02 Grundlagen zu Persönlichkeitsstilen

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59 Terms

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Persönlichkeit
Die Summe psychologischer Eigenschaften einer Person und wie diese Eigenschaften miteinander und der (sozialen) Umwelt interagieren.
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Wie "entsteht" Persönlichkeit?
Die Eigenschaften werden im Laufe der Biografie (Erfahrung) gebildet und sind relativ stabil/ konstant.
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Persönlichkeitsstile
Def. Ein Persönlichkeitsstil ist ein System von aufeinander bezogenen Motiven, Annahmen, Normen, Regeln und Handlungen. (Men Are Normally Regal Hearts)

Es sind persönliche Eigenschaften, die man im Laufe der Biografie lernt und die das eigene Denken, Fühlen und Handeln stark prägen.
Diese sind komplexe psychische Strukturen, die einem kaum bewusst sind und die man meist selbst nicht versteht (implizit). Aus diesem Grund ist es schwierig, seinen Stil zu verändern.
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Was spielt bei der Entstehung von Persönlichkeitsstilen eine wichtige Rolle?
Das Elternhaus, aber auch die Erfahrungen, die man mit Peers/ Gleichaltrigen macht.
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Was lässt sich zur Aussage: "Im Grunde genommen, hat fast jeder Mensch zumindest leichte Ausprägungen von Charakteristika im Sinne einer Persönlichkeitsstörung."?
Die Stile, die wir haben, können bei extremer Ausprägung zur Störung werden.
Es sind aber grundsätzlich keine Kategorien, sondern ein Kontinuum.
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Leitstil
Jeder Mensch weist mindestens einer dieser Persönlichkeitsstrukturen auf (Narzissmus, Histrionie, Selbstunsicherheit, Dependent, Schizoid, Passiv-Aggressiv, Zwanghaft, Paranoid, Borderline). Typischerweise gibt es einen Leitstil. Entscheidend ist, in welchem Ausmass und wie dieser Leitstil sich präsentiert.
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Narzisstischer Stil
Gekennzeichnet durch starke Empfindlichkeit gegenüber Kritik, meist hohem Leistungsstreben und einem starken Bedürfnis nach Anerkennung und Bewunderung
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Histrionischer Stil
Gekennzeichnet durch eine Tendenz zur Selbstdarstellung und Dramatik sowie einem starken Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Wichtigkeit
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Selbstunsicherer Stil
Gekennzeichnet durch starke Zweifel an der eigenen Attraktivität sowie einer Angst davor, Kontakte aufzunehmen, weil man fürchtet, abgelehnt zu werden
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Dependenter Stil
Gekennzeichnet durch die Angst, verlassen zu werden, massive Konfliktvermeidung und ein Bemühen, es anderen recht zu machen
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Schizoider Stil
Gekennzeichnet durch ein reduziertes Bedürfnis nach Beziehungen und in einem starken Bedürfnis, autonom zu bleiben
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Passiv-aggresiver Stil
Gekennzeichnet durch das Bemühen, eigene Grenzen zu schützen, offen kooperativ und verdeckt sabotierend zu sein, sowie (oft) durch eine eher pessimistische Weltsicht
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Zwanghafter Stil
Gekennzeichnet durch eine Tendenz zum Perfektionismus, dem starken Einhalten von Normen und dem starken Bemühen, keine Fehler zu machen
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Paranoider Stil
Gekennzeichnet durch ein hohes Mass an Misstrauen und der Neigung zu Ärger, wenn geglaubt wird, dass andere einem irgendwie schaden wollen
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Borderline-Stil
