Pädagogik Informationsverarbeitung

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1
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Definieren sie „Aufmerksamkeit“
Prozesse, mit denen wir Informationen, die für aktuelle Handlungen relevant sind, selektieren bzw. irrelevante Informationen deselektieren. Selektion beeinflusst die Wahrnehmung und die Handlungsplanung- und ausfürung und umgekehrt.

Teile sind bewusste Aufmerksamkeit, das Meiste wird unbewusst verarbeitet.
2
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Erläutern Sie das Experiment von Tipper (1985) zur selektiver Aufmerksamkeit.
Tipper bat seine Versuchspersonen, aus zwei übereinander gezeichneten Objekten immer das grüne auszuwählen und das rote zu ignorieren. Wenn diese Zeichnung mit vertauschten Farben gezeigt wurde, dauerte es länger, dass die Versuchspersonen das nun grüne Objekt zu benennen, als in der Kontrollgruppe bei der es von Anfang an grün war.

→ negatives Priming, implizite Informationsaufnahme, die durch vorherige Informationen angeregt wird
3
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Erklären Sie den „Stroop“-Effekt
Effekt, der auftritt, wenn Wörter in Farben auf Projektionsflächen dargestellt werden. Es soll die Farbe, in der die Wörter geschrieben sind, gesagt werden, nicht das Wort selbst gelesen werden. Bei Inkongruenzbedingung (Wort und Farbe stimmen nicht überein) fällt es sehr schwer, da das Lesen sehr automatisiert ist und schwer unterdrückt werden kann (Interferenz).

Trainierte Handlungen können schwerer unterbrochen werden, als solche, die aufgrund ihrer Ungewohntheit eine stärkere kognitive Verarbeitung benötigen.
4
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Welche Aspekte spielen bei der automatischen Aufmerksamkeitsallokation eine Rolle (drei Aspekte nennen und erläutern)
\-Priming: Implizite Informationsaufnahme → Welche Informationen wurden vorher aufgenommen

\-Identifikation: Wenden uns eher einem Reiz zu, der für uns sinnvoll erscheint (eher keine Chinesischen Schriftzeichen)

\-Relevanz: Für uns relevanten Informationen wird sich eher zugewandt- waren in Frankreich, französische Backwaren beim Bäcker fallen besonders auf.
5
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Erläutern Sie die Ebbinghaus‘sche Vergessenskurve
Verläuft anfangs logarithmisch und dann asymptotisch

→ in den ersten Minuten nach dem Lernen wird sehr viel vergessen, aber was wir in 2 Tagen noch wissen, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, noch lange abrufbar zu sein.
6
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Was hat Ebbinghaus bei seinen Studien falsch eingeschätzt? Warum?
Hat mit sinnlosen Silben gearbeitet, weil er das Vorwissen und die Erfahrungen nicht mit Einbeziehen wollte, aber auf jeder Ebene des Gedächtnisses spielt beides eine Rolle. Wollte pures Gedächtnis, das Neulernen, erforschen. Außerdem schwer wirklich sinnlose Silben zu finden.
7
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Nennen und erläutern Sie die drei Gedächtnisphasen
\-Enkodieren: Die Infromation wird kodiert und damit in ein gedächtnisfähiges Format gebracht. „In einen Safe legen“ (Analogie)

\-Speichern: Informationen werden gelagert, aber nicht unverändert, sondern verändern sich unter dem Einfluss neuer Informationen

\-Abruf: Die Informationen hervorrufen
8
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Erläutern Sie den Begriff „implizites Gedächtnis“ und nennen und erläutern Sie ein Beispiel
Das unbewusste Lernen und Erinnern. Ein typischer experimenteller Zugang ist über Priming. Es werden Informationen vorgegeben, beispielsweise im Rahmen einer Aufgabe, in der gefragt wird, wie angenehm oder unangenehm die unangenehm die Empfindung der Probanden für bestimmte Stimuli sind. Anschließend sollen sie Wortanfänge ergänzen. Sie tun das überzufällig mit Wörtern, die vorher in der Einschätz-Aufgabe vorgekommen sind. (Wenn sie sich bewusst erinnern, implizit gelernt aber explizit abgerufen)

