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Thema 1: Germanistik & Teildisziplinen 1. Was ist Germanistik und aus welchen Teildisziplinen besteht sie? Die Germanistik ist allgemein die Wissenschaft von deutscher Sprache und Literatur, diese lässt sich in die folgenden Teildisziplinen aufgliedern: • Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Deutschsprachige Literatur von Beginn des Buchdrucks bis heute) • Mediävistik (8-15 Jhr, Erforschung der Geschichte des Mittelalters; ältere dt. Sprach und Literaturwissenschaft) • Sprachwissenschaft (Linguistik) • Deutschdidaktik (Theorie der Lehr- und Lernprozesse in Lernkontexten) · Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache 2. Mit welchem Zeitraum befasst sich die Ndl? 15. Jhr bis heute 3. Was unterscheidet die Fachwissenschaft von der Fachdidaktik? Die Didaktik befasst sich mit der Lehre des Lernens. Die Fachwissenschaft liefert die Erkenntnisse, die gelehrt werden. Sprache Literatur Fachwissenschaftler (Gegenstandsorientiert) Sprachwissenschaft (Linguistik) Literaturwissenschaft (NdL) Fachdidaktik (Literatur als Bildungsgegenstand) Sprachdidaktik (in Lehr- und Lernkontexten) Literaturdidaktik (in Lehr- und Lernkontexten)4. Welche Teildisziplinen der Germanistik lassen sich der Fachwissenschaft, welche der Fachdidaktik zuordnen? Didaktik: Deutschdidaktik Wissenschaft: Ndl, Mediävistik, Linguistik. Deutsch als Zweitsprache 5. Worin besteht der zentrale Unterschied zwischen Literaturwissenschaft und Literaturkritik? In der Literaturkritik werden Texte bewertet, ästhetische Wertung im Vordergrund Kritik ist eine Bewertung ! In der Literaturwissenschaft werden Texte ausgewertet (fragen nach der historischen Einordnung, poetologischen Regeln & die Textstruktur) -> Wissenschaft mit eigenen Fragestellungen und Methoden, theoretisch reflektierter Umgang mit der Literatur 6. Was unterscheidet einen literaturwissenschaftlich geschulten Leser von einem naiven Leser? Der Naive Leser liest die Lektüre aufgrund des ästhetischen Genusses & des intellektuellen Vergnügens Der geschulte Leser achtet theoretisch geleitet, reflektiert und analysiert die Lektüre, benötigt eine Distanz und zeitintensive Aufmerksamkeit7. Was leisten festgelegte Begriffe- sogenannte Fachtermini- der Literaturwissenschaft? Fachtermini sind feste Methoden und Schrittfolge, die benötigt werden, um die Eigenschaften des Textes zu erfassen und erklären zu können. Garantiert allen Diskussionsteilnehmern die Gewissheit, über dieselben Dinge zu reden -> Intersubjektive Verständigung Thema 2: Literatur · Was ist Literatur? - besteht aus Sachtexten und literarischen Texten - Unterscheidung von Sachtexten und literarischen de Texten - Literarizität & Poetizität - Fiktionalität - Jeder Text der Welt ist ein literarischer Text oder ein Sachtext Hauptmerkmale -Abweichung (Verfremdung) - bewusst produzierte von der Alltagssprache, um den Fokus auf -> brechen die Konventionen und Erwartungen der Alltagssprache - Autofunktionalität • Konnotation • Polysemie - die Mehrdeutigkeit, die durch den Aufbau von assoziierten zusätzlich Wortbedeutungen erzeugt wird (Putzfrau - Reinigungskraft) 1. Erläutern Sie die Begriffe Ästhetikkonvention und Fiktionsvertrag. Fiktionsvertrag: Wissen das es Fiktion ist , aber so tun als wäre es real (als ob Situation)Vertrag zwischen Autor und Leser, Autor zeigt, dass es sich um eine mögliche Welt handelt, und der Leser nimmt dies an (Als-Ob-Modus) Ästhetikkonvention: Bewertung nicht nach wahr oder falsch , sondern nach subjektiver ästhetischeinung steht für das Ziel des Textes, dem ästhetischen Genuss, die Frage danach, ob ein Text ästhetisch gelungen ist. 2. Worin besteht der Unterschied zwischen einer pragmatischen und einer ästhetischen Lesehaltung? In der pragmatischen Lesehaltung werden meist Sachtexte gelesen, um aus ihnen zu lernen (Mittel zum Zweck; Gebrauchtstexte) In der ästhetischen Lesehaltung werden meist literarische Texte gelesen zum Selbstzweck (dient dem ästhetischen Genuss) 3. Welche beide Merkmalen unterschieden literarische von nicht-literarischen Texten? ↳Sachtexten ! Die beiden Hauptmerkmale: Fiktionalität (p.T.) und Literarizität (l.T) 1. Lektüre und Bewertungskonventionen • Prag. Texte= Monovalenzkonvvention (Eindeutikeit) & Tatsachenvalenz (reale Welt) • Lit. Texte= Polyvalenzkonvention (Mehrdeutigkeit) & Ästhetikkonvention (Möglichkeit. Welt) Lesehaltung 2. Lesehaltung• Prag. Texte= Prag. Lesehaltung • lit. Texte= ästhetische Lesehaltung 4. Was bedeutet Autofunktionalität und auf wen geht dieser Begriff zurück? Die Autofunktionalität meint, dass die Sprache auf sich selbst verweist (so weit, dass der Inhalt der Mitteilung selbst in den Hintergrund gedrängt wird) - Roman Jakobson- 5. Was bedeutet das Begriffspaar Denotation und Konnotation? Denotation: Mehr oder weniger explizit definierte Wortbedeutung Konnotation: assoziierte Wortbedeutung, ohne die metaphorische Aussagen nicht denkbar wären 6. Welche Fiktionalitätsindikatoren kennen Sie und auf wen gehen diese zurück? Def.: Fiktionalität: (formen, gestalten, bilden) Inhalt der Werke basiert auf erfundenen Welten/ Dingen -> imaginär, kein Anspruch auf Überprüfbarkeit Fiktionsindikatoren: -Kälte Hamburger- - Verben innerer Vorgänge (Verben des Fühlens/ Empfindens/ der internen Wahrnehmung) - epische Präteritum (Präteritum verliert seine grammatische Funktion über die Vergangenheit zu informieren) -> Indikatoren Bilden Merkmale, keine eindeutigenKriterien 7. Worin besteht der Unterschied zwischen fiktiv und fiktional? Fiktiv: bezieht sich auf eine bestimmte Existenzweise von Gegenständen, derart, das diese Gegenstände nicht existieren „Die Hauptfigur des Romans ist fiktiv“ Fiktional: bezieht sich auf die Darstellungsweise, derart dass das Dargstellte nicht existiert „Der Roman Harry Potter ist fiktional“ 8. Sind alle fiktionalen Texte literarisch? Nein, nicht alle literarischen Texte sind fiktionale Texte, sowie nicht alle fiktionalen Texte literarisch sind. -> Literarizität und Funktionalität müssen nicht notwendig zsm auftreten, es gibt nicht-fiktionale Literatur sowie nicht-literarische Funktionen 9. Warum ermöglichen die Merkmale Literarizität und Fiktionalität keine Wesensbestimmung literarischer Texte? Die beiden Merkmale ermöglich keine Wesensbestimmung, da eine strenge Grenzziehung mit diesen Merkmalen nicht möglich ist. -> Rezipient muss beachtet werden, da grundsätzlich jeder Text im ästhetischen Modus gelesen werden kannThema 5: Epochen und Gattungen Aufgabe der Wissenschaft: • in einem gewissen Bereich ein geordnetes, begründetes und als gesichert angesehenes Wissen hervorzubringen • Als Kennzeichen dieses Wissens gelten: Systematik, Methodik, Objektivität & Intersubjektive Nachprüfbarkeit 1. Was versteht man in der Literaturwissenschaft unter einem Stoff?Was ist ein Motiv? Wie lassen sich Texte den Textgruppen zuordnen? durch den Autor Durch das Thema: Thema eines literarischen Textes= Gegenstand/ Subjekt (Freundschaft, Liebe, Tod) - Thema nicht immer direkt offensichtlich Durch den Stoff: Ist eine unerhebliche der Dichtung vorgeprägte Handlung, die als Ergebnis, Bericht usw. an den Dichter herangetragen und einen Anreiz zur künstlerischen Gestaltung bietet bezeichnet Durch das Motiv: ist eine kleine stofflich-thematische Einheit - bestimmte Epochen haben motivliche Vorlieben; kehrt ein Motiv mehrfach auf -> Leitmotiv Durch Gattungen und Epochen (Lyrik, Epik, Drama) 2. Welche Funktionen erfüllen Gattungen und Epochen? Es geht um die gemeinsamen Merkmale Bestimmter Texte, die diese entweder zu einer gemeinsamen Gattung oder Epoche zusammenfassen Gattungsbegriffe: fassen Texte ohne nähere Betrachtung ihrer Entstehungszeit und ihrer Autoren zusammen - textbezogene Kriterien; keine eindeutigeSystematisierung, aber bst. FormEpochenbegriffe: befasst sich mit der literarischen Generation (Zeit) -> gliedern die Abfolge von Autoren und Werken in historischer Dimension 3. Welches sind die drei Hauptgattungen der Literatur? 4. Worin unterscheidet sich die Dramatik, Epik und Lyrik? Unterscheiden sich durch den Erzähler. Der Erzähler der Epik ist ein Erzähler der aus einer narrativen Sichtweise berichtet. In der Dramatik führt eine Figur durch die Handlung. In der Lyrik berichtet das lyrische Ich. 5. Was verstehen Sie unter den Begriffen ´Kindheitsautonomie´ und ´Schonraumliteratur´? Kindheitsautonomie: bezeichnet die Trennung von kindlichen und erwachsenen Figuren; Kindheit ist autonom, erhält Eigenwert Kindheit wird ein Zustand der Freiheit -> Idee desSchonraums Schonraumliteratur: meint, dass man den Kindern nicht die Gefahren der Welt aufzeigt • Probleme der Erwachsenen gelten für das Kind als unverständlich, werden als nicht-kindgemäß ausgegrenzt • Kindheit wird als Gegenbild inszeniert 6. Wie heißen die drei großen Kinderbuchautoren der 50/60 er? Otfried Preußler - Räuber Hotzenplotz, das kl. Gespenst Lokomotivführer Michael Ende - Momo, Jim Knopf & Lukas der James Krüss - mein Urgroßvater und Ich 7. Welches ist die bevorzugte Gattung der Schonraumliteratur? Kindheitsautonomie & Schonraumliteratur lassen sich besonders gut in der Phantastik umsetzen (Pippi Langstrumpf) 8. Worin besteht die neue Kindheitsvorstellung der KJL in den 70er Jahren? • Wandel wird u.a. Durch die Studentenbewegung getragen; von der Ideologie der heilen Kinderwelt zur Forderung nach polit. Erziehung durch neueKinderbücher • Emanzipation des Kindes -> gleichberechtigte Teilhabe an der Welt der Erwachsenen • Kindheitsautonomie & Realistisches Schreiben wurde gefordert 9. Benennen Sie die zentralen Merkmale der Gattung der realistisch, problemorientierten KJL. • Tendenz zum realistischen Schreiben, sowie zur “Problemnähe“ und „Zeitbezogenheit“ • Direkter Bezug zu den aktuellen Wirklichkeitserfahrungen, den Problemlagen und Konflikte der jungen Leser • junge Hauptdarsteller die mit dem Leser auf Augenhöhe sind • meist ein offenes Ende (da Probleme fortbestandlich sind) • Neue Themen: Bruch mit thematischen Tabus- kann seither jedes Thema sein • Fordert Realismus programmatisch ein 10. Nennen Sie zwei wichtige Autoren der realistisch, problemorientierten KJL. Ursula Wölfel - Die grauen und die grünen Felder Peter Härtling - Ben liebt Anna/ Das war der Hirbel 11. Nennen Sie drei Werke der realistischen, problemorientierten KJL. Oma, Ben liebt Anna, Das war der Hirbel12. Warum haben viele Texte der KJL ein offenes Ende? Ein offenes Ende steht dafür, dass das Problem weiterhin existiert und nicht verschwunden ist. Enden nicht mit Ende des Buches. 13. Worin besteht die Funktion der realistischen, problemorientierten KJL? Die KJL soll die Kinder erziehen, aufklären, ihre Einstellung verändern und sie für politische und soziale Forderungen sensibilisieren. Sollen Bewusstsein für Missstände bekommen und an der Beseitigung dieser mitwirken -> zielt auf die Persönlichkeitsbildung ab Thema 6: Analyse epischer Texte 1. Worin besteht der Unterschied zwischen einer Analyse und einer Interpretation? Analyse: Genaue Beobachtungen am Text • analytische Zugänge: über den Erzähler, die Geschichte, das Thema, Motiv, Gattung & Autor • Textbeobachtungen (rhet. Aufbau) Was ist auffällig? Was bringt mich weiter, um mehr über den Text zu verstehen? • Kein Selbstzweck; Analysenmethoden= Werkzeuge, die für den gebrauch gewählt werden müssen Interpretation: Auf der Basis der Analyse gelangt man zurInterpretation • Was bedeutet die Beobachtung eigentlich? • „Jede interpretative Aussage setzt Beobachtungen voraus, die umso genauer ausfallen, je genauer der Text analysiert wird“ 2. Warum ist es