Anatomie & Physiologie von Organsystemen neu_neu

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Beschreibe den Aufbau und die Funktionen des Muskelgewebes!

3 Arten von Muskelgewebe:

-          Quergestreifte Skelettmuskulatur (Muskeln des Bewegungsapparates)

-          Glatte Eingeweidemuskulatur (innere Organe & Blutgefäße)

-          Herzmuskulatur

 

Funktion des Muskelgewebes:

-          Bewegung (willkürlich & unwillkürlich)

-          Stabilität (stabilisieren Gelenke)

-          Haltung (halten den Körper in einer aufrechten Position)

-          Wärmeproduktion (Muskelkontraktion erzeugt Wärme)

-          Schutz innerer Organe (v.A. Bauchhöhle)

-          Pumpfunktion (Herz)

-          Transportfunktion (glatte Muskulatur bewegt Substanzen in Gefäßen & inneren Organen [Peristaltik])

 

Quergestreifte Skelettmuskulatur:

-          Willkürlich

-          Leicht ermüdbar

-          Funktion: Bewegung der Gelenke und Knochen durch Kontraktion, Körperhaltung, Stabilisierung von Gelenken, Wärmeerzeugung

-          Funktionsweise: Myosinköpfchen greifen in Aktinfäden, ziehen sie zueinander – der Muskel verkürzt sich und wird dicker

-          Aufbau:

o   Muskeln bestehen aus vielen Muskelnfaserbündel

o   Muskelfaserbündel bestehen aus Muskelfasern

o   Muskelfasern sind bis 25 cm lang, besitzen mehrere Zellkerne, werden von einem dichten Kapillarnetz umwoben, bestehen aus Myofibrillen

o   Myofibrillen bestehen aus Sarkomere

o   Sarkomere werden aus 2 Arten von Myofilamenten aufgebaut (sie erzeugen die typische Querstreifung) – dünne Filamente (2 Stränge Actin & 1 Strang Tropomyosin) & dicke Filamente (Moysin)

o   Faszien:

§  Muskelfaszie: Muskel wird als Ganzes umhüllt; setzt sich als Sehne fort und verbindet ihm mit Knochen

§  Epimysium: umhüllt den Muskel als Ganzes, unterhalb der Muskelfaszie

§  Perimysium: umhüllt Muskelfaserbündel

§  Endomysium: umhüllt Muskelfasern

 

Herzmuskulatur:

-          Quergestreift, aber unwillkürlich (autonom), nicht ermüdbar

-          Aufbau: verzweigte Muskelfasern, die über Glanzstreifen verbunden sind

-          Funktion: autonom gesteuert, kann Rhythmus selbst regulieren; pumpt Blut durch den Körper, um diesen mit Nährstoffen zu versorgen und Abfallprodukte abzutransportieren

 

Glatte Muskulatur:

-          Unwillkürlich

-          Nicht ermüdbar

-          Wänden von Organen & Blutgefäßen

-          Aufbau: Spindelförmig, keine Querstreifung

-          Funktion: Regulieren von Organfunktion wie Verdauung, Blutfluss, Atmung; langsame, anhaltende Kontraktion

 

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Beschreibe den Aufbau und die Funktion des Knorpel- und Knochengewebes!

Knorpelgewebe

-          Form des BGW

-          Einteilung: hyaliner Knorpel, elastischer Knorpel, Faserknorpel

-          Funktion:

o   Stoßdämpfung (Knorpel absorbieren Druck- und Stoßbelastungen)

o   Reibungsminimierung (Gelenkknorpel reduziert die Reibung zwischen Gelenkflächen; ermöglicht reibungsarme Bewegungen, wichtig für Gleitfähigkeit)

o   Struktur und Flexibilität (Knorpel gibt z.B. Nase und Ohrmuschel Form & Flexibilität)

-          Aufbau:

o   Chondroblasten: knorpelbildende Zellen; in wachsendem Knorpelgewebe; entwickeln sich später zu weniger aktiven Chondrozyten

o   Chondrozyten: Hauptzellen des Knorpelgewebes; rundlich & wasserhell; produzieren extrazelluläre Matrix

o   Extrazelluläre Matrix: reich an Kollagenfasern; enthält Proteoglykane, die Wasser binden und für die Elastizität und Festigkeit des Knorpels sorgen; macht das Gewebe druckresistent

o   Frei von Nerven & Blutgefäßen; wird aus der Umgebung mit Nährstoffen versorgt durch Druck & Belastung

-          Arten:

o   Hyaliner Knorpel:

§  häufigster Typ

§  bläulich durchscheinend

§  Vorkommen: Gelenkflächen, Rippen

§  Überzieht Gelenkanteil eines Knochens, glatte Oberfläche dient dem Kontakt der Gelenkflächen und der Herabsetzung der Reibung zwischen den Knochen

o   Elastischer Knorpel:

§  Biegsamer & elastischer als hyaliner Knorpel

§  Vorkommen: Ohrknorpel, Kehldeckel, Nasenflügel

§  Kollagene Fasern + viele elastische Fasern

o   Faserknorpel:

§  Gröber

§  Mechanisch stark belastbar

§  Vorkommen: äußerer Ring der Bandscheibe, Menisci, Symphyse

§  Viele Kollagenfasern (Typ 1 & 2), die das Gewebe zugfest & druckelastisch machen

 

Knochengewebe

-          Grundlage des Skeletts

-          Hauptanteil des passiven Bewegungsapparates

-          Funktion:

o   Stützfunktion (gibt Körper Form & Stabilität)

o   Muskelursprung- und ansatz

o   Schutz (schützen lebenswichtige Organe; z.B. Gehirn im Schädel & Lunge / Herz im Brustkorb

o   Mineralstoffspeicher (u.A. Calcium & Phosphat)

o   Blutbildung (in Spongiosa befindet sich rotes Knochenmark -> produziert Blutzellen)

-          Aufbau:

o   Osteoblasten (Knochenbildung)

o   Osteozyten (reife Knochenzellen; eingebettet in der mineralisierten Matrix)

o   Osteoklasten (Knochenabbau /-umbau)

o   Calcium- und Phosphatsalze = Grundlage der Härte des Knochengewebes

o   Kollagene Fasern = verleihen dem Knochengewebe Festigkeit & Flexibilität zugleich (Knochengewebe besitzt trotz seiner Härte eine gewisse Elastizität & Widerstandsfähigkeit gegenüber Brüchen)

o   Unterteilung in Geflecht- und Lamellenknochen

§  Geflechtknochen: BGW, das einfach verkalkt ist; geringer Mineralisierungsgrad, hoher Wassergehalt; wenig belastbar; beim Erwachsenen kaum vorhanden (Ossifikation), außer Schlüsselbein

§  Lamellenknochen: entstehen aus Geflechtknochen; exakte Anordnung des Gewebes; mit möglichst wenig Material wird maximale Festigkeit erzielt; meiste Knochen beim Erwachsenen; bestehen aus zylindrischen Osteonen (Haver’sches System = um ein Blutgefäß sind ringförmig Knochenlamellen vom Typ 1 Kollagenfasern angeordnet; Faserrichtung ist in jeder Schicht unterschiedlich; in und rund um den Lamellen befinden sich Osteozyten)

o   Typischer Aufbau eines Röhrenknochens:

§  Diaphyse (Schaft): hauptsächlich aus Kompakta

§  Epiphyse: Endstücke, bilden Gelenkflächen, enthalten Spongiosa

§  Metaphyse: Übergang zwischen Diaphyse und Epiphyse

§  Gelenksfortsätze: Knochenvorsprüngen an den Epiphysen; ermöglichen Verbindung zu anderen Knochen über Gelenke

§  Markhöhle: Hohlraum in Diaphyse; enthält gelbes Knochenmark

§  Subtantia compacta: bildet Oberfläche von Skelettteilen & den Schaft der Röhrenknochen; dichtes, äußeres Gewebe des Knochens; bietet Festigkeit & Stabilität; Schutz für innere Strukturen

§  Substantia spongiosa: locker angeordnetes Gewebe, dessen Zwischenräume mit rotem Knochenmark gefüllt sind; im Inneren kurzer, flacher Knochen und in Epiphysen von Röhrenknochen; schwammartiges Inneres mit vielen Hohlräumen (reduziert Gewicht des Knochens); beherbergt Knochenmark

§  Periost: bindegewebige Hülle, die den Knochen umgibt, in denen Nerven & Blutgefäße verlaufen

o   Knochenformen: platt, kurz, lang, unregelmäßig geformt, Sesambeine

 

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Beschreibe den Aufbau und die Funktionen des Nervengewebes!

