Bildung, Erziehung und Sozialisation in heterogenen Gesellschaften

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Zusammenfassung der wichtigsten Fachbegriffe der Entwicklungspädagogik und Entwicklungspsychologie basierend auf Theorien von Erikson, Havighurst, Piaget, Kohlberg und Montessori.

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31 Terms

1
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Heterogenität

Bezieht sich auf Unterschiede in individuellen und sozialen Merkmalen sowie gesellschaftlichen Strukturen im beruflichen, privaten und juristisch-institutionellen Bereich.

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Phylogenese

Die stammesgeschichtliche Entwicklung von Lebewesen im Laufe der Evolution.

3
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Anthropogenese

Der Prozess der Menschwerdung oder die Stammesgeschichte des Menschen.

4
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Ontogenese

Die Entwicklung eines Einzelwesens von der Keimzelle bis zum Tod.

5
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Individuation

Der Prozess des Werdens zum Einzelwesen, auch als „Verselbstung“ oder Selbstverwirklichung bezeichnet nach Jung (1934).

6
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Sensible Phase

Eine Periode erhöhter Formbarkeit der Persönlichkeit unter dem Einfluss spezifischer Bedingungsfaktoren, in der bestimmte Fähigkeiten besonders günstig gefördert werden können.

7
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Epigenetisches Prinzip

Grundprinzip von Erik Erikson, das besagt, dass die menschliche Entwicklung einem angeborenen Grundplan folgt, bei dem Teile zu spezifischen Zeiten entstehen.

8
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Urvertrauen vs. Misstrauen

Die Krise des Kleinkindalters im 1. Lebensjahr; das positive Ergebnis ist Antrieb und Hoffnung.

9
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Identität vs. Verwirrung

Die zentrale Krise im Jugendalter, in der durch die Übereinstimmung von Selbst- und Fremdwahrnehmung eine stabile Identität gebildet werden soll.

10
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Generativität vs. Stagnation

Die Krise im mittleren Erwachsenenalter, die die Weitergabe von Idealen und Kulturgütern an die nächste Generation umfasst.

11
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Entwicklungsaufgaben

Nach Havighurst (1971) altersgradierte Anforderungen an ein Individuum, die aus biologischen Veränderungen, gesellschaftlichen Erwartungen oder persönlichen Zielen resultieren.

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Identitätsstatusmodell

Modell von James Marcia, das auf den Prozessen der Exploration (Ausloten von Alternativen) und der inneren Selbstverpflichtung basiert.

13
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Identitätsdiffusion

Ein Status im Modell von Marcia, der durch fehlende Exploration und fehlende Selbstverpflichtung gekennzeichnet ist (Orientierungslosigkeit).

14
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Moratorium

Eine Art Karenzzeit im Identitätsstatusmodell, in der das Individuum verschiedene Alternativen auslotet, aber noch keine feste Verpflichtung eingegangen ist.

15
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Organismische Entwicklungstheorie

Die strukturalistische Theorie von Jean Piaget, die von diskreten Entwicklungsstadien und der aktiven Rolle des Kindes als „Wissenschaftler“ ausgeht.

16
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Assimilation

Die Einordnung von neuen Umweltaspekten in bereits bestehende kognitive Strukturen (Schemata) nach Piaget.

17
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Akkommodation

Die Anpassung kognitiver Strukturen an die Umweltbedingungen, wenn neue Erfahrungen nicht in vorhandene Schemata passen.

18
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Äquilibration

Der Prozess der Herstellung eines Gleichgewichts zwischen Assimilation und Akkommodation zur kognitiven Anpassung.

19
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Objektpermanenz

Die kognitive Leistung in der sensomotorischen Stufe, bei der das Kind versteht, dass Objekte auch dann existieren, wenn sie nicht sichtbar sind.

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Zentrierung

Merkmal der präoperationalen Stufe, bei dem sich die Aufmerksamkeit auf nur ein hervorstechendes Merkmal eines Gegenstandes beschränkt.

21
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Invarianz

Die Erkenntnis in der konkret-operationalen Stufe, dass Eigenschaften wie Menge, Masse oder Gewicht trotz Formänderung konstant bleiben.

22
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Zone der proximalen Entwicklung

Nach Wygotski die Diskrepanz zwischen dem aktuellen Entwicklungsniveau (unabhängiges Problemlösen) und dem potenziellen Entwicklungsniveau unter Anleitung.

23
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Spiralcurriculum

Didaktisches Konzept von Jerome Bruner, bei dem Themen über die Schuljahre mehrmals auf jeweils höherem Anspruchsniveau wiederkehren.

24
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Heteronome Moral

Die Stufe der moralischen Entwicklung nach Piaget (ab ca. 5 Jahren), in der Regeln als unveränderbar und von Autoritäten vorgegeben angesehen werden.

25
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Autonome Moral

Stufe nach Piaget (ab ca. 10 Jahren), in der Regeln als Resultat sozialer Verträge und gegenseitigen Respekts verstanden werden.

26
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Heinz-Dilemma

Ein klassisches moralisches Dilemma von Lawrence Kohlberg zur Untersuchung der Stufe des moralischen Urteils (Soll ein Ehemann ein Medikament für seine sterbende Frau stehlen?).

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Just Community

Kohlbergs pädagogischer Ansatz der „Gerechten Gemeinschaft“, bei dem Schüler durch Teilhabe an demokratischen Entscheidungen moralische Kompetenz entwickeln.

28
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Normalisierung

Grundbegriff der Montessori-Pädagogik für die Reorganisation innerer Prozesse, die zu Konzentration, Arbeitsfreude und Selbstständigkeit führt.

29
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Kosmische Erziehung

Das Konzept von Montessori, dem Heranwachsenden zu helfen, seinen Platz und seine moralische Verantwortung im Kosmos zu begreifen.

30
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Cholerisches Temperament

Einer der vier klassischen Temperamentstypen nach Galenos, der mit „gelber Galle“ assoziiert wird und als aufbrausend sowie leicht erregbar gilt.

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Sanguinisches Temperament

Klassischer Temperamentstyp („Blut“), der als heiter, aktiv und gesellig charakterisiert wird.