Motorische Fähigkeiten
9
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Erläutern Sie den Begriff „explizites Gedächtnis“ und nennen und erläutern Sie ein Beispiel
Das willentliche Lernen, beispielsweise für Prüfungen, bei der Lerninhalt dann auch willentlich bewusst abgerufen wird. Nur kleiner Teil unseres Lernens und Wissens.
10
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Welche Abrufarten gibt es? Wie lassen Sie sich im Prinzip nach Schwierigkeit ordnen?
Am schwersten freier Abruf (Antwort auf Frage „Wie heißt unsere Bundeskanzlerin?“)

Danach gestützter Abruf, der einen Hinweisreiz für den Abruf vorgibt („Angela…“)

Danach Wiedererkennen, wobei korrekte Antwort in der Regel mit Distraktoren vorgegeben wird. (Multiple-Choice-Fragen)
11
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Erläutern Sie das Modell der Einleitung des Gedächtnisses nach Speicherdauer von Atkinson und Shiffrin (1968). Gehen Sie dabei vor allem auf Speicherdauer und Kapazität ein.
Ultrakurzzeitgedächtnis (sensorisches Register), in dem sehr viel Information aufgenommen wird, aber nur sehr kurz gespeichert wird.

Kurzzeitgedächtnis, in dem strategische Prozesse stattfinden. Hier wird nur wenig Information aufgenommen und bearbeitet. 7 (+/- 2) Einheiten gleichzeitig drin.„Chunking“- wenn Informationen zu größeren Einheiten zusammengefasst werden, können 5-9 größere Einheiten ins Kurzzeitgedächtnis kommen. Nur 20 Sekunden gehalten bevor sie ins Langzeitgedächtnis geht.

Langzeitgedächtnis verfügt nicht über maximale Lagelänge oder -dauer.
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Erläutern Sie das Sperling-Experiment. Was wurde damit gezeigt?

1. Töne lernen
2. Matrix lernen
3. Nach präsentiertem Ton Zeile abrufen

→ Gesamt-Abruf (whole report) und Teil-Abruf (partial report), bei dem durch einen Ton gekennzeichnet wird, welcher Teil abgerufen werden soll.

Alle drei Zeilen können einzeln abgerufen werden aber nicht zusammen, weil Infos aus sensorischem Register sehr schnell verblassen

→ Ultra-kurzzeit-gedächtnis existiert und es kommen viel mehr Informationen rein, als wir bewusst abrufen können
13
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Erläutern Sie das Arbeitsgedächtnis-Modell nach Baddeley (2002)
„Arbeitsgedächtnis“ ersetzt „Kurzzeitgedächtnis“.

eine „zentrale Exekutive“ mit den Aufgaben der Aufmerksamkeitssteuerung der der Ressourcenallokation postuliert, sowie zwei modalitätsspezifische Subsysteme. Der visuell-räumliche Notizblock nimmt analog visuelle oder räumliche Information auf, die phonologische Schleife beschreibt so etwas wie ein inneres Hören bzw. auditives Wiederholen. Wenn wir uns eine Telefonnummer merken wollen und die Zahlen im Kopf wiederholen, nutzen wir die phonologische Schleife. Den „episodischen Puffer“ und den Einfluss des Langzeitgedächtnisses hat Baddeley erst später, beeinflusst durch das Modell von Cowan in sein Modell aufgenommen.
14
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Zu welcher Art Gedächtnis gehört Priming? Bitte nennen und erläutern Sie drei verschiedene Beispiele für Priming
\-Langzeitgedächtnis

\-Wiederholungspriming (direktes Priming): Versuchspersonen werden gebeten, das Bild eines Objektes zu benennen. Wenn das Objekt zum zweiten Mal erscheint, wird es schneller benannt.

\-phonologisches oder orthographisches Priming: „Bahnung“ nach phonologischer/ orthographischer Ähnlichkeit. Maus wird schneller erkannt, wenn vorher Haus gehört (phonologisch) oder gelesen (orthographisch) wurde.

