❤️ Soziale Wahrnehmung und Attribution (3)

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Diese Flashcards decken die Schlüsselbegriffe der sozialen Wahrnehmung, nonverbalen Kommunikation sowie die zentralen Attributionstheorien und Wahrnehmungsfehler ab.

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1
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Was ist Nonverbales Verhalten?

Kommunikationssignale ohne Worte, die die soziale Wahrnehmung beeinflussen, wie Mimik, Gestik, Blickkontakt, Körperhaltung, Stimme, Berührung und räumlicher Abstand

2
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Einfluss nonverbales Verhalten durch Blickkontakt + Beispiel

Wie und wie lange jemand andere anschaut

  • viel Blickkontakt → selbstbewusst, interessiert, aufmerksam, souverän,

  • wenig Blickkontakt → unsicher, schüchtern oder desinteressiert

  • starren → aggressiv oder unangenehm

Beispiel:

Im Bewerbungsgespräch wirkt eine Person mit gutem Blickkontakt sicherer und kompetenter

3
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Einfluss nonverbales Verhalten durch räumlichen Abstand + Beispiel

Wie viel Distanz Menschen zueinander halten

Wirkung:

  • wenig Abstand → Nähe oder Vertrautheit

  • großer Abstand → Distanz oder Unsicherheit

Wichtig:

Das ist kulturell unterschiedlich.

Beispiel:

Wenn ein Kunde im Gespräch zu nah kommt, kann das unangenehm wirken

4
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Einfluss nonverbales Verhalten durch die Stimme + Beispiel

Nicht was gesagt wird, sondern wie.

Wichtig sind:

  • Lautstärke

  • Tonlage

  • Sprechtempo

  • Betonung

Wirkung:

  • ruhige Stimme → kompetent und kontrolliert

  • hektische Stimme → nervös

  • monotone Stimme → gelangweilt

Beispiel:

Eine Verkäuferin mit freundlicher Stimme wirkt überzeugender

5
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Einfluss nonverbales Verhalten durch Körperhaltung + Beispiel

Wie jemand steht oder sitzt, also die Haltung

Wirkung:

  • aufrechte Haltung → Selbstbewusstsein, Stärke

  • zusammengesunkene Haltung → Unsicherheit, Müdigkeit

  • verschränkte Arme → Distanz oder Abwehr

Beispiel:

Ein Teamleiter steht gerade und offen vor dem Team und wirkt dadurch souverän

6
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Kompetenz & Autorität: Was lässt eine Person kompetent, autoritär und glaubwürdig erscheinen?

Körpergröße, Kleidung, Körperbau und Luxusartikel

7
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Erkläre Kompetenz und Autorität durch Körpergröße & Beispiel

Größere Menschen werden häufig als durchsetzungsfähiger, dominanter und führungsstärker wahrgenommen. Dadurch wirken sie oft automatisch autoritärer.

Berufsalltag-Beispiel:
In einem Meeting wird ein großer Teamleiter oft schneller als „Chef-Persönlichkeit“ wahrgenommen und seine Aussagen werden ernster genommen als die eines kleineren Kollegen.

8
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Erkläre Kompetenz und Autorität durch Kleidung + Beispiel

Kleidung beeinflusst den ersten Eindruck stark. Gepflegte, professionelle oder formelle Kleidung signalisiert Kompetenz, Seriosität und Status.

Berufsalltag-Beispiel:
Eine Bewerberin im Blazer und Business-Outfit wirkt bei einem Vorstellungsgespräch meist kompetenter und professioneller als jemand in sehr lässiger Kleidung.

9
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Erkläre Kompetenz und Autorität durch Körperbau + Beispiel

Ein kräftiger oder sportlicher Körperbau wird oft mit Stärke, Energie und Selbstsicherheit verbunden. Ein gepflegtes Auftreten kann zusätzlich Kompetenz ausstrahlen.

Berufsalltag-Beispiel:
Ein sportlich auftretender Personal Trainer oder Sicherheitsmitarbeiter wirkt auf Kunden oft glaubwürdiger und kompetenter in seinem Berufsfeld.

10
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Erkläre Kompetenz und Autorität durch Luxusartikel + Beispiel

Teure Uhren, hochwertige Taschen, Autos oder Technik werden häufig mit Erfolg, Status und Macht verbunden. Dadurch schreiben Menschen der Person oft mehr Kompetenz oder Einfluss zu.

Berufsalltag-Beispiel:
Ein Unternehmensberater mit hochwertiger Uhr, teurem Laptop und elegantem Auto wird von Kunden möglicherweise schneller als erfolgreich und kompetent eingeschätzt.

11
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Sympathie: Was lässt eine Person sympathisch und positiv erscheinen?

Ähnlichkeit (Similar to me effect), Vertrautheit (familiarity), Assoziation mit Positivem, Physische Attraktivität (beauty is good-Annahme), Halo-Effect und Horn-Effect

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Ähnlichkeit → Similar-to-me Effect + Beispiel

Bezeichnet die Wahrnehmungsverzerrung, bei der Personen, die einem selbst in Merkmalen oder Einstellungen ähneln, sympathischer und positiver bewertet werden.

Beispiel: Vorgesetzte beurteilen Mitarbeitende positiver, die ihnen ähneln und genauso vertrauen Mitarbeitende ähnlichen Vorgesetzten eher

13
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Vertrautheit (Familiarity) + Beispiel

Die Neigung, Personen, die man wiederholt sieht oder mit denen man häufig Kontakt hat, als interessanter, warmherziger und attraktiver einzuschätzen.

