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⭐ Kunde (Definition) (F7)
- Nachfrager, der mit einem Anbieter eine Transaktion / ein Geschäft abschließt
- Zweck: Befriedigung seiner Bedürfnisse (Kauf-, Werk-, Mietvertrag o. ä.)
- zahlt dafür (mit Geld, Zeit, persönlichen Daten ...)
Kundenbeziehungsstrukturen B2C / B2B / B2B2C (F8)
- abhängig vom Geschäfts-/Vertriebsmodell
- B2C: UN verkauft an private Endverbraucher
- B2B: UN verkauft an andere Unternehmen
- B2B2C: UN verkauft über andere UN an private Endverbraucher
⭐ Customer Value (doppeldeutig) (F9-10)
- aus Kundensicht: Wert/Nutzen, den der Kunde aus der TRX zieht (Bedürfnisbefriedigung)
- → Ziel Kunde: größtmöglicher Kundennutzen
- → Ziel UN: größtmöglichen Kundennutzen stiften (Wettbewerbsvorteil)
- aus Unternehmenssicht: Wert/Nutzen, den der Kunde für das UN hat (monetär + nicht-monetär)
- → Ziel: möglichst wertvoller, profitabler Kundenstamm
⭐ Kundenorientierung (F11-14)
- Kunde/Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt ALLER Unternehmensaktivitäten
- nicht Produkte, Technologien, Strukturen o. interne Gegebenheiten
- alle Produkte/Maßnahmen/Prozesse konsequent am Kunden ausgerichtet → Kunde = „Maß aller Dinge"
- Fokus: Kundennutzen, Kundenbedürfnisse, Kundenerwartungen
- betrifft gesamtes UN (alle Bereiche/Führungsebenen), nicht nur Marketing
- nicht „Inside-out", sondern „Outside-in" → Welt „durch die Kundenbrille" sehen
Indikatoren echter Kundenorientierung (F11-14)
- Produktentwicklung: „Was nutzt es dem Kunden?" statt Merkmale/Technologien
- Kundenintegration: Kunde als Ideengeber, Co-Creator, Produkttester, Feedbackgeber
- Organisationsstruktur: von funktional/produktorientiert → kundenorientiert
- Feedback-/Beschwerdemanagement: Feedback erwünscht → Kanäle einrichten
- Mitarbeiterauswahl/-entwicklung: kundenbezogene Kompetenzen (Empathie, Kommunikation)
- Strategie: Einbindung in Unternehmensstrategie, -werte, -kultur
⭐ Transaktions- vs. Relationship Marketing (F15-17)
- Relationship Marketing seit 1990er Jahren
- Treiber: Marktsättigung, Wettbewerbsdruck, Produkthomogenität, Digitalisierung
- weitere Treiber: Preiskämpfe, Kostendruck, Käufermarkt, steigende Kundenerwartungen, Globalisierung
- 🔴 Neukundenakquise teurer als langfristige Kundenbindung → Relationship Marketing profitabler
⭐ CRM (Customer-Relationship-Management) (F15-17)
- systematisches, proaktives und nachhaltiges Management von Kundenbeziehungen
- Fokus: ganzheitliche, langfristige Betrachtung (Akquise, Bindung, Rückgewinnung)
- Steigerung von Kundenzufriedenheit und Kundenbindung
- Steigerung der Profitabilität von Kundenbeziehungen
- technologische Unterstützung durch CRM-Software
⭐ CRM-Erfolgskette (4 Ebenen) (F17)
- Management-Ebene: CRM-Maßnahmen
- Psychologische Ebene: Kundenzufriedenheit, Kundenbindung
- Verhaltens-/Prozessebene: Cross-/Up-Selling, Wiederkauf, Weiterempfehlungen, geringere Preissensibilität, geringere Transaktionskosten
- Ökonomische Ebene: Steigerung von Absatz, Umsatz, Gewinn, Profitabilität
Erfolgsfaktoren einer Kundenbeziehung (F18-19)
- Vertrauen (man vertraut sich gegenseitig)
- Zuverlässigkeit (man kann sich aufeinander verlassen)
- Kommunikation (offen und ehrlich sprechen)
- Interaktionen (in Kontakt sein, Dinge miteinander erleben)
- Verständnis (sich kennen, zuhören, verstehen, verzeihen)
- Commitment (sich verpflichtet fühlen, Mühe geben)
- Wertschätzung (Anerkennung, Respekt, Empathie) → „Du, lieber Kunde, bist mir wichtig!"
