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Vokabelkarten zur wichtigen Terminologie von Laktation, Milchbildung und deren Regulation – ideal zum Wiederholen vor der Prüfung.
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Laktation
Gesamte Phase der Milchabgabe von der Geburt bis zum Abstillen/Trockenstellen.
Mammogenese
Hormonell gesteuertes Wachstum und Ausreifen der Milchdrüse von der Embryonalzeit bis zur Geschlechtsreife und Trächtigkeit.
Laktogenese
Umwandlung des Alveolarepithels in ein sezernierendes Epithel; umfasst Phase 1 (Kolostrumbildung) und Phase 2 (Milcheinschuss).
Laktogenese – Phase 1
Differenzierung der Laktozyten; Auftreten von Fetttröpfchen und Proteinen im Lumen, Bildung von Kolostrum bei noch offenen Tight Junctions.
Laktogenese – Phase 2
Produktion größerer Milchmengen nach präpartalem Progesteronabfall; Ausbildung der Tight Junctions und Beginn der Laktose-Synthese.
Galaktopoese
Aufrechterhaltung der laufenden Milchproduktion nach dem Milcheinschuss; abhängig von Hormonen (v. a. Prolaktin, bST) und Entleerungshäufigkeit.
Involution (Rückbildung)
Abschwächung und Rückbau der Milchdrüse nach Abstillen/Trockenstellen infolge erhöhten Drucks in den Alveolen.
Laktozyt
Sekretorische Epithelzelle der Alveole, produziert Milchbestandteile im ER und Golgi-Apparat.
Alveole
Unterste funktionelle Einheit der Milchdrüse; Hohlraum, in den Milch sezerniert wird.
Lobulus
Gruppe von Alveolen mit gemeinsamem Ausführungsgang (Ductulus).
Zisterne
Vor dem Strichkanal gelegener Sammelraum für Milch (bei Kuh, Ziege, Schaf vorhanden, beim Schwein fehlend).
Zisternenmilch
Milch, die bereits in der Zisterne gespeichert ist (Kuh ca. 20 %, Ziege 80 %, Schwein < 5 %).
Myoepithelzellen (Korbzellen)
Glatte Muskelzellen, die die Alveolen umschließen und sich unter Oxytocin zusammenziehen (Milchejektion).
Tight Junctions (Epithelschlussleisten)
Verbindungen zwischen Laktozyten, die ab Phase 2 der Laktogenese die Blut-Milch-Schranke abdichten.
Blut-Milch-Schranke
Barriere aus Tight Junctions, die Blutplasma von der Milch trennt; Voraussetzung für Druckaufbau und Speicherung.
Milcheinschuss
Plötzliches Anschwellen der Brust/Euter durch massiven Beginn der Milchsekretion wenige Tage um die Geburt herum.
Still- bzw. Milchejektionsreflex
Neurohormonaler Reflex: Saugreiz ➔ Hypothalamus ➔ Oxytocinfreisetzung ➔ Kontraktion der Myoepithelzellen ➔ Ausstoß der Milch.
Progesteronabfall
Vor der Geburt sinkender Progesteronspiegel; hebt die Hemmung der Milchbildung auf und ermöglicht Prolaktinwirkung.
Prolaktin
Hypophysenhormon; induziert Milcheinschuss, stimuliert Milchproteinsynthese, erhält Galaktopoese und hemmt GnRH-/LH-Freisetzung.
Oxytocin
Neurohypophysenhormon; bewirkt Milchejektion durch Kontraktion von Myoepithel‐ und Uterusmuskulatur.
Somatotropes Hormon (bST)
Wachstumshormon des Rindes; wichtiger Galaktopoetin, steigert besonders beim Rind die Milchleistung.
Cortisol
Nebennierenrindenhormon; beteiligt am Progesteronabbau vor der Geburt und unterstützt Milcheinschuss.
Kolostrum
Erste, gelbliche Milch; reich an Immunglobulinen, Immunzellen, Wachstumsfaktoren und Vitaminen, essentiell für das Neugeborene.
Präkolostrum
Dickes Sekret, das schon Wochen/Monate vor der Geburt gebildet werden kann; Vorstufe des Kolostrums.
