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Diese Flashcards decken die Schlüsselbegriffe der sozialen Wahrnehmung, nonverbalen Kommunikation sowie die zentralen Attributionstheorien und Wahrnehmungsfehler ab.
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Was ist Nonverbales Verhalten?
Kommunikationssignale ohne Worte, die die soziale Wahrnehmung beeinflussen, wie Mimik, Gestik, Blickkontakt, Körperhaltung, Stimme, Berührung und räumlicher Abstand
Einfluss nonverbales Verhalten durch Blickkontakt + Beispiel
→ Wie und wie lange jemand andere anschaut
viel Blickkontakt → selbstbewusst, interessiert, aufmerksam, souverän,
wenig Blickkontakt → unsicher, schüchtern oder desinteressiert
starren → aggressiv oder unangenehm
Beispiel:
Im Bewerbungsgespräch wirkt eine Person mit gutem Blickkontakt sicherer und kompetenter
Einfluss nonverbales Verhalten durch räumlichen Abstand + Beispiel
Wie viel Distanz Menschen zueinander halten
Wirkung:
wenig Abstand → Nähe oder Vertrautheit
großer Abstand → Distanz oder Unsicherheit
Wichtig:
Das ist kulturell unterschiedlich.
Beispiel:
Wenn ein Kunde im Gespräch zu nah kommt, kann das unangenehm wirken
Einfluss nonverbales Verhalten durch die Stimme + Beispiel
Nicht was gesagt wird, sondern wie.
Wichtig sind:
Lautstärke
Tonlage
Sprechtempo
Betonung
Wirkung:
ruhige Stimme → kompetent und kontrolliert
hektische Stimme → nervös
monotone Stimme → gelangweilt
Beispiel:
Eine Verkäuferin mit freundlicher Stimme wirkt überzeugender
Einfluss nonverbales Verhalten durch Körperhaltung + Beispiel
Wie jemand steht oder sitzt, also die Haltung
Wirkung:
aufrechte Haltung → Selbstbewusstsein, Stärke
zusammengesunkene Haltung → Unsicherheit, Müdigkeit
verschränkte Arme → Distanz oder Abwehr
Beispiel:
Ein Teamleiter steht gerade und offen vor dem Team und wirkt dadurch souverän
Kompetenz & Autorität: Was lässt eine Person kompetent, autoritär und glaubwürdig erscheinen?
Körpergröße, Kleidung, Körperbau und Luxusartikel
Erkläre Kompetenz und Autorität durch Körpergröße & Beispiel
Größere Menschen werden häufig als durchsetzungsfähiger, dominanter und führungsstärker wahrgenommen. Dadurch wirken sie oft automatisch autoritärer.
Berufsalltag-Beispiel:
In einem Meeting wird ein großer Teamleiter oft schneller als „Chef-Persönlichkeit“ wahrgenommen und seine Aussagen werden ernster genommen als die eines kleineren Kollegen.
Erkläre Kompetenz und Autorität durch Kleidung + Beispiel
Kleidung beeinflusst den ersten Eindruck stark. Gepflegte, professionelle oder formelle Kleidung signalisiert Kompetenz, Seriosität und Status.
Berufsalltag-Beispiel:
Eine Bewerberin im Blazer und Business-Outfit wirkt bei einem Vorstellungsgespräch meist kompetenter und professioneller als jemand in sehr lässiger Kleidung.
Erkläre Kompetenz und Autorität durch Körperbau + Beispiel
Ein kräftiger oder sportlicher Körperbau wird oft mit Stärke, Energie und Selbstsicherheit verbunden. Ein gepflegtes Auftreten kann zusätzlich Kompetenz ausstrahlen.
Berufsalltag-Beispiel:
Ein sportlich auftretender Personal Trainer oder Sicherheitsmitarbeiter wirkt auf Kunden oft glaubwürdiger und kompetenter in seinem Berufsfeld.
Erkläre Kompetenz und Autorität durch Luxusartikel + Beispiel
Teure Uhren, hochwertige Taschen, Autos oder Technik werden häufig mit Erfolg, Status und Macht verbunden. Dadurch schreiben Menschen der Person oft mehr Kompetenz oder Einfluss zu.
Berufsalltag-Beispiel:
Ein Unternehmensberater mit hochwertiger Uhr, teurem Laptop und elegantem Auto wird von Kunden möglicherweise schneller als erfolgreich und kompetent eingeschätzt.
Sympathie: Was lässt eine Person sympathisch und positiv erscheinen?
Ähnlichkeit (Similar to me effect), Vertrautheit (familiarity), Assoziation mit Positivem, Physische Attraktivität (beauty is good-Annahme), Halo-Effect und Horn-Effect
Ähnlichkeit → Similar-to-me Effect + Beispiel
Bezeichnet die Wahrnehmungsverzerrung, bei der Personen, die einem selbst in Merkmalen oder Einstellungen ähneln, sympathischer und positiver bewertet werden.
Beispiel: Vorgesetzte beurteilen Mitarbeitende positiver, die ihnen ähneln und genauso vertrauen Mitarbeitende ähnlichen Vorgesetzten eher
Vertrautheit (Familiarity) + Beispiel
Die Neigung, Personen, die man wiederholt sieht oder mit denen man häufig Kontakt hat, als interessanter, warmherziger und attraktiver einzuschätzen.
