- 80 Mia - durchschnittlich 1000 Synapsen pro Neuron - grosse Vielfalt
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Neuron: Aufbau
- Zellkörper (Soma) und Dendriten mit Synapsen (Imput) - langes Axon mit Endköpfchen
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Axonaler Transport
1. langsamer Transport - 1mm/Tag - Zytoskelettelemente, lösliche Substanzen 2. schneller Transport - 250-400mm/Tag - Membranvesikel - Neurotrophine
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Gliazelle
- 4 Typen (Astrocyte, Oligodendrocyte, Microglial cell, Schwann'sche Zellen) - 1 - 50 Gliazellen pro Neuron im Hirn
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Gliazellen: Typen
1. Astrocyte: - Transport von Blutgefäss zu Neuron ("Blut-Hirn-Schrank") - beseitigt Neurotransmitter aus Synapse - metabolische Hilfe für Neuronen 2. Oligodendrocyte: - Myelisierung mehrerer Axone im zentralen Nervensystem 3. Microglial cell: - Hämatopoetische Zelle - Schutzfunktion, Phagozytose 4. Schwann'sche Zellen: - myelisierung der Zellen im peripheren Nervensystem
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Grundprinzipien neuronaler Verbindung
- Organisation in Kernen (evolutionär ältere Strukturen) - Organisation in Schichten (evolutionär neuer) - lange Projektionen (z.B. Sehbahn) - lokale Schaltkreise (z.B. Hirnkerne, Retina) - Verteilte Einzelquellen-Schaltkreise (z.B. Dopaminsystem)
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Ruhepotential
- ausgelöst durch Konzentrations- und Ladungsgradienten über die Membran - viel K+ in Zelle - viel Cl- und Na+ ausserhalb der Zelle (Eselsbrücke: Einzeller im Salzwasser) - energieaufwendig das Ruhepotential aufrecht zu erhalten (durch Na-K-Pumpen) - K+ diffundiert (entlang des Konzentrationsgradienten) durch die Membran nach draussen und erstellt das negative (ca. -61mV) Ruhepotential. - Na-K-Pumpen transportieren ständig Na nach draussen, K nach drinnen
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Stören des Ruhepotentials
1. Hyperpolarisation (noch negativer) -\> Potential geht zurück auf das Ruhepotential 2. Depolarisation a) Depolarisation erreicht Grenzwert nicht -\> Potential geht zurück auf das Ruhepotential b) Depolarisation erreicht Grenzwert -\> Aktionspotential
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Umkehrpotential
- Membranpotential, bei dem kein Netto-Ionenfluss stattfindet. - kann festgestellt werden über die Voltageclamp-Methode -\> -58mV für K+
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Voltageclamp-Methode
- Elektrode in und ausserhalb des Neurons stellt eine gewisse Spannung ein -\> Depolarisation (starker Ausstrom; dann starker Einstrom, schliesslich langsamer Ausstrom) -\> früher Einstrom kehrt bei +55mV um (-\> K+) -\> später Ausstrom kehrt bei - 90mV um (-\> Na+)
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Aktionspotential
1. Resting state (-\> Ruhepotential) - K+-Kanal zu - Na+-Kanal zu - K+ diffundiert wenig nach draussen -\> negatives Ruhepotential 2. Depolarisation Phase -\> falls Zelle genügend depolarisiert, dass Schwellenwert überschritten wird: - Na+-Kanal öffnet sich (activation- und inactivation-gate) -\> Na+ diffundiert nach drinnen (wegen Ladungs- und Konzentrationsgradienten) -\> Potential positiv (+50 mV) 3. Repolarisation Phase - beim Na+-Kanal schliesst sich das inactivation-gate - K+-Kanal öffnet sich -\> K+ diffundiert nach draussen -\> Potential negativ 4. Undershoot - "zu viel" K+ diffundiert nach draussen, wegen vorübergehend erhöhter Membrandurchlässigkeit -\> Potential negativ (negativer als bei Ruhepotential) -\> Na-K-Pumpen erstellen unter viel Energieaufwand das Ruhepotential wieder 1. Resting state
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Wie gehen Ionen durch eine Membran?
1. Ionenkanäle: - Ionen diffundieren durch die Kanäle entlang eines Konzentrations- oder Ladungsgradienten 2. Ionentauscher ("Antiporter" (?)) - Ion 1 geht hinein, Ion 2 geht hinaus - Kraft kommt von dem Ionengradienten des einen Ions 3. Ionenpumpen - Ionen werden unter ATP-Verbrauch durch die Membran gepumpt
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Na-K-Pump
- Ionenpumpe, die unter ATP-Verbrauch K+ in die Zelle und Na+ aus der Zelle transportiert - Pro Zyklus transportiert sie 3 Na+ und 2 K+ - sie nimmt Na+ auf, wenn sie nicht phosphoryliert ist - sie nimmt K+ auf, wenn sie phosphoryliert ist - die Pumpe "dreht" sich in der Membran um
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Zeitkonstante, Längenkonstante
Membraneigenschaften 1. Zeitkonstante - Zeit, die verbraucht wird um Membranpotential um Faktor e zu verändern -\> Mass für die Geschwidigkeit der Potentialänderung 2. Längenkonstante - Mass für Effizienz der Ausbreitung des Signals λ \= (Membranwiderstand/Innenwiderstand)^1/2 -\> je höher Membranwiderstand, desto schneller ist Ausbreitung des Signals -\> Membranwiderstand maximieren (Myelinscheiden (z.B. Mensch)) -\> Innenwiderstand minimieren (dickes Axon (z.B. Cephalopoden))
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Myelinscheide
- Strategie um Membranwiderstand zu erhöhen -\> schnelle, verlustfreie Reizweiterleitung -\> "saltatorische Reizweiterleitung" - mehrfach konvergent (min. 28 mal) evoluiert - Aufbau: "Membranwickel", im ZNS und PNS andere Zusammensetzung (im PNS kann sie regenerieren, im PNS nicht)
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Multiple Sklerose
- Autoimmunerkrankung - Myelinscheiden werden angegriffen -\> Reizweiterleitung verlangsamt/unterbrochen - offene Fragen: -\> wie überwinden die Antikörper die Blut-Hirn-Schranke? -\> Weshalb werden Antikörper gegen Körpereigene Strukturen gebildet? - verschiedene Krankheitsverläufe (schubförmig bis progredient)
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Conotoxine
- Neurotoxine der Kegelschnecken (Conidae) - blockieren verschiedenste Ionenkanäle
