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Definition von Investitionen
Verwendung finanzieller Mittel
→ Betriebliche Tätigkeit, die immer mit einer Auszahlung beginnt
Umwandlung von Vermögen in Kapital
Definition von Finanzierung
Bereitstellung finanzieller Mittel
→ Handlung, die immer mit einer Einzahlung beginnt
Was sind die drei Grundlagen von Investitionsentscheidungen?
Risiken
Entscheidungsfaktoren bzw. Unternehmensziele
Ergebnis

Welche Fragestellungen sind von Relevanz bei Investitionsentschteidungen?
Soll das Investitionsprojekt durchgeführt werden? (Einzelinvestitionsentscheidung)
Welches von mehrere, sich ausschließenden Investitionsprojekten soll durchgeführt werden? (Auswahlproblem)
Optimale Nutzungsdauer: Mit welcher Laufzeit soll ein Investitionsprozess durchgeführt werden? (Problem der optimalen Nutzungsdauer)
Was sind die Besonderheiten von Investitionsentscheidungen in der immobilienbranche?
Hoher Kapitaleinsatz
Langfristige Kapitalbindung
Langfristige Annahmen über die Zeit
Wirkung auf andere Unternehmensbereiche
Schwierige Prognostizierbarkeit des Cash-Flows
→ Gefahr von Fehlinvestitionen
Was ist das Auswahlproblem bei Investitionsentscheidung
Welches von mehreren, sich ausschließenden Investitionsprojekten soll durchgeführt werden?
Was sind Imponderabilien?
Nicht monetäre Parameter
z.B.:
Image / Prestige
Architektonische Qualität, Ästhetik
Bedeutung für das Stadtbild
Soziale und ökologische Faktoren
Marktanteile
Wachstum
Imponderabilien werden nicht in der Investitionsrechnung betrachtet, sondern eher in einer Nutzwertberechnung
Grundsätze der Investitionsrechnungsverfahren
Die Zielsetzung des Investors ist immer die Gewinnmaximierung
Alle zur Lösung eines Problems erforderlichen Daten stehen dem Investor zur Verfügung
Schaubild zur Einordnung der Vorlesung InFi

Anteil der Immobilienwirtschaft im weitesten Sinne an der gesamten Wirtschaft
2022 etwa 26% der Unternehmen und 10% der Beschäftigten
Wirtschaftsentwicklung des Immobilienmarktes in Deutschland

Wirtschaftsentwicklung des Immobilienmarktes hinsichtlich Gebäudetypen in Deutschland

Durchschnitts-m² je Wohnung in Deutschland
92,1 m²
Durchschnitts-m² je Einwohner in Deutschland
47,7 m²
Top 7 Nutzungsarten in Deutschland nach Investmenttransaktionsvolumen
Büro
Wohnen
Lager / Logistik / Produktion
Einzelhandel
Entwicklungsgrundstück
Gesundheitsimmobilien
Hotels
Top 7 Städte nach Investmenttransaktionsvolumen in Deutschland und wie groß ist ihr Anteil am Gesamtmarkt von Deutschland?
Berlin
Düsseldorf
Frankfurt
Hamburg
München
Köln
Stuttgart
Insgesamt etwa 40% des gesamten Immobilienvolumens in Deutschland
Schaubild Güter- und Finanzbewegungen in einem Unternehmen

Schritte des Investitionsprozesses
Planung
Analyse der Ausgangslage
Alternativen untersuchen
Beurteilung nach quantitativen und qualitativen Parametern
Entscheidung
Umsetzung (nach Technik, Budget und Zeit)
Kontrolle und Gegensteuerung

