VL 8 - kognitive Grundlagen, Prozesse & Strategien

0.0(0)
Studied by 0 people
call kaiCall Kai
Locked
learnLearn
examPractice Test
spaced repetitionSpaced Repetition
heart puzzleMatch
flashcardsFlashcards
GameKnowt Play
Card Sorting

1/21

encourage image

There's no tags or description

Looks like no tags are added yet.

Last updated 6:42 PM on 7/26/26
Name
Mastery
Learn
Test
Matching
Spaced
Call with Kai
Chat

No analytics yet

Send a link to your students to track their progress

22 Terms

1
New cards

Übersetzung(en) vs. Übersetzen: was geht laut Krings im Kopf beim Übersetzen vor? Nenne 5 mögliche Aspekte.

Übersetzung(en) → produktorientiert

  • Äquivalenz

  • Methoden (Shifts)

  • Textanalyse

  • Fehler

  • Loyalität/ Abweichungen


2
New cards

Übersetzung(en) vs. Übersetzen: was geht laut Krings im Kopf beim Übersetzen vor? Nenne 6 Punkte.

Übersetzen → prozessorientiert

  • Problemlöseverfahren

  • Entscheidungen/ Arbeitsablauf

  • kognitive Anstrengung/ Belastung

  • Monitoring (Metakognition)

  • Aufmerksamkeit

  • Expertise


3
New cards

Kognitive Grundlagen des Übersetzens: Was sind Probleme beim Übersetzen ?

Problem(e) → sind ungleich Fehler!!!

  • nicht ausreichend deklaratives bzw. prozedurales Wissen

    • deklarativ = reines Fachwissen, prozedural = Wissen im Langzeitgedächtnis

  • automatische Lösung daher nicht sofort anwendbar

    • (bzgl. bspw. Transfer/ Äquivalente)


4
New cards

Kognitive Grundlagen des Übersetzens: Was sind Problemindikatoren? Nenne Beispiele.

= Hinweise auf Bedarf für erhöhte kognitive Konzentration, z.B.:

  • Pausen

  • Infosuche

  • direkte/ indirekte Artikulation

  • Abweichung von Routinen

  • physiologische Reaktionen


5
New cards

Nenne 5 Methoden zur Dokumentation kognitiver Prozesse beim Übersetzen.

  1. Laut Denken (Think Aloud Protocols)

  2. Tastaturprotokollierung (keystroke logging)

  3. Bildschirmaufnahme (screen recording)

  4. Eye-Tracking

  5. physiologische Reaktionen


6
New cards

Erkläre die Methode der Think-Aloud Protocols. Was ist das und was wird dabei verbalisiert?

Definition

  • Verbalisierung aller Gedankenprozesse während des Übersetzens → Aufzeichnung dieser


Was wird verbalisiert?

  • Probleme

  • verwendete Strategien (& deren Begründung)

  • Einstellungen

  • Beurteilung der eigenen Leistung (Monitoring/ Metakognition)



7
New cards

Welche potenziellen Nachteile gibt es bei der Methode des Think-Aloud Protocols?

  • trotzdem noch Nachdenken über Äußerungen → Tendenz nur zu sagen, was Leute vermutlich hören wollen

  • reden & übersetzen gleichzeitig = kognitiv & körperlich anstrengend


8
New cards

Was kann Stille bei einem Think-Aloud Protocol bedeuten bzw. welche möglichen Gründe gibt es dafür?

  • Informationsabruf

  • Beurteilung der Leistung (metakognitive Kontrollinstanz)

  • Erschöpfung

  • keine Probleme


9
New cards

Was wird alles bei der Bildschirmaufnahme (screen recording) getrackt? Nenne die insgesamt 7 Punkte.

  • Ressourcen

  • Textniveau

  • Revisionen

___________________________

  • Pausen

  • Dauer

  • Workflow

  • Fehler usw.


→ direkt mit lautem Denken verbunden


10
New cards

Welche 4 unterschiedlichen Arten von Eye-Tracking gibt es?

  • Pupillometrie

  • Heatmap

  • Fixationen

  • Sakkaden


11
New cards

Eye-Tracking: Was ist die Pupillometrie?

  • größere Erweiterung der Pupillen = höherer kognitiver Aufwand

  • schnelles Zusammenziehen der Pupillen = kognitive Überlastung


12
New cards

Eye-Tracking: Was ist eine Heatmap?

wärmere Bereiche = höhere kognitive Aufmerksamkeit

13
New cards

Eye-Tracking: Was sind Fixationen?

  • wo der Blick auf dem Bildschirm länger verweilt

  • je länger, desto größer/ ausgeprägter die kognitive Verarbeitung


14
New cards

Eye-Tracking: Was sind Sakkaden?