Aufbau

-          Nervengewebe besteht aus 2 Hauptkomponenten: Nervenzellen (Neurone) & Gliazellen

Neuron:

-          Auch Nervenzelle

-          Zuständig für Erregungsleitung und Signalübertragung

-          Ein Zellkörper + 2 Arten von Fortsätzen: Dendriten & Axon

-          Zellkörper: enthält Zellkern & Organellen, die für Stoffwechsel & Proteinproduktion zuständig sind

Dendriten:

-          verzweigte Fortsätze, die Signale anderer Neurone oder Rezeptoren empfangen und sie zum Zellkörper weiterleiten

-          afferent (=leiten Reiz zur Zelle hin)

-          bis zu einige Tausend pro Neuron

Axon:

-          langer Fortsatz, der die elektrischen Signale zu anderen Neuronen, Muskeln oder Drüsen leitet

-          efferent (=leiten Reiz von der Zelle weg)

-          nur eines pro Neuron

-          bis zu 1,2 m lang

-          am Ende des Axons befindet sich die Synapse

-          kann von einer Myelinscheide umhüllt sein (beschleunigt Erregungsleitung)

Gliazellen:

-          Unterstützten Neurone – sie geben ihnen Halt, Nahrung, Schutz & helfen bei der Signalübertragung

-          Z.B. Astrozyten, Oligodendrozyten, Schwann-Zellen (PNS), Mikroglia, Ependymzellen

Synapse:

-          Am Ende des Axons

-          Überträgt Reize auf andere Nerven-, Muskel- oder Drüsenzellen

-          Lassen den Reiz in nur einer Richtung durch

-          Pro Neuron ist nur ein hemmendes oder erregendes Verhalten möglich

-          Motorische Endplatte: besonderer Typ der Synapse; bildet den Übergang zur Skelettmuskulatur & bringt Erregung in die Muskulatur

Neurotransmitter:

-          Botenstoffe, die an Synapsen freigesetzt werden, um die chemische Übertragung von Signalen zu ermöglichen

 

Funktion

-          Signalübertragung & Kommunikation (Neurone kommunizieren über Stromimpulse und Neurotransmitter miteinander & steuern so alle Körperfunktionen)

-          Verarbeitung von Informationen (im ZNS; eingehende sensorische Informationen werden verarbeitet und mit gespeicherten Informationen abgeglichen -> ermöglicht komplexe Aufgaben wie Denken, Erinnern, Handeln)

-          Sinneswahrnehmung (Erfassung & Weiterleitung von Sinneseindrücken)

-          Regulation & Kontrolle von Körperfunktionen (koordiniert Herzschlag, Atmung, Verdauung)

-          Koordination von Bewegungen (koordiniert willkürliche & unwillkürliche Bewegungen)

-          Reaktion auf Reize & Schutz (schnelle Reaktionen auf Umweltveränderungen & schnelle Anpassung darauf)

 

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Beschreibe den Aufbau und die Funktionen des Epithelgewebes!

-          Zellverband, welcher die äußere Oberfläche des Körpers („Haut“) sowie innere Hohlräume & Organe bedeckt

 

Aufbau

-          Eng aneinander-liegenden Zellen mit wenig bis keiner extrazellulären Substanz

-          Zellverbindungen: Epithelzellen sind durch spezielle Zellverbindungen miteinander verbunden wie Tight Junctions (verhindern eindringen von Substanzen), Desmosomen (sorgen für mechanische Stabilität) & Gap Junctions (ermöglichen den Austausch von Molekülen zwischen benachbarten Zellen)

-          Basalmembran: Verankerung für Epithelzellen; dünne Schicht aus Kollagen & Proteoglykanen; trennt Epithelgewebe vom darunterliegenden BGW

-          Epithelgewebe besitzt keine Blut- und Lymphgefäße; wird durch Diffusion von tiefer liegendem BGW über die Basalmembran mit Nährstoffen versorgt

-          Permeabilität (Durchlässigkeit): variiert; einige Arten sind selektiv durchlässig, andere sind undurchlässig

 

Funktion

-          Schutz: schützt darunterliegende Gewebe vor mechanischen Schäden, Mikroorganismen, chemischen Einflüssen & Wasserverlust

-          Sekretion: z.B. Speichel, Schweiß, Hormone; z.B. Drüsenepithel der Speicheldrüsen, Bauchspeicheldrüse

-          Absorption: z.B. Nährstoffaufnahme im Darm aus der Nahrung, Flüssigkeitsaufnahme aus der Umgebung

-          Vermittlung von Sinnesreizen: spezialisierte Epithelzellen (Sinneszellen) nehmen Reize wahr; z.B. Epithel der Retina für das Sehen

-          Transport: Epithel in den Atemwegen transportiert Schleim & Fremdkörper via Flimmerhärchen

-          Immunabwehr: kann Immunzellen enthalten und eine Rolle in der lokalen Immunabwehr spielen; z.B. Atemwege oder Magen

-          Verbindung von Körper mit der Umwelt

 

Einteilung

-          Nach Zellschicht:

o   Einschichtig: Zellen befinden sich direkt auf der Basalmembran; typisch für Bereiche, in denen Diffusion od. Absorption wichtig sind z.B. Alveolen der Lunge & Kapillaren

o   Mehrschichtig: mehrere Zelllagen, nur die unterste ist mit der Basalmembran verbunden; robust; Bereiche mit hohem mechanischen Stress wie Haut od. Speiseröhre

o   Übergangsepithel: spezialisiertes mehrschichtiges Epithel, das seine Form je nach Dehnungszustand anpassen kann, ohne die Barriere zu beeinträchtigen; im Harnsystem

-          Einteilung nach Zellformen:

o   Plattenepithel: Zellen sind flach & dünn, Lungenbläschen & und innere Wände der Blutgefäße

o   Kubisches / isoprismatisches Epithel: Zellen sind würfelförmig; Niere & Drüse; aktive Rolle in Sekretions- und Resorptionsprozessen

o   Zylinderepithel / hochprismatisches Epithel: säulenartige Zellen; können Mikrovilli oder Flimmerhärchen besitzen; Magen-Darm-Trakt oder Atemwege

-          Einteilung nach Zelloberfläche:

o   Auf der Oberfläche von Epithelzellen können spezielle Strukturen vorhanden sein

o   Mikrovilli: Ausstülpungen, die die Zelloberfläche vergrößern und somit die Resorptionsfähigkeit erhöhen

o   Flimmerhärchen: bewegliche Härchen, die Schleim- und Fremdpartikel bewegen und die Atemwege reinigen

o   Stereozilien: längere, unbewegliche Fortsätze, die z.B. im Ohr vorkommen und der Reizwahrnehmung dienen

 

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Erläutere den Begriff „Bindegewebe“ (Faszien), erkläre den Aufbau und die Funktionen dieses Gewebes!

Allgemeines:

·       Bindegewebe (BGW) = Faszien; je nach Literatur werden Faszien mit dem BGW gleichgesetzt oder als Teil des BGW angesehen – insbesondere als straffes, faserreiches BGW; heutzutage zählt zu den Faszien meist nicht nur das, was die klassische Anatomie einst als Faszien bezeichnet hat, sondern jegliches BGW

·       Strukturgebende Rolle

·       Umgibt Organe, Muskeln, Nerven, Gefäße

 

Aufbau:

·       Alle BGW-Typen stammen vom embryonalen Mesenchym ab (ein embryonales Bindegewebe, das als Stammzellquelle für verschiedene Gewebe dient)

·       BGW setzt sich aus 3 Hauptbestandteilen zusammen in variablen Mengen je nach BGW-Typ: 1. Zellen 2. Fasern 3. Grundsubstanz

·       1. Zellen: Fibroblasten, Fibrozyten & Fibroklasten

o   Fibroblasten = wichtigste Zellen, bilden Kollagen + elastische Fasern

o   Fibrozyten: aus Fibroblasten entstehen Fibrozyten; ruhende, wenig aktive Zellen des BGWs; dienen dem Erhalt der extrazellulären Matrix

o   Fibroklasten: spezialisierte Zellen; bauen alte oder beschädigte BGW-Bestandteile ab

·       2. Fasern:

o   Geben Struktur vor; verteilen Scherkräfte

o   Kollagene Fasern (Festigkeit & Stabilität) + elastische Fasern (Flexibilität)

·       3. Grundsubstanz:

o   Füllt Zwischenräume aus, dämpft kompresssionskräfte

o   Enthält u.A. Proteoglykane, Glykosaminglykane, Glykoproteine

o   Diese Substanzen können stark aufquellen und somit druck aufnehmen und verteilen

·       Fasern & Grundsubstanz = extrazelluläre Matrix; andere Grundgewebe bestehen hauptsächlich aus Zellen (z.B. Epithel-, Nerven- und Muskelgewebe)

 

Funktion:

