Systemische Interventionen

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1
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Grundannahmen

Systemisch“ bezieht sich auf ein Menschenbild,

das das Verhalten von Elementen nicht aus ihrem

endogenen „So-Sein“, sondern aus ihren

Beziehungen zu anderen Elementen zu erklären

versucht.

Die Systemische Familientherapie versteht die

Probleme des Einzelnen in Zusammenhang mit

seinen sozialen Beziehungen und seiner

aktuellen Lebenssituation.

Sie richtet ihre Aufmerksamkeit auf die

Interaktionen im sozialen „System“, wie z. B.

Familie oder Partnerschaft und geht von den

dort vorhandenen Fähigkeiten und Stärken aus

2
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störungen

„Chronifizierung wird als Ergebnis einer aktiven,

wenngleich meist nicht bewussten

Gemeinschaftsleistung angesehen, nicht als

Ergebnis eines in der Person liegenden Defizits.

Eine psychische Störung kann als eine

spezifische Form selbstorganisierender Ordnung

angesehen werden, die eine Person gemeinsam

mit ihren Bezugspersonen durch Interaktion

kontinuierlich aufrechterhält“

Schweitzer & Schlippe 2007, S. 30; vgl. auch Kriz

1999)

o ist es aus systemischer Sicht ist es

interessant zu erfahren, wie es einem

Familiensystem gelingt, ein Problem durch

kontinuierliche, aufeinander bezogene

Aktivitäten immer wieder neu zu erzeugen, als

nach der Ursache des Problems zu fragen“

Schweitzer & Schlippe 2007, S. 30

3
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Familientherapie

l Familien muss als Ganzes betrachtet

werden

l Daher auch Veränderung im Ganzen nötig

l Beteiligung aller wichtig um Prozesse zu

verändern

l Alle müssen Veränderungen verstehen

und akzeptieren

4
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schule ft

chulen der Familientherapie

• Systemischer Ansatz

– Die strukturelle-strategische Familientherapie

– Die wachstums- u. erlebnisorientierte Familientherapie

• Die psychoanalytisch orientierte Familientherapie

• Die Klientenzentrierte Familientherapie

5
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strukturelle-strategische FT

Hauptprotagonisten: S. Minuchin und J. Haley.

• Symptome werden als Nebenprodukte von

strukturellen Problemen innerhalb der Kernfamilie

(Guerin u. Chabot 1997) verstanden

• Konzentration auf die aktuellen

Familieninteraktionen, aus denen Informationen

über die Struktur der Familie abgeleitet werden.

• Besonderen Wert legt Minuchin auf die Grenzen

familiärer Subsysteme und deren Herstellung und

Erhaltung sowie auf eine klare Regelung der

Hierarchie, bei der die elterliche Verantwortung und

Entscheidungskompetenz das System sichert.

strukturelle-strategische FT

• Die Strukturelle Familientherapie ist ein Zweig der

systemischen Familientherapie. Familientherapie

betrachtet die Familie als ein System, bestehend aus

den Eltern (Vater und Mutter) und den in der Familie

lebenden Kindern und den Wechselwirkungen

zwischen den Beteiligten. Besondere Bedeutung in

der strukturellen Familientherapie haben Strukturen

(Generationen, also z. B. Eltern und Kinder) und

Grenzen (z. B. zwischen den Generationen).

Hauptsächlicher Vertreter der strukturellen

Familientherapie ist Salvador Minuchin.

Der „identifizierte Patient“

• Meist bezeichnet die Familie eines ihrer

Mitglieder als „das Problem“. Dessen

Symptom hat aber häufig eine bedeutende

und stabilisierende Funktion im

Beziehungsgefüge der Familie und wird

deswegen von dieser gezielt unterstützt und

aufrechterhalten. Würde es wegfallen, dann

könnte die dahinter liegende Problematik

aufbrechen.

trukturen und Grenzen

• Die Eltern bilden als Paar ein wichtiges Struktur-Element.

