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Kriterien für die Wahl einer Erfassungsmethode
Inhaltliche Fragestellung:: Theoretischer Rahmen
Spezifische Merkmale des Untersuchungsobjekts
Personeller zeitlicher und finanzieller Aufwand
Art des Verhaltens und Erlebens: Besonderheiten des Merkmals
Qualität der gewonnenen Infomationen
Möglichkeiten, Erfassungsmethoden zu ordnen
Einzel- vs. Gruppenerhebung
Analyseeinheit
Reaktive vs. nicht-reaktive Erhebungsmethoden
Transparente vs. intransparente Erhebungsmethoden
Teilnahme vs. Nicht-Teilnahme des Forschenden
Typisches vs. maximales Verhalten
Verhaltensbeobachtung: Was kennzeichnet wissenschaftliche Beobachtung
Absicht Annahme zu überprüfen
Systematische Selektion bestimmter Aspekte
Beabschitigte Auswertung der erhobenen Daten
Kriterien der Replizierbarkeit und Objektivität
Probleme der Verhaltensbeobachtung
Reaktivität: Veränderung des Verhaltens durch Wissen und Beobachtung (Hawthorne Effekt)
Beurteilerfehler: Wahrnehmungsfehler und Erinnerungsfehler
Aufwand: Systematische Beobachtung= sehr zeit- und kostenintensiv
Beispiele von Selbstbericht Formaten
Interview
Schriftliche Befragung/Fragebogen
Ambulatory Assessment
Charakteristika des Selbstbericht
Art der Erfassung: mündlich vs. schriftlich
Strukturierungsgrad (bzgl. Ablauf/Abfolge):
Un-/halbstrukturiert (z.B. Essay, narratives Interview)
Vollstrukturiert (alle Fragen un dihre Reihenfolge vorgegeben, z.B. Fragebogen
Standardisierungsgrad (bzgl. Antwortmöglichkeiten):
Unstandardisiert (offene Antworten)
Standardisiert (Vorgabe von Antwortkategorien)
Art des Beurteilers beim Fremdbericht
Private Beziehung zur Zielperson (z.B. Freunde, Partner, Eltern)
Professioneller Kontext (z.B. Arbeitskollegen, Vorgesetzter, Lehrer)
Kurzer Kontakt (Fremde “zero-acquainteinces”)
Formate des Fremdbericht
Schriftliche Befragung (v. a. Fragebogen)
Mündliche Befragung (Interview)
Selten: Ambulatory Assessment A
Anwendungsfelder im Fremdbericht
Persönlichkeitspsychologie
Entwicklungspsychologie
Klinische Psychologie
Paarforschung
Vorrausetzungen von Selbstbericht
Personen beobachten sich selbst und erwerben Wissen über sich selbst
Personen sind fähig und gewillt. dieses Wissen mitzuteilen
Vorausetzungen von Fremdberichten
Interessierende Merkmale sind beobachtbar
Personen beobachten andere und erwerben Wissen über andere
Personen sind fähig und gewillt , dieses Wissen mitzuteilen
Vorteile Selbstbericht
Kein Mensch verfügt über eine Person so viele Informationen wie dieser selbst
Grosse Bandbreite potentiell erfassbarer Merkmale
Bestimmte Merkmale sind nur schwer oder nicht über andere Verfahren zu erfassen (z.B. Stimmungen Kognitionen) N
Nachteile vom Selbstericht
Verfälschungseinflüsse:
formale Antwortstile
inhaltliche Antwortstile
Probleme bei Formale Antwortstile
Ja-sage-tendenz (Akquieszenz)
Tendenz zur Mitte (vs. Extremität )
“Muster” (beim Ankreuzen im Fragebogen )
Probleme mit Inhaltliche Antwortstile
Fremdtäuschung
Selbsttäuschung
Soziale Erwünschtheit
Soziale Erwünschtheit
Soziale Erwünschtheitsskala
Tendenz von Probanden, die Antworten zu geben, die ein gutes Licht auf sie als Person werfen
Kann bewusste Fremdtäuschung und unbewusste Selbsttäuschung enthalten
Umgang mit inhaltlichen Antwortsilen
Anonymität
Berücksichtigung der diagnostischen Situation
Wahl anderer Erfassungsmethoden
Soziale -Erwünschtheitsskalen
Nachteile vom Fremdberichten
Beurteilerfehler:
Formale und inhaltliche Antwortstile
Halo-Effekt
MIlde-Härte-Fehler
Umgang mit Beurteilerfehlern:
Mehrere Fremdberichte (aggregation)
Beurteilerschulungen
Wann nutzt man Textanalytische Methoden?
