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Eine von Grund auf neu gedachte Schule?
Unsere Gesellschaft braucht dringend neue Denk- und Handlungsweisen. Dafür sind junge Menschen entscheidend, die aktiv und bewusst an einer positiven Zukunft mitwirken. Universitäten, besonders in der Lehramtsausbildung, spielen dabei eine zentrale Rolle. Eine Debatte, die sich nur auf Ausbildungsdauer und Mängelverwaltung beschränkt, greift zu kurz – stattdessen braucht es eine grundlegende Erneuerung des Schulsystems, und zwar sofort
Wie ist der derzeitige Unterricht aufgebaut?
Seit 50 Jahren: 50 Minuten Unterricht dann 5 min Pause. Es gibt Alternative z.B. Service Learning, Projektunterricht, Flächenfächer so wie Navi.
Wie kann man Unterricht verändern?
Längerfristige Planung die durch Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung , Politik, Zivilgesellschaft, … umgesetzt wird.
Wie kann Technologie bei der neu Aufbereitung von Bildung helfen?
Das Bildungssystem muss neu ausgerichtet werden, um Schülerinnen besser auf die Zukunft vorzubereiten. Dazu gehören individualisierte Lernwege mithilfe digitaler Technologien, lebensnahe und erlebnisorientierte Lernformen, sowie die Förderung kritischen Denkens und Problemlösungskompetenz. Interdisziplinäres Lernen soll das starre Fächerdenken aufbrechen. Gleichzeitig sind digitale Kompetenzen, soziale und emotionale Fähigkeiten sowie Flexibilität und lebenslanges Lernen entscheidend. Ziel ist es, junge Menschen zu selbstständigen, verantwortungsvollen und reflektierten Weltbürgerinnen zu entwickeln.
Was sind die Ziele der UN für Bildung
UNESCO Prinzip (2030 Nachhaltige Entwicklungen der Vereinten Nationen, 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, welche soziale, ökologische und ökonomische Aspekte umfassen. Gegen Armut, Korruption , Umweltzerstörung) Targets Industrie Länder: 2023 Weltbildungsempfehlung sagt, dass Bildung Frieden. Menschenrechte, Grundfreiheiten behandeln sollte in Schulen. Zu den weiteren Prinzipien gehören, dass Frauen und Männer gleich behandelt und Zugriff auf die gleichen Ressourcen haben sollen um diese, wie vorher besprochene Entwicklung erhalten zu können.
Was umfasst die Empfehlung von UNESCO für Bildung.
Ein internationaler Konsens bietet einen unverbindlichen Leitfaden für Bildung im 21. Jahrhundert. Er umfasst alle Bildungsformen und -ebenen und formuliert zentrale Prinzipien, Lernziele und Handlungsfelder – von Lehrplänen über Lernumgebungen bis zur Lehrer*innenbildung. Im Fokus stehen Kompetenzen wie kritisches Denken, Empathie, Umwelt- und interkulturelle Bildung. Bildung wird dabei lebenslang gedacht, auch außerhalb der Schule, unter Berücksichtigung von Gesundheit, Chancengleichheit und den Folgen des Klimawandels. Alle Bildungsakteure – von Politik bis zur informellen Bildung – sind einbezogen. Kritisches Denken und das Stellen von Fragen darüber, was gerecht und fair ist, Einnehmen und Verstehen anderer Perspektiven und Meinungen, konstruktiver Umgang mit Konflikten.
. Was ist Weltbürgerliche Bildung und Friedenserziehung
Angesichts globaler Herausforderungen genügt grundlegende Bildung nicht mehr – junge Menschen brauchen Werteorientierung und ein tieferes Verständnis der Welt. Bildung soll sie befähigen, sinnstiftend zu handeln und sich als Teil einer globalen Gemeinschaft zu sehen. Ziel ist es, durch die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Haltungen wie Toleranz, Respekt und Verantwortung die Entwicklung zu respektvollen Menschen zu fördern – mit dem übergeordneten Ziel, Menschenrechte und Frieden zu sichern. Verbundenheit nicht nur zum Herkunftsland sondern zu ganzen globalen Gemeinschaft.
Wieso braucht man eine Einführung in Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Bildungswissenschaften?
• Aufgrund der Umstrittenheit des pädagogischen Wissens
• Aufgrund der Einzigartigkeit jeder einzelnen pädagogischen Situation
• Aufgrund des Zukunftsbezugs des pädagogischen Handelns
Umstrittenheit des pädagogischen Wissens->Urteilsfähigkeit
Einzigartigkeit jeder einzelnen pädagogischen Situation->Hermeneutische Fähigkeit
Zukunftsbezug des pädagogischen Handelns->Fähigkeit zum lebenslangen Weiterdenken
Dies alles Führt zu einer Reflektionskompetenz
Spannungsfelder zwischen Autonomie und Zwang
Selbstständigkeit und Unterwerfung
Spannungsfeld zwischen Organisation und Interaktion
Organisation (Gesetzliche Regeln, Lehrpläne, Schulformen) und Interaktion (Kritik der Lebensfernen Schule durch Reformpädagogik, Forderung, dass innere Notwendigkeiten eines Schülers respektiert werden, wie z.B. Pause und Raumnutzung nach Bedarf, jedoch bringt es auch organisatorische Herausforderungen, Regelungen ständig aushandeln, Mehr Konfliktregelung)
Spannungsfelder kultureller Polarisierung
In einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft mit vielfältigen Lebensformen, Weltanschauungen und Werten wird die Erziehung zu festen Normen hinterfragt. Allgemeingültige Regeln pädagogischen Handelns werden relativiert. Die Aufgabe von Pädagog*innen besteht darin, unterschiedliche Lebensentwürfe zu ermöglichen und Lernprozesse zu begleiten statt zu führen. Dies bringt neue Anforderungen und Belastungen für Lehrpersonen mit sich.
Spannungsfelder von Nähe und Distanz
Vorwurf gegen Nähe: Eingriff in die Privatsphäre des Heranwachsenden und seiner Familie.
Vorwurf gegen Distanz: Distanziertes Vermitteln von Fachinhalten
Liebe und Fürsorglichkeit von Lehrer für seine Schüler vs. „Liebe zum Kind“ als problematische Verwicklung, überfordernder Anspruch, Verfehlung der Professionalität. Beruflich-pädagogisches Handeln nicht vereinbar mit familialer Intimität
Spannungsfelder zwischen Allgemeinbildung und sozialer Brauchbarkeit
Bildung um Bildungswillen (für Allgemeinbildung und Vollkommenheit) ODER Bildung als Qualifizierung (z.B. für den Arbeitsmarkt)
Spannung zwischen Entfaltung kindlicher Natur und Disziplinierung
Disziplinierung von natürlichen Leidenschaften und Neigungen durch Strafmaßnahmen oder durch pädagogisch angeleitete Selbstdisziplinierung
VUCA Volatility
· Hohe Geschwindigkeit, Intensität und Instabilität von Prozessen
· Schwankungsbreiten können sehr hoch sein
· Viele dynamische Aspekte sind betroffen
VUCA Uncertainty
· Unbekanntheit und Unvorhersehbarkeit zukünftiger Ereignisse
· Neues entsteht scheinbar aus dem Nichts
· Viele Szenarien sind möglich, die Effekte des eigenen Handelns sind Unklar
VUCA Complexity
· Viele verschiedene Arten von Systemen
· Es gibt unzählige Aspekte Elemente und Ebenen
· Elemente sind hochgradig vernetzt
VUCA Ambiguity
· Situationen können unterschiedlich bewertet unmd beschrieben werden
· Keine einfachen Erklärungen mehr möglich
· Unterschiedliche Beobachter beschreiben die Situation deutlich unterschiedlich
. Welche Kompetenzen benötigen junge Menschen heute und für ihre unmittelbare Zukunft, um sich konstruktiv und produktiv mit globalen Entwicklungen auseinandersetzen zu können und schrittweise urteilsfähig, mitbestimmungsfähig und mitgestaltungsfähig zu werden, laut Klafki?