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Patch-Clamp-Technik
- Methode um bestimmte Ionenkanäle zu isolieren und auf ihre Durchlässigkeit zu überprüfen - Glaskapillare wird auf Membran gehalten; durch Unterdruck reisst die Membran auf und in der Öffnung der Kapillare ist ein Stück Membran (-\> hoffentlich mit dem gewünschten Kanal(!)) - Reaktion der Kanäle auf bestimmte Spannungen, bzw. Substanzen können gezielt untersucht werden -\> Resultat: öffnen/schliessen sich mit bestimmter Stochastizität -\> in jeder Membran hat es viele Kanäle: in Summe geht die Stochastizität verloren
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Ionenkanäle
1. Spannungsabhängige: - z.B. abhängig vom Aktionspotential - viele verschiedene K+-Kanäle 2. Ligandengesteuerte: - abhängig von Neurotransmittern - postsynaptische Kanäle 3. Spannungs- und Ligandengesteuerte: - NMDA-Rezeptor (Koinzidenz-Rezeptor, AND-Gate) -\> Glutamat + Zelle depolarisiert -\> Rezeptor offen 4. Temperatur- und Dehnungsabhängige: - z.B. Haarzellen in Cochlea
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Xenopus-Oozyten-Assay
- "ernten" von Krallenfroscheiern - Injektion eines Plasmids mit dem Gen für den Ionenkanal, den man untersuchen möchte - Kanäle werden in dem Froschei exprimiert - mit der Patchclamp-Technik kann man gezielt diesen (oder auch einen leicht mutierten) Kanal untersuchen
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Channelopathy (Kanalkrankheiten)
- genetische Krankheiten, welche mit der Mutation eines Ionenkanals zusammenhängen - oft nicht Null-Mutation (nicht lebensfähig), sondern der Kanal funktioniert weniger effizient - Beispiele: -\> Mukoviszidose (zystische Fibrose) -\> Achromatopsia (Zapfen funktionieren nicht -\> kein Farbsehen) -\> Long QT Syndrome (veränderter Herzrhythmus) -\> Epilepsie
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Capsaicin
- fettlösliches Molekül, das Chillis ihre Schärfe verleiht - aktiviert auf der Zellinnenseite (diffundiert durch Membran) ein Ionenkanal in schmerzleitenden Neuronen
System, das für die Regulation der Homöostase verantwortlich ist, kontrolliert durch Hypothalamus via Acetylcholin 1. Parasympathicus ("rest & digest"): - Nerven direkt vom Stammhirn - Auswirkung (Auswahl): -\> aktiviert Verdauung -\> verlangsamt Herzschlag -\> aktiviert Speichelproduktion 2. Sympathicus ("fight or flight"): - sympathische Ganglien direkt bei Rückenmark - sympathische Nerven durch Noroadrenalin aktiviert - Auswirkung (Auswahl): -\> stoppt Verdauung -\> erhöht Herzschlag -\> zieht Blutgefässe zusammen
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Hypothalamus: vegetatives Nervensystem
- Hypothalamus kontrolliert das vegetative Nervensystem - verantwortlich für das Erhalten der Homöostase - erhält Imput über den Ist-Wert - kennt den Soll-Wert - leitet Veränderung ein, wenn nötig -\> Körpertemperatur -\> Hunger -\> Schweiss -\> etc.
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verschiedene Methoden in der Neurobiologie (-\> Visualisierung)
- golgi-staining - antikörper-staining - fluoreszente Färbung - axonal tracing - GFP unter Kontrolle bestimmter Promotoren -\> Problem: vor allem an totem/durchsichtigen Gewebe möglich -\> Lösung: z.B. MRI (aber sehr schlechte Auflösung; trade-off zw. zeitlicher und räumlicher Auflösung)
- Das Hirn ist entwicklungsgeschichtlich ein langer Schlauch: 1. Vorderhirn (Protocerebrum): - später: Cortex (bei Mensch sehr gross, gefaltet) 2. Mittelhirn (Deutocerebrum): - beim Mensch "eingepackt" vom Cortex, nicht zu sehen 3. Hinterhirn (Tritocerebrum) - später: Cerebellum (Kleinhirn) 4. Rückenmark
1. Gastrulation - BMP-Gradient im Ectoderm (BMP: Bone morphogenetic protein) -\> BMP-Produktion ventral -\> BMP-Inhibitor dorsal --\> ventral: später Epidermis --\> dorsal: später Neuralgewebe
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Entwicklung des Neuralrohrs: Neurulation
- Bildung des Neuralrohrs nach der Gastrulation - neurales Ektoderm durchläuft schnellere Zellteilung als epidermales Ektoderm -\> Auffaltung des neuralen Ektoderms - neurales Ektoderm wird zu Rohr, oberhalb die Dachplatte (roof plate), dazwischen die Neuralleiste (neural crest) - Neuralleistenzellen wandern ab (werden zu Zellen des peripheren Nervensystems oder zu Pigmentzellen in der Haut) - Chorda dorsalis (\=notochord) bildet sich aus dem Mesoderm direkt unter dem Neuralrohr
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Entwicklung des Neuralrohrs: Differenzierung
- via Delta-Notch-System - bestimmt das Verhältnis von neuronalen Vorläuferzellen zu Stammzellen - neuronale Vorläuferzellen haben kein Notch mehr (weil sie aus der Umgebung mit viel Delta wegwandern)
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Laterale Inhibition: Delta-Notch-System
- Zell-Zell-Kommunikation - Rezeptor: Notch - Ligand: Delta - Wenn Notch auf Zelle 1 viel Delta auf Nachbarzellen wahrnimmt, wird die Expression von Delta in Zelle 1 herunterreguliert -\> Nachbarzelle nimmt weniger Delta wahr, reguliert die Expression von Delta nach oben -\> ein stabiles Gleichgewicht stellt sich ein -\> eine Zelle hat viel Delta, alle herum haben viel Notch
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Entwicklung des Neuralrohrs: Musterbildung
- via dorso-ventralen Gradienten (-\> Morphogen, "french flag model") ausgelöst durch Kontakt des Neuralrohrs mit der Dachplatte (dorsale Seite: Wnt, BMP) und der Chorda dorsalis (ventrale Seite: SHH)
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Entwicklung des Neuralrohrs: Proliferation
- Stammzellen haben Kontakt mit der apikalen und basalen (Lumen) Seite des Neuralrohrs - im Verlauf der Zellteilung (in M-Phase) verlieren die Stammzellen die Verbindung mit der apikalen Seite a) zuerst viel symmetrische Teilung (-\> mehr Stammzellen) b) dann asymmetrische Teilung (-\> mehr Nervenzellen) c) zuletzt symmetrische Teilung mit Differenzierung (-\> nur noch Nervenzellen) - Differenzierung sobald kein Kontakt mehr mit der apikal-Komplex-Membran (auf der Lumen-Seite (?!)); geschieht aufgrund von asymmetrischer Zellteilung