·       Stützfunktion (hält Organe & Gewebe an ihrem Platz)

·       Stabilitätsfunktion

·       Strukturgebung (gibt dem Körper Struktur & Form)

·       Verbindungsfunktion (verbindet & vernetzt Strukturen)

·       Trennungsfunktion (umhüllt und isoliert Organe, Muskeln, etc. und trennt somit Gewebe voneinander)

·       Kraftübertragung (leiten Kräfte weiter, übertragen Kräfte zwischen Muskeln, ermöglichen Bewegungen; Faszien und Muskeln bilden eine funktionelle Einheit, die Muskulatur ist von Faszien umgeben)

·       Schutzfunktion (Schutz innerer Organe, Polsterung, Stoßdämpfung)

·       Speicherfunktion (speichert Wasser & Nährstoffe, reguliert den Flüssigkeitshaushalt)

·       Ernährungsfunktion (versorgt umliegende Gewebe mit Nährstoffen, Grundsubstanz ermöglicht den Transport von Nährstoffen & Abfallprodukten zwischen Blutgefäßen & Zellen)

·       Abwehrfunktion (reich an Immunzellen wie Makrophagen & Lymphozyten)

 

Arten:

·       Je nach Literatur wird BGW in unterschiedliche Arten eingeteilt

·       Wichtige Arten umfassen:

o   Straffes BGW (Bänder, Sehnen; wenig Grundsubstanz & viele Kollagenfasern Typ 1)

o   Lockeres BGW (zwischen Organen; viel Grundsubstanz & Zellen + locker verteilte Kollagenfasern Typ 3)

o   Retikuläres BGW (fein verzweigte Kollagenfasern in netzartigem Muster, strukturgebend für weiche Organe wie Leber & Lymphknoten)

o   Elastisches BGW (enthält elastische Fasern; ermöglicht hohe Elastizität; gibt Geweben Fähigkeit zur Dehnung und Rückkehr zur ursprünglichen Form; z.B. in Haut & großen Blutgefäßen)

 

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Erzähle etwas über den Aufbau und die Funktion des Herzens!

Allgemeines

·       Zentraler Bestandteil des menschlichen Kreislaufsystems

·       Pumpe, die Blut durch Körper & Lunge zirkulieren lässt, um Sauerstoff & Nährstoffe bereitzustellen sowie Abfallstoffe abzutransportieren

·       Muskuläres Hohlorgan

·       Im Mediastinum (median in der Brusthöhle), zwischen den Lungenflügeln

·       Faustgroß, circa 300 g

 

Aufbau

·       Herzwände

o   Endokard: glatte Innenauskleidung, ermöglicht einen reibungsfreien Blutfluss

o   Myokard: Herzmuskel, sorgt für Kontraktion / Pumpen

o   Perikard: auch Herzbeutel, doppelte Haut; schützt vor Reibung

·       2 Vorhöfe (Atrien): sammeln Blut aus den Venen

·       2 Kammern (Ventrikel): pumpen Blut in die Kreisläufe

·       4 Herzklappen

o   Segelklappen: Trikuspidal- & Mitralklappe; zwischen Vorhöfen & Kammern, verhindern Rückfluss in die Vorhöfe

o   Taschenklappen: Pulmonal- & Aortenklappen; zwischen Kammern & großen Gefäßen; verhindern Rückfluss aus Gefäßen

·       Herzkranzgefäße:

o   Versorgen Herzmuskel mit Sauerstoff & Nährstoffen

o   Ursprung: direkt aus der Aorta, hinter Aortenklappe

 

Funktion

·       Hauptfunktion = Pumpen des Blutes durch den Körper

·       Weitere Funktionen: Blutdruckregulation, Hormonproduktion (ANP; beeinflusst Natriumaufnahme der Nieren)

·       Blutfluss:

o   Sauerstoffarmes Blut aus dem Körper -> Vena cava inferior et superior -> rechter Vorhof -> rechte Kammer -> Truncus pulmonalis -> Lunge

o   Sauerstoffreiches Blut aus der Lunge -> Venae pulmonales (vier Lungenvenen) -> linker Vorhof -> linke Kammer -> Aorta -> Körperkreislauf

·       Herzzyklus:

o   Systole: Kontraktion, Blutauswurf

o   Diastole: Entspannung, Füllung mit Blut

·       Regulation:

o   Autonom durch Sinusknoten, beeinflusst vom vegetativen Nervensystem

o   Herz kann Rhythmus & Kontraktionskraft selbstständig steuern

 

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Beschreibe den Aufbau und die Funktion von Arterien, Kapillaren und Venen!

Arterien, Kapillaren und Venen bilden zusammen das vaskuläre System, welches für den Bluttransport und die Versorgung des gesamten Körpers mit Sauerstoff & Nährstoffen verantwortlich ist.

 

Arterien:

·       Immer vom Herzen weg

·       Keine Klappen

·       Höherer Blutdruck

Aufbau:

·       Intima: innere Schicht, bestehend aus Endothelzellen

·       Media: mittlere Schicht, aus glatten Muskelzellen und elastischen Fasern; besonders dick, um den Blutdruck auszuhalten

·       Adventitia: äußere Schicht, bestehend aus BGW; schützt die Arterie

Funktion:

·       Transportieren sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den Organen; außer die Lungenarterien, die sauerstoffarmes Blut zur Lunge transportieren

·       Elastische Media ermöglicht die Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Blutflusses – auch zwischen den Herzschlägen

Aorta -> Arterien -> Arteriolen -> Kapillaren

·       Aorta: größte Arterie; transportiert sauerstoffreiches Blut vom linken Herzventrikel in den systemischen Kreislauf

·       Arterien: mittelgroße Gefäße

·       Arteriolen: kleinere Zweige von Arterien; regulieren den Blutfluss in den Kapillaren durch Vasokonstriktion & Vasodilatation

 

Kapillaren

·       Kleinste Blutgefäße

Aufbau:

·       Bestehen aus einer einzigen Schicht Endothelzellen + einer Basalmembran

·       5-10 Mikroometer

·       Arterieller und venöser Anteil

Funktion:

·       Gasaustausch (Sauerstoffaufnahme + Kohlendioxidabgabe)

·       Nährstoffversorgung

·       Abtransport von Abfallprodukten aus dem Gewebe

 

Venen:

·       Immer zum Herzen hin

·       Besitzen Klappen

·       Niedrigerer Blutdruck

Aufbau:

·       Intima: innere Schicht; enthält Klappen, die den Rückfluss des Blutes verhindern

·       Media: dünnere Schicht als bei Arterien; weniger Muskulatur

·       Adventitia: gut entwickelt, sorgt für Stabilität

Funktion:

·       Transport von sauerstoffarmem Blut aus dem Gewebe zurück zum Herz; außer Lungenvene, die sauerstoffreiches Blut zum Herzen transportiert

·       Venenklappe & Muskelpumpe unterstützten den Bluttransport gegen die Schwerkraft

·       Blutspeicher; 65% des gesamten Blutes befindet sich in den Venen

 

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Erkläre den Weg des Blutes durch den Körper!

Allgemeines

·       Das Blut zirkuliert in 2 Hauptkreisläufe: den Lungenkreislauf und den Körperkreislauf

·       Lungenkreislauf: sorgt für Sauerstoffanreicherung und Kohlendioxidabgabe

·       Körperkreislauf: versorgt das Gewebe mit Sauerstoff & Nährstoffen

·       Herz = zentrale Pumpe, die den Blutfluss antreibt

 

Lungenkreislauf

·       auch: kleiner Kreislauf

·       sauerstoffarmes Blut im rechten Vorhof (Atrium) -> rechte Herzkammer (Ventrikel) -> Lunge -> Gasaustausch in den Lungenkapillaren (Kohlendioxid wird abgegeben und Sauerstoff wird aufgenommen) -> sauerstoffreiches Blut -> Lungenvene -> linken Vorhof

 

Körperkreislauf

·       auch: großer Kreislauf

·       sauerstoffreiches Blut im linken Vorhof -> linke Herzkammer -> Aorta (Hauptschlagader) -> Arterien -> Arteriolen -> Austausch von Gas, Nährstoffe und Abfallprodukte in den Kapillaren -> Venolen -> Venen -> Vena cava inferior & Vena cava superior (untere und obere Hohlvene) -> rechter Vorhof

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Erzähle etwas über die Bestandteile und Funktionen des Blutes, sowie über den Aufbau und die Funktionen des Immunsystems.

