1. VerwR AT - ProzessR (AFK)

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20 Terms

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Aufbauschema AFK (§42 I Fall 1)

  • A. Zulässigkeit

    • I. Eröffnung d. Verwaltungsrechtswegs

      • 1. KEINE justizfreien Hoheitsakte

      • 2. Aufdrängende Spezialzuweisung

      • 3. Generalklausel (§40 I VwGO)

        • a) Off.-rechtliche Streitigkeit → (P)1

        • b) Nicht-verfassungsrechtlicher Art

      • 4. KEINE abdrängende Sonderzuweisung

    • II. Statthafte Klageart (§88 VwGO)

      • 1. VA

      • 2. KEINE Erledigung

    • III. Klagebefugnis (§42 II VwGO)

    • IV. Erfolgloses Vorverfahren (§§68 ff. VwGO) → (P)2,3,4

    • V. Klagefrist (§74 VwGO) → (P)5

    • VI. Klagegegner (§78 VwGO)

    • VII. Beteiligten- & Prozessfähigkeit (§§61, 62 VwGO)

  • B. Begründetheit → (P)a

    • I. RWK d. VA

      • 1. Taugliche EGL für d. VA

      • 2. Formelle RMK d. VA

        • a) Zuständigkeit

        • b) Verfahren (insb. §28 VwVfG)

        • c) Form (§§37, 39 VwVfG)

      • 3. Materielle RMK d. VA

    • II. Rechtsverletzung d. Klägers

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KEINE justizfreien Hoheitsakte

  • Beschlüsse d. Untersuchungsausschüsse (Art. IV 1 GG)

  • Gnadeentscheidungen (str.)

  • Politische Entscheidungen d. Regierung

3
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Aufdrängende Spezialzuweisung

  • Examensrelevant:

    • §54 I BeamtStG für Landesbeamte

    • §126 I BBG für Bundesbeamte

  • Erfassen Streitigkeiten aus einem Beamtenverhältnis

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Öff.-rechtliche Streitigkeit iSd §40 I VwGO

  • Streitigkeit ist immer dann öff.-rechtlich, wenn d. streitentscheidende(n) Norm(en) öff.-rechtlich sind / sofern d. Rechtsverhältnis, aus d. d. Klageanspruch abgeleitet wird, öff.-rechtlich ist

  • (P)1: Abgrenzungtheorien ÖffR vs. PrivatR

→ FEHLT: privatrechtliche Streitigkeit (§13 GVG)

5
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(P)1: Abgrenzungtheorien ÖffR vs. PrivatR

  • Subordinationstheorie: Rechtsverhältnis ist öff.-rechtlich, wenn zwischen d. Behörde & d. Bürger ein Über- / Unterordnungsverhältnis besteht, d. Staat also einseitig ggü. d. Bürger verbindliche Regelungen trifft

    • Kritik: auch Gleichordnungsverhältnisse können öff.-rechtlich sein (zB ÖR Vertrag, Leistungsverwaltung)

  • Modifiziert Subjektstheorie: Norm ist öff.-rechtlich, wenn sie ausschließlich einen Hoheitsträger berechtigt / verpflichtet

    • Kritik: dafür muss streitentscheidende Norm bekannt sein

  • 2 Stufen-Theorie:

    • Anwendungsbereich: Zugang zu öff. Einrichtungen, Vergabe von Subventionen

      • Also v.a. innerhalb d. LK

    • Differenzierung:

      • “Ob” d. Zugangs / Vergabe: stets öff.-rechtlich

      • “Wie” d. Zugangs / Vergabe: öff.-rechtlich ODER zivilrechtlich

  • Kehrseiteintheorie: eine Maßnahme, d. eine andere rückgängig macht hat stets d. selben Charakter wie d. rückgängig zu machende Maßnahme

  • Sachzusammenhang: Helfen d. anderen Abgrenzungstheorien nicht weiter, kommt es darauf an, ob d. umstrittene Maßnahme in einem engen Zusammenhang mit einer öff.-rechtlichen Tätigkeit / einem privatrechtlichen Handeln steht

