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Vokabelkarten zu den wichtigsten Begriffen der angeborenen und erworbenen Abwehr, Granulozyten, Lymphozyten, Komplementsystem, Immunglobulinen, Zytokinen und hämatologischer Diagnostik (Leukogramm).
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Körpereigene Abwehr – Aufgaben
Infektions- und Tumorabwehr sowie Beseitigung von Zelldetritus bei Zellmauserung, Umbau, Wundheilung u. a.
Angeborene Abwehr
Unspezifisch, nicht adaptiv, reagiert schnell ohne Gedächtnis; Barrieren, Komplement, Interferone, antimikrobielle Peptide, Makrophagen, dendritische Zellen, Granulozyten.
Erworbene Abwehr
Spezifisch, adaptiv, bildet Immungedächtnis; B- und T-Lymphozyten, Antikörper, zytotoxische Zellen.
Mechanische Barrieren
Epithelzellverband, Abschilferung, Flüssigkeits-/Luftstrom, Zilien, Schließmuskel des Euters.
Chemische Barrieren
Schleim, Fettsäuren, niedriger pH, antimikrobielle Enzyme.
Mikrobiologische Barriere
Physiologische Mikrobiota, die pathogene Besiedlung verhindert.
Humorale angeborene Abwehr
Interferone (IF-α/β), antimikrobielle Peptide, Komplementsystem.
Zelluläre angeborene Abwehr
Makrophagen, dendritische Zellen, Granulozyten (neutrophil, eosinophil, basophil).
Pathogenassoziierte molekulare Muster (PAM)
Mikrobienspezifische Strukturen, die von Mustererkennungsrezeptoren erkannt werden.
Toll-like-Rezeptoren (TLR)
Membranständige PRR; erkennen PAM und aktivieren angeborene Immunantwort.
TLR2
Bindet Peptidoglykan bakterieller Zellwände.
TLR4
Erkennt bakterielles Lipopolysaccharid (LPS).
TLR5
Rezeptor für Flagellin bakterieller Geißeln.
TLR9
Erkennt nicht methyliertes bakterielle DNA-Sequenzen.
TLR3
Bindet doppelsträngige virale RNA.
TLR7/8
Erkennen einzelsträngige virale RNA.
Komplementsystem – Klassischer Weg
Aktivierung über Antigen-Antikörper-Komplexe; führt zu C3/C5-Konvertase-Bildung.
Komplementsystem – Lektinweg
Auslösung durch Mannose-bindendes Protein (MBP), das mikrobielle Zucker erkennt.
Komplementsystem – Alternativer Weg
Spontane C3-Spaltung; Verstärkung auf Mikroben-Oberflächen.
Membranangriffskomplex (MAK)
Endprodukt der Komplementkaskade (C5b-9); perforiert Zielzellmembran und lysiert Zellen.
Opsonierung
Markierung von Pathogenen mit C3b oder Antikörpern, um Phagozytose zu fördern.
Makrophagen – Aufgaben
Initiieren/Regulieren Entzündung, Phagozytose, Tumorzellzerstörung, Zelldetritusbeseitigung, Antigenpräsentation, Wundheilung.
Makrophagen – Sekret
Zytokine, Enzyme, Komplementfaktoren, Prostaglandine/Leukotriene, reaktive Sauerstoff/Nitrogen-Spezies.
Respiratory Burst
NADPH-Oxidase erzeugt ROS (O2-, H2O2, OH·); Myeloperoxidase bildet OCl-; iNOS produziert NO/ONOO-.
Neutrophile Granula – primäre
Azurophile Lysosomen mit sauren Hydrolasen, Defensinen, Myeloperoxidase, Laktoferrin.
Neutrophile Granula – sekundäre
Sekretorische Vesikel mit Lysozym, Kollagenase, Elastase, Neuraminidase, Cathepsin G, Plasminogenaktivatoren.
Eosinophile Granula
Enthalten Major Basic Protein, eosinophile Peroxidase, lysosomale Enzyme; Parasitenabwehr.
Basophile Granula
Histamin, Heparin, PAF; Vermittler allergischer/entzündlicher Reaktionen.
Mastzellen – Mediatoren
Histamin, Serotonin, Prostaglandine, Leukotriene, Bradykinin; starke lokale Entzündung.
B-Lymphozyten
Humorale spezifische Abwehr; Reifung im Knochenmark/Bursa; Effektorzelle = Plasmazelle.
T-Lymphozyten
Zelluläre spezifische Abwehr; Reifung im Thymus; Effektoren = CD8+-Killer, CD4+-Helfer.
Natürliche Killerzellen (NKZ)
Lymphoide Zellen ohne spezifischen Rezeptor; töten Zellen ohne MHC-I oder mit Stresssignalen.
