3. Fallstudien: Wertschöpfung in der Supply Chain

0.0(0)
Studied by 0 people
call kaiCall Kai
Locked
learnLearn
examPractice Test
spaced repetitionSpaced Repetition
heart puzzleMatch
flashcardsFlashcards
GameKnowt Play
Card Sorting

1/10

encourage image

There's no tags or description

Looks like no tags are added yet.

Last updated 5:42 PM on 9/6/26
Name
Mastery
Learn
Test
Matching
Spaced
Call with Kai
Chat

No analytics yet

Send a link to your students to track their progress

11 Terms

1
New cards

Wertschöpfung was ist das?

Wertschöpfung ist das Resultat einer unternehmensübergreifenden Kette von Schritten. Der Wirkungsbereich des einzelnen Unternehmens ist daher per definitionem begrenzt.

für Wertschöpfung in der Supply Chain gibt es kein Patentrezept. Die Herangehensweisen sind jeweils eng mit der jeweiligen Unternehmensstrategie abzustimmen und fallen daher so individuell aus, wie die Unternehmen selbst sind.

2
New cards

Fairphone

Smartphones tragen einen beträchtlichen „ökologischen Rucksack“

Erkläre

Das Konzept des „ökologischen Rucksacks“ versinnbildlicht die Menge an Ressourcen, die bei der Herstellung, dem Gebrauch und der Entsorgung eines Produktes oder einer Dienstleistung verbraucht werden.

Die Geräte bestehen aus einer Vielzahl von chemischen Elementen und Kunststoffen sowie etwa dreißig Metallen.

Der Produktlebenszyklus eines Mobiltelefons beginnt mit dem Abbau der benötigten Rohstoffe und endet in aller Regel in Schubladen oder auf Müllhalden – ein Wertschöpfungskreislauf für Smartphones ist noch nicht verwirklicht.

Die Extraktion der Metalle verbraucht Energie, erzeigt CO2-Emissionen, verschmutzt Wasser und Böden und birgt Gefahren für die menschliche Gesundheit. Obgleich einzelne Geräte nur geringe Mengen an Wertstoffen enthalten, so ist es die große Anzahl der Geräte, die in einer immense Feinverteilung der verbauten Metalle und sonstiger Stoffe resultiert.

3
New cards

Fairphone

die niederländische Waag Society, ein Institut zur Entwicklung kreativer Technologien für soziale Innovationen, startete 2010 eine Kampagne namens „Fairphone“:

Welche Ziele verfolgt dieses?

  • ein Smartphone mit konfliktfreien Rohstoffen und unter fairen Arbeitsbedingungen herzustellen.

  • Fairphone stellt Fairness ins Zentrum des Unternehmenshandelns und setzt sich zum Ziel die Wertschöpfungskette transparenter zu gestalten und aufzuzeigen, welche Stoffe in ein Smartphone eingehen und welche Produktionsschritte vonnöten sind.

  • Fairphone möchte mit solchen Partner:innen zusammenzuarbeiten, die dieselben Werte verfolgen.

  • Fairphone möchte nicht bloß weniger Schaden anrichten, sondern einen positiven Einfluss auf die gesamte Elektronikindustrie ausüben

  • Mit dem spezifischen Design seines Smartphones zielte Fairphone von Beginn an darauf, dem gesamten Produktlebenszyklus Aufmerksamkeit zu schenken:

  • Durch verbesserte Reparatur- und Recyclingfähigkeit des Mobiltelefons sowie die Möglichkeit, den Akku einfach auszutauschen, wurde die Lebensspanne des Telefons ausgedehnt.

  • Fairphone wandte sich damit entschieden gegen die in der Elektronikbranche verbreitete Praxis, Geräte nicht zerlegen und reparieren zu können und damit eine kontinuierliche Nachfrage nach neuen Geräten anzufachen. Zudem bietet Fairphone im Unterschied zu anderen Elektronikgerätehersteller Ersatzteile zum Kauf an Endkund:innen an.

