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Antonymie (Grammatik II: Lexikologie)
Antonymie bezeichnet in der Linguistik eine Gegensatzrelation zwischen Wörtern.
Kontradiktion: Gegensatz ohne Zwischenstufen (tot — lebendig)
Antonymie i.e.S: es gibt Zwischenstufen (heiß—warm—lauwarm—kalt)
Konversion: Bedeutung zw. Kontastwörter ist spiegelbildlich (kaufen—verkaufen)
Inkompabilität: Unvereinbarkeit von Wörtern in geschlossenen Wortreihen (Nord—West—Osten—Süden)
Arbitrarität / arbiträr (Grammatik I: Zeichen)
Das Konzept (Signifé) beeinflusst die Zeichenform (Signifikant) in KEINER Weise vgl. untersch. Wörter für dasselbe Konzept in versch. Sprachen (Baum, tree, arbre…)
Es gibt keinen natürlichen Grund, warum ein bestimmtes Wort für eine bestimmte Sache steht
Assertiv (Pragmatik III: Sprachtheorie)
Sprecher legt sich fest, dass die Proposition wahr ist
Die Anpassungsrichtung ist "Wort-auf-Welt" (das Wort beschreibt die Welt). Der ausgedrückte psychische Zustand ist das "Glauben". Beispiele sind behaupten, feststellen, Hypothesen aufstellen
Assoziativität / assoziativ (Grammatik I: Zeichen)
Ein psychologisches Phänomen im Zeichenmodell von Saussure, wonach das Lautbild (Signifiant) und das Konzept (Signifié) im Gedächtnis untrennbar miteinander verknüpft sind
Ausdrucksbedeutung (Pragmatik)
Die Bedeutung eines einfachen oder zusammengesetzten Ausdrucks für sich genommen, also auf der wörtlichen Ebene.
Äußerung (Pragmatik I)
Die konkrete Realisierung von Sätzen durch einen Sprecher in einer bestimmten Situation zu einem bestimmten Zweck. Im Gegensatz zum abstrakten Satz lässt sich die Äußerungsbedeutung nur mit kontextuellem Wissen bestimmen.
Äußerungsbedeutung (Pragmatik I)
Die Bedeutung, die ein Ausdruck erhält, wenn seine Referenz in einem konkreten Kontext festgelegt wird (z.B. wer ist "ich", was ist "hier").
Bedeutungsäquivalenz ( Grammatik II)
Bezeichnet die Bedeutungsgleichheit (Synonymie) zwischen Wörtern. Eine volle Äquivalenz ist selten, da oft kommunikative oder soziale Unterschiede (Konnotationen) bestehen (z.B. "Haus" vs. "Bude").
Deixis / deiktische Ausdrücke (Pragmatik I)
Sprachliche Ausdrücke, die wie Variablen funktionieren und deren Bedeutung erst durch die Äußerungssituation (Kontext) gefüllt wird. Sie beziehen sich auf das deiktische Zentrum (Ich, Hier, Jetzt).
Man unterscheidet:
Personaldeixis (ich, du),
Lokaldeixis (hier, dort)
Temporaldeixis (jetzt, morgen).
Deklarativ (Pragmatik III)
Eine Klasse von Sprechakten, bei denen der erfolgreiche Vollzug die Übereinstimmung zwischen Wort und Welt herstellt (eine neue Realität schafft). Beispiele sind taufen, kündigen, Krieg erklären.
Direktiv (Pragmatik III)
Eine Klasse von Sprechakten, bei denen der Sprecher versucht, den Hörer dazu zu bringen, etwas zu tun. Die Anpassungsrichtung ist "Welt-auf-Wort". Beispiele sind befehlen, bitten, raten
Expressiv (Pragmatik 3)
Eine Klasse von Sprechakten, die eine psychische Einstellung (Gefühl) zu einem Sachverhalt ausdrücken. Die Wahrheit des Sachverhalts wird vorausgesetzt. Beispiele sind danken, gratulieren, entschuldigen.
Hyponymie (
Eine hierarchische Bedeutungsbeziehung (Abstufung).
Hyponym
ist ein Unterbegriff, der alle Merkmale des Oberbegriffs (Hyperonym) enthält.
Kohyponyme
sind Geschwisterbegriffe unter demselben Oberbegriff (z.B. sind "Garage" und "Stall" Kohyponyme unter dem Hyperonym "Gebäude").
Ikon (Grammatik I)
Ein Zeichentyp nach Peirce, bei dem die Beziehung zum Bezeichneten auf Ähnlichkeit (Abbildverhältnis) beruht. Dies kann optisch (Piktogramme) oder lautlich (Onomatopoetika/Lautmalerei) sein.
Verstehensvoraussetzung: wissen, wie Dinge aussehen oder klingen (nicht angeboren)
Index (auch: Symptom)
Ein Zeichentyp nach Peirce, der in einem realen Folgeverhältnis (Kausalität, Wenn-Dann) zum Bezeichneten steht. Beispiel: Rauch ist ein Index für Feuer.