Gemeinsam haben sie die Erziehung ihrer Kinder zu

leisten. Dazu müssen sie sich über die Ziele und ein

gemeinsames Vorgehen einigen. Eltern bzw. Kinder bilden

im Familiensystem je ein Subsystem. Zwischen den

Subsystemen müssen klare Grenzen geschaffen und

beachtet werden. Grenzen zwischen Generationen dürfen

nicht verwischt werden. Grenzen lassen sich in der

Verteilung der Rollen und Aufgaben und in der

Kommunikation direkt beobachten. In der Therapie lassen

sie sich durch Kommunikation und Übungen verändern

und formen, d. h. die Familie wird neu „strukturiert“.

Ziel

• Innerhalb der Familie müssen Strukturen und

Grenzen beachtet werden. Wenn Grenzen und

Hierarchien unklar gehandhabt werden, gilt

es diese in der Therapie wiederherzustellen.

6
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Wachstums-erlebnisorientierte FT

gilt als einer der großen historischen Schule.

Die Hauptvertreterin dieses Ansatzes ist

Virginia Satir.

• Die Entwicklung und Steigerung von

individuellem und familiärem Selbstwert, die

Kommunikationsmodelle in der Familie und

die gegenseitige Wertschätzung und

Kongruenz waren dabei wichtige Faktoren.

utter der Familientherapie

Psychische Probleme von

Klienten werden innerhalb der

Familientherapie nicht isoliert

gesehen, sondern das

Verhalten aller

Familienmitglieder wird in die

Betrachtung mit einbezoge

Die systemische Familientherapie von Virginia Satir ist

eine integrative, erlebnis- und entwicklungsorientierte

Familientherapie.

• Ihr Therapieansatz ist „integrativ“, das meint

ganzheitlich und berücksichtigt den Menschen ebenso

wie die systemischen Zusammenhänge.

• Satir arbeitet experimentell „erlebnisorientiert“, man

könnte auch sagen: „erfahrungsorientiert“.

• Obwohl ihr gedankliche Erkenntnis sehr wichtig ist,

geht ihr Modell über den rein kognitiven

Therapieansatz weit hinaus, denn die „Erfahrung“

spielt bei ihr eine besondere Rolle

Ihr entwicklungs- oder wachstumsorientierter

Therapieansatz wird zur „humanistischen

Psychologie“ gezählt.

• Das von ihr über Jahre hin entwickelte

„Wachstumsmodell“ basiert auf humanistischer

Philosophie, die jedoch von ihr akzentuiert und wie

kaum in einem anderen Therapiemodell ausgearbeitet

wurde.

• Mit ihrem „Modell des menschlichen Wachstums“

wollte sie mehr als das System Familie verändern, sie

wollte das menschliche Zusammenleben auch in

übergeordneten Systemen verändern

Virginia Satirs Anliegen war es, Menschen ihre

Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihr

"Grundpotential" nutzen konnten, und

Wachstum und Frieden zu fördern.

• „Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das

ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen,

gehört, verstanden und berührt zu werden. Das

größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den

anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu

berühren. Wenn dies geschieht, entsteht

Beziehung“

omöostase

• Das Konzept der Familienhomöostase besagt,

dass das Handeln der Familie darauf zielt, ein

Gleichgewicht der Beziehungen zu erreichen.

• Die Mitglieder helfen offen oder verdeckt, dieses

Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Die sich

wiederholenden, zirkulären, voraussagbaren

Kommunikationsmuster der Familie offenbaren

dieses Gleichgewicht.

• Sobald die Familienhomöostase gefährdet ist,

mobilisieren Mitglieder besondere Kräfte, um sie

zu halt

7
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vier kommunikationsmuster nach satir

atir beschreibt vier „universell“ zu beobachtende

„Kommunikationsmuster“ mit denen Menschen vor

allem auf die Bedrohung, bzw. Minderung ihres

Selbstwertes reagieren.

• Diese vier Muster nennt Satir

• „placating“ (beschwichtigen oder versöhnlich

stimmen),

• „blaming“ (anklagen oder beschuldigen)

• „being super-reasonable / computing“ (übertrieben

vernünftigsein bzw. rationalisieren) und

• „being irrelevant / distancing“ (irrelevant Reagieren,

bzw. ablenken).