wichtig, bei der Analyse epischer Texte den Erzähler näher zu bestimmen? Epische Texte (Romane, Noevelle…) zeichnen sich dadurch aus, dass das Geschehen durch den Erzähler vermittelt wird -> Erzähler= Vermittlungsinstanz, nicht unmittelbar am Geschehen beteiligt -> Von der Wahl des Erzählers ist der Informationsgrad des Textes ab (welche Infos der Leser erhält) - entscheidet darüber wie der Leser die Infos behält (sachlich/ironisch…) 3. Nach welchen Kategorien analysiert Jürgen Petersen den Erzähler? (1993) Sichtweisen: - Ich-Erzähler ist eingeschränkter als Er-Erzähler • Ich-Erzähler kann glaubwürdig die Außensicht, aber nicht die Innensicht beschreiben (Inensicht beschränkt auf das eigene Ich) • Er-Erzähler hat unter Umständen nur eine Außensicht Erzählverhalten: • Auktorial (mischt sich ein, gibt Hinweise, Kommentare) • Personal (Perspektive der Figur, aus der erzählt wird) • Neutral (Erzähler= kaum greifbar; sachlich-berichtend, Figuren stellen sich selbst an) Erzählform • Spricht von sich selbst - Ich-Form • Erzählt von dritten - Er/Sie/Es- Form • Spricht von Angesprochenen - Du- Form Erzählhaltung: • gemeint ist die weitere Stellungnahme des Erzählers dem Erzählten gegenüber • Neutral, ironisch, distanzier, plakativ, distanziert, affirmativ (bestätigend) Achtung! - bei Peterson ist der auktorialer Erzähler =/ allwissender Erzähler 4. Worin besteht in der Erzähltheorie der Unterschied zwischen dem erzählenden und dem erlebenden Ich? Das erzählende Ich berichtet als Ich-Erzähler mit zeitlicher Distanz. Das erlebende Ich ist das Ich von dem erzählt wird. Erzählende Ich: - ist das Ich, das aus zeitlicher Distanz etwas, was vor längerer Zeit geschehen ist, erzählt -> Erzähler seiner Geschichte „damals“ Erlebendes Ich: ist das Ich, das die Dinge so erzählt, Ei es sie einst in der erzählten Welt wie es sie einst in der erzählten Welt erlebt hat -> Erzähler seiner Geschichte „jetzt“ 5. Welche Arten der Fokalisierung unterscheidet Gerard Genette? Fokalisierung: „Informationsschleusen“, die nur die Elemente passieren lassen, die der gewählte Fokus zulässt - Sichtweise Nullfokalisation: • keine Einschränkung des Blickwinkels durch eine Figur • Sichtweise eines allwissenden auktorialen Erzählers Interne Fokalisation • erzählt aus der Sicht einer oder mehrerer Figuren - Innensicht • Fokus fällt mit der Figur zusammen, die zum Subjekt der Wahrnehmung wird Externe Fokalisation: • Fokus fällt mit keiner Figur zusammen, sodass keine Einblicke in die Gefühlswelt oder die Gedanken der Handlungsträger möglich sind => Peterson & Genette sind Idealtypische Konstruktion; helfen Beobachtung an den Texten zu machen, es gibt sehr häufig Mischformen (z.B. externe & interne Fokalisierung) Analysekategorien - nicht dogmatisch- starr (flexibel umgehen) 6. Was ist eine Paralepse? Paralepse= Wenn der Erzähler dem Leser mehr Informationen gibt, als ihm seine Fokalisierung eigentlich erlaubt Paralipse= Wenn der Erzähler dem Leser Informationen vorenthält, die er eigentlich aufgrund seiner Fokalisierung geben müsste 7. Was meint Erzählzeit und erzählte Zeit? In welchem Verhältnis können Erzählzeit und erzählte Zeit zueinanderstehen? • Erzählzeit= ist die Zeit die benötigt wird um ein bestimmtes Geschehen zu erzählen. (Gemessen an Seiten- und Zeilenzahlen) • erzählte Zeit= ist die „Zeit des Inhaltes“, also die Zeit, die das erzählte Geschehen in Wirklichkeit beanspruchen würde • Zeitraffendes Erzählen = erzähltest kürzer als die erzählte Zeit • Zeitdeckendes Erzählen = Erzählzeit = erzählte Zeit (z.B. Dialog) • Zeitdehnendes Erzählen = Erzählzeit ist länger als die erzählte Zeit 8. Wozu dient Ihnen eine nähere Betrachtung von Erzählzeit und erzählter Zeit? -> unterschiedliches Erzählverhalten gliedern die erzählte Wirklichkeit, setzt Schwerpunkte ermöglicht Haupt und Nebensätze zu entscheiden und die Bedeutung der inneren und äußeren Handlung auszumachen 9. Was ist ein Innerer Monolog? Ein innerer Monolog einer Figur ist oft ein Selbstgespräch/ eindeutige Personenrede; nicht dem Erzähler zuzurechnen; eine Technik der Gedankenwiedergabe (Bewusstseinsstrom) 2 Kriterien: 1. situatives Kriterium der Einsamkeit des Sprechers (Selbstgespräch, an keinen gerichtet) 2. Das strukturelle Kriterium des Umfangs& des in sich geschlossenen Zusammenhangs einer Replik —————————————————————————— ————— Figurenrede: • direkte Rede: ist unmittelbar subjektiver Ausdruck der Person; Atmosphäre des unmittelbaren beteiligt Seins (mehr in Szene gesetzt als erzählt) • Indirekte Rede: häufig im Konjunktiv; Indirektheit, die eine Distanz schafft, verweist direkt auf den Erzähler (Indirekte Rede gehört der Figur nicht allein) Zeitliche Ordnung: • Erzähler kann die chronologische Folge der Zeit beibehalten oder ändern, z.B. mit dem Ende beginnen o. Zum Anfang zurückkehren • > erhöhen die Komplexität des Erzählgeflechts • Anachronie = zeitl. Umstellung der Erzählreihenfolge • Proleose = vorausschauender Erzähleinschub • Analepse = Rückblende, die bereits vergangenes Erzählt • Ellipse = Auslassung eines Zeitabschnitts im Erzählen Thema 7: Analyse dramatischer Texte 15. Welche neue dramatische Gattung begründete Lessing? Bürgerliches Trauerspiel welches den normalen Bürger tragödienfähig macht 16. Wie nannte Brecht seine Methoden, um das aristotelisch geprägte Illusionstheater zu zerstören? Mittel der leeren Bühne, Verfremdungseffekte (Handlung bekannt geben), Schauspieler zeigen das sie schauspielern -> sollten die Illusion zerstören, Distanz vom Zuschauer zum Bühnengeschehen herstellen (orientiert sich nicht mehr an Aristoteles) Merkmale der Offenen Form: - Vielheit statt Einheit - Fragment statt Totalität - statt einem abgerundeten Ganzen: Brüche und Zusammenfügungen disparater Teile Thema 8: Analyse lyrischer Texte 1. Benennen Sie wichtige