Blutbestandteile

·       das Blut besteht zu 55% aus Blutplasma und 45% aus Blutzellen

Blutplasma:

·       besteht aus Wasser (90%), Proteinen (z.B. Albumin, Fibrinogen, Immunglobuline), Elektrolyte, Glucose, Hormone

·       Funktion: Transport von Nährstoffen, Abfallstoffen, Hormonen, Wärme, Blutgerinnung, Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks

Blutzellen:

·       Erythrozyten (rote Blutkörperchen): enthalten Hämoglobin, welches Sauerstoff bindet und transportiert; Funktion: Sauerstofftransport von Lunge zu Geweben & Kohlendioxidtransport zur Lunge

·       Leukozyten (weiße Blutkörperchen): Unterscheidung in Lymphozyten, Granulozyten, Monozyten; Funktion: Abwehr von Krankheitserreger und Fremdstoffen

·       Thrombozyten (Blutplättchen): Zellfragmente, die an der Blutgerinnung beteiligt sind; Funktion: Bildung eines Pfropfens zur Blutstillung

 

Funktionen des Blutes

·       Transport von Sauerstoff aus der Lunge zu den Geweben und Kohlendioxid zurück zur Lunge

·       Transport von Nährstoffen, Hormonen und Abfallprodukten durch den Körper -> Versorgung der Zellen mit lebenswichtigen Stoffen und Entgiftung durch Transport von Schadstoffen zu Leber & Niere

·       Regulation des Wasser- & Elektrolythaushaltes

·       Abwehr von Krankheitserregern (Blutzellen)

·       Blutgerinnung (zum Stoppen von Blutungen)

·       Temperaturregulation (Wärmeverteilung im Körper)

·       Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts & eines gesunden PH-Werts

 

Aufbau des Immunsystems

Das Immunsystem besteht aus verschiedenen Organen, Zellen und Molekülen, die zusammenarbeiten, um den Körper vor Krankheitserregern und schädlichen Substanzen zu schützen.

·       Primär lymphatische Organe:

o   Knochenmark: Bildung & Reifung der Blutzellen, einschließlich B-Lymphozyten, die zur Körperabwehr notwendig sind

o   Thymus: Reifung der T-Lymphozyten

·       Sekundär lymphatische Organe:

o   Lymphknoten: filtern Lymphe; aktivieren Lymphozyten

o   Milz: Abbau alter Erythrozyten; Aktivierung von Lymphozyten

o   Lymphatisches Gewebe in den Schleimhäuten – wie Tonsillen & Peyer’sche Plaques identifizieren Krankheitserreger und initiieren spezifische Immunreaktionen -> unterstützen den Schutz vor Infektionen

·       Immunzellen:

o   Leukozyten wie Neutrophile, Granulozyten, Makrophagen, dendritische Zellen und Lymphozyten dienen der Abwehr durch Phagozytose (Aufnahme & Abbau von Erregern & Zelltrümmern), Antikörperproduktion & Zerstörung infizierter Zellen

·       Lösliche Bestandteile:

o   Antikörper: Proteine, die spezifisch an Antigene binden

o   Komplementsystem: Gruppe von Proteinen, die Pathogene markieren od. direkt zerstören

o   Zytokine: Signalstoffe, die Immunzellen steuern

 

Funktion des Immunsystems:

·       Allgemeine Immunreaktion:

o   Erkennung: von Krankheitserregern (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) oder abnormem körpereigenen Material (Tumorzellen)

o   Aktivierung: Immunzellen & Moleküle werden aktiviert, um Eindringlinge zu bekämpfen & eine Abwehrreaktion einzuleiten

o   Effektorphase: eigentliche Abwehr durch Phagozytose (Aufnahme & Zerstörung von Erregern durch Fresszellen), Freisetzung von Entzündungsmediatoren, Produktion von Antikörper durch B-Lymphozyten, direkte Zerstörung infizierter Zellen durch T-Lymphozyten

o   Regulation: Immunsystem reguliert seine Aktivität, um übermäßige Reaktionen (Autoimmunität) zu verhindern & die Heilung zu fördern

·       Formen der Immunität:

o   Angeborene Immunität: erste, schnelle, unspezifische Abwehrlinie; z.B. Haut, Schleimhäute, Phagozyten, Komplementsystem

o   Erworbene Immunität: entwickelt sich nach Kontakt mit Erregern; B-Zellen bilden Antikörper & T-Zellen zerstören infizierte Zellen

o   Immunologisches Gedächtnis: nach einer Infektion bleiben Gedächtniszellen erhalten -> sorgen bei erneutem Kontakt für eine rasche, gezielte Abwehr

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Wie ist die Lunge aufgebaut? Beschreibe den Gasaustausch!

Die Lunge ist das zentrale Organ der Atmung, das für den lebenswichtigen Gasaustausch – die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid – im Körper verantwortlich ist.

 

Aufbau:

·       Im Thorax

·       Basis am Zwerchfell, Spitze bis über die Clavicula

·       2 Lungenflügel; rechter Lungenflügel besitzt 3 Lungenlappen (Ober-, Mittel- und Unterlappen), linker Lungenflügel nur 2 Lungenlappen (Ober- und Unterlappen), um Platz für das Herz zu schaffen

·       Die Lungenlappen:

o   Lungenlappen sind in Segmente unterteilt

o   Segmente enthalten Bronchien

o   Bronchien verzweigen sich in kleinere Bronchiolen

o   am Ende der Bronchiolen befinden sich die Alveolen (Lungenbläschen)

o   in den Alveolen findet der Gasaustausch statt – sie sind von Kapillaren umgeben

·       Lungengewebe = elastisches Gewebe; macht Lunge dehnbar und unterstützt die Atembewegung

·       Wird von der „Pleura“ umgeben; Pleura = doppellagige Membran; viszerale Pleura überzieht die Lunge direkt; parietale Pleura überzieht die Rippeninnenseite

 

 

Der Gasaustausch - Grundlagen

·       Erfolgt in den Alveolen

·       Beschreibt die Aufnahme von Sauerstoff (O2) und die Abgabe von Kohlendioxid (CO2)

·       Findet an der Blut-Luft-Schranke statt: dünne Wand zwischen Alveolen und Kapillaren – bestehen aus einem Epithel der Alveolen und einer Endothelschicht der Kapillaren, durch die Gase diffundieren

 

Der Gasaustausch – Ablauf

1.      Inspiration (Einatmung):

o   Atemmuskeln kontrahieren – der Brustkorb dehnt sich

o   Lunge nimmt Luft auf -> Sauerstoff gelangt durch die Atemwege bis zu den Alveolen

2.      Sauerstoff diffundiert durch die dünne Alveolmembran & Kapillarwände in das Blut -> Bindung an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen

3.      Sauerstoffeiches Blut wird über das Herz durch den gesamten Körper transportiert -> wird zur Energiebereitstellung verwendet

4.      Bei der Energiebereitstellung entsteht Kohlendioxid -> wird aus dem Gewebe in das Blut abgegeben -> Bindung an Biokarbonat -> diffundiert in den Alveolen

5.      Exspiration (Ausatmung): Atemmuskeln entspannen, Brustkorb zieht sich zusammen, Luft inkl. Kohlendioxid wird aus der Lunge gestoßen

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Beschreibe den Aufbau und die Funktionen der Leber und der Gallenwege!

Aufbau der Leber

·       Lage: rechter Oberbauch, unterhalb des Zwerchfells

·       ca. 1,5 kg; größtes inneres Organ

·       2 Hauptleberlappen:

o   Lobus dexter (großer, rechter Leben; enthält den Lobus quadratus & Lobus caudatus)

o   Lobus sinister (Kleiner linker Lappen)

·       Innere Struktur:

o   Besteht aus Hepatozyten (Leberzellen)

o   Diese sind in Leberläppchen angeordnet

·       Blutfluss der Leber:

o   Venae portae (Pfortader) bringt nährstoffreiches Blut aus dem Verdauungstrakt und Arteria hepatica bringt sauerstoffreiches Blut aus dem Herz-Lungenkreislauf zur Leber

o   in den Leberläppchen mischt sich das Blut

o   Hepatozyten reinigen das Blut (entgiften, speichern Nährstoffe, produzieren Eiweiße)

o   das nun gereinigte Blut sammelt sich in der Zentralvene jedes Leberläppchens und fließt über die Venae hepaticae in die Vena cava inferior und von dort zurück zum Herz

 

Funktion der Leber

·       Stoffwechsel:

o   speichert Glukose in Form von Glykogen und gibt sie bei Bedarf in Form von Glukose ins Blut ab

o   Synthese von Lipoprotein, Cholesterin & Gallensäuren

o   Bildung von Plasmaproteinen wie Albumin

·       Entgiftung:

o   Abbau & Neutralisation von Toxinen, Medikamenten & Alkohol

o   Abbau von Hämoglobin zu Bilirubin

o   Abbau von Hormonen

·       Speicherfunktion

o   Speicherung von Vitaminen (z.B. A, D, E, K, B12)

o   Speicherung von Spurenelementen (z.B. Eisen)