Ist die Investitionsrechnung eine Beurteilung nach quantitativen oder qualitativen Parametern?
Beurteilung nach quantitativen Parametern
Rechnungsgrößen bei den statischen Verfahren
Kosten und Leistungen bzw. Ein- und Auszahlungen
Rechnungsgrößen bei den dynamischen Verfahren
Ein- und Auszahlungen
Bei welchen Verfahren in der Investitionslehre werden zeitliche Abläufe berücksichtigt und wie?
Bei den dynamischen Verfahren, also:
Endwertmodellen
Entnahmemodellen
Interner Zinsfuß
Werden durch Auf- oder Abzinsung, also einen Zeitfaktor berücksichtigt
Wie viele Perioden werden bei statischen Verfahren üblicherweise betrachtet?
In der Regel einperiodige Verfahren, also in Form von Durchschnittsgrößen oder repräsentativer bzw. erster Periode
Wie viele Perioden werden bei dynamischen Verfahren üblicherweise betrachtet?
Mehrere je nach Nutzungsdauer, meist werden monetäre Konsequenzen periodengerecht erfasst und zu finanzwirtschaftlichen Zielwerten verdichtet
Merkmale von statischen und dynamischen Verfahren in der Investitionslehre
Statische Verfahren
Rechnungsgrößen: Kosten und Leistungen bzw. Ein- und Auszahlungen
Unvollkommene Berücksichtigung zeitlicher Abläufe bei den Ausgangsdaten
i. d. R. einperiodige Verfahren: Durchschnittsgröße (Zahlung p. a.) oder repräsentative Periode oder erste Periode
Dynamische Verfahren
Rechnungsgrößen: Ein- und Auszahlungen
Zeitliche Abläufe bei den Ausgangsdaten werden berücksichtigt (Ab- oder Aufzinsen) Zeitfaktor
Monetäre Konsequenzen werden periodengerecht erfasst und mit Hilfe finanzmathematischer Methoden zu finanzwirtschaftlichen Zielwerten verdichtet
Beispiele für statische Verfahren
Klassische statische Verfahren:
Kostenvergleichsrechnung
Gewinnvergleichsrechnung
Rentabilitätsvergleichsrechnung
Amortisationsrechnung
Statische Verfahren in der Bau- und Immobilienwirtschaft:
Brutto-Mietrendite
Netto-Mietrendite
Eigenkapital- Rentabilität
Gesamtkapital-Rentabilität
Beispiele für dynamische Verfahren
Klassische dynamische Verfahren:
Endwertmodelle, also Endwert- oder Kapitalwertmethode
Entnahmemodelle, z.B. Annuitätenmethode
interner Zinsfuß
dynamische Verfahren in der Bau- und Immobilienwirtschaft:
Vollständiger Finanzplan (VoFi)
Ertragswertverfahren
DCF-Verfahren und ACFE
Kostenvergleichsrechnung
Zu welchen Verfahren gehört sie, was ist das Entscheidungskriterium und wie lautet die Formel?
Gehört zu den klassisch statischen Verfahren
Entscheidungskriterium ist:
Die Wahl der Investition mit den geringsten durchschnittlichen Kosten
Formel:

Vor- und Nachteile der Kostenvergeichsrechnung
Vorteile:
Leistungsmenge kann berücksichtigt werden
Nachteile:
Annahmen häufig unzutreffend
Berechnung nur mit Durchschnittskosten
Höhe des Zinssatzes konstant
Keine Aussage zur Rentabilität
Keine unterschiedlichen Nutzungsdauern
Erlöse nicht betrachtet
Gewinnvergleichsrechnung
Zu welchen Verfahren gehört sie, was ist das Entscheidungskriterium und wie wird sie berechnet?
Gehört zu den klassisch statischen Verfahren
Entscheidungskriterium ist:
Wahl der Investition mit dem größten durchschnittlichen Gewinn und Verzicht auf Projekte, die Verlust bringen
Berechnung:
siehe Bild
Kosten aufschlüsseln (variable Kosten, fixe Kosten/Anschaffungskosten, Abschreibungskosten kalkulatorisch, Zinsen kalkulatorisch)
Erlöse zusammentragen
Erlöse - Kosten = Gewinn

Vor- und Nachteile der Gewinnvergleichsrechnung
Pro:
unproblematisch anwendbar, wenn Vergleich von Investitionen mit gleicher Nutzungsdauer und gleichem Kapital
Contra:
Fehlende Berücksichtigung von untersch. Nutzungsdauern (ist eben statisch)
Fehlende Berücksichtigung von verbleibendem Kapital für andere Investitionen
Verzinsung und Abschreibung kann nur mit Durchschnittswerten berechnet werden, nicht ganz inhaltlich korrekt
Keine Aussage zur Rentabilität
Problem der Gewinnzurechnung
Was ist das Problem der Gewinnzurechnung?
ggf. tragen mehrere Anlagen zur Produktherstellung bei, zu welcher wird nun der Gewinn zugeordnet?
Rentabilitätsvergleichsrechnung
Zu welchen Verfahren gehört sie, was ist das Entscheidungskriterium und wie wird sie berechnet?
Gehört zu den klassisch statischen Verfahren, ist einer Weiterentwicklung der Kosten- und Gewinnvergleichsrechnung
Entscheidungskriterium ist:
Wahl der Investition mit der größten Rentabilität und Verzicht auf Projekte, deren Rentabilität kleiner ist als geforderte Mindestverzinsung
Berechnung:
siehe Bild