Gekennzeichnet durch ein hohes Ausmass an sehr spontanem Handeln, starker Lebhaftigkeit, aber auch durch Probleme mit Nähe und Distanz in zwischenmenschlichen Beziehungen
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Was lässt sich grundsätzlich zu Ressourcen und Kosten der Stile sagen?
Stile haben Vor- und Nachteile und es gibt eine Interaktion zwischen Stil und Kontext. Dabei passt jeder Stil zu einem bestimmten Kontext.
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Wie sind Persönlichkeitsstile im pathologischen Sinne zu verstehen?
Pathologisch meint in diesem Kontext "klinisch". Die Persönlichkeitsstile sind auch in extremen Ausprägungen NICHT als pathologisch zu verstehen.
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Welche Folgen können gleichzeitig vorhandene Stile haben?
Je inkompatibler die Stile sind, desto eher entstehen Kosten (sozial, aber auch für die Person - Innere Konflikte). Sind sie kompatibel, resultiert es oftmals in einem guten Zusammenspiel.
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Zusammenhang: Stil - Motiv
Bestimmter Stil wird durch bestimmte Motive (d.h. zentrale Anliegen einer Person) definiert und von anderen Stilen unterschieden.
Motive sind relativ stabil - eine Motivlage bestimmt stark, was eine Person will
Motive sind dispositional.
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Zusammenhang: Stil - Selbstschemata
Bestimmter Stil wird durch bestimmte Selbstschemata (Annahmen über sich selbst) definiert und von anderen Stilen unterschieden.
Begriff Selbstschema bezieht sich v.a. auf die psychologische Funktion (ein bestimmtes Ziel wird immer auch durch bestimmte Selbstschemata definiert). Dabei sind Selbstschemata Annahmen über sich selber: Kompetenzen, Wichtigkeiten, Attraktivität
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Worauf beziehen sich Annahmen im Zusammenhang mit den Selbstschemata?
Bezieht sich v.a. auf die Inhalte der Schemata.
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Weshalb ist es wichtig, die Motive einer Person zu bestimmen?
Erfahren: Welche Ziele ein Individuum entwickelt und verfolgt (Motive energetisieren Ziele überhaupt: dass man überhaupt Energie in eine Handlung hineinsteckt). Womit und wann ein Individuum zufrieden oder unzufrieden ist.
Motive beeinflussen das Handeln.
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Konsequenz: Motive beziehen sich auf überdauernde Anliegen
Zustände, die ein bestimmtes Individuum typischerweise anstrebt.
(z.B. Anschlussmotiv (Affiliationsmotiv): Das Anliegen, Kontakte zu anderen Personen herzustellen, aufrechtzuerhalten, zu pflegen und dies immer wieder
--> Befriedigtes Anschlussmotiv (Kontakt zu anderen ist vorhanden): die anschlussmotivierte Person ist zufrieden
--> Frustriertes Anschlussmotiv (Kontakt zu anderen ist nicht vorhanden): die anschlussmotivierte Person ist unzufrieden)
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Was versteht man unter der Motiv-Hierarchie?
Je zentraler ein Motiv isst, desto höher steht es in der Motiv-Hierarchie und desto stärker beeinflusst es das Handeln einer Person.
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Beziehungsmotive
Beziehungsmotive sind Anliegen darüber, was man speziell in sozialen Beziehungen will - d.h. welche Art von Feedback man sich wünscht - d.h. welche Arten von Handlungen anderer man als positiv empfindet, welche nicht
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Welche Beziehungsmotive gibt es?
Anerkennung, Wichtigkeit, Verlässlichkeit, Solidarität, Autonomie, Grenzen/ Territorialität
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Beziehungsmotiv Anerkennung
Das Anliegen, von anderen Personen die Botschaft zu erhalten, dass man positive Eigenschaften besitzt.

