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Übersetzung(en) vs. Übersetzen: was geht laut Krings im Kopf beim Übersetzen vor? Nenne 5 mögliche Aspekte.
Übersetzung(en) → produktorientiert
Äquivalenz
Methoden (Shifts)
Textanalyse
Fehler
Loyalität/ Abweichungen
…
Übersetzung(en) vs. Übersetzen: was geht laut Krings im Kopf beim Übersetzen vor? Nenne 6 Punkte.
Übersetzen → prozessorientiert
Problemlöseverfahren
Entscheidungen/ Arbeitsablauf
kognitive Anstrengung/ Belastung
Monitoring (Metakognition)
Aufmerksamkeit
Expertise
…
Kognitive Grundlagen des Übersetzens: Was sind Probleme beim Übersetzen ?
Problem(e) → sind ungleich Fehler!!!
nicht ausreichend deklaratives bzw. prozedurales Wissen
deklarativ = reines Fachwissen, prozedural = Wissen im Langzeitgedächtnis
automatische Lösung daher nicht sofort anwendbar
(bzgl. bspw. Transfer/ Äquivalente)
Kognitive Grundlagen des Übersetzens: Was sind Problemindikatoren? Nenne Beispiele.
= Hinweise auf Bedarf für erhöhte kognitive Konzentration, z.B.:
Pausen
Infosuche
direkte/ indirekte Artikulation
Abweichung von Routinen
physiologische Reaktionen
Nenne 5 Methoden zur Dokumentation kognitiver Prozesse beim Übersetzen.
Laut Denken (Think Aloud Protocols)
Tastaturprotokollierung (keystroke logging)
Bildschirmaufnahme (screen recording)
Eye-Tracking
physiologische Reaktionen
Erkläre die Methode der Think-Aloud Protocols. Was ist das und was wird dabei verbalisiert?
Definition
Verbalisierung aller Gedankenprozesse während des Übersetzens → Aufzeichnung dieser
Was wird verbalisiert?
Probleme
verwendete Strategien (& deren Begründung)
Einstellungen
Beurteilung der eigenen Leistung (Monitoring/ Metakognition)
Welche potenziellen Nachteile gibt es bei der Methode des Think-Aloud Protocols?
trotzdem noch Nachdenken über Äußerungen → Tendenz nur zu sagen, was Leute vermutlich hören wollen
reden & übersetzen gleichzeitig = kognitiv & körperlich anstrengend
Was kann Stille bei einem Think-Aloud Protocol bedeuten bzw. welche möglichen Gründe gibt es dafür?
Informationsabruf
Beurteilung der Leistung (metakognitive Kontrollinstanz)
Erschöpfung
keine Probleme
Was wird alles bei der Bildschirmaufnahme (screen recording) getrackt? Nenne die insgesamt 7 Punkte.
Ressourcen
Textniveau
Revisionen
___________________________
Pausen
Dauer
Workflow
Fehler usw.
→ direkt mit lautem Denken verbunden
Welche 4 unterschiedlichen Arten von Eye-Tracking gibt es?
Pupillometrie
Heatmap
Fixationen
Sakkaden
Eye-Tracking: Was ist die Pupillometrie?
größere Erweiterung der Pupillen = höherer kognitiver Aufwand
schnelles Zusammenziehen der Pupillen = kognitive Überlastung
Eye-Tracking: Was ist eine Heatmap?
wärmere Bereiche = höhere kognitive Aufmerksamkeit
Eye-Tracking: Was sind Fixationen?
wo der Blick auf dem Bildschirm länger verweilt
je länger, desto größer/ ausgeprägter die kognitive Verarbeitung
Eye-Tracking: Was sind Sakkaden?
schnelle Augenbewegungen zwischen Fixationspunkten
Abfolge von Blicksprüngen zwischen versch. Bildschirmbereichen
Wie kann man (bspw.) die physiologischen Reaktionen messen?
elektrodermale Aktivität
kognitive Belastung = Stress
kognitive Aktivierung = Interesse/ Engagement

Nenne die 4 Arten von kognitiven Strategien (bzw. Prozessen) nach Krings.
Rezeptionsstrategien (comprehension strategies)
Äquivalentauffindungsstrategien (retrieval strategies)
Entscheidungsstrategien (decision-making strategies)
Evaluationsstrategien (monitoring strategies)
Was sind Rezeptionsstrategien? Nenne Beispiele
= Strategien zum Verständnis des ATs
Beispiele
semantisches Inferieren
Bedeutung anhand sprachlicher Hinweise erschließen
Deverbalisierung
Abwendung von der Oberflächenstruktur zur Erschließung der Tiefenbedeutung mit Hilfe unterschiedl. Strukturen
Informationsrecherche
Einsatz von MÜ oder GenAI = Verständnis durch Transfer
Was sind Äquivalentauffindungsstrategien und primäre Äquivalentassoziationen? Nenne Beispiele für Strategien.
= Strategien zur Auffindung von Äquivalenten
primäre Assoziationen = spontane interlinguale Assoziationen → was einem spontan einfällt
meistens auf Wort- oder Kollokationsebene
Beispiele für Strategien
interner Gedächtnisabruf (ohne externe Ressourcen)
externer Informationsabruf
Tendenz häufig hierzu, auch als Absicherung/ Vergewisserung
Was sind Entscheidungsstrategien und was kann man an diesen kritisieren?
= Reduktion der Entscheidungsalternativen
Kritik: fraglich, inwiefern das ne Strategie ist, da Übersetzen an sich = reiner Entscheidungsprozess
Beispiele siehe Bild

Was sind Evaluationsstrategien? Wie erfolgen diese üblicherweise auf kognitiver Ebene?
= Überprüfungs- & Abgleichstrategien
erfolgen üblicherweise so:
fortlaufende Kontrolle → “Klingt das richtig?” “Warum war ich da unsicher?”
Hypothesenprüfung (trial-and-error-evaluation) → mentales Testen von Alternativen
revisionsbasierte Evaluation → Entwerfen & Überarbeiten
Erläutere das Modell von Göpferich bzgl. der psycho-motorischen Kompetenz und der psycho-physischen Disposition.
psycho-motorische Kompetenz
Beschleunigung von Rezeptions-, Transfer- & Produktionsstrategien durch Mensch-Maschine-Interaktion
psycho-physische Disposition
Ehrgeiz, Ausdauer, Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein
Was zeichnet die kognitiven Prozesse professioneller Übersetzer*innen aus? → vs. Noviz*innen (Studierende) und bilingualen Nicht-Übersetzende
Gilt das noch heute? Oft wahrscheinlich nicht!
Professionelle Übersetzer*innen brauchen länger, da sie stärker in Problemlösungsprozesse eingebunden sind
Professionelle Übersetzer*innen konzentrieren sich auf größere Textabschnitte
Professionelle Übersetzer*innen können besser Inferenzen (Suppositionen) aus Texten ziehen
stimmt nicht, dass können z.B. bilinguale mit entsprechenden Kenntnissen auch
Professionelle Übersetzer*innen greifen häufiger auf Nachschlagewerke zurück als Bilinguale
und Noviz*innen
fraglich
Studierende nutzen Nachschlagewerke zur Rezeption, professionelle Übersetzer*innen
zur Produktion
Fortgeschrittene Studierende konzentrieren sich stärker auf Projektvorgaben als
Studienanfänger*innen