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Frage 1:
Wie lässt sich Controlling definieren?
Es existiert keine einheitliche, allgemein verbindliche Definition. Die Definitionen fokussieren vielmehr auf verschiedene Perspektiven, wie bspw. die Informationsversorgung, die Koordination oder der umfassenden Steuerung des Unternehmens.
Frage 1:
Was versteht man unter Controlling beim informationsorientierten Ansatz?
Es geht um die Versorgung der Unternehmensführung mit entscheidungsrelevanten Informationen für Planung, Steuerung und Kontrolle. Aufbau eines leistungsfähigen Informations- und Berichtsystem steht im Fokus.
Frage 1:
Was versteht man unter Controlling beim koordinationsorientierten Ansatz?
Controlling wird als Subsystem der Führung betrachtet, das Planung, Kontrolle und Informationsversorgung systembildend und systemkoppelnd koordiniert.
Frage 1:
Was versteht man unter Controlling beim Planungs- bzw. kontrollorientierten Ansatz?
Fokus auf Unterstützung beziehungsweise Übernahme von Planungs- und Kontrollprozessen. Das Controlling stellt dafür Methoden, Modelle, Instrumente und Informationen zur Verfügung. Planung und Kontrolle dürfen dabei nicht unabhängig voneinander erfolgen, sondern müssen systematisch miteinander verbunden werden
Frage 1:
Was versteht man unter Controlling beim führungs- bzw. lernorientierten Ansatz?
Der führungs- bzw. lernorientierte Ansatz beruht auf der Fokussierung auf die Lernfunktion des Controllings. Sie stützt sich insbesondere auf der Bedeutung der Zielbildung und Planung im Führungszyklus und die Wirkungen von Abweichun-gen beim Menschen und in Systemen
Frage 2:
Welche Ausprägungen kennt das Controlling?
Das Controlling ist kein reines Instrumentarium, sondern verbindet eine pragmatische Leistungsebene mit einer philosophischen Dimension. Es wird daher als Managementfunktion und Führungskonzeption verstanden.
Managementfunktion (Systemischer Unterbau): Dies ist der konkrete, funktionale Aufgabenbereich der Controller. Als interne Berater und Systemspezialisten bauen sie die Planungs-, Kontroll- und Informationssysteme auf, pflegen diese und entwickeln sie weiter.
Führungskonzeption (Mentaler Überbau): Hierbei handelt es sich um die abstrakte Ebene, die von allen Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen gelebt werden muss. Es ist ein neuer Denk-, Verhaltens- und Orientierungsansatz, der darauf abzielt, das Unternehmen effektiv und effizient zu steuern. Ein erfolgreiches Controlling entsteht nur im kooperativen Miteinander von Controllern und dem Management.

Frage 2:
Grenzen Sie die Funktion des Controllings als "Lernprozess" sowie "Lenkungsprozess" gegeneinander ab. Worin bestehen die wesentlichen Unterschiede?
Damit das Unternehmen in einer dynamischen Umwelt anpassungsfähig bleibt, müssen Abweichungen nicht primär zur Sanktionierung ("Schuldige finden"), sondern als Quelle für Lernpotenziale genutzt werden ("Wie können wir schnell besser werden?"). Dabei werden zwei Lernebenen unterschieden:
Single-loop learning (Lernprozess): Dieser Prozess basiert auf dem klassischen Feedback (Soll-Ist-Vergleich). Es werden Fehlentwicklungen innerhalb eines gegebenen Kontextes von Zielen und Normen korrigiert. Der Fokus liegt auf der Steigerung der Effizienz ("Die Dinge richtig tun") durch nachträgliche Anpassung des Handelns bei gleichbleibenden Zielen.
Double-loop learning (Lenkungsprozess): Dieser Prozess geht einen Schritt weiter und nutzt Feedforward-Kontrollen (Soll-Wird-Vergleich). Ändern sich die Umfeldbedingungen, reicht es nicht aus, nur das Handeln anzupassen. Vielmehr werden die zugrundeliegenden Ziele, Strategien und Annahmen selbst kritisch hinterfragt und neu justiert. Der Fokus liegt hier auf der Effektivität ("Die richtigen Dinge tun") durch vorausschauende Antizipation statt reiner Adaption.
Deutero-Learning (Lernen zu lernen): Diese dritte, übergeordnete Lernebene macht das Lernen selbst zum Gegenstand der Reflexion. Hierbei werden nicht nur Handlungen oder Ziele hinterfragt, sondern die allgemeinen Lern-, Kommunikations- und Problemlösungsprozesse der Organisation. Der Fokus liegt auf der Frage: „Wie können wir besser lernen und Probleme besser bearbeiten?“. Ziel ist es, die allgemeine Veränderungs- und Lernfähigkeit des Unternehmens kontinuierlich zu erhöhen.
Frage 3:
Grenzen Sie operatives und strategisches Controlling voneinander ab.
Das strategische und das operative Controlling unterscheiden sich fundamental in ihren Zielgrößen und ihrem Zeithorizont. Das strategische Controlling ist primär langfristig ausgerichtet und konzentriert sich auf die Sicherung der dauerhaften Existenzfähigkeit des Unternehmens. Seine zentrale Zielgröße ist das "Erfolgspotenzial" (z.B. Marktanteile, technologische Kompetenzen). Es geht um die Frage der Effektivität: "Die richtigen Dinge tun".
