VL 7 Psychosomatik

0.0(0)
Studied by 0 people
call kaiCall Kai
Locked
learnLearn
examPractice Test
spaced repetitionSpaced Repetition
heart puzzleMatch
flashcardsFlashcards
GameKnowt Play
Card Sorting

1/22

encourage image

There's no tags or description

Looks like no tags are added yet.

Last updated 6:45 PM on 7/30/26
Name
Mastery
Learn
Test
Matching
Spaced
Call with Kai
Chat

No analytics yet

Send a link to your students to track their progress

23 Terms

1
New cards

Konzept Psychosomatische Medizin

  • Unabhängig von spezifischer Fachrichtung

  • Impliziert anthropologisches-ganzheitliches Menschenbild (Psyche und Körper beeinflussen sich gegenseitig)

  • Psychosomatische Medizin/Psychotherapie eigenständiger Facharzt Qualifikation

  • Beziehung zwischen Psyche und Körper (Soma) nicht das schulde Ursache Wirkung zu denken

2
New cards

Unterschiede zwischen organische Krankheiten und funktionelle Körperbeschwerden

Die Trennung organischer Krankheiten von funktionellen Körperbeschwerden sind nicht eindeutig

  • auch können somatoforme Beschwerden teilweise organisch gemessen werden

  • auch “rein Organ medizinische” Krankheiten können erheblich von psychologischen Prozessen beeinflusst werden

  • Anstatt diese Begriffe strikt zu trennen wurde der Begriff “Somatische Belastungsstörung” eingeführt

3
New cards

Charakteristika von Somatisierungs- und Somatoforme Störung

  • Oft keine objektivierbaren pathologischen Befund → Patienten werden oft nicht ernst genommen

  • Aber 12-Monats Prävalenz von ca. 11% in DE gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen

  • Diskrepanz Subjektives Befinden vs. objektivierbare Befunde

  • Patienten fühlen sich abgewertet, wenn sie “nur etwas seelisches” langer Prozess → Ziel, endlich einen krankhaften Befund/ eine Richtige Diagnose zu bekommen

4
New cards

Hauptkategorien somatoformer Störungen nach ICD-10 F45

F45.0 Somatisierungsstörung

F45.1Undifferenzierte Somatisierungsstörung

F45.2Hypochondrische Störung

F45.3Somatoforme autonome Funktionsstörung

F45.4 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung

- Mindestens sechs Monate kontinuierlicher, an den meisten Tagen anhaltender, schwerer und belastender Schmerz in einem Körperteil, der nicht adäquat durch den Nachweis eines physiologischen Prozesses oder einer körperliche Störung erklärt werden kann, und der anhaltend der Hauptfokus der Aufmerksamkeit der Patienten ist - Form von chronischem Schmerz

F45.8Sonstige somatoforme Störungen

F45.9Nicht näher bezeichnete somatoforme Störungen

Ausblick:

ICD-11 6C20 Somatische Belastungsstörung

Mehrere Monate subjektiv belastende Beschwerden, übermäßige Aufmerksamkeit

mit negativen Auswirkungen auf das Leben/-squalität

5
New cards

Diagnosekriterien Somatisierungsstörung F45.0 and

knowt flashcard image
6
New cards

6 D´s der somatoformer Störungen

Dienen dazu unbewusste psychische MEchanismen hinter den chronischen Beschwerden zu erkennen und verstehen

Disability: hohe Beeinträchtigung der Lebensqualität

Depression: hohe Komorbidität mit Depression

Disuse & Degeneration: Schonung & Rückzug

Drug misuse: (nicht verordnungsgemäße) Einnahme von Medikamenten

Doctor shopping: Erhöhte Inanspruchnahme medizinischer Dienste bzw. häufige Arztwechsel

Dramatic accounts of illness: Verdeutlichungstendenz aufgrund von Vorerfahrungen

7
New cards

Bio-Psycho-soziales Krankheitsmodell (Engel 1977)

knowt flashcard image
8
New cards

Therapie somatoformer Störungen

- Immer organische und psychische Diagnostik (parallele Behandlung günstig!)

- Hinreichend sicherer Ausschluss organischer Ursachen der Beschwerden: geplant, nicht redundant, zeitlich gerafft

  • Beziehungsaufbau

    • Beschwerden schildern lassen, ernst nehmen, aktives Zuhören

    • Kränkungserleben, Validierung des Leidensdrucks, Stigmatisierung

  • Angebot eines multifaktoriellen Erklärungsmodells unter Einbeziehung psychosomatischer Aspekte

    • Erweiterung der organischen Kausalattribution zu einem psychosomatischen Krankheitsverständnis (Wechselwirkungen zwischen Körperbeschwerden und psychosozialen Faktoren)

  • Zieldefinition

    • Reduktion der Beschwerden, Bewältigung statt Heilung, Verbesserung der Lebensqualität, soziale Reintegration

- Hinweise für aktuelle psychosoziale und für biographische Belastungen?