- 🔴 Basis für kundenorientiertes Mindset, muss tagtäglich „gelebt" werden
⭐ Kundenlebenszyklus - Phasen (F20-21)
- Beziehungsintensität über Zeit
- Anbahnungs- → Sozialisations- → Wachstums- → Reife- → Gefährdungs-/Degenerations- → Kündigungs- → Abstinenz- → Revitalisierungsphase
- „Critical Incidents" / „Pain Points" gefährden die Beziehung (Gefährdungsphasen)
Kundenlebenszyklus - 3 Management-Bereiche (F20-21)
- Kundenakquisemanagement (potenzielle Kunden): identifizieren, priorisieren, kontaktieren; Verkaufsgespräche, Vertragsabschluss
- Kundenbindungsmanagement (bestehende Kunden): Bindungsprogramme, Cross-/Up-Selling, Weiterempfehlungen, kontinuierliche Kommunikation
- Kundenrückgewinnungsmanagement (Churn Mgt., verlorene Kunden): Risikokunden analysieren, Sonderangebote, Rückgewinnungsaktionen
⭐ Sales Funnel vs. Customer Journey (F25)
- Sales Funnel: vertriebsorientiert
- → Wie bringen wir den Kunden Schritt für Schritt zum Kauf? Analyse der Conversion Rates
- → Ziel: Vertragsabschlüsse, Wiederkauf, Cross-/Up-Selling, Weiterempfehlungen
- Customer Journey: kundenorientiert
- → Was erlebt der Kunde auf seiner Reise? Analyse + Optimierung der Touchpoints
- → Ziel: positive CX, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung
KPIs im Kundenbeziehungsmanagement (F26-27)
- Akquise: Anzahl Neukunden/Leads, Akquisekosten, Conversion Rates, Newsletter-Anmeldungen, Webinar-Teilnehmer
- Bindung: Wiederkaufrate, Vertragsverlängerungsquote, NPS, Beschwerdequote, Cross-/Up-Selling-Rate, Retourenquote
- Rückgewinnung: Abwanderungsquote (Churn Rate), Rückgewinnungsquote
Key Account Management (KAM) & Account-based Marketing (ABM) (F28)
- KAM: spezielles Team/Abteilung für Groß-/Schlüsselkunden (besonders wertvoll)
- → individuelle, intensive Betreuung, maßgeschneiderte Angebote
- ABM: B2B-Ansatz, fokussiert nicht den ganzen Markt, sondern einzelne „Accounts" (jeder Kunde = eigener Markt)
- individuelle/personalisierte Ausrichtung aller Maßnahmen
- „Fischen mit der Harpune statt mit dem Netz"
- Abkehr vom klassischen Sales-Funnel-Ansatz
⭐ Kundenwert (F29-30)
- Kennzahl: wie wertvoll ist ein Kunde für das UN (Beitrag zum Unternehmenserfolg)
- Kriterien: monetär/quantitativ (Umsätze/Kosten, Deckungsbeitrag) vs. nicht-monetär/qualitativ (Referenz-, Informations-, Kooperationspotenzial)
- eindimensional vs. mehrdimensional
- statisch (Vergangenheit + aktuell) vs. dynamisch (Zukunftspotenzial)
- Verfahren: ABC-Analyse, Kundenportfolios, Scoring-Modelle, RFM-Analyse, Kundendeckungsbeitragsrechnung, Customer Lifetime Value (CLV)
- Nutzen: segmentieren, priorisieren → „Investitionen in Kundenorientierung da, wo es sich lohnt"
⭐ Kundensegmentierung (F31-32)
- Einteilung der Kunden in homogene Gruppen (Segmente) nach relevanten Merkmalen
- + spezifische Marketingaktivitäten je Segment
- → Nutzung vorhandener Kundendaten + statistischer Verfahren (z. B. Clusteranalyse)
Segmentierungskriterien (F31-32)
- demographisch: Alter, Geschlecht, Beruf/Bildung, Einkommen, Vermögen, Familienstand
- geographisch: Region, Wohnort, Land
- Kaufverhalten: Absatzmenge, Umsatz, Kaufhäufigkeit, Kaufhistorie, Kanal, Kündigungsneigung, Preisbewusstsein, Kundenwert
- psychographisch: Lebensstil, Interessen, Werte, Einstellungen