Das operative Controlling hingegen ist kurz- bis mittelfristig orientiert und fokussiert sich auf die effiziente Nutzung der vorhandenen Potenziale, um den aktuellen wirtschaftlichen Erfolg (Gewinn, Rentabilität, Liquidität) zu sichern. Es beantwortet die Frage der Effizienz: "Die Dinge richtig tun"

Frage 4
Grenzen Sie Zielbildung, Planung, Kontrolle und Information voneinander ab und beschreiben sie die einzelnen Phasen genauer.
Die vier Grundelemente sind eng miteinander verbunden, erfüllen jedoch jeweils eine eigenständige Funktion. Ihre Abgrenzung kann danach erfolgen, welche zentrale Frage sie beantworten:
Zielbildung
Ein Ziel beschreibt einen erstrebenswerten, in der Zukunft liegenden Zustand, der nicht automatisch eintritt, sondern gezielte Handlungen erfordert.
Ziele dienen als Anweisungen, geben dem Handeln eine Richtung und bilden die zwingende Ausgangsbasis für die nachfolgende Planung und Kontrolle.
3 Phasen des Zielbildungsprozesses
Zielproblem bestimmen (Zielvorstellungen): Zunächst werden die Erwartungen und Interessen der internen und externen Anspruchsgruppen (Kern- und Satellitengruppen bzw. Stakeholder) erfasst.
Zielalternativen entwickeln: Es werden verschiedene mögliche Zielsetzungen formuliert. Dabei muss beachtet werden, ob die Ziele zueinander komplementär (ergänzend), konkurrierend (im Konflikt stehend) oder indifferent (unabhängig voneinander) sind.
Ziele bewerten und Zielentscheidung: Die Alternativen werden auf ihre Realisierbarkeit und Vereinbarkeit geprüft, bevor die Entscheidungsträger das verbindliche Ziel festlegen.
Damit ein Ziel handhabbar und kontrollierbar wird, muss es zwingend operationalisiert werden.
Dies erfordert eine eindeutige Definition nach dem Zielinhalt (Was?), dem Zielausmaß bzw. Erfüllungsgrad (Wie viel?) und dem Zeitrahmen (Bis wann?).
In der Praxis hat sich hierfür die SMART-Regel etabliert: Ziele müssen Spezifisch, Messbar, Attraktiv (motivierend), Realisierbar und Terminiert sein.
Es wird grundlegend zwischen Formalzielen (z.B. Streben nach Gewinn/Rentabilität) und Sachzielen (z.B. Absatz- oder Produktionsziele zur Erreichung des Formalziels) unterschieden.
Um abstrakte Unternehmensziele in konkrete Handlungsanweisungen für Mitarbeiter zu übersetzen, werden sie in einer Zielhierarchie strukturiert (Oberziele, Zwischenziele und Unterziele)
Planung
Besteht aus 3 Phasen:
Planungsziele ermitteln: In dieser ersten Phase werden aus den übergeordneten Unternehmenszielen konkrete Soll-Zustände abgeleitet und unter Berücksichtigung interner sowie externer Rahmenbedingungen (Planungsdaten) eindeutig definiert.
Planungshandlungen entwickeln: Durch den Vergleich des gewünschten Soll-Zustands mit der prognostizierten Entwicklung (Wird-Zustand) wird eine Ziellücke identifiziert, für die anschließend verschiedene Lösungsalternativen erarbeitet und bewertet werden.
Planungsentscheidungen treffen: Den Abschluss bildet die verbindliche Auswahl derjenigen Handlungsalternative, welche die höchste Zielwirksamkeit verspricht und die Planziele am effektivsten sowie effizientesten erreicht.
Beim Planungsprozess handelt es sich in erster Linie um einen kreativen, geistigen Denkprozess und nicht um eine reine rechnerische Fortschreibung der Vergangenheit ("offenes Denken ist wichtiger als genaues Rechnen").
Die Planung versucht, zukünftige Entwicklungen gedanklich vorwegzunehmen, um Unsicherheiten zu reduzieren und die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung systematisch zu erhöhen.
Da sie stets auf Annahmen über interne und externe Rahmenbedingungen (endogene und exogene Planungsdaten) basiert, ist sie keine absolut sichere Vorhersage der Zukunft, sondern schließt die Möglichkeit des Irrtums bewusst ein.
Kontrolle
Die Kontrolle bezeichnet die systematische Überprüfung und Beurteilung von Sachverhalten durch den Vergleich von mindestens zwei Größen (z.B. Soll- und Ist-Werte).
Sie dient nicht der bloßen nachträglichen Fehlersuche oder Sanktionierung, sondern soll Abweichungen aufdecken, um diese als aktive Lern- und Steuerungsimpulse für das Unternehmen zu nutzen.
Ihre wesentliche Aufgabe ist die Sicherungsfunktion, welche sich in eine Aufklärungsfunktion (Ursachenanalyse von Fehlentwicklungen) und eine Steuerungsfunktion (Einleitung von Gegenmaßnahmen) unterteilen lässt
Kontrollgrößen bilden: Zunächst müssen die zu vergleichenden Objekte festgelegt werden. Damit ein Vergleich aussagefähig ist, muss die Vergleichbarkeit zwingend durch Dimensions-, Zeit-, Daten- und Methodenidentität sichergestellt sein.