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Entwicklung des Cortex'
- aus dem Vorderhirn - radiale Zellwanderung in 6 Schüben (-\> 6 Schichten im Cortex): -\> Neuronen stammen von Stammzellen im Lumen des Neuralrohrs -\> Neuronen wandern entlang radialen Gliafasern in 6 Schritten -\> bei der Cortical Plate erhalten sie ein Stopsignal -\> Cortex: von innen nach aussen: alt -\> jung - tangentiale Zellwanderung: Interneuronen
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Neuralleistenzellen (Neural crest cells)
- Zellen, welche bei der Fusion des Neuralrohrs beteiligt sind - wandern später weg: 1. Ventral pathway: - Spinalganglien (\= spinal root ganglion, DRG) - sympathetic ganglion (SG) - nur im anterioren Teil der Somiten (Somit \= Ursegment; im posterioren Teil wird Axonwachstum & Zellwanderung gehemmt) 2. Dorsal pathway: - Melanocyten (Hautpigmentzellen)
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Neurotrophine (NT)
- z.B. NGF (neural growth factor), BDNF (Brain-derived neurotrophic factor), NT-3 bis NT-5 - ohne Neurotrophine sterben Spinalganglien ab (Apoptose), Neurotrophine erhalten sie am Leben - Zielspezifische Faktoren, welche die Inervation fördern -\> wichtig für target recognition -\> falls Neuronen die falschen NT wahrnehmen, sind sie im falschen Zielgewebe und machen Apoptose
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Entdeckung der Neurotrophine: Limb bud transplantation/ablation am Hühnerembryo
- Entfernung eines limb buds (Gliedknospe) im Hühnerembryo führte zu weniger Spinalganglien im betroffenen Segment - Anfügen zusätzlicher limb buds im Hühnerembryo führte zu mehr Spinalganglien -\> Fazit: Zielgebiet bestimmt über Neuralwachstum -\> passiert via Neurotrophine
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Axonwachstum
- zentrales *Tubulin*, Tubuline post-transkriptionell modifiziert (Tyrosiniert, Acetyliert) und somit verschieden stabil - am Ende Filopodien, wo *Aktin* polymerisiert wird - Axonwachstum wird gehemmt/aktiviert durch eine Kombination von Signalen -\> Attraktion/Repulsion (beide: long range (durch lösliche Signale), short range (durch Membran-Moleküle der Umgebung) - Axonale Wegfindung basiert also auf einer Stabilisierung/Destabilisierung des Zytoskeletts (-\> mehr Filopodien, wo stabil)
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Chemische vs. Elektrische Synapse
1. Elektrische Synapse - präsyn. und postsyn. Membran sehr nahe zusammen und über Gap-Junctions verbunden - keine gerichtete Informationsübertragung (Veränderung von Ionenkonzentrationen wird einfach ausgeglichen, egal von welcher Seite) - ohne Neurotransmitter - sehr schnelle Signalübertragung 2. Chemische Synapse - Präsynapse: Vesikel mit Neurotransmitter - Postsynapse: Membran mit Rezeptoren für Neurotransmitter - Modulierung des Signals auf mehreren Stufen möglich (Menge Neurotransmitter, Anzahl Rezeptoren, Art des Neurotransmitters/Rezeptors, etc.) - Präsynaptisches Neuron kann mehrere Neurotransmitter enthalten und abhängig vom Signal/Signalstärke verschiedene Neurotransmitter ausschütten
42
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Evidenz für chemische Synapse (Experiment)
- zwei Herzen in Flüssigkeit über Schlauch verbunden - Stimulierung eines Nervs im Herz 1 führt zu langsamerer Herzfrequenz zuerst im Herz1, verzögert im Herz 2 -\> Neurotransmitter müssen ausgeschüttet werden und über Schlauch zu Herz 2 gelangen
43
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Neuromuscular Junction
- Chemische Synapse zw. Motoneuron und Muskel - präsynaptisch: Vesikel mit Acetylcholin - postsynaptisch: Einstülpungen ("junctional fold")
44
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Neuromuscular Junction: Bildung
- Agrin (Signal des Neurons) führt zur Cluster-Bildung von Acetylcholin-Rezeptoren auf Muskelfaser - Expression von Acetylcholin-Rezeptoren wird in entfernten Zellkernen (-\> Muskelfaser ist Syncytium) herunterreguliert - Polyinervation wird durch Kompetition zw. Neuronen beseitigt - Monoinervation: Eine Muskelfaser wird nur von einem Neuron kontrolliert; ein Neuron kann mehrere Muskelfasern inervieren -\> effiziente Kontraktion - Wachstum der Muskelfaser führt zu Wachstum der Synapse - im Alter kann die Synapse wieder kleiner werden
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Neurotransmitter
- in chemischen Synapsen in der Präsynapse; nach Aktivierung des Neurons werden sie in die synaptische Spalte abgegeben und aktivieren das postsynaptische Neuron - ca. 100 Neurotransmitter bekannt - wirken in Kleinstmengen, oft kurzlebig 1. klein-molekulare Neurotransmitter: - in clear core vesikel - im präsynaptischen Terminal synthetisiert - werden meist irgendwie rezikliert und gelangen nach Ausschüttung wieder in die Präsynapse - z.B. Acetylcholin, Dopamin, GABA 2. Peptid-Neurotransmitter - in large dense core vesikel - über Proteinbiosynthese im Zellkörper synthetisiert und dann mittels schnellem axonalen Transport in die Präsynapse transportiert - z.B. Substance P, Neuropeptide Y
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Neurotransmitter: Ausschüttung und Recycling
1. Ausschüttung: - Vesikel dockt an Snare-Proteine (Snare auf Vesikel-Membran und präsynaptischer Membran) - Exocytose - Neurotransmitter bindet an Rezeptoren auf postsyn. Membran und überträgt ein Signal 2. Recycling - Neurotransmitter wird entweder in der synaptischer Spalte abgebaut (-\> verliert Wirkung, kurzlebiges Signal) oder in eine Schwann'sche Zelle aufgenommen und dort abgebaut. - Neurotransmitter werden durch Endocytose (-\> Clathrin-Vesikel) aufgenommen - Vesikel gehen zum Endosom und von dort werden sie wieder mit Snare-Proteinen an die präsynaptische Membran gedockt.
