VL Halogenalkane & SN Reaktionen

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1
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Halogenalkane (Definition, Bindung, PSE Trend Polarisierbarkeit Bindung, Eigenschaften, Verwendung, Siedepunkt Trend)

  • Gesättigte Kohlenwasserstoffe mit Halogenatomen (F, Cl, Br, I) statt Wasserstoffatomen

  • Polare kovalente C-X Bindung (Halogen zieht Elektronen stärker an)

  • 7.HG -> Polarisierbarkeit der C-X Bindung nimmt innerhalb der Halogengruppe von oben nach unten zu

  • Lipophil und hydrophob

  • Hervorragende organische Lösungsmittel

  • Siedepunkte steigen F -> Cl -> Br -> I


<ul><li><p>Gesättigte Kohlenwasserstoffe mit Halogenatomen (F, Cl, Br, I) statt Wasserstoffatomen</p></li><li><p>Polare kovalente C-X Bindung (Halogen zieht Elektronen stärker an)</p></li><li><p>7.HG -&gt; <span style="color: rgb(255, 255, 255);">Polarisierbarkeit der C-X Bindung nimmt innerhalb der Halogengruppe von oben nach unten zu</span></p></li><li><p>Lipophil und hydrophob</p></li><li><p>Hervorragende organische Lösungsmittel</p></li><li><p>Siedepunkte steigen F -&gt; Cl -&gt; Br -&gt; I</p></li></ul><p></p>
2
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Trends bei Halogen-Methan Verbindungen im PSE (EN, Bindungsenergie, Bindungslänge, Dipolmoment) → Begründung

  • EN fällt

  • Bindungslänge steigt

  • Bindungsenergie fällt

  • Dipolmoment fällt

Begründung: Atomradius wird größer

<ul><li><p><span style="color: rgb(250, 13, 13);">EN fällt</span></p></li><li><p><span style="color: rgb(250, 13, 13);">Bindungslänge steigt</span></p></li><li><p><span style="color: rgb(250, 13, 13);">Bindungsenergie fällt</span></p></li><li><p><span style="color: rgb(250, 13, 13);">Dipolmoment fällt</span></p></li></ul><p>Begründung: Atomradius wird größer</p>
3
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Nukleophile Substitution (Nu, R, was passiert, R facts, OH, Ambidenz, inter und intramolekular)

  • Nukleophil: negativ geladene/polarisierte Spezies, kann gut Elektronendichte abgeben

  • Abgangsgruppe: stabiles Teilchen mit schwacher Bindung zum C

  • Abgangsgruppe X wird durch ein Nukleophil ersetzt: Nukleophil (hat freies Elektronenpaar) greift positives C (Elektrophil) an (kovalente Bindung entsteht) und Abgangsgruppe X- (nimmt Elektronenpaar mit) verlässt das Molekül

  • Je besser die negative Ladung, die die Abgangsgruppe mitnimmt stabilisiert ist, desto schwächer die Basizität der Abgangsgruppe -> desto stärker die konjugierte Säure zur Abgangsgruppe

  • OH Gruppe verlässt niemals als Hydroxid ein Molekül -> nur Säure-katalysiert nach vorausgegangener Protonierung als Wasser

  • Ambidente Nukleophile: Nukleophile die über zwei Atome angreifen (Beispiel: Cyanid)

  • Intermolekulare Substitution: angreifendes Nukleophil und angegriffene Halogenalkal sind zwei getrennte Edukte

  • Intramolekulare Substitution: Nukleophil und Abgangsgruppe befinden sich in einem Molekül


<ul><li><p>Nukleophil: negativ geladene/polarisierte Spezies, kann gut Elektronendichte abgeben</p></li><li><p>Abgangsgruppe: stabiles Teilchen mit schwacher Bindung zum C</p></li><li><p>Abgangsgruppe X wird durch ein Nukleophil ersetzt: Nukleophil (hat freies Elektronenpaar) greift positives C (Elektrophil) an (kovalente Bindung entsteht) und Abgangsgruppe X- (nimmt Elektronenpaar mit) verlässt das Molekül</p></li><li><p>Je besser die negative Ladung, die die Abgangsgruppe mitnimmt stabilisiert ist, desto schwächer die Basizität der Abgangsgruppe -&gt; desto stärker die konjugierte Säure zur Abgangsgruppe</p></li><li><p>OH Gruppe verlässt niemals als Hydroxid ein Molekül -&gt; nur Säure-katalysiert nach vorausgegangener Protonierung als Wasser</p></li><li><p>Ambidente Nukleophile: Nukleophile die über zwei Atome angreifen (Beispiel: Cyanid)</p></li><li><p>Intermolekulare Substitution: angreifendes Nukleophil und angegriffene Halogenalkal sind zwei getrennte Edukte</p></li><li><p>Intramolekulare Substitution: Nukleophil und Abgangsgruppe befinden sich in einem Molekül</p></li></ul><p></p>
4
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Nucleophilie (Ladung, Basizität, Polarisierbarkeit, Sterik, Substituenten, PSE)

