Bildung, Erziehung und Sozialisation in heterogenen Gesellschaften

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Flashcards zu den Themen Emotionstheorien, Sozialisationsphasen, Bildungsfunktionen und soziologischen Erklärungsansätzen basierend auf der Vorlesung 'EMOTIONEN' und 'SOZIALISATION'.

Last updated 11:47 AM on 7/27/26
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41 Terms

1
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James-Lange-Theorie

Eine Emotionstheorie, die ein biologisches Primat annimmt und besagt, dass wir traurig sind, weil wir weinen („we feel sorry because we cry“).

2
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Zwei-Faktoren-Theorie (Schachner, 19641964)

Besagt, dass eine Emotion aus der Kombination von Physiologie und Kognition entsteht.

3
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Lazarus‘ Emotionstheorie (19661966)

Definiert Emotionen als ein Zusammenspiel von Physiologie, Kognition, Erleben und Verhalten.

4
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Mehrkomponentenmodell (sensu Mees, 20062006)

Ein Modell, das Emotionen in die Komponenten physiologisch, kognitiv, volitional/motivational sowie Erleben und Ausdruck unterteilt.

5
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Emotionsentwicklung (Pons et al., 20042004) - 1. Phase1.\text{ Phase}

Kleinkindalter (bis 6 Jahre6\text{ Jahre}): Gekennzeichnet durch Vorläuferemotionen und das Verstehen zentraler Aspekte wie Entstehung, Ausdruck, Wissen und Abruf.

6
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Emotionsentwicklung (Pons et al., 20042004) - 2. Phase2.\text{ Phase}

Etwa mit 79 Jahren7–9\text{ Jahren}: Gekennzeichnet durch Mentalisierung und Differenzierung von Emotionen.

7
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Emotionsentwicklung (Pons et al., 20042004) - 3. Phase3.\text{ Phase}

Ab etwa 9 Jahren9\text{ Jahren}: Differenzierung durch Perspektivenübernahme, multiple Blickwinkel und die Regulation ambivalenter Gefühle.

8
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Ausdrucksminiaturisierung (Desomatisierung)

Ein im Erwachsenenalter perfektionierter Prozess der Kontrolle und Regulation des emotionalen Ausdrucks.

9
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Sozialisation (Prozessdefinition)

Der Prozess der Interaktion zwischen Individuum und sozialer bzw. kultureller Umwelt.

10
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Schulische Sozialisation (Fend, 19801980)

Bezieht sich auf die Vermittlung gesellschaftlicher Normen und trägt zu Qualifikation und Allokation der Person in der Gesellschaft bei.

11
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Enkulturation

Ein Teilprozess der Sozialisation, der den Erwerb kultureller Erfahrungen, Maßstäbe, Einstellungen und des Lebensstils einer Kulturgemeinschaft umfasst.

12
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Die 4 Grundfunktionen4\text{ Grundfunktionen} von Erziehung und Bildung

Integration, Qualifikation, Allokation und Legitimation.

13
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Allokationsfunktion

Die Statuszuweisungs- oder Platzierungsfunktion des Bildungssystems, bei der dem Individuum je nach Leistung ein Platz in der Gesellschaftsordnung zugemessen wird.

14
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Mikrosystem (Bronfenbrenner)

Bezieht jede Beziehung zwischen einer Person und ihrer unmittelbaren Umgebung wie Familie, Peers, Schule oder Nachbarschaft ein.

15
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Mesosystem (Bronfenbrenner)

Bezieht sich auf die Beziehungen zwischen zwei oder mehr Mikrosystemen, denen das Individuum aktiv angehört (z. B. Familie und Schule).

16
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Exosystem (Bronfenbrenner)

Das soziale Milieu, das die Person beeinflusst, ohne dass sie darin aktiv ist (z. B. Arbeitsplatz der Eltern, staatliche Verwaltung).

17
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Makrosystem (Bronfenbrenner)

Umfasst die grundlegenden Einstellungen, Überzeugungen und Ideologien der Kultur eines sozialen Milieus.

18
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Chronosystem (Bronfenbrenner)

Die Zeitachse der Sozialisation, die Muster von Umgebungsereignissen und Übergängen über die Lebensspanne sowie soziohistorische Bedingungen umfasst.