Kontrollauswertung: Die festgelegten Größen werden einander gegenübergestellt und die Abweichungsdifferenz wird ermittelt. Diese Abweichungen werden anschließend nicht nur rechnerisch ermittelt, sondern detailliert analysiert, bewertet und bezüglich ihrer Ursachen (z.B. zu vertretende vs. nicht zu vertretende Abweichungen) begründet.
Kontrollentscheidung: Aus den Ergebnissen der Auswertung werden die steuerungsrelevanten Abweichungen ausgewählt, ein konkreter Maßnahmenkatalog zur Gegensteuerung erarbeitet und als Rückmeldung an die Planung und Realisation weitergegeben
wichtige Kontrollarten:
Soll-Ist-Vergleich (Feedback): Eine vergangenheitsbezogene Ergebniskontrolle (Effizienzkontrolle), die nachträglich prüft, ob die Vorgabe tatsächlich erreicht wurde.
Plan-Wird- oder Soll-Wird-Vergleich (Feedforward): Eine vorausschauende Kontrolle (Vorkopplung), die Plan- oder Sollwerte mit einer prognostizierten zukünftigen Entwicklung vergleicht, um zu erwartende Abweichungen rechtzeitig zu erkennen, bevor sie vollständig eintreten.
Um eine Informationsüberflutung zu verhindern, werden in der Praxis oft Toleranzgrenzen definiert.
Nur wenn eine Abweichung diese Toleranzgrenze übersteigt, wird eine tiefergehende Ursachenanalyse ausgelöst (Management by Exception).
Information
Information wird als zweckorientiertes Wissen definiert, dessen Hauptaufgabe in der bestmöglichen Vorbereitung von Handlungen und Entscheidungen liegt.
Während Daten lediglich aus Zeichen oder Messwerten bestehen, werden sie erst dann zu Informationen, wenn sie in einem konkreten Kontext einen Nutzwert für den Empfänger besitzen und bestehende Unsicherheiten reduzieren.
Informationen sind immaterielle Wirtschaftsgüter, die sich durch ihre Nutzung nicht verbrauchen, jedoch veralten und dadurch ihren Zweckbezug verlieren können.
Phasen des Informations- bzw. Kommunikationsprozesses:
Kommunikationsproblem abgrenzen: Zunächst wird geklärt, welche Wirkung erzielt werden soll (Entscheidungsvorbereitung vs. Verhaltensbeeinflussung). Zudem wird der Informationsbedarf bestimmt, der sich aus objektiven (aufgabenbezogenen) und subjektiven (personenbezogenen) Faktoren zusammensetzt.
Kommunikationsalternativen ermitteln: Es werden mögliche Übertragungswege (ein- oder zweiseitig, ein- oder mehrstufig, horizontal oder vertikal) sowie Informationsquellen definiert. Dabei müssen Risiken wie Informationsverluste oder Zeitverzögerungen bei mehrstufigen Wegen ("Stille-Post-Syndrom") berücksichtigt werden.
Kommunikationslösung festlegen: Aus den Alternativen wird diejenige ausgewählt, die den Informationsbedarf optimal erfüllt und gleichzeitig wirtschaftlich ist, also einen angemessenen Kosten-Nutzen-Aufwand aufweist.
Information ist die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass die anderen Controlling-Elemente (Zielbildung, Planung, Kontrolle) überhaupt wirksam werden können.
Sie erfüllt im horizontalen Controllingprozess eine essenzielle Verbindungs- und Rückkopplungsfunktion. Durch Kommunikation werden Erkenntnisse aus der Kontrolle als Feedback an die Planung und Realisation weitergeleitet, wodurch der kybernetische Regelkreis geschlossen wird.
Ziel ist es nicht, eine maximale Datenmenge bereitzustellen, da eine Informationsüberflutung Entscheidungen ebenso erschweren kann wie ein Informationsmangel. Entscheidend ist die empfängerorientierte Bereitstellung der richtigen Information, in der passenden Qualität und zum richtigen Zeitpunkt.
Frage 5:
Erläutern Sie die wesentlichen konzeptionellen Unterschiede zwischen dem Controlling, dem externen/internen Rechnungswesen, der Kostenrechnung und dem Kostenmanagement.
Externes Rechnungswesen:
Es ist ein gesetzlich normiertes und stark formalisiertes Rechenschaftssystem (z. B. HGB, IFRS), das vergangenheitsbezogene Informationen liefert, um externen Anspruchsgruppen wie Eigentümern oder Gläubigern ein objektives, vergleichbares und überprüfbares Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln ("Blick nach hinten").
Controlling hingegen ist völlig frei gestaltbar, an keine festen Regelwerke gebunden und richtet sich an interne Anspruchsgruppen (insbesondere Management) flexibel nach dem jeweiligen Unternehmensbedarf. Es nutzt die externen Daten als Basis und transformiert sie für interne, zukunftsorientierte Steuerungsprozesse ("Blick nach vorne").
Internes Rechnungswesen und Kostenrechnung:
Das interne Rechnungswesen ist im Gegensatz zum externen frei von gesetzlichen Vorgaben. Die Kostenrechnung fungiert darin als formalisiertes Rechen- und Abbildungssystem, das systematisch Kosten- und Leistungsdaten erfasst und zuteilt. Controlling ist die übergeordnete Management- und Steuerungsfunktion, die diese statischen Daten interpretiert, koordiniert und zur aktiven Entscheidungsunterstützung nutzt. Beide Disziplinen stehen in einer starken gegenseitigen Abhängigkeit: Ohne Kostenrechnung fehlt dem Controlling eine wesentliche Datenbasis; ohne Controlling ist die Kostenrechnung ein rein statisches Zahlenwerk ohne Management- und Steuerungswirkung.
