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Halogenalkane (Definition, Bindung, PSE Trend Polarisierbarkeit Bindung, Eigenschaften, Verwendung, Siedepunkt Trend)
Gesättigte Kohlenwasserstoffe mit Halogenatomen (F, Cl, Br, I) statt Wasserstoffatomen
Polare kovalente C-X Bindung (Halogen zieht Elektronen stärker an)
7.HG -> Polarisierbarkeit der C-X Bindung nimmt innerhalb der Halogengruppe von oben nach unten zu
Lipophil und hydrophob
Hervorragende organische Lösungsmittel
Siedepunkte steigen F -> Cl -> Br -> I

Trends bei Halogen-Methan Verbindungen im PSE (EN, Bindungsenergie, Bindungslänge, Dipolmoment) → Begründung
EN fällt
Bindungslänge steigt
Bindungsenergie fällt
Dipolmoment fällt
Begründung: Atomradius wird größer

Nukleophile Substitution (Nu, R, was passiert, R facts, OH, Ambidenz, inter und intramolekular)
Nukleophil: negativ geladene/polarisierte Spezies, kann gut Elektronendichte abgeben
Abgangsgruppe: stabiles Teilchen mit schwacher Bindung zum C
Abgangsgruppe X wird durch ein Nukleophil ersetzt: Nukleophil (hat freies Elektronenpaar) greift positives C (Elektrophil) an (kovalente Bindung entsteht) und Abgangsgruppe X- (nimmt Elektronenpaar mit) verlässt das Molekül
Je besser die negative Ladung, die die Abgangsgruppe mitnimmt stabilisiert ist, desto schwächer die Basizität der Abgangsgruppe -> desto stärker die konjugierte Säure zur Abgangsgruppe
OH Gruppe verlässt niemals als Hydroxid ein Molekül -> nur Säure-katalysiert nach vorausgegangener Protonierung als Wasser
Ambidente Nukleophile: Nukleophile die über zwei Atome angreifen (Beispiel: Cyanid)
Intermolekulare Substitution: angreifendes Nukleophil und angegriffene Halogenalkal sind zwei getrennte Edukte
Intramolekulare Substitution: Nukleophil und Abgangsgruppe befinden sich in einem Molekül

Nucleophilie (Ladung, Basizität, Polarisierbarkeit, Sterik, Substituenten, PSE)
Steigt mit negativer Ladung (Anionen)
Steigt mit Basizität (Anionen nucleophiler als Neutralteilchen)
Steigt mit Polarisierbarkeit (Atomgröße)
Sinkt mit sterischem Anspruch
Benachbarte -M Substituenten verringern Nucleophilie
→ am höchsten links unten
Abgangsgruppenqualitäten (Korrelation, Basizität, Säure)
Austrittsvermögen korreliert mit Fähigkeit negative Ladung zu stabilisieren
Umso besser je weniger basisch
umso besser je stärker korrespondierende Säure ist

Einfluss polarer LM (protisch, aprotisch)
Protisch: stabilisieren Ionen durch WBB -> fördern SN1 (Beispiel: Wasser, Alkohole)
Aprotisch: solvatisieren Anionen schlecht -> fordern SN2 (Beispiel: Aceton)
SN2 (Geschwindigkeit, Schritte, Zustände, Angriff wo, Konfiguration, Faktoren: LM, C)
Bimolekular → Beide Teilchen bestimmen Geschwindigkeit
Reaktion läuft in einem Schritt
Übergangszustand: trigonal pyramidal, 5 bindiger Kohlenstoff, unpolar
Nukleophil greift von hinten an während Abgangsgruppe abgeht
Nucleophil greift von Rückseite an -> Konfigurationsumkehr (Nucleophil ist genau auf anderer Seite der vorherigen Abgangsgruppe)
Bevorzugt bei guten Nucleophilen in hoher Konzentration, guten Abgangsgruppen, polar aprotischen LM, zugänglicher Kohlenstoff, primär (oder sekundär) C

SN1 (Geschwindigkeit, Schritte, Reihenfolge, Angriff, Faktoren: LM, C)
Unimolekular → Nur Halogenalkal bestimmt Geschwindigkeit
Läuft in zwei Schritten ab (Zwischenprodukt Carbonkation: reaktiv, trigonal planar, sp2)
Abgangsgruppe geht erst ab (langsam -> geschwindigkeitsbestimmender Schritt), Nukleophil greift dann erst an (schnell)
Angriff Nucleophil von 2 Seiten möglich -> Racemisierung (chirales Startmaterial verliert Stereoinformationen wegen Zwischenprodukt)
Polarer Übergangszustand da Ladung zwischen C-X erzeugt -> heterolytisch
Unabhängig vom Nucleophil, bevorzugt bei sehr guten Abgangsgruppen (früher Austritt X), polar protischen LM durch Stabilisierung der Carbeniumionen, tertiäres (oder sek.) C

Kolbe Nitrilsynthese (Ziel, Art, Vorgehen)
(Verlängerung Kohlenstoffkette durch Einführung Nitrilgruppe)
SN2 Reaktion
Cyanidion besitzt freies Elektronenpaar am nucleophilen Kohlenstoff -> greift positiv polarisiertes Kohlenstoffatom des Halogenalkans an (Rückseitenangriff)
Halogenid wird abgespalten
Entstehendes Nitril kann umgesetzt werden zu Amin, Amid oder Carbonsäure (Hydrolyse)
Gabriel Synthese (Ziel, Vorgehen)
(Herstellung primäre Amine)
Bildung Kaliumphthalimid durch Phthalimid + KOH (gutes Nukleophil entsteht)
Alkylierung durch Alkylhalogenid (Phthalamid Anion greift elektrophiles C-Atom an)-> N-Alkylphthalimid
Abspaltung Schutzgruppe (Alkylrest von Phthalamid abgespalten) -> saure/basische Hydrolyse liefert Amin

Finkelstein Reaktion (Ziel, Vorgehen, LM)
(Austausch eines Halogens)
Läuft gut in Aceton
Iodid (neues Halogenid) hat freie Elektronenpaare (gutes Nukleophil) -> greift C-Atom an, an dem Bromid (altes Halogen) sitzt (Rückseitenangriff)
Abgangsgruppe (Bromid) verlässt Molekül -> Alkyloidid entstanden

Grignard Reaktion (Reagenz, Ziel, Mechanismus, Produkt)
(Entstehung neuer C-C Bindungen)
Grignard Reagenz: RMgX
neativ polarisiertes C-Atom des Grignard-Reagenz greift positiv polarisierten Carbonylkohlenstoff an -> dabei entsteht neue C-C Bindung
Alkoholat als Zwischenprodukt
Wird mit Wasser und Säure protoniert -> Alkohol