  • unterschiedlichen Stakeholder werden proaktiv beteiligt, indem das Unternehmen Rückmeldungen und Anforderungen im Zuge seiner Entscheidungsprozesse berücksichtigt.

  • Fairphone sieht sich selbst eher als Kampagne denn als Unternehmen und setzt dabei auf die Macht der Konsument:innen, Dinge zum Positiven zu verändern, wenn die Geschichte hinter einem Produkt verstanden wird.


4
New cards

Audi Group

Der Automobilskandal

Effiziente, globale Supply Chains haben sich in finanzieller Hinsicht in den vergangenen Dekaden als Quelle großer Wettbewerbsvorteile erwiesen. Ob die Bewertung aus Nachhaltigkeitssicht ebenso vorteilhaft ausfällt, ist fraglich, da sich Lieferketten als intransparent und anfällig für Nachhaltigkeitsverletzungen herausgestellt haben.

Der deutsche Skandal in der Automobilskandal, im Zuge dessen Volkswagen des Einbaus illegaler Software zur Beeinflussung von Abgaswerten überführt wurde, ist Ausweis dafür, dass Kosteneffizienz aus Unternehmenssicht immer noch als Leitstern gilt.

mit dem Skandal ging ein enormer Imageschaden für die gesamte deutsche Automobilindustrie einher, daher verschrieben sich deutsche Automobilhersteller verstärkt einem nachhaltigen Supply Chain Management.

5
New cards

Audi Group

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Audi Group

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Audi Group bekennt sich ausdrücklich zu allen drei Säulen von Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit als Unternehmensziel sieht die nachhaltige Ausgestaltung von Produkten und Prozessen über die gesamte Value Chain hinweg.

Ziele: CO2-neutrale Mobilität mittels Audi-Produkten, Ressourcenschonung über die gesamte Wertkette hinweg sowie Verantwortung für Mitarbeitende sowie die Gesellschaft als Ganze.

Eine Corporate-Responsibility-Abteilung konsolidiert sämtliche diesbezügliche Aktivitäten innerhalb der Unternehmensgruppe.

das Unternehmen verpflichtet sich zu einem Stakeholdermanagement-Ansatz, der die systematische Überprüfung von Bewertungen und Empfehlungen von Stakeholdern in Bezug auf die relevanten Themen vorsieht.

Die Resultate dieses Stakeholderdialogs bilden die Basis für Audis Nachhaltigkeitsbemühungen: Im Zuge verschiedener Kommunikationsformate kristallisieren sich kritische Themenbereiche heraus, die Aktivitäten erforderlich machen, nach neuen Richtlinien oder sonstigen Maßnahmen verlangen. Zudem werden die aus dem Stakeholderdialog gewonnenen Erkenntnisse in der Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt und machen auf diese Weise eine bedeutende Entscheidungsgrundlage aus.

Audi betrachtet die Umwelteinflüsse der Produkte über deren gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Rohstoffbeschaffung über die Autonutzung bis hin zum Recycling.

Zur Herstellung von Transparenz hinsichtlich der Umwelteinflüsse des Unternehmens bestimmte dieses den Corporate Carbon Footprint und erreichte eine Zertifizierung nach ISO 14064, welche die Normkonformität der Treibhausgasemissionen eines Unternehmens bestätigt.

Im Zuge der Zertifizierung analysierte Audi die Emissionen in allen Phasen des Lebenszyklus eines Autos. Sowohl der Carbon Footprint als auch Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertkette wurden für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Audi führt für jede neue Modelllinie ein Life Cycle Assessment (LCA) durch, um Hinweise auf mögliche Umweltbeeinträchtigungen zu erhalten – und dies bereits in der Designphase, in der irreversible Entscheidungen hinsichtlich Materialauswahl, Produktion sowie die gesamte Supply Chain getroffen werden.

