Wirkungen der Arbeit - Niclas Schaper

0.0(0)
Studied by 0 people
call kaiCall Kai
learnLearn
examPractice Test
spaced repetitionSpaced Repetition
heart puzzleMatch
flashcardsFlashcards
GameKnowt Play
Card Sorting

1/15

encourage image

There's no tags or description

Looks like no tags are added yet.

Last updated 9:16 PM on 5/31/26
Name
Mastery
Learn
Test
Matching
Spaced
Call with Kai

No analytics yet

Send a link to your students to track their progress

16 Terms

1
New cards

28.1.1 Belastung und Beanspruchung

  • Belastungen sind objektive Faktoren, die von außen auf den Menschen einwirken, wie Lärm, Zeitdruck oder Störungen des Arbeitsablaufs. Diese Faktoren führen zu Beanspruchungen, die die subjektiven, individuellen Reaktionen auf die Belastungen darstellen, wie Müdigkeit, Gereiztheit oder fehlerhaftes Arbeitsverhalten. Belastungen wirken sich direkt auf die psychische und physische Verfassung aus.

  • Psychische Anforderungen umfassen Entscheidungsanforderungen, Kommunikationsanforderungen und Kooperationsanforderungen, die selbstständiges Denken und Planen fördern.

  • Psychische Belastungen sind negative Aspekte der Arbeitsbedingungen, wie monotone Arbeitsbedingungen oder Zeitdruck.

2
New cards

28.1.2 Stressoren, Stressreaktionen und Stress

Stressoren sind externe und interne psychische Stimuli, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Stressreaktionen führen. Diese Reaktionen können psychische Zustände und Verhaltensweisen umfassen. Der Begriff "Stress" wird oft synonym mit Stressoren und Stressreaktionen verwendet, sollte jedoch klar differenziert werden, um konzeptionelle Unklarheiten zu vermeiden.

Eine allgemeine Klassifikation wird von McGrath (1981) vorgeschlagen,
in der die Quellen von Beanspruchung in drei Bereiche unterteilt werden:

o Faktoren aus dem materiell-technischen System: Beispiele sind Zeit- und Termindruck, Lärm.

o Faktoren aus dem sozialen System: Dazu gehören Konflikte in der Familie oder mit Kollegen.

o Faktoren aus dem personalen System: Persönliche Dispositionen wie Ängstlichkeit oder mangelnde Bewältigungsstrategien.

3
New cards

28.1.3 Definition von Stress

• Stress ist ein subjektiv intensiv unangenehmer Spannungszustand, der aus der Befürchtung entsteht, dass eine stark aversive, zeitlich nahe oder bereits eingetretene und lang andauernde Situation sehr wahrscheinlich nicht vollständig kontrollierbar ist, deren Vermeidung aber subjektiv wichtig erscheint. Diese Definition umfasst die Qualität, Intensität und Dauer der Stressreaktionen sowie die subjektiven Erwartungen und Bewertungen der betroffenen Person.

4
New cards

28.2 Stressmodelle

28.2.1 Reizorientierte Stressmodelle – Stress durch Belastungsfaktoren

Reizorientierte Stressmodelle erklären, wie Stress durch bestimmte äußere Belastungsfaktoren entsteht. Diese Modelle konzentrieren sich auf die Auslöser von Stress, auch Stressoren genannt. Hier sind die wichtigsten Punkte einfach erklärt:

  1. Stressoren: Das sind äußere Faktoren, die Stress verursachen können, wie z.B. Lärm, Zeitdruck, Konflikte oder hohe Anforderungen am Arbeitsplatz.

  2. Reaktion des Körpers: Wenn wir einem Stressor ausgesetzt sind, reagiert unser Körper, indem er Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausschüttet. Dies bereitet uns auf eine schnelle Reaktion vor (Kampf-oder-Flucht-Reaktion).

  3. Bewertung: Wie stark wir auf einen Stressor reagieren, hängt davon ab, wie wir die Situation bewerten. Wenn wir glauben, dass wir die Situation bewältigen können, empfinden wir weniger Stress. Fühlen wir uns hingegen überfordert, empfinden wir mehr Stress.