  • schnelle Augenbewegungen zwischen Fixationspunkten

  • Abfolge von Blicksprüngen zwischen versch. Bildschirmbereichen


15
New cards

Wie kann man (bspw.) die physiologischen Reaktionen messen?

elektrodermale Aktivität

  • kognitive Belastung = Stress

  • kognitive Aktivierung = Interesse/ Engagement


<p><mark data-color="green" style="background-color: green; color: inherit;">elektrodermale Aktivität</mark></p><ul><li><p>kognitive <mark data-color="green" style="background-color: green; color: inherit;">Belastung = Stress</mark></p></li><li><p>kognitive <mark data-color="green" style="background-color: green; color: inherit;">Aktivierung = Interesse</mark>/ Engagement</p></li></ul><p></p>
16
New cards

Nenne die 4 Arten von kognitiven Strategien (bzw. Prozessen) nach Krings.

  1. Rezeptionsstrategien (comprehension strategies)

  2. Äquivalentauffindungsstrategien (retrieval strategies)

  3. Entscheidungsstrategien (decision-making strategies)

  4. Evaluationsstrategien (monitoring strategies)


17
New cards

Was sind Rezeptionsstrategien? Nenne Beispiele

= Strategien zum Verständnis des ATs


Beispiele

  • semantisches Inferieren

    • Bedeutung anhand sprachlicher Hinweise erschließen

  • Deverbalisierung

    • Abwendung von der Oberflächenstruktur zur Erschließung der Tiefenbedeutung mit Hilfe unterschiedl. Strukturen

  • Informationsrecherche

  • Einsatz von MÜ oder GenAI = Verständnis durch Transfer


18
New cards

Was sind Äquivalentauffindungsstrategien und primäre Äquivalentassoziationen? Nenne Beispiele für Strategien.

  • = Strategien zur Auffindung von Äquivalenten

  • primäre Assoziationen = spontane interlinguale Assoziationen → was einem spontan einfällt

    • meistens auf Wort- oder Kollokationsebene


Beispiele für Strategien

  • interner Gedächtnisabruf (ohne externe Ressourcen)

  • externer Informationsabruf

    • Tendenz häufig hierzu, auch als Absicherung/ Vergewisserung


19
New cards

Was sind Entscheidungsstrategien und was kann man an diesen kritisieren?

  • = Reduktion der Entscheidungsalternativen

  • Kritik: fraglich, inwiefern das ne Strategie ist, da Übersetzen an sich = reiner Entscheidungsprozess


Beispiele siehe Bild


<ul><li><p><span style="color: purple;"><strong><mark data-color="purple" style="background-color: purple; color: inherit;">= Reduktion der Entscheidungsalternativen</mark></strong></span></p></li><li><p><span style="color: red;"><strong><mark data-color="red" style="background-color: red; color: inherit;">Kritik</mark></strong></span><strong>:</strong> fraglich, inwiefern das ne Strategie ist, da <span style="color: red;"><mark data-color="red" style="background-color: red; color: inherit;">Übersetzen an sich = reiner Entscheidungsprozess</mark></span></p></li></ul><p></p><p><strong>Beispiele siehe Bild</strong></p><p></p>
20
New cards

Was sind Evaluationsstrategien? Wie erfolgen diese üblicherweise auf kognitiver Ebene?

  • = Überprüfungs- & Abgleichstrategien


erfolgen üblicherweise so:

  • fortlaufende Kontrolle → “Klingt das richtig?” “Warum war ich da unsicher?”

  • Hypothesenprüfung (trial-and-error-evaluation) → mentales Testen von Alternativen

  • revisionsbasierte Evaluation → Entwerfen & Überarbeiten


21
New cards

Erläutere das Modell von Göpferich bzgl. der psycho-motorischen Kompetenz und der psycho-physischen Disposition.

psycho-motorische Kompetenz

  • Beschleunigung von Rezeptions-, Transfer- & Produktionsstrategien durch Mensch-Maschine-Interaktion

psycho-physische Disposition

  • Ehrgeiz, Ausdauer, Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein


22
New cards

Was zeichnet die kognitiven Prozesse professioneller Übersetzer*innen aus? → vs. Noviz*innen (Studierende) und bilingualen Nicht-Übersetzende

Gilt das noch heute? Oft wahrscheinlich nicht!

  • Professionelle Übersetzer*innen brauchen länger, da sie stärker in Problemlösungsprozesse eingebunden sind

  • Professionelle Übersetzer*innen konzentrieren sich auf größere Textabschnitte

  • Professionelle Übersetzer*innen können besser Inferenzen (Suppositionen) aus Texten ziehen

    • stimmt nicht, dass können z.B. bilinguale mit entsprechenden Kenntnissen auch

  • Professionelle Übersetzer*innen greifen häufiger auf Nachschlagewerke zurück als Bilinguale

    und Noviz*innen

    • fraglich

  • Studierende nutzen Nachschlagewerke zur Rezeption, professionelle Übersetzer*innen

    zur Produktion

  • Fortgeschrittene Studierende konzentrieren sich stärker auf Projektvorgaben als

    Studienanfänger*innen