Pro und Contra der Rentabilitätsvergleichsrechnung
Pro:
Gut anwendbar, wenn Investitionen mit gleicher Nutzungsdauer und gleichem Kapitaleinsatz verglichen werden
Berücksichtigt die unterschiedliche Höhe der Kapitalbindung von Alternativen
Contra:
Keine Berücksichtigung von verbleibendem Kapital für andere Investitionen (Differenzinvestitionen)
Keine Berücksichtigung von unterschiedlichen Nutzungsdauern
Keine Berücksichtigung der unterschiedlichen Zeitpunkte der Rückflüsse
Ungenaues Ergebnis
Schaubild der Amortisationsrechnungß

Definition der Amortisationszeit
Benötigte Zeit für die Erwirtschaftung des investierten Kapitals
Amortisationsrechnung
Zu welchen Verfahren gehört sie, was ist das Entscheidungskriterium und wie wird sie berechnet?
Gehört zu den klassisch statischen Verfahren, ist aber mehrperiodig!!!
Entscheidungskriterium ist:
Wahl der Investition mit der kürzesten Amortisationsdauer und Verzicht auf Projekte, deren Amortisationsdauer länger ist als geforderte Amortisationsdauer
Berechnung:
Es gibt zwei Varianten zur Berechnung:
Durchschnittsmethode
Amortisationszeit = Ursprünglicher Kapitaleinsatz (Anschaffungskosten - Restwert) / Durchschnittlicher Rückfluss je Jahr
Kumulationsmethode
sukzessives Rechenverfahren für unterschiedliche jährliche Ergebnisbeiträge
Aus- und Einzahlungen werden periodenweise aufaddiert, bis die kumulierten Einzahlungen die kumulierten Auszahlungen erreicht haben
Grundsatz der Amortisationszeit:
Je … die Amortisationszeit, desto … das Projektrisiko
Je höher die Amortisationszeit, desto höher das Projektrisiko
Zwei Berechnungsverfahren in der Amortisationsrechnung und Funktionsweise
Durchschnittsmethode
Amortisationszeit = Ursprünglicher Kapitaleinsatz (Anschaffungskosten - Restwert) / Durchschnittlicher Rückfluss je Jahr
→ Es wird immer der Durchschnittliche Gewinn pro Periode betrachtet und einfach aufaddiert. Nicht der tatsächliche Gewinn
Kumulationsmethode
sukzessives Rechenverfahren für unterschiedliche jährliche Ergebnisbeiträge
Aus- und Einzahlungen werden periodenweise aufaddiert, bis die kumulierten Einzahlungen die kumulierten Auszahlungen erreicht haben
Pro und Contra der Amortisationsrechnung
Pro:
einfach handzuhaben
sehr geringer Aufwand zur Informationsbeschaffung
ist für die Praxis ein sehr geeignetes Hilfsverfahren
geeignet für schnelle Überprüfung / grobe Machbarkeitsbetrachtung
Contra:
Investitionsentscheidungen sind immer mehrperiodisch
keine zeitliche präzisierung für Gewinnmaximierung, Kostenminimierung und Renditestreben
Die Basis sind nur durchschnittliche Erfolgsgrößen
Kosten / Erlöse UNGLEICH Auszahlungen / Einzahlungen
Keine Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdkapital
zeitliche Struktur und Höhe der Ein- und Auszahlungen bleibt völlig unberücksichtigt (statisches Verfahren)
Merkmale von Investitionen, wie unterscheiden sie sich untereinander häufig?
Investitionen unterscheiden sich hinsichtlich:
Höhe der Anschaffungszahlungen
Höhe und zeitliche Verteilung des Cash Flows
Nutzungsdauer
Höhe des Restwerts
Höhe des erforderlichen Eigenkapitals
Risikostruktur
Was ist der genaue Unterschied von Soll- und Habenszinsen?
Soll-Zinsen sind die durchschnittlichen künftigen Finanzierungskosten, also der Preis von Geld, dass man sich bei der Bank leiht.
Haben-Zinsen sind durchschnittlichen Zinsen für eine Anlage bei einer Bank, also was die Bank als “Dividende” zurückzahlt.
Soll-Zins ist immer größer als der Haben-Zins
→ In der immobilienwirtschaft ist der “Haben-Zins” häufig die zukünftige Rendite und ist dann größer als der Soll-Zins
Unterschiede in der Zinsbetrachtung der klassisch dynamischen Verfahren und den Immobilienspezifischen dynamischen Verfahren
In den klassischen dynamischen Verfahren wird davon ausgegangen, dass der Kapitalmarkt vollkommen und unbeschränkt ist. Das bedeutet, dass:
Soll-Zins = Haben-Zins
Konstanter Zins, also unveränderlich
In den Immobilienspezifischen dynamischen Verfahren wird von einem unvollkommenen, unden Immobilienspezifischen dynamischen Verfahren beschränkten Kapitalmarkt ausgegangen. Das bedeutet, dass:
Zins ist variabel, also nicht zeitlich festgelegt
Es bestehen unterschiedliche Zinssätze für Soll- und Habenszins
meist: Soll-Zins > Haben-Zins
Was ist der Aufzinsungsfaktor und wie wird er berechnet?
Gibt an, wie viel eine heute geleistete Zahlung in n Jahren wert ist.
Aufzinsungsfaktor: (1 + i)n
= qn
Dabei ist:
i = Zinssatz als Dezimalzahl (0,03)
p = Zinssatz in Proizent (3%)
n = Laufzeit in Jahren
q =
Was ist der Abzinsungsfaktor und wie wird er berechnet?
Gibt an, wie viel eine Zahlung heute wert ist, die in n Jahren geleistet wird?
Abzinsungsfaktor: (1 + i)-n
= 1 / (1+i)n = 1/qn = q-n
Dabei ist:
i = Zinssatz als Dezimalzahl (0,03)
p = Zinssatz in Proizent (3%)
n = Laufzeit in Jahren
q =
Beispiel für Aufzinsungsberechnung
Kapital am Ende des 1. Jahres:
50 € · (1+0,1)1 = 55 €
Kapital am Ende des 2. Jahres:
50 € · (1+0,1)2 = 60,50 €
Beispiel für Abzinsungsberechnung
Wert der Zahlung in t=0:
60,50 € · (1+0,1)-2 = 50 €
Annäherungsmethoden zur Bestimmung des Kalkulationszinssatzes
Finanzierungskosten
Die zu erzielenden Zinsen sollen mindestens der Höhe der Finanzierungskosten entsprechen.
Rendite alternativer Anlageformen
Die Investition soll mindestens so viel Rendite wie alternative Anlageformen (branchenüblich) erwirtschaften.
Zielrendite (Ansatz des Adaptierten Cash Flow-Equity-Modells)
Durch Vorgabe einer Zielrendite kann die Mindestrendite für die betrachtete Anlageform festgelegt werden
(Risiko projekt- und unternehmensspezifisch berücksichtigt).
Betrachtung bei Banken:
Risikolose Anlage zzgl. Risiko der Investition (Ansatz des DCF-Verfahrens und in der Portfolio-Theorie)
Kapitalwertmethode
Was ermittelt sie, was ist das Entscheidungskriterium und wie wird sie gerechnet?
Ermittelt den abgezinsten Wert des zukünftigen Cash Flows zum Zeitpunkt t=0
Entscheidungskriterium:
Wahl der Investition, die den max. Wert der auf t=0 abgezinsten Zahlungsreihe darstellt. Keine Realisation einer Investition mit negativem Kapitalwert
Berechnung:
siehe Bild.
negativer Wert aus Anfangsinvestition + jeweils abgezinste Zahlungen in von t = 0 bis n
Interpretation des Ergebnisses:
Wenn der Kapitalwert:
negativ: Rückflüsse reichen nicht aus, das eingesetzte Kapital wiederzugewinnen und erf. Mindestverzinsung zu realisieren.
0: eingesetztes Kapital wird wiedergewonnen und gef. Mindestverzinsung wird erreicht, es wird aber kein Überschuss erzielt.
positiv: eingesetztes Kapital wird wiedergewonnen und gef. Mindestverzinsung wird erreicht UND es wird ein Überschuss erzielt.