Audi strebt an, mit jedem Modell die Umwelteinflüsse gegenüber dem Vorgängermodell zu senken.

6
New cards

Audi Group

Die verschiedenen Phasen des Lebenszyklus eines Fahrzeugs werden von Audi auf verschiedene Weisen beeinflusst, um Nachhaltigkeit zu erreichen:

  1. Rohmaterialbeschaffung und Produktion

  2. Automobilnutzung

  3. Recycling


7
New cards

Audi Group

Die verschiedenen Phasen des Lebenszyklus eines Fahrzeugs werden von Audi auf verschiedene Weisen beeinflusst, um Nachhaltigkeit zu erreichen:

  1. Rohmaterialbeschaffung und Produktion:


  • Von seinen Lieferanten erwartet das Unternehmen die strikte Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards, welche den Einsatz eines Umweltmanagementsystems, die Vermeidung von Umweltbeeinträchtigungen sowie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit beinhalten.

  • Ebenso wird von Lieferanten erwartet, dass sie Nachhaltigkeit bezüglich ihrer eigenen Lieferanten sicherstellen.

  • Audi initiierte 2018 ein Programm, um gemeinsam mit Zulieferern Maßnahmen für CO2-Reduzierungen zu identifizieren. Dabei werden Chancen vor allem darin gesehen, Material-Kreisläufe zu schließen, den Einsatz von Sekundärmaterial sukzessive zu erhöhen, Materialien aus Recyclingprozessen, sogenannte Rezyklaten, in Kunststoffbauteilen zu verwenden sowie von Grünstrom zu nutzen.

  • Hinsichtlich Logistik verpflichtet sich das Unternehmen zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Nachhaltigkeit von Prozessen im Bereich des Transports und der Lagerhaltung. So strebt das Unternehmen etwa nach einem hohen Anteil von Transporten, die entweder mittels mit erneuerbarer Energie betriebenen Bahn erfolgen oder vollständig klimaneutral erfolgen.

  • Im Rahmen der Produktion bemüht sich das Unternehmen um umwelteffiziente Prozesse und Konzepte, um Energiekonsum zu senken, Rohmaterialien effizient einzusetzen, Wasserverbrauch und Abfälle zu reduzieren. Umweltmanagementsysteme legen Zuständigkeiten und Abläufe des betrieblichen Umweltschutzes fest und gewährleisten, dass Nachhaltigkeitsaspekte frühzeitig im Rahmen von Entscheidungsfindungsprozessen berücksichtigt werden.


8
New cards

Audi Group

Die verschiedenen Phasen des Lebenszyklus eines Fahrzeugs werden von Audi auf verschiedene Weisen beeinflusst, um Nachhaltigkeit zu erreichen:

  1. Automobilnutzung


  • Die zweite Phase des Lebenszyklus beginnt mit der Auslieferung des Autos an den Kunden.

  • Weil rund 80 Prozent der Gesamtemissionen in der Nutzungsphase entstehen, hat diese Phase die größten Auswirkungen auf den ökologischen Fußabdruck eines Automobils.

  • Für Automobilhersteller entsteht in dieser Phase daher die Aufgabe, die Effizienz konventioneller Antriebssysteme zu verbessern sowie die Entwicklung alternativer Antriebssysteme sowie synthetischer Kraftstoffe voranzutreiben.

  • Audi unternimmt fortwährend Anstrengungen zur Entwicklung kleinerer, ökonomischer arbeitenden Motoren und entwickelt die Leichtbauweise weiter, was ebenfalls zu Treibstoffeinsparungen führt. Zusätzlich arbeitet das Unternehmen an elektrischen Antrieben.

  • Eine besondere Schwierigkeit im Hinblick auf die Entwicklung neuer Antriebe besteht darin, dass der Lebenszyklus von Audis Fahrzeugen fast 20 Jahre beträgt und folglich über diesen langen Zeitraum zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich antizipiert werden müssen.

