Corporate Finance

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52 Terms

1
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Warum bauen CF-Analysen auf Marktwerten nicht auf Buchwerten auf?

  • am Markt erzielbare Veräußerungserlöse finden wir in der Marktwertbilanz

  • keine Verzerrung durch Abschreibungsregeln

  • keine Verzerrung durch Niederstwertprinzip, keine stillen Reserven

  • immaterielle Vermögensgegenstände werden berücksichtigt

  • Investoren nehmen bei Renditeberechnung immer Marktwerte

2
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Zwei Arten von Risiko

• Unternehmensindividuelles Investitionsrisiko

Beispiele für Einflussgrößen:

−Variabilität der Umsatzerlöse

−Variabilität der Input-Kosten

−Möglichkeit, die Absatzpreise an geänderteInput-Kosten anzupassen

−operating leverage

• Unternehmensindividuelles Finanzierungsrisiko:

Das Finanzierungsrisiko steigt mit zunehmendem Verschuldungsgrad → Der Kapitaldienst an FK-Geber ist zustandsunabhängig zu leisten

3
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Separationstheorem

Da die Finanzierung keinen Einfluss auf den Unternehmenswert hat, kann die Investitionsentscheidung

getrennt (und unabhängig) von der Finanzierungsentscheidung getroffen

werden

4
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Tax Shield

Steuervorteil bei Mischfinanzierungdurch

periodischer Steuervorteil = t * r(D) * D (€)

periodischer Steuervorteil = r(D) * (1 - t) (%)

5
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Present Value of Tax Shields im Rentenfall

Der Barwert von Steuervorteilen, die durch die Abzugsfähigkeit von Zinsen in einer Mischfinanzierung entstehen.

<p>Der Barwert von Steuervorteilen, die durch die Abzugsfähigkeit von Zinsen in einer Mischfinanzierung entstehen. </p>
6
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Law of one price

Das "Law of One Price" besagt, dass Unternehmen/Projekte mit gleichem Einkommen den gleichen Preis haben müssen → das teuere Projekt wird verkauft, das günstigere gekauft → es werden alle teuren Projekte verkauft und somit fällt ihr Preis → es werden alle billigen Projekte gekauft und somit steigt Preis → geschieht solange bis keine Differenzen mehr existieren

  • Grundlage für Arbitragefreiheit und Preiskonvergenz

Beispiel:
Wenn ein Kilo Gold in New York 60.000 $ kostet, darf es in London (bei gleichem Goldgehalt) nicht 55.000 $ kosten – sonst würden Händler sofort billig in London kaufen und teuer in New York verkaufen (Arbitrage), bis die Preise sich angleichen.

7
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WACC Formel

Die WACC Formel (Weighted Average Cost of Capital) ist eine Berechnung zur Bestimmung der durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens, die sowohl Eigen- als auch Fremdkapital berücksichtigt. Sie wird verwendet, um die Rentabilität von Investitionen zu beurteilen.

<p>Die WACC Formel (Weighted Average Cost of Capital) ist eine Berechnung zur Bestimmung der durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens, die sowohl Eigen- als auch Fremdkapital berücksichtigt. Sie wird verwendet, um die Rentabilität von Investitionen zu beurteilen. </p>
8
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r(E) Formel → Leverage Effekt

Die r(E) Formel ist die Berechnung der Eigenkapitalkosten, die die erwartete Rendite der Eigenkapitalgeber eines verschuldeten Unternehmens darstellt

Leverage-Effekt → Je höher die Verschuldung, desto höher ist die erwartete Rendite (mit steigendem Finanzierungsrisiko steigende Renditeerwartungen), solange:

  • r(A) > r(D)

  • erwartete Rendite unverschuldet > zu zahlender Zins

  • Gesamtkapitalrentabilität > zu zahlender Zins

<p>Die r(E) Formel ist die Berechnung der Eigenkapitalkosten, die die <strong>erwartete Rendite der Eigenkapitalgeber eines verschuldeten Unternehmens</strong> darstellt</p><p></p><p>Leverage-Effekt → Je höher die Verschuldung, desto höher ist die erwartete Rendite (mit steigendem Finanzierungsrisiko steigende Renditeerwartungen), solange:</p><ul><li><p>r(A) &gt; r(D)</p></li><li><p>erwartete Rendite unverschuldet &gt; zu zahlender Zins</p></li><li><p>Gesamtkapitalrentabilität &gt; zu zahlender Zins</p></li></ul><p></p>
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r(A)

Entspricht den Eigenkapitalkosten, diedie erwartete Rendite der Eigenkapitalgeber eines unverschuldeten Unternehmens darstellt

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WACC Alternativ Formel

Je höher der Anteil an Fremdkapital desto niedriger die der gewichtete Durchschnitt der Renditeforderung der einzelnen Kapitalgeber (WACC)

<p>Je höher der Anteil an Fremdkapital desto niedriger die der gewichtete Durchschnitt der Renditeforderung der einzelnen Kapitalgeber (WACC)</p>
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Wann schrumpfen PVTS?
Warum werden mit höherem Verschuldungsgrad die PVTS unsicherer?