Visuelles Berechnungsschema der Kapitalwertmethode

Wie wird der Kapitalwert bei einer nicht flachen Zinskurve berechnet?
Wenn der Zins veränderlich ist, wird der jeweilige Zinssatz in jeder Periode einzeln angesetzt.

Optimale Nutzungsdauer
Was ermittelt das Verfahren, was ist das Entscheidungskriterium und wie wird es gerechnet?
Ermittelt die optimale Nutzungsdauer einer vorliegenden Zahlungsreihe, also quasi in welcher Periode der größte Kapitalwert erreicht wird. Es werden also alle Zahlungen in der Zahlungsreihe um die zeitliche Komponente abgezinst.
Entscheidungskriterium:
Realisiere diejenige Nutzungsdauer n, bei der der positive Kapitalwert erreicht wird.
Berechnung:
Siehe Bild. Für jede mögliche Nutzungsdauer wird der Kapitalwert berechnet, die Nutzungsdauer mit dem größten Kapitalwert wird realisiert.
Endwertmethode
Was ermittelt das Verfahren, was ist das Entscheidungskriterium und wie wird es gerechnet?
Es ermittelt den Wert, den die Investition am Ende des Planungszeitraums wert ist. Ziel der Endwertmethode ist es, am Ende des Planungszeitraums das größtmögliche Vermögen zu besitzen. Die Zahlungsströme werden periodenweise aufgezinst und der Endwert Cn, also das Endvermögen wird so ermittelt.
Entscheidungskriterium:
Wahl der Investition, die das maximale Endvermögen verspricht
Berechnung:
siehe Bild.

