1/29
Diese Flashcards decken die zentralen Fachbegriffe der Vorlesungen 1 bis 12 ab, einschließlich Spracherwerbstypen, Grammatikmodellen, Rechtschreibprinzipien und Methoden der Sprachförderung.
Name | Mastery | Learn | Test | Matching | Spaced | Call with Kai | Chat |
|---|
No analytics yet
Send a link to your students to track their progress
Sprachdidaktik
Die Wissenschaft vom Lehren und Lernen im Bereich der deutschen Sprache, die Entscheidungen im Unterricht wissenschaftlich begründet und Wissen für Lehrkräfte bereitstellt.
Bildungsstandards
Seit 2003 existierende Beschreibungen kumulativer Kompetenzaufbaue für Schüler (SuS), die als Könnenserwartungen fungieren.
Kerncurricula
Die Grundlage des Unterrichts, welche festlegt, was Schüler am Ende können und wissen müssen; sie dienen der Konkretisierung der Bildungsstandards.
Migrationshintergrund
Status einer Person, die selbst oder deren Elternteil eine nicht deutsche Staatsangehörigkeit besitzt (auch als Einwanderungsgeschichte bezeichnet).
Mehrsprachigkeit
Die regelmäßige Verwendung von mehr als einer Sprache, um in allen diesen Sprachen Alltagsgespräche zu führen.
Simultan bilingualer Erwerb (2L1)
Ein Spracherwerbstyp, bei dem zwei Sprachen gleichzeitig von Geburt an erworben werden.
Früher kindlicher Zweitspracherwerb (eL2)
Ein Erwerbstyp, bei dem dem Kind noch die Spracherwerbsmechanismen des Erstspracherwerbs (L1) zur Verfügung stehen.
Implizite Grammatik
Ein Wissenssystem, das im Erstspracherwerb auf natürliche Weise erworben wird, dem Bewusstsein zunächst nicht zugänglich ist und jeder Sprachvarietät innewohnt.
Explizite Grammatik
Die nachträgliche Beschreibung einer impliziten Grammatik, die durch Bewusstheit und die Möglichkeit zur Verbalisierung grammatischer Regeln gekennzeichnet ist.
Flexion
Die Veränderung der Form eines Wortes durch Deklination (Nomen, Artikel, Pronomen, Adjektiv), Konjugation (Verben) oder Komparation (Adjektive).
Satzglieder
Satzbausteine mit spezifischen Funktionen wie Subjekt, Objekt, adverbiale Bestimmung und Prädikativ.
Verbvalenz
Die Fähigkeit eines Verbs, als Valenzträger leere Stellen im Satz zu eröffnen und die Anzahl sowie Form der Ergänzungen (Mitspieler) zu regeln.
Topologisches Feldermodell
Ein Bauplan für deutsche Sätze, der eine lineare Gliederung in verschiedene Felder (z. B. linke und rechte Satzklammer) ermöglicht.
Graphematik
Die linguistische Wissenschaft vom Schriftsystem einer Sprache, die alle Regularitäten erfasst, die dem Schreiben zugrunde liegen.
Orthografie
Ein Teilgebiet der Graphematik, das die amtlich normierten Schreibungen einer Schriftsprache umfasst.
Graphem
Die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der Schriftsprache (analog zum Phonem in der Phonologie).
Alphabetisches Prinzip
Ein orthografisches Prinzip (auch phonografische Schreibung), das auf einer 1:1-Zuordnung zwischen Phonem und Graphem basiert.
Silbisches Prinzip
Ein Prinzip der Schreibung, das sich auf die Silbenstruktur und Prosodie bezieht, z. B. bei der Silbengelenkschreibung oder bei Dehnungsgrafien.
Morphologisches Prinzip
Das Prinzip der Morphemkonstanz, bei dem morphologisch verwandte Wörter (z. B. <fa¨llt> - <fallen>) ähnlich geschrieben werden, um den Wortstamm zu erhalten.
Grammatisches Prinzip
Auch syntaktisches Prinzip genannt; es bestimmt die Schreibung (z. B. Groß- und Kleinschreibung) anhand von Kriterien des Satzkontextes.
LRS
Abkürzung für Lese-Rechtschreibstörung (klinische Diagnose) oder Lese-Rechtschreibschwierigkeiten/-schwäche (pädagogischer Kontext).
Registersensitivität
Die Kompetenz, den eigenen Sprachgebrauch zu kontrollieren und verschiedene sprachliche Register (z. B. Bildungssprache vs. Alltagssprache) situationsadäquat einzusetzen.
Textkohärenz
Der konzeptuell-inhaltliche Sinnzusammenhang eines Textes unter Einbezug des Weltwissens des Lesers.
Textkohäsion
Die sichtbare, formale Verknüpfung von Textteilen durch lexikalisch-grammatische Mittel wie Konnektoren oder Anaphern.
Anapher
Ein referentielles Mittel zur Wiederaufnahme eines zuvor genannten Textelements (z. B. Pronomen oder Rekurrenz).
Fachsprache
Eine funktionsspezifische Sprachvarietät mit hoher Informationsdichte, Fachtermini, spezifischen Satzanfängen und Fachwendungen.
Fast mapping
Eine Erwerbsstrategie zum schnellen Wortlernen, bei der Wörter nach nur wenigen Begegnungen in das mentale Lexikon übernommen werden.
Scaffolding
Ein didaktisches Unterstützungssystem („Gerüst“), das Lernenden hilft, Aufgaben zu bewältigen, und schrittweise entfernt wird, wenn die Eigenständigkeit zunimmt.