·       Synthese

o   Produktion von Gallensäure (Fettverdauung)

o   Bildung von Gerinnungsfaktoren

·       Immunfunktion

o   enthält Kupffer-Zellen, die Fremdkörper & Mikroorganismen phagozytieren

 

Aufbau der Gallenwege

·       Galle = kleines, birnenförmiges Organ im rechten Oberbauch an der Unterseite der Leber

·       Hepatozyten produzieren Galle -> fließt in Gallenkapillaren -> wird in der Gallenblase gespeichert und konzentriert

·       Ductus cysticus und Ductus choledochus leiten die Galle während der Verdauung fettreicher Mahlzeiten in den Duodenum, wo Gallensäure Fette emulgieren -> Fette werden in kleine Tröpfchen zerlegt

 

Funktion der Gallenwege

·       Gallentransport: leitet die von der Leber produzierte Galle zur Gallenblase oder direkt ins Duodenum

·       Speicherung & Konzentration: die Gallenblase speichert & konzentriert die Galle, bis sie bei der Verdauung benötigt wird

·       Fettverdauung: Gallensäuren emulgieren Fette, um deren Abbau durch Lipasen zu erleichtern

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Beschreibe den Aufbau und die Funktionen der Bauchspeicheldrüse!

Aufbau

·       längliches, schmales Organ

·       quer im Oberbauch

·       zwischen Milz & Zwölffingerdarm

·       Abschnitte:

o   Kopf / Caput pancreatis): liegt in der C-förmigen Schlinge des Zwölffingerdarms

o   Körper (Corpus pancreatis): verläuft quer vor der Wirbelsäule)

o   Schwanz (Cauda pancreatis): reicht bis zur Milz

·       Ausführausgänge:

o   Ductus pancreaticus (Hauptgang): mündet zusammen mit dem Gallengang im Zwölffingerdarm

o   Ductus pancreaticus accessorius (Nebenkanal): mündet unabhängig in den Zwölffingerdarm

·       Gewebe:

o   exokriner Anteil: ca. 98% der Masse; besteht aus Azinuszellen, die Verdauungsenzyme produzieren und in Drüsenläppchen organisiert sind; sie münden in kleine Ausführausgänge, die in den Hauptgang übergehen

o   endokriner Anteil: ca. 2% der Masse; besteht aus den Langerhans-Inseln, die Hormone direkt ins Blut abgeben

 

Funktion

·       exokrine Funktion: Produktion & Abgabe von Verdauungsenzymen

o   Amylase: spaltet Kohlehydrate

o   Lipase: spaltet Fette

o   Proteasen: spalten Eiweiße, z.B. Trypsin & Chymotrypsin

·       endokrine Funktion: Produktion von Hormonen in den Langerhans-Inseln:

o   Insulin (Beta-Zellen): reduziert Blutzucker, in dem es die Glukoseaufnahme der Zellen fördert

o   Glukagon (Alpha-Zellen): erhöht den Blutzucker durch Freisetzung von Glukose aus den Glykogenspeichern

o   Somatostatin (Delta-Zellen): reguliert die Ausschüttung von Glukagon & Insulin

·       Neutralisierung der Magensäure: Pankreas produziert Biocarbonat -> neutralisiert den sauren Mageninhalt im Zwölffingerdarm

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Welche Abschnitte, welchen Aufbau und welche Funktionen hat der Darm?

Abschnitte:

Dünndarm:

·       Duodenum (Zwölffingerdarm):

o   erster Abschnitt, erste 25-30 cm

o   C-förmig

o   hier werden Galle & Pankreassekret für die Verdauung eingeleitet

·       Jejunum (Leerdarm):

o   mittlerer Abschnitt, ca. 2-3 m lang

o   wichtig für die Nährstoffaufnahme

·       Ileum (Krummdarm):

o   letzter Abschnitt, ca. 2-3 m lang

o   zuständig für die Aufnahme von Vitamin B12 & Gallensalzen

Dickdarm:

·       Caecum (Blinddarm) mit Appendix vermiformis (Wurmfortsatz):

o   Anfang des Dickdarms

o   wichtige Rolle bei der Immunabwehr

·       Colon (Grimmdarm):

o   Hauptteil

o   unterteilt in 4 Teile: aufsteigender Teil (Colon ascedens), querverlaufender Teil (Colon transversum), absteigender Teil (Colon descedens), Sigma (Colon sigmoideum)

·       Rectum (Mastdarm):

o   letzter Abschnitt

o   speichert Stuhl bis zur Ausscheidung

·       Canalis analis (Analkanal):

o   Übergang zur äußeren Umgebung

o   besitzt Schließmuskeln zur Kontrolle der Darmentleerung 

 

Aufbau:

·       Tunica mucosa (Schleimhaut):

o   innere Schicht

o   bildet Darmzotten und -krypten zur Oberflächenvergrößerung

o   enthält Zellen für Sekretion, Resorption und Immunabwehr

·       Tunica submucosa (Submukosa):

o   BGW-Schicht

o   enthält Blutgefäße, Lymphgefäße & Nerven

·       Tunica muscularis (Muskelschicht):

o   besteht aus einer inneren Ringmuskulatur + äußeren Längsmuskulatur

o   verantwortlich für die Peristaltik

·       Serosa / Adventitia:

o   äußere Schicht

o   je nach Lage von Bauchfell oder BGW bedeckt

 

Funktionen:

·       Dünndarm:

o   Verdauung: Spaltung von Kohlehydraten (in Glukose), Proteinen (in Aminosäuren) und Fetten (in Lipide & Glycerin) durch Enzyme aus der Pankreas und Gallensalze

o   Resorption: Aufnahme von Mikronährstoffe, Makronährstoffe, Wasser

·       Dickdarm:

o   Wasser- & Elektrolytresorption: Rückgewinnung von Wasser + Elektrolyte aus dem Nahrungsbrei

o   Eindickung des Stuhls

o   Speicherung des Stuhls

o   Mikrobiom: zahlreiche Bakterien verwerten Nahrungsreste, produzieren Vitamine und unterstützen das Immunsystem

·       Weitere Darmfunktionen:

o   Immunabwehr: der Darm enthält zahlreiche lymphatische Gewebe wie die Peyer’schen Plaques, die Krankheitserreger abwehren

o   Peristaltik: wellenförmige Bewegungen der Muskulatur ermöglichen den Transport des Nahrungsbreis durch den Darm

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Wie sind die Nieren aufgebaut und was sind ihre Aufgaben?

Grundlagen

·       lebenswichtige Organe - zentrale Rolle bei der Reinigung des Blutes, der Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie der Hormonproduktion

·       2 Nieren (paarige Organe)

·       bohnenförmig

·       beidseits der Wirbelsäule, auf Höhe der unteren BWS und oberen LWS (rechte Niere liegt etwas tiefer, aufgrund der Größe der Leber)

·       etwa 10-12 cm lang, 5-6 cm breit, 150g

Aufbau im Detail

Die Nieren sind in mehrere Schichten gegliedert.

·       Nierenkapsel:

o   dünne Bindegewebshülle, die die Niere umgibt

o   schützt vor Verletzungen und Infektionen

·       Nierenrinde:

o   äußere, helle Schicht unter der Kapsel

o   enthält die Nierenkörperchen (Glomeruli) und den Beginn der Nierenkanälchen (Tubuli)

·       Nierenmark:

o   innere Schicht

o   besteht aus 8-12 Markpyramiden, in denen die Sammelrohre und Henle-Schleifen verlaufen

o   hier konzentriert sich Urin

·       Nierenkelche

o   sammeln den Harn aus den Nierenpapillen, den Spitzen der Nierenmarkpyramiden

·       Nierenbecken: Hohlraum, der den Harn über den Harnleiter in die Blase führt

·       Nierenhilus: Ein- und Austrittstelle für Nierenarterie (versorgt Niere mit sauerstoffreichem Blut), Nierenvene (führt sauerstoffarmes Blut ab), Harnleiter (transportiert den Harn zur Blase)

 

Funktionelle Einheit: Das Nephron

·       jede Niere enthält bis zu 1,5 Millionen Nephrone

·       Nephrone bestehen aus Nierenkörperchen und Nierenkanälchen

·       Nierenkörperchen:

o   filtern Blut, isolieren Abfallstoffe, bilden Primärharn

o   bestehen aus Glomerulus (Gefäßknäuel, wo das Blut filtriert wird) & Bowman-Kapsel (umgibt den Glomerulus und fängt den Primärharn auf)  

·       Nierenkanälchen

o   filtern das Blut, resorbieren wichtige Stoffe (Wasser, Glukose, Aminosäuren, Elektrolyte) zurück ins Blut, sekretieren Abfallstoffe in den Urin, konzentrieren den Urin

 

Aufgaben

·       Ausscheidung (Exkretion), Entgiftung:

o   Entfernung von Stoffwechselabfällen wie Harnstoff, Kreatinin & Harnsäure

o   Ausscheidung von überschüssigen Salzen, Toxinen & Medikamenten

·       Harnbildung

·       Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes:

o   steuert Rückresorption von Wasser

o   kontrolliert die Konzentration wichtiger Elektrolyte im Blut (z.B. Natrium, Kalium, Calcium und Chlorid)

·       halten den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht (durch Ausscheidung von Wasserstoffionen und Rückresorption von Biocarbonat)

·       Hormonproduktion:

o   Renin (Blutdruckregulation)

o   Erythropoetin (stimuliert die Bildung von Erythrozyten im Knochenmark)

o   Calcitriol (aktive Form von Vitamin D; reguliert Calcium- und Phosphatstoffwechsel)

·       Blutspeicher (Nieren enthalten 20-25% des Blutes)

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Wie ist das Lymphsystem aufgebaut? Erkläre den Aufbau und die Funktionen der Lymphknoten!