    • zB: HausR in öff. Gebäuden, Äußerungen von Hoheitsträgern, kirchliches Glockengeläut

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Nicht-verfassungsrechtlicher Art

  • Streitigkeit ist verfassungsrechtlicher Art, wenn es um d. besonderen verfassungsrechtlichen Funktionen & Kompetenzen, also d. Können, Dürfen / Sollen, eines Verfassungsrechtssubjekt geht

→ FEHLT: Streitigkeit verfassungsrechtlicher Art (§13 BVerfGG)

7
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Abdrängende Sonderzuweisung

  • Normverweist d. öff.-rechtliche Streitigkeit an ein anderes Gerichtaußerhalb d. Verwaltungsgerichtsbarkeit

  • Examensrelevant:

    • §40 II 1 VwGO für StaatshaftungsR

    • §23 I EGGVG für POR

    • Gem. §40 I 2 VwGO Öffnung für Erlass von abdrängenden Sonderzuweisungen aus d. Landesrecht

      • zB §65a Fall 1 ASOG

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Statthafte Klageart (§88 VwGO)

  • Statthafte Klageart ist nach d. Begehren d. Klägers zu ermitteln (§88 VwGO)

  • Klagebegehren d. AFK: Aufhebung eines VA

  • Normalfall (§79 I Nr. 1 VwGO): Anfechtung d. Ausgangs-VA in Form d. Widerspruchsbescheids

    • Auslegung d Klagebegehrens: Kläger will Ausgangs- & Widerspruchsbescheid beseitigen, weil ihn beide belasten

      • Dieser Fall liegt vor, wenn es keine Hinweise auf eine separate RWK d. Widerspruchsbescheids gibt → Normalfall

  • Sonderfall (§79 I Nr. 2, II VwGO): Anfechtung d. Widerspruchsbescheids

    • Auslegung d Klagebegehrens: Kläger will Widerspruchsbescheid seperat angreifen

      • §79 I Nr. 2 VwGO: beschränkt nur darauf ("ist")

        • Ausgangsbescheid kann nicht angefochten werden, weil er nicht belastend ist ("erstmalige Beschwer" im Widerspruchsbescheid)

        • Hauptanwendungsfall: Ausgangs-VA ist begünstigend, wird von einem Dritten angefochten, Widerspruchsbescheid ist (erstmalig) belastend

      • §79 II 1 VwGO: Kläger hat Wahl (“kann auch”) auch Ausgangsbescheid anzugreifen

        • Ausgangsbescheid enthielt bereits eine (mildere) Belastung ("zusätzliche Beschwer" im Widerspruchsbescheid)

        • Hauptanwendungsfall: Ausgangs-VA ist belastend, Widerspruchsbescheid ist noch belastender

→ sog. reformatio in peius


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Verwaltungsakt (§35 S. 1 VWVfG)

  • Maßnahme

    • Maßnahme (weite Auslegung): Jedes Verhalten mit Erklärungsgehalt

      • Konkreter Hinweis, an welches Verhalten d. Prüfung anknüpft

  • Behörde

    • Behörde (§1 IV VwVfG): verwaltungsverfahrensrechtlicher Behördenbegriff (Substraktionstheorie: alles was nicht Judikative, Legislative & Gubernative ist)

      • Organisatorischer Behördenbegriff: Jede Stelle. d. aufgrund Gesetzes eingerichtet ist, im Bestand vom Personenwechsel unabhängig ist & im eigenen Namen nach Außen handelt

  • Auf Gebiet d. ÖffR

    • ÖffR iSv VerwR

      • NUR d. Rechtsgrundlage muss öff.-rechtlich sein, NICHT auch d. Rechtsfolge

  • Hoheitlich

    • Hoheitlich: Maßnahme muss im Über-/Unterordnungsverhältnis ergehen → Einseitigkeiteit, Subordinationsverhältnis

  • Regelung

    • Regelung: Maßnahme muss final (einseitig)  auf d. Setzung einer Rechtsfolge gerichtet sein → Indizien:

      • Liegt eine d. typischen Regelungsarten vor:

        • Gebot,

        • Verbot, 

        • Leistungsverweigerung,

        • Leistungsbewilligung, 

        • Rechtsgestaltende Regelungen, 

        • Dingliche Regelungen & 

        • Feststellende Regelungen

      • EGL mit VA-Befugnis?

