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Definition Vektorraum
Vor.: (V, +) abelsche Gruppe, 𝕂 Körper mit skalarer Mult. *: 𝕂 × V → V
V ist Vektorraum über 𝕂, wenn:
∀v ∈ V: 1 * v = v
∀v ∈ V, ∀µ,λ ∈ 𝕂: (λ * µ) * v = λ * (µ * v) (vgl. AG)
DG: ∀v,w ∈ V, ∀μ,λ ∈ 𝕂: (λ + μ) * v = λ * v + μ * v und λ * (v + w) = λ * v + λ * w
Elems in V: Vektoren, Elems in 𝕂: Skalare
Kanonische Vektorräume
Vor.: 𝕂 Körper, n ∈ ℕ
𝕂n ist mit +: 𝕂n × 𝕂n → 𝕂n und *: 𝕂 × 𝕂n → 𝕂n ein 𝕂-Vektorraum
Gruppeneigenschaft von (𝕂,+) überträgt sich auf (𝕂n,+)
Rechenregeln Vektorräume
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum
∀v ∈ V, λ ∈ 𝕂:
0 * v = 0 (Vektor)
(-1) * v = -v
λ * 0 = 0 (beides Vektoren)
Definition Untervektorräume
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum
(U,+) ist UG von (V,+) und * muss in U abgeschlossen sein: *: 𝕂 × U → U
V und {0} sind immer UVR von V
Jeder (Unter-) Vektorraum muss durch 0 gehen (0 neutr. Elem von +)
Untervektorraumkriterium
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum, U ⊆ V nichtleer
U ist UVR von V, wenn ∀v,w ∈ U, ∀λ,µ ∈ 𝕂: λv + µw ∈ U
Separat: v,w ∈ U ⇒ v + w ∈ U und λ ∈ 𝕂, v ∈ U ⇒ λv ∈ U
Schnitte von UVR
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum, I beliebige nichtleere Indexmenge, Ui ⊆ V ∀i ∈ I UVR
U := ∩i∈I Ui ist UVR von V
Es gilt nicht für die Vereinigung (+ nicht abgeschlossen)
Definition Linearkombination
Vor.: v1, …, vn ∈ V (𝕂-Vektorraum), λ1, …, λn ∈ 𝕂
v = ∑ni=1 λivi → Linearkombination der vi mit Koeffizienten λi
Linearkombinationen sind Element des Vektorraums (+, * abgeschlossen auf V)
Sind alle vi ∈ U (UVR), ist auch jede Linearkombination von vi in U
Erzeugendensysteme
Vor.: v1, …, vm ∈ V
Menge aller Linearkombinationen: span{v1, …, vm} = {v ∈ V | ∃λ1, …, λm ∈ 𝕂: v = ∑mi=1 λivi}
U := span{v1, …, vm} UVR von V → Menge {v1, …, vm} ist Erzeugendensystem von U
Erzeugter Untervektorraum
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum, M ⊆ V
Durch M erzeugter Untervektorraum: span(M) = {∑mi=1 λivi | m ∈ ℕ, ∀i ∈ {1,…,m}: λi ∈ 𝕂, vi ∈ M}
M kann unendlich sein, aber LK sind immer aus endlich vielen Elementen
M ⊆ span(M)
M ist UVR <==> M = span(M)
Defintion Familien von Vektoren
Vor.: Indexmenge I, Vektorraum V
Abbildung I → V, i ↦ vi
Bezeichnung: (vi)i∈I, oder (v1, …, vn) bei I = {1, …, n}
Vektoren sind nach I geordnet, haben feste Plätze
Doppelte Vektoren erlaubt
Jede Menge M ⊆ V kann als Familie aufgefasst werden mit geeigneter Indexmenge
Definition Lineare Unabhängigkeit
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum
Endliche Familie von Vektoren (v1, …, vm) ⊆ V ist linear unabhängig, wenn ∑mi=1 λivi = 0 ==> ∀i ∈ {1, …, m}: λi = 0
Nullvektor mit l.u. Vektoren nur trivial darstellbar (all λ = 0)
Familie mit Dopplungen ist immer linear abhängig → kein Vektor darf durch andere darstellbar sein
Definition Lineare Unabhängigkeit beliebiger Familien
Familie M ⊆ V (Vektorraum) ist linear unabhängig, wenn jede ihrer endlichen Teilmengen linear unabhängig ist
Kriterium lineare Unabhängigkeit
Vor.: Vektorraum V, Familie M ⊆ V
M ist l.u. <==> jedes v ∈ span(M) hat nur eine Darstellung als L.K von Elementen aus M (eindeutig)
Definition Affine Untervektorräume
Vor.: Vektorraum V, U ⊆ V UVR, v ∈ V
v + U := {v + u | u ∈ U} ist affiner UVR von V
Jeder UVR ist auch ein affiner UVR, da 0 + U = U
Definition und Nutzen von Basen
Familie B ist Basis von Vektorraum V, wenn es ein linear unabhängiges Erzeugendensystem von V ist
B ist Basis von V <==> alle v ∈ V lassen sich eindeutig als L.K. aus Vektoren in B darstellen
Beweis B ist Basis: Es gilt span(B) = V und B ist l.u.