Immunglobulin G (IgG)
Hauptantikörper im Kolostrum; wird transzytotisch aus dem mütterlichen Blut in die Milch übertragen und vom Neugeborenen resorbiert.
a-Lactalbumin
Milchprotein; Teil des Laktosesynthase-Komplexes, durch Prolaktin induziert, bestimmt Laktose- und Milchmenge.
Laktose
Milchzucker aus Glukose und Galaktose; osmotischer Haupttreiber für Wasserzufluss und damit Milchvolumen.
Kasein
Hauptmilchprotein; bindet Calcium und Phosphat zu mizellären Komplexen für das Jungtier-Skelett.
Milchfett
Überwiegend Triglyceride ≤ 18 C-Atome; liefert Energie und essentielle Fettsäuren, wird apokrin sezerniert.
Triglyzeride
Ester aus Glycerol und drei Fettsäuren; bilden den Kern der Milk-Fat-Globules.
Exokrine Sekretion
Ausschleusung wasserlöslicher Milchbestandteile (Proteine, Laktose) via Vesikelfusion mit der apikalen Membran.
Apokrine Sekretion
Ablösung von Membranbläschen mit Lipidtröpfchen (Milk-Fat-Globules) aus dem Zytoplasma in das Alveolenlumen.
Transzytose
Transportweg, bei dem Moleküle (z. B. IgA) in Vesikeln durch den Laktozyten geschleust werden.
Parazellulärer Weg
Durchtritt von Wasser, Ionen, Leukozyten zwischen Zellen hindurch; spielt vor Abschluss der Tight Junctions eine Rolle.
Milchzusammensetzung (Rind)
Ø ca. 87 % Wasser, 3–4 % Fett, 3–4 % Protein, 4.8 % Laktose, Mineralien, Vitamine; variiert je nach Fütterung und Laktationsstadium.
Euterentleerung
Häufige, vollständige Entfernung der Milch; stimuliert Galaktopoese und verhindert Druckhemmung der Sekretion.
Ketose (Laktationsketose)
Stoffwechselstörung der Hochleistungskuh bei Glukosemangel; vermehrte Fett-Mobilisierung ➔ Ketonkörperbildung.
Lipomobilisation
Abbau von Körperfett zur Energie- und Glukosebereitstellung; stark erhöht in der frühen Laktation.
Pansenazidose
Übersäuerung des Pansens infolge stärke-/zuckerreicher Kraftfutterration; Risiko bei Milchmengensteigerung.
Kraftfutter
Stärke- und zuckerreiches Futter; erhöht Propionsäure- und Glukosebildung ➔ steigert Milchmenge, senkt Fettgehalt.
Raufutter
Faserreiches Futter (Heu, Silage); fördert Essigsäure- und Buttersäurebildung ➔ erhöht Milchfett, limitiert Milchmenge.
Propionsäure
Flüchtige Fettsäure aus Pansenfermentation; wichtigste Glukose-Vorstufe für Laktosesynthese.
Essigsäure (Acetat)
Flüchtige Fettsäure aus Zelluloseabbau; Substrat für Milchfett-Synthese, nicht glucogen.
Buttersäure (Butyrat)
Flüchtige Fettsäure; dient Energiegewinn, nicht direkt für Glukosebildung geeignet.
Mastitis
Entzündung der Milchdrüse durch Keime; führt zu Gewebeschäden, erhöhter Leitfähigkeit und veränderter Milchzusammensetzung.
Leitfähigkeitsmessung
Diagnostisches Verfahren bei Mastitis; erhöhter Ionengehalt in der Milch steigert elektrische Leitfähigkeit.
Milk-Fat-Globule
Von Membran umgebene Fetttröpfchen in der Milch; wichtig für Fettverdaulichkeit und Nervenzellaufbau des Jungtiers.
Homogenisierung
Mechanische Zerkleinerung der Fettkügelchen kommerzieller Milch; verhindert Aufrahmen, zerstört originäre Membranhülle.
Saugreiz
Mechanische Stimulation von Zitze/Brustwarze; löst Prolaktin- und Oxytocinfreisetzung aus (Stillreflex).
Blindmelken
Absaugen ohne nachströmende Milch bei fehlender Ejektion; riskant für Eutergesundheit, fördert Mastitis.