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Lernen als Wissenserwerb
Name | Mastery | Learn | Test | Matching | Spaced | Call with Kai |
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Ordne Lernen in das Model von Nolting und Paulus (2016) / Wo liegt der Fokus?
Fokus auf Phänomene wie:
▪ Wissen
▪ Lernen als Wissenserwerb ▪ Abruf von Wissen

Definition von Lernen
Relativ überdauernde Veränderung von Verhalten, Verhaltenspotenzialen und/oder mentalen Repräsentationen auf der Basis von Erfahrung (inkl. Beobachtung, Übung, Denken) (modifiziert nach Hammerl & Grabitz, 2006)
Welche 2 parts hat Lernen?
Lernen als Verhaltensänderung (Behaviorismus)
Lernen als Wissenserwerb
Muss Lernen bewusst sein?
Nein
Kann man Gedächtnis phänomenal vom Lernen trennen?
Nein
Gedächtnis Definition
Gedächtnis [ist] die mentale Fähigkeit, Informationen zu enkodieren, zu speichern und abzurufen.
Annahme eines Gedächtnisses ist notwendig zur Erklärung von Lernprozessen
Definition nach Zimbardo & Gerrig (2004, S. 294)
Funktionen des Gedächtnisses:
• Einprägen (Enkodieren)
• Behalten (Speichern)
• Abrufen
→ Gedächtnis als hypothetisches Konstrukt
Wer ist Hermann Ebbinghaus?
Experimentelle Studien: Anfänge der experimentellen Gedächtnisforschung
Ebbinghaus, H. (1885). Über das Gedächtnis: Untersuchungen zur experimentellen Psychologie. Leipzig: Dunckes & Humboldt.
Verwendung von weitgehend künstlichem Lernmaterial: sinnfreie Silben (SOB, LOF, KUW, ...)
Annahme eines einzigen, nicht weiter differenzierten Gedächtnisspeichers
Ersparnismethode nach Ebbinghaus
Phase 1:
Eine Liste von Silben (HUK-GAC-ZEW-...) wird durch mechanische Wiederholung gelernt, bis sie 2 x fehlerfrei reproduziert werden kann (z.B. 12 Durchgänge erforderlich)
Phase 2:
Für bestimmte, vorher genau spezifizierte Zeit: Ablenkung (z.B. 1 Stunde)
Phase 3:
Erneute mechanische Wiederholung der Originalliste, bis sie erneut fehlerfrei reproduziert werden kann (z.B. 7 Durchgänge)
Abhängige Variable/Kriterium:
Ersparnis als prozentualer Anteil der beim 2. Mal ersparten Lerndurchgänge an der Anzahl der beim 1. Mal nötigen Durchgänge (z.B. 5 / 12 = 42%)
→ „Vergessenskurve“
Die Vergessenskurve
Abbildung aus Zimbardo und Gerrig (2004)
Die Lernersparnis nimmt mit zunehmender Größe des Zeitintervalls zwischen den Lerndurchgängen ab. Kurve fällt zunächst stark ab und erreicht dann ein Plateau mit nur noch geringen Veränderungen.
Überlernen: Untersuchung von Ebbinghaus
Frage: Was passiert, wenn ursprüngliche Liste nach dem fehlerfreien Aufsagen „überlernt“ wird? • Versuchsanordnung:
▪ Bedingung 1: Phase 1 wie bisher: Beendigung nach 2-maligem perfekten Reproduzieren der Liste
▪ Bedingung 2: Phase 1 mit Überlernen: Beendigung erst nach 30-malig perfektem Reproduzieren • Ergebnisse:
▪ Bedingung 1: 34% Ersparnis nach 24 Stunden
▪ Bedingung 2: 64% Ersparnis nach 24 Stunden
→ Folgerung: Zusätzliche Lerndurchgänge führen zu besserem Behalten
Was sind die 2 Positionseffekte und von wem sind sie?
Murdock (1962; vgl. Gruber, 2010)
Je nachdem, an welcher Stelle in einer Liste ein Item steht, wird es unterschiedlich schnell vergessen:
Primacy-Effekt: Elemente am Anfang einer Liste werden besser erinnert als diejenigen in der Mitte
Recency-Effekt: Elemente am Ende einer Liste werden besser erinnert als diejenigen in der Mitte
Interferenz Definition nach Lukesch (2001)
Erschwerung von Enkodier- und Abrufprozessen durch andere (bereits gespeicherte) Inhalte
Beispiele für experimentelle Hinweise auf Interferenz
Ergebnisse von Underwood (1957):
Ergebnisse von Jenkins & Dallenbach (1924):

Positionseffekte - praktische Anwendung
Komplexes Wissen in kleinere Lerneinheiten gliedern
(Lernfortschritte werden dann auch besser sichtbar)
Interferenz - praktische Anwendung
Notwendigkeit von Pausen | stark ähnliche Lernmaterialien sollten nicht unmittelbar aufeinander folgen
Überlernen
Zusätzliche Lerndurchgänge helfen
Vergessenskurve: Lernkartei
Lernstoff (z.B. Vokabeln) steht auf Karten
▪ Zunächst werden die Inhalte gelernt, die (noch) nicht beherrscht werden (Fach 1), danach erst Fach 2
▪ Wird eine Karte beherrscht wandert sie ein Fach nach hinten
Gibt es Studien zum Gedächtnis
Grundlegende Studien zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit Gedächtnisprozessen
Kritik am sinnlosen Lernmaterial
gerade der Bedeutungsgehalt zentral für den Wissenserwerb
Favorisierte Lernform
mechanisches Lernen (Auswendiglernen | häufige Wiederholung)
Ist klassische Gedächtnisforschung oder Moderne Lernform (Superlearning) empirisch abgesichert
Klassiche G.
Wie viele Gedächtnisspeicher gibt es
Annahme eines, nicht weiter differenziert