- B2B-typisch: Unternehmensgröße, Branche, Standort, Umsatz, Marktposition, Digitalisierungsgrad, Innovationsgrad
Trend: Segmentierung → One-to-one-Marketing (F31-32)
- von Segmentierung → One-to-one-Marketing
- durch Digitalisierung, Kundendatenanalyse und KI
- → hoch individuelle, hyper-personalisierte Maßnahmen
CRM-Systeme: Begriff & Ziele (F33)
- CRM-Systeme: Software zur Verwaltung, Analyse und Nutzung von Kundendaten
- beziehungsorientiert: Pflege/Stärkung der Beziehung (Customer Insights, Personalisierung)
- prozessorientiert: Prozessoptimierung durch Automatisierung, Standardisierung, Koordinierung
- ökonomisch: Erhöhung von Produktivität, Effektivität, Effizienz, Profitabilität
⭐ 3 Komponenten von CRM-Systemen (F34)
- Operatives CRM: direkter Kundenkontakt (Customer Interface: Außendienst, Call-Center, Website, App); Kontaktdaten, Dokumentation von Interaktionen
- Kollaboratives CRM: Kooperation/Koordination im Team + mit Akteuren; Vernetzung, Multi-Channel-Management
- Analytisches CRM: Datenanalysen (Tracking, Monitoring), Reporting, Forecasts; Basis: Data Warehouse, Data Mining
Beispiele für die CRM-Nutzung (F35)
- Lead Management (Identifikation + Bearbeitung von Leads)
- datengestützte Kundenprofile (Customer Insights)
- Marketingkampagnen: personalisierte/automatisierte Aktionen
- zentrale, kanalübergreifende Dokumentation aller Interaktionen
- Vertrieb: automatisierte Angebote, Produktkonfiguration, Sales-Funnel-Analyse
- Kundenservice: automatisierte Anfragen, Chatbots, Online-Beratung
- Beschwerdemanagement: automatisierte Weiterleitung, Auswertung, Tracking
⭐ Kundendaten - Arten (F36)
- Kundendaten: Gesamtheit aller Infos, die ein UN über seine Kunden sammelt
- Stammdaten: Name, Alter, Geschlecht, Anschrift, E-Mail, Bankverbindung
- Verhaltensdaten: Kaufhäufigkeit, Kaufintervall, Umsätze, Produktpräferenz, Zahlungsverhalten, Reklamationen
- Tracking-Daten: Verweildauer, Click-Rates, Abbruchraten, Conversion Rates, Social-Media-Verhalten
- Feedback-Daten: Rezensionen, Beschwerden, Kommentare, Support-Anfragen, Mafo-Ergebnisse
Wichtig im CRM (Kundendaten) (F36)
- 🔴 Datenqualität + kontinuierliche Datenpflege (Datenbereinigung)
- 🔴 Datenschutz (DSGVO) von zentraler Bedeutung
- 🔴 KI spielt zentrale Rolle bei Auswertung/Nutzung
⭐ Bedeutung der Kundenzufriedenheit - Wirkungskette (F6-8)
- Psychologische Ebene: Kundenzufriedenheit → Kundenbindung
- Verhaltensebene: Cross-/Up-Selling, Wiederkauf, Weiterempfehlungen, positive Kommentare, geringere Preissensibilität, geringere Transaktionskosten
- Ökonomische Ebene: Steigerung von Absatz, Umsatz, Gewinn, Profitabilität
Ausnahmen zu den Folgen der Kunden(un)zufriedenheit (F6-8)
- trotz hoher KZ → Wechsel möglich (Variety Seeking, Wettbewerbsangebote, Lieferengpässe)
- trotz Unzufriedenheit → Kunde bleibt (Wechselbarrieren):
- → technisch (Lock-in-Effekt, Ersatzteile/Zusatzmodule)
- → vertraglich (Vertragslaufzeit, Garantien)
- → psychologisch (Trägheit, Aufwand beim Wechsel von Bank/Stromanbieter)
⭐ Kundenzufriedenheit (Definition) (F9-10)
- Zustand des Kunden nach Nutzung eines Produkts/einer DL (Ergebnis)
- → kognitive und emotionale Reaktion nach dem Erlebnis