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Neurotransmitter: Rezeptoren
- die Rezeptoren sind in der postsynaptischen Membran 1. Ionotrope Rezeptoren - Rezeptoren, welche durch Bindung des Neurotransmitters aktiviert/inaktiviert werden 2. Metabotrope Rezeptoren - G-Protein-coupled receptors (GPCR) - Metabotrope Rezeptoren sind Transmembranproteine, welche den Neurotransmitter binden können und das Signal intrazellulär über G-Proteine weiterleiten, welche dann Ionenkanäle aktivieren/inaktivieren - Signal kann so verstärkt werden: 1 Rezeptor kann viele Ionenkanäle aktivieren
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Neurotransmitter: Acetylcholin
- ionotrope Rezeptoren: "nikotinisch" - metabotrope Rezeptoren: "muscarinisch" - kleinmolekularer Neurotransmitter - Acetyl CoA + Choline wird in der synaptischen Endigung zu Acetylcholin synthetisiert - nach Ausschüttung: Acetylcholin wird in synaptischer Spalte zu Acetat + Cholin gespalten - Cholin wird dann wieder in präsynaptisches Neuron importiert und rezikliert - im peripheren NS (bei neuromuscular junction) und im ZNS
49
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Neurotransmitter: Glutamat
- nur im ZNS - Nach Ausschüttung: Glutamat wird in Astrocyt aufgenommen (Importer: EAAT) zu Glutamin gemacht - Glutamin wird dann wieder in präsynaptisches Neuron aufgenommen (Importer: EAAT) und zu Glutamat gemacht - Glutamat-Rezeptoren: -\> NMDA (wichtig für lernen, AND-Gate) -\> AMPA -\> Kainat -\> alle sind ionotrop (-\> Glutamat bindet direkt den Kanal) - bei *exzitatorischen* Synapsen auf Dornenfortsätzen (dendritic spine)
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Neurotransmitter: GABA (γ-Amino-Buttersäure)
- bei *inhibitorischen* Synapsen direkt auf den Dendriten (nicht auf Dornenfortsätzen) - Glucose -\> Glutamat -\> GABA - nach Ausschüttung wird GABA in eine Glia-Zelle importiert und dann wieder ins präsynaptische Neuron transportiert, GABA kann auch direkt ins präsynaptische Neuron zurücktransportiert werden - ionotrope GABA-Rezeptoren: (Cl-)-Kanäle - es gibt auch metabotrobe GABA-Rezeptoren
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Neurotransmitter: Glycin
- bei *inhibitorischen* Synapsen va. im Rückenmark - Nach Ausschüttung wird Glycin in eine Glia-Zelle oder direkt ins präsynaptische Neuron aufgenommen
- beeinflussen Gefühle, Schmerz, Stress - z.B. Substance P, Opioide, Endorphine - Synthese des Prä-Propeptids (mit Signal für den axonalen Transport) im Zellkörper - Transport in die axonale Endigung - Propeptid (nach Abspaltung des Signals) - aktives Peptid (Nach weiteren Spaltungen)
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Exzitatorische vs. Inhibitorische Synapsen
- Unterschiede in Aufbau, Neurotransmitter, Lokalisierung, Neuroligine 1. Exzitatorische Synapsen: - Synapse, wo ein Aktionspotential im präsynaptischen Neuron die W'keit eines Aktionspotentials im postsynaptischen Neuron erhöht. - Bsp. von Neurotransmittern: Acetylcholin, Glutamat - im ZNS auf den Dornenfortsätzen (dendritic spine) - β-Neurexin präsynaptisch, Neuroligin 1 und 3 2. Inhibitorische Synapsen: - Synapse, wo ein Aktionspotential im präsynaptischen Neuron die W'keit eines Aktionspotentials im postsynaptischen Neuron erniedrigt. - Bsp. von Neurotransmittern: GABA, Glycin - im ZNS direkt auf Dendriten (nicht Dornenfortsätzen) - β-Neurexin präsynaptisch, Neuroligin 2
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Neurotransmitter: Antagonist vs. Agonist
1. Antagonist: - Neurotransmitter, bzw. Substanz, welche als Neurotransmitter funktioniert, welche einen Rezeptor deaktiviert (-\> gleiche Funktion wie "korrekter" Neurotransmitter) 2. Agonist: - Neurotransmitter, bzw. Substanz, welche als Neurotransmitter funktioniert, welche einen Rezeptor aktiviert (-\> gegenteilige Funktion wie "korrekter" Neurotransmitter)
56
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Neurotransmitter: Wirkung auf postsynaptisches Neuron
1. kurzfristig: - Phosphorylierung von Kanälen, Aktivierung/Inhibierung von Ionenkanälen - Auslösung/Unterdrückung eines Aktionspotentials 2. mittelfristig: - [Ca2+] bestimmt über Erregbarkeit der Zelle 3. langfristig: - veränderung der Genexpression
57
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Dichte von Synapsen im ZNS (im Bezug auf Alter)
- steigt bis zu einem gewissen Alter (ca. 8 Monate) - sinkt dann wieder
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Ocular dominance columns: Experiment mit Katzen
1. Kontrolle - radioaktiv gelabelte Substanz wurde in ein Auge gegeben, wurde über Neuronen zum visuellen Kortex transportiert -\> "Zebramuster" -\> Visueller Kortex wird teilweise vom einen Auge, teilweise vom anderen Auge angesteuert 2. ein Auge zugenäht in kritische Phase - Zielareal im Hirn wird nur von einem Auge angesteuert 3. ein Auge zugenäht nach kritischer Phase - Zielareal wird deutlich mehr vom offenen Auge angesteuert -\> es gibt eine kritische Phase, wo die "Verteilung" der Neuronen im Hirn passiert, abhängig von der Aktivität (-\> Neuronen sterben, wenn sie kein Überlebenssignal in dieser Phase bekommen) -\> es gibt aber auch Plastizität in dieser Verteilung nach der kritischen Phase