  4. Anpassung: Mit der Zeit kann unser Körper lernen, sich an bestimmte Stressoren anzupassen, aber langfristiger Stress ohne ausreichende Erholung kann zu gesundheitlichen Problemen führen.

Zusammengefasst: Reizorientierte Stressmodelle zeigen, dass Stress durch äußere Belastungsfaktoren entsteht und unsere Reaktion darauf von unserer Bewertung und Fähigkeit zur Bewältigung abhängt. (6 Belastungen aus der Arbeitswelt, Unterscheidung zw. Anforderungen und Belastungen! - Tarik)

5
New cards

28.2.2 Reaktionsorientierte Stressmodelle

• Diese Modelle, basierend auf Selyes Konzept des allgemeinen Adaptationssyndroms (AAS), betrachten Stress als unspezifische Reaktion des Körpers auf Anforderungen. Der Fokus liegt auf der physiologischen Erregung, jedoch werden individuelle Unterschiede in der Stressbewältigung nicht ausreichend berücksichtigt.

Das reaktionsorientierte Stressmodell nach Hans Selye, auch bekannt als das Allgemeine Anpassungssyndrom (AAS), beschreibt, wie der Körper auf Stress reagiert. Es besteht aus drei Phasen:

  1. Alarmreaktion: Der Körper erkennt den Stressor und reagiert sofort, indem er Adrenalin und andere Stresshormone freisetzt. Dies führt zu erhöhter Wachsamkeit und Energie, um den Stressor zu bewältigen.

  2. Widerstandsphase: Wenn der Stress anhält, versucht der Körper, sich anzupassen und die durch den Stress verursachten Veränderungen zu bekämpfen. Der Körper bleibt weiterhin in einem Zustand erhöhter Wachsamkeit, aber er verbraucht auch viele Ressourcen.

  3. Erschöpfungsphase: Wenn der Stress über einen längeren Zeitraum anhält und der Körper nicht mehr in der Lage ist, die Anpassung aufrechtzuerhalten, tritt die Erschöpfungsphase ein. Dies kann zu körperlichen und psychischen Problemen führen, da die Ressourcen des Körpers erschöpft sind.

Zusammengefasst beschreibt das Modell, wie der Körper auf Stress reagiert: Zuerst alarmiert er sich, dann widersteht er dem Stress, und wenn der Stress anhält, wird er schließlich erschöpft.

6
New cards

28.2.3 Kognitive Stressmodelle – transaktionales Modell von Lazarus

Das Stressmodell nach Lazarus, auch bekannt als transaktionales Stressmodell, beschreibt, wie Menschen Stress erleben und darauf reagieren. Hier sind die grundlegenden Punkte einfach erklärt:

1. Primäre Bewertung (Primary Appraisal):
o Menschen bewerten zuerst, ob eine Situation für sie relevant und möglicherweise

stressig ist.
o Es gibt drei mögliche Bewertungen:

Irrelevant: Die Situation betrifft mich nicht.
Positiv: Die Situation könnte Vorteile bringen.
Stressig:DieSituationkönnteschädlich,bedrohlichoderherausforderndsein

2. Sekundäre Bewertung (Secondary Appraisal):
o Wenn die Situation als stressig eingeschätzt wird, überlegen die Menschen, welche

Ressourcen sie haben, um damit umzugehen.
o Sie bewerten, ob sie genug Fähigkeiten, Unterstützung und Mittel haben, um die

Herausforderung zu meistern.

3. Coping-Strategien (Coping):

o Basierend auf den Bewertungen entwickeln Menschen Strategien, um mit dem Stress umzugehen.

o Es gibt zwei Hauptarten von Coping:

  •  Problemorientiertes Coping: Man versucht, das Problem direkt zu lösen oder

    zu verändern.

  •  Emotionsorientiertes Coping: Man versucht, die emotionalen Reaktionen auf

    das Problem zu kontrollieren oder zu mildern.

