Menschenbilder der philosophischen Anthropologie und Identitätsbildung

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Diese Karteikarten decken die wesentlichen Konzepte der philosophischen Anthropologie (Frankl, Portmann, Gehlen, Plessner, Scheler), der Identitätsbildung (Hurrelmann, Mannheim) sowie der Begründung der Menschenwürde ab.

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Viktor Frankl

Begründer eines sinnorientierten Menschenbildes, in dem der Mensch aus Leib, Seele und Geist besteht und die Fähigkeit zur Selbsttranszendenz sowie zur Sinnsuche besitzt.

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Selbsttranszendenz

Die Fähigkeit des Geistes, über sich selbst hinaus auf Werte, andere Menschen oder den Glauben Bezug zu nehmen.

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Konformismus

Anpassung an gesellschaftliche Erwartungen ohne eigenes Urteil, was nach Frankl eine Gefahr bei Sinnverlust darstellt.

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Totalitarismus

Fremdbestimmung und Ideologiezwang, die Frankl als Bedrohung der inneren Freiheit kritisiert.

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Adolf Portmann

Zoologe, der den Menschen als „sekundären Nesthocker“ bezeichnet, da er biologisch unreif geboren wird und eine lange soziale Entwicklungsphase benötigt.

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Sekundärer Nesthocker

Begriff nach Adolf Portmann für den Menschen, der aufgrund seiner biologischen Unfertigkeit bei der Geburt stark von Erziehung, Kultur und seiner sozialen Umwelt geprägt wird.

7
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Arnold Gehlen

Philosoph, der den Menschen als instinktarmes „Mängelwesen“ definiert, das zur Stabilisierung Kultur, Technik und Institutionen benötigt.

8
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Mängelwesen

Konzept von Arnold Gehlen: Der Mensch ist biologisch nicht spezialisiert und unsicher, weshalb er seine Umwelt aktiv durch Handeln und Kultur gestalten muss.

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Institutionen (nach Gehlen)

Gesellschaftliche Ordnungssysteme und Regeln, die Entlastung und Orientierung schaffen und die fehlende Instinktsicherheit des Menschen ersetzen.

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Helmuth Plessner

Denker, der die „exzentrische Positionalität“ als Sonderstellung des Menschen definiert, da dieser zugleich Körper ist und seinen Körper reflektieren kann.

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Exzentrische Positionalität

Die menschliche Eigenschaft, in einer Spannung zwischen Natur und Geist zu leben und fähig zur Selbstbeobachtung sowie Reflexion zu sein.

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Max Scheler

Philosoph, der den Menschen als geistiges Wesen mit „Weltoffenheit“ definiert, das fähig zur Distanz gegenüber Trieben und zur Erkenntnis von Werten ist.

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Weltoffenheit

Fähigkeit des menschlichen Geistes, keine feste Umweltbindung zu haben und sich frei von Instinkten gegenüber der Welt und Werten zu positionieren.

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Generation (nach K. Mannheim)

Gruppen mit ähnlichen Erfahrungen, Wertvorstellungen und Lebensauffassungen, die durch gemeinsame prägende Ereignisse („Erlebnisschichtung“) verbunden sind.

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Generation Y („Millennials“)

Geburtskohorte zwischen ca. 19801980 und 19951995, geprägt durch Ereignisse wie den 11.11. September 20012001 und den Wunsch nach Work-Life-Balance.

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Generation Z

Geburtskohorte zwischen ca. 19951995 und 20102010, geprägt durch Klimabewegung und politische Krisen, mit Wunsch nach Trennung von Arbeit und Privatleben.

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Identität

Die Gesamtheit der Eigenschaften einer Person, umfassend Persönlichkeit, Selbstbild und Verhalten, die maßgeblich durch soziale Interaktion und Rollenlernen entsteht.

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Qualifizieren

Eine der Entwicklungsaufgaben nach Klaus Hurrelmann: Erwerb von Bildung, Beruf und Kompetenzen für die gesellschaftliche Teilhabe.

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Binden

Entwicklungsaufgabe nach Klaus Hurrelmann, die den Aufbau von Beziehungen und die Ablösung vom Elternhaus umfasst.

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Konsumieren

Entwicklungsaufgabe nach Klaus Hurrelmann: Die Entwicklung von Selbstkontrolle im Umgang mit Medien und Konsumangeboten.

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Partizipieren

Entwicklungsaufgabe nach Klaus Hurrelmann: Die Entwicklung eigener Werte und die aktive Teilhabe an politischen und gesellschaftlichen Prozessen.

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Personalität (Individualität)

Die Dimension der menschlichen Existenz als einzigartiges Individuum mit Vernunft, Selbstbewusstsein, Freiheit und Verantwortung.

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Sozialität (Gemeinschaft)

Die Dimension, dass der Mensch auf andere angewiesen ist und Identität erst durch zwischenmenschliche Beziehungen entsteht.

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Artikel 1 Grundgesetz

Fundament der deutschen Verfassung, das festlegt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

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Unantastbarkeit der Menschenwürde

Das Prinzip, dass Würde jedem Menschen unabhängig von Leistung, Alter oder Status zukommt und vom Staat niemals aberkannt werden darf.

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Transzendenzbezug

Der Bezug auf eine höhere Instanz (z. B. Gott), der im Grundgesetz verdeutlicht, dass die Menschenwürde dem Staat vorgegeben ist und nicht von ihm verliehen wird.

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Gottebenbildlichkeit

Christliche Begründung der Menschenwürde: Jeder Mensch besitzt einen unverlierbaren Wert, da er ein Ebenbild Gottes ist.

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Böckenförde-Diktum

Der Leitsatz: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann,“ was auf moralische und religiöse Grundlagen der Demokratie verweist.