Grundlagen

·       Das Lymphsystem ist ein Teil des Abwehr- und Entgiftungssystems des Körpers.

·       Circa 90% von dem, was aus dem arteriellen Schenkel ins Gewebe filtriert wird, wird vom venösen System resorbiert. Die restlichen 10% werden vom Lymphgefäßsystem aufgenommen und letztlich zum linken und rechten Venenwinkel transportiert.

·       Lymphe besteht aus Wasser, Proteine, Zellen (Immunzellen), Fremdkörper, Abfallstoffe, Fette, Immunzellen, Krankheitserreger, Hyaluron, Liquor.

·       Das Lymphsystem besteht aus Lymphgefäßen, Lymphknoten und verschiedenen lymphatischen Organen.

 

Lymphgefäße

·       Lymphgefäße: Netz von Gefäßen, welches die Lymphe aus den Geweben sammelt und zurück ins Blut führt

·       beginnen blind im Gewebe als Lymphkapillaren und vereinigen sich zu größeren Lymphgefäßen, die Klappen besitzen (und den Rückfluss der Lymphe verhindern)

·       werden in Abschnitte unterteilt: Lymphkapillaren, Präkollektoren, Lymphkollektoren, Lymphstämme

·       die Lymphgefäße enden schließlich am Angulus venosus sinister (linker Venenwinkel) und am Angulus venosus dexter (rechter Venenwinkel) -> Lymphe fließt ins Blut zurück

 

Lymphknoten – Aufbau

·       kleine, bohnenförmige Organe, die entlang des Lymphsystems verteilt sind

·       besonders viele Lymphknoten im Bereich: Hals, Achseln, Leiste, Bauch, Brust, Becken

·       Bindegewebskapsel: umgibt den Knoten und schützt ihn

·       Rinde (Cortex): äußere Schicht, in der B-Lymphozyten gespeichert & aktiviert werden

·       Mark (Medulla): innere Schicht, die Plasmazellen & T-Lymphozyten enthält; Koordination der Immunantwort

·       Hilus: Bereich, an dem die Lymphgefäße in den Lymphknoten ein- und austreten

·       Sinus: netzartige Räume im Inneren des Lymphknotens, in denen die Lymphe fließt und durch das lymphatische Gewebe filtriert wird

 

Lymphknoten – Funktion

·       Filtration: Lymphe wird durch die Lymphknoten geleitet, wobei Krankheitserreger, Toxine & Abfallstoffe herausgefiltert werden

·       Barriere: verhindert, dass Krankheitserreger oder Krebszellen ungehindert in den Blutkreislauf gelangen

·       Immunabwehr & Speicherung von Immunzellen: Speicherung & Aktivierung von B- und T-Lymphozyten, die Krankheitserreger bekämpfen (bei einer Infektion schwellen Lymphknoten an, da sich viele Immunzellen vermehren)

 

Lymphatische Organe

·       Unterteilung in primär lymphatische Organe (Ausbildung der Immunzellen) und sekundär lymphatische Organe (Einsatz und Abwehr)

·       primär lymphatische Organe:

o   Knochenmark & Thymus

o   dienen der Bildung und Reifung der Lymphozyten (Knochenmark bildet alle Blutzellen; im Knochenmark reifen B-Lymphozyten und in der Thymus T-Lymphozyten)

·       sekundär lymphatische Organe:

o   Lymphknoten (siehe anderswo)

o   Milz: filtert Blut, baut alte Blutzellen ab, speichert Immunzellen

o   Tonsillen: schützen Rachenbereich vor Erreger

o   Peyer’sche Plaques: Abwehrzellen in der Darmschleimhaut

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Woraus besteht die Lymphe und durch welche Faktoren wird der Lymphfluss beeinflusst?

·       Lymphe ist eine klare Flüssigkeit, die eine wichtige Rolle im Transport von Abfallstoffen, Nährstoffen  und Immunzellen spielt

 

Zusammensetzung der Lymphe

·       Wasser: der größte Teil der Lymphe besteht aus Wasser, das von den Blutkapillaren in das Gewebe austritt und dann von Lymphgefäßen aufgenommen wird

·       Eiweiße: hauptsächlich Albumin & Globuline, treten aus den Blutkapillaren durch Filtration aus

·       Elektrolyte: wie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium & Chlorid

·       Fette: insbesondere im Darmbereich enthält die Lymphe Lipide aus den Nahrungsfetten

·       Abfallstoffe: Lymphe transportieren Abfallstoffe, die zuvor aus den Zellen in die interstitiellen Räume abgegeben werden und dann über das Lymphsystem zurückgeführt werden

·       Immunzellen: wie Lymphozyten

 

Faktoren, die den Lymphabfluss beeinflussen

·       Temperatur: Wärme -> Stoffwechselsteigerung -> erhöhte lymphpflichtige Last; extreme Wärme -> Lähmung der Lymphgefäße

·       Bewegung & Muskelpumpe: körperliche Aktivität erhöht den Stoffwechsel der Skelettmuskeln -> lymphpflichtige Last steigt; Muskeln üben währen der Kontraktion Druck auf Lymphgefäße aus -> Förderung des Lymphtransport

·       Stoffwechsellage: Entzündungen können zu einem massiven Anstieg der lymphpflichtigen Last führen

·       Ernährung: fettreiche Ernährung -> veränderter Lymphfluss im Darm

·       thorakale Sogwirkung der Atmung: während wir einatmen, entsteht im Brustraum ein Unterdruck und im Bauchraum ein Überdruck -> Lymphgefäße des Bauchraumes werden nach proximal in den Thoraxraum entleert

·       Störungen der Lymphgefäßklappen -> behindern Lymphfluss

·       Blutdruck: erhöhter BD -> Fluss von Lymphe in den Lymphgefäßen steigt, da mehr Flüssigkeit aus dem Blut ins Gewebe abgegeben wird

·       Lymphknotenaktivität: Filtration & Verarbeitung der Lymphe durch Lymphknoten kann den Fluss beeinflussen; starke Beanspruchung der Lymphknoten z.B. durch Infektion -> verlangsamter Lymphfluss

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Welche Möglichkeiten hat der Körper, einen drohenden Lymphstau abzuwenden?

Dem Körper stehen 6 Notfallprogramme zur Verfügung, wenn ein Lymphgebiet von einer Schädigung betroffen ist.

1.      Sicherheitsventilfunktion wird aktiviert (zusätzliche Lymphgefäße übernehmen die Arbeit der blockierten Gefäße -> Erhöhung des Lymphzeitvolumens)

2.      Entstehung von Umgehungskreisläufen im lymphatischen System (Lymphgefäße bilden Umgehungskreisläufe, um die erhöhte Lymphmenge zu bewältigen -> Lymphe wird durch alternative Gefäße geleitet)

3.      Entstehung von lympho-lymphatischen Anastomosen (es bilden sich Seitenäste, die entweder proximal ins ursprüngliche Gefäß oder in nahegelegene Gefäße einmünden -> Neubildung von Lymphgefäßen)

4.      Entstehung von lympho-venösen Anastomosen (es werden Verbindungen zwischen Lymphgefäßen und Venen gebildet; distal der Unterbrechungsstelle befindlicher Seitenast kann in eine nahegelegene Vene einwachsen)

5.      Transport über das BGW (Flüssigkeit wird in umliegendes Bindegewebe geleitet und dann zu anderen Lymphgefäßen abtransportiert)

6.      Proteinabbau durch Makrophagen (Makrophagen können überschüssige Eiweiße und Fremdkörper beseitigen, um die Lymphe zu entlasten)

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Beschreibe Aufbau und Funktion des zentralen Nervensystems!

