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Flashcards zu den Themen Emotionstheorien, Sozialisationsphasen, Bildungsfunktionen und soziologischen Erklärungsansätzen basierend auf der Vorlesung 'EMOTIONEN' und 'SOZIALISATION'.
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James-Lange-Theorie
Eine Emotionstheorie, die ein biologisches Primat annimmt und besagt, dass wir traurig sind, weil wir weinen („we feel sorry because we cry“).
Zwei-Faktoren-Theorie (Schachner, 1964)
Besagt, dass eine Emotion aus der Kombination von Physiologie und Kognition entsteht.
Lazarus‘ Emotionstheorie (1966)
Definiert Emotionen als ein Zusammenspiel von Physiologie, Kognition, Erleben und Verhalten.
Mehrkomponentenmodell (sensu Mees, 2006)
Ein Modell, das Emotionen in die Komponenten physiologisch, kognitiv, volitional/motivational sowie Erleben und Ausdruck unterteilt.
Emotionsentwicklung (Pons et al., 2004) - 1. Phase
Kleinkindalter (bis 6 Jahre): Gekennzeichnet durch Vorläuferemotionen und das Verstehen zentraler Aspekte wie Entstehung, Ausdruck, Wissen und Abruf.
Emotionsentwicklung (Pons et al., 2004) - 2. Phase
Etwa mit 7–9 Jahren: Gekennzeichnet durch Mentalisierung und Differenzierung von Emotionen.
Emotionsentwicklung (Pons et al., 2004) - 3. Phase
Ab etwa 9 Jahren: Differenzierung durch Perspektivenübernahme, multiple Blickwinkel und die Regulation ambivalenter Gefühle.
Ausdrucksminiaturisierung (Desomatisierung)
Ein im Erwachsenenalter perfektionierter Prozess der Kontrolle und Regulation des emotionalen Ausdrucks.
Sozialisation (Prozessdefinition)
Der Prozess der Interaktion zwischen Individuum und sozialer bzw. kultureller Umwelt.
Schulische Sozialisation (Fend, 1980)
Bezieht sich auf die Vermittlung gesellschaftlicher Normen und trägt zu Qualifikation und Allokation der Person in der Gesellschaft bei.
Enkulturation
Ein Teilprozess der Sozialisation, der den Erwerb kultureller Erfahrungen, Maßstäbe, Einstellungen und des Lebensstils einer Kulturgemeinschaft umfasst.
Die 4 Grundfunktionen von Erziehung und Bildung
Integration, Qualifikation, Allokation und Legitimation.
Allokationsfunktion
Die Statuszuweisungs- oder Platzierungsfunktion des Bildungssystems, bei der dem Individuum je nach Leistung ein Platz in der Gesellschaftsordnung zugemessen wird.
Mikrosystem (Bronfenbrenner)
Bezieht jede Beziehung zwischen einer Person und ihrer unmittelbaren Umgebung wie Familie, Peers, Schule oder Nachbarschaft ein.
Mesosystem (Bronfenbrenner)
Bezieht sich auf die Beziehungen zwischen zwei oder mehr Mikrosystemen, denen das Individuum aktiv angehört (z. B. Familie und Schule).
Exosystem (Bronfenbrenner)
Das soziale Milieu, das die Person beeinflusst, ohne dass sie darin aktiv ist (z. B. Arbeitsplatz der Eltern, staatliche Verwaltung).
Makrosystem (Bronfenbrenner)
Umfasst die grundlegenden Einstellungen, Überzeugungen und Ideologien der Kultur eines sozialen Milieus.
Chronosystem (Bronfenbrenner)
Die Zeitachse der Sozialisation, die Muster von Umgebungsereignissen und Übergängen über die Lebensspanne sowie soziohistorische Bedingungen umfasst.
Primäre Sozialisation
Findet im Alter von 0–6 Jahren hauptsächlich in der Familie statt.
Sekundäre Sozialisation
Findet im Alter von 6–18 Jahren in Institutionen wie Schule, Ausbildung und unter Gleichaltrigen (Peers) statt.
Tertiäre Sozialisation
Die Phase der Sozialisation innerhalb der Arbeitswelt (ca. 18–65 Jahre).
Quartäre Sozialisation
Sozialisation im Lebensabschnitt nach dem Beruf (65. Lebensjahr bis zum Tod).
Sozialmachung (making social)
Bezeichnet eine Klasse von Tätigkeiten (z. B. der Eltern oder Lehrer), die im Subjekt Veränderungen hervorrufen sollen.
Sozialwerdung (becoming social)
Ein Prozess, in dem der Ort der Veränderung das Subjekt selbst ist, entsprechend der funktionalen Erziehung.
Lebenslaufregime
Normative Gesamtmuster von Lebensläufen und ihren Institutionen.
Zone der proximalen Entwicklung (Wygotsky)
Die Distanz zwischen der Fähigkeit, eine Aufgabe unabhängig zu lösen, und der Fähigkeit, sie unter Anleitung eines „kenntnisreicheren Anderen“ zu lösen.
Sapir-Whorf-Hypothese
Die Annahme, dass die Muttersprache vorgibt, was wir von der Welt erkennen können (linguistischer Determinismus).
Lernen am Modell (nach Bandura)
Sozialer Lernprozess durch Beobachtung, Imitation und Identifikation mit Vorbildern.
Habitualisierung (Habitus nach Bourdieu)
Der Erwerb einer Grundhaltung (Dispositionen, Gewohnheiten, Werte), die sich im Lebensstil und in der Lebensweise mitteilt.
Heimlicher Lehrplan
Die lautlosen Mechanismen der Einübung in Schulregeln und Rituale wie hierarchisches Denken, Leistungskonkurrenz und Normkonformität.
Ambiguitätstoleranz
Die Fähigkeit, Widersprüchlichkeiten, kulturelle Unterschiede oder mehrdeutige Informationen wahrzunehmen und zu bewerten.
Rollendistanz
Die Fähigkeit, gesellschaftliche Rollenerwartungen wahrzunehmen, zu interpretieren und so mit ihnen umzugehen, dass eigene Bedürfnisse zur Geltung kommen.
Entgrenzung von Arbeit
Die Auflösung der Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben sowie die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort.
Desozialisation
Die Umkehrung des Sozialisationsprozesses, wenn Ziele oder Inhalte einer sozialen Sequenz ihre Gültigkeit verlieren und eine Neuorientierung erfolgen muss.
Soziolekt
Spezifische Ausprägung einer Sprache (Gruppensprache), die von einer bestimmten Gruppe zur Abgrenzung verwendet wird (z. B. Jugendsprache).
Eingeengter Code (restricted code)
Eine Sprachvariante nach Bernstein, die durch kurze, grammatikalisch einfache Sätze gekennzeichnet ist und oft bildungsfernen Schichten zugeordnet wird.
Elaborierter Code (elaborated code)
Eine gehobene Sprachvariante der Mittel- und Oberschicht, die oft Voraussetzung für formale Bildungsprozesse ist.
Soziale Reziprozität
Das Grundprinzip der Gegenseitigkeit im menschlichen Handeln („Quid pro quo“).
Persuasive Kommunikation
Eine Form der Kommunikation, deren Ziel die Vereinheitlichung von Einstellungen und Verhaltensweisen durch Überreden ist.
Schläfereffekt (sleeper effect)
Die paradoxe Zunahme der Überzeugungskraft einer unglaubwürdigen Informationsquelle im Laufe der Zeit.
Agenda-Setting
Die Funktion der Massenmedien, durch die Auswahl und Gewichtung von Themen festzulegen, worüber die Öffentlichkeit allgemein nachdenkt.