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Direktschall
Der Schall, der ohne Umweg direkt von der Quelle zum Ohr gelangt. Er kommt als erstes an und ist verantwortlich für:
Deutlichkeit und Klarheit des Klangs
Den Eindruck der räumlichen Anordnung der Musiker
Den Näheeindruck zum Ensemble
Frühe Reflexionen (bis ca. 80ms nach dem Direktschall)
Schallwellen, die einmal oder mehrmals an Wänden, Decke oder Boden reflektiert wurden, bevor sie den Hörer erreichen.
Das Gehirn verschmilzt sie noch mit dem Direktschall — sie kommen zu nah beieinander, um als Echo wahrgenommen zu werden.
Erzeugt:
Verstärkung des Direktschalls
Dimensionseindruck des Raums (man spürt, wie groß der Saal ist)
Gefühl von Intimität (Deckenreflexion hierfür entscheidend)
Diffusschall (Nachhall, ab ca. 80ms)
Die Summe aller reflektierenden Schallwellen
ein gleichmäßiger Klangteppich aus unzähligen Reflexionen
Bewirkt:
Verschmelzung der Einzelstimmen zum Gesamtklang
Überbrückung von Lücken im zeitlichen Ablauf der Musik
Erhöhung des Lautstärkeeindrucks
Nachhallzeit T₆₀
Die Zeit, in der der Schall nach Abschalten der Quelle um 60 dB abfällt
Berechnet mit Sabinschen Nachhallformel: T = 0,163 x V/A (V = Raumvolumen in m³, A = äquivalente Absorptionsfläche)
Richtwerte:
Kammermusik: ~1,4s
Sinfonische Musik: ~1,5-2s
Orgelmusik: bis 5s
Je höher die Frequenz, desto kürzer die Nachhallzeit, weil hohe Frequenzen stärker absorbiert werden.
C80 - Klarheitsmaß
Verhältnis der Schallenergie innerhalb der ersten 80ms zur Energie danach
(für Musik)
C50 - Deutlichkeitsmaß
(für Sprache)
Verhältnis der Schallenergie innerhalb der ersten 50ms
Bei C50 = 0 beträgt die Sprachverständlichkeit etwa 70%
Kirchen mit langen Nachhallzeiten haben sehr schlechte C50-Werte (langsam und deutlich sprechen)
Hallradius
Der Punkt im Raum, an dem Direktschall und reflektierender Schall gleich groß sind
Näher an der Quelle dominiert der Direktschall
weiter weg dominiert der Diffusschall
Semperoper = etwa 6m
Absorber
Kontrolle des Nachhalls
Höhenabsorber
(über 500 Hz)
poröse Materialen wie Vorhänge, Teppiche, Publikum
Absorbieren hohe Frequenzen, reflektieren tiefe
Tiefenabsorber
(unter 500 Hz)
Plattenschwinger (Membrane Absorber), eg Holzvertäfelung, Helmholtzresonator
Je schwerer die Platte und je tiefer der Hohlraum, desto tiefer die absorbierte Frequenz
Mittenabsorber
(um 500 Hz)
dünne Platten mit flachem Hohlraum
Schlitze in Platten
Äußeres Ohr
der Gehörgang leitet den Schall zum Trommelfell
Die Form der Ohrmuschel beeinflusst schon hier, aus welcher Richtung ein Ton zu kommen scheint
Mittelohr
das Trommelfell überträgt die Schwingung auf drei Knöchelchen: Hammer, Amboss, Steigbügel
Impedanzanpassung
Ohne diesen Teil des Ohrs würde fast alle Energie verloren gehen
Innenohr / Cochlea
Der Steigbügel überträgt die Schwingung auf die Perilymphe, eine Flüssigkeit
Diese versetzt die Basilarmembran in Bewegung
Die Basilarmembran — das Herzstück
das eigentliche Analysewerkzeug des Ohrs
nicht gleichmäßig
wird von der Basis zur Apex (Spitze) hin breiter und dicker

Ortstheorie des Hörens
Hohe Frequenzen = Basis (Eingang der Schnecke)
Tiefe Frequenzen = Apex (Spitze der Schnecke)
Gehirn fragt, “wo schwingt die Membran,” daraus entsteht die Tonhöhenwahrnehmung
Verdoppelung der Frequenz (Ortstheorie des Hörens)
der Resonanzpunkt verschiebt sich um nur 3,5–4mm
deshalb funktioniert das Ohr logarithmisch
eine Oktave ist immer ein gleich großer gefühlter Schritt
Fletcher-Munson-Kurve
Das Ohr ist am empfindlichsten zwischen ca. 2000–5000 Hz (Sprachbereich)
Tiefe und sehr hohe Frequenzen brauchen wesentlich mehr Schalldruck, um gleich laut zu klingen
Bei geringen Lautstärken hören wir Bässe und Höhen schlechter — bei großen Lautstärken gleicht sich das an
Richtungshören
Gehirn weis, woher Ton kommt durch (3) Mechanismen
Laufzeitunterschied, Lautstärkeunterschied, Klangfarbenunterschied
Blauert'schen Bänder
ein besonderes Phänomen
Bestimmte Frequenzbereiche erzeugen automatisch einen Richtungseindruck
Frequenzen unter 600 Hz wirken als kämen sie von vorne
zwischen 800–1800 Hz und ab 10.000 Hz als kämen sie von hinten
Durch was weis das Gehirn woher Töne kommen?