- kognitiv: Vergleich zwischen erwarteter und tatsächlich erlebter Leistung (→ C/D-Paradigma)
- emotional: begleitet von positiven/negativen Gefühlen
- psychologisches Konstrukt, nicht direkt messbar → muss operationalisiert werden
⭐ C/D-Paradigma (Confirmation/Disconfirmation) (F11)
- 🔴 zentrale Theorie zur Entstehung von Kundenzufriedenheit
- Erwartungen (Soll) → aus Werbung, Empfehlungen, Erfahrungen, Idealvorstellungen
- Wahrgenommene Leistung (Ist) → SUBJEKTIVE Wahrnehmung
- Negative Diskonfirmation (Ist < Soll) → Unzufriedenheit
- Konfirmation (Ist = Soll) → Zufriedenheit
- Positive Diskonfirmation (Ist > Soll) → Zufriedenheit / Begeisterung
- Ziel: Kundenbegeisterung („Wow-Effekt")
Attributionstheorie (F12)
- Ausmaß der (Un-)Zufriedenheit hängt auch von Attributionen (Ursachenzuschreibungen) ab
- gleiche Diskonfirmation + andere Attribution → andere Höhe der (Un-)Zufriedenheit
- kontrollierbare vs. nicht kontrollierbare Ursache
- dauerhafte vs. vorübergehende Ursache
⭐ Kano-Modell (Mehrfaktoren-Modell) (F13)
- Basisfaktoren: „Selbstverständlichkeit" → hohe Unzufriedenheit bei Nichterfüllung, KEINE Zufriedenheit bei Erfüllung
- Leistungsfaktoren: linearer Zusammenhang zwischen Erfüllungsgrad und Zufriedenheit
- Begeisterungsfaktoren: „überraschend, unerwartet" → hohe Zufriedenheit bei Vorhandensein, KEINE Unzufriedenheit bei Fehlen
⭐ Dimensionen der Kundenzufriedenheit (F14-16)
- Globalzufriedenheit (eindimensional): „Wie zufrieden insgesamt?"
- Teil-Zufriedenheiten (mehrdimensional):
- → Merkmalsdimensionen: einzelne MERKMALE (Qualität, Design, Kundendienst, Preis ...)
- → Ereignisdimensionen: einzelne KONTAKTPUNKTE/Touchpoints (Beratung, Kauf, Reparatur, Hotline ...)
- Kombination Ereignis + Merkmal → möglichst detaillierte Erfassung
⭐ Messverfahren der KZ - Systematik (F17)
- 🔴 objektiv vs. subjektiv; implizit vs. explizit; ein- vs. mehrdimensional
- Objektiv: Kennzahlenanalyse, Mystery Shopping/Calling, Beobachtungen (Eye-Tracking), Expertenbeurteilung, Qualitätstests/Stiftung Warentest
- Subjektiv implizit: Kunde nicht direkt gefragt → Beschwerde-/Feedbackanalyse, Social-Media-Monitoring, Bewertungsportale
- Subjektiv explizit: Kunde direkt befragt (persönlich, schriftlich, digital, telefonisch); ein-/mehrdimensional
Fragebogen: Messung der Globalzufriedenheit (F18-19)
- Frage: „Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit XY?"
- Globalzufriedenheit (%) = Anzahl (sehr) zufriedene Kunden / Anzahl Befragte
- Angabe der Top-Box- oder Top2Box-Anteile
- viele Skalenvarianten (Ratingskalen)
Messung der Teilzufriedenheiten (F20-21)
- merkmalsorientiert: Customer Satisfaction Scores je Merkmal + Customer Satisfaction Index (Aggregation)
- ereignisorientiert: Messung je Touchpoint (Hotline, Website, Konfiguration, Lieferung)
⭐ Net Promoter Score (NPS) (F22)
- populäres Instrument für KZ/Kundenbindung
- erfasst die Weiterempfehlungsbereitschaft als zentralen Indikator
- Frage: „Wie wahrscheinlich empfehlen Sie X weiter?" → Skala 0-10
- danach „Warum"-Frage (offen/geschlossen)
Customer Effort Score (CES) (F23)
- Kennzahl zur Nutzerfreundlichkeit/Einfachheit
- erfasst die EINFACHHEIT der Abwicklung eines Vorgangs aus Kundensicht
- Beispiel: „Die Firma XY hat es mir leicht gemacht, YZ zu erledigen."
