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Diese Flashcards decken die wesentlichen Begriffe und Konzepte der Vorlesung zur römischen Rechtsgeschichte ab, von den Anfängen der Kodifizierung bis zum Konflikt mit den Christen und der Provinzverwaltung.
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Recht
Die Gesamtheit genereller Verhaltensregeln, die von einer Gemeinschaft gewährleistet wird, um Konflikte zu verhüten oder zu lösen.
Gewohnheitsrecht
Regeln, die von einer Gemeinschaft als verbindlich akzeptiert und fortdauernd verfolgt werden, ohne schriftlich festgesetzt zu sein.
Positives Recht
Recht, das von staatlichen/überstaatlichen Gesetzgebungsorganen oder satzungsgemäßen Körperschaften geschaffen wurde.
Kodifiziertes Recht
Die systematische Zusammenfassung von Rechtsnormen eines bestimmten Rechtsgebiets in einem einzigen, einheitlichen Gesetzbuch.
Babylonischer Hammurapi Kodex
Eine Gesetzessammlung aus ca. 1.800 v. Chr. mit 282 Rechtssätzen zum öffentlichen Recht und Privatrecht inklusive Prolog und Epilog.
Sumerischer Kodex von Ur-Nammu
Die älteste heute erhaltene Gesetzessammlung der Menschheitsgeschichte (ca. 2.100 v. Chr.), die Geldstrafen statt körperlicher Vergeltung einführte.
Kenbat
Richterkollegien im mittleren Reich Ägyptens, die sich aus Priestern und Bezirksgouverneuren zusammensetzten.
Patronage/Klientelsystem
Ein System, in dem einflussreiche Aristokraten (Patronen) Schwächere (Klienten) wirtschaftlich oder rechtlich unterstützten und dafür Loyalität und politische Stimmen erhielten.
Mos maiorum
Die "Sitte der Vorfahren"; traditionelle Verhaltensweisen und Gebräuche, die als Grundlage des Aufstiegs Roms zur Weltmacht galten.
Pietas
Ein römischer Wertbegriff für Redlichkeit, Frömmigkeit und die Erfüllung familiärer sowie gesellschaftlicher Pflichten.
Gravitas
Ein römischer Wert für Ernsthaftigkeit und Würde im Auftreten.
Res Republica
Die "öffentliche Sache" bzw. das Gemeinwesen, dessen Wohl dem Privatleben der Bürger voranzustellen war.
Fortitudo
Römischer Wert für Stärke, insbesondere militärische Stärke.
Ständekämpfe
Innenpolitische Spannungen zwischen dem patrizischen Adel und den Plebejern aufgrund von Machtlosigkeit und Rechtlosigkeit der unteren Schichten.
Secessio plebis
Der Auszug der Plebejer aus Rom (z. B. 494 v. Chr. zum Mons Sacer), um durch Lahmlegung des wirtschaftlichen Lebens Rechtsreformen zu erzwingen.
Zwölftafelgesetz
Die erste schriftliche Kodifizierung altrömischer Rechtsgrundsätze (ca. 450 v. Chr.), die für alle Bürger unabhängig vom Stand galt.
Kasuistisch
Eine Rechtsform, die sich an konkreten Einzelfällen orientiert anstatt allgemeine Definitionen oder abstrakte Regeln festzulegen.
Pontifices
Das Priesterkollegium, das in der frühen Republik das Wissensmonopol über Klageformeln, Gerichtstage und die Rechtsauslegung besaß.
Cn. Flavius
Ein Sohn eines Freigelassenen, der 304 v. Chr. das ius civile und den Gerichtskalender veröffentlichte und so das Wissensmonopol der Priester brach.
Legis actiones
Gesetzlich vorgeschriebene Klageformen, die extrem formalistisch waren und bei geringsten Abweichungen im Wortlaut zum Prozessverlust führten.
Aequitas
Der Begriff für Billigkeit oder Fairness, der gegen das starre System der formalistischen Wortklauberei angeführt wurde.
Prätor
Ein seit 366 v. Chr. bestehender Magistrat, der für die Rechtsprechung zuständig war und die juristischen Spielregeln eines Prozesses festlegte.
Quaestiones perpetuae
Ständige Gerichtshöfe, die seit 149 v. Chr. dauerhaft für bestimmte Deliktsbereiche eingerichtet wurden.
Formularprozess
Ein Verfahrenstyp, bei dem vor dem Richtertermin eine Prozessformel mit dem Prätor erstellt wurde, die den Rahmen der Entscheidung festlegte.
Fides
Gegenseitige Treue und Vertrauen; die moralische und rechtliche Grundlage der Beziehung zwischen Patron und Klient.
Inimicitia
Offizielle Feindschaft, die ein Patron oft zugunsten der Verteidigung seines Klienten gegenüber Dritten übernehmen musste.
Dignitas
Das gesellschaftliche Ansehen, die Ehre und der Rang eines Bürgers, die für eine politische Karriere essenziell waren.
Latifundien
Große Landgüter der Senatoren, deren Entstehen im 2. Jh. v. Chr. dazu führte, dass viele Kleinbauern ihr Land verloren.
Optimaten
Politische Richtung in der späten Republik, die die Macht des Senats stärken und Veränderungen weitgehend verhindern wollte.
Popularen
Politische Richtung, die auf Reformen (wie Ackergesetze) setzte und ihre Legitimation direkt aus der Volksversammlung bezog.
Senatus consultum ultimum
Ein Senatsbeschluss über den Staatsnotstand, der dem Senat weitgehende Befugnisse zum Schutz der bestehenden Ordnung verlieh.
Tabellargesetze
Gesetze aus der Zeit zwischen 140 und 130 v. Chr., die die geheime Abstimmung einführten, um die Wählerfreiheit zu erhöhen.
Numina
Göttliche Wirkungskräfte, die in der Frühzeit der römischen Religion (vor dem griechischen Einfluss) verehrt wurden.
Pax deorum
Der Friede mit den Göttern, der durch korrekte Kultpraktiken und Opfer aufrechterhalten werden musste, um den Schutz des Staates zu sichern.
Religionsfrevler
Personen, die gegen die anerkannte religiöse Ordnung des Staates verstießen; im Kaiserreich galt dies als Zeichen mangelnder politischer Loyalität.
Provinzedikt
Eine Rechtsverordnung, mit der ein römischer Statthalter die rechtlichen Grundlagen für die Verwaltung und Gerichtsbarkeit in seiner Provinz festlegte.