19
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Primäre Sozialisation

Findet im Alter von 06 Jahren0–6\text{ Jahren} hauptsächlich in der Familie statt.

20
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Sekundäre Sozialisation

Findet im Alter von 618 Jahren6–18\text{ Jahren} in Institutionen wie Schule, Ausbildung und unter Gleichaltrigen (Peers) statt.

21
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Tertiäre Sozialisation

Die Phase der Sozialisation innerhalb der Arbeitswelt (ca. 1865 Jahre18–65\text{ Jahre}).

22
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Quartäre Sozialisation

Sozialisation im Lebensabschnitt nach dem Beruf (65. Lebensjahr65.\text{ Lebensjahr} bis zum Tod).

23
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Sozialmachung (making social)

Bezeichnet eine Klasse von Tätigkeiten (z. B. der Eltern oder Lehrer), die im Subjekt Veränderungen hervorrufen sollen.

24
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Sozialwerdung (becoming social)

Ein Prozess, in dem der Ort der Veränderung das Subjekt selbst ist, entsprechend der funktionalen Erziehung.

25
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Lebenslaufregime

Normative Gesamtmuster von Lebensläufen und ihren Institutionen.

26
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Zone der proximalen Entwicklung (Wygotsky)

Die Distanz zwischen der Fähigkeit, eine Aufgabe unabhängig zu lösen, und der Fähigkeit, sie unter Anleitung eines „kenntnisreicheren Anderen“ zu lösen.

27
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Sapir-Whorf-Hypothese

Die Annahme, dass die Muttersprache vorgibt, was wir von der Welt erkennen können (linguistischer Determinismus).

28
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Lernen am Modell (nach Bandura)

Sozialer Lernprozess durch Beobachtung, Imitation und Identifikation mit Vorbildern.

29
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Habitualisierung (Habitus nach Bourdieu)

Der Erwerb einer Grundhaltung (Dispositionen, Gewohnheiten, Werte), die sich im Lebensstil und in der Lebensweise mitteilt.

30
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Heimlicher Lehrplan

Die lautlosen Mechanismen der Einübung in Schulregeln und Rituale wie hierarchisches Denken, Leistungskonkurrenz und Normkonformität.

31
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Ambiguitätstoleranz

Die Fähigkeit, Widersprüchlichkeiten, kulturelle Unterschiede oder mehrdeutige Informationen wahrzunehmen und zu bewerten.

32
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Rollendistanz

Die Fähigkeit, gesellschaftliche Rollenerwartungen wahrzunehmen, zu interpretieren und so mit ihnen umzugehen, dass eigene Bedürfnisse zur Geltung kommen.

33
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Entgrenzung von Arbeit

Die Auflösung der Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben sowie die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort.

34
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Desozialisation

Die Umkehrung des Sozialisationsprozesses, wenn Ziele oder Inhalte einer sozialen Sequenz ihre Gültigkeit verlieren und eine Neuorientierung erfolgen muss.

35
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Soziolekt

Spezifische Ausprägung einer Sprache (Gruppensprache), die von einer bestimmten Gruppe zur Abgrenzung verwendet wird (z. B. Jugendsprache).

36
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Eingeengter Code (restricted code)

Eine Sprachvariante nach Bernstein, die durch kurze, grammatikalisch einfache Sätze gekennzeichnet ist und oft bildungsfernen Schichten zugeordnet wird.

37
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Elaborierter Code (elaborated code)

Eine gehobene Sprachvariante der Mittel- und Oberschicht, die oft Voraussetzung für formale Bildungsprozesse ist.

38
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Soziale Reziprozität

Das Grundprinzip der Gegenseitigkeit im menschlichen Handeln („Quid pro quo“).

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Persuasive Kommunikation

Eine Form der Kommunikation, deren Ziel die Vereinheitlichung von Einstellungen und Verhaltensweisen durch Überreden ist.

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Schläfereffekt (sleeper effect)

Die paradoxe Zunahme der Überzeugungskraft einer unglaubwürdigen Informationsquelle im Laufe der Zeit.

41
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Agenda-Setting

Die Funktion der Massenmedien, durch die Auswahl und Gewichtung von Themen festzulegen, worüber die Öffentlichkeit allgemein nachdenkt.