht
und kulturell zugeschriebener Geschlechteridentität
- Interessiert sich fßr die kulturelle Repräsentation von
Weiblichkeit & Männlichkeit, sowie den
gesellschaftlichen und historischen Bedingungen,
die in der Gesellschaft herrschen
7. Poststrukturalismus
- Sammelbegriff fĂźr verschiedene Methoden und
Literaturtheorien die antihermeneutisch ausgerichtet
sind; Fragen nicht danach, was ein Text bedeutet
oder welchen Sinn er hat
⢠Z.B. Dekonstruktion (Jaquces Derrida, Paul
de Man)
⢠Diskursanalyse (Michel Foucault)
⢠Intertextulität (Julia Kristeva)
- Dekonstruktion geht davon aus, dass die
Rekonstruktion eines Testsinns nicht mĂśglich ist
(Hermeneutik wird abgelehnt, Sprachsystem ist ein
endloser Verweiszusammenhang & Sinn ist ein
Aufschub von Bedeutung)
Thema 10: Kinderliteratur1. Liegt die Zuständigkeit von Kinder- und Jugendliteratur
bei dem Literaturwissenschaftler/innen oder bei den
Literaturdidaktiker*innen?
⢠sowohl die Literaturwissenschaft als auch die
Fachdidaktik beschäftigen sich mit der KJL
⢠Mittlerweile hat sich in der Literaturwissenschaft auch ein
Bereich der KJL-Forschung etabliert
⢠Viele Literaturdidaktiker setzten sich zunehmend mit der
Literaturwissenschaft auseinander
⢠KJL sollte sowohl pädagogisch, also auch ästhetisch
ansprechend sein
2. Welche Definitionen von Kinderliteratur fĂźhrt Ewers an?
1. Definition (Kinder- und JugendlektĂźre): âdie
Gesamtheit der von Kindern tatsächlich konsumierten
Literaturâ; Ausgangspunkt ist das tatsächliche
LektĂźreverhalten, Kinder legen Merkmale fest
2. Definition (Intentionale KJL): âLiteratur die Kinder
seitens der Erwachsenen als LektĂźre zugeteilt wirdâ;
Texte wird die Eigenschaft zugesprochen, eine
geeignete KJL zu sein
3. Definition (nicht-akzeptierteKJL): Texte, die als
geeignete potenzielle KJL gelten, die sich aber vorerst
noch nicht durchsetzten konnte
4. Definition (intendiert/ nicht-intendiert KJL): Teil der
konsumierten Literatur, der mit den Vorstellungen der
Erwachsenen konform geht
nicht intendierte KJL: Texte die gelesen werden,
obwohl sie nicht als geeignet gelten
5. Definition (Sanktionierte und nicht-sanktionierte
KJL): KJL die von gesellschaftlich autorisierten
Instanzen fĂźr geeignet gehalten wird
positiv sanktionierte KJL: all die Texte, die von den
gesellschaftlich dazu
autorisiertenInstanzen zu geeigneter KJL erklärt worden ist
6. Definition (Spezifische KJL): all die Texte, die seitens
ihrer Urheber von vornherein als potentielle KJL
gedacht war
3. Welche drei Merkmale von Kinderliteratur nennen
Rosebrock und Scherf? Worin sehen Sie die
entscheidenden Unterschiede der Definitionen von Ewers
und Rosebrock/Scherf?