Kostenmanagement:
Das Kostenmanagement (oder Kosten-Controlling) ist ein Teilbereich des Controllings. Es ist funktional ausgerichtet und fokussiert sich operativ auf die Beeinflussung und Optimierung von Kostenstrukturen (z. B. durch Target Costing).
Das Controlling ist wesentlich breiter und integrativer aufgestellt; es koordiniert Kosten, Erlöse, Investitionen, Liquidität sowie die strategische Ausrichtung und bringt dabei finanzielle und nicht-finanzielle Ziele miteinander in Einklang
Frage 6a
Wie wird der horizontale Controllingprozess beschrieben?
Ablaufkette: Der horizontale Controllingprozess beschreibt den inhaltlichen Ablauf der Unternehmenssteuerung. Die Teilprozesse laufen als horizontale Kette in der Reihenfolge Planung ➔ Kontrolle ➔ Information (bzw. Kommunikation) ab.
Regelkreis (Feedback-Schleifen): Diese drei Teilprozesse stehen nicht isoliert, sondern sind durch Feedback-Schleifen eng miteinander verbunden. Die Ergebnisse aus der Kontrolle und Information fließen direkt zurück in die nächste Planung, wodurch ein geschlossener Regelkreis entsteht.
Inhaltlicher Ablauf der einzelnen Phasen:
Planung: Der Ablauf besteht aus der Festlegung der Ziele, der Entwicklung von Alternativen und der abschließenden Entscheidung.
Kontrolle: Hier werden zunächst Kontrollgrößen gebildet, anschließend erfolgt die Auswertung (Soll-Ist-Vergleich) und daraus wird eine Entscheidung bzw. Maßnahme zur Gegensteuerung abgeleitet.
Information: Der Prozess startet mit der Definition des Kommunikationsproblems, gefolgt von der Suche nach Kommunikations-Alternativen und endet mit der passenden Kommunikationslösung.
Frage 6b
Erläutern sie den vertikalen Controllingprozess
Zweck und Richtung: Der Prozess vollzieht sich zwischen den verschiedenen Hierarchieebenen eines Unternehmens, von der Geschäftsführung bzw. dem Vorstand über die mittlere Ebene bis hinunter zu den Teams und Mitarbeitern. Sein Hauptziel ist die Abstimmung und Integration dieser Ebenen, um zu verhindern, dass ein stark arbeitsteiliges Unternehmen in voneinander isolierte Teilbereiche zerfällt.
Hierarchiedynamik in der Planung: Die Abstimmung der Pläne zwischen den Ebenen erfolgt primär über drei Methoden:
Top-Down-Methode (retrograde Planung): Die Unternehmensspitze gibt Rahmenbedingungen und Ziele vor, aus denen die nachgelagerten Ebenen ihre Planung ableiten.
Bottom-Up-Methode (progressive Planung): Die unterste Ebene plant auf Basis ihrer konkreten Markt- und Fachkenntnisse; diese Pläne werden dann nach oben hin aggregiert.
Gegenstromverfahren (kombinierte Planung): Eine Kombination aus beidem (Grobvorgaben von oben, Detaillierung und Rückmeldung von unten), die permanente Rückkopplungsschleifen ermöglicht und in der Praxis am bewährtesten ist.
Informations- und Kontrollfluss: Der vertikale Informationsprozess verbindet die Ebenen in beide Richtungen:
Von oben nach unten (Top-down): Übermittlung von Unternehmenszielen, Strategien, Plänen, Budgets und Richtlinien.
Von unten nach oben (Bottom-up): Rückmeldung von Istwerten, erkannten Abweichungen, Risiken und Ressourcenbedarfen. Auf dem Weg nach oben werden diese Informationen zunehmend verdichtet (aggregiert), sodass die Geschäftsleitung nur die entscheidungsrelevanten Daten erhält.
Realisationsmodell in der Praxis: Um Schnittstellenprobleme zu vermindern und den Informationsfluss zu sichern, wird oft das Likertsche Konzept der überlappenden Arbeitsgruppen herangezogen. Dabei fungieren Führungskräfte als Bindeglied, indem sie gleichzeitig Mitglied der übergeordneten Gruppe und Leiter der nachgeordneten Gruppe sind
Frage 7
Stellen Sie die unterschiedlichen Organisationsformen des Controllings sowie die Entwicklung von traditionellen zu modernen Organisationslösungen dar und beurteilen Sie deren Vor- und Nachteile.
Die organisatorische Eingliederung des Controllings lässt sich zunächst nach dem Grad der Zentralisierung und nach der Stellung in der Hierarchie unterscheiden.
1. Zentrales Controlling
Bei einer zentralen Gestaltung sind sämtliche Controller in einer organisatorischen Einheit zusammengefasst. Sie unterstehen fachlich und disziplinarisch einem zentralen Controllingleiter.
Vorteile sind:
einheitliche Methoden, Begriffe und Systeme,
hohe Vergleichbarkeit der Informationen,
Vermeidung von Doppelarbeiten,
leichterer Aufbau spezialisierten Fachwissens,
klare fachliche Führung der Controller und
bessere gesamtunternehmerische Koordination.
