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Umfassende Vokabel-Flashcards zur ersten Einheit der PaP 1 Vorlesung über die Grundlagen, Geschichte und Modelle der Psychoanalyse.
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Ein Verfahren zur Untersuchung sonst kaum zugänglicher seelischer Vorgänge, eine Behandlungsmethode neurotischer Störungen und eine wissenschaftliche Disziplin.
Psychoanalyse
Das Unbewusste
Der zentrale Bereich der Psyche, in dem verdrängte Wünsche, Konflikte und Triebe liegen, die das menschliche Verhalten maßgeblich steuern.
Falsifizierbarkeit
Kriterium von Karl Popper, wonach wissenschaftliche Theorien widerlegbar sein müssen; er kritisierte die Psychoanalyse als unwissenschaftlich, da sie dies nicht sei.
Wirksamkeit (Klaus Grawe)
Kritikpunkt, dass psychoanalytische Annahmen empirisch belegt sein müssen (evidenzbasiert), wobei Grawe viele Annahmen als nicht bewiesen ansah.
Sigismund Schlomo Freud
Der ursprüngliche Name von Sigmund Freud, der am 6. Mai 1856 in Freiberg, Mähren, geboren wurde.
Theodor Meynert
Bekannter Psychiatrie-Lehrer und Hirnforscher, bei dem Freud im AKH Wien als Sekundararzt arbeitete.
Jean-Martin Charcot
Neurologe in Paris, der Hysterie untersuchte und Freud zeigte, dass körperliche Symptome psychische Ursachen haben können.
Hysterie
Eine rätselhafte Krankheit mit körperlichen Symptomen wie Lähmungen ohne organischen Befund, die laut Charcot durch psychische Ursachen entstehen.
Bertha Pappenheim (AnnaO.)
Die erste psychoanalytische Patientin, die von Joseph Breuer mit der Redekur behandelt wurde.
Talking Cure (Redekur)
Ein von AnnaO. geprägter Begriff für das Aussprechen belastender Ereignisse zur Minderung psychischer Symptome.
Kathartische Methode
Ein Vorläufer der Psychoanalyse, bei dem eingeklemmte Affekte durch emotionales Wiedererleben unter Hypnose gelöst werden.
Eingeklemmter Affekt
Verdrängte Emotionen, die mit traumatischen Erlebnissen verbunden sind und im Unterbewusstsein Krankheitssymptome auslösen.
Studien über Hysterie
Das im Jahr 1895 von Freud und Joseph Breuer veröffentlichte Werk, das Psychopathologie als Folge von Lebensgeschichten beschreibt.
Traumdeutung
Von Freud als viaregia (Ko¨nigsweg) zum Unbewussten bezeichnete Methode zur Analyse verdrängter Wünsche.
Erste Topik
Freuds erstes Modell der Psyche (1900), das in die Bereiche Bewusst, Vorbewusst und Unbewusst unterteilt ist.
Vorbewusst (Vbw)
Psychische Inhalte, die im Moment nicht präsent sind, aber jederzeit leicht ins Bewusstsein gerufen werden können.
Zensur
Ein Kontrollmechanismus an der Schwelle zwischen Unbewusstem und Vorbewusstem, der unerwünschte Impulse abwehrt.
Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie
Ein Werk von 1905, in dem Freud die kindliche Sexualität und die psychosexuelle Entwicklung beschreibt.
Polymorph-perverse kindliche Sexualität
Die These, dass Kinder Lust aus verschiedenen Körperzonen (Mund, Haut, After) erfahren, ohne Fixierung auf Fortpflanzung.
Psychologische Mittwochsgesellschaft
Der erste organisierte psychoanalytische Kreis, der sich ab 1902 in Freuds Wohnung traf.
Strukturmodell (ZweiteTopik)
Das Instanzenmodell der Psyche ab 1923, bestehend aus Es, Ich und U¨ber−Ich.
Das Es
Die komplett unbewusste Instanz, die nach dem Lustprinzip handelt und angeborene Triebe repräsentiert.
Das Ich
Die vermittelnde Instanz, die nach dem Realitätsprinzip arbeitet und zwischen Es, U¨ber−Ich und der Außenwelt ausgleicht.
Das Über-Ich
Die moralische Instanz, die durch die Internalisierung elterlicher Gebote und Verbote als Gewissen fungiert.