Merkmale lyrischer Texte. • Deutliche Abweichung von der Alltagssprache (Verfremdungseffekte; Metrum, Reim, Wiederholung) • Kürze (in qualitativer und quantitativer Hinsicht) • Keine narrativer Instanz, sondern Vermittler (lyrisches Ich) • Gattung ohne Handlung 12 bis 13 silbriger Vers mit männl. Oder weibl. Kadenzen, feste Zäsur nach 3. Hebung • Blankvers: in England entstanden - reimloserjambischer Fünfheber mit männl./weibl. kadenz -> wichtigster deutscher Dramenvers • Knittervers: unregelmäßiger gefüllter Vierheber, paarreimigThema 9: Methoden der Literaturwissenschaft 1. Was leisten Methoden? Analysen= theoriegeleitete Analysen am Text (Bestimmung des Erzählers, Gattung, Versmaß usw.) – genaue Analysen sind Voraussetzungen für die Interpretation eines Textes Interpretationen= bedeutet Auslegung, Erklärung, Deutung (auf Basis der Analyse) lit. Texte gelten als interpretationsbedürftig ➔ ➔ ➔ ➔ Intensive Betrachtung; sind stets methodisch geleitet ➔ ➔ ➔ ➔ In der Literaturwissenschaft herrscht ein Methodenpluralismus; Methoden sind erforderlich um zu einer Interpretation zu gelangen 2. Hermeneutik (am meisten verbreitet) - Gilt als die „Kunst der Auslegung und des Verstehens lit. Texte“, die den „Sinn“ eines Textes erschließen sollen - Geht auf den Götterboten Hermes zurück - War zunächst eine Bibelauslegung, die mehrere Bedeutungsebenen aufweist (Literalsinn, Allegorischer Sinn, Moralischer Sinn, Analogischer Sinn) - Ab 1800: moderne Hermeneutik, die sich mit dem Verstehen lit. Texte auseinandersetzt (Grund war das Ende der Regelpoetik – Verstehen wurde zum Problem; jedes Werk folgte eig. Regeln) - Moderne Hermeneutik wird mit Friedrich Schleiermacher verbunden (geht von tieferem Sinn/ Bedeutung innerhalb der Texte aus) - Um Sinn herauszuarbeiten, wurden mehrere Methoden verwendet • Hermeneutische Zirkel: man geht von einem einheitlichen, geschlossenen Ganzen aus; Interpretation schließt vom Teil und umgekehrt - Heutzutage: Hermeneutik geht nicht mehr von Autorintentionen aus (den Sinn von dem Autor gemeinten rauszuarbeiten, sondern muss immer wieder neu ausgelegt werden) - Der Text lässt bestimmte Deutungen zu, nicht der Autor! 3. Rezeptionsästhetik (Unterkategorie der Hermeneutik) - Grundlage ist die Hermeneutik, auch hier wird nach dem Sinn gefragt - Hauptvertreter: Hans Robert Jauß, Wolfgang Iser (sog. Konstanzer Schule) - Erstmals wird innerhalb der Trias Autor-Werk-Leser die Rolle des Lesers aufgewertet - Annahme, dass sich der Text erst im Akt des Lesens als lit. Werk konstruiert - Im Mittelpunkt steht nicht mehr das Werk selbst, sondern dessen Aufnahme beim Rezipienten (Vervollständigung durch gedankliche Konstruktion) - ! Wichtig: sog Leerstellen (Andeutungen) oder Unbestimmtheiten werden vom Leser individuell konkretisiert = jede Lektüre ist individuell (unterschiedliche Textinterpretationen) 4. Intertextualität Meint den Bezug eines Textes auf den anderen, z.B. durch Zitate, Parodie, Anspielungen, Themen, Motive, Figurentypen z.B. Star Wars: „Vor langer langer Zeit in einer weit entfernten Galaxy“ (Beginn eines Märchens) - Der Bezug eines Textes auf den anderen etabliert innerhalb des Werkes eine Metaebene: Es erhält zusätzliche Bedeutungsebene - Fokussiert diese Formen der Vernetzung zwischen Texten 5. Strukturalismus - Bricht mit der hermeneutischen Überzeugung, wendet sich gegen das hermeneutische Sinnsuchen - Es geht nicht um die Bedeutung der Zeichen, sondern um die Beziehung der Zeichen untereinander (Signifikant, Ausdrucksseite des sp. Zeichens) - Es geht um die sprachliche Gemachtheit des Textes, seine Strukturen, denn die Literarizität liegt in der ästhetischen Funktion von Sprache - Inhalte sind zweitrangig: strukturelle Analyse konzentriert sich auf die materielle Seite des Werkes - Stark von der Sprachwissenschaft beeinflusst - Ziel der strukturellen Analyse: genaue Analyse der Abweichung von der Alltagssprache 6. Gender Studies - Entstand in den späten 1980er Jahren, als Weiterentwicklung der feministischen Literaturwissenschaft - Fragen nach Geschlechterverhältnis und Zuordnung - Es wird unterschieden zw. Biologischem Geschlecht und kulturell zugeschriebener Geschlechteridentität - Interessiert sich für die kulturelle Repräsentation von Weiblichkeit & Männlichkeit, sowie den gesellschaftlichen und historischen Bedingungen, die in der Gesellschaft herrschen 7. Poststrukturalismus - Sammelbegriff für verschiedene Methoden und Literaturtheorien die antihermeneutisch ausgerichtet sind; Fragen nicht danach, was ein Text bedeutet oder welchen Sinn er hat • Z.B. Dekonstruktion (Jaquces Derrida, Paul de Man) • Diskursanalyse (Michel Foucault) • Intertextulität (Julia Kristeva) - Dekonstruktion geht davon aus, dass die Rekonstruktion eines Testsinns nicht möglich ist (Hermeneutik wird abgelehnt, Sprachsystem ist ein endloser Verweiszusammenhang & Sinn ist ein Aufschub von Bedeutung) Thema 10: Kinderliteratur1. Liegt die Zuständigkeit von Kinder- und Jugendliteratur bei dem Literaturwissenschaftler/innen oder bei den Literaturdidaktiker*innen? • sowohl die Literaturwissenschaft als auch die Fachdidaktik beschäftigen sich mit der KJL • Mittlerweile hat sich in der Literaturwissenschaft auch ein Bereich der KJL-Forschung etabliert • Viele Literaturdidaktiker setzten sich zunehmend mit der Literaturwissenschaft auseinander • KJL sollte sowohl pädagogisch, also auch ästhetisch ansprechend sein 2. Welche Definitionen von Kinderliteratur führt Ewers an? 1. Definition (Kinder- und Jugendlektüre): „die Gesamtheit der von Kindern tatsächlich konsumierten Literatur“; Ausgangspunkt ist das tatsächliche Lektüreverhalten, Kinder legen Merkmale fest 2. Definition (Intentionale KJL): „Literatur die Kinder seitens der Erwachsenen als Lektüre zugeteilt wird“; Texte wird die Eigenschaft