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Dimensionen der Nachhaltigkeit
Ökologie, Soziales und Ökonomie
Diese werden in den verschiedenen Modellen stets integrativ betrachtet, aber jeweils unterschiedlich gewichtet.
Drei-Kreise-Modell der Nachhaltigkeit Hinrichs
Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt gleichberechtigt, weitgehend unabhängige Systeme.
An den Schnittmengen der einzelnen Kreise werden die Interessen zum Ausgleich gebracht.
Um materielle und immaterielle Bedürfnisse befriedigen zu können, benötigen wir eine prosperierende Wirtschaft, eine solidarische Gesellschaft sowie ein stabiles Ökosystem.
Das „Leben in unserer Gesellschaft ist dann lebenswert, wenn die Dimensionen Ökologie und Soziales in Einklang gebracht werden. In der Schnittmenge von Ökologie und Ökonomie sind wir als Gesellschaft überhaupt erst lebensfähig. Ein faires Miteinander ist dann möglich, wenn ökologische und soziale Ziele miteinander vereinbar sind. Aber erst dann, wenn alle drei Dimensionen in Balance sind, sprechen wir von Nachhaltigkeit“ (Hinrichs)
Die Abbildung beschreibt den Entwicklungspfad vom heutigen Status quo in vielen industrialisierten Ländern hin zu einem systemischen Verständnis von nachhaltiger Entwicklung und nachhaltigem Wirtschaften.
Dieser Weg führt vom Shareholder-Value-Ansatz über den Stakeholder-Value-Ansatz hin zum System-Value-Ansatz.
Unternehmen sollten eine Einordnung der Nachhaltigkeitspositionierung der eigenen Organisation auf diesem Pfad vornehmen und hinterfragen, ob ihr Unternehmen eher dazu beiträgt, die Nachhaltigkeitsprobleme unserer Gesellschaft zu lösen oder vielmehr dazu, diese noch zu vergrößern

Drei-Kreise-Modell der Nachhaltigkeit Hinrichs: Shareholder-Value-Ansatz
Shareholder Value (Aktionärswert): der Marktwert des Eigenkapitals von Unternehmen.
Bei börsennotierten Unternehmen entspricht das dem Unternehmenswert, gemessen am notierten Kurswert der Aktien.
Unternehmenspolitik zielt rein auf die Mehrung des Shareholder Values, etwa durch die Steigerung des Aktienkurses ab.
Ziel: Wirtschaftlicher Erfolg
Menschen, Natur und Umwelt werden dabei als Ressourcen betrachtet, die es zur Gewinnmaximierung optimal einzusetzen gilt.
Gewinne werden privatisiert, sie kommen nur einigen wenigen zugute, die Kosten aber werden vergesellschaftet, auf die Unterprivilegierten abgewälzt, in den globalen Süden verschoben und zulasten zukünftiger Generationen in die Zukunft verlagert.
die Finanzkrise 2007 hat einen öffentlichen Diskurs über Wertschöpfungspraktiken ausgelöst. Seitdem erste Zeichen für ein Umdenken vom Konzept des Shareholder Values in Richtung Shared Value.
Drei-Kreise-Modell der Nachhaltigkeit Hinrichs: Stakeholder-Value-Ansatz
Die Zielsetzungen aller Stakeholder (Anspruchsgruppen) des Unternehmens werden bei diesem Ansatz in die Geschäftspolitik integriert.
Ziel: Fokus weg von Aktieninhaber und Unternehmenseigner hin zu Wertschöpfung für alle Interessengruppen (Arbeitnehmer:innen, Kund:innen, Lieferant:innen, Städte und Gemeinden, die Umwelt und Kapitalgeber:innen)
Zielgrößen für ökologische, soziale und ökonomische Faktoren werden definiert und systematisch verfolgt.
Ergebnis: dreidimensionale Wertschöpfung.
Der Begriff Stakeholder umfasst gesellschaftliche Interessengruppen und unternehmerische Anspruchsgruppen. Er wurde als Gegenpol zum Begriff Shareholder (Aktionäre) geprägt.
Drei-Kreise-Modell der Nachhaltigkeit Hinrichs: System-Value-Ansatz
Beim System-Value-Ansatz erfüllt die Wirtschaft der Gesellschaft gegenüber eine dienende Funktion.
Fokus: Die Lösung gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsprobleme
Unter dieser Art von systematischer Wertschöpfung versteht man Unternehmensaktivitäten, die menschliche und gesellschaftliche Bedürfnisse ganzheitlich adressieren. Das bedeutet, dass Produkte, Leistungen und Lösungen auf das Wohlergehen der Gesellschaft ausgerichtet sein müssen und der Klimaschutz als unverzichtbarer Bestandteil des Kernangebots gilt.
Sustainable Entrepreneurship wird als Chance verstanden. Ökologische und soziale Zielgrößen sind fest in der Unternehmung verankert und stehen gleichberechtigt neben ökonomischen Zielen. Diese ökonomischen Ziele werden im Sinne der „Wirtschaftlichkeit“ der Unternehmung festgelegt, anstatt der Maxime der „Profitmaximierung durch Ausbeutung“ zu folgen
Zielkonflikte im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung
Ein Zielkonflikt entsteht, wenn zwei Ziele gesetzt werden, deren gleichzeitige, volle Erfüllung sich ausschließt.
Viele Entscheidungen haben unterschiedliche Auswirkungen auf die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales und nicht immer sind das Win-win-Situationen.
Eine andere Art von Zielkonflikt stellen kurzfristige versus langfristige Ziele dar.
Meist basieren Zielkonflikte auf Fehlannahmen, fehlenden Erkenntnissen bzw. unzureichender ethischer Reflexion.
Ziel einer nachhaltigen BWL: diese Trade-offs konstruktiv zu überwinden.