Kritikbereitschaft und –fähigkeit
• Argumentationsbereitschaft und –fähigkeit
• Empathie
• Zusammenhangsdenken oder vernetzendes Denken
Was sind die epochaltypische Schlüsselprobleme der modernen Welt
1. Die Friedensfrage
2. Die Umweltfrage
3. Gesellschaftlich produzierte Ungleichheit
4. Gefahren und Möglichkeiten der neuen Steuerungs-, Informations- und Kommunikationsmedien
5. Ich-Du-Beziehungen
Pädagogische Ansätze zur Umsetzung der globalen Perspektive im Unterricht
• Bildung für nachhaltige Entwicklung
• Umweltbildung
• Friedenspädagogik
• Menschenrechtsbildung
• Inter- multi-, transkulturelle Bildung
•Rassismus kritische Bildung
• Interreligiöse Bildung
• Entwicklungspädagogik
• Migrationspädagogik
• Politische Bildung
• Postkoloniale Zugänge
• Globales Lernen • Global Citizenship Education
Warum ist es für Pädagog*innen wichtig, Theorien und Methoden zu kennen, statt nur nach festen Handlungsanweisungen zu arbeiten?
Der Text erklärt, warum angehende Pädagog*innen sich mit Theorien, Begriffen und Methoden der Erziehungswissenschaft beschäftigen müssen. Pädagogisches Handeln kann nicht durch feste Rezepte oder Anweisungen gelernt werden, sondern erfordert wissenschaftliche Reflexion und Verständnis. Theorien helfen dabei, Situationen zu durchdenken und begründet zu handeln, anstatt nur mechanisch Regeln zu befolgen.
Warum ist Urteilskompetenz für Pädagoginnen wichtiger als das bloße Übernehmen von Meinungen oder Anweisungen
Pädagogisches Wissen ist umstritten – es gibt viele unterschiedliche und teils gegensätzliche Ansichten darüber, was „richtiges“ pädagogisches Handeln ist. Daher reicht es nicht, einer Meinung einfach zu folgen. Lehrkräfte müssen lernen, verschiedene Positionen kritisch zu vergleichen und begründet ein eigenes Urteil zu bilden. Diese Urteilskompetenz entwickelt sich besonders durch die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Theorien.
Warum ist für Pädagog*innen die hermeneutische Kompetenz so wichtig?
Pädagogisches Handeln kann nicht nach festen Regeln erfolgen, weil jede Situation und jeder Mensch einzigartig ist. Lehrkräfte müssen ihr Wissen daher immer auf den konkreten Fall beziehen und individuell handeln. Diese Fähigkeit, besondere Situationen und Menschen zu verstehen und angemessen zu reagieren, nennt man hermeneutische Kompetenz.
Warum muss pädagogisches Wissen auch für eine unbekannte Zukunft tauglich sein?
Pädagogisches Handeln ist immer zukunftsbezogen. Das Wissen, das Studierende im Studium erwerben, entfaltet seine Bedeutung erst in der späteren Berufspraxis und muss sich über viele Jahrzehnte hinweg bewähren – oft unter Bedingungen, die heute noch unbekannt sind. Deshalb müssen Pädagog*innen so ausgebildet werden, dass sie mit zukünftigen, unvorhersehbaren Herausforderungen umgehen können.
Warum ist Reflexionskompetenz ein zentraler Bestandteil pädagogischer Handlungskompetenz?
Da pädagogisches Handeln immer unter neuen und unbekannten Bedingungen stattfindet, müssen Lehrkräfte ihr Wissen flexibel, kritisch und kreativ auf wechselnde Situationen anwenden können. Diese Fähigkeit nennt man Reflexionskompetenz. Sie umfasst Urteilskraft, hermeneutische Kompetenz und lebenslanges Weiterdenken – also die Fähigkeit, Wissen ständig zu hinterfragen, anzupassen und weiterzuentwickeln.
Warum ist weder reines Theoriewissen noch völlige Unvoreingenommenheit ausreichend für gutes pädagogisches Handeln?
Es wird das Verhältnis von Theorie und Praxis mit einer Reise in ein fremdes Land verglichen: Wer sich nur auf „Reiseführer“ (Theorien) verlässt, sieht die Realität verzerrt. Wer jedoch ganz ohne Vorbereitung reist, versteht vieles nicht. Gutes pädagogisches Handeln erfordert also sowohl theoretisches Wissen als Orientierung als auch Offenheit und Wahrnehmungsfähigkeit für die konkrete Situation.
Wie können Theorie und Praxis in der Pädagogik sinnvoll miteinander verbunden werden?
Das Verhältnis von Theorie und Praxis in der Pädagogik erfordert einen „dritten Weg“: Studierende sollen sich theoretisches Wissen aneignen, um vorbereitet zu sein, dieses Wissen aber in der Praxis kritisch erproben und weiterentwickeln. Theorie und Praxis müssen sich also gegenseitig beeinflussen – Theorien helfen beim Verstehen von Situationen, und praktische Erfahrungen zeigen, wo Theorien angepasst oder erweitert werden müssen.
Warum ist es wichtig, im Studium pädagogisches Handeln in Ruhe reflektieren zu können?
In der Praxis müssen Entscheidungen oft schnell und unter Zeitdruck getroffen werden, während im Studium Zeit bleibt, Situationen in Ruhe zu analysieren und Alternativen zu bedenken. Das Studium bietet somit die Chance, praktisches Handeln theoretisch zu reflektieren und sich auf spätere Entscheidungssituationen vorzubereiten.
Was versteht man unter Allgemeinbildung im Zusammenhang mit den „epochaltypischen Schlüsselproblemen“?
Das sogenannte Kanonproblem, behandelt die Frage, welche kulturellen und wissenschaftlichen Inhalte zur Allgemeinbildung gehören sollen. Allgemeinbildung bedeutet laut Autor, ein historisch vermitteltes Bewusstsein für zentrale Probleme der Gegenwart und Zukunft zu entwickeln und Verantwortung für deren Bewältigung zu übernehmen. Dabei sollen sogenannte epochaltypische Schlüsselprobleme wie Frieden, Umwelt oder soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt stehen. Besonders hervorgehoben wird das Thema Friedenserziehung, die als langfristige pädagogische Aufgabe verstanden wird, um kritisches Denken und verantwortliches Handeln zu fördern.
Welche zwei Hauptthemen sollten in der Friedenserziehung behandelt werden?