zugesprochen, eine geeignete KJL zu sein 3. Definition (nicht-akzeptierteKJL): Texte, die als geeignete potenzielle KJL gelten, die sich aber vorerst noch nicht durchsetzten konnte 4. Definition (intendiert/ nicht-intendiert KJL): Teil der konsumierten Literatur, der mit den Vorstellungen der Erwachsenen konform geht nicht intendierte KJL: Texte die gelesen werden, obwohl sie nicht als geeignet gelten 5. Definition (Sanktionierte und nicht-sanktionierte KJL): KJL die von gesellschaftlich autorisierten Instanzen für geeignet gehalten wird positiv sanktionierte KJL: all die Texte, die von den gesellschaftlich dazu autorisiertenInstanzen zu geeigneter KJL erklärt worden ist 6. Definition (Spezifische KJL): all die Texte, die seitens ihrer Urheber von vornherein als potentielle KJL gedacht war 3. Welche drei Merkmale von Kinderliteratur nennen Rosebrock und Scherf? Worin sehen Sie die entscheidenden Unterschiede der Definitionen von Ewers und Rosebrock/Scherf? • Leseorientierung in der Adressierung: Texte werden üblicherweise spezifisch für Heranwachsende verfasst • Tendenzielle Normativität des Kindheitsbildes: KJL enthält Werte ihrer Entstehungszeit, dadurch auch immer ein Sozialisationsmedium = Päda. Funktion • Eigenes Symbolsystem: KJL hat ein für sie typisches Arsenal an Inhalts- und Darstellungsmuster entwickelt, eigene Konventionen für Gestaltungsmittel, Erzählform und Themen 4. Was war die Haas- Hurrelmann- Debatte? • 1989 in der Zeitschrift „Praxis Deutsch“ geführt - Frage, wie das Verhältnis von Kinderliteratur zur Erwachsenenliteratur ist • Gerhard Haas: • Kinderliteratur sei in einem „erbärmlichen Zustand“, alles sei der Pädagogik unterworfen • Pädagogisch, didaktisch ausgebeutete Literatur • Autoren wollen nur erziehen (Ästhetik wird nicht betrachtet); Verlage/ Schulen suchen Texte nach Päda. Werk aus • > Kinderliteratur soll wie Erwachsenenliteratur nach ästhetischen Maßstäben gewählt werden • Bettina Hurrelmann: • Gibt Haas insofern Recht, dass sie ebenfalls die literarisch-ästhetischen Dimension einordnet - vieles was Haas sagt, sei veraltet, denn viele Verlage & Schulen suchen Texte mittlerweile nach Ästhetik und Pädagogik aus • Päda. Seite darf nicht aufgegeben werden, da Schreiben für Kinder immer ein adressatenangepasstes Schreiben sei (Akkommodation) • Akkomodation findet im Hinblick auf die Sprache, gewählte Themen& Darstellungsstrategien statt (ist bereits pädagogisch) • > man kann nicht nicht-pädagogisch verhalten, KJL sind immer pädagogische Implikationen 5. Nennen Sie drei wichtige Aspekte zu den Lektürepräferenzen von Kindern? 1. Abenteuerliteratur 2. Sachgeschichten 3. Tiergeschichten -> Gegenüberstellung von Leseinteressen und schulischen Angebot zeigt, dass die Literaturauswahl an den Interessen der Kinder vorbeigeht - realistische Literatur dominiert bei den Lehrern -> Lehrer richten Auswahlkriterien auf die pädagogische Zielsetzung statt auf die Fantasie bzw. Fantastische Inhalte 6. Was hat Anna Krüger für die Kinderliteratur geleistet? Anna Krüger zeigte die Wichtigkeit von KJL auf, indem sie die KJL einer literaturwissenschaftlichen Analyse unterzog. Ihre Analyse zeigte es gibt nicht nur triviale KJL sondern auch anspruchsvolle. (Verglich jenes Instrumentarium mit den Universitären von Goethe und Schiller usw.) -> KJL ist auch literarisch anspruchsvoll und interpretationsbedürftig 7. Warum wurde Kinderliteratur lange Zeit nicht in der Schule gelesen? KJL galt bis in die 1960er Jahre als Trivialliteratur und wurde nicht in der Schule gelesen. 8. Seit wann gibt es eine universitäre Kinderliteraturforschung? In den 1970er Jahren etablierte sich die Kinder- und Jugendliteraturforschung. (durch die 68er- Bewegung) - mit der Werkimmanenz war Methode gefunden, die Texte auf den ästhetischen Gehalt hin untersuchen (ohne Fragen nach dem historischen Kontext zu stellen) - Bewegung forderten eine Germanistik mit gesellschaftlich- kritischer, emanzipatorischer Relevanz - Folge: Gegenstandsbereich der Germanistik wurde ausgeweitet (auch Trivialliteratur, Comics…) 9. Benennen Sie wichtige Aspekte der Kinderliteratur der Aufklärung • entstand im letzten Drittel des 18. Jhd (Zeit der Aufklärung) • Schreiben für Kinder sei Angelegenheit für Pädagogen nicht für Dichter - dient der Erziehung, nicht der Unterhaltung • Erzieherische Haltung - primär didaktische Funktion • Exemplarliteratur beliebt; kurze Texte mit erzieherische Lehre oder Moral • Kinderfigur = Vorbilder, Identifikationsangebote der tugendhafte Kinderfigur • Ziel= Nutzen/ Sozialisationsmedium (Vernunftsausbildung des Kindes) • Fabel erlebte Blütephase (z.B. Lessing); stiftete auf poetische Weise zu moralen Nutzen Erster deutscher Kinderbuchklassiker: Joachim Heinrich Kempe: Robinson der Jüngerer Zielsetzung des Buches: Sachkundeunterricht & Vermittlung von Tugenden Thema 11: Bilderbücher 1. Wie definieren Glasenapp und Weinkauff Bilderbücher? Erläutern Sie diese Definition. „Ist bestimmt durch die qualitative und quantitativer Bedeutung der Illustration in der Relation zum Verbaltext. Illustrationen sind ständige Bedeutungsträger, ihre Funktion geht über eine bloße Veranschaulichung oder Kommentierung des Verbaltexte hinaus.