Echtzeit-Erfassung / Life Experience Tracking (F24-25)
- Erhebung „in Echtzeit" im Verlauf der Customer Journey bzw. an allen Touchpoints
- z. B. QR-Codes, Smartphone-Apps, installierte Bewertungsterminals
⭐ Customer Experience (Definition) (F27)
- Summe aller Interaktionsmomente zwischen Kunde und UN (Mitarbeiter, Kanäle, Systeme, Produkte)
- an allen Customer Touchpoints entlang des gesamten Kundenlebenszyklus (vor, während, nach dem Kauf)
- + die subjektiv wahrgenommenen kognitiven und emotionalen Erlebnisse
- komplexes, dynamisches, mehrdimensionales psychologisches Konstrukt
- Ziel: möglichst viele positive, einzigartige Kundenerlebnisse
- ⚠️ Dozent: CX ist viel mehr als das Produkt → Erlebnis als Ganzes
⭐ Mikro-/Makro-Erlebnis + Peak-End-Regel (F28)
- Mikro-Erlebnis: unmittelbares Erlebnis an einem einzelnen Touchpoint
- Makro-Erlebnis: Kundenerfahrung insgesamt (über alle Touchpoints) = Summe aller Mikro-Erlebnisse
- Peak-End-Regel (Kahneman): emotional intensivstes UND zeitlich letztes Erlebnis prägen das Makro-Erlebnis besonders stark
- → „Love Points" oder „Pain Points"
- gilt fürs Makro-Erlebnis, anwendbar auch auf einen einzelnen Touchpoint
⭐ Abgrenzung CX vs. Kundenzufriedenheit (F29)
- 🔴 CX ist erlebnisorientiert und Treiber der (ergebnisorientierten) Kundenzufriedenheit
- ⚠️ Dozent: wissenschaftlich klar abgrenzbar, in der Praxis oft vermischt (v. a. Messung)
- CX = Erlebnisebene (Treiber), Kundenzufriedenheit = Ergebnis/innerer Zustand danach
Experience Economy (F30)
- „Experience Economy" / Erlebnisgesellschaft (Pine/Gilmore 1998)
- Inszenierung von Erlebnissen/Erlebniswerten statt technisch-funktionaler Produkteigenschaften
- es geht um das Preis-Experience-Verhältnis, nicht um das objektive Preis-Leistungs-Verhältnis
- Hedonismus, Erlebnis + Emotionen, Selbstentfaltung, Selbstinszenierung
Customer Experience im B2B (F31)
- auch Geschäftskunden erwarten personalisierte Erlebnisse mit Mehrwert
- Grundprinzipien der CX bleiben gleich, Kontext anders
- Kontext: institutionelles Kaufverhalten, Buying Center, Rationalität + Compliance
- weniger (aber relevante) Emotionalität, langfristige Beziehungen, höhere Komplexität
⭐ Bereiche der Customer Experience (F32)
- Beachte: Überschneidungen zwischen den Bereichen
- Product Experience: unmittelbarer Produktbezug (Funktionalität, Preis, Verpackung, Uniqueness)
- Service Experience: Information/Beratung, Freundlichkeit/Kompetenz, Umtausch/Reklamation
- Shopping Experience: Kaufsituation am PoS (Räumlichkeiten, Abwicklung, Wartezeiten, Bezahlfunktion)
- Consumption Experience: Nutzung nach dem Kauf (Haltbarkeit, Verträglichkeit, Ersatzteile, Entsorgung)
- Brand Experience: Marken-Erlebnisse (Logo, Key Visual, Sound Logo, Markensymbole)
- User Experience: Interaktion mit digitalen Anwendungen (Websites, Apps, Chatbots, Voice)
⭐ Erlebnisdimensionen der CX (F33-34)
- Erlebnis = mehrdimensionales Konstrukt; 1 Maßnahme spricht meist mehrere Dimensionen an
- Sensorisch: visuelle, auditive, olfaktorische, gustatorische, haptische Reize
- Affektiv: positive Gefühle/Stimmungen (Spaß, Freude, Genuss, „Flow", „Joy of Use")
- Kognitiv: Wissenserwerb, Problemlösung, Kreativität, Inspiration, Neugierde
- Verhaltensbezogen: physische, aktivitätsbezogene Erlebnisse (ausprobieren, mitmachen, mitgestalten)
- Sozial (relational): Kontakt, Kommunikation, Interaktion, Zugehörigkeit, Verbundenheit
- Symbolisch: Lebensstil, Werthaltungen (Markenwerte), Identität („So bin ich!")