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Organisation von Motoneuronen im Rückenmark bezüglich proximale/distale Zielmuskeln
- proximale Muskeln werden von Motoneuronen inerviert, welche ihren Zellkörper proximal im ventralen Horn des Rückenmarks haben - ebenso: distale Muskeln von distalen Neuronen
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Pools von Neuronen (neuronal pools)
- Neuronal pools sind Gruppen von Neuronen, welche denselben Muskel inervieren (- Neuronal pools sind meist parallel geschaltet (-\> zusammen aktiv und inaktiv (?)))
61
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Motor unit
- eine motor unit besteht aus einem Neuron und allen davon inervierten Muskelfasern - es gilt: grosse motor units für grosse Muskeln; kleine motor units für kleine Muskeln -\> gross bedeutet: grosser Zellkörper, viele Synapsen, viele Muskelfasern
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Motor units: Typen
1. Fast fatiguable: nur für Schnellkraft 2. Fast fatigue-resistant: nach gewisser Zeit nicht merh aktivierbar 3. Slow: endlos aktivierbar, aber weniger Kraft 4. die 3 Typen sind visualisierbar durch Markieren von ATPase in der Muskelfaser (Typ 1 hat mehr ATPase als Typ 3) 5. Je nach Stimulation können motor units sich verändern: -\> grösserer Axon-Durchmesser -\> mehr Synapsen (mehr Muskelfasern inerviert) -\> grösserer Zellkörper -\> dentritische Komplexität -\> tiefere "Input-Resistenz" -\> etc.
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Stretch reflex circutry
- α-Motoneuron: inerviert Muskelfaser - γ-Motoneuron: inerviert Muskelspindel - 1a-sensorisches Neuron: Feedback bezüglich Muskelspindeldehnung - 1b afferent neuron inerviert das Golgi tendon Organ (GTO: bei Muskel-Sehnen-Übergang) -\> bei zusätzlicher Belastung (z.B. Füllen einer Tasse) misst das sensorische Neuron die zusätzliche Dehnung, aktiviert das α-Motoneuron des entsprechenden Muskels und inhibiert seinen Antagonist - das 1b-Neuron inhibiert die Muskelstreckung falls das GTO zu stark gestreckt wird (verhindert, dass Muskel/Sehne abreisst)
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Central pattern generator
- Bewegungsmuster (z.B. Gehen, Schritt, Galopp) werden über central pattern generators gemacht. - dahinter stehen Netzwerke von Neuronen, welche den Beuger/Strecker inervieren - durch Lernen können solche central pattern generators gemacht werden
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Parkinson
- Neurodegenerative Krankheit, wo die Neuronen der Substantia nigra pars compacta abgebaut werden - "hypokinetisch" - Medikament: L-Dopa (Vorstufe der Dopamin-Synthese):
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Huntington's desease
- Neurodegerative Krankheit, wo das Indirekte System des "Movement-control pathways" abgebaut wird. -\> zu viel Inhibition des Globus pallidus internal -\> zu wenig Inhibition des Thalamus -\> unwillkürliche Bewegungen ("hyperkinetisch")
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Cerebellum (Kleinhirn)
1. Input (v.a. über "mossy fibers"): - Propriorezeptive Information (Lage aller Gliedmassen) aus dem Rückenmark - Informationen aus dem vestibulären System (Wahrnehmung des Gleichgewichts) - Informationen aus dem Kortex 2. Output: - Axone der Purkinjezellen übermitteln über die "deep cerebellar nuclear cells" Informationen zum Hirnstamm und zum Thalamus - einige Axone gehen direkt zum vestibulären System 3. Aufbau: - kristalline Struktur (-\> sehr gleichförmig aufgebaut) - Purkinjezellen mit grossen Dendritenbäumen (planar) sind hintereinander geschaltet - Parallelfasern gehen durch die Dendritenbäume und machen sehr viele Synapsen 4. Symptome bei Verletzung des Kleinhirns: - Störung der Körper-, Kopf-, Augenhaltung - Bewegungsstörungen, Ataxie - Bei Störung in Entwicklung des Kleinhirns: Autismus, Schizophrenie, Dyslexie, Sprachstörung
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Sensorik: Grundlegende Prinzipien
1. Kodierungsprinzip: - amplitudenmoduliertes Signal wird zu binärem Signal mit bestimmter Frequenz (abhängig von Amplitude) 2. laterale Inhibition: - laterale Inhibition wird verwendet um Kontraste verstärkt Wahrzunehmen (-\> Sinne nehmen biologisch relevante Signale wahr; bilden die Umwelt nicht realitätsgetreu ab) 3. Relayprinzip: - Sensorische Information überquert immer die Mittellinie (ebenfalls gültig für motorische Signale?) und wird im Thalamus umgeschaltet 4. Prinzip der Topographie: - benachbarte Rezeptoren projezieren zu benachbarten Regionen im Gehirn - Grössenverhältnisse müssen dabei nicht übereinstimmen; "wichtige" Regionen werden im Hirn überproportional gross abgebildet 5. Prinzip der parallelen Verarbeitung: - Wahrnehmungen werden oft in Submodalitäten geteilt und parallel verarbeitet -\> z.B. Form, Farbe, Bewegung eines Seheindrucks 6. Prinzip der "gain control": - je stärker ein Reiz, desto stärker die Wahrnehmung - die Stärke der Wahrnehmung kann verändert werden - Fechner's Gesetz: Reizstärke verhält sich exponentionell zu Reizwahrnehmung - Weber's Gesetz: je stärker ein Reiz, desto grösser ist der kleinste wahrnehmbare Unterschied (100g -\> 110g; 1kg -\> 1.1kg)