Friedenserziehung soll im Unterricht sowohl makrosoziologische und makropolitische Ursachen von Kriegen (z. B. wirtschaftliche Interessen, Ungleichheit, Nationalismus) als auch gruppen- und massenpsychologische Ursachen (z. B. Feindbilder, Vorurteile) thematisieren. Sie soll helfen, kollektive Aggressionen zu erkennen und abzubauen. Dabei wird betont, dass diese kollektiven Phänomene von individueller Aggressivität zu unterscheiden sind. Außerdem werden die „Krieg-und-Frieden“-Frage und die „Umweltfrage“ als zentrale Schlüsselprobleme genannt, die die Verantwortung des Menschen für Frieden und nachhaltige Entwicklung betreffen.
Warum wird die industrielle Gesellschaft als „Risikogesellschaft“ bezeichnet?
Zukünftige Gesellschaften werden stark technisiert und industrialisiert sein. Eine Rückkehr zu vorindustriellen Zuständen ist weder möglich noch wünschenswert. Gleichzeitig stellt die Ungleichheit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern eine Form struktureller Gewalt dar. Um Frieden zu fördern, müssen Wege gefunden werden, die Industrialisierung ökologisch und sozial verträglich zu gestalten. Es wird betont, dass die industrielle Gesellschaft zu einer „Risikogesellschaft“ geworden ist, deren unreflektierte Wachstumslogik zu Umweltzerstörung und Ressourcenerschöpfung führt. Bildung soll daher ein Bewusstsein für die globalen Umweltprobleme und ihre Ursachen in der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung schaffen.
Wie kann Bildung dazu beitragen, Umweltbewusstsein und soziale Gerechtigkeit zu fördern?
Die Notwendigkeit, umweltfreundliche Technologien und ressourcenschonende Produktionsweisen zu entwickeln sowie den Konsum zu reduzieren, sollte betont werden. Er fordert außerdem eine demokratische Kontrolle über wissenschaftlich-technologische Entwicklungen, um negative Folgen zu vermeiden. Bildung soll schon früh dazu beitragen, Kinder für Umweltbewusstsein und nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren. Ein weiteres zentrales Problem ist die gesellschaftlich produzierte Ungleichheit – etwa zwischen sozialen Klassen, Geschlechtern, Menschen mit und ohne Behinderung oder Einheimischen und Ausländern. Diese Ungleichheiten sollen durch Bildung und Erziehung abgebaut werden.
Wie kann Bildung dazu beitragen, den umwelt- und sozialschädlichen Folgen der industriellen Entwicklung entgegenzuwirken?
Zukünftige Gesellschaften werden weiterhin industriell und technologisch geprägt sein, was zu einer „Risikogesellschaft“ führt. Die bestehenden Ungleichheiten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sollen verringert werden, ohne die Fehler der Industrialisierung zu wiederholen. Es wird betont, dass das bisherige Fortschrittsverständnis – geprägt von unreflektiertem Wachstum, Ressourcenerschöpfung und Umweltzerstörung – überdacht werden muss. Bildung soll helfen, diese Probleme bewusst zu machen und alternative, nachhaltige Entwicklungswege aufzuzeigen.
Wie können technologische Entwicklungen umweltfreundlich und sozial gerecht gestaltet werden?
Umweltbewusstsein: Die Entwicklung ressourcenschonender und energiesparender Technologien sowie die Förderung umweltfreundlicher Produktions- und Konsumweisen.
Demokratische Kontrolle: Eine dauerhafte gesellschaftliche Kontrolle über wirtschaftlich-technologische Entwicklungen, um ökologische und soziale Schäden zu vermeiden.
Ungleichheit: Die Bekämpfung gesellschaftlicher Ungleichheiten zwischen sozialen Gruppen, Geschlechtern, Menschen mit und ohne Behinderung, Beschäftigten und Arbeitslosen sowie zwischen verschiedenen Kulturen und Nationen.
Zudem wird auf die Folgen der technologischen Rationalisierung hingewiesen, etwa Arbeitsplatzverlust, veränderte Qualifikationsanforderungen und Auswirkungen auf Freizeit und Kommunikation.
Warum ist es wichtig, verschiedene Perspektiven bei der Lösung von Schlüsselproblemen zu berücksichtigen?
Die Auseinandersetzung mit Schlüsselproblemen soll im Bildungswesen zentral sein. Diese Diskussion soll nicht nur Lösungen suchen, sondern das Verständnis fördern, dass es verschiedene Antworten auf Zukunftsfragen geben kann – abhängig von sozialen, ökonomischen und kulturellen Perspektiven. Dabei geht es nicht um die Gleichwertigkeit aller Positionen, sondern darum, kritisch zu prüfen, ob Lösungsansätze auf alle Betroffenen übertragbar sind. Ziel ist es, die Eigenständigkeit und Reflexionsfähigkeit der Lernenden zu fördern.
Was ist das Ziel von Allgemeinbildung ?
Allgemeinbildung bedeutet, sich mit zentralen gesellschaftlichen „Schlüsselproblemen“ auseinanderzusetzen. Ziel ist es, kritisch, problemorientiert und selbstbestimmt zu lernen. Bildung soll Menschen befähigen, unterschiedliche Sichtweisen zu verstehen, eigene Positionen zu entwickeln und diese argumentativ zu vertreten – ohne Gewalt oder Manipulation. Sie dient der Förderung von Selbst- und Mitbestimmung, Solidarität und verantwortlichem Handeln.
Welche grundlegenden Fähigkeiten sollen durch die Auseinandersetzung mit Schlüsselproblemen entwickelt werden?
Kritikfähigkeit und Selbstkritik, um eigene und fremde Argumente zu hinterfragen.
Argumentationsfähigkeit, um sich konstruktiv in Diskussionen einzubringen und gemeinsame Erkenntnisse zu gewinnen.
Empathie, also die Fähigkeit, sich in andere Perspektiven hineinzuversetzen und unterschiedliche Sichtweisen gleichberechtigt anzuerkennen.
Vernetzendes Denken, das Zusammenhänge zwischen individuellen Handlungen und globalen Problemen (z. B. Umwelt, Energie, Klima, Wirtschaft) erkennt.
Warum ist vernetztes Denken in der Bildung wichtig?
Moderne Probleme wie Umweltzerstörung, Energieverbrauch oder soziale Ungleichheit können nur durch vernetztes Denken verstanden und gelöst werden. Bildung soll daher fächerübergreifend gestaltet werden, um Schüler*innen zu befähigen, komplexe Zusammenhänge zu erkennen und kritisch zu reflektieren. Dazu gehören Fähigkeiten wie Kritik- und Argumentationsfähigkeit sowie Empathie, die helfen, verschiedene Perspektiven zu verstehen und begründete Entscheidungen zu treffen, ohne Zwang oder Gewalt.
Warum soll Bildung mehr als nur kognitives Wissen vermitteln?
Allgemeinbildung ist nicht nur Wissen, sondern auch emotionale, moralische und politische Verantwortung. Bildung soll Lernenden ermöglichen, eigene Erfahrungen zu reflektieren und Entscheidungs- und Handlungskompetenz zu entwickeln. Themen wie Frieden, Arbeit, Sexualität oder soziale Ungleichheit dürfen nicht nur theoretisch behandelt werden, sondern müssen an reale Lebenssituationen anknüpfen.