·       Das zentrale Nervensystem ist der Hauptsteuerungsbereich des menschlichen Körpers. Es verarbeitet Informationen aus dem gesamten Organismus und koordiniert entsprechende Reaktionen.

·       Das ZNS besteht aus Gehirn & Rückenmark. Das Gehirn unterteilt sich weiter in Großhirn, Kleinhirn, Zwischenhirn & Hirnstamm.

 

Großhirn

·       auch Telencephalon

·       größter Teil des Gehirns

·       Oberfläche = Großhirnrinde

·       unterteilt in:

o   Neocortex & Allocortex

o   2 Hemisphären, verbunden durch den Corpus callosum

o   4 Lappen

·       Funktionen: Bewusstsein, Denken, Sprache, Gedächtnis, Wahrnehmung, Planung & Steuerung willkürlicher Bewegungen

 

Zwischenhirn

·       auch Diencephalon

·       enthält: Thalamus, Hypothalamus, Epiphyse

·       Thalamus = Umschaltstelle für Sinnesreize

·       Hypothalamus => Regulation von Körpertemperatur, Hunger und Durst, Hormonsystem, vegetatives Nervensystem  

 

Kleinhirn

·       2 Hemisphären

·       Funktion: Koordination von Bewegungen, Gleichgewicht, Feinmotorik, Muskeltonus

 

Hirnstamm

·       umfasst Mittelhirn (Mesencephalon), Brücke (Pons) und verlängertes Mark (Medulla oblongata)

·       Steuerung lebenswichtiger Funktionen wie Atmung, Herz-Kreislauf, Schlucken, Wach-Schlaf-Rhythmus, Reflexe

 

Rückenmark

·       verläuft im Wirbelkanal der WBS, reicht bis L1/L2; darunter ist die Cauda equina (auch: Pferdeschwanz; ein Bündel von Nervenwurzeln, welches Becken und untere Extremität innerviert)

·       besteht aus grauer & weißer Substanz

o   graue Substanz: innen, schmetterlingsförmig; Vorderhorn (motorisch), Hinterhorn (sensorisch), Seitenhorn (vegetativ)

o   weiße Substanz: außen; myelinisierte Axone

·       Funktion: Verbindung zwischen Gehirn und PNS; Übertragung von Nervenimpulsen zwischen Gehirn & Körper; Reflexzentren; afferente Bahnen -> sensorische Signale an das Gehirn; efferente Bahnen -> motorische Befehle an Muskulatur

 

Schutzstrukturen des ZNS

Das ZNS ist besonders empfindlich und wird durch mehrere Strukturen geschützt

·       Schädel & Wirbelsäule: Schutz vor mechanischer Einwirkung

·       Hirnhäute (Meningen): drei Schichten, die das ZNS umhüllen

·       Liquor cerebrospinalis: Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit; schützt das ZNS mechanisch, Stoffwechsel-mäßig („Müllabfuhr“ des ZNS), immunologisch (Abwehrzellen)

·       Blut-Hirn-Schranke: Filter zwischen Blutkreislauf und ZNS, schützt große Teile des ZNS vor schädlichen Substanzen

 

Graue und weiße Substanz

·       graue Substanz: Nervenzellkörper, Verarbeitung

·       weiße Substanz: myelinisierte Axone, Signalweiterleitung

 

Funktionen des ZNS

Zu den Funktionen des ZNS gehören Sensorik, Motorik, Kognition, Vegetative Funktionen, Emotionen, Sozialfunktion & Bewusstsein

·       Sensorik: Aufnahme, Verarbeitung und Interpretation von Sinnesreizen

·       Motorik: Steuerung willkürlicher & unwillkürlicher Muskelbewegungen, Koordination komplexer Bewegungsabläufe

·       Kognition: Denken, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen, Sprache

·       Vegetative Funktionen: Regulation lebenswichtiger Prozesse wie Atmung, Herzschlag, Verdauung, Körpertemperatur

·       Emotionen & Sozialfunktion: Emotionen, Motivation, Sozialverhalten

·       Bewusstsein: Wahrnehmung von sich selbst und der Umgebung

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Beschreibe Aufbau und Funktion des peripheren Nervensystems!

·       Das periphere Nervensystem (PNS) ist jener Teil des Nervensystems, welcher sich außerhalb vom ZNS (Gehirn & Rückenmark) befindet.

·       Das PNS verbindet Gehirn & Rückenmark mit gesamtem Körper.

·       Aufgabe ist es: Information zum ZNS leiten; Befehle vom ZNS zu Organen, Muskeln und Drüsen zu leiten

 

Aufbau des PNS

besteht aus Nervenfaserbündel mit unterschiedlicher Faserqualität – motorisch, sensibel und vegetativ

Bestandteile.

·       Hirnnerven:

o   12 Hirnnervenpaare

o   treten direkt aus dem Gehirn aus

o   z.B. N. opticus (Sehnerv), N. vagus (Steuerung innerer Organe)

·       Spinalnerven:

o   31 Spinalnervenpaare: 8 Cervikalnervenpaare, 12 Thorakalnervenpaare, 5 Lumbalnervenpaare, 5 Sakralnervenpaare, 1 Steißbeinnervenpaar

o   treten aus dem Rückenmark aus

o   versorgen die Körperperipherie

o   je 2 Wurzeln: Vorderwurzel (Motorik), Hinterwurzel (Sensibilität)

·       Cauda equina:

o   auch Pferdeschwanz

o   unterhalb von L1-L2 befinden sich nur noch Nervenfasern

·       Ganglien:

o   Ansammlung von Nervenzellkörper außerhalb des ZNS

o   Umschaltstation für Nervensignale

o   z.B. Spinalganglien, vegetative Ganglien

·       Rezeptoren:

o   spezialisierte Zellen oder Zellgruppen, die Reize aus Umwelt oder Körperinneren aufnehmen wie Schmerz, Temperatur, Muskeldehnung

 

Unterteilung:

·       somatisches Nervensystem & vegetatives (autonomes) Nervensystem

·       somatisches Nervensystem: steuert willkürliche Bewegungen & überträgt sensorische Information an das ZNS

·       vegetatives (autonomes) Nervensystem: steuert unwillkürliche Körperfunktionen (Herzschlag, Verdauung, Atmung); unterteilt in Sympathikus (aktivierend) & Parasympathikus (rest and digest)

 

Funktion:

·       Signalübertragung: Vermittlung von Informationen zwischen ZNS & Organen, Muskeln, Sinnesorgane

·       Motorik: Übertragung motorischer Signale vom ZNS zur Skelettmuskulatur (somatisches NS) und zu den glatten Muskeln (vegetatives NS)

·       Sensorik: leitet sensorische Informationen wie Temperatur, Schmerz, Berührung und Druck von Sinnesorganen und Körperteilen zum ZNS

·       Regulation unwillkürlicher Funktionen wie grundlegende Lebensfunktionen wie Atmung, Kreislauf und Verdauung

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Beschreibe den Aufbau und die Funktion des vegetativen Nervensystems!

·       auch: autonomes Nervensystem

·       steuert lebenswichtige Funktionen, die weitgehend unbewusst ablaufen

·       unterteilt sich in: Sympathikus, Parasympathikus und enterisches Nervensystem (ENS)

·       Sympathikus & Parasympathikus = Gegenspieler / Antagonisten -> halten Körper in Homöostase; ENS agiert weitgehend unabhängig, kann aber vom Sympathikus oder Parasympathikus beeinflusst werden

 

Sympathikus

·       Ursprung: Seitenhörner des Rückenmarks bis L2

·       Neurotransmitter: Noradrenalin, Acetylcholin

·       Aktiviert den Körper in Stresssituationen (Fight-or-Flight)

·       Erhöhung der Herzfrequenz, Erweiterung der Bronchien (bessere Sauerstoffaufnahme), Hemmung der Verdauung, Freisetzung von Glukose (aus der Leber)

 

Parasympathikus

·       Ursprung: N. vagus (10. Hirnnerv, U im Hirnstamm), S2-S4

·       Neurotransmitter: Acetylcholin

·       fördert Ruhe und Regeneration („Rest-and-digest“)

·       Senkung der Herzfrequenz, Förderung der Verdauung, Kontraktion der Pupillen (weniger Sicht notwendig), verengt die Bronchien

 

Enterisches Nervensystem

·       Bauchhirn

·       eigenständiges Nervensystem im Magen-Darm-Trakt

·       ältester Teil des VNS, wird vom Mikrobiom beeinflusst

·       Netzwerk von Neuronen in der Darmwand (Plexus myentericus & Plexus submucosus)

