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Umfassende Vokabelsammlung zur Vorlesung Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie, abdeckend die Themen Grundoperationen, Pharmakokinetik, Darreichungsformen und Stabilität.
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Pharmazie
Allumfassende Lehre von Arzneimitteln, deren Eigenschaften, Zusammensetzung, Herstellung und Inverkehrbindung.
Pharmakologie
Wissenschaft von der Wechselwirkung zwischen StoAen und Lebewesen.
Therapie (Pharmakodynamik)
Lehre von der Wirkung der ArzneistoAe im menschlichen Körper; Interaktion zwischen Pharmakon und Rezeptor ("Was macht der Wirksto0 mit dem Körper").
Pharmakokinetik
Lehre von Freisetzung, Aufnahme, Verteilung, VerstoAwechslung und Ausscheidung von ArzneistoAen sowie deren Messung ("Was macht der Körper mit dem Wirksto0").
Biopharmazie
Lehre von der Beeinflussung der Wirksamkeit eines WirkstoAs durch die Arzneiform und deren Verhalten im Körper.
Arzneisto9
WirkstoA, also eine chemische oder biologische Substanz, die im lebenden Organismus eine Wirkung hervorrufen kann oder der Vorbeugung, Linderung, Heilung oder Erkennung von Krankheiten dient.
Hilfssto9
Alle Substanzen in einer Arzneiform neben dem Arzneisto9, die für die Herstellung benötigt werden, aber nicht für die Hauptwirkung verantwortlich sind.
Arzneimittel
Synonym für Medikament; Kombination aus Arzneiform, Beipackzettel und Verpackung.
Arzneiform
Zubereitung bestehend aus mindestens 1 ArzneistoA und Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Tabletten, Salben oder Tropfen.
Darreichungsform
Beschreibt die zu applizierende Form, die sich von der Arzneiform unterscheiden kann (z. B. Brausetabletten oder Trockensäfte).
AMG
Arzneimittelgesetz; es definiert Arzneimittel und fordert Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit.
Arzneibuch
Rechtsverbindliche Textsammlung (in Europa das Europäische Arzneibuch) zu Herstellung, Prüfung, Verpackung, PuAer und HilfsstoAen.
Pharmazeutische Technologie
Synonym für Arzneiformlehre; befasst sich mit der Entwicklung, Herstellung und Prüfung von Arzneiformen.
Unterkorn
Teilchen mit einer Größe X<Grenzkorn, die sich fälschlicherweise im Siebrückstand R befinden.
Überkorn
Teilchen mit einer Größe X>Grenzkorn, die sich fälschlicherweise im Siebdurchgang D befinden.
Mesh-Sieb
US-Standard für Siebe, der angibt, wie viele Maschen sich auf der Länge von 1 Zoll befinden.
DIN-Sieb
Europäischer Standard, der die tatsächliche lichte Maschenweite direkt in mm oder µm angibt.
Bubble point Test
Verfahren zur Filterprüfung, bei dem der Druck ermittelt wird, an dem ein kontinuierlicher Blasenstrom aus dem mit Wasser benetzten Filter perlt.
Bacterial-Challenge-Test
Präzise Prüfung der Sterilfilter durch Filtration eines kleinen Keimes und anschließende Bebrütung.
Gefriertrocknung
Sehr energieaufwendiges Verfahren, bei dem Wasser im Vakuum mittels Heizplatte sublimiert wird.
Richtigkeit
Beschreibt, wie nah der Mittelwert mehrerer Messungen am tatsächlichen, wahren Wert liegt.
Präzision
Maß für die statistische Abweichung; beschreibt, wie nah die Werte bei mehreren Messungen beieinander liegen.
Zufallsmischung
Ziel des Mischprozesses; die zufällige Verteilung der zwei StoAe in einer Pulvermischung.
Absorption (Resorption)
Durchtritt des ArzneistoAes durch eine biologische Membran und der darauAolgende Eintritt in den Blutkreislauf.
Caco-2-Zellen
Zelllinie zur Bildung von Monolayern mit tight junctions, die zur Vorhersage der Permeation durch die menschliche Darmwand dient.
Biopharmaceutical Classification Scheme
Klassifizierung jedes ArzneistoAes basierend auf dessen Permeabilität und Löslichkeit.