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Sensorik: Olfaktorik: olfaktorische Neuronen
- olfaktorische Neuronen sind im olfaktorischen Epithel - die Cilien sind in einer Schleimschicht; die Zelle geht durch das Siebbein und enden am Riechkolben (bulbus olfactorius), der die Information ins Hirn Projeziert - olfaktorische Neuronen können regeneriert werden (gibt Stammzellen) - auf einem olfaktorischen Neuron sind nur Rezeptoren eines Typs ("allelische Expression") - Olfaktorische Neuronen sind sowohl "Rezeptor wie auch Ganglien"
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Sensorik: Olfaktorik: olfaktorische Rezeptoren
- verschieden Selektivität - im Menschen ca. 400 versch. Rezeptoren - G-Proteine mit 7 Transmembran-Domänen - in den Cilien der olfaktorischen Neuronen lokalisiert - Signalkaskade: -\> G-Protein aktiviert Adenyl-Cyclase -\> Adenyl-Cyclase: ATP -\> cAMP ("second messenger") -\> cAMP aktiviert cAMP-abhängige Ionenkanäle -\> Ca+, Na+ nach innen; Cl- nach aussen (speziell: vor Aktivierung mehr Cl- in Zelle als aussen)
- vom Riechkolben (bulbus olfactorius) gehen die Informationen weiter zum Subcortex (nicht Thalamus!) - Verarbeitung in Amygdala (Emotionen) und anderen Regionen - dann zum Hippocampus (Gedächtnis), Thalamus und anderen Regionen
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Sensorik: Olfaktorik: Vomeronasalorgan
- va für Sexuallockstoffe (Pheromone) - Signal geht nicht in den Cortex (-\> unbewusste Verarbeitung) - Mensch: Vomeronasalorgan reduziert (ohne Neuronen), aber evtl. Wahrnehmung von Pheromenen sonstwo - Mensch: Wahrnehmung des MHC (major histocampatibility complex)
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Sensorik: Gustatorik: gustatorische Rezeptoren
- Mensch: 400, Hund: 850, Ratte: 1000 - Salz: durch Na-Kanäle geht Na in die Zelle und depolarisiert - Sauer: Protonen gehen durch H+-Kanäle - Süss: T1R2-T1R3-Dimer - Umami (Aminosäuren): T1R1-T1R2-Dimer - Bitter: T2R-Dimer - Rezeptoren für Süss, Umami, Bitter sind G-Protein-Rezeptoren; über das Intermediate IP3 werden Ca2+-Kanäle geöffnet - 25 T2R-Varianten des Bitter-Rezeptors; Variation korrelliert mit Essenspräferenz - Rezeptoren auch im Darm/Magen -\> Für die Geschmackswahrnehmung ist zusätzlich wichtig: optische, mechanische, orthonasale, retronasale Wahrnehmung & Gedächtnis
- Signal geht über 3 Cranial-Nerven zum Stammhirn (-\> evolutiv sehr alt) dann in den Thalamus - Weiterleitung an Amygdala (Emotion) - Weiterleitung an Hypothalamus (Homöostase -\> z.B. für Insulin-Ausschüttung)
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Sensorik: Somatosensorik: Signalverarbeitung
1. von der Peripherie über Dorsal root ganglia und den Thalamus in den primären somatosensorischen Cortex ("dorsal column-medialen lemniscus Pathway") 2. vom Kopf über das Trigeminalganglion in den primären somatosensorischen Cortex ("Trigeminalsystem") -\> Evolutiv jünger -\> Chorda Dorsalis hört vor dem Kopf auf, deshalb ein separates System 3. Weiterverarbeitung: -\> zu Amygdala, Hippocampus -\> zu motorischen, prämotorischen, corticalen Regionen
- Verarbeitung von somatosensorischer Information aus dem Körper ("dorsal column-medialen lemniscus Pathway") und vom Kopf ("Trigeminalsystem") - Grösse der Hirnregion entspricht dem Grad der Innervation der Oberfläche, von wo die Information kommt (-\> "Homunculus", Zweipunktdiskriminierung) - Hirnregionen können angepasst werden (Amputation eines Fingers führt dazu, dass die anderen Finger die Region übernehmen)
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Sensorik: Somatosensorik: Rezeptoren
1. spannungsabhängige Ionenkanäle: -\> Ionenkanäle öffnen sich wenn die Membran gespannt wird 2. Merkel's disks: - Form, Textur 3. Meissner corpuscle: - dynamischer Druck 4. Ruffini's corpuscle: - Hautdehnung 5. Pacinian corpuscle: - Tiefendruck, Vibration 6. freie Nervenendigung (gehört streng nicht zum somatosensorischen System): - Schmerz, Temperatur
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Sensorik: Sinne, welche nicht beim Menschen vorkommen
1. Magnetfeldwahrnehmung: - Zugvögel, Schildkröten, Fledermäuse, etc. 2. Elektrische Feldwahrnehmung: - über Lorenzinische Ampullen - Haie, Welse, Schnabeltier 3. Infrarot sehen - Schlangen (Kammer mit Schleim, dessen Ausdehnung gemessen wird; nur auf kurze Distanzen)