“ -> bi-codal, da es Bild und Text vereint & somit verbale und piktorale Zeichen in Rechnung stellt = Bild und Text erzählen gemeinsam Bspw: „Eine Woche voller Samstage“ (Paul Maar) - Illustriertes Kinderbuch 2. Was heißt doppelsinnig bei Bilderbüchern? • Kinder sind im Regelfall keine Selbstständige Teilnehmer an den literarischen Kommuniktionsgeschehen • Zwischen Autor und Kind - erwachsender Vermittler (als sekundärer erw. Adressat) • Häufig werden auch die Leser in ihrer Eigenschaft als lit. Versierter Leser angesprochen -> Kinderbücher, die ein kindlich naiven Leser verborgene Sinnschicht besitzen. = doppelsinnig 3. Wie hieß das erste Bilderbuch der Bilderbuchgeschichte und von wem stammt es? „Orbis sensualium pictus“ (Die sichtbare Welt) von Johannes Amos Comenius 1658 Sachlich belehrende Kinderliteratur; Schbilderbuch, diente der Wissensvermittlung nicht der Unterhaltung Wechsel zum erzählenden Bilderbuch beginnt im dt. Raum ab Mitte des 19. Jhr. 4. Was war das Besondere an Hoffmanns Struwwelpeter? Die Figuren im Struwwelpeter gleichen sind keine kindlichen und niedlichen Darstellungen, sondern eher grotesk. • gegenüber der üblichen Bilderbüchern des 19. Jhd wird das skandalöse an Hoffmanns deutlich - Quelle des zeitlich- satirischen Doppelsinns • Viele politische Andeutungen, die dem heutigen Leser verborgen bleiben, damals aber vom erw. Mitleser verstanden wurde (z.B. satirische Verkörperung des 1848er Revolutionärs Gustave von Struve) • Struwwelpeter bleibt Ausnahme: erst ab den 60er Jahren wurden differenzierteKinderfiguren entwickelt, die Einblicke in die kindliche. Psyche boten • > komplette Abweichung der fleißigen, naiven Kinderfigur 5. Worin bestand die Innovation, die Maurice Sendak in das Bilderbuch einbrachte? „Wo die wilden Kerle wohnen“ - 1963 • anfangs stark diskutiert, da sich der Protagonist Max gegen die päd. Normen wiederseht und weicht damit vom guten Kind ab (hat dies befreit) • Kindl. Aggressionen wurden üblicherweise vorgeführt um sie auszutreiben, umgekehrt nahm Sendak die Perspektive seines Helden ein und gestattete ihm destruktive Fantasien auszuleben • Psychologisch und pädagogisch befreien die „Wilden Kerle“ die vom Zwang brav und angepasst zu sein • > Sendak brachte das tabuisierte Thema Gewalt ein und ergänzt bildnerische Fantasien - Dimensionen des Schreckens, des Monströsen usw. 6. Seit den 1980er Jahren spricht man von einer Öffnung der Bilderbücher. Worin besteht diese Öffnung? • Öffnung der Bilderbücher: Behandlung neuer Themen wie Trennung der Eltern, Holocaust, Kinderarmut, Demenz, Mobbing, Krieg etc. • z.B. „Böse Mann“ (Häusliche Gewalt) & Opas Engel (Holocaust) • wichtigste Entwicklungsphase für das Kinderbuch war die Zeit der 80er Jahre, die zum postmodernen Kinderbuch führten • Auflösen von Genregrenzen, Auflösen überkommener Adressatenkonzepte, Auflösung traditioneller Rezeptionsweisen durch die veränderte narrative Struktur 7. Welche Text-Bild-Relationen werden beim Bilderbuch unterschieden? 1. Parallelität - gemeinsames Erzählen von Bild und Text (durch durchdachte Text-Bild-Korrespondenz) 2. Geflochtener Zopf - abwechselndes Erzählen von Bild und Text (fast in jedem Bilderbuch lassen sich in der Antike dieser Form finde, da sich Text & Bild verbinden) 3. Kontrapunktisches Erzählen - widersprüchliches Erzählen von Bild und Text (Spannungsverhältnis zueinander)
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Ord jeg vil lære
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Dag 6 (Skal jeg)
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jbes/
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12_Własność i jej ochrona
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Mária Terézia a jej reformy
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Roman Ingarden – (1893–1970) polski filozof fenomenologiczny, uczeń Edmunda Husserla, związany z Uniwersytetem Lwowskim. Pochodził z rodziny mieszczańskiej. Jego głównym obszarem badań była estetyka, teoria poznania oraz ontologia. Analizował, czym jest dzieło literackie i jak „istnieje” jako byt intencjonalny (czyli zależny od świadomości odbiorcy). Interesowała go też struktura rzeczywistości i problem odpowiedzialności człowieka. Najważniejsze prace to: O dziele literackim (1931), Studia z estetyki, U podstaw teorii poznania, O odpowiedzialności i podstawach ontycznych. Jest jednym z najważniejszych przedstawicieli polskiej fenomenologii. Karol Wojtyła (Jan Paweł II) – (1920–2005) polski filozof, etyk chrześcijański, arcybiskup Krakowa, kardynał, a od 1978 papież. Związany z Katolickim Uniwersytetem Lubelskim, gdzie rozwijał personalizm etyczny. W centrum jego filozofii znajduje się człowiek jako osoba – istota wolna, świadoma i odpowiedzialna za swoje czyny moralne. Etyka według niego nie jest tylko teorią norm, ale opisem realnego doświadczenia działania osoby. Opiera się na normach moralnych, rozumie oraz objawieniu, a najwyższym wzorem moralnym jest realna osoba Chrystusa. Krytykował Kanta za formalizm (brak treści dobra) oraz Schelera za nadmierne skupienie na emocjach zamiast działania. Tadeusz Ślipko – (1918–2015) jezuita, etyk normatywny i bioetyk, związany ze środowiskiem akademickim Krakowa. Uważał, że etyka jest nauką filozoficzną badającą moralność i formułującą zasady działania człowieka. Jej podstawą jest doświadczenie moralne oraz rozum praktyczny. Kluczową zasadą jest: „dobro czyń, zła unikaj”. Bardzo ważną rolę odgrywa sumienie, które ocenia czyny człowieka. Może być prawdziwe lub błędne, pewne, wątpliwe lub zawikłane, a także szerokie (zbyt pobłażliwe) lub skrupulanckie (nadmiernie surowe). Tadeusz Styczeń – (1931–2010) jezuita, uczeń Karola Wojtyły, współtwórca Lubelskiej Szkoły Etycznej. W jego etyce punktem wyjścia jest doświadczenie osoby i jej konkretnego działania moralnego. Sumienie jest aktem osoby – ma charakter subiektywny, ale nie dowolny, co oznacza, że człowiek nie tworzy moralności, lecz ją odkrywa. Najważniejsze pojęcia jego etyki to wolność, odpowiedzialność i godność osoby. Etyka nie jest teorią abstrakcyjną, lecz analizą realnych decyzji moralnych. Mieczysław A. Krąpiec – (1921–2008) dominikanin, filozof tomistyczny, rektor KUL, współtwórca Lubelskiej Szkoły Filozoficznej. Rozwijał metafizykę i teorię prawa naturalnego. Według niego prawo naturalne pochodzi z prawa wiecznego Boga i jest wpisane w naturę człowieka. Nie jest ono stworzone przez człowieka, lecz odkrywane przez rozum. Natura ludzka obejmuje ciało, psychikę i wymiar duchowy, a także ukierunkowanie moralne. Podstawowe wartości wynikające z prawa naturalnego to: życie, prawda, rodzina, społeczeństwo i sprawiedliwość. 