  • keine Gewinne → keine Steuerzahlung → kein PVTS

  • man kann Zinsen nichtmehr zahlen

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Welche Einflussfaktoren der Kapitalstruktur auf den Unternehmenswert gibt es noch?

  • Einkommenssteuer

  • Kosten, die mit sehr hohen Verschuldungsgraden einher gehen (können)

  • Insolvenzkosten

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Einkommenssteuer

In deutschem Steuersystem lohnt sich Unternehmensverschuldung auch unter Berücksichtigung der Einkommenssteuer

14
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Trade Off Theory

Das Risiko steigt, dass bei sehr hohen Verschuldungsgraden ein “Financial Distress” entsteht

→ Es gibt einen unternehmensspezifischen optimalen Verschuldungsgrad

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Mögliche Anzeichen für einen “Financial Distress”

  • steigende FK/Verschuldungszinsen

  • Dividendenkürzung

  • Aktienkurs fällt

  • fallende Ratings

  • Entlassungen

  • Management verlässt Unternehmen

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Costs of Financial Distress (cofd)

Financial Distress verursacht Kosten

→ Abwanderung von Kunden

→ Panikverkäufe

→ Umsetzung von Projekten mit negativem NKW

→ “Monitoring Costs” der Gläubiger

→ Steigende Finanzierungskosten

→ Insolvenzkosten im engeren Sinn (Insolvenz als äußerste Form von Financial Distress) (Bsp. Gericht, Gutachter)

Bereits die Möglichkeit von FD kann cofd verursachen

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PV (Barwert) of Financial Distress ist abhängig von

  • der Eintrittswahrscheinlichkeit von FD

    • Konjunkturabhängigkeit, Fixkostenanteil,..

  • der Höhe der ggf. anfallenden cofd

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Einflussfaktoren auf den Verschuldungsgrad

  • Profitabilität (Höhe des Gewinns / Nutzbarkeit von Steuervorteilen)

    • Höhere Gewinne = bessere Fähigkeit zur Bedienung von Zinsen.

  • die Risikostruktur der operativen Cashflows

    • Schwankende oder unsichere Cashflows bedeuten höheres Insolvenzrisiko, wenn Fremdkapital aufgenommen wird.

  • die Zusammensetzung der assets (“dept capacity”, d.h. die beggebaren Sichterheiten)

    • Unternehmen mit viel materiellem Anlagevermögen (z. B. Immobilien, Maschinen) können leichter Kredite bekommen – diese Vermögenswerte dienen als Sicherheiten.

  • die steuerlichen Rahmenbedingungen / der Steuersatz

    • Je höher der Steuersatz, desto wertvoller ist der steuerliche Vorteil von Fremdkapitalzinsen.

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Rückkopplungseffekte bei hoher Verschuldung

  • Das Finanzierungsrisiko hat im „Normalfall“ keine Auswirkung auf das Business Risk ⇒ bei moderater Verschuldung werden Investitions- und Finanzierungsrisiko deshalb separat betrachtet.

  • Bei sehr hohen Verschuldungsgraden hingegen können „Rückkopplungseffekte“ zwischen den Risiken auftreten: die (sehr hohe) Verschuldung hat dann Auswirkungen auch auf das operative „Business Risk“.

  • Beispiel: Kunden befürchten aufgrund der hohen Verschuldung, dass zukünftige Gewährleistungsansprüche nicht mehr erfüllt werden und verzichten deshalb auf das operative Geschäft mit dem hoch verschuldeten Unternehmen.

  • Dies ist bei der Analyse/Bewertung von sehr hoch verschuldeten Unternehmen (wertmindernd) zu berücksichtigen. Diese Kosten werden auch als „Insolvenzkosten im weiteren Sinne“ bezeichnet.