Berechnungsübersicht der Endwertmethode (bei p=5%)
Endwert beträgt am Ende 68.011€

Rentenrechnung
Was ermittelt das Verfahren, was ist das Entscheidungskriterium und wie wird es gerechnet?
Definition der “Rente”
eine gleichhohe Zahlung, die in gleichen Zeitabständen über einen festen Zeitraum getätigt wird in Form von Annuitäten
Was ist der Unterschied zwischen der vorschüssigen und nachschüssigen Rente?
Nachschüssige Rente:
Zahlung wird immer am Ende einer Rentenperiode getätigt. Dadurch fehlt die Zahlung direkt zu Beginn, aber am Schluss findet noch eine Zahlung statt.
Vorschüssige Rente:
Zahlung wird immer zu Beginn einer Rentenperiode getätigt. Dadurch hat man direkt zu Beginn eine Zahlung, am Schluss jedoch nicht mehr.

Was ist die Rentenrate?
Die einzelne Zahlung im Rahmen einer Rente innerhalb einer Rentenperiode
Was ist eine Rentenperiode?
Zeitspanne zwischen zwei Ratenterminen
Was ist die Rentenlaufzeit?
Gesamtlaufzeit des Zahlungs- und Verzinsungsvorgangs
Was ist der Rentenendwert und wie wird er berechnet?
Der Wert aller Zahlungen am Ende der Laufzeit, errechnet durch Aufzinsung
Was ist der Rentenbarwert und wie wird er berechnet?
Der Wert aller Zahlungen zu Beginn der Laufzeit, errechnet durch Abzinsung
Rentenbarwerte und Rentenendwerte Berechnungen
Immer die Höhe der Rente (R) multipliziert mit dem jeweiligen Faktor. Formeln dazu werden immer angegeben

Wie wird der nachschüssige Rentenendwertfaktor berechnet?

Wie wird der nachschüssige Rentenbarwertfaktor berechnet?

Wie wird der vorschüssige Rentenendwertfaktor berechnet?

Wie wird der vorschüssige Rentenbarwertfaktor berechnet?

Berechnungsbeispiel für eine Rentenrechnung:
Es wird am 01.01.2015 ein Bankkonto eingerichtet, das mit jährlich 6 % verzinst wird. Beginnend mit dem 01.01.2016 sollen von diesem Konto 10 Jahre lang jährlich 30.000 € abgehoben werden. Welcher Betrag muss am 01.01.2015 eingezahlt werden?
Es muss der nachschüssigen Rentenbarwert gerechnet werden, also Berechnung wie folgt:
Rentenbarwert = R € · (1+i)-1 + R € · (1+i)-2 + ... + R € · (1+i)-10
R0 = 30.000 € · 1,06-1 + 30.000 € · 1,06-2 + ... + 30.000 € · 1,06-10 = 220.802,61 €
Berechnungsbeispiel für eine Rentenrechnung:
Auf ein Sparbuch werden 20 Jahre lang jeweils am 1. Januar 2.000 € eingezahlt. Wie hoch ist das Endvermögen, wenn der Kalkulationszinssatz 6 % beträgt?
Es muss der vorschüssige Rentenendwertfaktor (also REVF) gerechnet werden, also Berechnung wie folgt:
Rentenendwert = R € · (1+i)20 + R € · (1+i)19 + ... + R € · (1+i)
R20 = 2.000 € · 1,0620 + 2.000 € · 1,0619 + ... + 2.000 · 1,06 = 77.985,45 €
ACHTUNG: Beim Endwert ist beim letzten Wert ja hoch 1, Potenz fällt also weg
Annuitätenmethode
Was ermittelt das Verfahren, was ist das Entscheidungskriterium und wie wird es gerechnet?
Gehört zu den klassisch dynamischen Verfahren (vollkommener, unbeschränkter Kapitalmarkt)
Ist eine Umformung der Kapitalwertmethode
Ein beliebig verlaufender Zahlungsstrom wird in eine Folge gleicher Einzahlungsüberschüsse umgewandelt
Die Zahl der Einzahlungsüberschüsse stellt die Nutzungsdauer dar
Entscheidungskriterium:
Wahl der Investition, die das maximale Einkommensniveau verspricht
Berechnung:
(1+i)n−1i⋅(1+i)n * C0 (Kapitalwert)
Für jede Periode wird der Kapitalwert (abgezinst) mit Annuitätenfaktor multiplizieren
Berechnung des Annuitätenfaktors:
Interpretation:
Investition ist vorteilhaft, wenn die Annuität > 0 ist.