⢠Leseorientierung in der Adressierung: Texte werden
Ăźblicherweise spezifisch fĂźr Heranwachsende verfasst
⢠Tendenzielle Normativität des Kindheitsbildes: KJL
enthält Werte ihrer Entstehungszeit, dadurch auch
immer ein Sozialisationsmedium = Päda. Funktion
⢠Eigenes Symbolsystem: KJL hat ein fßr sie typisches
Arsenal an Inhalts- und Darstellungsmuster
entwickelt, eigene Konventionen fĂźr
Gestaltungsmittel, Erzählform und Themen
4. Was war die Haas- Hurrelmann- Debatte?
⢠1989 in der Zeitschrift âPraxis Deutschâ gefĂźhrt - Frage,
wie das Verhältnis von Kinderliteratur zur
Erwachsenenliteratur ist
⢠Gerhard Haas:
⢠Kinderliteratur sei in einem âerbärmlichen Zustandâ, alles
sei der Pädagogik unterworfen
⢠Pädagogisch, didaktisch ausgebeutete Literatur
⢠Autoren wollen nur erziehen (Ăsthetik wird nicht
betrachtet); Verlage/ Schulen suchen Texte nach
Päda. Werk aus
⢠> Kinderliteratur soll wie Erwachsenenliteratur nach
ästhetischen MaĂstäben gewählt werden
⢠Bettina Hurrelmann:
⢠Gibt Haas insofern Recht, dass sie ebenfalls die
literarisch-ästhetischen Dimension einordnet - vieles
was Haas sagt, sei veraltet, denn viele Verlage &
Schulen suchen Texte mittlerweile nach Ăsthetik und
Pädagogik aus
⢠Päda. Seite darf nicht aufgegeben werden, da Schreiben
fĂźr Kinder immer ein adressatenangepasstes
Schreiben sei (Akkommodation)
⢠Akkomodation findet im Hinblick auf die Sprache,
gewählte Themen& Darstellungsstrategien statt (ist
bereits pädagogisch)
⢠> man kann nicht nicht-pädagogisch verhalten, KJL sind
immer pädagogische Implikationen
5. Nennen Sie drei wichtige Aspekte zu den
Lektßrepräferenzen von Kindern?
1. Abenteuerliteratur
2. Sachgeschichten
3. Tiergeschichten
-> GegenĂźberstellung von Leseinteressen und
schulischen Angebot zeigt, dass die Literaturauswahl
an den Interessen der Kinder vorbeigeht - realistische
Literatur dominiert bei den Lehrern
-> Lehrer richten Auswahlkriterien auf die
pädagogische Zielsetzung statt auf die Fantasie bzw.
Fantastische Inhalte
6. Was hat Anna KrĂźger fĂźr die Kinderliteratur geleistet?
Anna KrĂźger zeigte die Wichtigkeit von KJL auf, indem
sie die KJL einer literaturwissenschaftlichen Analyse
unterzog. Ihre Analyse zeigte es gibt nicht nur triviale
KJL sondern auch anspruchsvolle. (Verglich jenes
Instrumentarium mit den Universitären von Goethe
und Schiller usw.)
-> KJL ist auch literarisch anspruchsvoll und
interpretationsbedĂźrftig
7. Warum wurde Kinderliteratur lange Zeit nicht in der
Schule gelesen?
KJL galt bis in die 1960er Jahre als Trivialliteratur und
wurde nicht in der Schule gelesen.
8. Seit wann gibt es eine universitäre
Kinderliteraturforschung?
In den 1970er Jahren etablierte sich die Kinder- und
Jugendliteraturforschung. (durch die 68er-
Bewegung)
- mit der Werkimmanenz war Methode gefunden, die
Texte auf den ästhetischen Gehalt hin untersuchen
(ohne Fragen nach dem historischen Kontext zu
stellen)
- Bewegung forderten eine Germanistik mit
gesellschaftlich- kritischer,
emanzipatorischer Relevanz
- Folge: Gegenstandsbereich der Germanistik wurde
ausgeweitet (auch Trivialliteratur,
ComicsâŚ)
9. Benennen Sie wichtige Aspekte der Kinderliteratur der
Aufklärung
⢠entstand im letzten Drittel des 18. Jhd (Zeit der
Aufklärung)
⢠Schreiben fßr Kinder sei Angelegenheit fßr Pädagogen
nicht fĂźr Dichter - dient der Erziehung, nicht der
Unterhaltung
⢠Erzieherische Haltung - primär didaktische Funktion
⢠Exemplarliteratur beliebt; kurze Texte mit erzieherische
Lehre oder Moral
⢠Kinderfigur = Vorbilder, Identifikationsangebote der
tugendhafte Kinderfigur
⢠Ziel= Nutzen/ Sozialisationsmedium
(Vernunftsausbildung des Kindes)
⢠Fabel erlebte Blßtephase (z.B. Lessing); stiftete auf
poetische Weise zu moralen Nutzen
Erster deutscher Kinderbuchklassiker: Joachim Heinrich
Kempe: Robinson der JĂźngerer
Zielsetzung des Buches: Sachkundeunterricht &
Vermittlung von Tugenden Thema 11: BilderbĂźcher
1. Wie definieren Glasenapp und Weinkauff BilderbĂźcher?
Erläutern Sie diese Definition.