  • Audi setzt darüber hinaus auf erneuerbare Energien und synthetische Kraftstoffe, weil Effizienzsteigerungen der Antriebssysteme begrenzt sind. Das Unternehmen forscht an erneuerbaren Kraftstoffformen, die Klimaneutralität im gesamten Mobilitätssystem – von der Quelle bis hin zur Nutzung durch das Fahrzeug – erreichen sollen und nicht in Konkurrenz zu Lebensmittel- und Futtererzeugung stehen.

  • Zusätzlich zu technischen Rahmenbedingungen beeinflusst auch das Fahrverhalten den Kraftstoffverbrauch, weswegen Audi in die Entwicklung verschiedenster Fahrerassistenzsysteme investiert, beispielsweise durch automatisches Abstandhalten im Stop-and-go-Verkehr.

  • Ebenso soll die Umweltverträglichkeit, Bequemlichkeit und Sicherheit durch autonomes Fahren gesteigert werden.


9
New cards

Audi Group

Die verschiedenen Phasen des Lebenszyklus eines Fahrzeugs werden von Audi auf verschiedene Weisen beeinflusst, um Nachhaltigkeit zu erreichen:

  1. Recycling


  • Das Unternehmen unternimmt Forschungsbemühungen zur Rückführung genutzter Materialien in den Materialkreislauf sowie der Verwendung von Sekundärmaterial in der Produktion.

  • So führte Audi beispielsweise den „Aluminium Closed Loop“ ein: Dabei wird das in der Herstellung sehr energieintensive Aluminium in einem geschlossenen Kreislauf geführt und dadurch eine erhebliche Menge an CO2-Ausstoß vermieden.

  • Zudem widmet sich ein Projekt mit der Rücknahme und dem Recycling von Fahrzeugen mit Hochvoltbatterien. Diese in Elektrofahrzeugen verbauten Komponenten sind vergleichsweise teuer und enthalten knappe und wertvolle Rohmaterialien.


10
New cards

Fazit

Insgesamt lässt sich beobachten, dass sich bei immer mehr Verbraucher:innen ein Bewusstsein einer nachhaltigeren Lebensweise entwickelt.

Gleichzeitig räumen Unternehmen zunehmend - über die gesetzlichen Vorgaben hinaus - der Nachhaltigkeit eine strategische Bedeutung ein und beginnen konkret ihre Entscheidungen und Aktivitäten dahingehend zu verändern.

Fazit: Veränderungen brauchen Zeit, da gerade bei komplexen Lieferketten eine Vielzahl an Akteuren beteiligt ist, die ebenfalls die Nachhaltigkeit in ihren Geschäfts- und Betriebsmodellen etablieren müssen, bevor die gesamte Value Chain eines einzelnen Produkts über alle Wertschöpfungsstufen hin nachhaltig gestaltet ist. Möglicherweise besteht eine der größten Herausforderungen darin, diese Transformation nicht als Modeerscheinung, sondern als ein Erfordernis für eine lebenswerte Zukunft zu begreifen.

11
New cards

Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.

  1. Nachhaltigkeitverbesserung in der Nutzungsphase eines Automobils fordert Automobilhersteller in dreierlei Hinsicht: Effizienzerhöhung konventioneller Antriebssysteme, Entwicklung alternativer Antriebssysteme sowie synthetischer Kraftstoffe.

  2. Umweltmanagementsysteme sorgen für die frühzeitige Beachtung von Umweltaspekten.

  3. Bezüglich Smartphones ist ein Wertschöpfungskreislauf weitgehend realisiert.


1&2

  1. Nachhaltigkeitverbesserung in der Nutzungsphase eines Automobils fordert Automobilhersteller in dreierlei Hinsicht: Effizienzerhöhung konventioneller Antriebssysteme, Entwicklung alternativer Antriebssysteme sowie synthetischer Kraftstoffe.

  2. Umweltmanagementsysteme sorgen für die frühzeitige Beachtung von Umweltaspekten.