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Grundannahme der Pecking-Order-Theory

Informationsasymmetrie

  • Asymmetrisch verteilte Infos zwischen Manager und Investor

  • Manager verfügen über Insiderwissen hinsichtlich Zukunftsaussichten und Chancen/Risiken

Folge der Informationsasymmetrie

  • Außenstehende Kapitalgeber können den wahren Wert der Aktie weniger gut einschätzen als Manager

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Reduzierung von Informationsasymmetrie

Weitergabe detaillierter Informationen an Investoren (Investor Relations), aber:

  • zeit- und kostenaufwändig

  • kann Wettbewerbsfähigkeit gefährden

  • es bleibt immer ein Rest an Informationsasymmetrie (bsp. rechtliche Gründe)

22
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Schlussfolgerung der Packing Order Theory

Bei Informationsasymmetrie und rationalem Verhalten wird die Emission von EK möglichst vermieden. Unternehmen werden die Aufnahme von FK bevorzugen!

→ Wird über EK emittiert gehen Investoren von einer Überbewertung der Aktie aus → denken CFO verfügt über Infos, dass Aktie eigentlich weniger wert ist → Aktienkurs wird sinken!

23
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Pecking Order als Konsequenz asymmetrischer Informationsverteilung

  1. Innenfinanzierung, falls finanziell möglich → über einbehaltene Gewinne

  2. Aufnahme von FK

  3. Aufnahme von EK

24
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Zusammenhang Pecking Order Theory und Verschuldungsgrad

  • Gemäß der Theorie existiert kein fest definierter Ziel-Verschuldungsgrad

    • EK steht an erster (EK von innen generiert) und letzter Stelle (EK von außen generiert) der Pecking Order → “Hassliebe” für Manager

  • Die profitabelsten Unternehmen weißen im Einklang mit der Pecking Order Theory, entgegen der Trade Off Theory, die niedrigsten Verschuldungsgrade auf

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Folge für PVTS bei wertorientierter Finanzierungspolitik

  • Der bislang verwendete Diskontierungssatz r(D) ist nicht mehr risikoäquivalent

  • Da D an VL geknüpft ist und Entwicklung von VL von den operativen CFs abhängt übertragt sich das Risiko auf D und somit auf Steuervorteile (weniger CF, weniger Gewinn, weniger VL, weniger D, weniger TaxShield)

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Warum dennoch trotz Pecking Oder oft EK-Aufnahme (von außen)?

  • Falls ein Unternehmen bereits sehr hoch verschuldet ist, würden cofd überhandnehmen → Aufnahme von EK ist dann alternativlos.

  • Bei high-tech und high-growth Unternehmen ist die Aufnahme von FK oftmals schwierig

    • geringe Assets, hohe Risiko bei CF Strukur → wenig Absicherung für FK Geber

  • Informationsasymmetrie liegt ja nicht in jedem Fall vor.

  • Informationsasymmetrie kann auch bei auf FK-Aufnahme vorhanden sein:

    • → hohe Risikoaufschläge → FK wird dann ebenfalls „teuer“.

  • Die Regulierung bei Banken erschwert die FK-Aufnahme.

27
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Gefahr wenn Unternehmen zu geringe Finanzreserven aufweisen

  • Untern. muss evtl. FK aufnehmen und Costs of Financial Distress riskieren (vgl. Trade off-Theory) und/oder −

  • Untern. muss Eigenkapitalerhöhung durchführen und Kursrückgänge in Kauf nehmen (vgl. PO-Theory) und/oder −

  • Untern. kann Projekte mit positivem NKW nicht durchführen → (dies wird „underinvestment“ genannt).

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Gefahr wenn Unternehmen zu hohe Finanzreserven aufweisen

  • Managern werden zu suboptimalen Investitionsentscheidungen verführt und zudem werden Projekte/Unternehmenszukäufe mit negativem NKW realisiert → (dies wird „overinvestment“ genannt).

  • Manager werden zu „perks“ und „empire building“ verführt.

    • perks = persönliche Vorteile wie Dienstwagen oder Boni

    • empire building = Bestreben von Managern, ihren Einfluss durch den Aufbau größerer Abteilungen oder Zuständigkeiten zu vergrößern.

29
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Warum aus Sicht der Prinzipale (Agency Problematik) hohe Verschuldungsgrade?

→ die hohen vertraglichen Verpflichtungen des Kapitaldiensts „saugen“ den Free Cashflow ab und verringern so die Möglichkeit, wertvernichtende Projekte (overinvestment) zu realisieren.

→ „Hohe Verschuldungsgrade wirken disziplinierend auf Manager!“→ „Debt-Controll-Hypothese“ bzw. “Free Cash Flow-Hypothese”

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Behavioral Corporate Finance - weitere Erklärungsversuche für (optimale) Kapitalstrukturen

Market Timing

  • Aktien-/EK-Emissionen erfolgen dann, wenn die Märkte überschwänglich sind (→ hohe Aktienkurse).