Laufzeitunterschied, Lautstärkeunterschied, Klangfarbenunterschied
Was sind Beispiele von Tiefenabsorber?
Holzvertäfelung, Helmholtzresonator
was Bewirkt eine Diffusschall?
Verschmelzung der Einzelstimmen zum Gesamtklang
Überbrückung von Lücken im zeitlichen Ablauf der Musik
Erhöhung des Lautstärkeeindrucks
Wie heißt die Formel für die Berechnung der Nachhallzeit und wie lautet sie?
Sabinsche Nachhallformel: T = 0,163 x V/A
(V = Raumvolumen in m³, A = äquivalente Absorptionsfläche)
Was sind die Richtwerte der Sabinschen Nachhallformel?
Kammermusik: ~1,4s
Sinfonische Musik: ~1,5-2s
Orgelmusik: bis 5s
Was ist die Hallradius und was bestimmt sie?
Größe des Raums
bestimmt die Verhältnis von Raumvolumen zu Absorption
r = 0,057 · √(V/T)
Was ist Schall überhaupt?
eine Druckveränderung, die sich durch ein Medium ausbreitet
Eine schwingende Membran (z.B. ein Lautsprecher oder eine Geigensaite) verdichtet und verdünnt die Luft abwechselnd
Frequenz
wie viele Schwingungen pro Sekunde, in Hz
Wellenlänge
der Abstand zwischen zwei Druckmaxima
was ist Schallgeschwindigkeit
in Luft bei ~20°C ungefähr 343 m/s
abhängig von der Temperatur, aber nicht vom Luftdruck
Nahfeld
direkt an der Schallquelle. Der Schall breitet sich als Kugelwelle aus

Wird der Schalldruck des Nahfelds halbiert, gedoppelt, oder was anderes bei jeder Verdoppelung des Abstands?
Welche Frequenzen dominieren?
halbiert
tiefe - deshalb klingt eine Schallquelle bassiger, je näher man ihr ist
Fernfeld
weiter entfernt. Der Schall verhält sich wie eine ebene Welle
hier gibts Inferenz

Interferenz
Wenn zwei Schallwellen aufeinandertreffen
Konstruktive Interferenz
beide Wellen sind phasengleich, die Amplituden addieren sich.
Der Schall wird lauter
Destruktive Interferenz
beide Wellen sind gegenphasig, sie löschen sich aus
Stille an bestimmten Punkten im Raum
Problem für ungeplante Saale!