Für unstrukturierte und unstandardisierte schriftliche Befragungen oder Auswertungen von bereits vorhandenen Texten
Wie lassen sich Ansätze zur Analyse von Texten ordnen?
Analyseakteur (manuell vs. computerisiert)
Zielsetzung
thematische und semantische Analysen
Bandbreite
Art der kodierten Merkmals
Leistungen
Ergebnisse von Handlungen, die nach einem Gütermassstb (richtig/falsch, gut/schlecht) bewertet werden können
Fähigkeiten
Persönlichkeitseigenschaften, die Leitungen ermöglichen
Was messen Leistungstests?
Messen realisierte Leistung bei bestimmten Aufgaben
Wann ist eine Leistung ein Indikator für die Fähigkeit?
die realisierte Leistung ist nur dann ein Indikator für Fähigkeit, wenn Leistungsmotivation (Anstrengung) hoch ist!
Klassifikation von Leistungstest nach Leistungsbereichen?
Allgemeine Leistungstest (z.B. Konzentrationsfähigkeit)
Intelligenztests und spezielle Fähigkeitstests
Wissenstests
Eignungstests
Entwicklungstests
Schultests
Was kennzeichnet indirekte Erfassungsmethoden?
Merkmale werden nicht direkt erfragt, sondern indirekt aus dem gezeigten Verhalten (der Performanz) in einer von der diagnostizierenden Person vorgegebenen Situation erschlossen
Eigenschaften indirekter Erfassungsmethoden
Intransperenz: Nicht offensichtlich, welche Informationen des gezeigten Verhaltens ausgewertet werden und welche Bedeutung diese für ForscherIn haben
=> dadurch geringere Verfälschbarkeit
Arten von indirekten Verfahren
Objektiv erfassbare Verhaltensaspekte
Reaktionszeitgestützte Verfahren
Projektive Verfahren
Objektiv erfassbare Verhaktensaspekte
Grundprinzip: Erfassen durch Auszählen, Zeit messen, Abwiegen
Reaktionszeitgestützte Verfahren
Grundprinzip: Messung der Reaktionszeit bei spezifischen Aufgaben
Projektive Verfahren
Grundannahme: Mechanismus der Projektion: Übertragung der eigenen tabuisierten Wünsche oder Phantasien auf andere Personen
Vorgehen: Messung von Reaktionen auf mehrdeutige Stimuli zur Erfassung von Personen merkmalen
Arten von projektiven Verfahren
Verbale Ergänzungsverfahren
Thematische Apperzeptionstests
Nicht reaktive Verfahren
beruhen auf dem Prinzip der “unaufdringlichen” Messung
=> Personen sind sich nicht dessen bewusst, dass ihr Verhalten für einen wissenschaftlichen Zweck registriert und ausgewertet wird
Multimethodales Vorgehen
Verschiedene Methoden werden zur Erfassung von Merkmalen bzw. zur Beantwortung einer Fragestellung eingesetzt
Vorteile der multimethodalen Vorgehens
1. Jede Erfassungsmethode hat ihre spezifischen Vor-/ Nachteile
Multimodalität psychologischer Konstrukte
Analyse der Validität von Erfassungsmethoden möglich
Divergenz von Methoden als Chance für wissenschaftliche Erkenntnis