  • FK-Aufnahme dann, wenn die Marktstimmung am Aktienmarkt gedrückt ist.

  • beachte: hier erfolgt keine Bezugnahme auf Informationsasymmetrie!

Effect of Managers

  • Finanzentscheidungen werden auch von der Person (und dem Alter) des Top-Managers beeinflusst.

  • Untersuchungen ergaben: Manager nehmen ihren Finanzierungs-„Style“ mit zum neuen Unternehmen, wenn sie das Unternehmen wechseln.

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Schlussfolgerung der optimalen Verschuldungsgrade in der Praxis

  • Die Kapitalstruktur ist relevant

  • Es gibt keine allgemeingültige, für alle Unternehmen zutreffende Theorie, die den „optimalen“ Verschuldungsgrad erklären könnte

  • In der Praxis hängen Finanzierungsentscheidungen von der unternehmensindividuellen Bedeutung der besprochenen Einflussfaktoren ab

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Anwendungsproblem vom APV Ansatz bei wertorientierter Finanzierungspolitik

  • Beim APV Ansatz sind die zukünftigen Fremdkapitalbestände zur Berechnung der Steuervorteile (Tax Shields) aus den zukünftigen Marktwerten des Gesamtkapitals abzuleiten, die jedoch gleichzeitig das gesuchte Bewertungsergebnis darstellen.

  • Dies führt zu einer gegenseitigen Abhängigkeit und einem Zirkelschluss, da das Ergebnis (Unternehmenswert) zur Berechnung des Ergebnisses benötigt wird

    • Zirkularitätsproblem

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Welche zusätzliche Information liefert der APV-Ansatz im Vergleich zum WACC-Ansatz für die Entscheider?

Steuervorteile (PVTS) werden explizit gezeigt → APV gibt Auskunft, ob das Projekt auch ohne Steuervorteile vorteilhaft wäre.

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Dreiklang

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Ausgleich über das Investitionsvolumen

Finanzierungs- und Ausschüttungsentscheidung wird explizit geplant, die Restgröße wird der Investitionsentscheidung hinzugefügt

Eher schlecht da es fällte gibt wo man

  • sinnvoll investieren könnte aber mit gesetzten Plan nicht kann

  • investieren muss weil der Markt es fordert

  • unnötig den Rest investiert, weil der Plan es so vorsieht

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Ausgleich über Kapital/Finanzierungsstruktur

Besser als Ausgleich über Invest aber:

  • Feste Tilgungspläne, man kann nicht einfach mehr zurück zahlen wenn etwas über bleibt

  • man bekommt evtl. keinen / nur sehr teuren Kredit um geplante Investitions- und Ausschüttungsentscheidungen umzusetzen

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Residuale Ausschüttung / Ausgleich über Ausschüttungspolitik

Bei Umsetzung dieser strikten Shareholder-Value Strategie

  • keine Over- oder Underinvestments

  • Möglichkeit zur Wahl einer sinnvollen Finanzierungsstrategie

Aber:

  • Aktionäre müssen immer abwarten ob noch etwas abfällt (nicht gut)

  • Familienunternehmen haben potenziell für längeren Zeitraum kein Einkommen

38
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Irrelevanz These

Annahmen: vollkommener Kapitalmarkt, insbesondere

  • das Investitionsprogramm eines Unternehmens ist gegeben und ist unabhängig von dessen Ausschüttungspolitik

  • keine Steuern.

→ Irrelevanz: Divdende hat keine Einfluss auf den Unternehmenswert

  • rational agierenden Investoren ist egal wie sich ihr Vermögen zusammensetzt:

    • keine Dividende: privates Vermögen bleibt unverändert, Aktienkurs bleibt unverändert (hoch)

    • mit Dividende: privates Vermögen erhöht sich, aber Aktienkurs sinkt um Dividende (“linke Tasche - rechte Tasche”)

39
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Erklärungsmöglichkeiten für die Relevanz der Ausschüttungspolitik

  • Steuern

  • Signaling

  • Disziplinierung des Managements

  • Behavioral Finance

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Ausschüttungspolitik: Steuern

Ausgangspunkt: MM-Irrelevanz These (vollk. KM, keine Steuern)

  • In DE: Abgeltungssteuer sowohl auf Dividende als auch auf realisierte Kursgewinne → Gleichbehandlung

Aber:

  • Aufgrund von Bartwerteffekt entsteht steuerlicher Vorteil bei (späterem) Verkauf von Aktien im Vergleich zur (sofortigen) Dividende

  • Vorraussetzung hierfür ist macht in der zwischenzeit kein overinvestment → Aktienkurse bleiben stabil

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Ausschüttungspolitik: Signaling

Ausgangspunkt: Informationsasymmetrie

  • Dient nicht nur der Übertragung finanzieller Mittel sondern übersendet auch Informationen über die finanzielle Leistungsfähigkeit

  • Signal kann nicht von schlecht laufendem Unternehmen umgesetzt werden, daher als ernst anzusehen (bei Erhöhung)

  • Warum kann Signale senden weh tun?