Stressmuster

• Zu diesen Mustern neigen Menschen immer

dann, wenn sie unter Druck geraten und in

Anspannung sind, darum werden sie auch al

„Stressmuster“ bezeichnet:

• Beschwichtigen

• Anklagen

• Rationalisieren

• Ablenken

8
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beschwichtigen

er/die „Beschwichtiger(in)“ will vermeiden, dass der

andere ärgerlich oder wütend wird. Darum nimmt

er/sie eine rücksichtsvolle, einschmeichelnde Haltung

ein.

• vermeidet die Konfrontation, stellt eigene Bedürfnisse

zurück.

• versucht zu gefallen und fordert kaum etwas für sich

selbst.

• sagt eher ja, obwohl sie/er nein sagen will, er macht

sich oft klein und nimmt die Schuld (oder Last) auf

sich, um den andern zu beruhigen, zu beschwichtigen

oder ihm zu gefallen

9
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anklagen

nklagen

• Der/die „Ankläger(in)“ beschuldigt und tadelt oft

andere.

• will vermeiden, dass andere ihn/sie angreifen,

kritisieren und in Frage stellen.

• Darum kommt er/sie anderen zuvor und ist selbst

fordernd und eher ablehnend.

• will „stark“ sein, darum weiß er/sie es besser,

sucht und findet die Fehler der andern und klagt

an.

• Damit will er/sie erreichen, dass andere ihn/sie

akzeptieren

10
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rationalisieren

er/die „Rationalisierer(in)“ wirkt vernünftig.

• Gefühle kann er/sie kaum zulassen.

• Kommt mit logischen und sachlichen Argumenten und

tut so, also ob er/sie alles im Griff habe, so geht er/sie

auch mit Bedrohungen um.

• Mit logischen Argumenten und Ansprachen, versucht

er/sie sich zu behaupten.

• will beweisen, dass ihm/ihr der andere nichts anhaben

kann.

• Durch ein Streben nach rationaler Überlegenheit soll

der Selbstwert gesichert, bzw. erhöht werden

11
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ablenken

Ablenken hat den Sinn, eine Bedrohung zu ignorieren,

als sei sie nicht vorhanden.

• Der/die „Ablenker(in)“ weicht aus. Die für ihn/sie

heiklen Themen spricht er/sie nicht an,

• wechselt geschickt das Thema, notfalls schweigt er/sie

und bricht das Gespräch ab.

• Durch Ablenkung und irrelevante Reaktionen versucht

er/sie sich zu schützen.

• Bei gleichzeitiger Sehnsucht nach Beziehung besteht

eine Angst vor dem Kontakt mit anderen Menschen.

• Ziel der Ablenkung ist es, den Bedrohungen, Anklagen

und Forderungen zu entgehen

12
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08.12.25

17

Selbstwert und Kommunikation

In Satirs Konzept stehen Selbstwert und die

Art, wie Menschen miteinander

kommunizieren und interagieren in einem

direkten Zusammenhang.

• Für Satir stellt sich das Verhältnis von

Selbstwert und Kommunikation als ein sich

wechselseitig beeinflussender Prozess dar.

13
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Zirkularität

In dieser Zirkularität von niedrigem Selbstwert und

schlechtem oft misslingendem Verstehen, perpetuiert sich

niedriger Selbstwert (die Art, sich selbst zu sehen: ich kann

nichts, ich bin nichts) mit der Art der Kommunikation (zu

beschwichtigen, anzuklagen, etc.).

• Die therapeutische Notwendigkeit besteht in

Selbstwertstärkenden Interventionen:

• „Weil der Selbstwert der einzelnen Familienmitglieder das

Familiensystem so grundlegend beeinflusst, ist der

Hauptfaktor der Satirschen Methode die Unterstützung

der einzelnen Familienmitglieder bei der Steigerung

ihres Selbstwertes

14
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familienaufstellungen

Durch Gespräche, "Familienaufstellungen" und eine

Vielzahl kreativer Methoden kann dabei erreicht

werden, allmählich die inneren Prozesse der Familie

zu verstehen. Verborgene Strukturen und Bindungen

werden erfahrbar. Das Geflecht der Beziehungen wird

Stück für Stück entwirrt, so dass Verstrickungen

gelöst werden können.