- ⚠️ Dozent: Ziel möglichst viele/alle Dimensionen bedienen UND einzigartig (USP)
⭐ Customer Journey (F35-37)
- „Die Reise/der Weg des Kunden"
- alle relevanten Kontaktpunkte (Touchpoints) entlang des gesamten Kundenlebenszyklus
- von der Vorkauf- über die Kauf- bis in die Nachkaufphase
- CX findet an Customer Touchpoints entlang der Customer Journey statt
Customer Journey Mapping & Experience Loop (F36)
- Customer Journey Mapping: Visualisierung über Vorkaufphase | Kaufphase | Nachkaufphase
- Customer Journey Loop: linearer Funnel wird heute als Kreislauf/Endlos-Schleife aufgefasst
- Awareness → Consideration → Purchase → Advocacy → Loyalty (...)
Persona (F38)
- konkrete Beschreibung einer (fiktiven) Person als personifiziertes Beispiel einer Zielgruppe
- mit typischen Merkmalen, Handlungen, Erwartungen und Präferenzen
- sowie einer spezifischen Customer Journey
- unterschiedliche Customer Journeys für verschiedene Personas
⭐ Customer Touchpoints - Klassifikation (F39-40)
- Touchpoints: alle Berührungspunkte/Interaktionsmomente eines (potenziellen) Kunden mit Anbieter/Marke
- nach Phase: Vorkauf- / Kauf- / Nachkaufphase
- nach Unmittelbarkeit: direkt (UN/Vertreter) vs. indirekt (über Dritte: Presse, Freunde)
- nach Art: physisch / digital / „phygital" (digital im physischen Umfeld)
- nach Kontrolle: Paid (bezahltes Medium) / Owned (selbst gesteuert) / Earned (unbeauftragt)
⭐ Customer Journey & Touchpoint Management (F41)
- Herausforderung: Ø 300 Touchpoints, nicht alle gleich wichtig
- Pareto-Prinzip: 20 % der TP haben 80 % der Wirkung auf die CX
- Ziel: Schlüsselkontaktpunkte identifizieren, analysieren, optimieren
- Frequenz-Relevanz-Analyse: Welche TP häufig und/oder relevant?
- Critical Incident Technique (CIT): Wo Love/Pain Points?
- ⚠️ Dozent: Kunden nennen zuerst negatives → gezielt auch nach positivem fragen; Datenbasis notfalls aus CRM-Tracking
⭐ Moments of Truth (F42)
- ZMOT (Zero): „Awareness" → erste Kenntnisnahme in der Vorkaufphase
- FMOT (First): „digital/physical contact" → erste tatsächliche Begegnung
- SMOT (Second): „Unboxing"/„Onboarding" → erste Produkt-/Service-Nutzung nach Kauf
- TMOT (Third): „Word-of-Mouth"/Referenzen → Berichte an Dritte in der Nachkaufphase
Besondere Aspekte der digitalen CX - Trends (F43-46)
- Herausforderung: nahtlose (seamless) Omnichannel-Journey, TP-Orchestrierung
- Phygital: Verschmelzung physischer + digitaler Touchpoints + Customer Self-Service
- KI + Hyperpersonalisierung: Basis datengestützte Customer Insights
- Immersiveness: „Eintauchen" in multi-sensorische Erlebniswelt
Dimensionen der Usability (F49)
- Einfachheit: wie einfach ist die Durchführung?
- Schnelligkeit: wie schnell erledigt?
- Einprägsamkeit: kann sich der Kunde die Vorgehensweise merken?
- Fehleranfälligkeit: wie viele Fehler passieren?
- Zufriedenheit: Nutzung angenehm, stressfrei, zufriedenstellend?
