Empirische Lehr-Lern-Forschung: Kompetenzentwicklung

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Diese Flashcards decken die Definition von Kompetenz, verschiedene Kompetenzmodelle sowie die Entwicklungslinien in den Bereichen Kognition, Sozial-Emotionalität und Motorik ab, ergänzt um aktuelle Ergebnisse der IGLU-Studie.

Last updated 11:51 AM on 7/27/26
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1
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Kompetenz (Weinert, 2001)

Die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.

2
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Eigenschaften von Kompetenzen

Sie sind vielfältig (inhaltsspezifisch), erlern- und veränderbar, dienen der Problemlösung, sind situativ angepasst und umfassen kognitive Fähigkeiten sowie Fertigkeiten.

3
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Metakompetenzen

Das Wissen, die Strategien oder die Motivationen, welche sowohl den Erwerb als auch die Anwendung spezifischer Kompetenzen erleichtern.

4
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Intelligenz vs. Kompetenz

Intelligenz ist generalisierbar, zeitlich stabil und teils biologisch determiniert. Kompetenz ist kontextualisiert (situationsspezifisch), lernbar durch Erfahrung und ihre Binnenstruktur ergibt sich aus spezifischen Anforderungen.

5
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Fähigkeiten vs. Fertigkeiten

Fähigkeiten sind die inneren Ursachen für Verhalten, während Fertigkeiten erlernte oder erworbene Anteile des Verhaltens (z. B. Schreiben, Radfahren) darstellen.

6
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Kompetenzniveaumodelle

Modelle, die den Schwierigkeitsgrad von Kompetenzstufen beschreiben. Ein quantitativer Testwert spiegelt die individuelle Ausprägung wider und erlaubt eine kriteriumsorientierte Interpretation der Leistung.

7
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Kompetenzstrukturmodelle

Modelle, die die (Mehr-)Dimensionalität von Kompetenzen beschreiben und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Teilkompetenzen (z. B. 'Größen' vs. 'Raum und Form' in Mathematik) darstellen.

8
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Intraindividuelle Variabilität

Die Tatsache, dass sich kognitive Teilbereiche bei derselben Person unterschiedlich schnell und auf verschiedene Weise entwickeln können.

9
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Interindividuelle Variabilität

Die Variation von Entwicklungsprozessen zwischen verschiedenen Individuen, die mit zunehmendem Alter meist ansteigt.

10
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Plastizität der Entwicklung

Die Fähigkeit des Gehirns und des Verhaltens, sich durch neuronale Reorganisation oder Umstrukturierung von Denkinhalten an Umweltreize anzupassen; sie bildet die Grundlage für Lernprozesse.

11
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Transitive Schlüsse

Logische Schlussfolgerungen der Form: Wenn A<BA < B und B<CB < C, dann folgt A<CA < C. Diese Fähigkeit entwickeln Kinder etwa ab dem 3. bis 4. Lebensjahr.

12
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Kognitive Veränderungen im höheren Erwachsenenalter

Abnahme der sensorischen Informationen (Sehen/Hören), Verringerung der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses sowie Verschlechterung der Aufmerksamkeitssteuerung und -spanne.

13
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Sozial kompetentes Verhalten

Verhalten einer Person, das in einer spezifischen Situation dazu beiträgt, die eigenen Ziele zu verwirklichen, wobei gleichzeitig die soziale Akzeptanz des Verhaltens gewahrt wird.

14
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Emotionsregulation

Regulierung der Intensität, Dauer und Qualität erlebter Emotionen durch Handlungen oder (Selbst-)Instruktionen; man unterscheidet interpersonale (z. B. Trösten durch Bezugsperson) und intrapersonale Strategien.

15
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Empathie vs. Perspektivübernahme

Empathie bezeichnet das Mitfühlen mit anderen, während Perspektivübernahme das Wissen um die Gedanken und Gefühle des Gegenübers bedeutet.

16
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Grobmotorik

Beherrschung von Handlungen zur Fortbewegung wie Krabbeln, Stehen, Laufen, Springen, Hüpfen und Rennen.

17
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Feinmotorik

Filigrane Bewegungen wie Greifen, Zeichnen, selbstständiges Ausziehen, Essen mit Besteck oder das Binden von Schuhen.

18
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Pinzettengriff

Die Fähigkeit, Gegenstände mit Daumen und Zeigefinger zu greifen, die sich gegen Ende des ersten Lebensjahres herausbildet.

19
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Geschlechtsspezifische motorische Unterschiede

Jungen zeigen oft schnellere Fortschritte in der Grobmotorik (Kraft/Stärke), während Mädchen häufig Vorteile in der Feinmotorik und im Gleichgewicht besitzen.

20
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IGLU (PIRLS)

Die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung zur Erfassung der Lesekompetenz von Viertklässler*innen im internationalen Vergleich.

21
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Reading Literacy (IGLU)

Die Fähigkeit, geschriebene Sprache zu verstehen und zu nutzen, die von der Gesellschaft benötigt oder vom Individuum wertgeschätzt wird, um zu lernen, am Leben teilzunehmen oder zur Freude.

22
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Kompetenzstufe V (IGLU)

Die höchste Stufe (>625> 625 Punkte), bei der Informationen selbstständig interpretierend und kombinierend unter Bezug auf den Gesamttext geordnet und begründet werden können.

23
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Ergebnisse IGLU 2021 (Deutschland)

Die mittlere Lesekompetenz lag bei 524524 Punkten (signifikant niedriger als 2001 mit 539539 Punkten); etwa 25%25 \% der Schüler*innen in Deutschland erreichen nur die (sehr) schwachen Stufen I oder II.