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Rezeptive Kompetenzen
Die Fähigkeit Informationen aus verschiedenen Textformen aufzunehmen und zu verarbeiten. Dazu zählen Hörverstehen und Leseverstehen, sowie seit den 90ern auch das Hör-Seh-Verstehen (Audiovisuelles Verstehen) dazu.
Es sind aktive Interaktionsvorgänge, also nicht passiv wie oft vermutet wird. Leser/ Hörer oder Zuschauer konstruieren aktiv bedeutung aus dem erhaltenen Input.
In der Grundschule liegt der Fokus primär auf der Mündlichkeit, also dem Hörverstehen und dem Hör-Seh-Verstehen.
(Surkamp, 2018)
Interaktives Kompensatorisches Modell für Rezeptive Kompetenzen
Das IKM beschreibt Textverstehen allgemein und ist dadurch sowohl für das Lesen als auch für das Hören einsetzbar. Dabei interagieren zwei Verarbeitungsprozesse gleichzeitig:
Bottom-up-Verarbeitung: Die schrittweise Dekodierung von der kleinsten EInheit (Buchstaben oder Laute/Phoneme) zu den größeren Sinneinheiten (Wörter, Sätze)
Top-Down-Verarbeitung: Verarbeitung auf der Grundlage von Zielen, Erwartungen und Strategien, Unter Verwendung des Wissens über die Welt, Schemata und Skripte.
Es heißt kompensatorisch, weil Defizite auf einer Ebene durch Stärken auf der anderen Ebene ausgeglichen werden können. Beim Lesen also z.B wenn SuS ein Wort nicht dekodieren kann, dann kann er über das Wissen über den kontext das teham oder die textsorte trotzdem erschließen. Beim Hören, z.B können verschleifungen durch Weltwissen oder Informationen über den Sprecher kompensiert werden.
Ein kompetenter Rezipient kann beide prozesse flexibel nutzen.
(Grabe, 2009)
Textverstehen
Textverstehen ist die Aufnahme und Verarbeitungen von Informationen, die gesprochen, geschrieben oder visuell dargestellt sein können.
Rezeptive Kompetenzen sind also die verschiedenen Arten in denen textverstehen stattfindet. Man nutzt also seine rezeptiven Kompetenzen um Textverstehen zu erreichen.
(Surkamp, 2018)
Prozess-orientierte Unterrichtsplanung: PWP-Approach
PWP steht für Pre-While-Post und kann mit allen rezeptiven Kompetenzen verbunden werden.
Pre-reading/-listening/-viewing (Vorbereitung)
Ziele: Einführung in das Thema, emotionale Verbindung herstellen, persönliche Erfahrung miteinbeziehen, Vorkenntnisse aktivieren, mit dem Wortfeld vertraut machen, Kontextinformationen bereitstellen, Erwartungen und Hypothesen zum Text aufstellen
Mögliche Aktivitäten: Spekulationen anhand eines Buchcovers/Titelbildes/Plakats, Bild einer Hörsituation und dessen Kommunikationssituation beschreiben, Wiederholung von Wortfeldern und Redewendungen zu einem Thema, Vorabrecherche, Anordnung von Screenshots in einer sinnvollen Reihenfolge, Szene ohne Ton ansehen und über möglcihe Themen diskutieren
While-reading/-listening/-viewing (Strukturieren und Unterstützen)
Ziele: Inhalte erkennen und organisieren, Reflexion udn Verknüpfung der vorbereiteten Aktivitäten zum Inhalt, Aufmerksamkeit auf Thema fokussieren, aktive Auseinandersetzung mit dem Thema, Hypothesen testen
Mögliche Aktivitäten: Logische Struktur des Textes mithilfegrafischer Darstellungsmittel, Notizen zu den wichtigsten Argumenten und Ereignissen machen, einen Text mit persönlichen Anmerkungen versehen wie Reaktionen oder Ideen, Charakterentwicklung beobachten und festhalten, Eine Route auf einr Karte folgen und markieren, Szene jetzt mit Sound anschauen und Hypothesen testen
Post-reading/-listening/-viewing (Bewertung)
Ziel: Neu erworbene Inhalte verknüpfen und vertiefen, Überschneidungen zwischen den pre und while Aktivitäten finden und auf dessen grundlage neue Texte verfassen, Entwicklung innerhalb des Textes reflektieren, Schlussfolgerungen zu der Bedeutung der Ergebnisse des Textes ziehen
Mögliche Aktivitäten: Einen Titel erfinden falls noch nicht bekannt und dann vergleichen, jeden Paragraphen mit einem Schlüsselwort annotieren, identifizierte Aspekte des Textes zusammen diskutieren, eine Rezesion verfassen, eine Szene nachspielen, zusätzliche Texte verfassen also wie es danach weiter geht oder was in diesem Zeitsprung passiert ist usw., Text in ein anderes Medium übertragen also malen, Drehbuch, Kurzgeschichte, Podcast usw.
(Surkamp, 2018)