Content-Arten nach Format (F50-52)
- Textformate (Artikel, Interviews, Blogbeiträge)
- Bildformate (Fotos, Memes, GIFs, Infografiken, Testimonials)
- Audioformate (Podcasts, Jingles, Sprachassistenten)
- Video-/Bewegtbild (Erklärvideos/Tutorials, Produktdemos, Dokus)
Content-Arten nach Produzenten (F50-52)
- Brand Generated Content (BGC) - von Marke/Unternehmen
- Influencer Generated Content (IGC) - von Influencern (i. d. R. beauftragt)
- User Generated Content (UGC) - von Kunden (unbeauftragt/beauftragt)
- Menschen vertrauen echten Menschen stärker als Marken („Social Proof")
- aber: Authentizität vs. Kontrollierbarkeit
Content-Arten nach Ziel (F50-52)
- Inbound/Lead (Kontaktdaten generierend)
- Educational (informierend/bildend)
- Inspirational (Storytelling, Testimonials, Case Studies)
- Entertaining (unterhaltend)
- Promotional (verkaufsfördernd)
- Engaging (zum Mitmachen: Umfragen, Quiz, Games, Challenges)
⭐ Flow-Konzept (F53)
- „Flow"-Konzept nach Mihály Csíkszentmihályi
- optimaler Flow-Bereich zwischen STRESS (Überforderung) und LANGEWEILE (Unterforderung)
- durch Personalisierung bestmögliches, individuelles Flow-Erlebnis
- ⚠️ Dozent: Flow = Fit zwischen Fähigkeiten und Anforderungen → man „vergisst Zeit und Raum"
- Ziel: Kunde bleibt länger am Touchpoint → mehr Conversion
⭐ Management-Zyklus (F57)
- Planung: Soll-Werte/KPIs festlegen, Status Quo erfassen (Situationsanalyse), Ziele SMART
- Umsetzung: Maßnahmen umsetzen
- Kontrolle: Soll-Ist-Vergleich, Abweichungsanalyse
- → Kreislauf mit der Kundenzufriedenheit im Zentrum
- ⚠️ Dozent: Situationsanalyse (SWOT) Teil der Planung; Abweichungsanalyse intern vs. exogen → Korrektur → Rückkopplung (Endlosschleife)
KPIs & Benchmarking im Kontext CS/CX (F58)
- KPIs: NPS, CES, CSI, Wiederkaufrate, Weiterempfehlungsrate, Beschwerdequote, Churn Rate, Top(2)Box-Anteile
- Benchmarking - 3 Arten:
- → Wettbewerbsvergleich: intern (Teams/Regionen) oder extern (Wettbewerber/Marktdurchschnitt)
- → Zeitreihenvergleich: KPI im Zeitverlauf
- → Soll-Ist-Vergleich: Vergleich mit selbst gesetztem Ziel (Herzstück der Kontrolle)
- Faustregel Top-(2)-Box: < 50 % schlecht | 50-75 % Mittelfeld | > 75 % Exzellenz
⭐ Beschwerdemanagement - Grundlagen (F59-66)
- 🔴 Beschwerdeparadoxon + Qualitätsdimensionen; Beschwerdeerlebnis = zentraler Moment of Truth
- Beschwerdemanagement: Planung, Durchführung, Kontrolle aller Maßnahmen zu Kundenbeschwerden
- Beschwerde: jegliche Unmutsäußerung eines Kunden zu UN/Produkten/Mitarbeitenden
- Abgrenzung Reklamation: Rechtsanspruch (Gewährleistung/Garantie) bei objektivem Produktmangel
- Leitbild: „Beschwerden sind wertvoll → Feedback + Verbesserungsansätze"
⭐ Beschwerdeparadoxon (Recovery Paradox) (F59-66)
- Beschwerdekunden, die mit der Bearbeitung zufrieden waren,
- sind am Ende zufriedener als Kunden, die sich gar nicht beschweren mussten
- → Beschwerdeerlebnis als Chance
- ⚠️ Dozent: Beschwerde ≙ „kostenlose Unternehmensberatung" + Wertschätzung; Kulanz lohnt sich ökonomisch
Qualitätsdimensionen des Beschwerdemanagements (F59-66)
- Beschwerdeprozess:
- → Zugänglichkeit (konnte ich mich beschweren, war jemand zuständig?)
- → Interaktionsqualität (wie wurde mit mir umgegangen?)
- → Reaktionsgeschwindigkeit (Dauer der Bearbeitung?)
- Beschwerdeergebnis:
- → Angemessenheit/Fairness des Ergebnisses (fair/angemessen?)