Unionsrecht 1 Kompetenzordnung, Handlungsformen, Rechtsetzung

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1
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Entwicklung: -) vor Maastricht implizit (so wie f jede IO), -) Maastricht (1993) explizit f d Gemeinschaft (implizit f Union), -) Lissabon (2009) zusätzliche Betonung in Art 5 EUV;

Kern: -) Erfordernis einer Rechtsgrundlage im Primärrecht f jeden Rechtsakt der EU: -) Primärrecht als Grundlage, Rahmen & Grenze des Sekundärrecht;

IdR Übertragung von Aufgaben, nicht Bereichen: -) Art 81 Abs 2 Lit c AEUV: Kollisionsnormen in der JZZ, -) aber zB Abrundungskompetenz in Art 352 Abs 1 AEUV

Prinzip der begrenzten Einzelermächtigung

2
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Ziel & Zweck; Zuständigkeit & Verfahren; Rechtsakt od Handlungsform

was legen Rechtsgrundlagen fest?

3
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kein Kompetenzkatalog sondern nur “Kompetenzkategorienkatalog”: -) Arten & Bereiche der Zuständigkeit der Union: Art 2-6 AEUV (Art 4-5EUV), -) Kategorien & Bereiche, -) Allg. Def. der Kategorien, aber nicht abschließend;

Erfordernis der Rechtgrundlage bleibt Schlüsselelement: zB “gemeinsamer Raum der Freiheit, Sicherheit & des Rechts” Art 4 AEUV unterteilt in 15 verschiedene. Rechtsgrundlagen in Titel V Kap. 1-5 (Art 67-89 AEUV)

Kompetenzkategorien: Grundlagen

4
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  1. Ausschließliche (Art 3 AEUV): nur die Union kann Gesetzgeberisch tätig werden, -) zB Zoll & gemeinsame Handelspolitik (Art 206f AEUV) tw Wettbewerbsregeln (Art 101-109 AEUV);

  2. Geteilte (Art 4 AEUV): Regelfall: “die Union & die MS können in diesem Bereich gesetzgeberisch tätig werden”, -) Schranke: Subsidiarität, -)zB Binnenmarkt (Art 114), Verkehr (Art 90 ff AEUV);

  3. Unterstützung, Koordinierung od Ergänzung (Art 6 AEUV) "Parallele”: -) keine Sperrwirkung, keine Harmonisierung, Schranke: Subsidiarität, zB Tourismus Art 195 AEUV;

Komplementäre: nur gemeinsam EU/MS auszuüben: -) nicht Teil der Kompetenzkategorien, -) zur Ausübung Zusammenwirken von EU-MS erforderlich, -) zB Unionsbürgerschaft (Art 21 Abs 2f AEUV), Vertragsänderung (Art 48), Beitritt (Art 49 EUV);

Verstärkte Zusammenarbeit (Europa untersch. Geschwindigkeiten): -) Bsp: Rom III-VO;… -) sämtliche nicht-ausschließlichen Kompetenzkategorien

Kompetenzkategorien: Typologie

5
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Anomalien der Kategorien: -) Kategorieübergreifende Gebiete, -) Widersprüchliche Zuordnung (Sozialpolitik-Gesundheitspolitik), -) ungenannte Bereiche zB Art 19 AEUV, -) Fazit: kategorienkatalog bietet nur begrenzte Klarstellung → Erfordernis der Rechtsgrundlage bleibt essenziell;

Atypische Rechtsgrundlagen: -)Vertragsabrundungskompetenz (Art 352 Abs 1 AEUV), -) “implied Powers” ungeschrieben, -) Außenkompetenz (vgl Art 3 ABs 2, Art 216 Abs 1 AEUV): weitgehende Parallelität von Innen- & Außenkompetenzen, -) offene Methode der Koordinierung (OMC)

Weitere Kompetenzarten

6
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MS nicht handlungsbefugt (Art 2 Abs 1 iVm Art 3 AEUV): Sperrwirkung;

MS jedoch ausnahmsweise normsetzungsbefugt: -) Durchführung von Unionsrecht (Art 291 Abs 1 AEUV), -) Rückermächtigung durch EU, -)”Als Sachwalter der gemeinsamen Interessen” str siehe euGH zu EWG Rs…;

Bereiche: -) Zollunion, -) Wettbewerb im Binnenmarkt, -) Währungspolitik für MS mit Euro, -) Biologische Meeresschätze, -) Gemeinsame Handelspolitik, -) uU internat. Abkommen, -) interne Selbstorganisation

Ausschließliche Zuständigkeit Art 3 AEUV

7
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Def. gem ARt 2 Abs 2 AEUV → MS solange handlungsbefugt wie EU Materie nicht abschließend geregelt hat (vgl Protokoll Nr 25 zu EUV über Ausübung der geteilten Zuständigkeit); Vorrang & Sperrwirkung;

Bereiche: alle außerhalb von Art 3 & 6 AEUV;

Hauptbereiche Art 4 Abs 2 AEUV: -) Binnenmarkt Art 114, -) Sozialpolitik, -) Kohäsionspolitik, -) Umwelt,…