B-Zell-Rezeptor (BZR)
Membranständiges IgM; Antigenbindung an Fab-Region, Signalübertragung über Igα/Igβ.
T-Zell-Rezeptor (TCR)
αβ- oder γδ-Heterodimer; erkennt Antigenpeptide im MHC; Signal via CD3-Komplex.
MHC-Klasse I
Auf allen Kernzellen; präsentiert intrazelluläre Peptide; aktiviert CD8+-T-Zellen.
MHC-Klasse II
Nur auf antigenpräsentierenden Zellen; präsentiert extrazelluläre Peptide; aktiviert CD4+-T-Helfer.
TH1-Antwort
IL-12 induziert TH1; TH1 produzieren IL-2, IFN-γ; Aktivierung von Makrophagen, CD8+-T-Zellen und NKZ.
TH2-Antwort
IL-4/IL-13 aus TH2 fördern B-Zell-Proliferation, Antikörperproduktion; hemmen Makrophagenfunktion.
Klonale Selektion
Nur Lymphozyten mit passendem Antigenrezeptor werden aktiviert, proliferieren und differenzieren.
Primärantwort (B-Zelle)
Erstkontakt; langsamer, vorwiegend IgM; niedrige Affinität.
Sekundärantwort
Reexposition; schneller, stärker; hauptsächliche IgG/IgA/IgE; hohe Affinität.
Immunglobulin M (IgM)
Erster Antikörpertyp; pentamer; starke Agglutination; aktiviert Komplement; kein direkter Fc-Opsonin.
Immunglobulin G (IgG)
Häufigste Klasse; hohe Antigenbindungs-Aktivität; direkte und komplementabhängige Opsonierung.
Immunglobulin A (IgA)
Dimer; sekretorischer Antikörper an Schleimhäuten; durch PIGR transepithelial transportiert.
Immunglobulin E (IgE)
Bindet an Fcε-Rezeptor auf Mast-/Basophil-/Eosinophilzellen; Parasitenabwehr, Allergien.
Immunglobulin D (IgD)
Membranständig auf B-Zell-Vorläufern; Funktion unklar.
Zentrale Toleranzinduktion – T-Zellen
Negative Selektion im Thymus eliminiert autoreaktive oder nutzlose T-Zellen.
Zentrale Toleranzinduktion – B-Zellen
Abhängigkeit von TH2-Hilfe; autoreaktive Klone werden anergisiert oder gelöscht.
Wichtige Zytokine – IL-1
Von Makrophagen; löst Fieber aus.
Wichtige Zytokine – IL-6
Makrophagen; induziert Akute-Phase-Reaktion.
Wichtige Zytokine – TNF-α
Makrophagen; verändert Endothel, fördert Entzündung.
Wichtige Zytokine – IL-8
Chemokin; lockt neutrophile Granulozyten an.
Wichtige Zytokine – IL-2
T-Zellen; Autokrine Proliferationsschleife für T-Zellen.
Wichtige Zytokine – IFN-γ
TH1, NKZ; aktiviert Makrophagen, antivirale Effekte.
Wichtige Zytokine – IL-4/IL-13
TH2; Förderung humoraler Immunität, IgE-Synthese, Makrophagenhemmung.
Wichtige Zytokine – IL-10/TGF-β
Regulatorische T-Zellen; hemmen Entzündungen.
Typ-I-Interferone (IFN-α/β)
Von fast allen Zellen; antivirale Zustandserzeugung.
Leukogramm – granulozytäres Blutbild
Hoher Granulozyten-, niedriger Lymphozytenanteil; typisch für Pferd, Fleischfresser, Mensch.
Leukogramm – lymphozytäres Blutbild
Hohe Lymphozyten-, niedrige Granulozytenwerte; bei Wiederkäuern, Huhn, Labornagern.
Leukogramm – Stressbild
Neutrophilie ohne Linksverschiebung, Lymphopenie, Eosinopenie, evtl. Monozytose (Glukokortikoid-Effekt).
Kernverschiebungsindex (KVI)
Verhältnis unreifer (Stab-) zu reifen segmentkernigen Neutrophilen; >4 % = Linksverschiebung.
Regenerative Linksverschiebung
Vermehrt junge Neutrophile bei gleichzeitiger Neutrophilie; günstige Prognose.
Degenerative Linksverschiebung
Mehr Stab-/Vorstufen bei Neutropenie; ungünstige Prognose.
Schilling’sche Dreiphasen-Regel
Schockphase (Neutropenie) → neutrophile Kampfphase → monozytäre Überwindung → lymphozytär-eosinophile Heilphase.
Halbwertszeit zirkulierender Granulozyten
Etwa 12 Stunden im Blutkreislauf.
Halbwertszeit zirkulierender Monozyten
Ungefähr 3–5 Tage.
Halbwertszeit zirkulierender Lymphozyten
Mehrere Monate; abhängig von Subpopulation.