- Ohrmuschel: wichtig für Unterscheidung von Tönen von hinten/vorne - Trommelfell (Membrana tympani): Übertragung von Schall von Luft auf Knochen - Hammer, Amboss, Steigbügel, ovales Fenster: Übertragung von Knochen auf Flüssigkeit (in Cochlea) - Eustachi-Röhre: Druckausgleich - Cochlea: -\> Scala vestibuli: mit Perilymphe gefüllt -\> Scala tympani: mit Perilymphe gefüllt; grenzt an das ovale Fenster -\> Scala media: mit Endolymphe gefüllt --\> Tektorial-Membran --\> Basiliar-Membran --\> innere Haarzellen (efferent; Information zum Hirn) --\> äussere Haarzellen (afferent; Information vom Hirn)
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Sensorik: auditorisches System: Rezeptoren
- Basiliarmembran schwingt je nach Frequenz - Haarzellen, welche fest mit Basiliarmembran verbunden sind werden an der Tektorialmembran "umgebogen"; öffnet K+-Kanäle - K+ geht aus der Scala Media (Endolymphe, hohe [K+]) durch die Haarzelle (-\> Depolarisation) hindurch in die Scala Tympani (Perilymphe, tiefe [K+]), dadurch wird die Haarzelle direkt wieder repolarisiert - Depolarisation der inneren Haarzelle löst ein Aktionspotenzial aus - Bei Gehörlosen: der Reiz kann durch ein Cochlea-Implantat ersetzt werden
- bilaterale Verarbeitung beider Ohren bis zur "superior olive" - dort wird die Information teilweise zusammengeführt (-\> Verzögerungen in rechts/links wird als Richtungshören interpretiert) - dann parallele Verarbeitung bis in den primären auditorischen Cortex -\> topographische Verarbeitung
- Bogengänge sind mit Perilymphe (-\> verbunden mit Scala tympani/vestibuli) gefüllt - Bogengänge sind +- rechtwinklig angeordnet - Haarzellen messen: -\> Lage: CaCO3-Kristalle auf der Gelartigen Flüssigkeit, in welcher sich die "Haaren" befinden -\> Beschleunigung: Trägheit der Flüssigkeit
- Fokusierung über Akkomodation der Linse (entspannte Linse: hohe Brechkraft; gestreckte Linse: tiefe Brechkraft) - Weitsichtigkeit: Brennpunkt vor der Retina - Kurzsichtigkeit: Brennpunkt hinter der Retina - Altersweitsichtigkeit: Wegen Versteifung der Linse kann Licht nicht mehr stark genug gebrochen werden
- Nervenfasern-Schicht - Ganglien - Amakrinzellen; Querverbindung zw. Ganglien/Bipolarzellen - Bipolarzellen - Rezeptoren: Stäbchen/Zapfen; über Horizontalzellen verbunden (- bei Fovea (gelber Fleck) sind die Neuronen zur Seite verschoben, sodass das Licht direkt auf die Photorezeptoren (dort: v.a. Zapfen) fällt.)
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Sensorik: Visuelles System: Zapfen/Stäbchen
1. Aufbau: - Äusseres Segment in der Pigmenthaut verankert -\> mit Sehpigment (11-cis-Retinal in Opsin gebunden) - Inneres Segment mit Mitochondrien und Nukleus - Synaptisches Terminal; Querverbindung über Horizontalzellen und Verbindung zu Bipolarzelllen 2. Zapfen: - photropisch - trichromatisch (Blau, Grün, Rotzapfen; nur Altweltaffen; Neuweltaffen haben 2 Farbkanäle) - weniger sensitiv als Stäbchen - höhere zeitl. Auflösung als Stäbchen 3. Stäbchen: - skotopisch - sehr lichtempfindlich (1 Photon genügt) - monochromatisch - niedrige zeitl. Auflösung
- Zusammengesetzt aus Opsin (Protein) und einem kovalent gebundenen Chromophor (11-cis-Retinal) -\> Skotopsin in Stäbchen (für hell-dunkel-Sehen) -\> Photopsin in Zapfen (für Farb-Sehen) - Bei Lichteinfall isomerisiert das 11-cis-Retinal zu 11-trans-Retinal und verändert die Konformation des Opsins, in dem es gebunden ist - Opsin: 7-transmembran-Protein -\> S-, M-, L-Pigment (S: short, blau; M: medium, grün; L: long, rot) für die drei Zapfentypen -\> Rhodopsin in den Stäbchen
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Sensorik: Visuelles System: Reziklierung vom Retinal
- 11-cis-Retinal -\> 11-trans-Retinal bei Lichteinfall - 11-trans-Retinal wird aus Photorezeptor in die Pigmentschicht exportiert - 11-trans-Retinal wird dabei von Proteinen abgeschirmt, da es giftig ist - 11-trans-Retinal wird wieder zu 11-cis-Retinal - Import in den Photorezeptor
- 11-cis-Retinal -\> 11-trans-Retinal bei Lichteinfall - Rhodopsin sitzt in einer Membran ("Disks") im Photorezeptor -\> bei Aktivierung wird Transduzin (trimeres G-Protein; auf Cytoplasma-Seite) aktiviert - α-Untereinheit aktiviert Phosphodiesterase (PDA) - PDA hydrolysiert cGMP - cGMP-abhängige Kanäle schliessen - Zelle hyperpolarisiert und schüttet weniger Neurotransmitter aus -\> Photorezeptoren sind im Dunkeln aktiv (schütten mehr Neurotransmitter aus)
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Sensorik: Visuelles System: Signalverarbeitung
- Photorezeptoren schütten mehr Neurotransmitter aus bei wenig Lichteinfall - ab Bipolarzellen: parallele Verarbeitung (on/off-center-bipolar-cell) a) Abbildungssehen: Signal geht über den optischen Nerv, optisches Chiasma in den visuellen Cortex; bewusstes Wahrnehmen! -\> am optischen Chiasma wird das Signal von beiden Augen z.T. auch zusammengeführt (weil unser Sichtfeld sich überlappt; bei Tieren mit getrenntem Sichtfeld werden die Signale von links/rechts vollständig seperat verarbeitet) -\> im prim. visuellen Kortex sind die Neuronen richtungsselektiv in Windmühle-förmigen Regionen - nach dem primären visuellen Kortex: -\> dorsaler Pfad: Bewegung/Ort ("wo?) -\> ventraler Pfad: Form Farbe ("was?) gruppiert b) nicht-Abbildungssehen: Signal geht in den Hypothalamus (Tagesrhythmus) und andere Regionen (Reflexe der Pupille)