Je nachdem, ob man dieses/kein/gegenteiliges Feedback erhält, entsteht positiver (Wohlgefühl)/negativer Affekt (Unwohlsein, Ärger).
Es gibt ein Kontinuum der Ausprägung bei Beziehungsmotiven: Für manche Menschen ist z.B. Anerkennung von sehr untergeordneter Bedeutung, aber andere Motive sind zentral wichtig
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Beziehungsmotiv Wichtigkeit
Das Anliegen, von anderen Personen die Botschaft zu erhalten, dass man in deren Leben eine bedeutsame Rolle spielt.
Gegenteilige Botschaften führen zu (stark) negativen Affekten.
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Beziehungsmotiv Verlässlichkeit
Das Anliegen, von anderen Personen die Botschaft zu erhalten, dass eine Beziehung stabil und belastbar ist und auch unter schwierigen Bedingungen bestehen bleibt.
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Beziehungsmotiv Solidarität
Das Anliegen, von anderen Personen die Botschaft zu erhalten, dass sie einem im Ernstfall zur Seite stehen und einen unterstützen.
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Beziehungsmotiv Autonomie
Das Anliegen, dass man bestimmte Lebensbereiche selbst bestimmt und weder bevormundet noch kontrolliert wird.
Wird man stattdessen bevormundet, entsteht zumeist Ärger.
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Beziehungsmotiv Grenzen/ Territorialität
Das Anliegen, dass man bestimmte Bereiche, die einem wichtig sind, als seine Territorien bestimmt und darum Grenzen definiert.

Respektieren andere diese Grenzen, hat man das Gefühl von Sicherheit, sonst Bedrohung.
Bei körperlichen Übergriffen (z.B. sexuelle, Gewalt, usw.) kann das Gefühl der Bedrohung einen existenziellen Charakter einnehmen.
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Was sind Selbst- und Beziehungsannahmen?
Annahmen darüber, wie die Welt funktioniert (denn es gibt nicht „die“ Wahrheit in der Welt).
Annahmen darüber, wie Beziehungen funktionieren oder was man in Beziehungen zu erwarten oder nicht zu erwarten hat (Beziehungsannahmen).
Annahmen darüber, wie oder was man selbst ist oder nicht ist (Selbstannahmen)
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Wie entstehen Annahmen?
Annahmen haben mit den Erfahrungen zu tun, die wir machen. Entscheidend ist, was konsistent ist: Was geschieht immer wieder in der Biografie? Es geht also nicht um Einzelerlebnisse, die einen auch beeinflussen können.

Über konsistentes Feedback in der Biografie (v.a. als Kind oder Jugendlicher) über lange Zeit hinweg (z.B. demotivierendes Feedback wie "das ist zu schwierig für dich" kann zu der Selbstannahme führen "ich bin nicht kompetent")

Über Modelllernen (d.h. nicht nur das, was man selber erlebt ist wichtig, sondern auch, was man bei anderen beobachtet)
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Was sind die Konsequzenen von Annahmen?
Annahmen, die eine Person selbst glaubt, werden durch entsprechend Situationen automatisch aktiviert.
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Wie entsteht und bleibt ein Schemata beständig?
Ein Schema bildet und verfestigt sich durch konsistentes Feedback. Feedback verfestigt sich zum Schema, wenn sich bereits Annahmen herausgebildet haben und man weiterhin über längere Zeit entsprechendes Feedback erhält.
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Was sind die Konsequenzen eines Schemas?
Schemata lassen sich schwer wieder löschen.

Konsequenz: Späteres schema-inkonsistentes Feedback (auch über längere Zeit hinweg) führt dann eher zur Bildung eines zusätzlichen parallelen Schemas (anstatt das ein Schema gelöscht wird).
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Wozu dienen Normen?
Kompensatorische Normschemata dienen der Stabilisierung des inneren psychischen Systems
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Was sind Regelschemata?
Regelschemata sind Erwartungen, die eine Person an andere Personen stellt (Erwartungen, wie sich die andere Person gegenüber anderen verhalten soll).
Z.B. beim Beziehungsschema "in Beziehungen wird man nicht ernst genommen" könnte jemand die Regel entwickeln "man hat mich auf alle Fälle ernst zu nehmen"