  • Einzelfall

    • Ein Einzelfall liegt vor, wenn d. Charakter d. Maßnahme:

      • (1) konkret-individuell

      • (2) abstrakt-individuell

      • (3) konkret-generell (§35 S. 2 VwVfG)

  • Unmittelbare Außenwirkung

    • Unmittelbare Außenwirkung: Maßnahme ist final darauf gerichtet, Rechtsfolgen ggü. einem Rechtssubjekt herbeizuführen, d. außerhalb d. handelnden Verwaltungsträgers steht→ Rechtsträgerverschiedenheit

→ Nähere Behandlung & mögliche Probleme iRd KK zum Materiellen VerwR AT

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KEINE Erledigung d. VA

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Klagebefugnis (§42 II VwGO)

  • Sinn & Zweck: Ausschluss von Popularklagen & d. gewillkürten Prozessstandschaft

  • Möglichkeitstheorie: es muss nach substantiiertem Sachvortag d. Klägers zumindest d. Möglichkeit bestehen, d. dieser in einem subj.-öff. Recht verletzt ist

  • Subj.-öff. Rechte sind solche, d. zumindest auch d. Schutz von Individualinteressen dienen & bei denen d. Kläger zum geschützten Personenkreis gehört

    • Kann in Fällen d. Drittanfechtung problematisch sein, weil es dort einer drittschützenden Norm bedarf

  • iRd AFK: Adressatentheorie

    • Als Adressat einer belastenden Maßnahme kommt immer eine Verletzung d. Rechts d. Klägers auf allg. Handlungsfreiheit gem. Art. 2 I GG in Betracht & dieser ist somit Klagebefugt

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Erfolgloses Vorverfahren (§§68 ff. VwGO)

  • 1. Notwendigkeit

    • a) Grds. erforderlich

    • b) Ausnahmen

      • Widerspruchsverfahren muss NICHT durchgeführt werden, weil:

        • Durchführung unzulässig → Widerspruch wird von d. Widerspruchsbehörde als unzulässig zurückgewiesen

          • §68 I 2 1. Hs, Nr. 1, Nr. 2 VwGO

          • zB: §5 VwVfG Bln iVm FörmVfVO iVm §70 VwVfG

        • Durchführung entbehrlich → Widerspruch ist nicht erforderlich, aber zulässig

  • 2. Form- & Fristgerechter Widerpsruch d. Klägers

    • a) Widerspruch d. Klägers

      • Beteiligtenfähigkeit d. Klagers (§§79, 11 VwVfG)

      • Handlungsfähigkeit (§§79, 12 VwVfG)

    • b) Einhaltung d. Widerspruchsfrist

      • Fristbeginn (§70 I 1 VwGO):

        • Ab Zustellung d. VA (§41 V VwVfG iVm §7 VwVfG Bln iVm §§2 ff. VwZG) 

          • Zustellung als besondere Form d. Bekanntgabe erfolgt, wenn Rechtsvorschrift / behördliche Anordnung dies bestimmt (§1 II VwZG)

        • Ab Bekanntgabe (§41 I, II VwVfG)

        • Ab fingiertem Zugang durch öff. Bekanntgabe (§41 IV VwVfG)

      • Dauer d. Widerspruchsfrist:

        • §70 I VwGO: 1 Monat ab Bekanntgabe

        • §70 II, 58 II VwGO: 1 Jahr ab Verkündung

      • Fristberechnung:

        • Gem. § 57 II VwGO, § 222 I ZPO, §§ 187 ff. BGB

      • Fristwahrung:

        • NUR durch Einlegung bei zuständiger Behörde (Ausgangs- / Widerspruchsbehörde).