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Sensorik: Visuelles System: Kortikale Blindheit
- Abbildungssehen funktioniert nicht, aber nicht-Abbildungssehen funktioniert -\> Können nicht bewusst sehen -\> nehmen aber Emotionen/Hindernisse unbewusst wahr
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Einteilungen des Gedächtnis'
A) Ontogenetisches Lernen: 1. nach Bewusstsheitsgrad: a) Deklaratives Gedächtnis - episodisches Gedächtnis - Wörter/Bedeutung - Typ "Schulwissen" -\> Wichtige Strukturen: Temporaler Cortex, Wernicke, Hippocampus b) Nondeklaratives Gedächtnis - Motorische Fähigkeiten - Assoziationen - Fähigkeiten zum Rätsel lösen -\> Wichtige Strukturen: Cerebellum, Basalganglien, Premotor cortex 1. nach zeitl. Verfügbarkeit: a) immediate memory b) working memory c) long-term memory - Durch Konsolidierung (Wiederholen, Einprägen) können Erinnerungen aus b) ins c) kommen - aus allen 3 Gedächtnissen können Erinnerungen vergessen werden B) Phylogenetisches Lernen: - Instinkt, angeborene Verhaltensweise -\> z.B. das Einteilen von Vogelformen in gefährlich/ungefährlich -\> oft Wissen, das nicht erlernt werden kann (z.B. da das Individuum sonst sterben würde)
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Lernen
- Lernen bezeichnet den Prozess, durch den das Nervensystem neue Information aufnimmt. - Faktoren, die das Lernen beeinflussen: -\> Lerndauer (Anzahl Repetitionen; "Konsolidierung") -\> Assoziationen/Vorwissen (echte Schachaufstellung wird einfacher gelernt als zufällige) -\> Motivation (Hungrige Menschen erinnern sich besser an Essen als gesättigte)
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Amnesie
Amnesie: pathologische Form des Vergessens 1. regrograde Amnesie - alte Erinnerungen fehlen 2. anterograde Amnesie - neue Erinnerungen können nicht aufgenommen werden (nicht dasselbe wie Alzheimer-Krankheit)
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Patient H.M.
- anterograde Amnesie wegen beidseitiger Entfernung des Temporallappens (mit Amygdala & Hippocampus) - Konnte kein neues deklaratives Gedächtnis aufbauen - Tierversuche bestätigten, dass der Hippocampus entscheidend ist für das deklarative Gedächtnis
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Alzheimer'sche Krankheit
- häufigste Form der Demenz - Amyloid-Plaque - Neurofibrillary tangles (Veränderung im Cytoskelett führt zum Absterben von Neuronen)
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Lernen: Critical Period
- Periode, wo besonders viele Synapsen abhängig von einem bestimmten Signal gebildet werden -\> Bsp. Spracherwerb: Muttersprache wird in einer "critical period" erworben; Fremdsprachen sind schwieriger zu erlernen (sogar taube Kinder haben diese "critical period" aber für Zeichensprache)
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Habituierung/Sensitisierung
- simple Art des Lernens - Experiment am Seehasen: -\> Wiederholte Berührung des Siphons führt zu immer kleineren Reaktion -\> Berührung des Siphons und gleichzeitig ein Schock am Schwanz führt dazu, dass wieder stärker reagiert wird -\> lässt sich über einen simplen Schaltkreis erklären
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Long-term potentiation (LTP)
- Grundlage des Lernens auf zellulärer Ebene - Stärkung (führt zu stärkerem Membran-Potential) bestimmter Synapsen via: -\> Ausschüttung von mehr Neurotransmitter (präsynaptisch) -\> Ausbildung von mehr Rezeptoren (postsynaptisch) -\> Vergrösserung der Synapse (z.B. auf Dornenfortsätzen) -\> neue Synapsen bilden -\> NMDA-Rezeptoren sind essentiell für LTP -\> Hebbian rule: "Koordinierte Aktivität in der präsynaptischen Endigung und in der postsynaptischen Zelle stärkt die Synapse, die die beiden verbindet." - Gegenteil: Long-term depression (LTD) mit ähnlichen Mechanismen
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Cortex (\= Grosshirnrinde): Einteilung
1. nach Anatomie: - Stirnlappen (frontal lobe) - Scheitellappen (parietal lobe) - Schläfenlappen (temporal lobe) - Hinterhauptlappen (occipital lobe) 2. nach Evolution: - Neucortex (6-schichtig; motor und visual cortex) - Paleocortex (3-schichtig) - Archicortex (4-schichtig; Hippocampus)
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Neocortex
- aufgeteilt in motor und visual cortex - 6 Schichten mit jeweils Input/Output: -\> Input von Thalamus (Schicht 4), Hirnstamm, anderen subcorticalen Regionen und anderen corticalen Regionen -\> Output zu Thalamus, anderen subcorticalen Regionen und anderen corticalen Regionen (derselben/der anderen Hemisphäre)