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Phonetische Störungen Merkmale
Sprechstörung → Fehlbildungen aufgrund artikulationsmotorischer Schwierigkeiten
Ziellaut wird meistens durch nicht muttersprachlichen Laut ersetzt
Ziellaut wird konstant ersetzt
Ziellaut wird konsequent (immer in gleicher Weise) ersetzt
Ziellaut befindet sich nicht im Lautinventar und kann isoliert nicht gebildet werden → Stimulierbarkeitsprobe negativ
oft in Kombination mit FOFS
Sigmatismus
interdentalis:
→ Zungenspitze zwischen die Zähne gepresst
→ Luftstrom gebremst, fächerförmig, Verwirbelungen an Zähnen
→ Klang: dumpf, unscharf
addentalis:
→ Zungenspitze gegen die Zähne gepresst
→ Luftstrom gebremst, fächerförmig, Verwirbelungen an Zähnen
→ Klang: dumpf, unscharf
Behandlungsbedarf phonetische Störungen
→ [s] & [z] oft bis ind 6.Lebensjahr phonetisch nicht sicher realisiert
→ Therapiebedarf ca. 6⁃12 Monate nach Erreichen Erwerbsalter
Phonologische Störungen Merkmale
Sprachstörung → Schwierigkeiten bei regelhafter Anwendung der Laute
Artikulation durch phonologische Prozesse gekennzeichnet
Ziellaut/Ziellautverbindung wird inkonstant ersetzt, ausgelassen
Ziellaut wird inkonsequent (auf unterschiedliche Weise) ersetzt, ausgelassen
Ziellaut befindet sich im Lautinventar und kann isoliert gebildet werden → Stimulierbarkeitsprobe positiv
Kein Zusammenhang FOFS
Phonologische Prozesse


Hilfen
Aufforderung SK → bei fluktuierender Aufmerksamkeit
Verbale Hilfen:
erarbeitete Parameter zur Lautbildung
Erarbeitete Lautmerkmale
Erarbeitete Wortstrukturen
Vorstellungshilfen
Betonen, dehnen der Zielstruktur
Visuelle Hilfen:
Mundbild Therapeutin
Spiegel
Abbildungen
Referenzkarten
Motivationshilfen:
Lob
Erfolge verdeutlichen, dokumentieren
Token sammeln
selbstbestimmte Zeit am Ende der BE
Steigerungen
Rezeptive Übungen
Lautebene weiter Kontrast ⁃ enger Kontrast
Silbenebene Onset ⁃ Koda
Wortebene Onset ⁃ Koda ⁃ Onset 2. Silbe
Produktive Übungen phonetisch
Lautebene, Silbenebene, Wortebene, Satzebene
Gelenkte Rede
Spontansprache
Produktive Übungen phonologisch
Minimalpaare
Stabilisierung auf Wortebene, Satzebene
Generalisierung und Transfer
Therapiebereiche Phonetische Therapie
1 Hörtraining
2 Artikulationsübungen
3 Mundmotorik
4 Elternarbeit
TB Hörtraining Ziele
Fremdwahrnehmung
→ Sensibilität für Ziellaut verbessern
→ Ziellaut sicher erkennen
→ Ziellaut sicher vom fehlgebildeten Laut unterscheiden
Selbstwahrnehmung
→ Sensibilität für eigene Lautbildung verbessern
→ sich selbst zuhören, auf einzelne Laute horchen
→ bei eigener Produktion Ziellaut sicher vom fehlgebildeten Laut unterscheiden
TB Artikulationsübungen Ziele
→ Einzellautbehandlung
→ Anbahnen und Festigen eines nicht im Lautinventar vorhandenen oder fehlgebildeten Lautes
TB Hörtraining Übungsbereiche und typische Übungen
ÜB 1: Identifikation
→ Erkennen des Ziellautes in Laut⁃, Silben⁃ und Wortreihen
ÜB 2: Differenzierung
→ Unterscheiden des Ziellautes von Vergleichslauten/vom fehlgebildeten Laut in Laut⁃, Silben⁃, Wortreihen
Üb 3: Lokalisation
TB Artikulationsübungen Übungsbereiche und typische Übungen
ÜB 1: Lautanbahnung
ÜB 2: Stabilisierung des Lautes