âIst bestimmt durch die qualitative und quantitativer
Bedeutung der Illustration in der Relation zum
Verbaltext. Illustrationen sind ständige
Bedeutungsträger, ihre Funktion geht Ăźber eine bloĂe
Veranschaulichung oder Kommentierung des
Verbaltexte hinaus.â
-> bi-codal, da es Bild und Text vereint & somit verbale und
piktorale Zeichen in Rechnung stellt = Bild und Text
erzählen gemeinsam
Bspw: âEine Woche voller Samstageâ (Paul Maar) -
Illustriertes Kinderbuch
2. Was heiĂt doppelsinnig bei BilderbĂźchern?
⢠Kinder sind im Regelfall keine Selbstständige Teilnehmer
an den literarischen Kommuniktionsgeschehen
⢠Zwischen Autor und Kind - erwachsender Vermittler (als
sekundärer erw. Adressat)
⢠Häufig werden auch die Leser in ihrer Eigenschaft als lit.
Versierter Leser angesprochen
-> KinderbĂźcher, die ein kindlich naiven Leser verborgene
Sinnschicht besitzen. = doppelsinnig
3. Wie hieĂ das erste Bilderbuch der
Bilderbuchgeschichte und von wem stammt es?
âOrbis sensualium pictusâ (Die sichtbare Welt) von
Johannes Amos Comenius 1658
Sachlich belehrende Kinderliteratur; Schbilderbuch,
diente der Wissensvermittlung nicht der Unterhaltung
Wechsel zum erzählenden Bilderbuch beginnt im dt.
Raum ab Mitte des 19. Jhr.
4. Was war das Besondere an Hoffmanns Struwwelpeter?
Die Figuren im Struwwelpeter gleichen sind keine
kindlichen und niedlichen Darstellungen, sondern eher
grotesk.
⢠gegenßber der ßblichen Bilderbßchern des 19. Jhd wird
das skandalĂśse an Hoffmanns deutlich - Quelle des
zeitlich- satirischen Doppelsinns
⢠Viele politische Andeutungen, die dem heutigen Leser
verborgen bleiben, damals aber vom erw. Mitleser
verstanden wurde (z.B. satirische VerkĂśrperung des
1848er Revolutionärs Gustave von Struve)
⢠Struwwelpeter bleibt Ausnahme: erst ab den 60er Jahren
wurden differenzierteKinderfiguren entwickelt, die
Einblicke in die kindliche. Psyche boten
⢠> komplette Abweichung der fleiĂigen, naiven Kinderfigur
5. Worin bestand die Innovation, die Maurice Sendak in
das Bilderbuch einbrachte?
âWo die wilden Kerle wohnenâ - 1963
⢠anfangs stark diskutiert, da sich der Protagonist Max
gegen die päd. Normen wiederseht und weicht damit
vom guten Kind ab (hat dies befreit)
⢠Kindl. Aggressionen wurden ßblicherweise vorgefßhrt um
sie auszutreiben, umgekehrt nahm Sendak die
Perspektive seines Helden ein und gestattete ihm
destruktive Fantasien auszuleben
⢠Psychologisch und pädagogisch befreien die âWilden
Kerleâ die vom Zwang brav und angepasst zu sein
⢠> Sendak brachte das tabuisierte Thema Gewalt ein und
ergänzt bildnerische Fantasien - Dimensionen des
Schreckens, des MonstrĂśsen usw.
6. Seit den 1980er Jahren spricht man von einer Ăffnung
der BilderbĂźcher. Worin besteht diese Ăffnung?
⢠Ăffnung der BilderbĂźcher: Behandlung neuer Themen
wie Trennung der Eltern, Holocaust, Kinderarmut,
Demenz, Mobbing, Krieg etc.
⢠z.B. âBĂśse Mannâ (Häusliche Gewalt) & Opas Engel
(Holocaust)
⢠wichtigste Entwicklungsphase fßr das Kinderbuch war die
Zeit der 80er Jahre, die zum postmodernen Kinderbuch
fĂźhrten
⢠AuflÜsen von Genregrenzen, AuflÜsen ßberkommener
Adressatenkonzepte, AuflĂśsung traditioneller
Rezeptionsweisen durch die veränderte narrative
Struktur
7. Welche Text-Bild-Relationen werden beim Bilderbuch
unterschieden?
1. Parallelität - gemeinsames Erzählen von Bild und Text
(durch durchdachte Text-Bild-Korrespondenz)
2. Geflochtener Zopf - abwechselndes Erzählen von Bild
und Text (fast in jedem Bilderbuch lassen sich in der
Antike dieser Form finde, da sich Text & Bild
verbinden)
3. Kontrapunktisches Erzählen - widersprßchliches
Erzählen von Bild und Text (Spannungsverhältnis zueinander)
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