• Die Systemische Familientherapie geht davon aus,

dass bei den Mitgliedern einer Familie und in der

Familie als Ganzes »Selbstheilungskräfte« vorhanden

sind, die in der Therapie mobilisiert werden können.

Somit wird es der Familie möglich, einen Großteil

ihrer Probleme ohne beständige therapeutische

Unterstützung zu lösen

<p>Durch Gespräche, "Familienaufstellungen" und eine</p><p>Vielzahl kreativer Methoden kann dabei erreicht</p><p>werden, allmählich die inneren Prozesse der Familie</p><p>zu verstehen. Verborgene Strukturen und Bindungen</p><p>werden erfahrbar. Das Geflecht der Beziehungen wird</p><p>Stück für Stück entwirrt, so dass Verstrickungen</p><p>gelöst werden können.</p><p>• Die Systemische Familientherapie geht davon aus,</p><p>dass bei den Mitgliedern einer Familie und in der</p><p>Familie als Ganzes »Selbstheilungskräfte« vorhanden</p><p>sind, die in der Therapie mobilisiert werden können.</p><p>Somit wird es der Familie möglich, einen Großteil</p><p>ihrer Probleme ohne beständige therapeutische</p><p>Unterstützung zu lösen</p>
15
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Familienskluptur

Die Familienskulptur ist eine von Virginia Satir entwickelte Technik

in der Familientherapie.

• Klienten entwickeln dabei ein systemisches Verständnis über sich

selbst, die Beziehungen zu anderen Menschen und über ihre

Familienkonstellation.

• Beziehungen und Verhalten von Familienmitgliedern zueinander

werden symbolisch dargestellt.

• Die „Familienskulpturen“ sind als Familienrekonstruktion in

Bestandteil der Ausbildung von Familientherapeuten.

• Indem man seine Herkunftsfamilie stellt, werden unsichtbare

Bindungen und "festgefahrene" Kommunikationsabläufe sichtbar.

Beziehungskonflikte und krankmachende Bindungen können

erkannt und gelöst werden.

16
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Phasen satir

Satir beschreibt sechs Phasen des therapeutischen

Veränderungsprozesses:

• 1. „Status quo: Innerhalb des faktischen Zustandes der Person oder des

Systems tritt die Notwendigkeit einer Veränderung oder das Bedürfnis

nach einer solchen zutage

• 2. Einführung eines fremden Elements: Das System oder das Individuum

artikuliert einer anderen Person – einem Freund, einem Therapeuten ... –

gegenüber das Bedürfnis nach Veränderung.

• 3. Chaos: Das System oder das Individuum fängt an, sich von einem

Status quo in einen Zustand des Ungleichgewichts hineinzubewegen.

• 4. Integration: Neue Lernerfahrungen werden integriert, und ein neuer

Seinszustand entwickelt sich.

• 5. Übung: Der neue Zustand wird stabilisiert, indem die neuen

Lernerfahrungen geübt werden.

• 6. Neuer Status quo: Der neue Status quo repräsentiert einen

funktionelleren Seinszustand

17
New cards

Psychodynamische Familientherapie

Familiendynamik: Bewusstes und unbewusstes

Zusammenspiel innerhalb der familiären

Beziehungen

• Wahrnehmung und Reflexion der Übertragung

und Gegenübertragung

• Berücksichtigung der Abwehr und des

Widerstandes

• Beziehungen stehen im Fokus

Dieser Ansatz ist ein historisch-biographischer

• Im Mittelpunkt steht die Aufarbeitung der

Familiengeschichte und der Beziehungen über

Generationen im Mittelpunkt hinweg.