- Exploration von akuten Belastungsfaktoren & möglichem Krankheitsgewinn

- Pharmakotherapie bei spezifischer Indikation zur Linderung psychischer Symptome und Schmerzen (ggf. sinnvoll bei komorbider Depression/Angst) → jedoch: keine generelle Indikation zur Pharmakotherapie

9
New cards

Psychotherapie in der Psychosomatik

  • Symptomtagebuch: Strukturierte Aufmerksamkeit; Zusammenhang Emotionen & Körpersensationen

  • Aktivitäten Aufbau: Soziale Reintegration, Verbesserung der Lebensqualität, positive Erlebnisse

  • Psychoedukation: z.b. Demonstration des Aufschaukelungs Prozesses zwischen Aufmerksamkeitsfokussierung und Körpermissempfindungen; Ableitung des Interventionsrationals zur kontrollierten Aufmerksamkeitslenkung auf externalen sensorischen Input

  • Kognitive Ansätze: Entkatastrophisierung Umbewertung, Risikoakzeptanz

  • Reduktion von Vermeidungs- und Schonverhalten; Aufbau eines adäquaten Belastungsverhaltens

  • Achtsamkeits und Genuss Training: Körper positiv empfinden

  • Entspannungstechniken: Vegetative Anspannung verringern; Zugang zu. Therapeutischen Interventionen

  • Emotionsfokussierte Arbeit: Z.B Akzeptanz & Commitment Therapie (ACT)

10
New cards

Verbesserung der Psychischen Flexibilität bedeutet

  • mit Fachwörtern inneren Erlebnissen, wie z.b. Belagerungen Gedanken, Gefühle und Körperwahrnehmungen annehmend umzugehen &

  • zu wissen, was einem im Leben wichtig ist und darauf zuzugehen

11
New cards

Akzeptanz als Psychische Fertigkeit und Anwendung in der Psychotherapie

  • Es gibt kein wirksames Rezept, um unerwünschte Gedanken zu verhindern, loszuwerden oder auf andere Weise zu kontrollieren.

  • Aber es ist auch nicht nötig, dies zu tun, um ein gutes, erfülltes, »gesundes« Leben zu führen.

Überwindung der Kontrollagendavon Gedanken und Gefühlen

(1) Gegen welche inneren Reaktionen kämpfe ich?

(2) Auf welche Weise tue ich dies?

(3) Was ist bislang dabei herausgekommen?

12
New cards

Hilfsmittel für den diagnostischen Prozess

  • persönliches diagnostisches Gespräch

z. B. aufbauend auf Composite International Diagnostic Interview nach ICD-10 und DSM-IV (APA, 2000)

oder diagnostischen Checklisten, wie z. B. den Internationalen Diagnosechecklisten nach der ICD-10 (Hiller et al., 1997)

  • Beschwerdelisten i. d. R. Auflistungen von Körperbeschwerden, die von Patienten im Selbstbericht nach deren Schwere- oder Belastungsgrad eingestuft werden sollen.

z.B. Patienten-Gesundheitsfragebogen 15 (Kroenke et al.,2002)

  • Fragebögen zur Exploration von psychologischen Faktoren, die mit den Körperbeschwerden assoziiert sind

z. B. Krankheitsängste und -verhaltensweisen.

  • Einsatz eines Befindlichkeitstagebuches (zeitlich begrenzt)

13
New cards

Beispiele für Bewältigungsstrategien - Psychotherapie

• Verbesserung Stresstoleranz

• Verbesserung Selbstfürsorge

• Hinterfragen Denkstile und Bewertungen zu körperlichen Veränderungen

• Auseinandersetzen mit und Verstehen prägender Erfahrungen in der Kindheit und deren Einfluss auf das Verhalten

• Erhöhung Wahrnehmungsschwelle für körperliche Veränderungen

• Aufmerksamkeitslenkung

• Kognitive Umstrukturierung u.a. Erlernen selbstberuhigender Gedanken

• Akzeptanz gegenüber körperlichen Veränderungen verbessern

• Reduktion von Krankheitsverhalten

• Verhaltensaktivierung

• Verbesserung interpersoneller Fertigkeiten

• Emotionsregulation

14
New cards

Übersicht Psychoonkologie

  • Displizin, die sich wissenschaftlich und klinisch mit den psychosozialen Aspekte in Entstehung, Verlauf und Behandlung von Tumorerkrankungen beschäftigt und diese Erkenntnisse in die Versorgung der Patienten integriert

  • Nach aktuellem Stand der Forschung besteht bei ca. 30% aller Tumorpatienten psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlungsbedarf

  • Häufigste komorbide Störungen sind v.a. Depressive- und Angststörungen, aber auch Therapieindikation bei Distress zu Verbesserung der Lebensqualität

15
New cards

Was ist Psycho-Onkologie?