Geteilte Zuständigkeit Art 4 AEUV

8
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Binnenmarktharmonisierung: -) Binnenmarkt-Ziel, -) Vorrang von speziellen Rechtsgrundlagen, -)Verfahren: insbes. qM im Rat - vgl dagegen Art 352 AEUV, -) Ausgenommene Bereiche: Steuern, Freizügigkeit, Arbeitnehmerrechte/-interessen

Geteilte Zuständigkeit BSp Binnenmarkt Art 114 AEUV

9
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Def: Art 2 Abs 5: “Ergänzung, Unterstützung, Koordinierung”;

Zuständigkeit der MS nicht berührt: -) EU-Maßnahmen = akzessorisch, -) Limitierung hinsichtlich der Handlungsweisen;

Keine Sperrwirkung;

Keine Harmonisierung;

Bereiche: -) Menschliche Gesundheit, -) Industrie, -) Kultur, -) Tourismus, -) Verwaltungszusammenarbeit

Zuständigkeit zur Ergänzung, Unterstützung, Koordinierung (Art 6 AEUV)

10
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Forschung & technologische Entwicklung, Raumfahrt, EZA & humanitäre Hilfe;

Koordinierung der Wirtschafts-, Beschäftigung- & Sozialpolitik;

Gemeinsame Außen-& Sicherheitspolitik

Sonderfälle der Kompetenzordnung Aufzählung:

11
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Art 4 Abs 3f AEUV: Sonderfall geteilter Kompetenz; keine Sperrwirkung: MS dürfen weiter handeln; Typologiewidrige Regelung: iOS Typus paralleler Zuständigkeit Art 6 AEUV

Sonderfälle der Kompetenzordnung: Forschung & technologische Entwicklung, Raumfahrt, EZA & humanitäre Hilfe

12
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Art 5 AEUV: Gubernativkompetenz; formal eigene Kategorie Art 2 Abs 3 AEUV; nur Koordinierung (Leitlinien, Empfehlungen, Programme); iOS Sonderfall paralleler Zuständigkeit

Sonderfälle der Kompetenzordnung: Koordinierung der Wirtschafts-, Beschäftigungs- & Sozialpolitik:

13
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Art 2 AEUV: eigene Kategorie GASP; in Grundregel über geteilte Kompetenz GASP nicht explizit ausgenommen (Art 4 Abs 1 AEUV); Sonderregeln im EUV: ähnlich parallele Zuständigkeit; Art 24 EUV: Außen- & Sicherheitspolitik der EU

Sonderfälle der Kompetenzkategorien Ordnung: GASP

14
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“Flexibilitätsklausel”;

tätigeren im Rahmen der vertraglichen Politikbereiche: -) Ausnahme GASP (Art 352 Abs 4 AEUV), -) keine Haronisierung wo vertraglich ausgeschlossen;

Erforderlichkeit zur Verwirklichung von Vertragszielen (insbes. Art 3 EUV); alle Rechtstypen denkbar;

Verfahren: -)Rat: Einstimmig, -) EP: Zustimmung, -) Nat. Parlamente: Subsidiaritätsprüfung (frühwarnmechanismus);

Grenze: Vertragsänderung

Vertragsabrundung Art 352 AEUV

15
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Inhärente Zuständigkeiten: -) Ursprung Völkerrecht/US-Verfassung, -) neben ausdrücklichen Kompetenzen auch jene beinhaltet welche bei ihrem fehlen sinnlos, unvernünftig wären und nicht zu zweckmäßiger Weise zur Anwendung gelangen;

Typen: -) Annexkompetenzen: auch Vorbereitungs- & Durchführungsmaßnahmen mitumfasst, -) kraft Sachzusammenhangs: siehe benachbarte Materie, -) aus Natur der Sache: deren Regelung durch MS offensichtlich unsinnig wäre;

früher Hauptanwendungsfall Außenbeziehungen: -) EuGH Rs AETR Übereinkommen, -) wegen Art 216 AEUV nun von untergeordneter Bedeutung

Implied powers

16
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nicht in Art 2-6 AEUV: Bereich ohne EU-(Legislative)-Kompetenz → nur koordinierend;

Verweise in versch. Vertragsabstimmungen: -) EP & Rat können laut OGV Anreizmaßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit zw MS durch Initiativen machen, -) vgl Art 156 Abs 2, Art 168 Abs 2, Art 173 Abs 2, Art 181 Abs 2 AEUV (Leitlinien, Indikatoren, Austausch bewährter Verfahren);

Rechtlich unverbindlich (soft law);

Koordinierung durch Leitlinien;

Regelmäßige Überwachung der MS

Offene Methode der Koordinierung (OMC)

17
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Wahl der f Rechtsakt richtigen Kompetenzgrundlage: -) abhängig von Ziel & Inhalt des Rechtsaktes, -) relevant f anwendbares Verfahren & zulässigen Inhalt des Rechtsakts;

im Zweifel Ziel & Inhalt sowie Schwerpunkt des Rechtsaktes ausschlaggebend: -) wenn gleichrangige, untrennbare Zielsetzungen ausnahmsweise Doppelabstützung zulässig, -) Gegenausnahme bei prozeduraler Unvereinbarkeit; Bsp Mehrfachabstützung: Whistleblower-RL 2019