  • Steigt mit negativer Ladung (Anionen)

  • Steigt mit Basizität (Anionen nucleophiler als Neutralteilchen)

  • Steigt mit Polarisierbarkeit (Atomgröße)

  • Sinkt mit sterischem Anspruch

  • Benachbarte -M Substituenten verringern Nucleophilie

  • → am höchsten links unten


5
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Abgangsgruppenqualitäten (Korrelation, Basizität, Säure)

  • Austrittsvermögen korreliert mit Fähigkeit negative Ladung zu stabilisieren

  • Umso besser je weniger basisch

  • umso besser je stärker korrespondierende Säure ist


<ul><li><p>Austrittsvermögen korreliert mit Fähigkeit negative Ladung zu stabilisieren</p></li><li><p>Umso besser je weniger basisch</p></li><li><p>umso besser je stärker korrespondierende Säure ist</p></li></ul><p></p>
6
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Einfluss polarer LM (protisch, aprotisch)

  • Protisch: stabilisieren Ionen durch WBB -> fördern SN1 (Beispiel: Wasser, Alkohole)

  • Aprotisch: solvatisieren Anionen schlecht -> fordern SN2 (Beispiel: Aceton)


7
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SN2 (Geschwindigkeit, Schritte, Zustände, Angriff wo, Konfiguration, Faktoren: LM, C)

  • Bimolekular → Beide Teilchen bestimmen Geschwindigkeit

  • Reaktion läuft in einem Schritt

  • Übergangszustand: trigonal pyramidal, 5 bindiger Kohlenstoff, unpolar

  • Nukleophil greift von hinten an während Abgangsgruppe abgeht

  • Nucleophil greift von Rückseite an -> Konfigurationsumkehr (Nucleophil ist genau auf anderer Seite der vorherigen Abgangsgruppe)

  • Bevorzugt bei guten Nucleophilen in hoher Konzentration, guten Abgangsgruppen, polar aprotischen LM, zugänglicher Kohlenstoff, primär (oder sekundär) C


<ul><li><p>Bimolekular → Beide Teilchen bestimmen Geschwindigkeit</p></li><li><p>Reaktion läuft in einem Schritt</p></li><li><p>Übergangszustand: trigonal pyramidal, 5 bindiger Kohlenstoff, unpolar</p></li><li><p>Nukleophil greift von hinten an während Abgangsgruppe abgeht</p></li><li><p>Nucleophil greift von Rückseite an -&gt; Konfigurationsumkehr (Nucleophil ist genau auf anderer Seite der vorherigen Abgangsgruppe)</p></li><li><p>Bevorzugt bei guten Nucleophilen in hoher Konzentration, guten Abgangsgruppen, polar aprotischen LM, zugänglicher Kohlenstoff, primär (oder sekundär) C</p></li></ul><p></p>
8
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SN1 (Geschwindigkeit, Schritte, Reihenfolge, Angriff, Faktoren: LM, C)

  • Unimolekular → Nur Halogenalkal bestimmt Geschwindigkeit

  • Läuft in zwei Schritten ab (Zwischenprodukt Carbonkation: reaktiv, trigonal planar, sp2)

  • Abgangsgruppe geht erst ab (langsam -> geschwindigkeitsbestimmender Schritt), Nukleophil greift dann erst an (schnell)

  • Angriff Nucleophil von 2 Seiten möglich -> Racemisierung (chirales Startmaterial verliert Stereoinformationen wegen Zwischenprodukt)

  • Polarer Übergangszustand da Ladung zwischen C-X erzeugt -> heterolytisch

  • Unabhängig vom Nucleophil, bevorzugt bei sehr guten Abgangsgruppen (früher Austritt X), polar protischen LM durch Stabilisierung der Carbeniumionen, tertiäres (oder sek.) C