Beugung
Wellenlänge größer als das Objekt
die Welle biegt sich um das Objekt herum

Bei Beugung…
lassen sich Tiefe Töne nicht blockieren
Streuung
Wellenlänge ähnlich groß
der Schall wird diffus in alle Richtungen geworfen
in Konzertsälen erwünscht
Reflexion
Wellenlänge kleiner als das Objekt
wie Licht an einem Spiegel
Hohe Töne reflektieren präzise
Warum müssen Bassfallen in Studios so groß sein?
weil Tiefe Frequenzen heißt lange Wellenlängen (z.B. 100 Hz → 3,43m)
Ein Absorber muss physikalisch groß genug sein, um mit der Welle zu interagieren
Warum kann man tiefe Frequenzen in Räumen kaum kontrollieren?
weil Tiefe Frequenzen = lange Wellenlängen (z.B. 100 Hz → 3,43m)
Ein Absorber muss physikalisch groß genug sein, um mit der Welle zu interagieren
Was braucht man, um Basstöne günstig zu absorbieren?
entweder massive Materialien
tiefe Hohlräume (Helmholtzresonatoren)
sehr große Plattenabsorber
Warum überhaupt messen?
Das Ohr kann Gefahr nicht selbst einschätzen.
subjektive Lautstärkeempfinden ist unzuverlässig: Was sich erträglich anfühlt, kann trotzdem schädlich sein
Der Schalldruckpegel
die Grundgröße
Schall wird in Dezibel (dB) gemessen
logaritmisch
L = 20 · lg(p/p₀) dB
Was sind die wichtige Referenzpunkte für den Schalldruckpegel?
0 dB — Hörschwelle
55 dB — häufige Lärmereignisse ab hier gefährden die Gesundheit
75 dB / 24h — laut WHO bereits schädlich
85 dB / 40h pro Woche — Grenze laut Energieäquivalenzprinzip
130 dB — Schmerzgrenze
Ab 137 dB — Gehörschutz gesetzlich vorgeschrieben
Schalldruckpegel Referenz: 0 dB
Hörschwelle
Schalldruckpegel Referenz: 55 dB
häufige Lärmereignisse ab hier gefährden die Gesundheit
Schalldruckpegel Referenz: 75 dB
24h — laut WHO bereits schädlich
Schalldruckpegel Referenz: 85 dB
40h pro Woche — Grenze laut Energieäquivalenzprinzip
Schalldruckpegel Referenz: 137 dB
Gehörschutz gesetzlich vorgeschrieben
Schalldruckpegel Referenz: 130 dB
Schmerzgrenze
Energieäquivalenzprinzip
Lautstärke und Dosis
Pro 10 dB mehr halbiert sich die erlaubte Expositionszeit
Lärm- und Arbeitsschutzverordnung
L EX,8h — Tages-Lärmexpositionspegel
L EX,40h — Wochen-Lärmexpositionspegel
L pc,peak — Höchstwert des momentanen Schalldrucks
L EX,8h
Tages-Lärmexpositionspegel
L EX,40h
Wochen-Lärmexpositionspegel
L pc,peak
Höchstwert des momentanen Schalldrucks
Ab 80 dB bzw. 135 dB peak
Information und Bereitstellung von Gehörschutz
Ab 85 dB bzw. 137 dB peak
Gehörschutz, Kennzeichnung, Pflicht
DIN 15905-5
gilt speziell für Veranstaltungen mit Publikum
Bedingungen der DIN 15905-5
Mittelwert darf 99 dB innerhalb von 30 Minuten nicht überschreiten
135 dB peak darf nie überschritten werden
Mittelohrentzündung
Krankheit, die Schallweiterleitung beeinträchtigt
Gehörsturz
plötzlicher einseitiger Hörverlust, Ursache oft unklar
Tinnitus
Phantomgeräusch ohne äußere Quelle
Hyperakusis
ungewöhnliche Empfindlichkeit bei normalen Umgebungsgeräuschen
Morbus Menière
einseitige Erkrankung des Innenohrs, mit Schwindel, Tinnitus und Hörverlust
Dosis
Lautstärke x Zeit
in welcher art von Wellen breitet sich eine Welle des Nahfelds aus?
