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Staatsferne der Medien
Staatsferne bedeutet, dass der Staat keinen direkten Einfluss auf die Inhalte und Organisation der Medien nehmen darf. Dies garantiert Unabhängigkeit und schützt die demokratische Meinungsfreiheit.
Hintergrund der Staatsferne
In Deutschland ist die Pressefreiheit (Art. 5 GG) besonders geschützt, als Konsequenz aus der NS-Vergangenheit, in der Medien gleichgeschaltet und für Propaganda genutzt wurden.
Beispiel für Staatsferne
Nach 1945 führte man die Lizenzpresse ein - nur Personen ohne NS-Vergangenheit durften Zeitungen herausgeben.
Medienpluralismus
Medienpluralismus bezeichnet die Vielfalt von Medienangeboten und Meinungen in einer Gesellschaft.
Binnenpluralismus
Verschiedene Sichtweisen innerhalb eines Medienunternehmens.
Außenpluralismus
Vielfalt durch zahlreiche voneinander unabhängige Medienanbieter.
Ziel des Medienpluralismus
Vermeidung von Machtmissbrauch, Sicherung demokratischer Meinungsbildung.
Institutionen der Medienaufsicht
Rundfunkrat, Fernsehrat, Medienrat: Überwachen die Inhalte öffentlich-rechtlicher Sender. Maximal ein Drittel der Mitglieder dürfen staatlich oder staatsnah sein.
KEF
Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten: Festlegung der Finanzierung anhand neutraler Kriterien.
KEK
Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich: Kontrolle der Meinungsmacht im privaten Fernsehen zur Verhinderung von Medienkonzentration.
Deutscher Presserat
Freiwillige Selbstkontrolle der Printmedien, setzt ethische Standards - jedoch nicht rechtlich bindend.
Digitalisierung
Verlagerung von Print auf digitale Angebote, Auswirkungen auf die Medienlandschaft und Aufsicht.
Medienkonzentration
Einflussnahme durch große Wirtschaftsträger (z.B. Milliardäre wie Jeff Bezos).
Pressefreiheit weltweit
In einigen Ländern (Ungarn, Russland, Türkei) deutlich eingeschränkt - im Vergleich zu Deutschland.
Aufgaben der KEF und KEK
Kontrollorgane für Finanzierung und Medienkonzentration.
Medienaufsicht in Deutschland
Die Medienaufsicht ist föderal organisiert, da Rundfunk in Deutschland Ländersache ist.
Zentrale Aufgaben der Landesmedienanstalten
Zulassung und Lizenzierung privater Rundfunkanbieter nach festgelegten rechtlichen Kriterien.
Inhalts- und Programmaufsicht
Einhaltung von Jugendschutz, Werbebeschränkungen, journalistischer Sorgfaltspflicht und Meinungsvielfalt.
Überwachung der Werberegelungen
Sanktionierung bei Verstößen.
Förderung von Medienkompetenz
Unterstützung von Medienprojekten.
Zusammenarbeit der Landesmedienanstalten
Organisatorisch arbeiten die Landesmedienanstalten zusammen in Gremien wie der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) und der Gesamtkonferenz der Medienanstalten.
Öffentlich-rechtliche Sender
Werden von staatsfernen Gremien kontrolliert, in denen maximal ein Drittel der Mitglieder staatlichen oder staatsnahen Institutionen angehören dürfen.
Private Rundfunkanbieter
Unterliegen der Aufsicht der Landesmedienanstalten, die Sendelizenzen vergeben und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherstellen.
Finanzierung öffentlich-rechtlicher Sender
Erfolgt über Gebühren, deren Höhe formal über die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (KEF) bestimmt wird.
Herausforderungen der Medienlandschaft
Digitalisierung und Medienwandel führen zu Fragmentierung der Medienlandschaft, veränderten Nutzergewohnheiten und neuen Informationswegen (z. B. Social Media, Streaming).