Es sind Schemata, die automatisch dadurch aktiviert werden, dass ein Interaktionspartner etwas tut, das der Regel widerspricht.
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Weshalb werden Regelschemata gebildet?
Kompensatorische Regelschemata dienen der Kompensation negativer Beziehungsschemata.
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Was wollen Personen, die Regeln aufstellen (Regelschemata), bewirken?
Wollen, dass andere sich daranhalten, und zwar meist, ohne dass man es noch extra sagen muss.
Werden oft ärgerlich, wenn man ihrer Regel nicht folgt (Ärger als typische Reaktion auf frustrierte Erwartungen).
Versuchen, diese Regel z.B. durch Bestrafung einer Regel-Nichtbefolgung sozial durchzusetzen.
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Was ist eine Ich-Syntonie?
Bedeutet, dass eine Person die Aspekte ihres Stils meist nicht als Problem oder als störend betrachtet. Aspekte des eigenen Stils werden als Teil der eigenen Identität wahrgenommen (und nicht als eine Störung, die einem anhaftet).
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Weshalb kommt es zu einer Ich-Syntonie und ist diese problematisch?
Liegt an dem Lösungscharakter der Stile (deren Entwicklung sind oft Lösungen für schwierige biografische Situationen – z.B. der narzisstische Stil hat sich entwickelt, weil man oft negatives Feedback erhalten hat).
Bei Persönlichkeitsstilen oft weitgehend unproblematisch.
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Was ist die Gefahr einer Ich-Syntonie?
Verhindert Selbstreflexion und Problemerkennung.
Verhindert geeignete Lösungswege.
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Manipulation
Hier nicht im explizit negativen Sinne gemeint.
Handeln, das wahre Absichten von anderen Menschen verschleiert werden.
Darstellung von Absichten oder Gründen, die nicht stimmen, um den Interaktionspartner zu bestimmten Handlungen zu bewegen (eine andere Person zu etwas bringen, was sie nicht freiwillig tun würde).
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Um welche Handlungen geht es bei der Manipulation?
Es geht um Handlungen, die für einen selbst günstig sind (man profitiert selber davon), von denen man annimmt, dass der Interaktionspartner dies von sich aus nicht realisieren würde.

Hier ist die subjektive Wahrnehmung entscheidend. Man könnte wahrscheinlich auch zu anderen Methoden greifen, die wirksam wären, tut dies aber nicht, weil man der Meinung ist, dass diese nicht funktionieren würden – ist auch abhängig von den Persönlichkeitsstils, die man besitzt.
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Was sind positive Manipulationsstrategien?
Den Interaktionspartner zu etwas bringen, indem man etwas Positives für ihn tut.
--> z.B. ihm schmeicheln, damit er einem wohlgesonnen ist (kann also ein Gewinn für beide Parteien sein).

Verärgert den Interaktionspartner eher nicht (stimmt nicht in jedem Fall).
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Negative Manipulationsstrategien
Den Interaktionspartner zu etwas bringen, indem man ihn unter Druck setzt mittels Ausnutzung seiner Normen (moralischer Druck).
--> z.B. die Reziprozitätsnorm ausnutzen (z.B. manipulative Hilfsbereitschaft)

