• Flächige tangentiale Gewalteinwirkung Oberhautverlust • Epithelmoräne: aufgeschobene Epidermis zeigt Schürfrichtung an ○ an der Leiche: braunrote, lederartig feste Vertrocknung (Wasserverlust) • Bezeichnen die Stelle einer Gewalteinwirkung • Geformt: Abdruckmuster des Werkzeugs → bedeutsam für forensische Rekonstruktion
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Hautrötung
• Häufig Durch eine Weitstellung der Gefässe bedingt verschwinden unter Druck (Glasspatel) --> "wegdrückbar" für sich alleine keine Körperverletzung im rechtlichen Sinn
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Blutungen
Hauteinblutung und Hautunterblutung
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Hauteinblutung
• Blutung in die Haut (Lederhaut) • rot, scharf begrenzt • punktförmig oder kleinfleckig können Form des einwirkenden Gegenstandes abbilden
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Hautunterblutung (= Blutunterlaufung = Hämatom)
• Blutung unter die Haut, ins Unterhautfettgewebe • Unterschiedliche Farbe (abhängig von Tiefe, Hautdicke, Hautfarbe), verändert sich zeitlich (blau, grün, braun, gelb) • unscharf begrenzt • Zerreissung von Gefässen mit Blutung in das Unterhautfettgewebe • häufiger über Widerlager (Knochen) • Ausbildung auch individuell (Krankheit, Alter, Gefässbrüchigkeit) Keine Rückschlüsse auf einwirkenden Gegenstand (unscharf abgegrenzt, Blutung in Umgebung)
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Quetschung
Grad I, II, III, IV
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Ablederung (Decollement)
• lächenhafte Ablösung der Haut von der Unterhaut • bei tangentialer Gewalteinwirkung (z.B. Autoreifen • Gewebshöhle mit starker Einblutung • Hautdehnungsrisse quer zu Zugkraft
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Quetschwunde
Schürfsaum/Vertrocknung: Form --> Rückschluss auf "Waffe" • Wundränder: Meist unregelmässig geformt (gezackt), gequetscht • Gewebsbrücken in der Tiefe
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Differenzierung von Wunden!
• Quetschwunde ○ Zermalmung des Gewebes durch Druckbelastung, besonders bei Knochenwiderlager (Schädel) • Risswunde ○ Zugbelastung, meist Durchsetzen aller Hautschichten, Form auch abhängig von Spaltlinien • NEIN zur RQW (Riss-Quetsch-Wunde) ○ Undifferenziert, exakte Beschreibung erforderlich • Platzwunde: ○ Gewalt kommt von innen z.B. Fraktur
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Stumpfe Gewalt vs. Scharfe Gewalt
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Scharfe Gewalt Definition
Verletzung durch schneidende Werkzeuge
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Scharfe Gewalt: Wundmorphologie
• glatte Kontinuitätsdurchtrennung des Gewebes durch schneidendes Werkzeug • keine Gewebsbrücken • meist Gefässverletzung mit Blutung (nicht immer nach aussen!) Fehlen von Vertrocknungs- und Schürfsaum, ABER: kleinflächige Schürfung am Wundrand durch z.B. Messerschaft möglich
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Verletzung durch scharfe Gewalt
Stichverletzung: • Eindringen eines scharfen/spitzen Gegenstandes überwiegend senkrecht zur Körperoberfläche • --> Wunde tiefer als lang Schnittverletzung: • Eindringen des scharfen Gegenstandes überwiegend längs/parallel zur Körperoberfläche • --> Wunde länger als tief Halbscharfe Gewalt: Hiebverletzung Schlagverletzung mittels scharfem Werkzeug
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Stich
• Wunde tiefer als lang • je nach Gewebespannung auch klaffend • Wundsondierung problematisch: ○ kulissenartige Verschiebung der Gewebeschichten, ausserdem Infektionsgefahr • bei Thorax- und Bauchstichen: ○ ausgedehnte Diagnostik (CT), evtl. operative Revision ○ ausreichend lange Beobachtungszeit, auch bei Verletzung kleinerer Gefässe, langsames Verbluten nach innen möglich • Handlungsfähigkeit noch längere Zeit möglich (auch nach Herzstich)
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Schnitt
• Wunde länger als tief • oft auch Kombination Stich/Schnitt • glatte Wundränder häufig seicht auslaufende Wundränder
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Halbscharfe Gewalt: Hieb
• Schlagwerkzeug mit Schneide (Axt, Hacke, Machete, Schwert, Propeller) • relativ großes Eigengewicht und hohe Energie • glattrandige Durchtrennung von Knochen, dann oft Schartenspuren
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Relevante Fragen:
• Tatwerkzeug • Selbst- oder Fremdbeibringung • Gegenwehr (hinsichtl. Arg- bzw. Wehrlosigkeit des Opfers, Tatablauf) • Rekonstruktion des Tatablaufs • Todesursache
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Befunde --> Tatwerkzeug
• Fotodokumentation der Verletzung vor Wundversorgung (mit Massstab!) • Bestimmung von Klingenbreite und Klingenlänge anhand der Einstichwunde • Wundwinkel: Messer ein- oder zweischneidig ○ Schürfung, kleiner Zipfel = Messerrücken ○ Ausläufer = Schneide • Wundränder: glatte Klinge, Wellenschliff, Sägezähne • Breite der Wunde ev. grösser oder kleiner als Klingenbreite • Stichkanal ev. tiefer oder kürzer als Klingenlänge • Verlauf und Tiefe Stichkanal: Stichrichtung, Position des Opfers, „Heftigkeit“ • Messer gedreht, Position Opfer geändert (wie Herz) • Unterschiedliche Werkzeuge, unterschiedliche Morphologie
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Selbst- oder Fremdhandlung?
Indizien für Selbsthandlung: • Probierschnitte: parallel, oberflächlich • meist entblösste Haut, Kleidung unbeschädigt • leicht zugängliche Regionen (Händigkeit beachten!), typisch Handgelenk / Unterarm, Hals, Herzregion • besonders schmerzempfindliche Regionen (Brustwarzen, Genitalien) ausgespart Bei Toten: • Tatwerkzeug in der Nähe • vertikale Blutabrinnspuren • keine Abwehrverletzungen • Schutz vor Verunreinigung (Badezimmer, Abdeckung) • Abschiedsbrief, psychiatrische Vorgeschichte
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Abwehrverletzungen
Aktiv: • Opfer greift in das Messer • Tiefe, oft lappenförmige Schnittverletzungen • Innenseiten der Hand, Fingerbeugenseite
Passiv: • Opfer wehrt im Unterarm ab • Quer verlaufende Schnitte, auch Durchstiche Unterarm, Kleinfingerkante