Physische Attraktivität + Beispiel
Äußerliche Erscheinungen haben oft höheren Wert als zB berufliche Qualifikationen
Beispiel: Die äußerliche Erscheinung von Bewerbenden kann für die Einstellungschancen ausschlaggebender sein als die berufliche Qualifikation
Erkläre den Halo-Effekt + Beispiel
Der Halo-Effekt beschreibt einen Wahrnehmungsfehler. Beim Halo-Effekt überstrahlt ein einzelnes auffälliges positives Merkmal (z. B. Attraktivität) andere Eigenschaften, das zu einer insgesamt zu positiven Bewertung führt.
Beispiel: Ein Mitarbeiter spricht sehr eloquent und selbstbewusst in Präsentationen. Deshalb nimmt das Team automatisch an, dass er auch fachlich besonders kompetent und organisiert ist – obwohl das gar nicht überprüft wurde.
→ Eine positive Eigenschaft („gute Ausdrucksweise“) überstrahlt alles andere
Horn-Effekt + Beispiel
Das Gegenstück zum Halo-Effekt, bei dem ein einziges negatives Merkmal den Gesamteindruck dominiert und dazu führt, dass auch andere Eigenschaften negativ wahrgenommen werden.
Beispiel: Ein neuer Mitarbeiter kommt mehrmals zu spät zur Arbeit. Daraufhin hält ihn das Team schnell auch für unmotiviert und unzuverlässig – selbst wenn seine eigentliche Arbeit sehr gut ist.
→ Eine negative Eigenschaft überschattet den Gesamteindruck.
Was ist eine Attribution?
Der Prozess der Zuschreibung von Ursachen für das Verhalten einer Person oder für ein bestimmtes Ereignis.
Eine Attribution bedeutet allgemein die Zuschreibung von Ursachen oder Eigenschaften für das Verhalten einer Person.
→ Menschen versuchen damit zu erklären, warum jemand sich auf eine bestimmte Weise verhält.
Eine Freundin antwortet dir sehr kurz per WhatsApp.
Du denkst:
„Sie ist bestimmt genervt von mir.“
oder
„Vielleicht hat sie einfach Stress.“
→ Du schreibst ihrem Verhalten eine Ursache zu = Attribution
Beispiel für eine Attribution
Ein Kollege wirkt im Meeting sehr still.
Du könntest denken:
„Er ist unmotiviert.“
oder
„Er ist heute einfach müde oder unsicher.“
→ Du suchst du eine Erklärung für sein Verhalten
Erkläre die Attributionstheorie
Man unterscheidet dabei oft:
personale Ursachen → liegt an der Person selbst = INTERNAL
situative Ursachen → liegt an der Situation oder Umwelt = EXTERNAL
→ wenn etwas gut läuft, schreiben wir uns den Grund selbst zu und läuft etwas schlecht, dann suchen wir externale Gründe, warum es nicht an uns selbst liegt - zum Schutz unseres Selbstwerts
Was ist der Zwei-Stufen-Prozess nach Gilbert?
Es beschreibt, dass man ein Verhalten beobachtet und entweder durch Schritt 1 Automatisch verarbeitet oder durch Schritt 2 Kontrolliert verarbeitet
→ Automatische Verarbeitung führt zur Internalen Attribution
→ Kontrollierte Verarbeitung führt zur Korrigierten Attribution
Erkläre Schritt 1: Automatische Verarbeitung
spontan und automatisch
Dispositionale Verarbeitung
→ Korrespondenzverzerrung/fundamentaler Attributionsfehler
Wir führen das Verhalten direkt auf die Persönlichkeit der Person zurück
Tendenz, aus Verhalten anderer Personen stabile Persönlichkeitsmerkmale abzuleiten, auch wenn das Verhalten stark durch situative Faktoren bedingt ist.
Bsp: Der Kollege ist einfach unfreundlich, sein Charakter ist halt schlecht
Erkläre Schritt 2: Kontrollierte Verarbeitung
Man überprüft ob es situative Gründe für das Verhalten gibt
nur wenn zeitliche und kognitive Ressourcen und Motivation vorhanden ist
→ sozusagen eine situationsbezogene Korrektur
Berufsalltags-Beispiel zur Zwei-Stufen Attribution
Eine Mitarbeiterin wirkt im Kundengespräch hektisch und unfreundlich.
Automatische Attribution:
„Sie ist inkompetent und schlecht mit Kunden.“ → Tendenz das Verhalten auf Persönlichkeitsmerkmale abzuleiten
Kontrollierte Attribution:
Später erfährt man:
Das Kassensystem war ausgefallen und gleichzeitig warteten zehn Kunden.
→ Das Verhalten lag eher an der Situation als an ihrer Persönlichkeit
Noch ein Beispiel für den Zwei-Stufen-Prozess nach Gilbert!
Ein Kollege ist unfreundlich.
Schritt 1:
„Er ist arrogant.“
→ Zuschreibung von Eigenschaften oder Ursachen zu Personen oder Verhalten = internal, anhand der Persönlichkeitsmerkmale
= fundamentaler Attributionsfehler
Kausalattribution:
„Ist er arrogant oder hatte er einfach einen stressigen Tag?“
→ Der Prozess, bei dem Menschen prüfen, ob es evtl auch situationale externale Aspekte gibt, die hier Einfluss nehmen