Horizontale Kompetenzverteilung

18
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Kompetenzausübungsschranke; Zweck: Schutz nat. Interessen & Gewohnheiten - vgl Art 4 Abs 2 Achtung nat. Identität; Anwendungsbereich: Außerhalb ausschließlicher Zuständigkeit; Kontrolle durch nat. Parlamente (Frühwarnsystem); Justiziabilität Art 263, 267 AEUV;

Prüfschritte: 1. Ziele, 2. Rechtsgrundlage, 3. Nicht-ausschließliche Zuständigkeit, 4. Negative Abgrenzung (Effizienztest - Untersuchung der Fähigkeit der MS vorgegebene Ziel zu erreichen), 5. Positive Abgrenzung (Mehrwerttest - schafft Regelung aus EU-Ebene Mehrwert aus Sicht der Zielsetzung)

Subsidiaritätsprinzip Art 5 Abs 3 EUV iVM Protokoll Nr 2

19
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Kompetenzausübungsschranke; allg. Rechtsgrundsatz des Unionsrechts; Rechtsstaatliche Handlungsbeschränkung; Justiziabilität;

Prüfschritte: 1. Geeignetheit: Maßnahme geeignet um Ziel zu erreichen → weites Ermessen (offensichtlich ungeeignet), 2. Erforderlichkeit: geht Maßnahme über das zur Zielerreichung erforderliche Maß hinaus, 3. Verhältnismäßigkeit ieS: steht Eingriff im angemessenen Verhältnis zum verfolgten Ziel

Verhältnismäßigkeitsprinzip (Art 5 Abs 4 EUV iVm Protokoll Nr 2)

20
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Rechtsgrundlagen: Art 12 lit. b EUV, Parlamentprotokoll Nr 1, Subsidiaritätsprotokoll Nr 2;

  1. Informationspflichten für alle Gesetzgebungsentwürfe

  2. Subsidiaritätsrüge: -) Frühwarnsystem: begründete Stellungnahme durch nat. Parlamente (8 Wochen Frist) weshalb Entwurf mit Subsidiaritätsprinzip unvereinbar sei: - zu berücksichtigen sonst fehlerhafter Rechtsakt, -mind 1/3 nat. Parlamente bei OGV-Materien: formelle Überprüfung (gelbe Karte), - Mehrheit nat. Parlamente: KOM bei Festhalten mit begründeter Gegenäußerung (orange Karte);

Gegenstand: -) nur für nicht-ausschließliche Zuständigkeiten, -)n nicht Inhalte, nicht sonstige rechtliche Kontrolle (Kompetenzgrundlage: ja, Verhältnismäßigkeit: unklar);

  1. Subsidiaritätsklage (rote Karte) art 8 Protokoll Nr 2 iVm Art 263 AEUV: -) MS in eigenem Namen od für nat. Parlament (Art 8 Abs 1), -) AdR klageberechtigt, wenn Anhörung (Art 8 Abs 2); Ö auch Art 23h B-VG

Subsidiaritätsprinzip: Informationspflichten & Subsidiaritätsrüge

21
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  1. Primärrecht = idR unmittelbar von MS geschaffen: -) Gründungsverträge (EUV, AEUV, EAGV, GRC), -) Beitrittsverträge (Art 49 EUV), -) Änerungsverträge (Art 48 EUV - zB VvM, VvA,…), -) allg. Rechtsgrundsätze (ungeschrieben, EuGH-Rsp);

  2. Völkerrechtliche Verträge der EU (Art 216 AEUV) = Abkommen der EU mit Drittstaaten: -) Status zw Primär- & Sekundärrecht;

  3. Sekundärrecht = von EU-Organen auf Basis des Primärrechts geschaffenes Recht: -) insbes. Art 288 AEUV, sonstige Handlungsformen;

  4. Tertiärrecht = delegierte Rechtsakte & Durchführungsrechtsakte: -) Art 290f AAEUV

Rechtsquellen des Unionsrechts: Überblick

22
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Gründungsverträge (gleichrangig): -) EUV & GRC, AEUV, EAGV;

Änderung- & Ergänzungsverträge: -) Ordentliche Revision Art 48 Abs 2 EUV zB VvM, -) Vereinfachte Revision Art 48 Abs 6f EUV zB EuR-Be zu Art 136 Abs 3 AEUV, -) Besondere Änderungsverfahren zB EuGH-Satzung, -) Beitrittsbedingte-Revision Art 49 EUV -Beitrittsverträge;

Allg. Rechtsgrundsätze (ungeschrieben): -) zB Verhältnismäßigkeit, Vertrauensschutz, Grundrechte, -)Bezugspunkt: Rechtsordnung der MS (Art 6 Abs 3 EUV)

Primärrecht

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Unterscheidung nach Bezeichnung: Verbindliche Rechtsakte:-) Allgemein-abstrakt: Verordnung VO, Richtlinie RL, Beschluss be, -) auch individuell-konkret: Be, -) Veraltet: Entscheidung, -)Beschlüsse anderer Akteure; Unverbindliche Handlungsformen: -)Empfehlungen, Stellungnahmen, -) Schlussfolgerungen, Mitteilungen;