4. Neubewertung (Reappraisal):

o Nachdem man die Situation bewältigt hat, bewertet man erneut, um zu sehen, ob der Stress reduziert wurde oder ob neue Maßnahmen nötig sind.

Zusammengefasst beschreibt das Modell von Lazarus, dass Stress nicht nur von der Situation selbst abhängt, sondern auch davon, wie wir die Situation einschätzen und welche Bewältigungsstrategien wir anwenden. Es betont die Bedeutung der subjektiven Wahrnehmung und der individuellen Unterschiede im Umgang mit Stress.

7
New cards

28.3 Moderatoren, Einflüsse und Bedingungen von Stress

28.3.1 Rolle von Ressourcen bei der Stressbewältigung

  • Ressourcen wie soziale Unterstützung und Kontrollmöglichkeiten sind entscheidend für die Stressbewältigung. Sie helfen, Belastungen zu reduzieren und fördern die Anpassung an stressige Situationen. Diese Ressourcen können aus der physikalisch-materiellen Umgebung (z. B. Arbeitsplatzbedingungen) oder der sozialen Umgebung (z. B. Freunde und Familie) stammen.

  • Das Anforderungs-Kontroll-Modell beschreibt, dass Stress von der Höhe der Arbeitsanforderungen und dem Entscheidungsspielraum abhängt.

8
New cards

28.3.2 Personenbezogene Ressourcen

  • Individuelle Ressourcen wie Resilienz, Selbstwirksamkeit und spezifische Bewältigungsstrategien sind entscheidend für den Umgang mit Stress. Diese persönlichen Eigenschaften beeinflussen, wie eine Person auf Stressoren reagiert und wie effektiv sie diese bewältigt.

  • Kontrollüberzeugungen und Kohärenzerleben: Kontrollüberzeugungen beschreiben, inwiefern eine Person glaubt, die Ereignisse um sie herum kontrollieren zu können. Kohärenzerleben beschreibt das Gefühl, dass die Welt um einen herum verständlich und handhabbar ist.

  • Situationsübergreifende Handlungsmuster: Typ-A-Verhalten ist ein Beispiel für ein situationsübergreifendes Handlungsmuster, das durch hohe Leistungsorientierung und Konkurrenzverhalten charakterisiert ist.

  • Coping-Stile: Unterscheiden zwischen problembezogenem (instrumentellem) und

    emotionsbezogenem (palliativem) Coping.

9
New cards

28.3.3 Balance von Ressourcen und Anforderungen

  • Ein Gleichgewicht zwischen den Anforderungen einer Situation und den verfügbaren Ressourcen ist entscheidend für das erfolgreiche Stressmanagement. Diskrepanzen zwischen Anforderungen und Ressourcen können zu erhöhtem Stress führen. Das Job-Demands- Resources-Modell beschreibt diesen Zusammenhang und betont die Bedeutung von Ressourcen sowohl für die Stressbewältigung als auch für die Arbeitsmotivation.

  • Das Modell beruflicher Gratifikationskrisen bezieht sich auf das Ungleichgewicht zwischen Aufwand und Belohnung in der Arbeit, was zu Stress führen kann.

  • Das Person-Environment-Fit-Modell (P-E-Fit-Modell) legt den Fokus auf die Passung zwischen den Anforderungen der Arbeitsumgebung und den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen.

  • Das Modell der Ressourcenkonservierung besagt, dass Menschen danach streben, ihre Ressourcen zu erhalten und zu vermehren, und Stress entsteht, wenn Ressourcen bedroht oder

    verloren sind. (Check mit den 5 Seiten vor 28.4....230-236.. -Tarik)

10
New cards

28.4 Spezifische Auswirkungen von Stress


28.4.1 Kurzfristige und mittelfristige Auswirkungen von Stress

• Kurzfristige Auswirkungen von Stress umfassen physiologische Reaktionen wie erhöhte Herzfrequenz, Blutdrucksteigerung und Adrenalinausschüttung. Mittelfristige Auswirkungen können emotionale Beeinträchtigungen wie Gereiztheit, Ängstlichkeit und kognitive Störungen wie verminderte Leistungsfähigkeit umfassen. Diese Reaktionen können zu einer Erschöpfung des Körpers führen, wenn die Anpassungsmechanismen überlastet sind.

