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Hör-Seh-Verstehen oder auch Audiovisuelles Verstehen
Es beschreibt die Fähigkeit, gleichzeitig mit lautlich, sprachlich und visuell kodierten Informationen umzugehen (Filme, Dokumentationen, digitale Medien, etc.) (Surkamp, 2018)
“Es ist auf die Verarbeitung von (eher) mündlichen Texten ausgerichtet. Die Modalität der zu verarbeitenden Informationen wird durch ein visuelles Medium erweitert, ggf. auch durch weitere Medien, insbesondere in digital vermittelten mündlichen Texten. Diese Art des Textverstehens entspricht demnach der Fähigkeit, mit lautlich, sprachlich und visuell kodierten Texten gleichzeitig umzugehen.” (KMK Bildungsstandards, 2023)
Um Inhalte zu verstehen, benötigen SuS vielfältige Unterstützung, durch z.B nonverbale Hilfen (Mimik, Gestik, Pantomime) oder Sprachliche Strategien (Wiederholungen, Verlangsamungen, Geräusche, Unformulierungen, vllt sogar Übersetzungen). (Surkamp, 2018)
Herausforderungen
Hohe kognitive Belastung
Die simultante Verarbeitung von Ton, Bild und vllt sogar Untertitel kann überfordernd wirken.
Tempo kann meist nicht selbst bestimmt werden
Schnelle Dialoge, Dialekte, Hintergrundgeräusche und Geschehen und komplexe Charakterkonstellationen erschweren den Prozess.
(Surkamp, 2018)
Modell zum kognitiven Prozess
Bottom-up-Verarbeitung: akustische Signale (Laute, Wörter, Phoneme) sowie visuelle Zeichen (Mimik, Gestik, farben, kameraeinstellungen) werden dekodiert und mit Bedeutung kombiniert.
Top-down-Verarbeitung: Vorwissen über das Thema, Erwartungen an das Genre und Weltwissen werden genutzt um Inhalt zu verarbeiten.
(Surkamp, 2018)
Audiovisuelles Verstehen in der Grundschule
Nimmt eine Schlüsselrolle ein, da es die Basis für alle weiteren Verstehensprozesse ist.
Es ermöglicht Kindern auch komplxe inhalte zu erfassen, die über ihrem eigenen Sprachniveau liegen.
In der GS vorallem die Nutzung von Visualisierung als Scaffolding. Kinder können oft noch nicht (englisch) lesen und schreiben, deswegen ist ein Bild als Gedächtnisstütze sehr hilfreich. In Storybooks helfen Bilder dass SuS der Handlung folgen konnen und Vermutungen aufzustellen und sprachliche Lücken durch visuelle Signale zu kompensieren (bottom-up-Verarbeitung)
(Böttger, 2020)
Weitere klassiche Audiovisuelle Ansätze:
Total Physical Response (TPR) Hör-Seh-Impuse werden direkt mit körperlicher Bewegung verknüpft. Mimik, Gestik und Pantomime visualisieren Sprache (Head, Shoulders, Knees and Toes oder Verben erklären) (Gehring, 2010)
Storytelling (Rauschert, 2019)