• Man spricht von Mehrgenerationenperspektive

• Das Aufdecken und Durcharbeiten langfristiger

Familien-Konflikte führt zu einer kontinuierlichen

und schrittweise Veränderung der Beziehungen

innerhalb der Familie

Ab 1960 fand die Familienperspektive in die

Behandlung von neurotischen Störungen und

Beziehungsstrukturen, aber auch von

Psychosen, Delinquenz, Sucht und sozialen

Randgruppen Eingang.

• Ihr Wegbereiter waren Horst-Eberhard Richter

in Gießen, Hans Strotzka in Wien und Jürg

Willi in Zürich.

18
New cards

pdynamische Ansätze FT

Rollentheorie und Konzept der

Familienneurose von H. E. Richter:

Die Rolle in der Familie ist keine Eigenschaft der

Person sondern eine Zuschreibung oder

Erwartungen an die Person

• Dieser Vorgang ist ein unbewusster Zuschreibungs-

und Erzwingungsvorgang

Pathologische Rollenzuschreibung ist dann vorhanden:

l wenn unbewusste Erwartungen an den Inhaber einer

Position gerichtet werden

l die Befolgung der Rollenvorschrift mit subtilen

Mittel „erzwungen“ wird

Kind als Subsitut für ein Elternteil

l Kind als Substitut für einen Partner

l Kind als Abbild

l Kind als Ideal-Selbst

l Kind als Sündenbock

Typen der charakterneurotischen Familien:

– Typ Sanatorium: Angstneurotische Familien in

denen Differenzen verleugnet werden

– Typ Festung: Paranoide Familien, in denen

Aggression nach außen projiziert wird

– Typ Theater: Hysterische Familien, in denen Leere

durch Dramatik gefüllt wird.

Symptomneurotische Dynamiken

• Eltern, Kind und Neurose

– Das Kind als schwächstes Glied wird zum

Symptomträger der Familie (symptomneurotische

Familien)

• Delegation

– Unbewusste Aufträge der Eltern an ihre Kinder, oft

über mehrere Generationen (Mehrgenerationen-

Perspektive)

• Kollusion

– Unbewusstes Zusammenspiel von Partnern, um

Ängste und Schuldgefühle zu bewältigen

Geht davon aus, dass Kinder als schwächstes

Glied im System eingesetzt werden, um

narzisstische Selbst-Anteile anderer Mitglieder

des Systems zu stabilisieren, strukturelle

Defizite zu substituieren, daran scheitern und

schließlich Symptome entwickeln können.

• Unterscheidung zwischen symptom-

neurotischen und charakterneurotischen Paaren

und Familien

• Delegationsmodell von H. Stierling

• Mehrgenerationsperspektive von E. und U.

Sperling

<p><strong>Rollentheorie und Konzept der</strong></p><p><strong>Familienneurose von H. E. Richte</strong>r: </p><p>Die Rolle in der Familie ist keine Eigenschaft der</p><p>Person sondern eine Zuschreibung oder</p><p>Erwartungen an die Person</p><p>• Dieser Vorgang ist ein unbewusster Zuschreibungs-</p><p>und Erzwingungsvorgang</p><p>Pathologische Rollenzuschreibung ist dann vorhanden:</p><p>l wenn unbewusste Erwartungen an den Inhaber einer</p><p>Position gerichtet werden</p><p>l die Befolgung der Rollenvorschrift mit subtilen</p><p>Mittel „erzwungen“ wird</p><p>Kind als Subsitut für ein Elternteil</p><p>l Kind als Substitut für einen Partner</p><p>l Kind als Abbild</p><p>l Kind als Ideal-Selbst</p><p>l Kind als Sündenbock</p><p></p><p>Typen der charakterneurotischen Familien:</p><p>– Typ Sanatorium: Angstneurotische Familien in</p><p>denen Differenzen verleugnet werden</p><p>– Typ Festung: Paranoide Familien, in denen</p><p>Aggression nach außen projiziert wird</p><p>– Typ Theater: Hysterische Familien, in denen Leere</p><p>durch Dramatik gefüllt wird.</p><p></p><p>Symptomneurotische Dynamiken</p><p>• Eltern, Kind und Neurose</p><p>– Das Kind als schwächstes Glied wird zum</p><p>Symptomträger der Familie (symptomneurotische</p><p>Familien)</p><p>• Delegation</p><p>– Unbewusste Aufträge der Eltern an ihre Kinder, oft</p><p>über mehrere Generationen (Mehrgenerationen-</p><p>Perspektive)</p><p>• Kollusion</p><p>– Unbewusstes Zusammenspiel von Partnern, um</p><p>Ängste und Schuldgefühle zu bewältigen</p><p></p><p>Geht davon aus, dass Kinder als schwächstes</p><p>Glied im System eingesetzt werden, um</p><p>narzisstische Selbst-Anteile anderer Mitglieder</p><p>des Systems zu stabilisieren, strukturelle</p><p>Defizite zu substituieren, daran scheitern und</p><p>schließlich Symptome entwickeln können.</p><p>• Unterscheidung zwischen symptom-</p><p>neurotischen und charakterneurotischen Paaren</p><p>und Familien</p><p></p><p></p><p>• Delegationsmodell von H. Stierling</p><p>• Mehrgenerationsperspektive von E. und U.</p><p>Sperling</p>
19
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as Menschenbild der