Unterscheidung nach Erzeugungsverfahren: Akte mit Gesetzgebungscharakter Art 289 Abs 3 AEUV: -) Ordentliches Gesetzgebungsverfahren, -) Besonderes Gesetzgebungsverfahren. Akte ohne Gesetzgebungscharakter: -) Tertiärrecht Art 290f AEUV: - Delegierte Rechtsakte, - Durchführungsrechtsakte, -) sonstige Rechtshandlungen

Sekundär- & Tertiärrecht

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Allgemein: -) Internat. Übereinkünfte Art 216 AEUV, -) Verfahren Art 218;

Assoziierungsabkommen: -) Freihandels-, Beitritts- & Entwicklungsassoziierung Art 217 AEUV, -)”konstitutionelle Assoziierung” der Überseegebiete Art 198 AEUV, -) Europäische Nachbarschaftspolitik Art 8 Abs 2 EUV;

Unterscheide: nicht gleich Völkerrechtliche Abkommen zw MS (“inter se”): -) Regelung in engen Zsmhang mit EU-Tätigkeit aber keine EU-Kompetenz, -) uU Funktion als Völkerrechtliches Ersatzunionsrecht zB ESM;

Gemischte Abkommen: -) geschlossen von EU, (einigen) MS & Dritten

Völkerrechtliche Abkommen der EU

25
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Art 288 AEUV: -)VO,RL,Beschluss - verbindlich, -) Empfehlung, Stellungnahme - unverbindlich; sonstige Rechtsakte; sonstige Handlungsformen;

Keine Normenhierachie zw Rechtsakten: -) Typologie/Urheber, -)zB VO des Rates nicht höher als Be der KOM, -) Aber: Tertiärakt muss Sekundäraktsrahmen einhalten auch wenn selber Normsetzer;

Unterscheide jedoch: -) Akte mit Gesetzgebungscharakter, -) Akte ohne Gesetzgebungscharakter

Unzureichende Signalwirkung der Handlungsformen-Terminologie

26
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Akte mit Gesetzgebungscharakter Art 289 Abs 3 AEUV: -) in ordentlichen/besonderen Gesetzgebungsverfahren erlassen, -) wesentliche Aspekte eines Bereichs mit Gesetzgebungsakt zu regeln (insoweit keine Delegation), -) Rechtsgrundlage immer Primärrecht;

Akte ohne Gesetzgebungscharakter (insbes. Atrt 290-291 AEUV): -) nicht in Gesetzgebungsverfahren erlassen aber selbe Rechtsaktformen, -) Erlass durch Rat (ev. unter EP-Beteilugung), KOM, -) Rechtsgrundlage idR Sekundärrecht (daher Tertiärrecht): -Delegierte Rechtsakte (Art 290 AEUV) exekutive Rechtsetzung durch KOM. - Durchführungsrechtsakte (Art 291 AEUV), -) Rechtsgrundlage tw sogar Prmärrecht (zB Wettbewerbsrecht)

Kriterium “Gesetzgebungscharakter”

27
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keine Hierarchisierung zw Akten mit/ohne Gesetzgebungscharakter, soweit ohne Gesetzgebungscharakter auf Primärrecht gestützt;

allerdings Hierarchie zw Akten mit & ohne Gesetzgebungscharakter soweit letzteres auf erstes gestützt

Teilweise Hierachisierung der Rechtsakte

28
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Europäisches Gesetz Eigenschaften nach Art 288 Abs 2 AEUV: -) allg. Geltung: abstrakt-generelle Wirkung (nicht Beschluss ieS), -) Verbindlichkeit in allen Teilen: nicht nur hinsichtlich vorgesehenen Ziels (nicht RL), -) unmittelbare Geltung: gilt mit Inkrafttreten in den MS, keine Umsetzung mehr (nicht RL), können Rechte & Pflichten f Einzelne erzeugen;

Anwendungsbereich vor allem: -) Ausschließliche EU-Zuständigkeiten (Art 3 AEUV) zB Wettbewerbsrecht, -) Aufenthalts- & Sozialrecht (Art 46, 48 AEUV), -) Justizielle Zusammenarbeit in Zivilsachen (Art 81), -) Verkehrspolitik (Art 90 f)

Verordnung: Grundlagen

29
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Verbote & Gebote der VO binden alle staatlichen Stellen;

MS dürfen: -) kein abweichendes Recht erlassen, -) grds kein Umsetzungsrecht erlassen (Verbot sog. Parallelgesetzgebung) - vgl Begleitgesetzgebung;

VO ist unmittelbar anwendbar, soweit Bestimmungen klare & unbedingte Verpflichtungen begründen;

Rechte & Pflichten: -) sowohl zw Bürgern & Staat (vertikal), -) als auch zw Privatrechtssubjekten (horizontal)

Verordnung: Rechtsfolgen

30
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Europäisches Rahmengesetz;

