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Kohle
Aus brüchiger Holzkohle hergestellt
Muss fixiert werden => haftet nur locker
Erlaubt Kontraste zwischen dem Papier und Schwarztönen => durch Zerreiben und Überschichten
Die Ölkohle
1550 in Venedig erfunden
Nachteile => Abstauben und mattgraue Strich
In Leinöl getränkt werden => Strich wird weicher, schwarz und kaum verwischbar
Ölgehalt verursacht mögliche Vergilbung (amarillamiento) und fettige, bräunliche Spuren auf dem Papier
wofür wird schwarze kreide benutzt?
· Ende des 15. Jh. Zuerst in Florenz genutzt => wichtig für Raumdarstellung und frühes Aktstudium (Renaissance)
· Vorzeichnungen von Gemälden im 15. Und 16. Jh.
· 17. Jh. Europaweit verbreitet => Entwurfszeichnungen und Porträts
· 18. Jh. => zusätzlich für Landschaften genutzt
Anfang des 19. Jh. => verdrängt von Kohle und Bleistift
Schwarze kreide
· Aus Tonschiefer hergestellt und zu Stäbchen gepresst => Farbton von Braungrau bis Tiefschwarz
· Eines der wichtigsten Zeichenmedien zur Darstellung der menschlichen Figur
· Kann stark austrocknen und dadurch mit Kohle verwechselt werden
Crayon Conté (von französischen Gelehrte Conté)
Serienmäßig hergestellter, fetter schwarzer Stift
Glänzendes, tiefschwarzes Material
Oft Anwendung auf grobkörnigem weißem Papier => verschiedenen Grau und Schwarztöne werden erreicht
weiße kreide
· Zusätzlich zur schwarzen Kreide bzw. zum Rötel eingesetzt
· Besteht aus Kalk, Speckstein oder Gips (yeso)
· Auf getöntem oder farbigen Papier eingesetzt
· Für Höhungen und Lichtakzente genutzt
farbige kreide
andere Farben wie Orange, gelb, grün, blau, etc.
Rötel
· Besteht aus Eisenoxid (Hämatit) sowie Kreide
· Erhältlich als Stift (fester Form), Täfelchen oder Pulver (flüssig in Wasser aufgelöst und mit Pinsel oder Feder aufgetragen)
· Farbton von Rotgelb bis violettem rotbraun
· Häufig kombiniert mit anderen Techniken => Feder, Tinte sowie schwarzer oder weiße Kreide
· Nicht wischfest => muss fixiert werden
wofür wird rötel genutzt?
· Seit Ende des 14. Jh. genutzt => zuerst für Freskenvorzeichnungen (Sinopia)
· Durch den warmen Farbton besonders geeignet für Hauttöne
· 17. Und 18- Jh. für Aktstudien, später auch für Landschaften
· 19. Jh. von Impressionisten wieder für Porträts
Pastell
· Bestehen aus Farbpigmenten, weiße Tonerde (je nach dem Grad der gewünschte Farbintensität) und Bindemitteln (Blei oder Talk) und werden zu Stiften geformt
· Meist auf getöntem rauem Papier oder Karton verwendet
· Pastellstaub haftet schlecht => Fixierung notwendig (Früher aus Gummiarabikum, heute aus Alkohol)
Pastell Anwendungen
· 16. Jh. für farbige Aufhellungen genutzt
· Ab 17. Jh. eigenständige Technik, besonders für Porträts
· Besonders geeignet für Hauttöne, da das Material matt und deckend (opak) wirkt
Die Zeichenfeder
· Durch die gespaltene Spitze kann flüssigkeit gespeichert werden
· Mehr druck -> Spitze spreizt sich -> breiterer Strich
· Verschiedene Linienbreiten und präzise Linienführung
· Feine Übergänge von hell zu dunkel
unterschied von feder und tinten vs Pinsel und Lavierung
· Feder und Tinten modellieren Linien und Umriss der Figuren, während Pinsel und Lavierung die Tonabstufungen und die Schatten erzeugen
Rohrfeder
· Aus Schilf oder Bambus hergestellt
· Seit der Antike genutzt
· Wurde mit Pinsel eingefärbt statt eingetaucht
· In der Renaissance wiederentdeckt
Starrer als die Kielfeder
Kielfeder
· Von Vögeln, meist Gänsekiel hergestellt
· Mittelalter bis 19. Jh. eines der wichtigsten Zeichenmittel
· Feine, flexible Linien
Geschmeidiger als die Rohrfeder
Metallfeder
· Spätere Entwicklung als Erweiterung natürlicher Federn
· Haltbarer als die anderen
· Ermöglicht kontrollierte Linienführung
Eisengallustinte
· Schwarz, wird durch Oxidation braun
· Besteht aus Gallussäure (Gallwespen an Eichen) und Eisensulfat
· Lange Zeit der wichtigsten Schreib- und Zeichentinten
Schwarze Tusche (Rußtinte)
· Besteht aus feinen Kohlepigmenten (Ruß) und Bindemittel
· Häufig aus Lampenruß, Kerzenruß oder Holzruß
· 15. Jh. als Chinatusche nach Europa importier
· Intensive schwarze Linien
Braune Tusche
· Goldbraun bis Dunkelbraun
· Laviert oder flächig aufgetragen werden
· Lavierung => verdünnte Farbe in transparenten Flächen aufgetragen
· Zeichnungen und Landchaftsskizzen
· Rohrfeder ermöglicht dabei unterschiedliche Strichstärken
Der Bister
· Braune Tinte aus Holzruß, Wasser und Leim (pegamento)
· Gelblich- bis rötllichbrauner Ton
· Gleichmäßige Linien und tranparente Lavierungen
· 1800 durch Sepia verdrängt
Sepia
· Tinte des Tintenfischs
· 1780 als Zeichenmedium wichtig geoworden
· Kühler Ton als Bister => graubraun bis blaugrau
· Unterstützt malerische Effekte und Lavierungen
Graue Lavierung
· Entsteht durch verdünnte schwarze Tusche, die mit Pinsel aufgetragen wird
· Mit weißer Kreide gehöht
· Kann fast malerisch wirken, Schattierungen
· Für Draperie- (Stoffen), Figuren- und Studienzeichnungen genutzt
· 2. Hälfte des 15. Jh. besonders in Italien verbreitet
Weißhöhung
· Darstellung von Licht auf Objekten, um Plastizität zu erreichen
farbige Lavierung
· Wasser und verdünnte Farbtinte, die mit dem Pinsel aufgetragen werden
· Ähnlich wie Aquarell
· Aufhellung und farbigen Ergänzung von zeichnungen
· Architekturzeichnungen und dekorative Entwürfe
· Besonders verbreitet im Manierismus im 16. Jh.
Funktion der handzeichnung (6)
· Skizze/Entwurf => Vorstellung einer Idee
· Vorzeichnung
· Werkzeichnung => Architektur
· Karton => großformatige Vorzeichnung in Originalgröße
· Studie
· Nachzeichnung/Kopie
Literatur
· Walter Kosachatzky: Die Kunst der Zeichnung. Technik, Geschichte, Meisterwerke, 1999
· Terisio Pignatti: Die Geschichte der Zeichnung. Von den Ursprüngen bis heute, 2005