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Soziale Kognitionsforschung
Erforschung der mentale Prozesse, die dem sozialen Verhalten des Menschen zugrunde liegen
Kognition = jeder Prozess, durch den das Lebewesen Kenntnis von einem Objekt erhält oder sich seiner Umwelt bewusst wird
Wahrnehmung
Erkennen
Vorstellen
Urteilen
Gedächtnis
Lernen
Denken
Sprache
Themen:
Stereotyp, Schema, Kategorisierung
Heursitiken
Soziale Vergleichsprozesse
Schemata
= kognitive Struktur / mentale Repräsentation, die vorverarbeitete Informationen über Objekte / Menschen bestimmter Kategorien umfasst
Vorstellungen & Erwartungen über/an Objekte/Gruppen
Definition der Objekte/Gruppen
Inhalt einer Kategorie
Aneignung durch Lernerfahrungen
Aktiviert durch:
Automatische Prozesse: ohne Absicht, Anstrengung oder Bewusstsein, „nebenbei“ ablaufen, kein Hinterfragen des Schemas
Kontrollierte Prozesse: absichtlich, willentliche Kontrolle, aufwändig, erfordern Bewusstsein, Überarbeitung des Schemas möglich
Kategorisierung
Kategorie = Menge von Objekten, die ein /mehrere Charakteristiken gemeinsam haben
Kategorisierung = Neigung, Objekte & Menschen in Gruppen einzuteilen
Zweck: Vereinfachung, Sparen von kognitiven Ressourcen
Belege, dass Kategorisierung automatisch abläuft
Stereotype
= kognitive Struktur, die unser vermeintliches Wissen, unsere Überzeugungen & Erwartungen über eine soziale Gruppe von Menschen enthält
nur auf Menschen anwendbar
Sehr stark subjektiv
Heuristiken
= Faustregeln, die eine Verkürzung der Meinungsbildung ermöglichen, auch in Situationen großer Unsicherheit
Reduktion der Komplexität
Erleichterung der Urteilsaufgabe
Vereinfachende Urteilstechniken
Häufig: brauchbare & gute Urteile
Fehlurteile & systematische Verzerrungen möglich —> nicht alle erforderlichen Infos werden berücksichtigt
Gigerenzer & Goldstein (1996): welche von 2 dt. Städten ist größer?
Erste Heuristik: Wiedererkennen
Weitere, untersch. nützliche Infos vorgegeben
Minimalalgorithmus
wenn Wiedererkennen nicht diskriminiert, wähle per Zufall nächste Information
Entscheidung, sobald eine Info diskriminiert (=dazu führt, dass man sich festlegen kann)
Heuristik der Zugänglichkeit
= Wahrscheinlichkeitsschätzung: starke Gewichtung der Infos, die unmittelbar aus dem Gedächtnis abrufbar, leicht vorstellbar ode konkret & farbig dargestellt sind
stärkere Gewichtung dessen, was anwesender ist
falscher Konsensus: Überschätzung eigener Meinung als repräsentativ für Mehrheit
Egozentrische Irrtümer: Überschätzung eigener Beitrag zu Leistung
Besseres Einrechnen der eigenen kognitiven Prozesse durch bessere Zugänglichkeit
Repräsentativitätsheuristik
Objekt wird umso leichter in eine Kategorie eingeordnet, je ähnlicher es der Kategorie ist
Gesetz der kleinen Zahl: Beobachter schließen von Verhalten einer Person in übertriebener Weise auf Charakteristika der Gruppe
Verhalten typischer Vertreter wird übertragen
Heuristik der Anpassung an einen Anker
Entstehung, wenn anfängliche Infos (=Anker) in eine Richtung gehen, folgende Infos aber in eine andere Richtung
Keine Anpassung der einmal gebildeten Meinung an neue Sachlage
Verarbeitung aller folgender Infos entlang des Ankers
Kontrafaktisches Denken / Heuristik der Simulation
= mentale Aktivität, die mentale Repräsentation hervorruft, die Alternativen zu tatsächlichen Ereignissen darstellen
„Was wäre wenn“ Gedanken nach Ereignis
Immer erst nach einem Ereignis ?
Soziale Vergleichsprozesse
Zweck: Reduktion sozialer Unsicherheit
Richtigkeit der Meinung
Richtiges Verhalten in Situation
Fähigkeiten der anderen vs. eigene (Menschen wollen mind. gleich gut sein)
Leistungsvergleich in Schulklasse
Bewertung eigener schulischer Leistungen:
Individueller Maßstab: frühere Leistungen
Sozialer Maßstab: Leistung Vergleichsgruppe
Einfluss auf:
Erfolgszuversicht
Leistungsängstlichkeit
Einstellung zur Schule
Schwarzer & Jerusalem (1982): Selbstwertgefühl Mittelschüler & Gymnasiasten
Selbstwertgefühl bei MS generell geringer
Mit 8. Klasse gutes Selbstwertgefühl der MS dem mittleren Selbstwertgefühl der 8. Klässler Gymnasiasten angeglichen
Erklärung für Anstieg bei MS / Abfall bei G: Heterogenität von Grundschule zu weiterführenden Schule ändert sich
Theorie sozialer Vergleichsprozesse (Festinger, 1954)
Bedürfnis zur Bewertung von Meinungen & Fähigkeiten
Fehlender physischer/sozialer Vergleich —> Instabilität subjektiver Bewertung von Meinungen & Fähigkeiten
Ausmaß, wie objektive Mittel nicht zur Verfügung stehen, zeigt wie Menschen Meinungen & Fähigkeiten durch Vergleich mit anderen bewerten
Ähnlichkeitshypothese: Abnahme der Vergleichstendenz bei Zunahme der Differenz zw. eigenen & anderen Meinungen & Fähigkeiten
Zusatzerkenntnisse
Ähnlichkeit auch über Übereinstimmung von relevanten Attributen definierbar
Vergleich von Fähigkeiten: Personen, die etwas besser sind
Vergleich von Meinungen: ungerichtet & unähnliche Vergleichspersonen
Vergleich von Werten: ähnliche Vergleichspersonen
Aufwärtsvergleiche
Ziel: Streben nach Selbstwerterhöhung
„Basking in reflected glory“
= sich im Erfolg anderer sonnen
Selbstwerterhöhung, indem man sich mit Erfolg anderer assoziiert
Distanz zu Misserfolg anderer
Stark, wenn Selbstwertgefühl vorher beeinträchtigt wurde
Abwärtsvergleiche
Wills (1981): Motiv der Selbstwerterhöhung
Erhöhung subjektives Wohlbefinden durch Vergleich mit weniger glücklichen/gleich unglücklichen Personen
Abnahme subjektives Wohlbefinden —> oft abwärts gerichtete soziale Vergleiche
Niedriger Selbstwert —> oft Abwärtsvergleiche
Passive Abwärtsvergleiche: Profitieren vom Vergleich mit anderen
Aktiver Abwärtsvergleiche: aktive Abwertung/Schädigung anderer Person (direkt/indirekt)
Kontrasteffekt
= andere Person/Gruppe ist anders als ich
eher bei Abwärtsvergleichen
Assimilationseffekt
= die andere Person/Gruppe ist wie ich, ich gehöre dazu
eher bei Aufwärtsvergleichen