\-affektives Priming: Wenn wir gut gelaunt sind, erinnern wir uns an schöne Erlebnisse in unserem Leben. Wenn wir traurig sind, erinnern wir uns leichter an schwierige Momente.
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Erklären Sie den Primär-Effekt und den Rezenz-Effekt beim seriellen Lernen.
Primär-Effekt:Wenn Versuchspersonen zwanzig Begriffe nacheinander hören und sich merken und aufschreiben sollen, gibt es eine erhöhte Abrufwahrscheinlichkeit für die zuerst gehörten Wörter. Erklärbar durch hohe Konzentration bzw. Aufmerksamkeit und durch Funktionieren der Strategien.

Rezenz-Effekt/ Recency-Effekt: Die zuletzt gehörten Wörter haben auch eine erhöhte Abrufwahrscheinlichkeit. Ergibt sich nur, wenn sie zuerst abgerufen werden, denn nur wenn sie aus Kurzzeitgedächtnis/Arbeitsgedächtnis abgerufen werden, sind sie noch da. 
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Wie wird das Langzeitgedächtnis unterteilt. Bitte nennen Sie die zwei Unterkategorien, die sechs Subkategorien und wie sie den beiden Unterkategorien zugeordnet werden und nennen Sie dazu jeweils ein Beispiel.
Deklaratives Gedächtnis:

* Episodisches Gedächtnis: Eigene Erlebnisse
* Semantisches Gedächtnis: Weltwissen

Nicht-deklaratives Gedächtnis:

* Prozedurales Gedächtnis: Motorische Fähigkeiten
* Perzeptuelles Repräsentationssystem: Perzeptuelles Priming
* Klassische Konditionierung: Pawlow hund
* Nicht-Assoziative Lernformen: Habituierung
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Erläutern Sie den Begriff „Rückschaufehler“
Durch neue Informationen ändern sich die Gedächtnisinhalte in der Rückschau, wie die Kriegserinnerungen in schwarz-weiß. Unfähigkeit, die frühere Unerkenntnis über ein Ereignis korrekt zu erinnern, nachdem man den Aushang des Ereignisses kennt. Überschätzung der eigenen Vorhersagefähigkeiten, das irrige Gefühl, „es immer schon gewusst“ zu haben
18
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Nennen und erläutern Sie vier Aspekte, die das Langzeitgedächtnis erklären
Inferenz

Interferenz

Itenspezifusvh

Rückschaufehler
19
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Warum entwickelt sich das kindliche Gedächtnis springartig zu Beginn der Grundschulzeit (Schneider 2015)?
Ihr Wissen wächst (Vorwissen) und Lernen schneller und effektiver wird. Schub bei der Myelinisierung der Nerven (Reifung): Die Leistungsgeschwindigkeit und damit die Verarbeitungsgeschwindigkeit werden schneller und effektier. Entwicklung der (Strategien): Wiederholen, ordnen, elaborieren. (Metagedächtnis) noch nicht richtig, denken, dass wenn einmal gelesen/ verstanden, können sie es dann.
20
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Warum ist es für unser Denken wichtig, Inhalte gut gelernt und Prozesse hoch automatisiert im Langzeitgedächtnis zu haben?
Schneller, sonst müsste man vor allen Sachen überlegen wie es funktioniert etc.
21
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Was ist „Cognitive Load“ (Sweller) und warum ist es für Lehrende wichtig, diesen Begriff zu kennen?
Unsere Aufnahmekapazitäten sind begrenzt. Wir können uns nur kurz konzentrieren, wir können nur wenige Elemente bewusst aktiv bearbeiten. Der Ressourcensteuerung kommt damit eine wesentliche Funktion zu. Deshalb ist es so wichtig, nicht nur Wissen zu googlen, sondern es fest in unserem Gehirn als Wissen zur Verfügung zu haben. Nur damit schaffen wir gedankliche Tiefe- wir können besser denken, wenn wir mehr wissen. Wir können mehr, wenn wir einen Teil der dazu nötigen Prozesse oft geübt und damit automatisiert haben. Das gilt auch beim Denken.