        • Wird Widerspruch bei unzuständiger Behörde erhoben, hat diese Widerspruch an zuständige Behörde weiterzuleiten

          • Geschieht dies nicht innerhalb d. Widerspruchsfrist, ist d. Frist NICHT gewahrt

        • (P)2: Heilung d. Nichteinhaltung d. Frist möglich?

    • c) Einhaltung d. Form (§70 I 1 VwGO)

      • Sonstige Fehler im Vorverfahren, zB Unzuständigkeit d. Widerspruchsbehörde, stehen d. Zulässigkeit d. Klage nicht entgegen.

      • Grund: Solche Fehler können Kläger nicht zugerechnet werden

  • 3. Widerpsruchsbescheid / §75 VwGO

    • (P)3: Vollständiges Fehlen d. Vorverfahrens heilbar?

    • (P)4: Sonderform Untätigkeitsklage gem. §75 VwGO

  • Sonderform d. Reformatio in peius: Vorverfahren ENTBEHRLICH, obwohl AFK

    • Gem. §68 I 2 Nr. 2 VwGO KEIN Widerspruch gegen d. Widerspruchsbescheid

      • Gilt auch iFd §79 II 1 VwGO

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(P)2: Heilung d. Nichteinhaltung d. Frist möglich?

  • Heilung möglich, wenn sich d. Widerspruchsbehörde als “Herrin d. Verfahrens“ NICHT aus d. Fristenverstoß beruft, sondern inhaltlich über d. Widerspruch entscheidet

  • AUSNAHME: durch Fristablauf hat ein Dritter eine bestandskräftige Position erlangt, da dann dessen schutzwürdiges Vertrauen d. Heilung entgegensteht

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(P)3: Vollständiges Fehlen d. Vorverfahrens heilbar?

  • Grds. Heilung NICHT möglich, weil d. Rechtsträger d. Ausgangsbehörde verklagt wird (§78 I Nr. 1 VwGO), d. NICHT “Herrin d. Vorverfahrens ist“

  • AUSNAHME: Ausgangs- & Widerspruchsbehörde sind identishc & Behörde lässt sich inhaltlich auf d. Klage ein, rügt also nicht d. fehlende Vorverfahren

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(P)4: Sonderform Untätigkeitsklage gem. §75 VwGO

  • NUR innerhalb d. Vorverfahrens anzusprechen

  • Stellt KEINE eigene Klageart dar, sondern ist lediglich eine Ausnahme zu d. grds. Notwendigkeit d. Durchführung eines Vorverfahrens

  • VSS:

    • (1) KEINE sachliche Entscheidung über Widerspruch / Antrag auf Vornahme eines VA, insb. bei bloßen Sachstandsmitteilungen

    • (2) Ablauf einer angemessenen Frist für d. Entscheidung

      • gem. §75 S. 2 VwGO idR 3 Monate, es sei denn, es gibt einen sachlichen Grund für eine längere Frist

        • Also Umstände, d. d. Verwaltung nicht zu vertreten hat, zB besondere tatsächliche / rechtliche Schwierigkeiten

    • (3) Rechtsfolge

      • Kläger muss nicht auf Widerspruchsbescheid warten, sondern kann direkt Klage erheben

      • Aus diesem Grund läuft auch keine Klagefrist

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Klagefrist (§74 VwGO)

  • Klagefirst wird ausgelöst durch Zustellung d. Widerspruchsbescheids

    • §74 I 1 VwGO verweist auf d. VwZG d. Bundes

    • Zustellung (§2 I VwZG): Bekanntgabe eines schriftlichen / elektronischen Dokuments in d. im VwZG bestimmten Form

