Vorlesung Römische Rechtsgeschichte: Grundlagen, Republik und Kaiserzeit

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Diese Flashcards decken die wesentlichen Begriffe und Konzepte der Vorlesung zur römischen Rechtsgeschichte ab, von den Anfängen der Kodifizierung bis zum Konflikt mit den Christen und der Provinzverwaltung.

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36 Terms

1
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Recht

Die Gesamtheit genereller Verhaltensregeln, die von einer Gemeinschaft gewährleistet wird, um Konflikte zu verhüten oder zu lösen.

2
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Gewohnheitsrecht

Regeln, die von einer Gemeinschaft als verbindlich akzeptiert und fortdauernd verfolgt werden, ohne schriftlich festgesetzt zu sein.

3
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Positives Recht

Recht, das von staatlichen/überstaatlichen Gesetzgebungsorganen oder satzungsgemäßen Körperschaften geschaffen wurde.

4
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Kodifiziertes Recht

Die systematische Zusammenfassung von Rechtsnormen eines bestimmten Rechtsgebiets in einem einzigen, einheitlichen Gesetzbuch.

5
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Babylonischer Hammurapi Kodex

Eine Gesetzessammlung aus ca. 1.800 v. Chr. mit 282 Rechtssätzen zum öffentlichen Recht und Privatrecht inklusive Prolog und Epilog.

6
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Sumerischer Kodex von Ur-Nammu

Die älteste heute erhaltene Gesetzessammlung der Menschheitsgeschichte (ca. 2.100 v. Chr.), die Geldstrafen statt körperlicher Vergeltung einführte.

7
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Kenbat

Richterkollegien im mittleren Reich Ägyptens, die sich aus Priestern und Bezirksgouverneuren zusammensetzten.

8
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Patronage/Klientelsystem

Ein System, in dem einflussreiche Aristokraten (Patronen) Schwächere (Klienten) wirtschaftlich oder rechtlich unterstützten und dafür Loyalität und politische Stimmen erhielten.

9
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Mos maiorum

Die "Sitte der Vorfahren"; traditionelle Verhaltensweisen und Gebräuche, die als Grundlage des Aufstiegs Roms zur Weltmacht galten.

10
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Pietas

Ein römischer Wertbegriff für Redlichkeit, Frömmigkeit und die Erfüllung familiärer sowie gesellschaftlicher Pflichten.

11
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Gravitas

Ein römischer Wert für Ernsthaftigkeit und Würde im Auftreten.

12
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Res Republica

Die "öffentliche Sache" bzw. das Gemeinwesen, dessen Wohl dem Privatleben der Bürger voranzustellen war.

13
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Fortitudo

Römischer Wert für Stärke, insbesondere militärische Stärke.

14
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Ständekämpfe

Innenpolitische Spannungen zwischen dem patrizischen Adel und den Plebejern aufgrund von Machtlosigkeit und Rechtlosigkeit der unteren Schichten.

15
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Secessio plebis

Der Auszug der Plebejer aus Rom (z. B. 494 v. Chr. zum Mons Sacer), um durch Lahmlegung des wirtschaftlichen Lebens Rechtsreformen zu erzwingen.

16
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Zwölftafelgesetz

Die erste schriftliche Kodifizierung altrömischer Rechtsgrundsätze (ca. 450 v. Chr.), die für alle Bürger unabhängig vom Stand galt.

17
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Kasuistisch

Eine Rechtsform, die sich an konkreten Einzelfällen orientiert anstatt allgemeine Definitionen oder abstrakte Regeln festzulegen.

18
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Pontifices

Das Priesterkollegium, das in der frühen Republik das Wissensmonopol über Klageformeln, Gerichtstage und die Rechtsauslegung besaß.

19
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Cn. Flavius

Ein Sohn eines Freigelassenen, der 304 v. Chr. das ius civile und den Gerichtskalender veröffentlichte und so das Wissensmonopol der Priester brach.

20
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Legis actiones

Gesetzlich vorgeschriebene Klageformen, die extrem formalistisch waren und bei geringsten Abweichungen im Wortlaut zum Prozessverlust führten.

21
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Aequitas

Der Begriff für Billigkeit oder Fairness, der gegen das starre System der formalistischen Wortklauberei angeführt wurde.

22
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Prätor

Ein seit 366 v. Chr. bestehender Magistrat, der für die Rechtsprechung zuständig war und die juristischen Spielregeln eines Prozesses festlegte.

23
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Quaestiones perpetuae

Ständige Gerichtshöfe, die seit 149 v. Chr. dauerhaft für bestimmte Deliktsbereiche eingerichtet wurden.

24
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Formularprozess

Ein Verfahrenstyp, bei dem vor dem Richtertermin eine Prozessformel mit dem Prätor erstellt wurde, die den Rahmen der Entscheidung festlegte.

25
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Fides

Gegenseitige Treue und Vertrauen; die moralische und rechtliche Grundlage der Beziehung zwischen Patron und Klient.

26
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Inimicitia

Offizielle Feindschaft, die ein Patron oft zugunsten der Verteidigung seines Klienten gegenüber Dritten übernehmen musste.

27
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Dignitas

Das gesellschaftliche Ansehen, die Ehre und der Rang eines Bürgers, die für eine politische Karriere essenziell waren.

28
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Latifundien

Große Landgüter der Senatoren, deren Entstehen im 2. Jh. v. Chr. dazu führte, dass viele Kleinbauern ihr Land verloren.

29
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Optimaten

Politische Richtung in der späten Republik, die die Macht des Senats stärken und Veränderungen weitgehend verhindern wollte.

30
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Popularen

Politische Richtung, die auf Reformen (wie Ackergesetze) setzte und ihre Legitimation direkt aus der Volksversammlung bezog.

31
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Senatus consultum ultimum

Ein Senatsbeschluss über den Staatsnotstand, der dem Senat weitgehende Befugnisse zum Schutz der bestehenden Ordnung verlieh.

32
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Tabellargesetze

Gesetze aus der Zeit zwischen 140 und 130 v. Chr., die die geheime Abstimmung einführten, um die Wählerfreiheit zu erhöhen.

33
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Numina

Göttliche Wirkungskräfte, die in der Frühzeit der römischen Religion (vor dem griechischen Einfluss) verehrt wurden.

34
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Pax deorum

Der Friede mit den Göttern, der durch korrekte Kultpraktiken und Opfer aufrechterhalten werden musste, um den Schutz des Staates zu sichern.

35
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Religionsfrevler

Personen, die gegen die anerkannte religiöse Ordnung des Staates verstießen; im Kaiserreich galt dies als Zeichen mangelnder politischer Loyalität.

36
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Provinzedikt

Eine Rechtsverordnung, mit der ein römischer Statthalter die rechtlichen Grundlagen für die Verwaltung und Gerichtsbarkeit in seiner Provinz festlegte.