Ablauf der Berechnung der Annuitätenmethode
Ermittlung des Kapitalwerts
Jede Zahlung nach der zeitlichen Distanz abzinsen
Anfangsinvestition (negativ) und abgezinste Zahlungen (positiv) addieren
Annuitätenfaktor berechnen
(1+i)n−1i⋅(1+i)n z.B. für 10% Zinsen und 3 Jahre Laufzeit: 1,13−10,1⋅1,13
Kapitalwert * ANF (Annuitätenfaktor)
Was ist der Unterschied zwischen Kapitalwert, Endwert und Annuität hinsichtlich der Beurteilung der Vorteilhaftigkeit von Einzelinvestitionen?
Gibt keinen Unterschied, alle drei Verfahren führen zu identischen Entscheidungsempfehlungen
Interner Zinsfuß
Was ermittelt das Verfahren, was ist das Entscheidungskriterium und wie wird es gerechnet?
Der interne Zinsfuß ist derjenige Zinssatz, bei dem der Kapitalwert genau 0 ergibt.
!!!Bei Alternativenvergleich gilt die Annahme, dass Kapitaleinsatz und nutzungsdauer aller alternativen gleich sind. Sonst sind Differenzinvestitionen nötig!!!
Entscheidungskriterium:
Investition ist vorteilhaft, wenn der interne Zinsfuß größer oder gleich der geforderten Mindestrendite ist.
Berechnung:
Der interne Zinsfuß wird mittels Interpolationsverfahren (Regula Falsi) ermittelt.
zunächst wird der grobe Bereich festgelegt, in dem sich der interne Zinsfuß befindet. Dafür wird der Kapitalwert für beispielhafte Werte ermittelt und bei dem poisitiven und negativen Wert, der am nächsten an 0 ist weitergerechnet
Zwischen diesen beiden Punkten wird mit der Interpolationsformel der interne Zinsfuß grob bestimmt
Formel: i1−c01⋅c01−c01i2−1
i1 / i2 = Zinssätze oben / unten
c01 / c02 = Kapitalwerte oben / unten
Kritik an der Methode des internen Zinsfußes
der interne Zinsfuß wird immer im Interpolationsverfahren berechnet und ist daher ungenau
weil der Graph des int. Zinsfußes exponentiell ist
Es können auch mehrere Zinsfüße oder gar kein Zinsfuß ergeben, daher fehlende Eindeutigkeit
wenn mehrere Zinsfüße berechnet, gibt es zeitlich vermischte Ein- und Auszahlungen
teilweise widersprüchliche oder einfach unlogische Ergebnisse
alle Beträge werden zum internen Zinsfuß verzinst.
Was bedeutet “zusammengesetzte Investition”?
Eine zusammengesetzte Investition ist eine INvestition, bei der mehrere Zinsfüße auftreten. Das ist der Fall, wenn Ein- und Auszahlungsüberschüsse abwechselnd auftreten.
Wenn mehrere Zinsfüße aiftreten, befindet sich die Akzeptanzmenge, also der angestrebte Zinssatz irgendwo dazwischen.
Alternativenvergleich zwischen Kapitalwert und internem Zinsfuß
Fortsetzung folgt
Investitionsrechnungsverfahren in der Bau- und Immobilienwirtschaft
Warum müssen bzw. mussten die klassisch dynamischen Verfahren weiterentwickelt werden?
es fehlte Aussagekraft
hohe Fehleranfälligkeit
Erhöhter Bedarf aufgrund der fortschreitenden Globalisierung
Hohes Risiko wegen der sehr unsicheren Zukunftsströme
Einheitliche und internationale Betrachtung wird erforderlich
Sehr unterschiedliche Zielsetzungen
Komplexere Finanzierungen und Abbildung von versch. Kapitalherkünften benötigt
Leistungsfähigere Software
Grundlagen des vollständigen Finanzplans
Flexibler als die klassisch dynamischen Verfahren
Jährliche Betrachtung der Finanzierungs- und Investitionsoptionen
Unterschiedliche Soll- und Haben-Zinssätze bzw. Kredit- und Anlagezinssätze
Periodenspezifische Betrachtung von Differenzinvestitionen
Unterschiedliche Laufzeiten und Finanzierungsstrategien
Keine Pauschalannahmen wie bei den klassisch dynamischen Verfahren (sondern periodenspezifische)
Entscheidungskriterium des vollständigen Finanzplans
Wahl des Projekts mit der … des VoFi zum Endwert bzw. Finanzsaldo des Eigenkapitals
Schema des vollständigen Finanzplans