  • Beschäftigt sich mit psychosozialen Aspekte in Entstehung, Verlauf und Behandlung von Tumorerkrankungen und diese Erkenntnisse werden in die Versorgung der Patienten integriert

  • bei ca. 30% aller Tumorpatienten psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlungsbedarf

Es beinhaltet

  • Präventionen zb. Rauchentwöhnung

  • Aufklärung und Informationsvermittlung

  • Vermittlung: Familiäre, soziale und spirituelle Unterstützung

  • Individuelle Diagnose: Distress, Anspannungsstörung, Depression, Angst, Fatigue, Gedächtnis, Konzentration

  • Interventionen: Rehabilitationen, Psychotherapie (1-1, GRuppe; DiGA, Ergo, künstl. Virtuell,) Psychopharmaka

  • S3-Leitlinie mit neue Ausgabe 2023

16
New cards

Epidimiologie der Psychoonkologie

Und Risikofaktoren

  • 30% der Patienten mit Krebserkrankungen haben psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungsbedarf

  • Höhere Prävalenz bei gynäkologischen- urologischen und Lungentumoren

  • 5-10% benötigt sofortige Hilfe und. Psychoonkologische Beratung Risikofaktoren sind

    • weibliches Geschlecht

    • Junges Alter

    • Schmerzen

    • Stressbelastung

    • Fortgeschrittenes Tumorstadium

    • Psychische Vorerkrankungen

  • ¼ der Angehörigen haben behandlungs-bedürftige Störungsbilder (Anpassungsstörungen, depressive- und Angsstörungen)

17
New cards

Ätiologie Psychoonkkologie

  • Direkte bio-psychische Einflussfaktoren des Krebswachstums wie parakrine, inflammatorische oder anämische; und Schmerzsyndrome etc.

  • Krebs und Krebstherapiefolgen sind nicht zu trennen

  • Fatigue meist erst im Rahmen eines Strahlen Chemotherapie beobachtet

  • Keine monokausale Zuordnung sondern psycho-bio-sozialen Modell

18
New cards

Diagnostische Leitlinien Psychoonkologie

Welche psychischen Störungen tauchen oft auf bei Krebs Patienten

Nach allgemeinem Kapitel F des ICD-10

  • Anpassung / post-traumatische Störung

  • Affektive Störungen

  • Angststörungen

  • Distress (neutraler Sammelbegriff für psychosoziale Belastung bei Krebs)

  • Psychologische Screening müssen standardmäßig durchgeführt werden

19
New cards

Symptome Psychoonkologie

  • Krankheitsverarbeitung, Adaption an die neuen Lebensumstände ist ein Prozess

  • Verlauf und Therapie der Krebserkranung Klamm psychische Vor-Erkrankungen triggern (Psychosen,

  • Direkte organische Psychosen zb. Delir

20
New cards

Bio-psycho-soziale Genese Onkologie

Bio-psycho-soziales Modell:

Bio

• Schmerzen, Erschöpfung

• Hormonelle Auswirkungen (Kortison, IL-6, …)

• Hirnveränderungen

Psycho

• Reaktion auf Belastung und Trauma

• (Re-)Aktivierung von bestehenden psychischen Erkrankungen

Sozial

• Isolation (Arbeitsunfähigkeit, …)

• Finanzielle Belastungen

21
New cards

Diagnose und Komorbidität

Am häufigsten :

Belastungsreaktionen (akut bzw. länger dauernd) mit

Anpassungsstörungen ICD-10 F43.0-43.9

Depressive Störungen ICD-10 F32.0-33.9

Angststörungen ICD-10 F40.0-41.9

Posttraumatische Belastungsreaktion ICD-10 F43.1

Nach S3-Leitlinie Psychoonkologie kann auch erhöhter Distress eine Behandlungsindikation sein

Wie bei anderen chronischen Erkrankungen, besteht auch bei Tumorpatienten ein erhöhtes Suizidrisiko

22
New cards

Verlauf und Prognosen

Stark von Grunderkrankung abhängig: rasche Sterbefällen bis kurativen Therapieergebnissen

Frühes Angebot von psycho-sozialen Interventionen verbessert die Lebensqualität

Strittig sind:

• Verbesserung von Compliance

• Verlängerung der Überlebenszeit

23
New cards

Realistische Ziele bei Behandlung psychischer Symptome bei Krebs Und Methoden

  • Reduktion von belastenden Symptomen

  • Verbesserung der Lebensqualität

  • Aufbau eines adäquaten Coping-Verhaltens

Methoden

  • psychoedukative gruppen

  • Spiritueller Beistand

  • Soziales Netzwerk stärken

  • Pharmakotherapie