Daraus folgt die Forderung nach einem Problem- oder Epochalunterricht, bei dem fächerübergreifend und projektorientiert gearbeitet wird. Lehrerteams sollen dabei für kontinuierliche Beziehungen und stabile Lernumgebungen sorgen, um emotionale Sicherheit, Vertrauen und Zusammenarbeit zu fördern.
Welche vier Prinzipien sollen laut dem Text den „Problemunterricht“ bestimmen?
Der Text beschreibt vier zentrale Prinzipien des „Problemunterrichts“:
Exemplarisches Lernen – Schülerinnen und Schüler sollen anhand weniger, aber bedeutungsvoller Beispiele grundlegende Prinzipien und Zusammenhänge verstehen.
Methodenorientiertes Lernen – Lernende sollen allgemeine Lern- und Erkenntnismethoden erwerben und diese praktisch anwenden können.
Handlungsorientierter Unterricht – Lernen soll durch eigenes Tun, Projekte, Experimente und praktische Erfahrungen innerhalb und außerhalb der Schule geschehen.
Verbindung von sachbezogenem und sozialem Lernen – Lernen erfolgt gemeinsam, z. B. in Gruppen, durch Kooperation, Konfliktbewältigung und Austausch von Argumenten.
Worin unterscheidet sich die Arbeit einer Ärztin grundlegend von der einer Friseurin?
Während die Friseurin das äußere Erscheinungsbild verbessert und damit das Wohlbefinden stärkt, greift die Ärztin in existenzielle menschliche Krisen wie Krankheit und Leiden ein. Beide arbeiten am Menschen, aber die ärztliche Tätigkeit ist durch ihre existenzielle Bedeutung besonders. Ähnlich wie der IT-Berater bei technischen Störungen hilft, greift die Ärztin bei Störungen des physischen oder psychischen Wohlbefindens ein.
Warum kann die Arbeit einer Ärztin nicht so stark standardisiert werden wie die eines Handwerkers oder Ingenieurs?
Während handwerkliche und technische Berufe meist klar strukturierte Routinen mit vorhersehbaren Ergebnissen haben, arbeitet die Ärztin mit Menschen, deren körperliche und psychische Reaktionen individuell verschieden sind. Ihre Tätigkeit verlangt daher nicht nur wissenschaftliches Wissen, sondern auch Interpretation, Einfühlungsvermögen und flexible Urteilsfähigkeit, da sie auf unvorhersehbare Situationen reagieren muss.
Welche Unterschiede bestehen zwischen handwerklichen und akademischen Berufen in Bezug auf Ausbildung und Qualifikation?
Alle Berufe erfordern eine fundierte Ausbildung, praktische Erfahrung und eine abschließende Zertifizierung. Während handwerkliche Berufe meist über eine Lehre und Meisterprüfung qualifiziert werden, basieren akademische Berufe wie die der Bauingenieurin oder Ärztin auf einem Hochschulstudium und wissenschaftlicher Expertise. Es wird betont, dass berufliche Zertifikate Vertrauen schaffen und fachliche Kompetenz sichern, sich aber in Dauer, Art des Wissens und Verantwortungsgrad stark unterscheiden.
Wodurch unterscheidet sich professionelles Handeln von routiniertem Handeln?
Professionelles Handeln basiert auf wissenschaftlich fundiertem Wissen, das kritisch überprüft wird. Es unterscheidet sich von routiniertem Handeln, da es Unsicherheit und individuelle Situationen berücksichtigen muss. Professionelles Handeln bezieht sich direkt auf Menschen und erfordert Deutungs- und Beziehungskompetenz. Es zielt auf den Erhalt der Integrität und das Wohl von Klientinnen und Klienten ab und geschieht in einer vertrauensvollen, verantwortlichen Beziehung. Zudem hat es einen universellen Anspruch, da professionelle Hilfe unabhängig von Person oder Situation gewährt wird.
Wie schafft es die Lehrerin, Daniel trotz seiner ablehnenden Haltung für das Lesen zu interessieren?
Eine Englischlehrerin beschreibt, wie sie am ersten Schultag mit einem provokativen Schüler namens Daniel umgeht, der Lesen ablehnt. Statt ihn zu bestrafen oder bloßzustellen, reagiert sie ruhig, respektvoll und humorvoll. Sie versteht sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und findet eine Balance zwischen Nähe und Distanz. Durch ihr einfühlsames Handeln gelingt es ihr, Daniel zum Lesen zu bewegen. Der Text zeigt, dass Taktgefühl und Verständnis wichtiger sind als theoretisches Wissen oder feste Regeln im Unterricht.
Warum fühlt sich die Lehrerin nach dem Vorfall mit Daniel enttäuscht und was erkennt sie später über sich selbst?
Der Text erklärt, dass pädagogisches Taktgefühl und Nachdenklichkeit eng miteinander verbunden sind. Eine reflektierte Lehrperson kann besser auf Situationen reagieren und angemessen handeln. Die Lehrerin hat mit Daniel eine gute Beziehung aufgebaut, obwohl er oft respektlos und provokant ist. Sie erkennt sein Potenzial und fordert ihn heraus, gleichzeitig versucht sie, ihm Grenzen zu setzen. Doch in einer Unterrichtssituation verliert sie die Kontrolle, als Daniel einen Mitschüler verspottet. Sie reagiert wütend und fühlt sich danach enttäuscht und unsicher über ihr eigenes Verhalten. Erst später versteht sie, was passiert ist und reflektiert ihr Handeln.
Wie kann ein einfacher Blick oder eine kleine Geste das Verhältnis zwischen Lehrer:in und Schüler:in beeinflussen?
Ein Schüler schildert eine beeindruckende Unterrichtsszene, in der ein Lehrer mit einem einfachen Sonnenstrahl eine ganze Lektion über Licht und Reflexion einleitet. Durch seine ruhige, aufmerksame Art und seinen bedeutungsvollen Blick schafft der Lehrer eine besondere Lernatmosphäre. Der Text zeigt, dass pädagogisches Taktgefühl und Achtsamkeit nicht aus festgelegten Methoden entstehen, sondern aus einer echten, ganzheitlichen Beziehung zwischen Lehrer:in und Schüler:in. Ein Blick oder eine kleine Geste kann mehr vermitteln als viele Worte – denn Kinder spüren die Echtheit der Lehrkraft. Wahre pädagogische Autorität beruht auf innerer Haltung, nicht auf äußerer Kontrolle.
Wie veränderte sich Erziehung im Zeitalter der Aufklärung?
Die Aufklärung ist eine Epoche, die durch die Betonung von Vernunft, Autonomie und Bildung geprägt ist. Erziehung wird in diesem Kontext als zentraler Mechanismus betrachtet, um den Menschen zur Mündigkeit zu führen. Erziehung zielt darauf ab, Individuen in die Lage zu versetzen, ihr Leben selbstbestimmt und nach rationalen Prinzipien zu gestalten.
Kants Zweck der Erziehung
· Kant sieht die Erziehung als Mittel zur Entwicklung der menschlichen Vernunft und Moral. Der Mensch ist nicht von Natur aus vernünftig, sondern muss durch Erziehung dazu gebracht werden, moralische Prinzipien zu verstehen und zu befolgen.