Zweistufiger Rechtssetzungsprozess: -) RL verbindlich hins. zu erreichender Ziele f MS (EU-Rahmenregelung), -)RL überlässt innerstaatl Stellen Wahl der Form & Mittel (MS-Umsetzungsakt);

Umsetzungspflicht: Art 288 Abs 3 AEUV iVm ARt 4 Abs 3 EUV;

Grundsatz: -) Adressat der RL nur MS, -) RL wirken (anders als VO) zunächst nicht unmittelbar, -) für Einzelne entfaltet erst MS-Umsetzungsakt Rechte & Pflichten;

Ausnahme: Unmittelbare Wirkung von RL zugunsten von Einzelnen;

Anwendungsbereiche: Angleichung von Vorschriften der MS → zB Binnenmarkt Art 114 AEUV

Richtlinie: Normatives Konzept

31
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  1. Vorwarnungen der RL (vor Ablauf der Umsetzungsfrist)

  2. Form der Umsetzung

  3. Rechtsfolgen von Verstößen gegen Umsetzungspflicht

  4. Unmittelbare Wirkung von RL

  5. Objektiv-rechtliche Wirkung: Gebot der richtlinienkonformen Auslegung

Richtlinie: Fragen & besondere Wirkung

32
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Umsetzung innerhalb der von RL Gesetzen Frist (doppelt);

Vorwirkung: ab inkrafttreten bis Ablauf der Umsetzungsfrist;

Frustationsverbot: keine Rechtsetzung die RL-Ziele ernstl gefährdet: -)keine volle Sperrwirkung, -) kein unionsrechtliches Gebot richtlinienkonformer Auslegung vor Ablauf der Umsetzungsfrist

Richtlinien: Vorwirkung

33
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EuGH: “praktische Wirksamkeit der RL muss gewährleistet sein” - RL müssen Umgesetz werden: 1. durch verbindliche innerstaatliche Vorschriften. 2. auf Ebene des Rechts das durch RL harmonisiert wird (Parallelität). 3. die hinreichend klar & bestimmt sind. 4.Betroffene ermöglichen von ihren Rechten od Pflichten Kenntnis zu erlangen;

EuGH: soll RL subjektive Rechte od Pflichten schaffen ist ein Gesetz nötig (Wesentlichkeit);

Grundsatz: Umsetzung durch materielles Gesetz nicht ausrechend: -)bloße Änderung der Verwaltungs- od Rechtsprechungspraxis, -) Umsetzung durch Verwaltungsvorschriften ohne Außenwirkung, -) bloßer gesetzlicher Verweis auf RL

Richtlinie: Form der Umsetzung

34
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  1. Objektiv-rechtliche Wirkung: Richtlinienkonforme Auslegung nat. Rechts, soweit möglich: Leitfall Marleasing;

  2. Vertragsverletzungsverfahren gegen MS: Art 258 AEUV, ggf Sanktionen gem Art 260 AEUV;

  3. Staatshaftungsanspruch gegen MS: EuGH verb Rs Francovich/IT;

  4. Unmittelbare Wirksamkeit der RL

Richtlinie: Rechtsfolgen bei Verstößen gegen Umsetzungspflicht

35
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Unterfall der unionsrechtskonformen Auslegung (aber wichtigster Anwendungsfall);

Rechtsgrundlage: Art 288 Art 3 AEUV, Art 4 Abs 3 EUV;

Inhalt: nat. Recht ist nach Möglichkeit zu auszulegen dass im Einklang mit RL (nicht nur Umsetzungsrecht);

Zeitpunkt: Pflicht beginnt erst mit Ablauf der Umsetzungsfrist: -) EuGH Rs Région Wallonnie, -) Ausnahme Rs Mangold - Sonderfall;

Grenzen laut EuGH-Rsp: -) RL-konforme Auslegung soweit innerstaatl. Recht zulässt, -) RL-konforme Auslegung aber nicht contra legen (Strafrecht!)

Richtlinie: Richtlinienkonforme Auslegung

36
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Voraussetzungen (EuGH-Rsp): 1. Ablauf der Umsetzungsfrist ohne korrekte Umsetzung; 2. RL-Bestimmung ist inhaltlich hinreichend bestimmt & unbedingt (kein MS-Umsetzungsspielraum); 3. RL verleiht Einzelnen subjektives Recht; 4. grds keine Verpflichtung Einzelner gegenüber Staat/anderen Einzelnen (Vertikalität)

Begründung: -) Rechte Einzelner wären sonst nicht ausreichend geschützt, -) Effet utile des Europarechts wäre sonst gefährdet, -) keine missbräuchliche Verzögerungsmöglichkeit f MS

Richtlinie: Unmittelbare Wirkung

37
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  1. Einzelner beruft sich ggü Staat auf RL (+): -) Vertikal begünstigend - Rs Becker → unmittelbare Wirkung möglich;

  2. Staat beruft sich auf RL (-): -) keine umgekehrte vertikale unmittelbare Wirkung, -) Rechtssicherheit & Rückwirkungsverbot;

