VL:12 Schlaf und sedierende Arzneimittel

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Antipsychotika Angriffspunkte

  • Blockade von Dopaminrezeptoren

    • Antipsychotische Wirkung (Mesolimbisches-mesokortikal)

    • EPS (nigrostriatal)

    • Hyperprlaktinämie (tuberoinfundibulär)

  • Blockade von Serotoninrezeptoren (5HT2A-Rezeptoren)

    • Antipsychotische Wirkung (Negativsymptome)

  • Außerdem andere Rezeptoren:

    • Antihistamin → Sedierend

    • Anticholinerg → Atropinartig

    • Antiadrenerg → Vasodilatation (Gefäßerweiterung)

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Antipsychotika Einteilung

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Benzodiazepine

Beispiele, Wirkung

  • Benzodiazepine z.B. Diazepam, Lorazepam

  • Z-Substanzen (Zopiclon, Zolpidem) Modulation am GABA Rezeptor

  • Barbiturate (z.B. Thiopental, Phenobarbital) immitiert GABA leicht überdosierbar

  • Wirkt Sedierend, anxiolytisch (angstlösend), hypnotisch, Krampflösend

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Relevante Geschlechtsunterschiede

  • Frauen vulnerable für QT-Zeit Verlängerungen

  • Frauen haben geringeren Körperwassseranteil (höherer Dosis ausgeliefert)

  • Frauen Metabolismus Östrogenabhängig

  • Frauen mehr Körperfett → längere Wirkdauer, Dosisintervall verlängern

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Gebrauch von Benzodiazepine

  • Absetzphänomene (REBOUND): psychomotorische Unruhe, Schlaflosigkeit, Ängstlichkeit → Ausschleichen der Therapie

  • Entzugssymptome: Krampfanfälle, schwere Depression, Delir, Psychose → max 4-8 Wochen Therapiedauer

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Risikofaktoren Abhängigkeit Benzodiazepine

  • Überforderungssymptomatik

  • Suchterkrankungen inkl. Nikotin

  • Psychiatrische Komorbidität (z.B. Depression)

  • Angehörige medizinischer Berufe (einfachere Verfügbarkeit)

  • Ältere Patienten

  • Frauen

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Abhängigkeitstypen, Therapie

Abhängigkeitstypen

  • Niedrigdosis-Abhängigkeit: fortgesetzte andauernde Einahme

  • Hochdosis-Abhängigkeit: Dosissteigerung, Toleranzenntwicklung, Kontrollverlust

Therapie:

  • Beratung- und Kurzintervention

  • Schrittweiser Entzug

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5-K Regel Medikamentenabhängigkeit

Klare Indikation

Kleinst mögliche Dosis

Kürzester möglicher Zeitraum

Kein abruptes Absetzen

Kontraindikationen beachten (z.B. Suchterkrankungen)

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Benzodiazepine & Z-Drug (BRZA) Absetzten

  • Weiter Einahme → anderen Schlafstörungen (z.B. restless Legs)

  • Unbehandelte Angst, Depression, physische oder mentale Störung

<ul><li><p>Weiter Einahme → anderen Schlafstörungen (z.B. restless Legs) </p></li><li><p>Unbehandelte Angst, Depression, physische oder mentale Störung </p></li></ul><p></p>
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Was gehört zu einer guten Schlafhygiene?

Schlafhygiene in der Primärversorgung

  1. Nur ins Bett gehen, wenn man wirklich müde ist → Das Bett wird mit Schlaf statt mit Wachsein verknüpft.

  2. Das Bett nur zum Schlafen (und für Intimität) nutzen → Nicht im Bett lesen, fernsehen oder am Handy sein.

  3. Wenn nach 20–30 Minuten kein Schlaf eintritt, das Schlafzimmer verlassen → Ruhige Tätigkeit ausüben, bis wieder Müdigkeit einsetzt.

  4. Falls nach dem Zurückgehen ins Bett erneut kein Schlaf eintritt, Schritt 3 wiederholen → Verhindert Frustration und Grübeln im Bett.

  5. Jeden Morgen zur gleichen Zeit mit einem Wecker aufstehen → Stabilisiert den Schlaf-Wach-Rhythmus.

  6. Tagsüber keine Nickerchen machen → Erhöht den Schlafdruck für die Nacht.

  7. Nach mittags kein Koffein mehr konsumieren → Koffein kann das Einschlafen erschweren.

  8. In den letzten 2 Stunden vor dem Schlafengehen Sport, Nikotin, Alkohol und große Mahlzeiten vermeiden → Fördert einen ruhigeren und erholsameren Schlaf.