·       besteht aus Neuronennetzwerken, die in der Darmwand eingebettet sind

·       Funktion: regelt Motalität des Darms, Sekretion von Verdauungsenzymen & Durchblutung des Magen-Darm-Trakts

 

Steuerung

·       Die Steuerung im vegetativen Nervensystem erfolgt meist über Reflexbögen, wobei Afferenzen aus Mechano-, Chemo- und Schmerzrezeptoren stammen und Efferenzen glatte Muskulatur, Drüsen und Herzaktivität steuern

 

Funktion

Unwillkürliche Regulation lebenswichtiger Prozesse

& Organfunktion im Körper. VNS passt Körperfunktionen an verschiedene Situationen an; Sympathikus bereitet den Körper auf Flucht od. Kampf vor; Parasympathikus ermöglicht Regeneration und Aufbau von Energiereserven

·       Herz-Kreislauf-System (Sympathikus erhöht Herzfrequenz, Parasympathikus senkt Herzfrequenz)

·       Atmung (Sympathikus weitet Bronchien, Parasympathikus verengt Bronchien)

·       Verdauung (Sympathikus hemmt Peristaltik & Sekretion; Parasympathikus fördert Verdauung)

Hormonelle Steuerung:

·       enge Zusammenarbeit mit dem Hormonsystem

·       Sympathikus stimuliert die Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin, Noradrenalin)

·       ENS reguliert die Ausschüttung von Verdauungshormonen (Gastrin, Sekretin)

Temperaturregulation:

·       Sympathikus steuert Schweißdrüsen + Durchblutung der Haut zur Regulation der Körpertemperatur

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Erkläre Eigenreflex, Fremdreflex und den vegetativen Reflexablauf. Welche Verbindungen bestehen zwischen somatischem und vegetativem Nervensystem?

Grundlagen

·       ein Reflex ist eine schnelle, unwillkürliche und stereotype Reaktion des Körpers auf einen Reiz

·       Reflexe dienen dem Schutz, der Haltungs- und Bewegungssteuerung und der Regulation innerer Organe

·       Je nach Anzahl der durchlaufenden Synapsen innerhalb des ZNS unterscheidet man zwischen Eigenreflex und Fremdreflex

 

Eigenreflex

·       Reflex, bei dem Reizaufnahme & Reaktion im selben Organ erfolgen

·       laufen meist nur über eine Synapse (monosynaptisch) im Rückenmark -> sehr schneller Reflex, nur eine Umschaltung nötig

·       angeboren, willentlich nicht beeinflussbar

·       Beispiel ist der Patellarsehnenreflex: Klopfen auf Patellarsehne -> Muskelspindeln (Rezeptoren) registrieren ungewöhnliche Dehnung -> Signal wird über sensorische Nerven ins Rückenmark geleitet -> direkte Umschaltung auf motorische Nerven -> Reaktion im selben Muskel -> Quadrizeps kontrahiert und Bein schnellt nach vorne

·       Funktion: Regulation der Muskelspannung, Haltungskontrolle, Schutz vor Überdehnung

 

Fremdreflex:

·       Reflex, bei dem Reizaufnahme und Reaktion in unterschiedlichen Organen erfolgen

·       laufen meist über mehrere Synapsen (polysynaptisch) im Rückenmark oder Gehirn -> langsamer und komplexer als der Eigenreflex, da mehrere Nerven und Muskeln beteiligt sind

·       meist angeboren, kann aber auch erworben werden

·       typische Reflexantwort = Bewegungsmuster (z.B. zurückziehen der Hand)

·       Beispiel ist das Zurückziehen der Hand bei heißem Gegenstand: Reiz wird von Hautrezeptoren registriert -> Signal wird über sensorische Nerven ins Rückenmark geleitet -> Umschaltung auf motorische Nerven, die Muskeln aktivieren -> die Hand zieht sich zurück

 

Vegetativer Reflex:

·       unwillkürlicher Reflex, der über das vegetative Nervensystem abläuft und innere Organe, Drüsen oder Gefäße betrifft

·       Beispiele: Pupillenlichtreflex, Blutdruckregulation, Verdauungsreflexe

Vegetativer Reflexablauf:

·       Rezeptor z.B. Dehnungs- oder Chemorezeptoren in Organen

·       afferente Bahn: sensorische Fasern zum ZNS

·       Umschaltzentrum im ZNS: Rückenmark, Hirnstamm oder Hypothalamus

·       Efferente Bahn

·       Effektor: glatte Muskulatur, Herzmuskel, Drüsen

·       Z.B. Regulation des Blutdrucks: Druckrezeptoren z.B. in der Aorta registrieren einen Anstieg des Blutdrucks -> Signal wird über sensorische Nerven in das Gehirn weitergeleitet -> hier wird das Signal auf den Parasympathikus umgeschaltet -> Parasympathikus sendet Signale, um den Herzschlag zu verlangsamen und den Blutdruck zu senken

 

Verbindungen zwischen somatischen & vegetativen NS:

·       funktionell unterschiedlich, dennoch enge Verbindungen

·       gemeinsame Zentren im ZNS: Hypothalamus, Hirnstamm, Rückenmark

·       Reflexkopplungen:

o   Somatische Reize → vegetative Antwort z. B. Schmerz → Blutdruckanstieg, Bewegung → Blutdruckanstieg

o   Vegetative Störungen → somatische Reaktion z. B. Organstörung → Muskelverspannung, Stress → Muskelverspannung

·       Klinische Bedeutung:

o   Grundlage für: viszero-somatische Reflexe, somato-viszerale Reflexe

wichtig für: Massage, Physiotherapie, manuelle Therapie

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Beschreibe den Aufbau und die Funktionen der Haut. (Epidermis, Corium und Subcutis, verhorntes Plattenepithel, Schutzfunktion, Ausscheidung, Regulierung der Körpertemperatur, Sinnesorgan, Kontaktorgan, Schutzschicht)

Grundlagen:

·       die Haut (Cutis) = größte Organ des menschlichen Körpers

·       äußere Begrenzung des Körpers; erfüllt zahlreiche lebenswichtige Schutz-, Regulations- und Sinnesfunktionen

 

Aufbau:

·       3 Schichten: Epidermis (Oberhaut), Dermis (Corium, Lederhaut), Subcutis (Unterhaut)

·       Epidermis (Oberhaut):

o   äußerste Hautschicht

o   besteht überwiegend aus verhorntem mehrschichtigem Plattenepithel

o   enthält hauptsächlich Keratinocyten (Hautzellen, die Keratin produzieren), Melanozyten (Zellen, die Melanin für die Hautpigmentierung produzieren), Langerhans-Zellen (Immunabwehr)

o   keine Blutgefäße

o   Ernährung durch Diffusion aus tieferen Schichten

o   Funktion: mechanischer Schutz, Schutz vor Keimen, Schutz vor chemischen und physikalischen Einflüssen, Schutz vor Wasserverlust

·       Dermis (Corium, Lederhaut):

o   mittlere Hautschicht, wesentlich dicker als die Epidermis

o   besteht aus Bindegewebe, welches Kollagen und Elastin enthält und der Haut Festigkeit & Elastizität verleihen

o   besitzt Blut- und Lymphgefäße, Nerven, Sinnesrezeptoren, Haarfollikeln, Schweiß- und Talgdrüsen

o   Funktion: Versorgung der Epidermis, verleiht der Haut Festigkeit, Temperaturregulation, Sitz der Sinnesorgane der Haut

·       Subcutis (Unterhaut):

o   tiefste Hautschicht

o   hauptsächlich lockeres Bindegewebe & Fettgewebe, das als Isoliermaterial dient

o   besitzt größere Blutgefäße und Nerven

o   Funktion: Wärmespeicher / Isolierung vor Temperaturverlust, Stoßdämpfung, Energiespeicher

 

Funktionen der Haut

·       Schutz (besonders wichtig: verhornte Epidermis): vor mechanischer Einwirkung, UV-Strahlung, chemischen Substanzen, pathogenen Mikroorganismen

·       Ausscheidung & Entgiftung: Schweißdrücken dienen der Ausscheidung von Wasser, Salze & Abfallstoffe wie Harnstoff & Ammoniak

·       Regulation der Körpertemperatur: Schweißbildung (Senken der Körpertemperatur, Verdungstungskälte), Erweiterung der Blutgefäße bei Wärme, Verengung der Blutgefäße bei Kälte, Isolation durch Subcutis

·       Sinnesorgan: die Haut enthält Sinnesrezeptoren, die auf Berührung, Druck, Schmerz, Temperatur & Vibration reagieren

·       Kontaktorgan: soziale Nähe, emotionale Wahrnehmung, therapeutischer Kontakt (z.B. Massage)

·       Vitamin D-Synthese

·       Immunabwehr