Klientenzentrierten Psychotherapie

Das Menschenbild der

Klientenzentrierten Psychotherapie

• Carl R. Rogers (Begründer)

• Positives Menschenbild

• Natur des Menschen ist positiv, sozial u.

vorwärtsgerichte

20
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klient*innenzentrierte ft: Gaylin

Gaylin: Hält sich eng an Roger´s Persönlichkeits-

u. Therapiekonzept

Erweiterung bzw. Modifizierung um zwei

wesentliche Grundannahmen:

• Familienaktualisierungstendenz: Teil der Selbstaktualisierungstendenz

- „…weil die Familie ein so ursprünglicher Teil dessen ist wer

wir sind – wie wir uns im Verhältnis zu anderen sehen „

- -menschlicher Antrieb, unser biologisches Schicksal zu

erfüllen (Fortpflanzung u. Erhaltung der Art)

• Interpersonale Inkongruenz:

21
New cards

phasenklzentr ft

  1. Notwendigkeit eines

psychologischen Kontaktes

  1. Der Zustand des Pa:enten ist

durch Inkongruenz gekennzeichnet

  1. Die Kongruenz des Therapeuten

  2. Empathie durch Therapeut*in

  3. bedingungsfreie positive beachtung

  4. Annahme/Wahrnehmung des empathischen

    Verstehens/bedingungsfreie positive

    Beachtung von seiten der Patienten/Klienten

22
New cards

Diagnostik klientenzentrierte ft

Fragebogentest

• Projektive Test (Familientiere)

• Metaphorisch-visuelle Verfahren

(Familiensystemtest)

• Figurentechnik

Diagnostik: Quelle: direkte Beobachtung der Interaktionen zwischen den

Familienmitgliedern

• Aussagen der Betroffenen zu ihrem aktuellen

Beziehungserleben

• Beobachtung und Analyse der Interaktionen zwischen

den Familienmitgliedern und dem Therapeuten

(Übertragung und Gegenübertragung)

• Rekonstruktion erlebter und gemeinsam geschaffener

Familiengeschichte

• Informationen über die objektive materielle und

soziale Lebenslage der Familie

23
New cards

Visuell-metaphorische Techniken

Genogramm

• Familienskulptur

– Dienen dazu wichtige Familiendaten bildlich

darzustellen und sind sowohl

– Diagnostische Hilfsmittel

– Interventionen

24
New cards

Genogramm

ist eine grafische Darstellung der

Familienstruktur. Es sieht ähnlich wie ein

Familienstammbaum aus, enthält aber

andere Daten.

• Entwickelt von Murray Bowen und dient der

Visualisierung wichtiger Familienereignisse

und -daten.