Schlafhygiene in Pflegeeinrichtungen

  1. Vorhänge tagsüber öffnen → viel helles Tageslicht fördert den Tag-Nacht-Rhythmus.

  2. Lärm (z. B. Alarme) möglichst reduzieren → verhindert unnötiges Aufwachen.

  3. Tagsüber aktivieren und Schlafen am Tag vermeiden → erhöht die Müdigkeit am Abend.

  4. Mittagsschlaf begrenzen → maximal 30 Minuten, keine Nickerchen nach 14 Uhr.

  5. Abends ein warmes koffeinfreies Getränk oder warme Milch anbieten → wirkt beruhigend und fördert das Einschlafen.

  6. Vor dem Schlafengehen Essen, Koffein und Rauchen einschränken → verbessert die Schlafqualität.

  7. Vor dem Zubettgehen zur Toilette gehen → verringert nächtliches Aufwachen.

  8. Regelmäßige Schlafens- und Aufstehzeiten einhalten → stabilisiert den biologischen Rhythmus.

  9. Nachts nicht für routinemäßige Pflege wecken → unnötige Schlafunterbrechungen vermeiden.

  10. Rückenmassage oder sanfte Massage anbieten → fördert Entspannung und erleichtert das Einschlafen.

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Wie wird Kognitive Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen eingesetzt?

Was ist die kognitive Verhaltenstherapie (CBT)?

  • Die kognitive Verhaltenstherapie umfasst 5–6 Sitzungen, in denen Wissen über Schlaf und Schlafstörungen vermittelt wird. Außerdem werden Strategien wie Stimuluskontrolle, Schlafrestriktion, Schlafhygiene, Entspannungsübungen und unterstützende Beratung eingesetzt.

Wirkt sie?

  • Ja. Studien zeigen, dass die kognitive Verhaltenstherapie den Schlaf verbessert und die positiven Effekte auch langfristig bestehen bleiben.

Wer kann sie durchführen?

  • In der Regel wird sie von klinischen Psychologen durchgeführt. Auch andere entsprechend geschulte Fachkräfte können Teile der Therapie oder die Schlafberatung anbieten. Zusätzlich gibt es Selbsthilfeprogramme.

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Melatonin

  • Ein körpereignes “Schlafhormon”

  • Endogen aus Serotonin synthetisiert

  • Bei Kindern aus dem Autismusspektrumstörungen scheinbar reduziert vorhanden (keine Normwerte)

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Kritikpunkte an Melatonin

→ auch hier 5-KRegeln beachten

  • Dosisschwankungen wenn Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird

  • Einnahme findet oft ohne ärztliche Kontrolle statt (Nicht verschreibungspflichtig)

  • Kann Wachstumshormone & BZ-spiegel beeinflussen (Kontraindikation bei Kindern)

  • Kein Wissen Bei Nieren- & Leberfunktionsstörungen, Schwangerschaft & Stillzeit

  • Multiple Interaktionen mit Antidepressiva und Antipsychotika möglich

CYP3 & 4 erhöht durch Melatonin → andere Medikamente schneller abgebaut

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Zusammenfassung Schlaf und sedierende Arzneimittel

  • Schlafmedikamente nur zusätzlich zur Schlafhygiene einsetzen → Zuerst sollten nicht-medikamentöse Maßnahmen (z. B. Schlafhygiene oder kognitive Verhaltenstherapie) angewendet werden. Medikamente sind nur eine Ergänzung.

  • Bei kurzfristigen Schlafstörungen geeignet → Zum Beispiel, wenn die Schlafprobleme durch eine vorübergehende Belastung oder Stress verursacht werden.

  • Möglichst Medikamente mit kurzer Wirkdauer verwenden → Z. B. Z-Substanzen oder bestimmte Benzodiazepine, damit sie am nächsten Tag möglichst wenig nachwirken. Achtung: Es besteht ein Abhängigkeitsrisiko, deshalb nur kurzzeitig anwenden.

  • Bei länger anhaltenden Schlafstörungen → Falls Medikamente länger benötigt werden, werden häufig niedrig dosierte Antidepressiva oder Antipsychotika eingesetzt, da sie ein geringeres Risiko für Abhängigkeit haben als Benzodiazepine.