Sprachwissenschaft 1 Semester

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42 Terms

1
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Antonymie (Grammatik II: Lexikologie)

Antonymie bezeichnet in der Linguistik eine Gegensatzrelation zwischen Wörtern.

  1. Kontradiktion: Gegensatz ohne Zwischenstufen (tot — lebendig)

  2. Antonymie i.e.S: es gibt Zwischenstufen (heiß—warm—lauwarm—kalt)

  3. Konversion: Bedeutung zw. Kontastwörter ist spiegelbildlich (kaufen—verkaufen)

  4. Inkompabilität: Unvereinbarkeit von Wörtern in geschlossenen Wortreihen (Nord—West—Osten—Süden)

2
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Arbitrarität / arbiträr (Grammatik I: Zeichen)

Das Konzept (Signifé) beeinflusst die Zeichenform (Signifikant) in KEINER Weise vgl. untersch. Wörter für dasselbe Konzept in versch. Sprachen (Baum, tree, arbre…)

Es gibt keinen natürlichen Grund, warum ein bestimmtes Wort für eine bestimmte Sache steht

3
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Assertiv (Pragmatik III: Sprachtheorie)

Sprecher legt sich fest, dass die Proposition wahr ist

Die Anpassungsrichtung ist "Wort-auf-Welt" (das Wort beschreibt die Welt). Der ausgedrückte psychische Zustand ist das "Glauben". Beispiele sind behaupten, feststellen, Hypothesen aufstellen

4
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Assoziativität / assoziativ (Grammatik I: Zeichen)

Ein psychologisches Phänomen im Zeichenmodell von Saussure, wonach das Lautbild (Signifiant) und das Konzept (Signifié) im Gedächtnis untrennbar miteinander verknüpft sind

5
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Ausdrucksbedeutung (Pragmatik)

Die Bedeutung eines einfachen oder zusammengesetzten Ausdrucks für sich genommen, also auf der wörtlichen Ebene.

6
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Äußerung (Pragmatik I)

Die konkrete Realisierung von Sätzen durch einen Sprecher in einer bestimmten Situation zu einem bestimmten Zweck. Im Gegensatz zum abstrakten Satz lässt sich die Äußerungsbedeutung nur mit kontextuellem Wissen bestimmen

7
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Äußerungsbedeutung (Pragmatik I)

Die Bedeutung, die ein Ausdruck erhält, wenn seine Referenz in einem konkreten Kontext festgelegt wird (z.B. wer ist "ich", was ist "hier"). 

8
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Bedeutungsäquivalenz ( Grammatik II)

Bezeichnet die Bedeutungsgleichheit (Synonymie) zwischen Wörtern. Eine volle Äquivalenz ist selten, da oft kommunikative oder soziale Unterschiede (Konnotationen) bestehen (z.B. "Haus" vs. "Bude").

9
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Deixis / deiktische Ausdrücke (Pragmatik I)

Sprachliche Ausdrücke, die wie Variablen funktionieren und deren Bedeutung erst durch die Äußerungssituation (Kontext) gefüllt wird. Sie beziehen sich auf das deiktische Zentrum (Ich, Hier, Jetzt).

Man unterscheidet:

Personaldeixis (ich, du),

Lokaldeixis (hier, dort)

Temporaldeixis (jetzt, morgen).

10
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Deklarativ (Pragmatik III)

Eine Klasse von Sprechakten, bei denen der erfolgreiche Vollzug die Übereinstimmung zwischen Wort und Welt herstellt (eine neue Realität schafft). Beispiele sind taufen, kündigen, Krieg erklären.

11
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Direktiv (Pragmatik III)

Eine Klasse von Sprechakten, bei denen der Sprecher versucht, den Hörer dazu zu bringen, etwas zu tun. Die Anpassungsrichtung ist "Welt-auf-Wort". Beispiele sind befehlen, bitten, raten

12
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Expressiv (Pragmatik 3)

Eine Klasse von Sprechakten, die eine psychische Einstellung (Gefühl) zu einem Sachverhalt ausdrücken. Die Wahrheit des Sachverhalts wird vorausgesetzt. Beispiele sind danken, gratulieren, entschuldigen. 

13
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Hyponymie (

Eine hierarchische Bedeutungsbeziehung (Abstufung).

14
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Hyponym

ist ein Unterbegriff, der alle Merkmale des Oberbegriffs (Hyperonym) enthält.

15
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Kohyponyme

sind Geschwisterbegriffe unter demselben Oberbegriff (z.B. sind "Garage" und "Stall" Kohyponyme unter dem Hyperonym "Gebäude").

16
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Ikon (Grammatik I)

Ein Zeichentyp nach Peirce, bei dem die Beziehung zum Bezeichneten auf Ähnlichkeit (Abbildverhältnis) beruht. Dies kann optisch (Piktogramme) oder lautlich (Onomatopoetika/Lautmalerei) sein.

Verstehensvoraussetzung: wissen, wie Dinge aussehen oder klingen (nicht angeboren)

17
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Index (auch: Symptom)

Ein Zeichentyp nach Peirce, der in einem realen Folgeverhältnis (Kausalität, Wenn-Dann) zum Bezeichneten steht. Beispiel: Rauch ist ein Index für Feuer. 

