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Eine umfassende Sammlung von Begriffen aus dem Studium des Alten Testaments, umfassend Bibelübersetzungen, Kanonbildung, die Geschichte Israels und prophetische Literatur.
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Einheitsübersetzung (1980)
Ziel war eine ökumenisch einheitliche Bibel für alle christlichen Konfessionen, wobei letztlich nur das Neue Testament identisch blieb.
Septuaginta (LXX)
Griechische Übersetzung des hebräischen Alten Testaments, die als Bibel des griechischen Judentums und später der frühen Christen diente; sie umfasst mehr Bücher als die hebräische Bibel.
Masoretischer Text
Durch die Masoreten genau abgeschriebener und gesicherter hebräischer Bibeltext.
Codex Leningradensis
Die älteste bekannte vollständige hebräische Bibelhandschrift.
Apokryphen
Griechisch für „verborgen“ oder „geheim“; Schriften, die nicht in den öffentlichen Kanon aufgenommen wurden oder erst später hinzukamen.
Tanakh
Akronym für die drei Teile der hebräischen Bibel: Torah (Gesetz), Nebi’im (Propheten) und Ketubim (Schriften).
Codex Sinaiticus
Die erste bekannte Vollbibel aus dem 4. Jahrhundert, entdekt 1844 von Konstantin von Tischendorf im Katharinenkloster.
Scriptio continua
Schreibweise ohne Wort- oder Gliederungszeichen, in der biblische Schriften zunächst verfasst wurden.
Konzil von Trient (1546)
Dogmatische Definition des Bibelumfangs; wer das Verzeichnis ablehnte, wurde mit dem Anathema belegt.
Verbalinspiration
Die Vorstellung, dass Gott den Bibeltext jedes Autors wortwörtlich diktiert hat.
Dei Verbum (DV)
Dogmatische Konstitution des II. Vaticanums, die Offenbarung als Kommunikation Gottes beschreibt, um Menschen in seine Gemeinschaft einzuladen.
Sola-Scriptura-Prinzip
Reformatorischer Grundsatz, nach dem allein die Schrift (ohne kirchliche Tradition) die verbindliche Grundlage des Glaubens ist.
Stele des Merenptah (1200 v. Chr.)
Ägyptische Inschrift, die den ersten außerbiblischen Beleg für „Israel“ als Stammesgruppe liefert.
Invasionshypothese
Theorie von William F. Albright, nach der Israel durch eine kriegerische militärische Eroberung Kanaans entstand.
Infiltrationshypothese
Theorie von Albrecht Alt, nach der Israel durch friedliche Einwanderung und Sesshaftwerdung von Nomaden entstand.
Revolutionshypothese
Theorie von George E. Mendenhall, nach der Israel durch den Aufstand und die Abspaltung einheimischer Gruppen innerhalb Kanaans entstand.
Evolutionsmodell
Theorie von Israel Finkelstein, nach der Israel durch eine langfristige interne Entwicklung aus der kanaanäischen Bevölkerung hervorging.
Reichsteilung
Politische Trennung nach Salomo in das Nordreich Israel unter Jerobeam I und das Südreich Juda unter Rehabeam.
JHWH-allein-Bewegung
Religiöse Strömung, die ausschließlich die Verehrung JHWHS forderte und fremde Kulte (z.B. Baal) ablehnte; prominenter Vertreter war der Prophet Elija.
Syrisch-efraimitischer Krieg (738−734 v. Chr.)
Antiassyrische Koalition aus Tyrus, Damaskus und Israel, an der sich König Ahas von Juda nicht beteiligte.
Zions-Theologie
Theologische Vorstellung, dass Jerusalem (Zion) als von Gott gewählter Ort unter besonderem Schutz steht und unzerstörbar ist.
Joschijanische Reform (621 v. Chr.)
Kultreform unter König Joschija zur Zentralisierung des Kultes auf den Tempel in Jerusalem und zur Durchsetzung der Kultreinheit.
Babylonisches Exil (587 v. Chr.)
Zeitraum nach der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezzar II, in dem Teile der Bevölkerung nach Mesopotamien deportiert wurden.
Gola
Bezeichnung für die Gemeinde der exilierten Oberschicht im südlichen Mesopotamien.
Deuteronomistisches Geschichtswerk
Geschichtsschreibung (u.a. Kōnige, Richter), die die Katastrophe des Exils als Folge der Untreue Israels gegenüber JHWH deutet.
Kyros II
Perserkönig, der 539 v. Chr. Babylon eroberte und den Juden die Rückkehr sowie den Wiederaufbau des Tempels erlaubte.
Hasmonäer
Jüdische Herrscherdynastie, die aus dem Makkabäeraufstand im 2. Jahrhundert v. Chr. gegen die Seleukiden hervorging.
Septuaginta-Legende
Überlieferung, nach der 70 Gelehrte in Alexandria unabhängig voneinander die Torah identisch ins Griechische übersetzten.
Nābi
Hebräischer Begriff für Prophet, was wörtlich „der Berufene“ bedeutet.
Hagiographen
Bezeichnung für die menschlichen Verfasser der biblischen Bücher, die unter der Inspiration Gottes schrieben.
Dodekapropheton
Das Zwölfprophetenbuch, eine Sammlung von zwölf kleineren Prophetenbüchern von Hosea bis Maleachi.
Protojesaja
Kapitel 1−39 des Jesajabuchs, die größtenteils im 8. Jahrhundert v. Chr. in Jerusalem verankert sind.
Deuterojesaja
Kapitel 40−55 des Jesajabuchs, die Trostworte für das Ende des babylonischen Exils enthalten.
Tritojesaja
Kapitel 56−66 des Jesajabuchs, die in der nachexilischen Zeit in Jerusalem entstanden sind.
Pentateuch
Griechische Bezeichnung für die „fünf Schriftrollen“ bzw. die fünf Bücher Mose (Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium).
Priesterschrift (P)
Quellenschicht des Pentateuch, die ein starkes Interesse an Ordnung, Ritualen und der Erschaffung der Welt als geordnetes Ganzes zeigt.
Apokalyptik
Religiöse Strömung, die angesichts von Verfolgung das nahe Ende der Zeit und die göttliche Wende zum Guten (Gericht und Heil) erwartet.