Nachteile sind:
größere Distanz zum operativen Geschäft,
geringeres Detailwissen über einzelne Bereiche,
längere Informations- und Entscheidungswege,
mögliche Überlastung der zentralen Stelle sowie
Gefahr eines wenig praxisnahen „Zahlencontrollings“.
2. Dezentrales Controlling
Beim dezentralen Controlling sind Controller einzelnen Geschäftsbereichen, Sparten, Werken oder Funktionsbereichen zugeordnet. Sie unterstehen häufig dem jeweiligen Bereichsleiter.
Vorteile sind:
große Nähe zum Geschäft,
bessere Kenntnis bereichsspezifischer Abläufe,
schnelle Kommunikation,
hohe Akzeptanz bei den verantwortlichen Führungskräften und
unmittelbare Unterstützung operativer Entscheidungen.
Nachteile sind:
uneinheitliche Methoden und Berichte,
mögliche Doppelarbeiten,
erschwerte Vergleichbarkeit,
Gefahr von Bereichsdenken und Silobildung,
mögliche Abhängigkeit vom jeweiligen Bereichsleiter sowie
Schwächung der gesamtunternehmerischen Perspektive.
3. Stabsstelle
Als Stabsstelle ist das Controlling einer Leitungsstelle zugeordnet und nimmt überwiegend beratende und unterstützende Aufgaben wahr. Es besitzt grundsätzlich keine eigene Weisungsbefugnis gegenüber den Linienbereichen.
Der Vorteil liegt darin, dass das Controlling die Unternehmensleitung unabhängig beraten und sich auf Analyse und Entscheidungsvorbereitung konzentrieren kann. Nachteilig ist, dass Empfehlungen nicht unmittelbar durchgesetzt werden können. Die Wirksamkeit hängt stark von der Akzeptanz durch die Linie und von der Unterstützung durch die Unternehmensleitung ab.
4. Linienstelle
Als Linienstelle ist das Controlling anderen Funktionsbereichen organisatorisch gleichgestellt und mit eigenen Entscheidungs- beziehungsweise Weisungsbefugnissen ausgestattet.
Dadurch kann es Standards und Vorgaben leichter durchsetzen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass das Controlling operative Verantwortung übernimmt, Konflikte mit anderen Bereichen entstehen oder seine neutrale Beratungsrolle beeinträchtigt wird.
5. Moderne kombinierte Organisation
Moderne Controllingorganisationen versuchen, die Vorteile zentraler und dezentraler Lösungen miteinander zu verbinden. Standardisierbare, wiederkehrende Tätigkeiten werden zentral gebündelt, während entscheidungsnahe und beratungsintensive Tätigkeiten dezentral ausgeführt werden.
Zentrale Einheiten übernehmen beispielsweise:
Datenaufbereitung,
Standardberichte,
Pflege einheitlicher Methoden und Systeme,
Informationslogistik,
Routineanalysen und
fachliche Spezialaufgaben.
Dezentrale Controller beziehungsweise Business Partner übernehmen:
Beratung der Bereichsleitung,
Interpretation von Informationen,
Begleitung der Planung,
Diskussion von Handlungsalternativen,
Unterstützung operativer Entscheidungen und
kritisches Hinterfragen von Maßnahmen.
Häufig wird eine Matrix- oder Doppellinienstruktur verwendet. Der dezentrale Controller ist fachlich mit dem zentralen Controlling verbunden, arbeitet organisatorisch jedoch eng mit dem jeweiligen Geschäftsbereich zusammen. Dadurch soll einerseits Einheitlichkeit und andererseits Geschäftsnähe erreicht werden. Die Lösung verlangt allerdings eine klare Aufteilung von Kompetenzen, damit widersprüchliche Weisungen und Loyalitätskonflikte vermieden werden.
Entwicklung der organisatorischen Einordnung
Die Entwicklung lässt sich vereinfacht in mehrere Phasen einteilen:
Anfangsphase: Das Controlling ist primär rentabilitätsorientiert und stark durch das klassische, vergangenheitsbezogene Rechnungswesen geprägt.
Erweiterungsphase: Das rentabilitätsorientierte Controlling wird um eine Wirtschaftlichkeitsorientierung ergänzt; Teilkosten- und Plankostenrechnung führen zu einem geschlossenen operativen Controllingsystem.
Endphase: Das operative Controlling wird um strategische Elemente erweitert, sodass ein umfassendes und integriertes Controllingsystem entsteht.
Frage 8a
Was ist der Unterschied zwischen Controlling bzw. Controlling-Prozesse und Controller bzw. Controller-Prozesse?
Controlling ist die unternehmensweite Führungsfunktion (die von allen Führungskräften gelebt wird).
Controlling-Prozesse beschreiben die inhaltlich-funktionalen Abläufe der Unternehmenssteuerung, etwa Zielbildung, Planung, Kontrolle und Informationsversorgung.
Controller sind die spezialisierten Aufgabenträger, die die Systeme und Prozesse dafür bereitstellen und die Führungskräfte bei deren Anwendung unterstützen.
Controller-Prozesse bezeichnen die konkreten organisatorischen Abläufe, mit denen Controller diese Prozesse gestalten, unterstützen und koordinieren.
