Kant: Kat. Imperativ

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1
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Maxime
Ein subjektiver Handlungsgrundsatz, eine persönliche Regel, die jemand für sich selbst aufstellt. Nur für ein bestimmtes Subjekt gültig. Beispiel: 'Wenn ich beleidigt werde, schlage ich zurück.'
2
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Imperativ
Eine objektive, allgemeingültige Handlungsregel, die ein Sollen ausdrückt. Imperative beanspruchen Gültigkeit für jedes vernünftige Wesen.
3
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Hypothetischer Imperativ
Bedingte Handlungsregel der Form 'Wenn du X willst, sollst du Y tun.' Klugheits- oder Geschicklichkeitsregel — KEIN moralisches Gesetz.
4
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Kategorischer Imperativ (Definition)
Kants oberstes moralisches Prinzip. Unbedingt gültige Handlungsregel, die unabhängig von Zielen und Folgen gilt. Prüfverfahren für Maximen.
5
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KI — Grundformel (1. Fassung)
'Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.' Test auf logische Widerspruchsfreiheit bei Verallgemeinerung.
6
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KI — Menschheits-Zweck-Formel (2. Fassung)
'Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.' Betont Menschenwürde.
7
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KI — Reich-der-Zwecke-Formel (3. Fassung)
'Handle so, dass alle Maximen aus eigener Gesetzgebung zu einem möglichen Reich der Zwecke als einem Reiche der Natur zusammenstimmen.' Test auf Vereinbarkeit mit Autonomie aller.
8
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Reich der Zwecke
Kants Idealbild einer Gemeinschaft vernünftiger Wesen, die einander wechselseitig als Zwecke an sich behandeln und nach universalisierbaren Maximen handeln.
9
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Menschenwürde (bei Kant)
Der unbedingte, unersetzbare Wert des Menschen. Grundlage der MZ-Formel: Der Mensch ist NIE bloß Mittel, immer auch Zweck an sich selbst. 'Würde hat keinen Preis.'
10
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Zweck an sich selbst
Etwas, das einen Wert in sich selbst hat und nicht nur als Mittel für anderes dient. Bei Kant gilt das ausschließlich vom Menschen als Vernunftwesen.
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Bloß als Mittel
Andere ohne Berücksichtigung ihrer Würde, Autonomie und eigener Zwecke instrumentalisieren. Verboten durch die MZ-Formel. Achtung: NORMALE Mittel-Nutzung (Bäcker als Brötchenlieferant) ist erlaubt.
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Goldene Regel
'Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.' Vorform des KI, aber subjektiv (an eigenen Wünschen orientiert) — kein moralisches Gesetz im strengen Sinn.
13
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Unterschied KI ↔ Goldene Regel
KI: objektiv, gilt aus reiner Vernunft, unabhängig von eigenen Wünschen. Goldene Regel: subjektiv, orientiert sich an dem, was ICH nicht möchte — Masochist hätte kein Problem mit Gewalt.