  3. Einzelner beruft sich ggü Staat auf RL mit Negativwirkung für Dritte (+): -) Dreieckskonstellation: Drittbelastung als neg. Reflexwirkung, -) Staat ohnehin zur Umsetzung verpflichtet;

  4. Einzelner beruft sich ggü Einzelnen auf RL Var I (-): -) nicht zulasten Privater im horizontalen Verhältnis - Rs Faccini Dori;

  5. Einzelner beruft sich ggü Einzelnen auf RL Var II ausnahmsweise (+): -) wenn unmittelbare Wirkung keine Rechte/Pflichten Einzelner begründet, sondern bloß zu Unanwendbarkeit nat. Regelung führt - Rs Unilever Italia

Richtlinie: Konstellation unmittelbarer Wirkung

38
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Dreiecksverhältnisse - umgekehrte unmittelbare Wirkung - Rs Wells;

Mittelbare Drittwirkung: Rs Unilever Italia;

Richtlinienkonforme Auslegung: Rs Pfeiffer ea;

Rein objektiv-rechtliche Richtlinienwirkung: Rs Kraftwerk Großkrotzenburg;

RL mit Diskriminierungsverbot als Ausdruck eines allg. Rechtsgrundsatzes: Rs Mangold, Rs Kücükdeveci

Richtlinie: Konstellation mit Ähnlichkeit zu Drittwirkung

39
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Staatshaftungsanspruch gegen MS - abgeleitet aus Loyalitätsprinzip Art 4 Abs 3 EUV & Effektivitätsgebot EuGH Rs Francovich;

Schaden (materiell od immateriell);

Qualifizierter Verstoß gg Unionsrecht;

Verleihung subjektiver Rechte durch Unionsrecht;

Kausalität von Verstoß & Schaden;

Verfahren & Durchsetzung nach nat. Recht

Richtlinie: Staatshaftung

40
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in allen Teilen verbindlich, können auch nur an bestimmte Adressaten gerichtet werden Art 288 ABs 4 AEUV;

Beschlüsse = europäische Verwaltungsakte;

Differenzierung nach Adressaten: -) staatengerichteter Beschluss: zB Rückforderung einer unzulässigen Beihilfe Art 108 Abs 2 Z1 AEUV, -) sonstige adressatenlose Beschlüsse zB zu Erhöhung der Zahl der Generalanwälte Art 252 Abs 1 Satz 2 AEUV;

unmittelbare Anwendbarkeit im innerstaatlichen Recht - wenn hinreichend konkret

Beschlüsse

41
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rechtlich nicht verbindlich Art 288 Abs 5 AEUV: -) Empfehlung: idR eigeninitiativ erlassen, -) Stellungnahme: idR reaktiv erlassen;

legen Adressaten bestimmtes Verhalten nahe;

rechtlich unverbindlich aber praktisch relevant & uU rechtlich erheblich: -) bei Auslegung des Unionsrecht zu berücksichtigen - Rs Grimaldi, -) Prozessvoraussetzung, -) uU Selbstbindung (Vertrauensschutz), -) Begründungserfordernisse;

auch relevant für Auslegung nat Rechts

Empfehlungen & Stellungnahmen

42
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Entschließungen (EuR, Rat, EP): -) Politische Willensäußerungen;

Erklärungen: -) Politische Willensäußerungen, -) Auslegende Erklärungen iZm Beschlüssen;

Schlussfolgerungen: -) EuR/EuR-Präs, Rat/Ratspräsidentschaft, Vertreter der MS, -) Politische Willensäußerung;

Mitteilungen (KOM): -) pol. Absichtserklärungen, -) Zustandsbeschreibung zu bestimmten Politikfeldern;

Aktionsprogramme (Rat, KOM): -) Konkretisieren vertragl. Gesetzgebungsprogramme;

Grünbücher: -) Anstoß f Konsultationen/öffentliche Diskussion, -) zB Meereskenntnisse 2020;

Weißbücher: -) Vorschlag für EU-Politikmaßnahmen, -) zB gemeinsames Weißbuch zur europäischen Verteidigung;

Sonstige “Weiche Steuerungsformen”: soft law: binäre od graduelle Normativität

sonstige Rechtsinstrumente & HAndlungsfprmen

43
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Rechtsetzung durch Rat und/od EP (legislative Rechtsetzung): -)im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren durch Rat & EP, -)im besonderen Gesetzgebungsverfahren durch Rat od EP, -) Als VO, RL od Be;

Rechtsetzung durch Kommission ua (nicht legislative od exekutive Rechtsetzung) = Rechtsetzung mit Verordnungscharakter iSd Art 263 Abs 4 AEUV: -) Rechtsakte auf Grdl Primärrecht, -) Delegierte Rechtsakte gem Art 290 AEUV (Tertiärrecht), -)Durchführungsrechtsakte gem Art 291 AEUV (Tertiärrecht), -) sonstige;

Atypische Rechtsetzung

Unionale Rechtsetzungsverfahren

44
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  1. Regelfall: ordentliches Gesetzgebungsverfahren (Art 289 Abs 1 AEUV): -) durch Rat & EP gemeinsam & gleichberechtigt, -) wie früher Mitentscheidungsverfahren, -) Geltung f etwa 85 Politikbereiche zB Art 114 AEUV Binnenmarkt;