• Zu einem vollständigen Genogramm gehören die

folgenden Daten zu allen Familienangehörigen

über mind. 3 Generationen (Reich et al. 1996)

• 1. Namen, Alter/Geburtsdatum, Berufe,

kultureller und religiöser Hintergrund

• 2. Beginn von Partnerschaften,

Eheschließungen, Trennungen/Scheidungen.

• 3. schwere Krankheiten, Pflegeabhängigkeit,

Todesdaten und –ursachen sowie

• 4. Wohnorte, Umzüge und weiter bedeutsame

Lebensereignisse/Veränderungen

Reihenfolge in der vertikalen Achse (= Generationen)

– – Beginne mit Dir selbst, nahe am unteren Rand. Zwischen dem

Blattrand und Dir dann gegebenenfalls die Kinder

– – Dann oberhalb von Dir Deine Eltern, neben Dir Deine Geschwister

in der Reihenfolge des Alters

– – Über den Eltern, dann die Grosseltern, Geschwister der Eltern

– – Falls Information vorhanden: Urgrosseltern, Geschwister der

Grosseltern, usw.

• Reihenfolge in der horizontale Achse (= Zeitliche Reihenfolge)

– – Die Reihenfolge muss korrekt sein, das ist aus systemischer Sicht

sehr wichtig (Prinzip der Ordnung)

– – Innerhalb der gleichen Geschwister-Reihe immer von links nach

rechts: Erstes Kind ganz links, jüngstes rechts (Abtreibungen,

Aborte, Totgeburten nicht vergessen

Emotionale Beziehungen

• Empfehlung: Zu Gunsten der

Übersichtlichkeit nur dort anwenden, wo dies

ausgeprägt zutrifft

<p> ist eine grafische Darstellung der</p><p>Familienstruktur. Es sieht ähnlich wie ein</p><p>Familienstammbaum aus, enthält aber</p><p>andere Daten.</p><p>• Entwickelt von Murray Bowen und dient der</p><p>Visualisierung wichtiger Familienereignisse</p><p>und -daten.</p><p>• Zu einem vollständigen Genogramm gehören die</p><p>folgenden Daten zu allen Familienangehörigen</p><p>über mind. 3 Generationen (Reich et al. 1996)</p><p>• 1. Namen, Alter/Geburtsdatum, Berufe,</p><p>kultureller und religiöser Hintergrund</p><p>• 2. Beginn von Partnerschaften,</p><p>Eheschließungen, Trennungen/Scheidungen.</p><p>• 3. schwere Krankheiten, Pflegeabhängigkeit,</p><p>Todesdaten und –ursachen sowie</p><p>• 4. Wohnorte, Umzüge und weiter bedeutsame</p><p>Lebensereignisse/Veränderungen</p><p></p><p> Reihenfolge in der vertikalen Achse (= Generationen)</p><p>– – Beginne mit Dir selbst, nahe am unteren Rand. Zwischen dem</p><p>Blattrand und Dir dann gegebenenfalls die Kinder</p><p>– – Dann oberhalb von Dir Deine Eltern, neben Dir Deine Geschwister</p><p>in der Reihenfolge des Alters</p><p>– – Über den Eltern, dann die Grosseltern, Geschwister der Eltern</p><p>– – Falls Information vorhanden: Urgrosseltern, Geschwister der</p><p>Grosseltern, usw.</p><p>• Reihenfolge in der horizontale Achse (= Zeitliche Reihenfolge)</p><p>– – Die Reihenfolge muss korrekt sein, das ist aus systemischer Sicht</p><p>sehr wichtig (Prinzip der Ordnung)</p><p>– – Innerhalb der gleichen Geschwister-Reihe immer von links nach</p><p>rechts: Erstes Kind ganz links, jüngstes rechts (Abtreibungen,</p><p>Aborte, Totgeburten nicht vergessen</p><p></p><p>Emotionale Beziehungen</p><p>• Empfehlung: Zu Gunsten der</p><p>Übersichtlichkeit nur dort anwenden, wo dies</p><p>ausgeprägt zutrifft</p>
25
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Familienskulptur

st eine metaphorisch-gestalterische Technik,

die durch Peggy Papp und Virginia Satir in den

USA bekannt wurde.