Frage 8b
Beschreiben sie die drei zentralen Controller-Prozesse
Planung, Budgetierung und Forecast:
Dieser Prozess soll sicherstellen, dass Ziele, Maßnahmen und Budgets in den einzelnen Organisationseinheiten umgesetzt werden. Als Ergebnis entsteht ein Orientierungsgerüst für betriebliche Aktivitäten und Entscheidungen auf kurz- bis mittelfristige Sicht.
Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung:
Dieser Prozess stellt verlässliche Informationen über die Kosten und Ergebnisse bereit. Zu den praktischen Aufgaben gehören die Stammdatenpflege, die Kostenstellenrechnung, Vor- und Nachkalkulationen sowie Periodenabschlüsse und Abweichungsanalysen
Management Reporting:
Management Reporting dient der Bereitstellung empfängerorientierter und entscheidungsrelevanter Informationen. Es umfasst sowohl finanzielle als auch nicht-finanzielle Informationen, die für Führungs- und Steuerungsentscheidungen im Unternehmen wichtig sind.
Frage 9
Nennen und diskutieren Sie Herausforderungen des Controllings durch die Digitalisierung.
Die Digitalisierung den Controller führt dazu, dass der Controller sich von einem reinen "Zahlenlieferanten" zu einem datengetriebenen Business Partner entwickeln muss, der zwar weniger Routinearbeiten (Datensammeln) erledigt, aber viel mehr analytische, beratende und strategische Verantwortung übernimmt.
Herausforderungen die das Controlling aufgrund der Digitalisierung begegnen muss sind:
1. Daten-Management: Predictive Analytics und Treiberbäume erfordern granulare, fehlerfreie Roh- und Stammdaten. Das Controlling muss die Datenhoheit sichern, um weiterhin der "Single Point of Truth" im Unternehmen zu bleiben (auch gegenüber neuen Data-Science-Abteilungen).
2. Self-Controlling: Durch Self-Service-Tools, mobile Zugriffe und Echtzeitdaten (Real-Time) können Manager Informationen zunehmend selbst abrufen. Der Controller verliert seine Rolle als reiner "Gatekeeper" der Daten und wird stattdessen zum "Kontextgestalter".
3. Agile Steuerung: Die Steuerung muss schlanker und schneller werden. Automatisierte Forecasts ersetzen starre, jährliche Planungszyklen durch schnelle, unterjährige Rückkopplungsschleifen.
4. Effizienz im Controlling: Durch Automatisierung (z.B. Robotic Process Automation) und Zentralisierung (Shared Service Center) fallen viele traditionelle Routine- und Entlastungsaufgaben weg.
5. Business Partnering: Da Routineaufgaben wegfallen, muss der Controller sich auf höherwertige Aufgaben fokussieren. Er muss die digitale Transformation im Unternehmen aktiv und konstruktiv-kritisch begleiten (z.B. Ressourcenallokation zwischen analogen und digitalen Feldern prüfen).
6. Analytics: Der Controller muss das analytische Potenzial (Big Data) des Unternehmens stärken und Kompetenzen in Statistik und IT ausbauen, um auf Augenhöhe mit Data Scientists arbeiten zu können.
7. Neue Fähigkeiten: Das klassische "Zahlenverständnis" reicht nicht mehr aus. IT-Kenntnisse, statistisches Wissen, aber auch soziale und kommunikative Fähigkeiten sowie ein tiefes Geschäftsverständnis werden zwingend erforderlich.
8. Controlling-Mindset: Die klassische Effizienz- und Wachstumslogik stößt bei disruptiven Veränderungen an ihre Grenzen. Controller müssen lernen, mit strategischer Unsicherheit umzugehen, in Portfolios statt in Jahresscheiben zu denken und eine "Trial-and-Error-Kultur" zu etablieren
Frage 10
Was versteht man unter funktionalen Controlling-Bereichen? Beschreiben Sie die Zielsetzungen und zentralen Aufgaben von verschiedenen funktionalen Controlling-Bereichen.
Die funktionale Differenzierung beruht auf der Erkenntnis, dass Controlling in allen betrieblichen Arbeitsfeldern einsetzbar ist und daher bereichsspezifisch konzipiert werden muss, um die Effizienz und Effektivität der jeweiligen Funktionen zu steuern.
Produktionscontrolling:
Es stellt die Gesamtheit von Methoden zur Steuerung der Effizienz und Effektivität der betrieblichen Leistungserstellung dar.
Die Ziele umfassen die wirtschaftliche Zielerreichung im Produktionsbereich, die Steigerung der Produktivität sowie die Optimierung unter Beachtung von Qualitäts- und Standortzielen.
Zentrale Aufgaben sind der Aufbau von Teilplanungen (Kapazitäts-, Maschinen- und Mengenplanung), die Durchführung von Abweichungsanalysen bei Fertigungskosten sowie die Bereitstellung produktionsrelevanter Berichte.
Marketing- und Vertriebscontrolling:
Hierbei geht es um die Steuerung aller marketing- und vertriebsbezogenen Tätigkeiten an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Markt bzw. Kunde.
Die Ziele umfassen die Sicherstellung der ökonomischen Zielerreichung (Umsatz, Deckungsbeiträge), die Verbesserung der Vertriebseffizienz und die kundenorientierte Ausrichtung.
Zentrale Aufgaben sind das rechtzeitige Erkennen von Unwirtschaftlichkeiten im Marketing-Mix (Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik), die Koordination der Vertriebsplanung und die Analyse von Kampagnenerfolgen
Beschaffungscontrolling (Einkaufscontrolling):
Es umfasst die Steuerung der Effektivität und Effizienz der Materialwirtschaft (Disposition, Einkauf, Lagerwesen).