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Physische Attraktivität + Beispiel

Äußerliche Erscheinungen haben oft höheren Wert als zB berufliche Qualifikationen

Beispiel: Die äußerliche Erscheinung von Bewerbenden kann für die Einstellungschancen ausschlaggebender sein als die berufliche Qualifikation

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Erkläre den Halo-Effekt + Beispiel

Der Halo-Effekt beschreibt einen Wahrnehmungsfehler. Beim Halo-Effekt überstrahlt ein einzelnes auffälliges positives Merkmal (z. B. Attraktivität) andere Eigenschaften, das zu einer insgesamt zu positiven Bewertung führt.

Beispiel: Ein Mitarbeiter spricht sehr eloquent und selbstbewusst in Präsentationen. Deshalb nimmt das Team automatisch an, dass er auch fachlich besonders kompetent und organisiert ist – obwohl das gar nicht überprüft wurde.

→ Eine positive Eigenschaft („gute Ausdrucksweise“) überstrahlt alles andere

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Horn-Effekt + Beispiel

Das Gegenstück zum Halo-Effekt, bei dem ein einziges negatives Merkmal den Gesamteindruck dominiert und dazu führt, dass auch andere Eigenschaften negativ wahrgenommen werden.

Beispiel: Ein neuer Mitarbeiter kommt mehrmals zu spät zur Arbeit. Daraufhin hält ihn das Team schnell auch für unmotiviert und unzuverlässig – selbst wenn seine eigentliche Arbeit sehr gut ist.

→ Eine negative Eigenschaft überschattet den Gesamteindruck.

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Was ist eine Attribution?

Der Prozess der Zuschreibung von Ursachen für das Verhalten einer Person oder für ein bestimmtes Ereignis.

Eine Attribution bedeutet allgemein die Zuschreibung von Ursachen oder Eigenschaften für das Verhalten einer Person.
→ Menschen versuchen damit zu erklären, warum jemand sich auf eine bestimmte Weise verhält.

Eine Freundin antwortet dir sehr kurz per WhatsApp.
Du denkst:

  • „Sie ist bestimmt genervt von mir.“
    oder

  • „Vielleicht hat sie einfach Stress.“

→ Du schreibst ihrem Verhalten eine Ursache zu = Attribution

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Beispiel für eine Attribution

Ein Kollege wirkt im Meeting sehr still.
Du könntest denken:

  • „Er ist unmotiviert.“
    oder

  • „Er ist heute einfach müde oder unsicher.“

→ Du suchst du eine Erklärung für sein Verhalten

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Erkläre die Attributionstheorie

Man unterscheidet dabei oft:

  • personale Ursachen → liegt an der Person selbst = INTERNAL

  • situative Ursachen → liegt an der Situation oder Umwelt = EXTERNAL

→ wenn etwas gut läuft, schreiben wir uns den Grund selbst zu und läuft etwas schlecht, dann suchen wir externale Gründe, warum es nicht an uns selbst liegt - zum Schutz unseres Selbstwerts

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Was ist der Zwei-Stufen-Prozess nach Gilbert?

Es beschreibt, dass man ein Verhalten beobachtet und entweder durch Schritt 1 Automatisch verarbeitet oder durch Schritt 2 Kontrolliert verarbeitet

→ Automatische Verarbeitung führt zur Internalen Attribution

→ Kontrollierte Verarbeitung führt zur Korrigierten Attribution

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Erkläre Schritt 1: Automatische Verarbeitung

  • spontan und automatisch

  • Dispositionale Verarbeitung

Korrespondenzverzerrung/fundamentaler Attributionsfehler

Wir führen das Verhalten direkt auf die Persönlichkeit der Person zurück

Tendenz, aus Verhalten anderer Personen stabile Persönlichkeitsmerkmale abzuleiten, auch wenn das Verhalten stark durch situative Faktoren bedingt ist.

Bsp: Der Kollege ist einfach unfreundlich, sein Charakter ist halt schlecht

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Erkläre Schritt 2: Kontrollierte Verarbeitung

  • Man überprüft ob es situative Gründe für das Verhalten gibt

  • nur wenn zeitliche und kognitive Ressourcen und Motivation vorhanden ist

→ sozusagen eine situationsbezogene Korrektur

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Berufsalltags-Beispiel zur Zwei-Stufen Attribution

Eine Mitarbeiterin wirkt im Kundengespräch hektisch und unfreundlich.

Automatische Attribution:

„Sie ist inkompetent und schlecht mit Kunden.“ → Tendenz das Verhalten auf Persönlichkeitsmerkmale abzuleiten

Kontrollierte Attribution:

Später erfährt man:

Das Kassensystem war ausgefallen und gleichzeitig warteten zehn Kunden.

→ Das Verhalten lag eher an der Situation als an ihrer Persönlichkeit

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Noch ein Beispiel für den Zwei-Stufen-Prozess nach Gilbert!

Ein Kollege ist unfreundlich.

  • Schritt 1:
    „Er ist arrogant.“

→ Zuschreibung von Eigenschaften oder Ursachen zu Personen oder Verhalten = internal, anhand der Persönlichkeitsmerkmale

= fundamentaler Attributionsfehler

  • Kausalattribution:
    „Ist er arrogant oder hatte er einfach einen stressigen Tag?“

→ Der Prozess, bei dem Menschen prüfen, ob es evtl auch situationale externale Aspekte gibt, die hier Einfluss nehmen