Todestrieb (Destruktionstrieb)
Ein in 1920 eingeführtes Konzept einer Kraft, die nach Aggression, Zerstörung und dem anorganischen Zustand strebt.
Eros (Lebenstrieb)
Die Kraft, die Sexualität und Selbserhaltung vereint und auf Bindung und den Erhalt des Lebens abzielt.
Narzissmus
Die Besetzung des eigenen Ichs mit Libido (Ich−Libido), anstatt die Energie auf äußere Objekte zu richten.
Primärprozess
Die unbewusste Denkweise, die zeitlos und unlogisch ist und Mechanismen wie Verschiebung und Verdichtung nutzt.
Sekundärprozess
Die logische und rationale Denkweise des Bewusstseins, die dem Realitätsprinzip folgt.
Abwehrmechanismen
Unbewusste psychische Strategien, um unerträgliche Gefühle oder Konflikte erträglich zu machen (z.B.Verdra¨ngung).
Verdrängung
Ein Abwehrmechanismus, bei dem unangenehme Gedanken aktiv ins Unbewusste verschoben werden.
Sublimierung
Der reifste Abwehrmechanismus, bei dem Triebenergie in sozial akzeptierte oder konstruktive Leistungen transformiert wird.
Spaltung
Ein unreifer Abwehrmechanismus, bei dem Objekte in nur gut oder nur bo¨se getrennt werden (typischbeiBorderline).
Projektive Identifizierung
Ein Prozess, bei dem unerträgliche Selbstanteile in eine andere Person projiziert werden, um diese zu kontrollieren.
Oralen Phase
Die erste Entwicklungsphase (ca.0−1,5 Jahre), in der die Lustquelle im Mundraum liegt (Saugen, Schlucken).
Analen Phase
Die Phase vom 2.−4. Jahr, in der Kontrolle über das Ausscheiden Lust bereitet und Machtansprüche entstehen.
Ödipuskomplex
Die phallische Entwicklungsphase (3.−6. Jahr), in der das Kind Bindung an ein Elternteil sucht und mit dem anderen rivalisiert.
Objektbeziehungstheorie
Ein Paradigma, das die inneren Repräsentanzen von Beziehungserfahrungen als zentral für die Persönlichkeitsentwicklung ansieht.
Paranoid-schizoide Position (PS)
Ein von Melanie Klein beschriebener Zustand früher Spaltung und Verfolgungsängsten gegenüber Teilobjekten.
Depressive Position (D)
Die Entwicklungsphase, in der das Kind lernt, Objekte als Ganze wahrzunehmen und Schuldgefühle sowie Sorge entwickelt.
Separation-Individuation
Der Prozess nach Margaret Mahler, bei dem sich das Kind psychisch von der Mutter löst und eine eigene Identität entwickelt.
Bindungstheorie
Von John Bowlby begründetes Modell, das die biologische Notwendigkeit enger emotionaler Bindungen betont.
Fremde Situation
Ein Experiment von Mary Ainsworth zur Klassifizierung kindlicher Bindungsmuster (sicher, vermeidend, ambivalent, desorganisiert).
Mentalisierung
Die Fähigkeit von Peter Fonagy, das eigene Verhalten und das anderer durch innere Zustände wie Gefühle oder Wünsche zu verstehen.
Setting
Der äußere Rahmen der Therapie, der durch feste Vereinbarungen zu Zeit, Geld und Frequenz Sicherheit bietet.
Freie Assoziation
Die Grundregel der Psychoanalyse, bei der der Patient alles aussprechen soll, was ihm ohne Filter durch den Kopf geht.
Übertragung
Der Prozess, bei dem der Patient unbewusste Beziehungsmuster aus der Vergangenheit auf den Analytiker wiederholt.
Gegenübertragung
Die bewusste oder unbewusste emotionale Reaktion des Analytikers auf die Übertragung des Patienten.
Reverie
Das träumerische Ahnungsvermögen des Analytikers, um die rohen Gefühle des Patienten emotional aufzunehmen und zu verstehen.
Junktim von Forschen und Heilen
Freuds Konzept der untrennbaren Verknüpfung von wissenschaftlicher Untersuchung des Unbewussten und therapeutischer Behandlung.