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Wie ist der verlauf der Verordnungraten der wichtigsten Psychopharmaka in DE? Anfang DDD defined daily Dosis
Tanquilizer - Schalfmittel
Antipsychotika
Antidepressiva
Tanquilizer - Schalfmittel => ANfangs knapp unter 200 Mio jetzt knapp 100 Mio = Trend abfallend
Antipsychotika => knapp über 200 Mio steigt bis knapp unter 400 Mio = Trend steigend
Antidepressiva => knapp 700 MIo steigt bis 1600 Mio = Stark ansteigender Trend (Auch aufgrund langer Dauermedikationen)
Was ist das Dilemma bei Antipsychotischen Pharmakotherapien?
Medikamente “heilen” nur akuten Zustand
Pharmakologie besser als Krankheit? (Je nach Risiken oder Nebenwirkungen)
Medikamente unterdrücken nur die Symptomatik heilen nicht die Krankheit
Gibt es zusammenhänge zwischen einer Antipsychotika-medikation und Hirnsubstanzverslust?
JA es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Antipsychotika-Einnahme und Hirnsubstanzverlust (v.a. Ventrikelvergrößerung),
ABER der Effekt ist aber als “subtil”
die Studienlage erlaubt keine klare Trennung zwischen Medikamenteneffekt und Krankheitseffekt Kausalität Krankheit oder Medikation?
Wichtig ist die übergeordneten Frage nach Nutzen-Risiko-Abwägung einer Dauertherapie
Was ist die Sterblichkeitslücke?
Patienten aus dem schizophrenen Spektrum Lebenserwartung?
Sie Sterblichkeitslücke ist die Differenz zwischen Lebenserwartung der allgemein Bevölkerung und der Lebenserwartung Schizoprenie erkrankter
→ Behandlung ist der Versuch die Lücke zu schließen
Menschen mit Psychosen sterben ca. 20 Jahre Früher durch:
SuizidRisiko ist hoch (viralen wenn pat sich der Erkrankung nicht bewusst ist)
Post. Mit Psychosen haben oft ungesunde Lebensgewohnheiten
Somatische Krankheiten werden oft spät diagnostiziert und unzureichend behandelt
Antipsychotika könnten unerwünschte Nebenwirkungen haben
Ca. 8 Millionen Todesfälle = 14,3% weltweit auf psychische Erkrankungen zurückzuführen
Warum & Woran sterben Schizophren erkrankte?
Neben Suizid spielen
v.a. somatische Ursachen eine große Rolle – COPD, Pneumonie, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
chronische Lungenerkrankungen häufig, da psychiatrische Patienten überdurchschnittlich oft rauchen
Langzeitanwendung von Antipsychotika Einfluss auf Sterblichkeitslücke/Mortalität?
Langzeitmedikation reduziert die Sterblichkeit
möglicherweise durch höhere Adhärenz bei Behandlung somatischen Erkrankungen
konsequente antipsychotische Behandlung trotz der diskutierten Risiken (Hirnvolumenverlust, Nebenwirkungen) insgesamt eher lebensverlängernd als -verkürzend wirkt
Welche Antipsychotika wirken am besten?
Antipsychotika – insbesondere Clozapin gefolgt von SGA (second Generation antipsychotic) – reduzieren sowohl die Suizidmortalität als auch die Mortalität durch natürliche Ursachen. “Sterblichkeitslücke reduzieren”: Die Behandlung verkleinert den Abstand zur Lebenserwartung der Allgemeinbevölkerung
Das bedeutet nicht, dass es keine Nebenwirkungen gibt – diese müssen aktiv gemanagt werden

Was ist das Problem von Antipsychotika trotz hoher Wirksamkeit?
Die Wirksamkeit von Antipsychotika ist statistisch gut belegt
die Effektgröße im Vergleich zu anderen medizinischen Interventionen (z.B. Placebo) sogar überdurchschnittlich gut
→ das Problem liegt eher in der Therapietreue (Adhärenz) als in der grundsätzlichen Wirksamkeit
→ ca. 75% der Patienten setzen Antipsychotika ab - stationäre Wiederaufnahme
Wie lautet das Grundprinzip der ENtwicklungshypothese der Schizophrenie?
Zwei gegenläufige Systeme im Gehirn, die sich normalerweise die Waage halten:
• Aktivierendes System
• Bremsendes System
Steuerung erfolgt über Kortex → glutamaterge (GLU) Projektionen
Welche Strukturen und Botenstoffe sind beteiligt?
• Kortex (Hirnrinde) – sendet Glutamat-aktiviert, reguliert von oben (“top-down”)
• VTA (Ventrales Tegmentum) – Ursprung der Dopaminbahnen
• MC DA = mesokortikale Dopaminbahn
• ML DA = mesolimbische Dopaminbahn
• VST (Ventrales Striatum) – Zielregion
• GABA-Interneurone – hemmend
• PPT – liefert zusätzlichen Glutamat-Input
Gesundes Gehirn nach der Entwicklungshypothese
• Glutamat vom Kortex aktiviert nachgeschaltete Bahnen normal
• GABA-Hemmung funktioniert
• System im Gleichgewicht