→ Artikulation des Ziellautes auf Laut⁃, Silben⁃, Wortebene oder im Satzkontext
ÜB 3: Transfer in die Spontansprache
Methoden Lautanbahnung
Imitationsmethode
→ T als Vorbild, Kind ahmt Lautbildung nach
→ wichtig: stark ausgeformte Artikulation von T, Spiegel zum Vergleichen des imitierten Mundbildes mit eigenem
Ableitungsmethode
→ Ziellaut wird aus korrekt artikuliertem Laut (phonetisch gemeinsame Merkmale) abgeleitet
→ oft wird beherrschte Laut schnell aufeinanderfolgend artikuliert und geht dann in Ziellaut über
Anbahnung aus Geräusch/Vorstellungshilfen
→ aus nicht⁃sprachlichen Geräusch abgeleitet
→ Geräusch wird im Rahmen von Spielhandlungen evoziert (Tiergeräusche) und mit Vorstellungshilfen kombiniert
Instruktionsmethode/phonetische Lokalisation
→ T gibt in kinngerechter Form verbale Anweisungen zur Lautbildung
Mögliche Parameter:
Artikulationsmerkmale
Bewegungsablauf
Luftstrom
Mögliche Hilfen:
Visualisierung der Lautbildung
ggf. taktile Reize
Phonologie Therapie
TB Wortstruktur und Wortbetonung (Einstieg 1)
TB Wahrnehmung lautlicher Eigenschaften (Einstieg 2) → MPA → Stabilisierung in der Produktion
TB WN lautlicher Eigenschaften Übungsbereiche und typische Übungen
ÜB 1: Wahrnehmung von Silbenstrukturen
ÜB 2: Wahrnehmung von Lauten (Identifikation, Differenzierung)
SK einführen
Erkennen von Ziel⁃ und Ersatzlaut in Laut⁃ und Wortreihen
Unterscheiden von Ziel⁃ und Ersatzlaut in Laut⁃ und Wortreihen
ÜB 3: Wahrnehmung von Lautmerkmalen
TB Minimalpaararbeit Übungsbereiche
ÜB 1: MPA mit unterschiedlichen Silbenstrukturen
ÜB 2: MPA mit Phonemkontrasten
Unterscheiden von Ziel⁃ und Ersatzlaut in MP
Produzieren von Ziel⁃ und Ersatzlaut in MP
ÜB 3: MPA mit Lautmerkmalen
Unterscheiden von exemplarischen Ziel⁃ und Ersatzlauten in MP
Produzieren von exemplarischen Ziel⁃ und Ersatzlauten in MP
ÜB 4: MPA mit kontextbedingten Kontrasten
Phasen Minimalpaararbeit
1 Hinführung
2 Entiwcklungsauslösender Konflikt
3 Absicherung
4 Ausweitung
Hinführung
→ Heranführen an entwicklungsauslösenden Konflikt durch MP mit maximaler Opposition
→ nur für MPA mit Phonemkontrasten relevant
1 → MP Ersatzphonem vs. Vergleichsphonem weiter Kontrast (rez)
2 → MP Zielphonem vs. Verglecihsphonem weiter Kontrast (rez)
Entwicklungsauslösender Konflikt
→ Missverständnisse zischen 2 Bedeutungen werde gezielt herbeigeführt
→ Konflikt entsteht, wenn gemeintes und gesagtes nicht übereinstimmen
→ Konflikt soll Kind anregen, Aussprache zu korrigieren
1 → MP mit Ziel vs. Ersatzstruktur (rez)
2 → weiteres MP mit Ziel vs. Ersatzstruktur (rez)
3 → Rollentausch, produktive Übung → Entiwcklungsauslösender Konflikt entsteht
Absicherung
→ im Anschluss an entwicklungsauslösenden Konflikt werden rezeptive und produktive Übungen mit weiteren MP eingesetzt
Bei Silbenstrukturprozessen (RKV)
→ weitere MP, die entsprechenden Kontrast enthalten
Bei Substitutionsprozessen
→ MP mit veränderter Position des Kontrastes im Wort (Onset 2. Silbe, Koda)
Ausweitung
→ im Anschluss an entwicklungsauslösenden Konflikt werden rezeptive und produktive Übungen mit weiteren MP eingesetzt
Bei Silbenstrukturprozessen, Fernassimilationen
→ multiple Oppositionen
Bei Substitutionsprozessen
→ MP mit KV