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Flashcards zu Grundlagen der Sozialpsychologie über Einstellungen, deren Struktur, Verhaltensvorhersagemodelle, Persuasionstheorien und kognitive Dissonanz.
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Was ist eine Einstellung?
Eine Einstellung ist eine psychische Tendenz, die dadurch zum Ausdruck kommt, dass man ein bestimmtes Objekt mit einem gewissen Grad an Abneigung oder Zuneigung bewertet.
→ sie beeinflussen wie wir die Welt wahrnehmen und uns Verhalten
→ unterscheidet sich in der Valenz (Wertigkeit positiv/negativ) und Stärke
Eindimensionale Sichtweise von Einstellungen
Ansicht, dass Einstellungen als positiv oder negativ entlang eines Kontinuums abgespeichert sind
→ wobei Einstellungsambivalenz nicht zulässig ist
Beispiel: Ich mag Schokolade

Zweidimensionale Sichtweise von Einstellungen
Ansicht, dass positive und negative Bewertungen getrennt abgespeichert werden, wodurch Einstellungsambivalenz zulässig ist.

Erkläre die Theorie des geplanten Verhaltens!
Die Theorie erklärt, dass Verhalten vor allem durch die Verhaltensintention bestimmt wird.
Diese Intention entsteht durch drei Faktoren:
Einstellung zum Verhalten (finde ich es gut oder schlecht?)
subjektive Norm (was denken andere darüber?)
wahrgenommene Verhaltenskontrolle (traue ich mir das Verhalten zu?) → Selbstwirksamkeit
Je positiver diese drei Faktoren sind, desto wahrscheinlicher wird das Verhalten gezeigt.
Die Theorie erweitert die ältere „Theorie des überlegten Handelns“ um einen wichtigen Punkt:
👉 wahrgenommene Verhaltenskontrolle
Erkläre das Informationsverarbeitungsmodell der Persuasion → Ein-Prozess-Theorie
Hier besteht die Annahme, dass die persuasive Wirkung einer Botschaft das Ergebnis von mindestens fünf Schritten ist:
Aufmerksamkeit, Verstehen, Akzeptieren, Beibehalten und Verhalten basiert
Aufmerksamkeit: man sieht eine Werbung
Verstehen: Person versteht Argumente der Werbung
Akzeptieren: muss Botschaft überzeugend/glaubwürdig finden
Beibehalten: erinnert sich später noch dran
Verhalten: Person kauft das Produkt
→ So funktioniert Persuasion
Erkläre das Ein-Prozess-Theorie Modell der kognitiven Reaktionen
Das ist eine Ein-Prozess-Theorie, nach der nicht die Argumente, sondern die eigenen Gedanken der Person (kognitive Reaktionen) eine Einstellungsänderung bewirken.
Persuasive Botschaft → Kognitive Reaktion → Einstellungsänderung
Starke Argumente führen eher zu vorwiegend zustimmenden Gedanken → Veränderung
Schwache Argumente führen eher zu vorwiegend ablehnenden Gedanken → keine Veränderung
Was ist das Elaboration-Likelihood-Modell?
Das ist eine Zwei-Prozess-Theorie, die zwischen der zentralen Route (systematische Verarbeitung) und der peripheren Route (heuristische Verarbeitung) differenziert.
Erkläre die Zentrale Route des Elaboration-Likelihood-Modell (ELM)!
Verarbeitungsweg bei hoher Motivation und Kapazität, bei dem starke Argumente vorwiegend positive Gedanken und eine stabile Einstellungsänderung bewirken. Schwache Argumente hingegen bewirken vorwiegend negative Gedanken und führen zu eher keinen Veränderung
→ Hier prüft man die Argumente logisch!
Laptopkauf: Akku, Speicher, Preis, Leistung, Bewertung → man prüft die Fakten
Erkläre die periphere Route des ELM!
Verarbeitungsweg bei geringer Motivation oder Kapazität, bei dem heuristische Hinweisreize (z. B.einfache Faustregeln oder Eindrücke) zu einer instabilen Einstellungsänderung führen.
→ Einstellungen entstehen hier also nicht durch logische Überzeugung SONDERN durch einfache Heuristiken oder spontane Eindrücke und sind deshalb oft weniger stabil und leichter veränderbar.
Hier achtet die Person nicht wirklich auf die Argumente, sondern auf äußere Hinweise (= periphere Reize).
Zum Beispiel:
Ist die Person attraktiv?
Spricht sie selbstbewusst?
Haben viele Leute das Produkt?
Kann Werbung Menschen tatsächlich manipulieren?
Werbung kann Menschen bis zu einem gewissen Grad beeinflussen bzw. manipulieren, besonders durch subliminale Reize (unbewusste Botschaften).
Die Studie zeigte, dass Personen häufiger Lipton Ice wählten, wenn sie zuvor unbewusst mit der Marke geprimt wurden – vor allem, wenn sie durstig waren.
→ Der Effekt ist also möglich, aber abhängig von Bedürfnissen, Gewohnheiten und Stimmung der Person.
Beschreibe die Theorie der kognitiven Dissonanz
Wenn Gedanken/Einstellungen nicht mit dem Verhalten zusammenpassen = innerer Spannungszustand
→ Die Annahme, dass kognitive Dissonanz ein aversiver Zustand ist, der Menschen dazu motiviert, Unstimmigkeiten zwischen Einstellungen, Überzeugungen oder Verhalten zu reduzieren.
Aversiv = Unangenehmes Gefühl, das der Mensch reduzieren möchte
→ Reduzieren durch Verhaltens- oder Einstellungsänderung
Was sind die fünf Theorien zur Dissonanzreduktion?
Addition konsonanter Kognitionen → Hinzugügen von Argumenten, die die ursprünglichen Gedanken stützen bzw der eigenen Empfindung entsprechen
Subtraktion dissonanter Kognitionen → Vermeidung (Iignorieren) von Informationen
Substitution dissonanter durch konsonante Kognitionen → Hervorheben von positiven Bereichen, die unabhängig von der erlebten Dissonanz sind
Erhöhung der Wichtigkeit konsonanter Kognitionen → Betonung der Vorzüge
Reduktion der Wichtigkeit dissonanter Kognitionen → Trivialisierung
Addition konsonanter Kognitionen
Argumente suchen, die das Verhalten rechtfertigen
→ Rauchen entspannt mich
Subtraktion dissonanter Kognitionen
Widersprüchliche Informationen vermeiden/ignorieren
→ Raucher schaut keine Dokus über Lungenkrebs
Substitution dissonanter durch konsonante Kognitionen
Fokus auf andere positive Bereiche legen
→ Ich rauche, aber dafür mache ich viel Sport
Erhöhung der Wichtigkeit kosnonanter Kognitionen
Passende Gedanken besonders betonen
→ Rauchen hilft mir besonders bei Stress
Reduktion der Wichtigkeit dissonanter Kognitionen
Problem herunterspielen “Trivialisierung”
→ so schlimm ist Rauchen nicht, irgendwas ist immer ungesund