· Ziel ist es, den Menschen zu einem autonomen Wesen zu machen, das in der Lage ist, universelle moralische Gesetze anzuerkennen und sich danach zu richten.
Kants Phasen der Erziehung
· Disziplinierung: Die ersten Schritte der Erziehung zielen darauf ab, die animalischen Instinkte zu kontrollieren.
· Kultvierung: Dies umfasst die Ausbildung von Fähigkeiten, die für das praktische Leben notwendig sind.
· Zivilisierung: Diese Phase bereitet den Menschen auf ein harmonisches Zusammenleben in der Gesellschaft vor.
· Moralisierung: Der letzte Schritt ist die Entwicklung der Fähigkeit, moralisch zu handeln und nach Prinzipien zu leben.
Kants Erziehung und Freiheit:
Für Kant ist Freiheit ein zentraler Begriff. Er betont, dass wahre Freiheit nicht bedeutet, allen Impulsen nachzugeben, sondern in der Fähigkeit besteht, nach den Gesetzen der Vernunft zu handeln. Die Erziehung soll den Menschen darauf vorbereiten, diese Art von Freiheit zu erlangen.
Kants Rolle des Erziehers:
Kant weist darauf hin, dass Erzieher eine immense Verantwortung tragen, da sie die Grundlagen für das zukünftige Handeln der Menschen legen. Sie sollen die Balance finden zwischen Anleitung und Förderung der Eigenständigkeit.
Kants Bildung für die Allgemeinheit:
Kant hebt hervor, dass die Erziehung nicht nur das Individuum betrifft, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes. Eine aufgeklärte Erziehung führt zu einer besseren, gerechteren Welt, da mündige Bürger in der Lage sind, vernünftige Entscheidungen zu treffen.
Was hat Kant bewirkt?
Kant bietet mit seinem Erziehungsbegriff eine philosophische Grundlage, die weit über seine Zeit hinausreicht. Die Idee, dass Erziehung den Menschen zur Autonomie führt, ist bis heute relevant. Gleichzeitig stellt seine Betonung der Moralisierung eine Herausforderung dar, da sie hohe Anforderungen an die Erzieher und die Erziehungsinstitutionen stellt.
Brezinkas Definitorischer Ansatz:
Brezinka definiert Erziehung als ein zielgerichtetes soziales Handeln, bei dem Erwachsene bewusst Einfluss auf Kinder und Jugendliche ausüben, um bestimmte psychische Dispositionen (Einstellungen, Fähigkeiten, Verhaltensweisen) zu fördern.
· Normativität: Erziehung ist für Brezinka stets normativ geprägt, da sie Werte und Ziele verfolgt.
· Zielorientierung: Sie hat den Zweck, die Anpassung an gesellschaftliche Erwartungen zu erleichtern und zur Persönlichkeitsentwicklung beizutragen.
Brezinkas Kritik an ideologischen Ansätzen
· Brezinka distanziert sich von pädagogischen Ansätzen, die seiner Meinung nach zu sehr von weltanschaulichen oder ideologischen Überzeugungen geprägt sind. Er fordert eine stärkere Orientierung an empirisch wissenschaftlichen Methoden.
Brezinkas Erziehungswissenschaft als Realwissenschaft:
· Brezinka argumentiert, dass die Erziehungswissenschaft eine wertfreie Beschreibung von Erziehungsprozessen liefern sollte. Er lehnt dabei eine zu starke philosophische Fundierung ab und plädiert für einen realistischen Zugang zur Erziehung.
· Sein Ansatz ist stark funktionalistisch: Erziehung wird als Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilität verstanden
Krons Erziehung als Teil von Sozialisation:
· Kron sieht Erziehung nicht isoliert, sondern als Teil eines umfassenderen Prozesses der Sozialisation, bei dem Individuen in gesellschaftliche Strukturen eingebunden werden.
· Dieser Ansatz betont die Wechselwirkung zwischen individueller Entwicklung und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
Krons Kritik an Brezinkas funktionalistischen Ansatz
Kron kritisiert Ansätze wie die von Brezinka, die Erziehung zu sehr als Anpassungsprozess betrachten. Für Kron ist Erziehung ein dialogischer Prozess, der sowohl die Entwicklung von Autonomie als auch die Fähigkeit zur sozialen Verantwortung fördern soll
Krons Theorie der Selbsttätigkeit
· Kron betont, dass Kinder und Jugendliche nicht passiv sind, sondern aktiv an ihrer eigenen Entwicklung arbeiten.
· Erziehung sollte Raum für Selbstentfaltung schaffen, statt nur gesellschaftliche Anforderungen zu vermitteln.
Krons Erziehung in der postmodernen Gesellschaft
· Kron beschäftigt sich intensiv mit den Herausforderungen der Erziehung in einer globalisierten und pluralistischen Gesellschaft. Er fordert eine Bildung, die auf Vielfalt eingeht und den Lernenden hilft, sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden.
Vergleich: Brezinka vs. Kron
1. Gemeinsamkeiten:
· Beide erkennen die normative Dimension der Erziehung an.
· Beide betonen die Rolle von Erziehung als Mittel, um Individuen in die Gesellschaft einzubinden.
2. Unterschiede:
· Normativer Ansatz (Brezinka) vs. offene Perspektive (Kron):
Brezinka sieht Erziehung als einen Prozess mit klaren Zielen, während Kron die Offenheit und dialogische Struktur betont.
· Wissenschaftsorientierung (Brezinka) vs. pädagogische Praxis (Kron):
Brezinka ist stärker auf empirisch-wissenschaftliche Zugänge fixiert, während Kron den praxisorientierten Charakter der Erziehung hervorhebt.
Kollers Pluralität als Herausforderung und Chance
Koller argumentiert, dass moderne Erziehung sich nicht auf eine einheitliche Theorie stützen kann. Stattdessen muss sie flexibel auf verschiedene gesellschaftliche Kontexte eingehen
Kollers Dynamik der Erziehung
· Erziehung wird als dynamischer Prozess verstanden, der sich zwischen Autonomie und sozialer Eingebundenheit bewegt.
· Kollers Ansatz ist stark von postmodernen Theorien geprägt, die die Vielfalt von Perspektiven und die Kontextabhängigkeit betonen.
Kollers Normativität und Reflexivität
· Koller plädiert für eine reflektierte Erziehungspraxis, die sich ihrer eigenen normativen Grundlagen bewusst ist und offen für Kritik bleibt.
Koller der Vermittler zwischen Brezinka und Kron
• Er erkennt die Bedeutung empirischer Wissenschaftlichkeit (Brezinka), ohne die Bedeutung von Selbstentfaltung und dialogischen Prozessen (Kron) zu vernachlässigen an.
• Erziehung in der Gegenwart erfordert einen integrativen Ansatz, der sowohl individuelle Bedürfnisse als auch gesellschaftliche Anforderungen berücksichtigt.
Was ist Neuhumanismus
Der Neuhumanismus entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert als eine Bildungsbewegung, die eine Rückbesinnung auf die antike griechische und römische Kultur betonte. Er entstand als Reaktion auf utilitaristische Ansätze, die Bildung rein als Mittel zur ökonomischen Nützlichkeit betrachteten. Der Fokus lag auf der ganzheitlichen Entfaltung des Menschen durch die Auseinandersetzung mit klassischer Literatur und Philosophie.