Eher interaktionstoxisch (z.B. wenn man in die Falle der Reziprozitätsnorm gefallen ist (jemand beispielsweise etwas für einen tun, ohne dass man es gewollt hat, und nun trotzdem in ihrer Schuld steht), hat man nicht mehr „Lust“ auf die Person, die einen hineingelegt hat und versucht sie zu meiden).
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Wie hängt die Manipulation mit dem PS zusammen?
Das Ausmass, in dem eine Person manipuliert, nimmt mit der Stärke des (ihres) Stils zu.
--> Leichter Stil: eher wenig Manipulation
--> Starke Störung: sehr hohes Ausmass an Manipulation
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Was ist eine wesentliche Technik von Manipulation?
Senden von Images und Appellen.
Z.B. Durch die Körperhaltung und Umwelt wird vieles über die Person signalisiert, auch ohne dass etwas gesagt werden muss.
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Was sind Images und weshalb werden sie gebraucht (Manipulation)?
Beim Interaktionspartner soll ein Bild entstehen.
Zu diesem Zweck selektive Informationsweitergabe (dabei werden passende Gesten und Mimik gezeigt).
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Was sind Appelle?
Aufforderungen an einen Interaktionspartner, etwas Bestimmtes zu tun oder nicht zu tun.
--> Appelle bauen meist auf Images auf oder Images bereiten Appelle vor.
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Wie kann das Setzen von Regeln ein manipulativer Aspekt sein?
Erwartung an Interaktionspartner, dass dieser meine Regeln kennt (z.B. "In einer solchen Situation hilft man einem, der Belastung signalisiert!") → "implizite Telepathie-Annahme" und sie befolgt, und zwar möglichst genau so, wie man es will.

Dass dieser akzeptiert, dass man ihn bestraft, falls er die Regel nicht befolgt (durch Unfreundlichkeit, Schimpfen, Kritik etc.). Wer Regeln setzt, macht dabei ein bestimmtes Image auf (=Dominanz).
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Weshalb kommt es zur Selbsttäuschung?
Um das eigene psychologische System aufrechtzuerhalten und zu stabilisieren, ist oft neben der Manipulation anderer die Bildung von Illusionen über das Selbst notwendig.
Bedeutet: man will eine bestimmte Annahme über sich selbst glauben - weil sie angenehm ist, Angst reduziert, Scham verhindert u.a.
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Was ist der Nutze von Selbsttäuschung?
Dissonanzen im eigenen psychologischen System beseitigen und das System wieder stabilisieren
--> Eigene Entscheidungen rechtfertigen
--> Optimistische Verzerrungen hinsichtlich der Kontrollmöglichkeiten über das eigene Leben
--> Unmoralisches Verhalten rationalisieren
--> Eigene Kosten rationalisieren
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Wie kann man das Selbstverständnis und Selbstmitgefühl verbessern?
Ausfindig machen...
• Welche Beziehungsmotive weise ich auf
• Welche Selbstschemata weise ich auf
• Welche Beziehungsschemata weise ich auf
• Welche Normschemata weise ich auf
• Welche Regeln habe ich
• Welche Manipulationen wende ich an
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Wie geht man bei mangelnder Kompatibilität mit einem Gegenüber um?
• Notwendigkeit, Strategien zu entwickeln, mit deren Hilfe man besser mit diesem Interaktionspartner umgehen kann.
• Dazu Verstehen des Persönlichkeitsstils des Interaktionspartners notwendig, um sich konstruktiv auf diese Person einstellen zu können.
• Bei sich selbst feststellen, was genau einen stört.
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Wie kann man bei mangelnder Kompatibilität mit einem Gegenüber eine gute Beziehung aufbauen?
Gute Beziehung aufbauen durch komplementäre Beziehungsgestaltung.

• Befriedigung der zentralen Beziehungsmotive des Gegenübers soweit man kann und möchte.
• Feedback geben, um ein Motiv des Gegenübers befriedigen, ist keine Information, sondern "Futter" zur Motivbefriedigung.
--> Je mehr der Interaktionspartner einen positiv sieht und einem vertraut, desto mehr kann man sich beim ihm bzgl. des eigenen Stils herausnehmen.

• Triggern "hyperallergischer" Schemata möglichst vermeiden.
• Trojanische Pferde verwenden.
• Manipulation entdecken, verstehen (Images, Appelle) und umgehen.
• Förderliche persönliche Haltung zu Manipulation (z.B. dem Gegenüber Manipulation nicht übelnehmen).
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Welche eigenen kognitive Verzerrungen können wir haben und müssen wir beachten?
• Fundamentaler Attributionsfehler
• Akteur-Beobachter-Effekt
• Falscher-Konsensus-Effekt
• Bestätigungsverzerrung