Künstliche Organe - Niere

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Vokabel-Flashcards zur Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie und Technik der künstlichen Niere basierend auf der Cardiovascular Engineering Vorlesung 2025.

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1
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Nierenposition

Ein Paar bohnenförmiger, rotbrauner Organe, die zwischen dem 12. Brustwirbel und dem 3. Lendenwirbel liegen.

2
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Abmessungen und Gewicht der Niere

Die Niere ist etwa 4cm4\,cm dick, 7cm7\,cm breit, 11cm11\,cm lang und wiegt zwischen 150180g150 - 180\,g.

3
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Primärfunktionen der Niere

Filterung und Ausscheidung wasserlöslicher Stoffwechselprodukte (Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin), Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts (Blutdruck, pH-Wert) sowie Hormonsekretion (Renin, EPO, Vitamin D3).

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Nephron

Die funktionelle Einheit der Niere (ca. 1,21,2 Millionen pro Niere), bestehend aus einem Nierenkörperchen (Corpuscle) und einem Tubulus.

5
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Nierenkörperchen (Corpuscle)

Besteht aus der Bowman-Kapsel und dem Glomerulum; hier findet die Filterung des Blutes statt.

6
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Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)

Volumen des produzierten Primärharns pro Zeit. Standardwerte: 95145ml/min95 - 145\,ml/min bei Männern und 75125ml/min75 - 125\,ml/min bei Frauen.

7
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Primärharn vs. Endharn

Täglich werden ca. 1500l1500\,l Blut durch das Glomerulum gepresst, woraus 180l180\,l Primärharn entstehen; durch Rückresorption verbleiben ca. 1,5l/Tag1,5\,l/Tag als tatsächlicher Urin.

8
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Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS)

Regulationssystem, bei dem ein sinkender Blutdruck oder niedrige Na+Na^+-Konzentration die Freisetzung von Renin induziert, was letztlich zu Vasokonstriktion und erhöhter Wasser-/Na+Na^+-Rückresorption führt.

9
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Antidiuretisches Hormon (ADH)

Hormon aus dem Hypothalamus, das das Sammelrohr für Wasser durchlässig macht und so die Rückresorption von Wasser erhöht.

10
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Renal Blood Flow (RBF)

Blutfluss durch die Nieren, ca. 1000ml/min1000\,ml/min, was einem Plasmafluss (RPF) von ca. 550ml/min550\,ml/min entspricht.

11
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Siebungskoeffizient (SS)

Verhältnis der Konzentration im Filtrat zur Konzentration im Plasma (S=cFiltratc0S = \frac{c_{Filtrat}}{c_{0}}). S=0S=0 bedeutet keine Filtration, S=1S=1 freie Filtration.

12
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Fraktionelle Exkretion (FEFE)

Prozentsatz des Stoffmengenflusses eines Stoffes im Endharn im Vergleich zum Primärharn (FE=n˙<em>Endharnn˙</em>Prima¨rharnFE = \frac{\dot{n}<em>{Endharn}}{\dot{n}</em>{Primärharn}}).

13
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Clearance (CC)

Theoretischer Plasmavolumenstrom, der komplett von einer Substanz befreit wird (C=cUrincPlasma×QUrinC = \frac{c_{Urin}}{c_{Plasma}} \times Q_{Urin}).

14
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Kreatinin-Clearance

Klinischer Indikator zur Schätzung der GFR, da Kreatinin weder rückresorbiert noch sekretiert wird (FECr=100%FE_{Cr} = 100\%).

15
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Akutes Nierenversagen

Plötzlicher, meist reversibler Ausfall, kategorisiert in prä-renal (z. B. Gefäßblockade), intra-renal (z. B. Toxine) oder post-renal (z. B. Nierensteine).

16
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Chronisches Nierenversagen

Langsam fortschreitender, irreversibler Funktionsverlust, oft verursacht durch Diabetes, Bluthochdruck oder Glomerulonephritis.

17
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Adsorption

Prinzip der Dialyse, bei dem Stoffe chemisch, physikalisch oder elektrostatisch an eine Oberfläche gebunden werden.

18
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Konvektive Filtration

Stofftransport durch eine Filtermembran mittels hydraulischer Kräfte (Druckgradienten).

19
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Diffusion (Dialyse)

Gleichmäßige Verteilung von Molekülen aufgrund der Brownschen Molekularbewegung, angetrieben durch Konzentrationsunterschiede.

20
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Dr. Abel (1913)

Entwickelte in Baltimore das erste Vividiffusions-System mit Membranen aus Collodion für Tierversuche.

21
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Dr. Haas (1924)

Führte in Gießen die erste Patientenbehandlung bei akutem Nierenversagen durch und entdeckte die Möglichkeit der Ultrafiltration.

22
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Dr. Kolff (1945)

Erzielte das erste Überleben eines Patienten mit akutem Versagen mittels der sogenannten Trommelniere.

23
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Dr. Stewart (1966)

Entwickelte den ersten Hohlfasermembran-Dialysator, was die Behandlungsqualität signifikant verbesserte.

24
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Hämoperfusion

Verfahren zur Filterung spezifischer Toxine (z. B. Drogenmissbrauch) mittels eines Adsorbers (z. B. Aktivkohle) bei ca. 300ml/min300\,ml/min Blutfluss.

25
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Hämofiltration

Rein konvektiver Transport von Giftstoffen durch die Membran, wobei der große Flüssigkeitsverlust durch eine Substitutionsflösung ausgeglichen wird.

26
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Hämodialyse

Verfahren mit diffusivem Stofftransport; Ultrafiltration wird hier nur zum Entzug von überschüssigem Wasser (Ödeme) eingesetzt.

27
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Hämodiafiltration

Kombination aus diffusivem und konvektivem Stofftransport zur Erhöhung der Clearance, insbesondere für mittelgroße Moleküle.

28
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Peritonealdialyse

Dialyseverfahren, das das Bauchfell (Peritoneum, 12m21 - 2\,m^2) als semipermeable Membran nutzt; der Wasserentzug erfolgt osmotisch durch Glucose im Dialysat.

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Hohlfaser-Dialysator-Design

Bündel von bis zu 10.00010.000 Hohlfasern (300μm300\,\mu m Durchmesser) in einem Gehäuse; Blut fließt durch die Fasern, Dialysat um sie herum.

30
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Gegenstromprinzip

Dialysat und Blut fließen in entgegengesetzte Richtungen, um einen nahezu konstanten Konzentrationsgradienten über die gesamte Länge zu gewährleisten.

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Arteriovenöser Shunt (AV-Fistel)

Chirurgische Verbindung von Arterie und Vene zur Arterialisierung der Vene, um einen ausreichenden Blutfluss (> 200\,ml/min) für die Dialyse zu ermöglichen.

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Shaldon-Katheter

Zweilumiger Katheter für den zentralvenösen Zugang, häufig bei Intensivpatienten für akute Dialyse oder chronische Hämofiltration verwendet.

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Rollenpumpe

Volumengesteuerte Pumpe, die durch rotierende Okklusion auf einen Schlauch wirkt; Standard für Blut- und Dialysatförderung.