Erkrankter Patient Entwicklungshypothese
• Kortikale Kontrolle fällt aus (Verbindungen zu aktivierendem UND bremsendem System gestört)
→ verminderte kortikale Top-down-Regulation
→ Überaktivität im VST / mesolimbisches System (Enthemmung)
→ kortikale Aktivität selbst (z. B. präfrontal) vermindert

Was lößt die Dysregulation in den Dopaminergen Bahnen aus?
a) Mesolimbisches System →zu viel Dopamin - Positivsymptome
b) Mesocorticales System → zu wenig Dopamin -Negativsymptome
c) Nigrostriatales System → reguliert Motorik
d) Tuberoinfundibuläres System → reguliert Prolaktin

Wichtigsten NW
EPMS
Hyperprolaktinämie
Gewichtszunahme
Sedierung
anticholinerge Nebenwirkungen
orthostatische Hypotonie
Typische und. Atypische
Typische AP | Atypische AP |
1. Generation | 2. Generation |
hauptsächlich D2 | D2 + 5-HT2A |
gut gegen Positivsymptome | gut gegen Positivsymptome |
viele EPMS | weniger EPMS |
Mehr Prolaktin | Weniger Prolaktin |
Negativsymptome können sich verschlechtern Chlorpromazin Haloperidol Benperidol Zuclopenthixol Chlorprothixen | bessere Wirkung auf Negativsymptome Clozapin Olanzapin Quetiapin Risperidon Paliperidon Ziprasidon Aripiprazol Cariprazin Lurasidon Amisulprid |
Dopamin Spiegel Wirkorte

Definition Antipsychotika
“Antipsychotika sind Substanzen, die eine antipsychotische Wirkung besitzen, d.h. Gegen psychotische Symptome wirken, ohne dabei das Bewusstsein und die intellektuellen Fähigkeiten wesentlich zu beeinflussen.
Die Patienten gelangen inn einen Zustand von relativity Indifferenz gegenüber ihrer Umwelt die psychomotorische Erregung wird vermindert, die innere Spannung und Angst verringert und der Antrieb reduziert.
Akute psychotische Episoden werden vom Patienten als weniger quälend erlebt.”
Zeitstrahl entwicklung von Antipsychotika

Drei Einteilungen der Antipsychotika
Einteilung nach chemischer Struktur
Einteilung nach deer antipsychotischen Wirksamkeit (“Neuroleptische Potenz”)
Hochpotent: In niedriger bis mittlerer Dosierung gute antipsychotische Wirkung ohne Sedierung
Mittelpotent: Dosisabhängig gute antipsychotische Wirkung mit mäßiger Sedierung
Niederpotent: In niedriger bis mittleren Dosierung geringe antipsychotische Wirkung bei deutlicher bis ausgeprägter Sedierung
Einteilung nach den “atypischen” Eigenschaften
Weniger EPS (motorische NW) Spätdyskinesien (Bewegungsstörungen im Gesicht)
Bessere antipsychotische Wirksamkeit
Bessere Wirksamkeit bei Therapieresistenz
Geringere Prolaktinerhöhung
Bessere Wirksamkeit bei Negativsymptomatik
Rezeptor Struktur eines (tritt-)typischen Dopamin D2-Antagonisten
Antipsychotikum blockiert Dopaminrezeptor

Wo wirken Antipsychotika und was lösen die unterschiedlichen Wirkorte aus?ß
Limbisches System → Positivsymptome gebessert
Präfrontaler Kortex → Negativsymptome verschlechtert
Basalganglien → EPMS Nebenwirkungen (unwillkürliches Bewegungssystem)

Man kann Dopaminrezeptoren D2 als roter Bereich bei Bildgebung sehen
Wie äußert sich eine hohe Dosierung Antipsychotika Dosis auf die Bildgebung? Und wie berechnet man die Rezeptorbesetzung
Das Signal der Bildgebung wird schlechter