Kernelemente des neuhumanitischen Bildungsbegriff
• Autonomie des Individuums: Bildung zielt darauf ab, die Fähigkeit zur Selbstbestimmung und kritischen Reflexion zu fördern.
• Ganzheitlichkeit: Die Bildung umfasst die intellektuelle, moralische und ästhetische Entwicklung einer Person.
• Orientierung an der Antike: Die Werke der griechischen und römischen Antike dienen als Vorbilder für kulturelle und ethische Bildung.
• Humanität als Ideal: Bildung wird als Prozess verstanden, der zur Verwirklichung eines idealen Menschseins führt.
Theoretische Grundlagen des Neuhumanismus
• Wilhelm von Humboldt: Er betonte, dass Bildung der "höchsten und proportionierlichsten Ausbildung der Kräfte des Menschen" dienen sollte.
• Johann Gottfried Herder und Johann Joachim Winckelmann: Beide sahen die Antike als Maßstab für die menschliche Entwicklung.
• Universalbildung: Bildung soll nicht auf spezialisierte Fähigkeiten abzielen, sondern eine umfassende Entwicklung ermöglichen.
1. Pädagogische Umsetzung des Neuhumanismus
• Der neuhumanistische Bildungsansatz hatte erhebliche Auswirkungen auf Schulen und Universitäten. Besonders das Gymnasium wurde zur zentralen Institution, um die klassischen Sprachen und die humanistische Bildung zu vermitteln.
• Kritiker werfen jedoch vor, dass dieser Ansatz oft elitär war und sich auf eine begrenzte gesellschaftliche Schicht konzentrierte
1. Kritik und Relevanz des Neuhumanismus heutzutage
• Die Elitenbildung und der Fokus auf die Antike wurden von späteren Bewegungen wie dem Pragmatismus und der Reformpädagogik hinterfragt.
• Dennoch bleibt der neuhumanistische Bildungsbegriff ein bedeutender Bezugspunkt in der Diskussion um die Werte und Ziele moderner Bildung.
1. Definition und Wandel des Bildungsbegriffs
• Bildung wird traditionell als individueller Entwicklungsprozess betrachtet, der auf Selbstverwirklichung und gesellschaftliche Teilhabe abzielt.
• Der Bildungsbegriff hat sich in der Moderne erweitert und diversifiziert, um verschiedene Dimensionen wie interkulturelle Kompetenzen, Medienkompetenzen und lebenslanges Lernen zu integrieren.
• Es wird betont, dass Bildung nicht nur ein individueller Prozess ist, sondern auch soziale und politische Implikationen hat.
1. Bildung in der Postmoderne
• Koller beleuchtet die postmoderne Kritik an klassischen Bildungsverständnissen, die oft von einem universellen Ideal ausgehen.
• In der Gegenwart gibt es eine zunehmende Betonung auf Pluralität und Differenz, wodurch Bildung vielfältiger und dezentraler verstanden wird.
• Traditionelle Bildungsinstitutionen stehen vor der Herausforderung, diese neuen Ansätze zu integrieren.
Kritik und Herausforderungen der Bildung
• Es wird kritisiert, dass Bildung zunehmend instrumentalisiert wird, z.B. für ökonomische Ziele wie Employability.
• Kollers Werk zeigt Spannungen zwischen der idealistischen Vision von Bildung und den pragmatischen Anforderungen der Gegenwart.
• Bildung muss auf die Herausforderungen der Globalisierung, Digitalisierung und Individualisierung reagieren können.
Bildung als Transformation
· Koller betont, dass Bildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern transformative Prozesse anstößt, die die Identität und das Weltverständnis der Menschen verändern.
· Bildung sollte daher nicht nur an den Ergebnissen gemessen werden, sondern auch an der Tiefe der Veränderung, die sie bei Individuen bewirkt.
Perspektiven für die Zukunft der Bildung
· Koller plädiert für einen Bildungsbegriff, der sowohl den individuellen Bedürfnissen als auch den gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht wird.
· Bildung sollte integrativ, nachhaltig und kritisch-reflexiv sein.
· Die Förderung von Autonomie, kritischem Denken und ethischer Verantwortung wird als zentral angesehen.
1. Einführung in Durkheims Theorie der Sozialisation
Émile Durkheim gilt als Begründer der modernen Soziologie und befasste sich intensiv mit der Bedeutung gesellschaftlicher Strukturen für Erziehungs- und Sozialisationsprozesse. Anders als psychologische oder biologische Ansätze sieht er Erziehung und Sozialisation primär als gesellschaftlich geprägte Prozesse. In seiner Antrittsvorlesung, begründete er die Relevanz der Soziologie für pädagogische Fragestellungen, die damals in Frankreich vor allem psychologisch diskutiert wurden.
Kritik am traditionellen Erziehungsverständnis
Durkheim kritisierte das bis dato vorherrschende, individuell-psychologisch orientierte Erziehungsverständnis. Dieses fokussierte sich auf die Entwicklung universeller, für alle Menschen gleichermaßen gültiger Anlagen und Eigenschaften. Er argumentierte, dass diese Perspektive die gesellschaftliche und historische Bedingtheit von Erziehungsprozessen vernachlässigt. Durkheim verdeutlichte, dass Erziehung in unterschiedlichen sozialen und historischen Kontexten variiert: •
· Historische Variation: Die Erziehungssysteme vergangener Gesellschaften waren stets eng mit den sozialen und politischen Systemen ihrer Zeit verknüpft, z. B. asketische Erziehung im Mittelalter oder wissenschaftlich orientierte Erziehung in der Moderne.
· Soziale Variation: Innerhalb einer Gesellschaft unterscheidet sich die Erziehung je nach sozialer Klasse oder Region.
1. Erziehung als Reproduktion gesellschaftlicher Verhältnisse
Durkheim postulierte, dass Erziehung primär der Reproduktion der gesellschaftlichen Ordnung dient. Sie sichert den sozialen Zusammenhalt, indem sie grundlegende Gemeinsamkeiten innerhalb einer Gesellschaft verstärkt, und ermöglicht gleichzeitig Vielfalt, die für die Arbeitsteilung in komplexen Gesellschaften notwendig ist. Diese doppelte Funktion der Erziehung bezeichnete er als "methodische Sozialisation der jungen Generation".
3 Zentrale Thesen Durkheims
1. Gesellschaftliche Bedingtheit der Erziehung: Erziehung ist nicht universell, sondern hängt von den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Gesellschaft ab.
2. Erziehung als soziale Funktion: Sie dient weniger der individuellen Entwicklung, sondern der Sicherung des Zusammenhalts und der Funktionsfähigkeit der Gesellschaft.
3. Reproduktion und Veränderung: Während Erziehung bestehende gesellschaftliche Verhältnisse reproduziert, trägt sie auch zur schrittweisen Anpassung an neue gesellschaftliche Anforderungen bei.