11
New cards

28.4.2 Langfristige negative Auswirkungen von Stress

  • Langfristiger Stress kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie chronischen Krankheiten, psychosomatischen Störungen, Depressionen und Burnout führen. Insbesondere das Burnout-Syndrom, charakterisiert durch emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und reduzierte Leistungsfähigkeit, ist eine häufige Folge anhaltenden Stresses.

  • Angststörungen und Depressionen sind weitere mögliche langfristige negative Auswirkungen von chronischem Stress.

12
New cards

28.4.3 Positive Wirkungen von Stress

• Positiver Stress (Eustress) kann die Motivation und Leistungsfähigkeit steigern. Stress, der als Herausforderung empfunden wird, kann stimulierend wirken und zu höherer Leistung anspornen. Es ist jedoch schwierig, eine klare Trennlinie zwischen positivem und negativem Stress zu ziehen, da Herausforderungen schnell zu Belastungen werden können.

28.5 Stressbewältigung und Gesundheitsförderung (BGF vl kurz dazunehmen? - Tarik) UPDATE: wird eigentlich am Anfang des docs alles erklärt, nicht notwendig meiner Meinung nach

13
New cards

28.5.1 Maßnahmen zur Verhaltensprävention

• Verhaltenspräventive Maßnahmen zielen darauf ab, Individuen zu befähigen, besser mit Stress umzugehen. Dazu gehören Trainings in Stressmanagement, Zeitmanagement und Entspannungstechniken. Diese Maßnahmen helfen, stressbedingte Symptome zu reduzieren und das Wohlbefinden zu fördern.

14
New cards

28.5.2 Maßnahmen zur Verhältnisprävention

  • Verhältnispräventive Maßnahmen zielen darauf ab, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dazu gehören die Gestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeitszeiten und Arbeitsaufgaben, um Stressoren zu minimieren und ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen.

  • Gesundheitszirkel sind Arbeitsgruppen, die sich mit der Identifikation und Lösung von Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz befassen.

15
New cards

28.6 Arbeit, Freizeit und Persönlichkeit

28.6.1 Arbeit und Persönlichkeit

  • Die Interaktion zwischen beruflichen Anforderungen und individuellen Persönlichkeitsmerkmalen beeinflusst das Erleben von Stress und Beanspruchung. Persönlichkeitsmerkmale wie Perfektionismus oder hohe Leistungserwartungen können das Stressniveau erhöhen.

  • Arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM): Diese Muster beschreiben, wie Menschen mit beruflichen Anforderungen umgehen und welche gesundheitlichen Auswirkungen dies hat.

16
New cards

28.6.2 Arbeit und Freizeit

  • Eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Freizeit ist essenziell für die Erholung und langfristige Gesundheit. Freizeitaktivitäten tragen zur Regeneration bei und helfen, Stress abzubauen.

  • Generalisationshypothese: Die Annahme, dass positive oder negative Erfahrungen in einem Lebensbereich auf andere Bereiche übertragen werden können.

  • Kompensationshypothese: Die Theorie, dass Menschen durch Aktivitäten in der Freizeit kompensieren, was ihnen in der Arbeit fehlt.

  • „Spillover“-Effekte: Die Übertragung von Emotionen und Verhaltensweisen von der Arbeit auf das Privatleben und umgekehrt.

  • Konfliktkonstellationen zwischen Arbeit und Familie: Situationen, in denen die Anforderungen der Arbeit und der Familie miteinander in Konflikt stehen.

  • Bereicherungsprozesse zwischen Arbeit und Privatleben: Positive Wechselwirkungen, bei denen Erfahrungen in einem Bereich das Leben in einem anderen Bereich bereichern.

  • Work-Home-Boundary-Theorie: Die Theorie, dass klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben gesetzt werden müssen, um Konflikte zu vermeiden und das Wohlbefinden zu fördern.