2. Definicje etyki normatywnej (Ślipko, Czeżowski, Kotarbiński) Ślipko – etyka normatywna to filozoficzna nauka o moralności, która nie tylko opisuje zachowania ludzi, ale przede wszystkim wskazuje, jak człowiek powinien postępować. Obejmuje analizę dobra i zła oraz formułowanie zasad działania. Ma charakter praktyczny, ponieważ odnosi się do realnych sytuacji życiowych i decyzji moralnych. Jej fundamentem jest doświadczenie moralne człowieka. Czeżowski – rozumie etykę normatywną jako system obejmujący dwa podstawowe elementy: wartości (aksjologia) oraz powinności (deontologia). Aksjologia odpowiada na pytanie, co jest dobre i dlaczego, natomiast deontologia określa, co należy zrobić. Etyka jest więc logicznie uporządkowanym systemem norm, który porządkuje ludzkie oceny i działania. Kotarbiński – twórca etyki niezależnej, która nie opiera się ani na religii, ani na metafizyce. Źródłem etyki jest doświadczenie społeczne i praktyczne. Zamiast pojęć dobra i zła używa kategorii „czyny czcigodne” (godne szacunku) oraz „haniebne” (godne potępienia). Ideałem moralnym jest „opiekun spolegliwy”, czyli człowiek uczciwy, odważny, odpowiedzialny i gotowy do pomocy innym. 3. Rodzaje źródeł etyki normatywnej Etyka normatywna opiera się na kilku źródłach, które wspólnie tworzą podstawę moralności. Najważniejsze jest doświadczenie moralne, czyli codzienne przeżywanie dobra, zła i poczucia obowiązku. Etyka nie tworzy moralności od zera, ale porządkuje to, co człowiek już przeżywa. Drugim źródłem jest rozum, który pozwala formułować ogólne zasady moralne i odczytywać podstawowe normy, takie jak: „dobro należy czynić, zła unikać”. Rozum porządkuje doświadczenie i nadaje mu strukturę. Trzecim źródłem jest natura człowieka, rozumiana jako prawo naturalne. Człowiek ma w sobie naturalne skłonności do życia, prawdy i życia społecznego, a rozum interpretuje je jako normy moralne. Kolejnym źródłem jest doświadczenie społeczne, czyli utrwalone w grupach oceny tego, co czcigodne lub haniebne. Dodatkowo Scheler wskazuje na intuicję emocjonalną wartości, czyli poznawanie wartości poprzez przeżycie emocjonalne, które pozwala uchwycić ich hierarchię, ale nie redukuje ich do samej emocji. 4. Różnice metodologii etycznych Etyka chrześcijańska tradycyjna opiera się na normach moralnych (np. Dekalog), rozumie i objawieniu. Zakłada istnienie obiektywnego dobra. Człowiek jest odpowiedzialny za swoje czyny, a wzorem moralnym jest Chrystus jako realna osoba. Etyka ma charakter normatywny i realistyczny. Etyka tomistyczno-egzystencjalna (Styczeń) zaczyna od doświadczenia osoby i jej konkretnych decyzji moralnych. Nie wychodzi od abstrakcyjnych zasad, lecz od realnego działania i przeżycia odpowiedzialności. Kluczowe jest doświadczenie sumienia i wolności. Czeżowski stosuje podejście analityczne – bada logiczną strukturę norm i ocen moralnych. Wyróżnia aksjologię (wartości) i deontologię (powinności). Etyka jest tu systemem uporządkowanych pojęć i relacji logicznych. 5. Oceny etyczne i rola uczuć moralnych (Czeżowski) Czeżowski analizuje, jak człowiek wypowiada się o dobru i złu oraz jak to się różni od norm moralnych. Wyróżnia trzy podstawowe typy ocen. Ocena jednostkowa dotyczy konkretnego czynu, np. „ten czyn jest dobry”. Odnosi się zawsze do pojedynczej sytuacji i ma charakter bezpośredni. Ocena rodzaju rzeczy dotyczy ogólnych kategorii, np. „zdrowie jest dobre” lub „uczciwość jest dobra”. Nie odnosi się do jednego przypadku, ale do całej klasy zjawisk. Ocena stanu rzeczy dotyczy sytuacji lub faktów, np. „dobrze, że ktoś ma talent” lub „źle, że ktoś cierpi”. Odnosi się do realnych okoliczności, a nie tylko czynów. Czeżowski bardzo wyraźnie rozróżnia oceny od norm: • ocena mówi: „coś jest dobre lub złe” • norma mówi: „należy coś zrobić lub czegoś unikać” Oceny mają więc charakter opisowo-wartościujący, natomiast normy mają charakter praktyczny i nakazowy. Ważnym elementem jest także rola uczuć moralnych. Czeżowski podkreśla, że uczucia takie jak poczucie winy, wstyd, satysfakcja czy zadowolenie są naturalną reakcją emocjonalną człowieka, ale nie stanowią podstawy etyki. Oznacza to, że emocje mogą towarzyszyć ocenie moralnej, ale jej nie tworzą ani nie uzasadniają. Dlatego pełne doświadczenie moralne składa się z dwóch elementów: • uczuć moralnych (warstwa emocjonalna) • sądów moralnych (warstwa poznawcza) Jednak to sąd moralny, a nie emocja, decyduje o tym, czy coś jest dobre czy złe. 6. Rodzaje norm moralnych (Czeżowski) Czeżowski dzieli normy moralne na dwa podstawowe typy: aksjologiczne i deontyczne, które pełnią różne funkcje w systemie etycznym. Normy aksjologiczne odnoszą się do wartości. Odpowiadają na pytanie: „co jest dobre i dlaczego?”. Ich funkcją jest uzasadnianie ocen moralnych. Mówią np. że uczciwość jest dobra, ponieważ buduje zaufanie społeczne. Mają więc charakter wyjaśniający i motywujący. Normy deontyczne odnoszą się do obowiązku. Odpowiadają na pytanie: „co należy zrobić?”