      • Bekanntgabe: amtlich veranlasste Möglichkeit d. Kenntnisnahme

  • §4 II 2 VwZG beinhalten d. 4-Tages-Fiktion

    • Wirkt ausschließlich zugunsten d. Adressaten → tatsächlicher, früherer Zugang d. Einschreibens inst unschädlich

    • ABER: gilt ausschließlich für Übergabe-Einschreiben

      • Bei Einschreiben mit Rückschein ist d. Tag maßgeblich, d. auf d. Rückschein notiert ist

    • Einwurf Einschreiben ist gem. §4 I VWZG NICHT zulässig

  • Unterschied zu §41 II VwVfG: dieser befasst sich mit d. “einfachen“ Brief, währen §4 VwZG dl. EInschreiben regelt

    • Behörde wird Einschreiben wählen, wenn es ihr darauf ankommt, d. Fristbeginn sicher nachweisen zu können

  • §57 II VwGO iVm §222 I ZPO iVM §187 ff. BGB gilt für Fristberechnung

    • Insb. §193 BGB

  • (P)5: Möglichkeiten bei Ablauf d. Klagefrist

  • Sonderform d. Reformatio in peius: da kein erneutes Vorverfahren stattfindet gilt §74 I 2 VwGO

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(P)5: Möglichkeiten bei Ablauf d. Klagefrist

  • Evtl. Jahresfrist wegen fehlerhaften / fehlender Rechtsbehelfsbelehrung (§58 I, II VwGO)

    • Hat KEINEN Einfluss auf formelle RMK d. behördlichen Handelns in d. Begründetheit

    • Obligatorischer Inhalt: MindestVSS d. Rechtsbehelfsbelehrung gem. §58 I VwGO

      • Fehlt nur 1 dieser VSS, liegt automatische eines Jahresfrist gem. §58 II VwGO vor

    • Fakultativer Inhalt (Alles-oder-nichts-Prinzip): Aspekte, d. über d. MindestVSS hinausgehen

      • Sind diese fehlerhaftm muss geprüft werden, ob d. jeweilige Fehler geeignet war, d. Einlegung d. Rechtsbehelfs nennenswert zu erschweren & so d. Folge d. §58 II VwGO auszulösen

  • Evtl. Wiedereinsetzung in d. Vorherigen Stand (§60 VWGO)

  • Ziel: Durchbrechung d. Bestandskraft behördlicher Entscheidungen / Rechtskraft gerichtlicher Entscheidungen, wenn d. Betroffene d. jeweilige Rechtsbehelfsfrist unverschuldet versäumt hat

  • VSS:

    • (1) Fristversäumnis

    • (2) Antrag auf Wiedereinsetzung / mind. Nachholung d. Rec htshandlung innerhalb d. Antragsfrist (§60 I, II 1, 3, 4 VwGO)

    • (3) Ohne Verschulden

      • Sorgfaltsmaßstab: gewissenhafter Verfahrens-/Prozessbeteiligter

    • (4) Glaubhaftmachung (§§60 II 2, 173 S. 1 VwGO iVm §294 ZPO)

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Klagegegner (§78 VwGO)

  • Berlin: IMMER §78 I Nr. 1 VwGO

    • NIE §78 I Nr. 2 VwGO, weil d. Landesgesetzgeber von d. Öffnungsklausel kein Gebrauch gemacht hat

  • §78 I Nr. 1 VwGO: Rechtsträgerprinzip → Klagegener ist niemals d. Handelnde Behörde, sondern d. Rechtsträger dieser Behörde

    • In Berlin also IMMER d. Land Berlin

  • Juristische Personen: von d. Rechtsordnung als selbstständige Träger anerkannte Personenvereinigungen / Vermögensmassen

  • Jur. Personen d. ÖffR sind selbstständige Träger öff. Verwaltung, d. auf einem staatlichen Hoheitsakt (Gesetz) beruhen