als Kugelwelle
Mittelohr
in diesem Teil des Ohrs, das Trommelfell überträgt die Schwingung auf drei Knöchelchen: Hammer, Amboss, Steigbügel
Mittelohr
Teil des Ohrs, der für Impedanzanpassung verantwortlich ist
Mittelohr
Ohne diesen Teil des Ohrs würde fast alle Energie verloren gehen
Direktschall
Dieser Schall macht einen Klang deutlich und klar
Direktschall
Ein Schall, der verantwortlich für den Eindruck der räumlichen Anordnung der Musiker
Direktschall
sorgt für den Näheeindruck zum Ensemble
Energieäquivalenzprinzip
Pro 10 dB mehr halbiert sich die erlaubte Expositionszeit
85dB = 40h
95dB = 4h
Energieäquivalenzprinzip (Definition)
Die Schädigung des Gehörs hängt nicht nur von der Lautstärke ab, sondern von der Gesamtenergie, die das Ohr empfängt — also Lautstärke × Zeit. Laut und kurz kann genauso schädlich sein wie leise und lang
Weitere Beispiele der Energieäquivalenzprinzip
80 dB → 400 Stunden
90 dB → 13 Stunden
100 dB → 1,4 Stunden
110 dB - ~8 Minuten
120 dB - ~1 Minute
Orchesterprobe liegt by 95 dB = 4h/Woche
Was bedeutet T60 eigentlich?
T = Time
60 = Dezibel Abfallszeit (Typischen Konzertniveau) International einheitlich
Wofür steht pc bei L pc,peak
p = pressure (Schalldruck)
c = C-Bewertungsfilter-Kurve
Beispiele von Konstruktiver Interferenz im Saal
Lautsprecher, Stehende Wellen
Schwellung: Zwei Instrumente spielen fast denselben Ton (z.B. 440 Hz und 442 Hz). Die Wellen überlagern sich abwechselnd konstruktiv und destruktiv — man hört ein periodisches Anschwellen und Abschwellen. Streicher nutzen das zum Stimmen.
Das ‘L’ bei Schalldruckpegel (L = 20 · lg(p/p₀))
das Ergebnis der Schalldruckpegel Formel, in dB
Die ‘20’ bei Schalldruckpegel (L = 20 · lg(p/p₀))
Faktor
Das ‘lg’ bei Schalldruckpegel (L = 20 · lg(p/p₀))
dekadischer Logarithmus (Basis 10)
Das ‘p’ bei Schalldruckpegel (L = 20 · lg(p/p₀))
gemessener Schalldruck in Pascal
Das ‘p₀’ bei Schalldruckpegel (L = 20 · lg(p/p₀))
Referenzschalldruck = 2·10⁻⁵ Pa (Hörschwelle bei 1000 Hz)
Systemkette
der Weg des Schalls über 3 Glieder: Quelle, Medium, Empfänger
Quellen
Anregungsmechanismus durch Energiezufuhr
Schwingungselement
Resonator
Medium
Schallausbreitung durch die Luft
Begrenzungen durch Absorption, Reflexion, Nachhall
Empfänger
Trommelfell
Mittelohr
Innenohr
Nervensystem
Resonator (im Bezug auf Systemkette)
formt den Klang und setzt ihn in Schallwellen um
Schwingungsarten
Eigenfrequenz
Erzwungene Schwingung
Resonanz
Eigenfrequenz
die Frequenz, mit der ein Körper von selbst schwingt, wenn er aus der Ruhelage ausgelenkt wird
Erzwungene Schwingung
eine externe periodische Erregung wird einem schwingenden System aufgezwungen
Resonanz
wenn die Erregerfrequenz gleich der Eigenfrequenz ist, schwingt das System besonders stark mit.
kann zu Verstärkung oder Zerstörung führen
Harmonische Obertöne & Partialtöne
Musikinstrumente erzeugen Partial- oder Teiltöne — keine perfekten Vielfachen der Grundfrequenz
Tiefe Instrumente (Harmonische Obertöne & Partialtöne)
teiltonreich bis 5000Hz, klingen rauer, komplexer
Hohe Instrumente (Harmonische Obertöne & Partialtöne)
teiltonarm, klingen weicher, wohlklingender
Flatterecho
Entsteht zwischen zwei parallelen, schallharten Oberflächen
Schall prallt hin und her, ohne dass Energie absorbiert oder gestreut wird
Klingt nach einer Echo nach einem Handklatschen
Wo sind Flatterechoen typisch
leeren Treppenhäusern, schlecht behandelten Proberäumen
Wie vermeidet man eine Flatterecho
Absorption oder Streuung (Diffusoren) an mindestens einer der parallelen Flächen