Verstehensvoraussetzung: Erwahrungswissen von der Welt

18
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Symbol

Ein Zeichentyp, bei dem die Beziehung zwischen dem Zeichen und dem Bezeichneten rein willkürlich (arbiträr) ist und auf gesellschaftlicher Konvention beruht. Es gibt keine Ähnlichkeit (wie beim Ikon) und keinen kausalen Folgezusammenhang (wie beim Index).

Verstehensvoraussetzung: Kenntnis der Konvention; muss für jedes Zeichen gelernt werden

19
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Illokution / illokutionärer Zweck (Pragmatik 3)

ist das Ziel des Sprechakts (z.B. den Hörer zu einer Handlung zu bewegen bei Direktiva)

20
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Illokutionärer Akt (Pragmatik 3)

bezeichnet die kommunikative Absicht oder Handlung, die mit einer Äußerung vollzogen wird (das, was man tut, indem man spricht, z.B. warnen, versprechen).

21
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Implikation (Semantische Implikation / Entailment) (Pragmatik 2)

Eine logische Beziehung, die sich zwingend aus der Wortbedeutung ergibt. Sie ist nicht streichbar.

Beispiel: "Karl hat den Hund getreten" impliziert logisch "Karl hat den Hund berührt"

22
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Implikatur, konversationelle (Pragmatik 2)

Bedeutungsinhalte, die nicht wörtlich gesagt, aber vom Hörer erschlossen (inferiert) werden können. Sie entstehen oft durch die (scheinbare) Verletzung von Konversationsmaximen und basieren auf dem Kooperationsprinzip. Sie sind kontextabhängig und streichbar. 

23
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Indirekter Sprechakt (Pragmatik 3)

Ein Sprechakt, bei dem die wörtlich ausgedrückte (sekundäre) Illokution von der eigentlich gemeinten (primären) Illokution abweicht.

Beispiel: "Es ist kalt" (wörtlich: Feststellung) kann gemeint sein als "Mach das Fenster zu" (Aufforderung)

24
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Kohärenz (Grammatik 3)

Der inhaltlich-logische Zusammenhang eines Textes (Tiefenstruktur), der den Sinnzusammenhang bildet (z.B. Frage-Antwort-Struktur)

25
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Kohäsion (Grammatik 3)

Der grammatisch-syntaktische Zusammenhalt eines Textes auf der Textoberfläche (z.B. durch Pronomen, Tempus, Konjunktionen).

26
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Intentionalität

Absicht, Wissen zu vermitteln oder lediglich unterhalten

27
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Akzeptabilität

Textempfänger (Rezipient) erwartet einen bestimmten Text

28
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Informativität

Bekanntheit/Unbekanntheit des Textes

29
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Situationalität

Faktoren, die den Text in einer bestimmten Situation bestimmen

30
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Intertextualität

Verweis aus dem Text auf andere Texte, so dass Beziehungen entstehen

31
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Kommissiv (Pragmatik 3)

Eine Klasse von Sprechakten, bei denen der Sprecher sich selbst auf eine zukünftige Handlung verpflichtet. Die Anpassungsrichtung ist "Welt-auf-Wort". Beispiele sind versprechen, drohen, wetten.

32
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Kompetenz

In der Lexikologie wird Chomskys Unterscheidung von Kompetenz (Sprachfähigkeit/Wissen) und Performanz (Sprachgebrauch) erwähnt.

Im Kontext der Textlinguistik wird auch von "Textkompetenz" (Fähigkeit zur Textbildung und zum Textverstehen) gesprochen. 

33
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Maximen der Quantität

Mache deinen Beitrag son informativ wie nötig

Mach deinen Beitrag nicht informativer wie nötig

34
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Maximen der Qualität

Versuche deinen Beitrag so zu machen, dass er wahr ist

Sage nichts, was du für falsch hältst

Sage nichts, wofür dir angemessene Gründe fehlen

35
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Maximen der Relation/Relevanz

inhaltlich zum aktuellen Gespräch passen

sei relevant

36
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Maximen der Modalität

wie etwas gesagt wird

Sei klar und kurz

Vermeide Mehrdeutigkeit, Dunkelheit des Ausdrücks

der Reihe nach (Chronologie)

37
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Befolgung der Maximen

Implikaturen können dadurch zustande kommen, dass Sprecher die Maximen offenkundig beachtet

38
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Konflikt der Maximen

vor einen Kollision stehen: Der Sprecher ist z.B. nicht in der Lage, die erste Maxime der Quantität (sei so informativ wie nötig) zu erfüllen, ohne die zweite Maxime der Qualität (angemessene Belege für das zu haben, was man sagt) zu verletzen

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Verletzung der ersten Maxime der Quantität

Muss sein: den Betrag so information wie nötig zu machen

Verletzung: z.B. Tautologien: Krieg ist Krieg (nicht informativ)

40
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Verletzung der ersten Maxime der Qualität

Muss sein: nichts zu sagen, was man für falsch hält

Verletzung: z.B. Ironie: Top Abend! Top!

41
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Verletzung der Maxime der Relevanz

Muss sein: relevant zu sein

Verletzung: z.B. Themenwechsel: A: Wie findest du meine nee Freundin? B: Heute ist das Wetter wirklich kalt

42
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Verletzung der dritten Maxime der Modalität

Muss sein: kurz zu sein

Verletzung: A: Frau singt. B: Frau erfolgt eine Lautfolge