Die Ziele umfassen die Optimierung der Material- und Beschaffungskosten, die Sicherstellung der Versorgung sowie die Erzielung eines hohen Preis-Leistungs-Verhältnisses.
Zentrale Aufgaben sind die Lieferantenauswahl aus operativer und strategischer Sicht, die Steuerung der Prozesskosten im Einkauf sowie die Analyse von Preisentwicklungen und Beschaffungsrisiken
Personalcontrolling:
Es stellt die Steuerung der betriebswirtschaftlichen Effektivität und Effizienz der Personalwirtschaft dar (Beschaffung, Erhaltung, Entwicklung, Freisetzung).
Die Ziele umfassen die Optimierung der Personalkostenstrukturen, die Verbesserung der Produktivität und die Bereitstellung der Mitarbeiter in der richtigen Menge und Qualität unter Berücksichtigung sozialer Ziele.
Zentrale Aufgaben sind die Personalbedarfs- und Personalkapazitätsplanung, Soll-Ist-Vergleiche bei Fluktuation und Fehlzeiten sowie die Bewertung von Weiterbildungs- und Rekrutierungsmaßnahmen.
Frage 11
Was versteht man unter objektbezogenen Controlling-Bereichen? Beschreiben Sie die Zielsetzungen und zentralen Aufgaben von verschiedenen objektbezogenen Controlling-Bereichen.
Objektbezogenes Controlling richtet sich nicht auf einzelne Abteilungen, sondern auf spezifische Steuerungsobjekte und Querschnittsthemen, die für die Existenzsicherung des gesamten Unternehmens von zentraler Bedeutung sind
Finanzcontrolling:
Es bildet die zentrale Grundlage für die finanzwirtschaftliche Unternehmenssteuerung.
Die Ziele umfassen die Sicherstellung der finanziellen Stabilität und Liquidität, die Optimierung der Finanzierungskosten und die Schaffung von Transparenz über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Zentrale Aufgaben sind die Liquiditäts-, Ertrags- und Bilanzplanung, die Steuerung des Working Capitals (Vorräte, Forderungen, Verbindlichkeiten) sowie der Aufbau eines steuerungsrelevanten Finanz-Reportings.
Investitionscontrolling:
Es fokussiert sich auf die wirtschaftliche Bewertung, Auswahl, Steuerung und Überwachung von Investitionen.
Die Ziele umfassen die Optimierung des Kapitaleinsatzes, die Sicherstellung einer positiven Investitionsrentabilität und die Minimierung des Kapitalbindungsrisikos.
Zentrale Aufgaben sind die Planung von Investitionsprogrammen und Kapitalbedarf, die Wirtschaftlichkeitskontrolle durch Nachkalkulationen (z.B. Return on Investment) sowie die Durchführung von Budgetfortschrittskontrollen.
Qualitätscontrolling:
Es ist eine funktionsübergreifende Managementfunktion zur Sicherung, Steuerung und kontinuierlichen Verbesserung der Qualität von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen.
Die Ziele umfassen die Reduktion von Fehlerkosten, Ausschuss und Garantieaufwand sowie die Erhöhung der Effizienz und Wirksamkeit der Qualitätsprozesse.
Zentrale Aufgaben sind die Planung von Qualitätskosten, Soll-Ist-Vergleiche von Fehlerraten und Reklamationsquoten sowie die Nachverfolgung von Abweichungen durch Qualitätsaudits.
Umweltcontrolling:
Es stellt die Erweiterung des Controllings durch Einbeziehung umweltschutzbezogener Aspekte in den unternehmerischen Entscheidungsprozess dar.
Die Ziele umfassen die effizienz- und effektivitätsfördernde ökologische Steuerung des Unternehmens.
Zentrale Aufgaben sind die Schaffung von Transparenz über die Austauschbeziehungen mit der Umwelt, die Planung und Kontrolle der ökologischen Effizienz sowie die Informationsbereitstellung zur Schadensvorsorge
Frage 12
Was versteht man unter institutionellem Controlling? Beschreiben Sie die Zielsetzungen und zentralen Aufgaben des institutionellen Controlling.
Die institutionelle Differenzierung beruht auf der Erkenntnis, dass Controlling in unterschiedlichen volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sektoren nutzbringend anwendbar ist, aber an die jeweilige Betriebsart angepasst werden muss.
Industriecontrolling:
Dies ist das historisch früheste Anwendungsgebiet des Controllings, fokussiert auf Unternehmen, die Sachgüter durch den Einsatz von Produktionsfaktoren erstellen.
Die Ziele umfassen die Steuerung der Effizienz und Effektivität von Industriebetrieben, die durch Dominanz technischer Prozesse, Massenproduktion und Kapitalintensität geprägt sind.
Zentrale Aufgaben sind die Anwendung und Integration funktionaler Controllingarten (wie Produktions-, Logistik- und Anlagencontrolling) auf die spezifischen Entscheidungsprozesse der Fertigungswirtschaft.
Handelscontrolling:
Dieses richtet sich an Einzel- und Großhandelsbetriebe, bei denen die Be- und Verarbeitungsprozesse im Vergleich zur Industrie schwach ausgeprägt sind.Zwischen dem Einkauf und dem Verkaufwerden i.d.R. lediglich Manipulationen, wie z.B. Umpacken, Abfüllen, Sortieren usw. vorgenommen.