Verstehensvoraussetzung: Erwahrungswissen von der Welt
Symbol
Ein Zeichentyp, bei dem die Beziehung zwischen dem Zeichen und dem Bezeichneten rein willkürlich (arbiträr) ist und auf gesellschaftlicher Konvention beruht. Es gibt keine Ähnlichkeit (wie beim Ikon) und keinen kausalen Folgezusammenhang (wie beim Index).
Verstehensvoraussetzung: Kenntnis der Konvention; muss für jedes Zeichen gelernt werden
Illokution / illokutionärer Zweck (Pragmatik 3)
ist das Ziel des Sprechakts (z.B. den Hörer zu einer Handlung zu bewegen bei Direktiva)
Illokutionärer Akt (Pragmatik 3)
bezeichnet die kommunikative Absicht oder Handlung, die mit einer Äußerung vollzogen wird (das, was man tut, indem man spricht, z.B. warnen, versprechen).
Implikation (Semantische Implikation / Entailment) (Pragmatik 2)
Eine logische Beziehung, die sich zwingend aus der Wortbedeutung ergibt. Sie ist nicht streichbar.
Beispiel: "Karl hat den Hund getreten" impliziert logisch "Karl hat den Hund berührt"
Implikatur, konversationelle (Pragmatik 2)
Bedeutungsinhalte, die nicht wörtlich gesagt, aber vom Hörer erschlossen (inferiert) werden können. Sie entstehen oft durch die (scheinbare) Verletzung von Konversationsmaximen und basieren auf dem Kooperationsprinzip. Sie sind kontextabhängig und streichbar.
Indirekter Sprechakt (Pragmatik 3)
Ein Sprechakt, bei dem die wörtlich ausgedrückte (sekundäre) Illokution von der eigentlich gemeinten (primären) Illokution abweicht.
Beispiel: "Es ist kalt" (wörtlich: Feststellung) kann gemeint sein als "Mach das Fenster zu" (Aufforderung)
Kohärenz (Grammatik 3)
Der inhaltlich-logische Zusammenhang eines Textes (Tiefenstruktur), der den Sinnzusammenhang bildet (z.B. Frage-Antwort-Struktur)
Kohäsion (Grammatik 3)
Der grammatisch-syntaktische Zusammenhalt eines Textes auf der Textoberfläche (z.B. durch Pronomen, Tempus, Konjunktionen).
Intentionalität
Absicht, Wissen zu vermitteln oder lediglich unterhalten
Akzeptabilität
Textempfänger (Rezipient) erwartet einen bestimmten Text
Informativität
Bekanntheit/Unbekanntheit des Textes
Situationalität
Faktoren, die den Text in einer bestimmten Situation bestimmen
Intertextualität
Verweis aus dem Text auf andere Texte, so dass Beziehungen entstehen
Kommissiv (Pragmatik 3)
Eine Klasse von Sprechakten, bei denen der Sprecher sich selbst auf eine zukünftige Handlung verpflichtet. Die Anpassungsrichtung ist "Welt-auf-Wort". Beispiele sind versprechen, drohen, wetten.
Kompetenz
In der Lexikologie wird Chomskys Unterscheidung von Kompetenz (Sprachfähigkeit/Wissen) und Performanz (Sprachgebrauch) erwähnt.
Im Kontext der Textlinguistik wird auch von "Textkompetenz" (Fähigkeit zur Textbildung und zum Textverstehen) gesprochen.
Maximen der Quantität
Mache deinen Beitrag son informativ wie nötig
Mach deinen Beitrag nicht informativer wie nötig
Maximen der Qualität
Versuche deinen Beitrag so zu machen, dass er wahr ist
Sage nichts, was du für falsch hältst
Sage nichts, wofür dir angemessene Gründe fehlen
Maximen der Relation/Relevanz
inhaltlich zum aktuellen Gespräch passen
sei relevant
Maximen der Modalität
wie etwas gesagt wird
Sei klar und kurz
Vermeide Mehrdeutigkeit, Dunkelheit des Ausdrücks
der Reihe nach (Chronologie)
Befolgung der Maximen
Implikaturen können dadurch zustande kommen, dass Sprecher die Maximen offenkundig beachtet
Konflikt der Maximen
vor einen Kollision stehen: Der Sprecher ist z.B. nicht in der Lage, die erste Maxime der Quantität (sei so informativ wie nötig) zu erfüllen, ohne die zweite Maxime der Qualität (angemessene Belege für das zu haben, was man sagt) zu verletzen
Verletzung der ersten Maxime der Quantität
Muss sein: den Betrag so information wie nötig zu machen
Verletzung: z.B. Tautologien: Krieg ist Krieg (nicht informativ)
Verletzung der ersten Maxime der Qualität
Muss sein: nichts zu sagen, was man für falsch hält
Verletzung: z.B. Ironie: Top Abend! Top!
Verletzung der Maxime der Relevanz
Muss sein: relevant zu sein
Verletzung: z.B. Themenwechsel: A: Wie findest du meine nee Freundin? B: Heute ist das Wetter wirklich kalt
Verletzung der dritten Maxime der Modalität
Muss sein: kurz zu sein
Verletzung: A: Frau singt. B: Frau erfolgt eine Lautfolge