    • Körperschaften: Organisierte Zusammenschlüsse einer Mehrzahl von Personen, d. einen öff.-rechtlichen Zweck verfoglen, wobei d. Mitglieder einen Einfluss auf d. Willensbildung haben

    • Anstalten: Bestand von sachlichen & personalen Mitteln, d. in d. Hand eines Trägers öff. Verwaltung einem bestimmten öff. Zweck dauernd zu dienen bestimmt ist

    • Stiftungen: öff.-rechtliche, mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestattete Vermögensmasse, d. vom Stifter einem bestimmten Zweck gewidmet ist

  • Jur. Personen d. PrivatR richten sich wegen d. gewählten Form nach Vorschriften d. PrivatRm auch wenn ein öff. Zweck verfolgt werden sollte

  • Sonderform d. Reformatio in peius: Rechtsträger d. Widerspruchsbehörde ist Klagegegner, weil d. Widerpsurchsbescheid angegriffen wir d8§§79 II 3, 78 I Nr. 1, II VwGO)

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Begründetheit d. AFK - Beurteilungszeitpunkt

  • hM: Abstellen auf Zeitpunkt d. VA  → also letzte behördliche Entscheidung (idR Zeitpunkt d. Widerpsurchsbescheids)

    • AUSNAHME: AFK bei Dauer-VA / noch nicht vollzogenem VA

      • Rückausnahmen: §35 VI GewO, §7 II PassG, Art. 14 GG iRv Dritt-AFK

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(P)a: Begründetheit d. reformatio in peius

  • I. Taugliche EGL

    • eA: §§48, 49 VwVfG

      • Weil “Verböserung“ eines VA d. Aufhebung d. für d Adressaten günstigieren Ausgangs-VA darstellt muss schutzwürdes Vertrauen d. Adressaten ausreichend berücksichtigt werden

    • hM: EGL für d. Widerspruchsbescheid ist, wie sonst auch, d. EGL für d. Ausgangsbescheid

      • Mit seinem Widerspruch verlangt d. Widerspruchsführer genau d., eine erneute SUbsumtion am Maßstab d. EGL d. Ausgangs-VA

  • II. Formelle RMK

    • 1. Zuständigkeit

    • → ist Widerspruchsbehörde überhaupt entscheidungsbefugt & damit zuständig, wenn sie nicht identisch mit d. Ausgangsbehörde ist (§73 I 2 VwGO)?

      • hM: Zuständigkeit (+)

        • Widerspruchsbehörde ist für eine "Verböserung" entscheidungsbefugt, wenn: 

          • Sie mit d. Ausgangsbehörde identisch ist 

          • Sie zugleich Aufsichtsbehörde & ggü. d. Ausgangsbehörde umfassend weisungsbefugt ist

        • Folge: “Verböserung” muss von d. Materiellen EGL gedeckt sein

        • Arg: Verfahrensökonomie

          • Es ist unerheblich, ob d. Widerspruchsbehörde d. VA selbst erlässt / d. Ausgangsbehörde zu seinem Erlass anweist

          • Setzt allerdings voraus, d. Widerspruchsbehörde nocht auf eine bloße Rechtsaufsicht beschränkt ist, d in diesem Fall keine umfassende Kontrolle d. Ausgangs-VA möglich ist

      • mM: Zuständigkeit (-)

        • Folge: ggf. Zuständigkeit durch Selbsteintrittsrecht prüfen

          • Dann liegt allerdings kein Widerspruchsbescheid, sondern ein neuer Ausgangs-VA vor, gegen d. Widerspruch erhoben werden kann

        • Arg: Umgehung d. Sachentscheidungskompetenz d. Ausgangsbehörde

    • 2. Verfahren

    • 3. Form

  • III. Materielle RMK

    • Verfassungsmäßigkeit d. rip

      • eA: (-), wegen Art. 19 IV GG

      • hM: (+), Art. 19 IV GG ist rechtswegsgarantie, nicht rechtserfolgsgarantie