<ul><li><p>Unimolekular → Nur Halogenalkal bestimmt Geschwindigkeit</p></li><li><p>Läuft in zwei Schritten ab (Zwischenprodukt Carbonkation: reaktiv, trigonal planar, sp2)</p></li><li><p>Abgangsgruppe geht erst ab (<span style="color: rgb(243, 16, 16);">langsam -&gt; geschwindigkeitsbestimmender Schritt</span>), Nukleophil greift dann erst an (schnell)</p></li><li><p>Angriff Nucleophil von 2 Seiten möglich -&gt; Racemisierung (chirales Startmaterial verliert Stereoinformationen wegen Zwischenprodukt)</p></li><li><p>Polarer Übergangszustand da Ladung zwischen C-X erzeugt -&gt; heterolytisch</p></li><li><p>Unabhängig vom Nucleophil, bevorzugt bei sehr guten Abgangsgruppen (früher Austritt X), polar protischen LM durch Stabilisierung der Carbeniumionen, tertiäres (oder sek.) C</p></li></ul><p></p>
9
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Kolbe Nitrilsynthese (Ziel, Art, Vorgehen)

(Verlängerung Kohlenstoffkette durch Einführung Nitrilgruppe)

  • SN2 Reaktion

  • Cyanidion besitzt freies Elektronenpaar am nucleophilen Kohlenstoff -> greift positiv polarisiertes Kohlenstoffatom des Halogenalkans an (Rückseitenangriff)

  • Halogenid wird abgespalten

  • Entstehendes Nitril kann umgesetzt werden zu Amin, Amid oder Carbonsäure (Hydrolyse)


10
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Gabriel Synthese (Ziel, Vorgehen)

(Herstellung primäre Amine)

  • Bildung Kaliumphthalimid durch Phthalimid + KOH (gutes Nukleophil entsteht)

  • Alkylierung durch Alkylhalogenid (Phthalamid Anion greift elektrophiles C-Atom an)-> N-Alkylphthalimid

  • Abspaltung Schutzgruppe (Alkylrest von Phthalamid abgespalten) -> saure/basische Hydrolyse liefert Amin


<p><u>(Herstellung primäre Amine)</u></p><ul><li><p>Bildung Kaliumphthalimid durch Phthalimid + KOH (gutes Nukleophil entsteht)</p></li><li><p><span style="color: rgb(247, 7, 7);">Alkylierung durch Alkylhalogenid (Phthalamid Anion greift elektrophiles C-Atom an)-&gt; N-Alkylphthalimid</span></p></li><li><p><span style="color: rgb(247, 7, 7);">Abspaltung Schutzgruppe (Alkylrest von Phthalamid abgespalten) -&gt; saure/basische Hydrolyse liefert Amin</span></p></li></ul><p></p>
11
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Finkelstein Reaktion (Ziel, Vorgehen, LM)

(Austausch eines Halogens)

  • Läuft gut in Aceton

  • Iodid (neues Halogenid) hat freie Elektronenpaare (gutes Nukleophil) -> greift C-Atom an, an dem Bromid (altes Halogen) sitzt (Rückseitenangriff)

  • Abgangsgruppe (Bromid) verlässt Molekül -> Alkyloidid entstanden


<p><u>(Austausch eines Halogens)</u></p><ul><li><p><span style="color: rgb(253, 17, 17);">Läuft gut in Aceton</span></p></li><li><p>Iodid (neues Halogenid) hat freie Elektronenpaare (gutes Nukleophil) -&gt; greift C-Atom an, an dem Bromid (altes Halogen) sitzt (Rückseitenangriff)</p></li><li><p>Abgangsgruppe (Bromid) verlässt Molekül -&gt; Alkyloidid entstanden</p></li></ul><p></p>
12
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Grignard Reaktion (Reagenz, Ziel, Mechanismus, Produkt)

(Entstehung neuer C-C Bindungen)

  • Grignard Reagenz: RMgX

  • neativ polarisiertes C-Atom des Grignard-Reagenz greift positiv polarisierten Carbonylkohlenstoff an -> dabei entsteht neue C-C Bindung

  • Alkoholat als Zwischenprodukt

  • Wird mit Wasser und Säure protoniert -> Alkohol


<p><u>(Entstehung neuer C-C Bindungen)</u></p><ul><li><p>Grignard Reagenz: RMgX</p></li><li><p>neativ polarisiertes C-Atom des Grignard-Reagenz greift positiv polarisierten <span style="color: rgb(246, 6, 6);">Carbonylkohlenstoff</span> an -&gt; dabei entsteht neue C-C Bindung</p></li><li><p><span style="color: rgb(250, 10, 10);">Alkoholat als Zwischenprodukt</span></p></li><li><p><span style="color: rgb(250, 10, 10);">Wird mit Wasser und Säure protoniert -&gt; Alkohol</span></p></li></ul><p></p>