1. Durkheims Beitrag zur Pädagogik und Soziologie
Durkheims Arbeiten verdeutlichen die Notwendigkeit, Erziehung nicht nur als individuellen, sondern auch als sozialen Prozess zu betrachten. Sein Ansatz fordert dazu auf, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Zielsetzungen von Erziehung kritisch zu reflektieren. Dies eröffnet Perspektiven für eine Pädagogik, die sowohl normative Ideale als auch die sozialen Realitäten berücksichtigt
1. Einführung in Bourdieus Sozialisationsbegriff
Pierre Bourdieu (1930–2002), Soziologe und Inhaber eines Lehrstuhls am Collège de France, entwickelte eine umfassende Gesellschaftstheorie, die sich durch die Analyse sozialer Ungleichheit und deren Reproduktion auszeichnet. Sein Ansatz erweitert traditionelle Konzepte, indem er soziale Strukturen, Kapitalverteilung und die Rolle von Sozialisation in ihrer Wirkung auf die Lebenschancen betrachtet.
Bourdieus Beitrag zur Sozialisationstheorie basiert auf drei zentralen Konzepten:
1. Kapitalerwerb (ökonomisch, kulturell, sozial)
2. Positionierung im sozialen Raum
3. Habitualisierung als Ausdruck des Habitus.
1. Kapitalerwerb als Basis sozialer Ungleichheit
1. Ökonomisches Kapital: Finanzielle Ressourcen, die direkt in Geld umwandelbar und rechtlich abgesichert sind.
2. Kulturelles Kapital: Wissen, Fähigkeiten und Bildungsabschlüsse. Es existiert in 4 Formen:
o Inkorporiertes Kapital: Verinnerlichte Fähigkeiten (z. B. Sprachgebrauch).
o Objektiviertes Kapital: Materielle Kulturgüter (z. B. Bücher, Kunstwerke).
o Institutionalisiertes Kapital: Bildungstitel, die Fähigkeiten formell anerkennen.
o Soziales Kapital: Netzwerke und Beziehungen, die als Ressource für Unterstützung dienen.
Kapital wird in der Sozialisation durch familiäre Übertragung weitergegeben, oft unbewusst („soziale Vererbung“). Diese Weitergabe beeinflusst maßgeblich die Bildungschancen und den sozialen Status
1. Positionierung im sozialen Raum
Die Menge und Zusammensetzung des Kapitals bestimmen die soziale Position eines Individuums. Diese Position beeinflusst Lebensstile, Vorlieben und Verhaltensweisen, die häufig als soziale Distinktion dienen. Menschen gestalten ihr Leben nicht nur zur Bedürfnisbefriedigung, sondern auch, um sich von anderen abzuheben oder ihnen nachzueifern. Bourdieu beschreibt den sozialen Raum als Achsenkreuz:
• Y-Achse: Kapitalvolumen (viel vs. wenig).
• X-Achse: Kapitalstruktur (ökonomisch vs. kulturell).
Ein Beispiel wäre die Unterscheidung zwischen einem reichen, wenig gebildeten Individuum und einem hochgebildeten, aber einkommensschwachen Akteur.
Habitualisierung: Der Habitus
Der Habitus ist ein Scharnier zwischen objektiven sozialen Bedingungen und individuellem Handeln. Er beschreibt die verinnerlichten Dispositionen, die das Denken, Wahrnehmen und Handeln strukturieren. Eigenschaften des Habitus:
· Unbewusstheit: Dispositionen wirken meist implizit, ohne bewusste Reflexion.
· Regelhaftigkeit: Handlungen folgen ungeschriebenen, kulturellen Regeln.
· Kollektivität: Der Habitus ist oft klassenspezifisch und wird in sozialen Gruppen geteilt.
Sozialisation formt den Habitus, der normalerweise ein Leben lang wirkt, aber unter bestimmten Bedingungen modifizierbar ist, etwa durch sozialen Wandel.
Erziehungswissenschaft in Bezug auf Sozialisation
Sozialisation wird stärker durch gesellschaftliche Strukturen und Kapitalverteilung geprägt, als durch individuelle Erziehung. Erziehung und Bildung haben begrenzten Einfluss, wenn strukturelle Ungleichheiten bestehen bleiben. Wichtige Erkenntnisse für die Erziehungswissenschaft:
· Sozialisation erklärt die Reproduktion sozialer Ungleichheit besser als klassische Bildungstheorien.
· Der Einfluss von Kapitalverteilung relativiert die Wirksamkeit pädagogischer Maßnahmen.
· Ein differenzierter Bildungsbegriff könnte die Veränderbarkeit des Habitus und sozialer Bedingungen berücksichtigen.
1. Grenzen von Bourdieus Theorie
Trotz ihrer Stärken hat Bourdieus Theorie Schwächen:
• Fokussiert stark auf die Stabilität sozialer Strukturen, weniger auf Wandel und Veränderung.
• Keine detaillierte Diskussion über politisches oder pädagogisches Engagement zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit.
• Fehlende ethische Fundierung seiner Kritik an sozialer Ungleichheit.
1. Einführung in Visible Learning
John Hattie gilt als einer der einflussreichsten Bildungsforscher weltweit. Sein Werk "Visible Learning" basiert auf einer Synthese von über 800 Meta-Analysen mit mehr als 80.000 Einzelstudien, die 250 Millionen Lernende betreffen. Diese umfangreiche Datengrundlage macht es zu einem Meilenstein der empirischen Bildungsforschung. Hattie untersucht, welche Faktoren die schulische Leistung beeinflussen, und kategorisiert sie in sechs Bereiche:
1. Lernende
2. Elternhaus
3. Schule
4. Lehrperson
5. Curricula
6. Unterricht
Er fasst die Ergebnisse anhand von Effektstärken zusammen, die angeben, wie stark ein Faktor die schulische Leistung beeinflusst.
1. Wichtige Erkenntnisse aus Hatties Werk
A) Kooperation ist entscheidend
Alle sechs Bereiche sind wichtig und stehen in Wechselwirkung. Besonders die Lehrpersonen und der Unterricht zeigen die höchsten Effektstärken.
B) Strukturen alleine bewirken wenig
Hattie zeigt, dass schulische Strukturen wie Klassengröße oder finanzielle Ausstattung nur geringe direkte Effekte auf den Lernerfolg haben. Entscheidend ist, wie diese Strukturen genutzt werden
C) Die Haltung der Lehrpersonen ist zentral
Die Expertise und Haltung der Lehrpersonen haben den größten Einfluss. Expertenlehrkräfte zeichnen sich durch Klarheit, Dialogorientierung und die Fähigkeit aus, Lernprozesse sichtbar zu machen
D) Gute Schule ist mehr als effektive Schule
Hattie legt großen Wert auf Effektivität, doch Zierer ergänzt, dass eine gute Schule auch Freude, kulturelle und funktionale Passung sowie soziale und moralische Kompetenzen fördern muss.
1. Kritik und Herausforderungen bei der Umsetzung von Hatties Werk
A) Gefahr der Verkürzung: „Fast-Food-Hattie“ Hatties Erkenntnisse werden oft verkürzt oder missverstanden. Ein Beispiel ist die Debatte über Sommerferien:
Hattie weist zwar auf negative Effekte langer Ferien hin, doch seine Daten basieren auf US-amerikanischen Verhältnissen und sind nicht direkt auf Länder mit kürzeren Ferien übertragbar.
B) Grenzen der empirischen Bildungsforschung Hatties Fokus auf messbare Leistungen führt dazu, dass andere Aspekte wie Freude am Lernen oder kulturelle Passung weniger Beachtung finden. Zudem können Meta-Analysen Schwächen wie Qualitätsunterschiede zwischen Einzelstudien oder Schwierigkeiten bei der Übertragbarkeit zeigen.