. Mają charakter nakazowy, np. „należy mówić prawdę” lub „nie należy krzywdzić innych”. Nie tłumaczą, dlaczego coś jest dobre, tylko wskazują działanie. Kluczową tezą Czeżowskiego jest to, że powinność jest podstawowym motywem działania moralnego. Oznacza to, że człowiek nie działa tylko dlatego, że coś jest dobre, ale dlatego, że czuje obowiązek moralny. W jego ujęciu etyka to system, który łączy: • wartości (dlaczego coś jest dobre) • obowiązki (co należy zrobić) 7. Aksjologiczny system wartości K. Wojtyły Punktem wyjścia dla Wojtyły jest koncepcja wartości u Schelera. Scheler twierdził, że wartości są obiektywne i istnieją niezależnie od człowieka. Człowiek nie tworzy wartości, lecz je „odkrywa” poprzez emocjonalną intuicję. Według Schelera wartości tworzą hierarchię: • wartości materialne (najniższe) • wartości estetyczne • wartości moralne • wartości poznawcze • wartości religijne (najwyższe – sacrum) Każdy poziom wartości wpływa na rozwój człowieka: wartości wyższe go wyzwalają, a niższe mogą go uzależniać. Wojtyła zgadza się z obiektywnym istnieniem wartości, ale krytykuje Schelera za jednostronność. Główny zarzut dotyczy tego, że Scheler koncentruje się na przeżywaniu wartości, a pomija czyn moralny. Dla Wojtyły kluczowe jest to, że człowiek: • nie tylko „doświadcza” wartości • ale przede wszystkim działa • i ponosi odpowiedzialność za swoje czyny Dlatego etyka musi uwzględniać nie tylko wartości, ale także sprawczość osoby. 8. Normy moralne, ideał etyczny i naśladowanie Chrystusa (Wojtyła) Normy moralne w ujęciu Wojtyły wynikają z rozumu i prowadzą człowieka do pełni człowieczeństwa. Ich funkcją jest nie tylko regulacja zachowania, ale także rozwój osoby. Człowiek poprzez działanie moralne realizuje siebie – jego życie moralne nie jest dodatkiem, ale podstawowym wymiarem istnienia. W tym systemie ważne jest pojęcie ideału etycznego, który nie jest abstrakcyjną teorią, ale realnym wzorem życia. Tym wzorem jest osoba Chrystusa. Naśladowanie Chrystusa nie oznacza jedynie kopiowania zachowań, ale wewnętrzną przemianę człowieka. Obejmuje: • odrzucenie egoizmu • wolność od przywiązania do dóbr materialnych • pokorę • miłość i gotowość do poświęcenia Ważnym elementem jest też rozwój cnót moralnych. Cnoty nie powstają przez samą wiedzę, ale przez praktykę i powtarzanie dobrych czynów. 9. Normy moralne w systemie (Ossowska – ogólnie) Normy moralne pełnią funkcję regulowania zachowań człowieka w społeczeństwie. Określają, co jest uznawane za dobre lub złe oraz jakie postawy są akceptowane. W ujęciu ogólnym (na podstawie notatek) normy są częścią większego systemu etycznego, który obejmuje: • oceny moralne • normy moralne • wzorce osobowe Normy mają charakter praktyczny – wpływają na codzienne decyzje i zachowania ludzi. Ich główną funkcją jest utrzymywanie ładu społecznego i wskazywanie właściwych postaw wobec innych ludzi. 10. Normy moralne wg R. Ingardena Ingarden rozumie normy bardzo szeroko – mogą one przyjmować różne formy znaczeniowe. Norma może być: • wzorcem (ideałem postępowania) • schematem działania • wypowiedzią o charakterze nakazu • normą społeczną (nieformalną) Ważne jest rozróżnienie rodzajów sądów: • sądy opisowe (asertywne) – opisują rzeczywistość (prawda/fałsz) • sądy powinnościowe – mówią, co należy zrobić (nie są prawdziwe ani fałszywe) • sądy postulatywne – wyrażają życzenie lub apel (np. „powinno być lepiej”) Normy moralne nie opisują świata, lecz wskazują, jak powinien on wyglądać. Ingarden wyróżnia też normy: • poznawcze (związane z rozumem i wiedzą) • społeczne (niepisane, funkcjonujące w grupach) Normy moralne mają związek z rozwojem osoby i jej doskonaleniem. 11. Sprawiedliwość (Ossowska – ogólnie) Sprawiedliwość dotyczy przede wszystkim podziału dóbr i relacji między ludźmi. Problemem centralnym jest to, czy wszyscy powinni być traktowani jednakowo, czy też różnice między ludźmi powinny mieć znaczenie. Wyróżnia się dwa podejścia: • równość jako identyczne traktowanie wszystkich • równość jako wyrównywanie szans i proporcjonalność Arystoteles wskazuje, że sprawiedliwość nie polega na identycznym traktowaniu wszystkich, ale na równości proporcjonalnej – czyli równe traktowanie dotyczy osób równych w danej sytuacji. Oznacza to, że sprawiedliwość zawsze wymaga uwzględnienia kontekstu i różnic między ludźmi. 12. Tomistyczna koncepcja prawa naturalnego (Krąpiec) Krąpiec opiera swoją koncepcję na tomizmie św. Tomasza z Akwinu. W jego ujęciu istnieje prawo wieczne (Bóg), które jest źródłem porządku moralnego. Z prawa wiecznego wynika prawo naturalne, które jest wpisane w naturę człowieka. Nie jest ono ustanowione przez ludzi, ale przez samą strukturę bytu. Człowiek poznaje prawo naturalne dzięki rozumowi. Natura człowieka nie ogranicza się do biologii – obejmuje także wymiar duchowy i moralny. Prawo naturalne wyraża się w podstawowych zasadach: • ochrona życia • dążenie do prawdy • życie społeczne • sprawiedliwość • zachowanie gatunku • działanie zgodne z rozumem Najbardziej podstawowa zasada brzmi: dobro należy czynić, zła unikać. 13. Sumienie wg T. Ślipki Sumienie to zdolność człowieka do oceniania moralnego swoich czynów. Działa zarówno przed podjęciem decyzji (ostrzega), jak i po czynie (ocenia). Sumienie może mieć różne formy: • prawdziwe (zgodne z obiektywną moralnością) • błędne (wynikające z niewiedzy) • pewne (wewnętrzna pewność) • wątpliwe (brak jasności moralnej) • zawikłane (konflikt norm) Może być też: • szerokie (zbyt łatwo usprawiedliwia błędy) • skrupulanckie (widzi winę tam, gdzie jej nie ma) Sumienie nie jest tylko uczuciem, ale strukturą rozumowo-moralną, która wiąże się z odpowiedzialnością człowieka za czyny. 14. Etyka niezależna T. Kotarbińskiego Etyka niezależna zakłada, że moralność nie wymaga religii ani metafizyki. Jej podstawą jest doświadczenie życia społecznego oraz obserwacja ludzkich działań. Zamiast pojęć dobra i zła Kotarbiński wprowadza rozróżnienie na: • czyny czcigodne (godne szacunku) • czyny haniebne (godne potępienia) Wzorem moralnym jest „opiekun spolegliwy” – osoba, która jest: • uczciwa • odpowiedzialna • odważna • pomocna • rzetelna Sumienie nie jest tu absolutnym głosem moralnym, ale raczej odzwierciedleniem norm społecznych. Etyka ma charakter praktyczny – dotyczy codziennego życia i konkretnych zachowań, a nie teorii metafizycznych
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