Was ist Disagio?
Eine Vorauszahlung von Zinsen am Anfang der Kreditlaufzeit. Quasi eine Zinszahlung im ersten Jahr.
Soll insgesamt die Zinsbelastung senken.
Vor- und Nachteile des VoFi
Vorteile:
systematisches und einfaches Verfahren
ist sehr gut in Excel darstellbar
sehr flexibel in den Darstellungsarten
Berücksichtigung des Verhältnisses von EK zu FK
unterschiedliche Zinssätze einstellbar
sowohl für Soll und haben als auch für versch. Zeitfenster
Nachteile:
nur einperiodige Reinvestition des Cash-Überhangs möglich
Zukünftige Zinsen sind nicht bekannt, deshalb “Schuss ins blaue”
Grundlagen des DCF-Verfahrens
→ ist ein “abgezinste Zahlungsstrom“
Typische Anwendung:
Unternehmensbewertung börsennotierter Unternehmen und internationales Bewertungsverfahren bei Immobilieninvestitionen
Grundsätzlich gilt: bei der Unternehmensbewertung sind beispielsweise folgende wesentliche Einflussgrößen zu beachten:
Wachstum des Marktes (Umsatz)
Kostenentwicklung → Entwicklung der Umsatzrentabilität
Synergie-Effekte (Kosteneinsparungen z. B. aufgrund von Unternehmenszusammenschlüssen)
Weiterentwicklung der Formel des Kapitalwertverfahrens
Ergebnis:
DCF ist prinzipiell ein (sehr) gut geeignetes Verfahren für Immobilieninvestitionen
Wie wird das DCF gerechnet?
Berechnung:
DCF-Verfahren ist in 2 Phasen gegliedert
Phase: Detailphase: 5-10 Jahre lang, jährlicher Cashflow
Restwert(sehr ungenau) / ewige Rente
Formel:
−A0+Summe(CFt⋅(1+i)−t)+Rn⋅(1+i)n
Phase: −A0+Summe(CFt⋅(1+i)−t)
Anfangsinvestition + die abgezinsten Cash-Flow-Beträge je Jahr
Phase: Rn⋅(1+i)n
nur der Restwert
Welche zwei Methoden gibt es hinsichtlich des DCF-Verfahrens?
Entity Methode (Bruttoverfahren)
Es wird grundsätzlich der Cash Flow ALLER Kapitalgeber (also EK und FK) berücksichtigt
Berechnung der Zinssätze:
Kalkulationszinssatz: mittels gewichteter durchschnittl. Kapitalkosten (WACC)
Eigenkapitalzinssatz: mittels kapitalmarkttheoretischer Modelle (meist CAPM)
→ in 3 Ansätze gegliedert
WACC (Weightet Average Cost of Capital)
APV (Adjusted Present Value)
TCF (Total Cash Flow) / FCF (Free Cash Flow)
Equity-Methode (Nettoverfahren)
Bewertung mittels FTE-Ansatz (Flow to Equity)
Was ist WACC (Weightet Average Cost of Capital) und wie wird er berechnet?
Ist ein Ansatz der Entity-Methode im DCF-Verfahren. Bezeichnet die durchschnittlichen Kosten für Eigen- und Fremdkapital eines Unternehmens
Gibt quasi die üblichen Finanzierungskosten des Unternehmens an
Berechnung:
iG=iE⋅GKEK+iF⋅GKFK
iG = Gesamtkapitalkostensatz des Unternehmens
iE = Eigenkapitalkostensatz des Unternehmens
iF = Fremdkapitalkostensatz des Unternehmens
ist statisch
besitzt nur eine recht geringe Aussagekraft, weil:
keine konstanten Kapitalquoten durch Aufnahme und Tilgung von FK
die Tilgungsdauer muss nicht der Dauer der Betriebsphase entsprechen
Zinsbindung muss nicht für die gesamte Betriebsphase bzw. Tilgungsdauer gelten
Schaubild des WACC (Weightet Average Cost of Capital)

Was ist das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
Eine Methode zur Ermittlung des Eigenkapitalkostensatzes, also …