1. Praktische Implikationen von Hatties Werk
• Verbesserung der Lehrerbildung: Lehrpersonen sollten stärker in Feedback-Kultur, Beziehungspflege und evidenzbasiertem Handeln geschult werden.
• Ausrichtung von Ressourcen: Investitionen sollten in Menschen statt in Strukturen fließen, z. B. durch Fortbildungen oder erlebnispädagogische Maßnahmen.
• Ganzheitlicher Bildungsansatz: Neben der Effektivität sollte auch auf soziale, kulturelle und emotionale Aspekte des Lernens geachtet werden.
Integration
Definition:
o "Bedingte Integration" ist an Bedingungen geknüpft und berücksichtigt individuelle Voraussetzungen. Sie unterscheidet zwischen Gruppen, die integriert werden können, und solchen, die ausgeschlossen bleiben.
o "Unbedingte Integration" basiert auf dem Grundrecht auf Teilhabe ohne Vorbedingungen und schließt jegliche Form von Separation aus.
2. Praxis der Integration: o Häufig additive Ansätze: Individuelle Förderung ohne größere Veränderung der Unterrichtsstruktur. o Ziel: Gemeinsame Erziehung behinderter und nicht-behinderter Kinder
Inklusion
1. Definition:
o Zielt auf gleichrangige gesellschaftliche Partizipation aller Menschen unabhängig von individuellen Voraussetzungen.
o Basierend auf den Menschenrechten, wie in der VN-Behindertenrechtskonvention verankert.
2.Merkmale:
o Heterogenitätsdimensionen: Berücksichtigung aller Dimensionen wie Ethnie, sozioökonomischer Hintergrund und Geschlecht.
o Systemperspektive: Fokus auf die Anpassung des Bildungssystems an die Bedürfnisse der Schüler, nicht umgekehrt.
o Rechtliche Grundlage: Recht auf Inklusion ist verbindlich und einklagbar. o Dekategorisierung: Verzicht auf gruppenbezogene Ressourcenzuweisung, individuelle Förderung im Mittelpunkt.
3. Vergleich zur Integration:
o Integration: Individuums orientiert, Anpassung an bestehende Strukturen. o Inklusion: Systemorientiert, von vornherein keine Ausgrenzung, keine Etikettierung
1. Begründungen für Inklusion
1. Demokratieorientierte Argumentation:
· Inklusion fördert die aktive Partizipation und das Lernen demokratischer Werte.
2. Menschenrechtsorientierte Argumentation:
· Teilhabe ist ein Menschenrecht, das in inklusiven Systemen besser gewährleistet wird.
3. Bildungsökonomische Argumentation:
· Effizientere Nutzung von Ressourcen, besserer Bildungserfolg.
4. Pädagogisch-psychologische Argumentation:
· Positive Auswirkungen der Inklusion auf Schüler durch Vermeidung von Stigmatisierung.
1. DigComp-Modell
· Dieses Modell wurde 2013 von der Europäischen Kommission eingeführt und bietet eine Struktur für die digitalen Schlüsselkompetenzen.
· Die fünf Hauptbereiche sind:
o 1. Information (Suchen, Filtern, Bewerten),
o 2. Kommunikation (Teilen, Kooperieren),
o 3. Inhaltserstellung (Produzieren, Rechtliche Aspekte),
o 4. Sicherheit (Datenschutz, Gesundheitsschutz),
o 5. Problemlösung (Werkzeuge, Algorithmen).
· Die aktuelle Version „DigComp 2.1“ ergänzt dies um detailliertere und praxisorientierte Fähigkeiten.
· digi.komp in Österreich:
o Diese Kompetenzliste ist speziell auf die 4., 8. und 12. Schulstufe abgestimmt und basiert auf „Can-Do-Statements“.
o Sie orientiert sich an den österreichischen Bildungsstandards und stellt exemplarische Fähigkeiten dar, ohne ein umfassendes Kompetenzmodell zu bieten
1. Kompetenzmodelle zur digitalen Bildung
Kompetenzmodelle dienen dazu, systematisierende Rahmen für die digitale Bildung zu schaffen, die nicht nur fachdidaktische und lerntheoretische Aspekte abdecken, sondern auch prozessorientierte Vorstellungen über den Kompetenzaufbau fördern. Sie zielen darauf ab, digitale und mediale Fähigkeiten systematisch zu entwickeln und deren Bedeutung im Bildungsprozess hervorzuheben.
• Kompetenzen in der digitalen Welt:
Die deutsche Kultusministerkonferenz bietet ein ähnliches Framework mit sechs Kompetenzfeldern, darunter Suchen, Kommunizieren, Produzieren und Sicherheit.
„eEducation Austria“ Initiative
• Entstehung und Ziele:
· Diese Initiative wurde als Antwort auf die fragmentierten Netzwerke und mangelnde Koordination in Österreich ins Leben gerufen.
· Sie verfolgt das Ziel, digitale und informatische Kompetenzen flächendeckend in österreichische Klassenzimmer zu bringen.
· Zentrale Elemente sind die Einbindung von Schülern und Lehrkräften sowie die Förderung eines einheitlichen Schulentwicklungskonzepts.
• Implementierung:
· Über 2.285 Schulen in Österreich sind mittlerweile Mitglied des Netzwerks (Stand Januar 2019), was etwa einem Drittel aller Schulen entspricht.
· Es gibt klare Kriterien für Schulen, um den „Expert-Status“ zu erreichen, z. B. durch spezifische Aktivitäten und die Sammlung von Punkten und Badges.
• Struktur und Herausforderungen:
· Die Initiative ist als Unterstützungsnetzwerk für Schulen konzipiert, keine „Community of Practice“.
· Es fehlt jedoch an individuellen Reputationssystemen für Lehrkräfte, was die langfristige Motivation und Weiterentwicklung erschwert.
Würdigung der Initiative:
· Die Initiative hat die Reichweite und Koordination deutlich verbessert. Die Nutzung von Punkten und Badges wird allerdings als zu begrenzt kritisiert.
· Die Verlagerung zu einer echten Lerngemeinschaft wird als langfristige Weiterentwicklung empfohlen.
1. Hintergrund und Zielsetzung der Untersuchung von Scheidig, Falk & Holmeier, Monika
Aufgrund des Lehrkräftemangels arbeiten immer mehr Lehramtsstudierende neben dem Studium bereits als Lehrkräfte. Diese studienunabhängige Unterrichtstätigkeit wurde bislang in der Forschung wenig untersucht. Die Studie analysiert:
1. Das Ausmaß und die Verbreitung dieser Unterrichtstätigkeiten.
2. Die Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Studiums und die Anforderungen an Praxisbezüge.
1. Umfang der Unterrichtstätigkeit
• Rund ein Drittel der Studierenden unterrichtet neben dem Studium.
• Die Tätigkeit ist in der Sekundarstufe I mit 48 % deutlich verbreiteter als in der Primarstufe (31 %) oder Kindergarten-/Unterstufe (27 %).
• Durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit: 13 bis 18 Stunden.
• Die Unterrichtstätigkeit ist zeitintensiver als andere Nebenjobs