• Ein Familienmitglied wird aufgefordert, die

eigene Familie wie ein Bildhauer räumlich so

darzustellen, dass sich eine subjektiv zum

gegenwärtigen Zeitpunkt stimmige

Abbildung der emotionalen Beziehungen der

Familienmitglieder ergibt

ind dabei entweder Menschen (andere

Familienmitglieder und der Klient selbst oder

andere Gruppenmitglieder: = lebende

Skulptur)

• Oder aber Ersatzfiguren (z. B. Spiel-,

Playmobil- oder Szenotestfiguren: = figure

placement techniques“

l In Form eines Pantomimischen Bildes

stellt ein Familienmitglied bestimmte

familiäre Beziehungen und Haltungen

Beim Stellen einer Skulptur kann auf

unterschiedliche Modalitäten geachtet werden:

• durch den räumlichen Abstand wird dargestellt,

wie nah bzw. wie distanziert sich die

Familienmitglieder fühlen.

• durch die Größe, jenseits der physiologischen

Größe, kann dargestellt werden, wer sich in der

Familie oben bzw. unten fühlt, wer wieviel

Macht, viel oder wenig Einfluss hat

Beim Stellen einer Skulptur kann auf

unterschiedliche Modalitäten geachtet

werden:

• durch Mimik, Gestik, Handbewegung,

Kopgewegung etc., kann differenzierter

dargestellt werden, wie sich die einzelnen

Familienmitglieder zu einem ganz

bestimmten Zeitpunkt in der Familie fühlen

• Beim Stellen einer Skulptur kann auf

unterschiedliche Modalitäten geachtet werden:

• Bei der „lebenden Skulptur“ wird auch das

Erleben der anderen Personen in den familiären

Rollen erfragt.

• Das kann dem „Aufsteller“ manchmal ganz neue

Impulse geben.

• Die Skulptur kann mit der von anderen

Familienangehörigen oder einem Idealbild

verglichen werden. (Arnold et al. 1996)

Die Skulptur bietet eine Möglichkeit die

Komplexität des Familiensystems, die Gefühle

und Gedanken in einer Familie wie durch ein

Brennglas komprimiert darzustellen.

• Vorteil dieser Methode ist ein Zugang zur

Beziehungsstruktur des Paares oder der Familie,

der direkter als die gesprochene Sprache ist

• Rationalisierende Abwehrphänomene werden

unterlaufen.

26
New cards

Familienrekonstruktion

Virginia Satir nannte später ihre Arbeit

"Familienrekonstruktion" und nützte vor

allem die Rollenspielmethoden aus dem

Psychodrama und Elemente aus der

Gestalttherapi

27
New cards

Refraiming

Die Umdeutung ist einer der zentralen

systemischen Ideen überhaupt. Beim

Reframing wird dem Geschehenen oder

Erlebten ein anderer Sinn gegeben, indem es

in einen anderen Kontext gestellt wird. Durch

die Umdeutung wird ein Verhalten oder

Symptom, in seiner positiven Bedeutung für

die Klienten beschrieben und so eine neue

Sichtweise eingeführt.

28
New cards

Reflecting Team

Beim Reflecting Team gibt es 2 Subgruppen:

– zum einen das therapeutische System, bestehend

aus der Familie und dem Therapeuten,

– daneben das beobachtende System, das

Reflecting Team.

– Es besteht aus zwei bis vier Teammitglieder, die

entweder hinter einer Einwegscheibe in einem

anderen Raum sitzen, oder im gleichen Raum

etwas distanziert vom Therapiesystem.

29
New cards

Systemische

Psychotherapie

Ziel der Systemischen Therapie ist es,

symptomfördernde familiäre Interaktionen und

Strukturen, dysfunktionale Lösungsversuche und

starre/einschränkende Familienerzählungen

infrage zu stellen und die Entwicklung neuer,

gesundheitsfördernder Interaktionen,

Lösungsversuche und Erzählungen anzugehen.

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