Wie können Fremdkapitalzinsen in der Entwicklungsphase, also Projektentwicklungszinsen bezahlt werden, da es ja noch keinen positiven Cash Flow gibt? Der kommt ja erst mit der Betriebsphase
3 Möglichkeiten:
Zusätzliches Fremdkapital wird aufgenommen
Zuätzliches Fremdkapital wird aufgenommen und Eigenkapital wird dafür verwendet
Zusätzliches Eigenkapital
Bei klassischer Immobilienfinanzierung wird häufig mehr Eigenkapital gerechnet
Vor- und Nachteile der Zahlung der Projektentwicklungszinsen aus zusätzlichem Fremdkapital:
Vorteile:
Wird von Investoren bevorzugt
Nachteile:
Zinseszinseffekte werden deutlich stärker
ist nur möglich, solange der DSCR in der Betriebsphase erfüllt wird
Zins und Tilgung in der Betriebsphase werden höher
Wird von FK-Gebern nicht bevorzugt
EK-FK-Verhältnis verändert sich
Vor- und Nachteile der Zahlung der Projektentwicklungszinsen aus zusätzlichem Fremd- und Eigenkapital:
→ evtl. als ein Kompromiss geeignet
Vorteile:
EK-FK-Verhältnis bleibt gleich
aus Sicht der FK-Geber neutral, ist quasi egal
Nachteile:
weniger Praxisorientiert
Vor- und Nachteile der Zahlung der Projektentwicklungszinsen aus zusätzlichem Eigenkapital:
→ wird häufig in der Praxis angewandt, ist aber nicht zu empfehlen
Vorteile:
von FK-Gebern bevorzugt, da es Risikomindernd wirkt
Nachteile:
zus. EK-Belastung
negative Auswirkungen auf den Kapitalwert und auf den internen Zinsfuß
aus Eigenkapital müssen auch andere Kosten des Projektentwicklers getragen müssen.
Wesentliche Probleme der Übertragung des klassischen DCF-Ansatzes auf die Immobilienbranche
Die erste Phase (Detailphase) ist für langfristige Investitionen zu kurz
Klassische Investitionslehre geht von Anfangsinvestition zu Zeitpunkt t0 aus, ist bei Immobilienprojekten wegen der mehrjährigen Entwicklungsphase aber anders
ewige Rente berücksichtigt keine einmalig anfallenden Zahlungen wie bspw. Modernisierungen
Ewige Rente nach WACC berücksichtigt keine FK-Tilgung, da von einer konstanten Kapitalquote ausgegangen wird. Daher bleibt auch bei getilgtem FK der FK-Zinssatz konstant
auch nach Tilgung des FK bleibt der WACC weiterhin konstant
Risikosituation im Projekt verändert sich ebenfalls über die Zeit, wird im Zinssatz aber nicht berücksichtigt
Restwertberechnung ungenau bzw. nicht vorhanden
konstante Miete in der zweiten Phase, ist aber meist stark veränderlich
Marktzinssatz verändert sich, wird aber als konstant angenommen
Was ist das Adapted Cash Flow Equity Verfahren
Ein am Lehrstuhl entwickeltes Wirtschaftlichkeitsmodell basierend auf der DCF-Methode auf Projektebene.
Das anpassungsfähigste Verfahren für Investoren
Was gehört zu Ein- und Auszahlungen beim ACFE-Modell während der Entwicklungs- und Betriebsphase
Entwicklungsphase | Betriebsphase: | |
Einzahlungen |
|
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Auszahlungen |
|
|
Was sind die Unterschiede zwischen Projekt-Finance und Corporate-Finance?
Welche Parteien sind an Projekten beteiligt?
Sponsoren
Projektinitiatoren und Umsetzer
zwei Arten der Sponsoren:
industrielle Sponsoren (Bau- oder Versorgungsunternehmen)
institutionelle Sponsoren (Eigenkapitalinvestoren: Fonds, Versicherungen etc)
Gründen meist Joint Ventures, um das Projekt außerhalb der eigenen Bilanz zu führen
Kunden / Abnehmer
vielseitig, können öffentlich, privat, institutionell, einzeln etc. sein
Meist besteht ein Vertrag zwischen der Zweckgesellschaft und dem / den Kunden, zum Beispiel:
Konzessionsvertrag
Abnahmevereinbarungen
Subunternehmer
z.B. SPV´s, i.d.R. sehr schlanke Organisationen, die mit Verwaltung des Projekts betraut sind
Erfüllung der vertraglichen verpflichtungen der Parteien meist durch Subunternehmer
Geldgeber
z.B.:
Geschäftsbanken
institutionelle Anleger (z.B. Versicherungsgesellschaften)
Kreditfonds
internationale Finanzinstitutionen und Entwicklungsbanken
Mezzanine-Kapital-Anbieter

Was sind Joint Ventures?
Ermöglichen es, das Projekt komplett außerbilanziell umsetzen zu können. Firmen halten somit maximal 50% , um eine Vollkonsolidierung zu vermeiden
Schaubild Mittelabfluss in den Projektphasen