    • nach Ausschüttung → weniger flüssige Mittel → fehlen für Investition → müssen anderweitig beschafft werden

    • Mindert EK → Aufnahme von FK (potenziell) → Steigert Risiko für Financial Distress

    • Einmal Dividende erhöht kann man nichtmehr zurück, würde am KM bestraft werden

  • Andererseits werden Erhöhungen auch oft als negativ angesehen da Fantasie und Kreatitvität für Projekte fehlte (lieber da rein die Kohle)

  • Signaling senden kann auch auf Kostengünstigere Weise passieren (Investor Relations)

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Ausschüttungspolitik: Disziplinierung des Managements

Ausgangspunkt: Agency-Problematik

  • Manager handeln nicht stets im Interesse der EK-Geber

  • Ausschüttung senkt finanzielle Mittel und verhindert dadurch Gefahr von Overinvestment durch Manager

  • Manager muss für geplante Investitionen neues Kapital einwerben → Disziplinierung des Managements → Debt-Controll-/Free-Cashflow-Hypothese

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Ausschüttungspolitik: Behavioral Finance

  • Bspw. Bildung mentaler Konten

  • Aktionär kann zwei unterschiedliche Konten haben

    • eins für erhaltene Dividende

    • eins für Kursgewinne

  • Falls U. nun Dividende kürzt und durch Kursgewinne substitiuiert könnte dies als negativ aufgefasst werden falls Aktionär Konto für erhaltene Dividende höher gewichtet

  • In diesem Fall (falls alle Aktionäre so denken) strebt das U. lieber eine konstante Dividendenpolitik an

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Ausschüttungskanäle

  • Dividenden

  • Aktienrückkauf

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Woraus ergibt sich die Dividende?

Aus dem Bilanzgewinn

  • Hauptversammlung beschließt über Verwendung des BG

  • Gesetzliche Vorgaben können Dividendenzahlung beschränken (“Ausschüttungsrestriktion”)

  • Beschränkungen für Dividende können auch vertraglich vereinbart (in Covenants) sein

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Aktienrückkauf gesetzliche Grundlagen

  • Grundsätzlich Erwerbsverbot, von den nur in bestimmten Fällen (§ 71 Abs. 1 AktG) abgewichen werden darf

  • Beschränkung auf max. 10% des Grundkapitals

  • Vorraussetzung:

    • genug hohe Rücklagen

    • genug hohe Bilanzgewinne

    sodass auch eine Dividendenzahlung möglich ist

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Aktienrückkauf Charakterisierung

Durchführung:

  • Über Börse (Alt.: öffentliches Rückkaufangebot)

  • alle Aktionäre sind gleich zu behandeln

  • Ad-hoc Mitteilung erforderlich

Ruhezustand:

  • Wenn zurückgekauft sind sie weder stimm- noch dividendenberechtigt

  • Reduktion der Aktien im Umlauf

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Verwendung der zurückgekauften Aktien

  • Einzug und Vernichtung

    • endgültig aus Verkehr gezogen

  • Akqusitionswährung bei M&A

    • Kaufpreis mittels eigener Aktien

    • Werden dann wieder “aktiv”

  • Vergütungsinstrument

    • Weitergabe an Belegschaft / Management

    • Werden dann wieder “aktiv”

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Aktienrückkauf als Signalling-Instrument

  • Man kauft zurück wenn Aktien unterbewertet sind (Management diese für unterbewertet hält)

  • Manager sollten aber in keinem Fall privat diese Aktien kaufen

50
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Aktienrückkauf und P-A-Konflikt

  • Durch Rückkauf weniger finanzielle Mittel → P-A-Konflikt wird vermindert (Debt-Controll-/Free-Cashflow-Hypothese)

51
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EPS bei Aktienrückkauf

Wenn zurückgekauft und nicht anderweitig verwendet

→ EPS steigt da weniger Aktien im Umlauf

→ bei gleichbleibender Dividendensumme steigt zusätzlich DPS

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Finanzpolitische Gründe für Aktienrückkaufe

  • Ausschüttung überschüssiger Finanzmittel

  • Alternative für Dividende

  • Signalisierung einer Unterbewertung

  • Kurspflege

  • Optimierung der Kapitalstruktur