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Zusammenfassung der wichtigsten Fachbegriffe der Entwicklungspädagogik und Entwicklungspsychologie basierend auf Theorien von Erikson, Havighurst, Piaget, Kohlberg und Montessori.
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Heterogenität
Bezieht sich auf Unterschiede in individuellen und sozialen Merkmalen sowie gesellschaftlichen Strukturen im beruflichen, privaten und juristisch-institutionellen Bereich.
Phylogenese
Die stammesgeschichtliche Entwicklung von Lebewesen im Laufe der Evolution.
Anthropogenese
Der Prozess der Menschwerdung oder die Stammesgeschichte des Menschen.
Ontogenese
Die Entwicklung eines Einzelwesens von der Keimzelle bis zum Tod.
Individuation
Der Prozess des Werdens zum Einzelwesen, auch als „Verselbstung“ oder Selbstverwirklichung bezeichnet nach Jung (1934).
Sensible Phase
Eine Periode erhöhter Formbarkeit der Persönlichkeit unter dem Einfluss spezifischer Bedingungsfaktoren, in der bestimmte Fähigkeiten besonders günstig gefördert werden können.
Epigenetisches Prinzip
Grundprinzip von Erik Erikson, das besagt, dass die menschliche Entwicklung einem angeborenen Grundplan folgt, bei dem Teile zu spezifischen Zeiten entstehen.
Urvertrauen vs. Misstrauen
Die Krise des Kleinkindalters im 1. Lebensjahr; das positive Ergebnis ist Antrieb und Hoffnung.
Identität vs. Verwirrung
Die zentrale Krise im Jugendalter, in der durch die Übereinstimmung von Selbst- und Fremdwahrnehmung eine stabile Identität gebildet werden soll.
Generativität vs. Stagnation
Die Krise im mittleren Erwachsenenalter, die die Weitergabe von Idealen und Kulturgütern an die nächste Generation umfasst.
Entwicklungsaufgaben
Nach Havighurst (1971) altersgradierte Anforderungen an ein Individuum, die aus biologischen Veränderungen, gesellschaftlichen Erwartungen oder persönlichen Zielen resultieren.
Identitätsstatusmodell
Modell von James Marcia, das auf den Prozessen der Exploration (Ausloten von Alternativen) und der inneren Selbstverpflichtung basiert.
Identitätsdiffusion
Ein Status im Modell von Marcia, der durch fehlende Exploration und fehlende Selbstverpflichtung gekennzeichnet ist (Orientierungslosigkeit).
Moratorium
Eine Art Karenzzeit im Identitätsstatusmodell, in der das Individuum verschiedene Alternativen auslotet, aber noch keine feste Verpflichtung eingegangen ist.
Organismische Entwicklungstheorie
Die strukturalistische Theorie von Jean Piaget, die von diskreten Entwicklungsstadien und der aktiven Rolle des Kindes als „Wissenschaftler“ ausgeht.
Assimilation
Die Einordnung von neuen Umweltaspekten in bereits bestehende kognitive Strukturen (Schemata) nach Piaget.
Akkommodation
Die Anpassung kognitiver Strukturen an die Umweltbedingungen, wenn neue Erfahrungen nicht in vorhandene Schemata passen.
Äquilibration
Der Prozess der Herstellung eines Gleichgewichts zwischen Assimilation und Akkommodation zur kognitiven Anpassung.
Objektpermanenz
Die kognitive Leistung in der sensomotorischen Stufe, bei der das Kind versteht, dass Objekte auch dann existieren, wenn sie nicht sichtbar sind.
Zentrierung
Merkmal der präoperationalen Stufe, bei dem sich die Aufmerksamkeit auf nur ein hervorstechendes Merkmal eines Gegenstandes beschränkt.
Invarianz
Die Erkenntnis in der konkret-operationalen Stufe, dass Eigenschaften wie Menge, Masse oder Gewicht trotz Formänderung konstant bleiben.
Zone der proximalen Entwicklung
Nach Wygotski die Diskrepanz zwischen dem aktuellen Entwicklungsniveau (unabhängiges Problemlösen) und dem potenziellen Entwicklungsniveau unter Anleitung.
Spiralcurriculum
Didaktisches Konzept von Jerome Bruner, bei dem Themen über die Schuljahre mehrmals auf jeweils höherem Anspruchsniveau wiederkehren.
Heteronome Moral
Die Stufe der moralischen Entwicklung nach Piaget (ab ca. 5 Jahren), in der Regeln als unveränderbar und von Autoritäten vorgegeben angesehen werden.
Autonome Moral
Stufe nach Piaget (ab ca. 10 Jahren), in der Regeln als Resultat sozialer Verträge und gegenseitigen Respekts verstanden werden.
Heinz-Dilemma
Ein klassisches moralisches Dilemma von Lawrence Kohlberg zur Untersuchung der Stufe des moralischen Urteils (Soll ein Ehemann ein Medikament für seine sterbende Frau stehlen?).
Just Community
Kohlbergs pädagogischer Ansatz der „Gerechten Gemeinschaft“, bei dem Schüler durch Teilhabe an demokratischen Entscheidungen moralische Kompetenz entwickeln.
Normalisierung
Grundbegriff der Montessori-Pädagogik für die Reorganisation innerer Prozesse, die zu Konzentration, Arbeitsfreude und Selbstständigkeit führt.
Kosmische Erziehung
Das Konzept von Montessori, dem Heranwachsenden zu helfen, seinen Platz und seine moralische Verantwortung im Kosmos zu begreifen.
Cholerisches Temperament
Einer der vier klassischen Temperamentstypen nach Galenos, der mit „gelber Galle“ assoziiert wird und als aufbrausend sowie leicht erregbar gilt.
Sanguinisches Temperament
Klassischer Temperamentstyp („Blut“), der als heiter, aktiv und gesellig charakterisiert wird.