  2. Ausnahme: besonderes Gesetzgebungsverfahren (Art 289 Abs 2 AEUV): 1. Gesetzgeber Rat - EP nicht gleichberechtigt → nach Anhörung/Zustimmung EP, 2. Gesetzgeber EP - Rat nicht gleichberechtigt. Brückenklauseln Art 48 Abs 7 UAbs 2 EUV: Möglichkeit des Übergangs bGGV zum oGGV

Gesetzgebungsverfahren: Rat & EP - Rat -EP

45
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Initiativrecht der KOM: -) eigene Initiative od nach Ersuchen im Rat (Mehrheit) od EP od EIB, -) Verabschiedung KOM-Vorschlag: -Übermittling an Rat, EP & nat. Parlamente (Subsidiaritätsprüfung). - ggf Konsultation des EWSA & AdR. -Veröffentlichung im ABl “C” als “COM-Dokument”;

vertragliche vorgesehene Ausnahmen (vgl Art 294 Abs 15 AEUV): -) Initiative ¼ der MS (Justizielle Zsmarbeit in Strafsachen, polizeiliche Zusammenarbeit), -) Empfehlung der EZB (Vorschlag zur Satzung des ESZB & der EZB), -) Antrag des EuGH (Satzung des Gerichtshofs, Bildung beigeordneter Fachgerichte), -) Antrag der EIB

Gesetzgebungsvorschlag im oGGV

46
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Direktes Initiativrecht des EP: -) eigene Zusammensetzung, Mitgliederwahl, Abgeordnetenstatut bGGV gem Art 223 AEUV), -) Europ. Bürgerbeauftragter (bGGV gem Art 228 Abs 4 AEUV), -) Untersuchungsrecht (bGGV gem Art 226 AEUV), -) Art 7 Abs 1 EUV (Sargentini Bericht);

Indirektes Initiativrecht Art 225 AEUV: -) Aufforderung an KOM → Begründungspflicht der KOM bei Nichtinitiative, -) Rahmenvereinbarung Beziehungen EP-KOM

Initiativrecht des EP?

47
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-) Unterzeichnung durch Präsi des Erlassungsorgans;

-) Veröffentlichung von (generell-abstrakten) Rechtsakten im ABs “L”;

-) Inkrafttreten zum im Rechtsakt festgelegten Zeitpunkt, andernfalls am 20. Tag nach Veröffentlichung

Unterzeichnung, Veröffentlichung, Inkrafttreten Art 297 AEUV

48
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Rechtsgrundlage: -) primärrechtlich nicht geregeltes Verfahren, vgl Art 294 Abs 10 AEUV (formeller Trilog), -) Inter- & inneninstitutionelle Praxis;

Zweck: -) Erhöhte Wirksamkeit;

Gemeinsame Verhandlungen KOM, Rat & EP → Vierspaltendokument (Synopse);

Kleine Zahl von Vertretern (max 10): -) EP: Ausschuss-Vors, Berichterstatter, (mehrere) Schatten-NBerichterstatter. -) Rat: Ratsvorsitz-MS, Coreper-Vorsitzender, Ag-Vorsitzender. -) KOM: Direktor/Referatsleiter;

Ergebnis: Zustimmungsfähoger Text idR in erster Lesung;

Bewertung: -) mangelnde Transparenz & demokratische Kontrolle, -) Trilogie als Orte der Vermittlung & Ausdruck besonderer Kompromiss-Demokratie?

Gesetzgebungsverfahren in der Praxis: Der informelle “Trilog”

49
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  1. Rechtsakt auf Grundlage Primärrecht = Sekundärrecht: zB Be der KOM in Beihilfesachen (Art 108 Abs 2 AEUV)

  2. Delegierte Rechtsakte (Art 290 AEUV) → Tertiärrecht: -) Übertragung Rechtsbefugnis, -) Kontrolle- & Widerrufsmöglichkeiten für EP & Rat Art 290 Abs 2 AEUV;

  3. Durchführungsrechtsakte (Art 291 AEUV) → Tertiärrecht: -) Übertragung Durchführungsbefugnis, -) Kontrolle durch MS (nach Komitologie-VO gem Art 291 Abs 3 AEUV)

Exekutive Rechtsetzung durch Kommission

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Übertragung auf Kommission: -) auf Grund von Gesetzgebungsakten, -) nur zur Änderung od Ergänzung, -) bestimmter, nicht wesentlicher Vorschriften; Festlegung Ziel, Inhalt, Geltungsbereich & Dauer;

Kontrolle: Widerruf/Einspruch EP/Rat

Bsp: EU-Taxonomie

Rechtsetzung durch Kommission: Delegierte Rechtsetzung Art 290 AEUV

51
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Übertragung auf KOM für Verwaltungsvollzug Art 291 Abs 2 AEUV: -)nur auf Grundlage verbindl. Rechtsakte, -) Wenn einheitliche Bedingungen erforderlich, -) Ausnahmsweise auch Übertragung auf Rat;