Meinungsvielfalt
Bleibt trotz neuer Medienformen eine zentrale Aufgabe und Herausforderung, um politische Einflussnahme und Medienkonzentration zu verhindern.
Kritik an Medienaufsicht
Besteht etwa bei der Kontrolle problematischer Inhalte oder Schleichwerbung.
Einfluss reicher Eigentümer
Wirft Fragen zur Unabhängigkeit von privaten Medienunternehmen auf.
Medienrecht
Ist kein einheitliches Gesetz, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Rechtsnormen, die die Tätigkeit der Medien regeln.
Zentrale Grundlage des Medienrechts
Das Grundgesetz, insbesondere Artikel 5 GG (Meinungs-, Presse-, Rundfunk- und Informationsfreiheit).
Pressegesetze der Länder
Regeln Sorgfaltspflicht, Gegendarstellung, Impressumspflicht.
Rundfunkstaatsvertrag
Regelt Programmgrundsätze, Werbung, Jugendschutz.
Telemediengesetz (TMG)
Regelt digitale Medien.
Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG)
Regelt die Bekämpfung von Hasskriminalität in sozialen Netzwerken.
Urheberrechtsgesetz (UrhG)
Schützt kreative Leistungen.
Strafrechtliche Vorschriften
Gegen Beleidigung, Volksverhetzung, Jugendschutz.
Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK)
Regelt Menschenrechte in Europa.
Allgemeines Persönlichkeitsrecht
Schützt das Recht am eigenen Bild, Wort und Stimme.
Zustimmung zur Abbildung von Personen
Ist meist erforderlich, Ausnahmen gelten bei öffentlichem Interesse oder öffentlichen Veranstaltungen.
Sphärentheorie
Unterscheidung zwischen Intimsphäre (unantastbar), Geheimsphäre, Privatsphäre, Sozialsphäre und Öffentlichkeit (geringster Schutz).
Urheberpersönlichkeitsrecht
Schutz vor Entstellung und missbräuchlicher Verwendung von Werken.
Künstlerpersönlichkeitsrecht
Schutz von Darstellern vor ungewollter kommerzieller Nutzung.
Urheberrecht
Schützt kreative Werke (Texte, Bilder, Musik, Filme).
Creative Commons-Lizenzen
Erlauben teilweise Nutzung, aber die Rechtekette muss lückenlos sein.
Panoramafreiheit
Fotografieren von Kunstwerken an öffentlichen Plätzen ist erlaubt, aber mit Einschränkungen bei ungewöhnlichen Perspektiven (z. B. Drohnen).
Hausrecht
Erlaubnis zum Fotografieren auf Privatgrundstücken ist erforderlich.
Medienkompetenz
Umfasst die Fähigkeit, Medien kritisch zu nutzen, Inhalte zu bewerten und sich vor Manipulation zu schützen.
Filterblasen und Echokammern
Nutzer erhalten oft nur Inhalte, die ihren eigenen Meinungen entsprechen, was zu gesellschaftlicher Polarisierung führen kann.
Prosumer
Konsumenten werden zu Produzenten (z. B. YouTube, Social Media).
Non-lineare Mediennutzung
Nutzer bestimmen selbst, wann und wie sie Inhalte konsumieren (z. B. Netflix, YouTube).
Gesellschaftliche Rolle der Medien
Medien erfüllen wichtige Funktionen wie Informations- und Aufklärungsfunktion, Bildungs- und Erziehungsfunktion, Unterhaltungsfunktion und Kulturerhaltung.
Medienfreiheit und Staatsferne
Sind zentrale Prinzipien, um Meinungsvielfalt und Demokratie zu sichern.
Einfluss sozialer Medien
Beeinflussen Politik und Gesellschaft durch neue Akteure mit hoher Reichweite (z. B. Influencer, Social-Media-Stars).
Negative Seiten sozialer Medien
Zuschauertäuschung, Vorbildfunktion, Glaubwürdigkeitsverlust und gesellschaftliche Polarisierung.