Dopaminerge Bahnsysteme: Symptome
Mesolimbisches System
Mesolimbisches System → nucleus accumbens = Überaktivität sorgt für = Positivsymptome
Dopaminerge Bahnsysteme: Symptome
Mesokortikales System
Mesocorticales System → VTA Tegmentum = Zunahme von Negativsymptome
Primäres dopaminerges Defizit (Mangel an Dopamin durch Krankheit)
D2 Rezeptor Blockade (Medikament gegen Positivsymptome blockieren auch mesokortikalem System)
Sekundäres dopaminerges Defizit (Größerer Mangel)
=> Zunahme der negativ Symptome
Dopaminerge Bahnsysteme: Symptome
Tuberoinfundibuläres System
Tuberoinfundibuläres System → Hypothalamus = Prolaktin Anstieg (Milchproduktion)
Medikamente blockieren Dopaminrezeptoren → vermehrte Ausschüttung
Dopaminerge Bahnsysteme: Symptome
Nigrostriatales System
Nigrostriatales System → Substantial nigra und Basalganglien = EPMS (pat. Sterben häufiger an Schluckstörungen)
Wichtige Einteilung der Rezeptorprofile welche gibt es und was bewegen sie?
D₂ → antipsychotische Wirkung
5-HT₂A → atypische Eigenschaften
H₁ → Gewicht/Sedierung
muskarinisch → anticholinerge UAW
α₁ → Hypotonie
Es gibt 3 unterschiedlichen Möglichkeiten zur Einteilung von Antispsychotika
1. Nach der Potenz
Hochpotent = starke antipsychotische Wirkung, wenig Sedierung
Mittelpotent = mittlere Wirkung und Sedierung
Niederpotent = schwächere antipsychotische Wirkung, starke Sedierung
Nach Generation
1. Generation (typische Antipsychotika)
z. B. Chlorpromazin, Haloperidol
2. Generation (atypische Antipsychotika)
z. B. Clozapin, Olanzapin, Quetiapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol, Cariprazin
Atypische Eigenschaften
Atypische Antipsychotika (meist 2. Generation) zeichnen sich laut Skript aus durch:
weniger EPMS (extrapyramidalmotorische Störungen)
weniger Spätdyskinesien
geringere Prolaktinerhöhung
bessere Wirkung bei Negativsymptomen
bessere Wirksamkeit bei therapieresistenter Schizophrenie

Was ist der Hauptmechanismus von Antipsychotika
Antipsychotika wirken hauptsächlich durch Blockade der Dopamin-D₂-Rezeptoren.
Dadurch wird die übermäßige Dopaminwirkung bei Psychosen vermindert.
Die antipsychotische Wirkung entsteht vor allem im mesolimbischen System.
Warum entstehen Nebenwirkungen?
D₂-Rezeptoren befinden sich nicht nur im mesolimbischen System, sondern auch in anderen dopaminergen Bahnen. Deshalb wirkt die D₂-Blockade überall und führt je nach Bahn zu unterschiedlichen Effekten.
Der therapeutische Bereich befindet sich bei 70-80% D2 Rezeptorbestzung ab 80% beginnen aber schon EPMS NW
Mesolimbisch → Positivsymptome ↓ ✅
Mesokortikal → Negativsymptome ↑
Nigrostriatal → EPMS
Tuberoinfundibulär → Prolaktin ↑
typische vs. Atypische Antipsychotika
Typische vs. atypische Antipsychotika
Typische Antipsychotika wirken überwiegend über die D₂-Blockade.
Atypische Antipsychotika blockieren neben D₂ auch 5-HT₂A-(Serotonin-)Rezeptoren.
Dadurch treten meist:
weniger EPMS,
weniger Prolaktinerhöhung,
bessere Wirkung auf Negativsymptome
auf.
Wie werden die richtigen Dosierungen für Patienten gefunden?
Start mit empfohlener Startdosis.
Wirkung und Nebenwirkungen beobachten.
Dosis langsam steigern, falls nötig.
Ziel: niedrigste wirksame Dosis.
Höhere Dosen → meist mehr Nebenwirkungen, aber nicht unbedingt mehr Wirkung.
„SO viel wie nötig, so wenig wie möglich“
Wichtigsten Punkte der Akutbehandlung
Je früher die Behandlung beginnt,
desto besser sprechen Patienten auf Antipsychotika an.
Wird die Therapie erst Monate oder Jahre nach Beginn der Psychose begonnen, verschlechtert sich das Therapieansprechen deutlich
Ziel ist es Patienten zu stabilisieren und schnell psychotische Symptome reduzieren
Welchen Einfluss haben Rückfälle auf die Therapie
Jeder Rückfall kann den Krankheitsverlauf verschlechtern.
Nach einem Rückfall erreichen Patienten häufiger keine vollständige Remission.
Mit jedem Rezidiv sinkt die Wahrscheinlichkeit, wieder vollständig symptomfrei zu werden.
Was ist wichtig bei einer Langzeit Therapie
Die Langzeittherapie ist schwierig, weil zwei Ziele gegeneinander abgewogen werden müssen:
Nebenwirkungen möglichst gering halten.
Gleichzeitig Rückfälle verhindern
Eine Reduktion oder das Absetzen von Antipsychotika erhöht das Rückfallrisiko.
Die RADAR-Studie zeigt:
Patienten mit Dosisreduktion
Rückfallrate: 25 %
Patienten ohne Dosisreduktion
Rückfallrate: 13 %
➡ Das Rezidivrisiko war bei Dosisreduktion ungefähr doppelt so hoch