Kontrolle ,mittels Komitoligie Art 291 Abs 3 AEUV: -) Komitologie-VO 182/2011/EU, -) Kontrolle der KOM durch MS: - ursprünglich durch Rat, später auch EP. -Vorlage Entwurf an MS-Ausschuss unter Vorsitz KOM. -Beratungsverfahren, Regelfall Prüfverfahren

Bsp: Eisenbahn-Fahrgastrechte-Formular

Rechtsetzung durch Kommission: Durchführungsrechtsetzung Art 291 AEUV

52
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  1. Ausnahme: Direkter Verwaltungsvollzug durch EU - Art 291 Abs 2 AEUV: -) EU-Eigenverwaltung durch KOM, EZB & Unionsagenturen;

  2. Regel: Indirekter Verwaltungsvollzug durch MS - Art 291 Abs 1 AEUV: -) Grundsatz der institutionellen & verfahrensmäßigen Autonomie der MS;

  3. Verwaltungszusammenarbeit -Art 197 AEUV: zB mehrstufige Verwaltungsverfahren mit Teilakten von MS-Behörden & EU-Behörden

Unionaler Verwaltungsvollzug: Typen

53
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Voraussetzung: Bestehen einer (zumindest impliziten) Rechtsgrundlage;

Hauptanwendungsbereiche: -) interne Verwaltung (Vollzug ohne Außenwirkung) bspw - Ausführung des Haushalts, - Wahrnehmung der Befugnisse im Rahmen des europäischen Dienst- & Disziplinarrechts, -) Externe Verwaltung (mit Außenwirkung): - zB EU-Wettbewerbsrecht Art 101 Kartellaufsicht. - EZB & Unionsagenturen;

Vollzugsbehörden idR KOM: -) vgl bereits Art 17 V EUV, -) daneben zB Vollzugsbefugnis des Rates od EZB (währungspolitische Fachbehörde), -) kein allg. Verwaltungs- “Unterbau” der EU od KOM aber dezentrale Unionsagenturen

Direkter Verwaltungsvollzug (Ausnahme)

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Unionsagenturen: Dauerhafte Einrichtungen mit Rechtspersönlichkeit, geschaffen per VO/Be, grds relativ unabhängig mit besonderen Aufgaben: Informationssammlung, Erleichterung von Zusammenarbeit, Regulatoren…,;

“Agenturisierung” der EU: -) > 40 dezentrale Agenturen, -) 13. 000 Beschäftigte, -) ca 3,7 Mrd€ Jahresbudget, -) immer mehr Agenturen mit außenwirksamen Befugnissen (Entscheidung- & sogar Exekutivrechtsetzungsbefugnisse)

Direkter Vollzug: Unionsagenturen

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Unzureichende primärrechtliche Verankerungen, Basis EuGH-Rsp: -) Rs Meroni;

Errichtung: Politikbereich einschl. Organisationsrecht als Rechtsgrundlage: zB Umweltrecht;

Übertragung nur “technische” Exekutivbefugnisse (Meroni-Doktrin): -) keine Legislativbefugnisse, -) keine Kernbefugnisse der Organe (institutionelles Gleichgewicht), -) keine “politisch” weiten Ermessensaufgaben;

mit gerichtlichen Rechtsschutz Art 263 AEUV

Direkter Vollzug: Unionsagenturen - Vertiefung

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Unterscheide: Unmittelbarer indirekter Vollzug: -) nat. Behörden/Gerichte wenden Unionsrecht unmittelbar an, -) zB Passagierrechte-VO; Mittelbarer indirekter Vollzug: -) nat. Behörden/Gerichte vollziehen Unionsrecht mittelbar durch Anwendung nat. Umsetzungsrechts, -) zB RL RL wird mittelbar durch die Anwendung der umsetzenden nat. Vorschriften vollzogen;

Vorgaben für mitgliedsstaatliche Durchführung des Unionsrechts: -) Grundsatz der organisations- & verfahrensrecht Autonomie, -) Effektivitätsprinzip (effet utile), -) Äquivalenzprinzip (Diskriminierungsverbot), -) Allg. Rechtsgrundsätze des Unionsrecht

Indirekter Verwaltungsvollzug (Regelfall)

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Grundsatz der organisations- & verfahrensrechtlichen Autonomie der MS: soweit keine Vorgaben aus Unionsrecht ist ms Organisations- & Verfahrensrecht anzuwenden (Soweit-Formel): -) Vorgaben zB in Vergabeverfahren bei Organisation von Regulierungsbehörden;

Dabei Milchkontor-Schranken zu beachten: -) Äquivalenzprinzip (Diskriminierungsverbot) nat. Recht darf im Vergleich zu Verfahren in denen über gleichrangige rein nat. Fälle entschieden wird nicht ungünstiger sein, -) Effektivitätsprinzip: Modalitäten von nat. recht dürfen nicht darauf hinauslaufen dass Verwirklichung Unionsregelung praktisch unmöglich/übermäßig erschwert wird;

zB Rechtsschutz, Wegfall Vertrauensschutz

Indirekter Verwaltungsvollzug: Soweit-Formel & Milchkontor-Schranken