Clearance
In der Pharmakokinetik das Volumen an Blut/Plasma, aus dem ein Wirkstoff pro Zeiteinheit (l/h) komplett eliminiert wird.
Invasionskonstante k
Konstante, die angibt, wie schnell die Verteilung eines Wirkstoffs erfolgt; ein größeres k bedeutet einen steileren Konzentrationsanstieg.
Pro-drugs
ArzneistoAe, die erst durch den körpereigenen Metabolismus wirksam werden.
First-pass-eAect
Teilweiser Metabolismus und Ausscheidung eines WirkstoAes bei der ersten Passage durch die Leber direkt nach der Aufnahme.
Bioverfügbarkeit
Kennzahl für Ausmaß und Geschwindigkeit, in der ein ArzneistoA im Körper zur Verfügung gestellt wird.
AUC
Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve; Kennzahl zur Ermittlung der Bioverfügbarkeit in der Einheit ng×min/ml.
Bioäquivalenz
Statistischer Beweis, dass zwei Arzneimittel innerhalb festgelegter Grenzen eine vergleichbare Bioverfügbarkeit aufweisen.
Oberflächenspannung
Nach innen gerichtete Kraft an der Oberfläche von Flüssigkeiten in der Einheit N/m oder J/m2.
Zeta Potential
Maß für die elektrische Ladung an der Oberfläche von Partikeln in einer kolloidalen Lösung; bestimmt maßgeblich die Stabilität.
DLVO-Theorie
Theorie zur Stabilisierung von Kolloiden durch die Kombination von Abstoßungs- und Anziehungskräften.
Tenside
Oberflächenaktive Substanzen mit einem polaren Kopf und unpolaren Schwanz, die die Oberflächenspannung senken können.
HLB-Wert
Hydrophil-lipophil Balance; beschreibt das Verhältnis zwischen dem hydrophilen und lipophilen Teil eines Tensids.
CMC
Kritische Mizellenbildungs-Konzentration; Schwellenwert, ab dem Tenside Mizellen bilden können.
Solubilisation
Einlagerung hydrophober StoAe in Mizellen, um lipophile Substanzen in wässriger Umgebung stabil in Lösung zu bringen.
Parenterale Arzneiformen
Arzneiformen wie Injektionen oder Implantate, die unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts appliziert werden und steril sein müssen.
Pyrogenfrei
Zustand einer Arzneiform, bei dem keine fiebererzeugenden StoAe wie Endotoxine enthalten sind.
Autoklaviren
Sterilisationsverfahren mit gespanntem Wasserdampf bei 121 oC, 2 bar für 15 min.
Aseptischer Prozess
Verfahren, bei dem jeder Schritt zur Abreicherung der Keimzahl beiträgt, wenn thermolabile WirkstoAe nicht im Endbehältnis sterilisiert werden können.
Rheologie
Lehre der Konsistenz sowie dem Fließ- und Verformungsverhalten von StoQen.
Thixotropes Fließen
Fließverhalten, bei dem die Viskosität zeitabhängig während der Scherung abnimmt und in Ruhe wieder zunimmt.
Kristallitätsindex (KI)
Kennzahl für die Ordnung eines Feststoffs, wobei 1 einen Idealkristall und 0 einen amorphen StoA beschreibt.
Polymorphie
Eigenschaft eines StoAes, in unterschiedlichen Kristallstrukturen vorliegen zu können.
Böschungswinkel
Maß für die statistische Reibung in einem Haufwerk; ein kleinerer Winkel korreliert mit einem besseren Fließverhalten.
Kompaktibilität
Die Fähigkeit eines Materials, unter Druckeinwirkung einen formstabilen Körper zu bilden.
Dose dumping
Gefahr der plötzlichen Freisetzung der gesamten Wirkstoffmenge bei monolithischen Retardformen im Falle eines Filmrisses.
Matrixbildner
Polymere, die ein Gerüst für die verzögerte Freisetzung bilden, entweder als quellende Gelbildner oder unlösliche Gerüstbildner.
Inkompabilität
Schlechte Haltbarkeit durch langsame Prozesse während der Lagerung (z. B. elektrische Ladungen oder Entmischung).
Instabilität
Unverträglichkeit, die schnell auftritt, oft bereits während der Herstellung (z. B. Hydrolyse oder Oxidation).