Basisauswahlsatz
Aus jedem endlichen Erzeugendensystem eines Vektorraums lässt sich eine Basis auswählen
Austauschlemma von Steinitz
Vor.: Vektorraum V, Basis B = (w1, …, wn), n ∈ ℕ, v ∈ V als L.K. in B als v = ∑ni=1 λivi, k so, dass λk ≠ 0
B’ := B ∪ {v} \ {wk}
Austauschsatz von Steinitz
Vor.: Vektorraum V, Basis B = (w1, …, wn), |B| = n, M = (v1, …, vr) ⊆ V l.u. Familie
Es gilt: r ≤ n, ∃n-r Elemente jr+1, …, jn ∈ {1, …, n} ∈ B, dass B’ := M ∪ (wj(r+1), …, wj(n)) Basis von V
Sense: Tausche r Elems aus B mit Elementen in M aus (Austauschlemma r-mal)
Länge einer Basis
Vor.: Vektorraum V mit Basis endlicher Länge |B|
Jede weitere Basis ist endlich und hat gleiche Länge
Definition Dimension
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum mit endlicher Basis B
dim V = |B|
Für B unendlich: dim V = ∞
Genauere Schreibweise: dim𝕂 V = |B|
dim 𝕂n = n
Polynome vom Grad ≤ n: dim Pn = n + 1, mögliche Basis B = (1, x, x2, …, xn)
Basisergänzungssatz
Zu jeder l.u. Familie M eines Vektorraums existiert eine Basis B mit M ⊆ B
Jeder Vektorraum besitzt eine Basis
Linear unabhängige Mengen und Basen
Vor.: Vektorraum V, dim V = n ∈ N
Jede l.u. Familie M ⊆ V mit n Elementen ist eine Basis
Dimension von Unterräumen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, W ⊆ V UVR
Es gilt: dim W ≤ dim V und dim W = dim V <=> V = W
Definition Summe von Unterräumen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, U1, U2 ⊆ V UVR
U1 + U2 := span(U1 ∪ U2)
Gilt auch für U1 + … + Um
U1 + U2 ist der kleinste UVR von V, der U1 und U2 enthält
Alle v ∈ U1 + U2 können als v = v1 + v2 mit vi ∈ Ui dargestellt werden → nur eindeutig, wenn U1 ∩ U2 = {0}, sonst nicht (0)
Definition Direkte Summe von Unterräumen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, U1, U2 ⊆ V UVR, U1 ∩ U2 = {0}
Dann ist U1 + U2 die direkte Summe U1 ⊕ U2
Eigenschaften von direkten Summen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, U1, U2 ⊆ V UVR
Für U := U1 + U2 sind äquivalent:
U = U1 ⊕ U2
∀v ∈ U ex. eindeutige Darstellung v = v1 + v2 mit vi ∈ Ui, i ∈ {1,2}
∀vi ∈ Ui, i ∈ {1,2} gilt v1 + v2 = 0 => v1 = v2 = 0
Dimensionen von Summen von Unterräumen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, U1, U2 ⊆ V UVR
dim(U1 + U2) = dim U1 + dim U2 - dim(U1 ∩ U2)
Definition Direkte Summen von mehr als zwei Unterräumen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, U1, …, Um ⊆ V UVR mit ∀k ∈ {1, …, m}: Uk ∩ (U1 + … + Uk-1 + Uk+1 + … Um) = {0}
Dann ist die direkte Summe der Vektorraum U1 ⊕ … ⊕ Um := span(U1 ∪ … ∪ Um)
Bedingung stärker als ∀i ≠ j; Ui ∩ Uj = {0} (z.B. x-Gerade darf nicht in y-z Ebene liegen)
Schnitt von UVR ist wieder UVR
Definition Komplement von Unterräumen
Vor.: U, W ⊆ V UVR von Vektorraum
W ist Komplement von U in V, wenn V = U ⊕ W
Jeder Unterraum U eines endlich-dimensionalen Vektorraums V besitzt (mind.) ein Komplement
Das Komplement ist i.A. nicht eindeutig