Die Einteilung in „Einzelhandelsbetriebe“ und „Großhandelsbetriebe“ basiert auf den Kundengruppen Einzelhandelsbetriebe setzen Waren an die Endverbraucher ab, während Großhandelsbetriebe ihren Absatz von Waren an Wiederverkäufer, weiterverarbeitende Unternehmen oder Großverbraucher tätigen.
Die Ziele umfassen die betriebswirtschaftliche Optimierung der Handelstätigkeiten angesichts der gestiegenen Ansprüche der Konsumenten und des globalen Wettbewerbs.
Zentrale Aufgaben sind die Steuerung der Wirtschaftlichkeit der Handelsfunktionen (Raumüberbrückung, Zeitüberbrückung, Sortimentsbündelung) sowie die Informationsbereitstellung für das Filialmanagement und die warenwirtschaftsnahe Wertkette.
Bankcontrolling:
Es fokussiert sich auf Finanzinstitute, deren Leistungsprogramm Gelddeponierung, Geldbereitstellung und Geldtransformation umfasst.
Die Ziele umfassen die betriebswirtschaftliche Optimierung aller Banktätigkeiten unter der besonderen Berücksichtigung des Zielsystems aus Risiko, Rentabilität und Wachstum.
Zentrale Aufgaben sind die Steuerung der Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung sowie die Informationsbereitstellung für das Portfoliomanagement, das Bilanzstrukturmanagement und insbesondere das Risikomanagement.
Controlling in Nonprofit-Organisationen (NPO):
NPOs (z.B. Verwaltungen, Vereine, Krankenhäuser) sind bedarfswirtschaftlich geprägt und nehmen nicht mit primärer Gewinnerzielungsabsicht am Marktgeschehen teil.
Die Ziele umfassen die betriebswirtschaftliche Optimierung der Aufgabenerfüllung unter Berücksichtigung von Zeit-, Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitszielen, trotz schwer beeinflussbarer Erlösseiten.
Zentrale Aufgaben sind die Steuerung der Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung, die Ermittlung der Leistungen (Produkte) sowie das Vorgeben von Sollwerten als Kontrollmaßstab in Bereichen, die oft schwer monetär zu messen sind.
Frage 13
Erläutern sie den Wandel des Rollenbild des Controllers
Rechnungswesenorientiertes Controlling: Der Controller als Registrator Die ersten Controller stammten traditionell aus der Buchhaltung oder der Kostenrechnung. Da das Unternehmensumfeld vergleichsweise stabil und vorhersehbar war, reichte eine Fortschreibung der Vergangenheit als Planung aus. Der Controller agierte als Registrator, dessen Hauptaufgabe in der Analyse der Finanzsituation, der Maximierung der Rentabilität und dem Aufdecken von Verschwendung lag. Dieses streng mathematisch-analytische und teils auf Revision ausgelegte Rollenverständnis prägte das Image des „Erbsenzählers“.
Aktionsorientiertes Controlling: Der Controller als Navigator Durch das Aufkommen des kontinentalen Wettbewerbs und konjunktureller Schwankungen verlor das Prinzip „Weitermachen wie bisher“ seine Gültigkeit. Um in unruhigen Zeiten die Orientierung zu behalten, übernahm der Controller die Rolle des Navigators. Er entschied aktiv darüber, welche Daten analysiert und kommuniziert wurden, um Entscheidungen ökonomisch-rational zu fundieren. Die Wirtschaftlichkeit wurde zur obersten Zielsetzung. Durch seinen umfassenden Informationsvorsprung wuchs zwar die Macht des Controllers, das Controlling blieb jedoch weiterhin auf eine Spezialistenabteilung beschränkt und war noch nicht als allgemeines Führungskonzept etabliert.
Systemorientiertes Controlling: Der Controller als Innovator Die Intensivierung des internationalen Wettbewerbs erhöhte die Umweltunsicherheit weiter. Die Unternehmenssteuerung orientierte sich zunehmend an Chancen und Risiken. In dieser Phase entwickelte sich der Controller zum Innovator. Sein Fokus erweiterte sich von der reinen Nutzung vorhandener Potenziale hin zur aktiven Schaffung neuer, zukünftiger Erfolgspotenziale sowie zur Entwicklung strategieorientierter Systeme.
Entwicklungsorientiertes Controlling: Der Balanced Controller Durch die Globalisierung der Märkte und rasanten technologischen Wandel ist eine maximale Unsicherheit erreicht worden, die ein regelmäßiges Überprüfen der eigenen Rolle erfordert. Der Balanced Controller bedient sich der Maxime des „Denkens in Extremen“. Er positioniert sein Handeln flexibel innerhalb eines semantischen Controller-Kontinuums:
operativ $\leftrightarrow$ strategisch
objektiv $\leftrightarrow$ subjektiv
ex post $\leftrightarrow$ ex ante
explizit $\leftrightarrow$ implizit
quantitativ $\leftrightarrow$ qualitativ
gewinnorientiert $\leftrightarrow$ potenzialorientiert
leistungsorientiert $\leftrightarrow$ wertorientiert
In dieser Entwicklungsstufe wird Controlling von allen Führungskräften im Unternehmen gelebt, während die Controllingabteilung als Sparringspartner und interner Berater zur Seite steht.