Störungen im Bereich von Morphologie und Syntax: Kompensierter Dysgrammatismus

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Diese Flashcards decken die Definitionen, Symptome, diagnostischen Mittel und theoretischen Grundlagen (Stellungsfeldermodell) zum Thema kompensierter Dysgrammatismus basierend auf der Vorlesung von Prof. Dr. S. Costard ab.

Last updated 8:56 AM on 5/19/26
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15 Terms

1
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Kompensierter Dysgrammatismus

Eine Strategie bei Kindern im Vorschul- oder Grundschulalter, grammatische Probleme durch die Produktion starrer, mehr oder weniger auswendig gelernter Satzmuster (vor allem SPO) zu kompensieren.

2
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V2 (Verbzweitstellung)

Eine grammatische Regel im Deutschen, bei der das finitierte Verb an der zweiten Position im Aussagesatz steht; wird laut PLAN typischerweise zwischen dem 30.30. und 36.36. Lebensmonat erworben.

3
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Topikalisierung

Die Besetzung des Vorfeldes durch Satzglieder, die normalerweise nicht satzeinleitend in Subjektposition vorkommen, wie z.B. infinite Verben, Akkusativobjekte oder Adverbiale.

4
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Stellungsfeldermodell

Ein linguistisches Modell zur Analyse deutscher Sätze, unterteilt in Vorfeld, linke Klammer (finites Verb bei V1/V2), Mittelfeld und rechte Klammer (verbale Teile bei V-end oder Verbkomplexe).

5
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Vorfeld

Der Teil des Satzes im Stellungsfeldermodell, der vor der linken Klammer steht und im Aussagesatz durch genau eine Konstituente besetzt wird.

6
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SPO-Struktur

Die Abfolge von Subjekt-Prädikat-Objekt; beim kompensierten Dysgrammatismus wird diese Struktur oft unflexibel und starr aneinandergereiht.

7
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Modalverbkonstruktionen

Sätze mit Verben wie „dürfen“, „können“, „mögen“, „müssen“, „sollen“ oder „wollen“, die bei kompensiertem Dysgrammatismus häufig genutzt werden, um das inhaltliche Verb in der Endposition zu belassen.

8
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Kopulastrukturen

Satzbau mit Verben wie „sein“, „werden“ oder „bleiben“ (z.B. „ich bin durstig“), die von Kindern mit kompensiertem Dysgrammatismus überproportional häufig verwendet werden.

9
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TSVK

Test zum Satzverstehen von Kindern; ein Diagnostikverfahren zur Überprüfung rezeptiver Fähigkeiten, insbesondere bei Wortstellungsvariationen im Aktivsatz.

10
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PDSS

Patholinguistische Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen; ein Verfahren zur qualitativen und quantitativen Analyse von Phonologie, Lexikon, Syntax und Morphologie.

11
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PLAN (Patholinguistischer Therapieansatz)

Ein Therapiekonzept für Kinder mit SES, das im Bereich Syntax und Morphologie die Korrektur der Verbstellung und die Flexibilisierung von Satzstrukturen zum Ziel hat.

12
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V-end (Verbletztstellung)

Die charakteristische Stellung des finiten Verbs am Ende eines untergeordneten Nebensatzes (z.B. eingeleitet durch „weil“ oder „ob“).

13
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V1 (Verberststellung)

Die Satzstruktur, bei der das finite Verb an erster Stelle steht, typisch für Entscheidungsfragen (z.B. „Hast du eine Blume?“).

14
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Du-Trigger

Ein in der Therapie eingesetzter Reiz zur Provokation der Subjekt-Verb-Kongruenz, um die korrekte Flexion und Stellung des Verbs zu fördern.

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Präpositionalobjekt

Ein Satzglied, bei dem das Verb mit einer festen Präposition verbunden ist, die im Vorfeld stehen kann (z.B. „Nach dem Buch fragt Peter“).